Das Chemie-Studium ist ein sehr abwechslungsreiches Studium. Es existiert bereits seit dem 19. Jahrhundert und ist heute noch genauso relevant wie damals, denn durch die sich immer weiter entwickelnde Technologie sind auch Chemiker in den meisten Unternehmen unverzichtbar. Das Studium Chemie bietet Dir eine Vielzahl an Möglichkeiten, die Naturwissenschaft zu erforschen und selbst mit Reagenzgläsern, Petrischalen und Bunsenbrennern zu experimentieren. Während Du einen Bachelor oder Master in Chemie machst erwarten Dich also nicht nur Gleichungen und Formeln, sondern auch praktische Übungen, die Dich auf das Berufsleben nach dem Chemie-Studium vorbereiten.

Das Chemie-Studium in Zahlen: Abschluss, Jobaussichten, Gehalt

Gehalt

35,1T
In der Chemie Absolventenuntersuchung 2016 betrug das durchschnittliche Einstiegsgehalt nach dem Master 35.100 €.

Abschluss

%
59% aller Studenten, die ein Chemie Studium an einer Hochschule beginnen, schaffen auch den Abschluss.

Beschäftigung

%
Auch bis zu 10 Jahre nach ihrem Chemie Abschluss haben 87% aller Absolventen einen Job.

Zufrieden

%
82% aller Chemie Absolventen geben an, dass sie mit ihrem Job inhaltlich zufrieden bzw. sehr zufrieden sind.

Einstiegsbranchen für Chemie Absolventen

Die Mehrheit der Chemie Absolventen arbeitet im Bereich Bildung und Forschung

Gehaltsentwicklung Chemie Absolventen

Nach 10 Jahren verdoppelt sich das Einstiegsgehalt von Chemie Absolventen annähernd

Chemie Abschlussjahrgang 2005
Quelle: Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung

Wo kann ich Chemie studieren?

Ein Chemiestudium wird von vielen deutschen Universitäten angeboten. Zu den beliebtesten Universitäten an denen Du Deinen Bachelor oder Master machen kannst gehören neben der Hochschule Fresenius in Idstein in etwa die Universität Bayreuth, die Universität Leipzig, die Technische Universität Kaiserslautern und die Universität Osnabrück. Wenn Du für Dein Studium in Chemie lieber in eine größere Stadt möchtest, wirst Du auch in Berlin fündig. Dort bieten gleich drei Universitäten ein Chemie-Studium an: die Humboldt-Universität in Berlin, die Technische Universität Berlin und die Freie Universität Berlin.

Welche Inhalte hat ein Chemie-Studium?

Das Studium Chemie lässt sich in die Kerninhalte organische und anorganische Chemie einteilen. Während die organische Chemie sich mit allen Kohlenstoffverbindungen beschäftigt, die die Grundlage für alle lebenden Organismen bildet, dreht sich die anorganische Chemie um alle übrig gebliebenen Elemente und ihre Verbindungen. Daneben gibt es im Chemie-Studium noch den Schwerpunkt der physikalischen Chemie, in der es um die experimentelle Analyse von Stoff-Charakteristika und deren Gesetzmäßigkeiten geht. Zu einem späteren Zeitpunkt in Deinem Studium, in etwa ab dem fünften Fachsemester oder zum Master hin, kannst Du Dich zudem auf weitere chemische Gebiete spezialisieren, wie beispielsweise analytische, theoretische, makromolekulare und technische Chemie. Weiterhin kannst Du Radiochemie, Biochemie oder Lebensmittelchemie zu Deinem Fachgebiet machen, je nachdem, wo Deine persönlichen Interessen und auch Stärken liegen.

Während Deinem Bachelor in Chemie werden Dir unter anderem folgende Fächer begegnen:

  • Allgemeine und Anorganische Chemie
  • Mathematik
  • Organische Chemie
  • Physikalische Chemie
  • Analytische Chemie
  • Physik
  • Fachdidaktik und Lehr-/Lernforschung Chemie
  • Alltagsbezogene Chemie
  • Biochemie
  • Spektroskopie und Strukturchemie

Darüber hinaus wirst Du in den Fächern Didaktik und Pädagogik unterrichtet werden, wenn Du Dich für ein Chemie Studium mit Lehramtsoption entscheidest.

Welche Berufe gibt es mit einem Chemie-Studium?

Das Chemie-Studium ist vor allem bei Lehramtsstudenten beliebt, denn an Realschulen und Gymnasien werden immer Lehrer für das Fach Chemie gesucht. Mit einem Studium in Chemie und einem Abschluss als Bachelor oder Master kannst Du jedoch auch eine Vielzahl andere Berufe ergreifen und beispielsweise in der Pharmaindustrie oder der Automobilbranche arbeiten.

Zu Deinen möglichen Arbeitgebern nach einem abgeschlossenen Chemie-Studium gehören zum Beispiel:

  • Forschungsinstitute
  • Kosmetikindustrie
  • Klebstoffhersteller
  • Lebensmittelindustrie
  • Qualitätsmanagements
  • Keramikindustrie
  • Ölindustrie
  • Medizinische Sektoren

Welche Voraussetzungen brauche ich, um Chemie zu studieren?

Grundsätzlich brauchst Du für ein Studium in Chemie eine Hochschulzugangsberechtigung. Das muss allerdings nicht in jedem Fall das Abitur oder Fachabitur sein. Unter bestimmten Voraussetzungen kannst Du viele Hochschulen inzwischen auch ohne Abi besuchen. Wenn Du Dich für das Studium Chemie interessierst, können eine fachlich qualifizierende Berufsausbildung und drei Jahre Berufserfahrung bereits ausreichend sein. Zu einer solchen zählen beispielsweise:

Bei einem Chemiestudium handelt es sich um ein Fach, das viele Überschneidungen mit anderen Naturwissenschaften hat, wie beispielsweise Mathematik, Physik und auch Biologie. Ein Grundverständnis für sämtliche Naturwissenschaften sollte bei Dir in jedem Fall vorhanden sein. Auch solltest Du über gute Englischkenntnisse verfügen, denn die Fachliteratur im Studium Chemie ist größtenteils in englischer Sprache verfasst. Um für den Bachelor zugelassen zu werden, ist an manchen Universitäten ein Mathe-Vorkurs nötig.

NC fürs Chemie-Studium

Der Numerus Clausus hängt bei einem Chemiestudium maßgeblich davon ab, ob Du lehramtsorientiert studieren und Dein Staatsexamen machen möchtest oder einen Abschluss als Bachelor of Science anstrebst. Während in den vergangenen Jahren an sämtlichen Universitäten fast alle Studenten für einen Bachelor-Studiengang in Chemie unabhängig von ihrem Zeugnisdurchschnitt im Abitur zugelassen wurden, liegt der NC für ein Chemie-Studium auf Lehramt zwischen 1,4 für angehende Gymnasiallehrer wie bei der Technischen Universität Dresden und 2,9 für ein Studium in Chemie an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main mit dem Ziel später an Sonder- und Förderschulen zu unterrichten.

Wie läuft das Chemie-Studium ab?

Das Studium Chemie wird sowohl als Präsenzstudium, als auch als Fernstudium angeboten. Die häufigste Form ist das Vollzeit-Präsenzstudium, bei dem Du Dich vornehmlich auf das Studium konzentrierst und viel Zeit in der Universität und Labors verbringst. Bei einem Fernstudium hingegen absolvierst Du einen Großteil Deiner Studien zuhause. Es gibt jedoch auch Blockseminare, bei denen Anwesenheitspflicht herrscht, denn auch ein Fernstudium beinhaltet praktische Arbeit und damit Zeit im Labor, in der Du selbst Experimente durchführst.

Bachelor

Das Bachelor-Studium Chemie bildet die Basis für angehende Chemiker. Die Regelstudienzeit für den Bachelor liegt zwischen 6 und 7 Semestern und wird mit dem „Bachelor of Science“ (B.Sc.) abgeschlossen.

Im Chemiestudium zum Bachelor besuchst Du Seminare, Vorlesungen und Übungen. Bei den meisten Seminaren und Übungen herrscht Anwesenheitspflicht, während die Teilnahme an Vorlesungen in vielen Fällen freiwillig ist. Während des laufenden Semesters hältst Du Referate und Präsentationen und arbeitest mit Mitstudierenden an Gruppenarbeiten, deren Ergebnisse ihr gemeinsam vorstellt. Der Abschluss der Lehrveranstaltungen erfolgt am Ende des Semesters durch eine Klausur oder Hausarbeit. Diese Arbeiten werden benotet und fließen am Ende in Deinen Gesamtdurchschnitt mit ein.

Master

Wenn Du nach dem Bachelor-Abschluss noch Lust auf Lernen hast und Deine beruflichen Chancen gerne weiter verbessern sowie mehr Geld verdienen möchtest, kannst Du ein weiterführendes Master-Studium anhängen. In der Regel musst Du für dieses weitere 4 Semester veranschlagen. Danach darfst Du dich „Master of Science“ (M.Sc.) nennen und das auch als Titel führen, in etwa bei Bewerbungen für einen Arbeitsplatz.

Im Chemie-Studium zum Master erwarten Dich praxisorientierte Forschungsprojekte. Den Schwerpunkt Deiner Studien kannst Du beim Master Chemie selbst setzen und Dein weiterführendes Studium so ganz nach Deinen individuellen Stärken und Interessen ausrichten.

Zusätzliche Fortbildungen

Das Studium Chemie kann man neben den üblichen Abschlüssen Bachelor und Master auch mit der Option auf Lehramt studieren, wo Du zusätzlich in Pädagogik unterrichtet wirst. Dieses schließt Du mit dem ersten Staatsexamen ab. Nach einem zweijährigen Referendariat folgt eine zweite Staatsprüfung, nach deren erfolgreicher Absolvierung Du Dich Chemie-Lehrer nennen darfst.

Wie soll ich das Chemie-Studium bezahlen?

Wenn Du ein Studium in Chemie anstrebst, stehen Dir verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten offen.

Stipendien

Die meisten Studenten haben sich noch nie auf ein Stipendium beworben, weil sie denken, diese wären selten und würden sowieso nur an Menschen mit Bestnoten vergeben werden. In Wirklichkeit aber gibt es mehrere Tausend verschiedene Stiftungen und andere Stipendiengeber, bei denen Du Dich um ein Stipendium bewerben kannst. Die Auswahlkriterien sind dabei breit gefächert. Es kommt bei einem Stipendium also nicht nur auf gute Noten oder besondere Bedürftigkeit an!

Der große Vorteil an einem Stipendium ist, dass Du das Geld später nicht zurückzahlen musst. Deshalb solltest Du unbedingt mit unserer kostenlosen Online-Stipendiensuche überprüfen, wer als Geldgeber für Dein Chemie-Studium infrage kommen könnte. Das lohnt sich übrigens auch schon vor dem Studium. Fange am besten gleich mit der Stipendiensuche an.

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BAföG

BAföG ist finanzielle Unterstützung, die jedem Studenten zusteht, dessen Eltern nicht in der Lage sind, ihr Studium zu bezahlen. Das Tolle daran ist, dass Du nur die Hälfte des Dir ausgezahlten Geldes zurückzahlen musst – und das auch erst 5 Jahre nach Deinem Abschluss, wenn Du bereits berufstätig bist und Dein eigenes Geld verdienst.

Unser kostenloser BAföG-Rechner verrät Dir, ob Du Anspruch auf staatliche Unterstützung hast.

Studienkredit

Bist Du nicht BAföG-berechtigt, bleibt Dir die Option, für Dein Chemiestudium einen Studienkredit aufzunehmen. Es gibt speziell auf Studenten ausgelegte Kredite, bei denen Du monatlich einen bestimmten Betrag ausgezahlt bekommst. Diesen musst Du nach Deinem Abschluss allerdings samt Zinsen wieder zurückzahlen, weshalb es sich hier besonders lohnt, verschiedene Kreditinstitute miteinander zu vergleichen und das für Dich beste Angebot herauszusuchen.

Studentenjob

Eine weitere Möglichkeit, Dir Dein Chemie-Studium zu finanzieren, ist einen Nebenjob anzunehmen. Das kann beispielsweise ein sogenannter Minijob sein. Du solltest allerdings darauf achten, die monatliche 450 Euro-Grenze wirklich nicht zu überschreiten, da Du sonst einen eventuell bestehenden BaföG-Anspruch verlieren kannst.

Auch im Chemiesektor gibt es Jobs für Werkstudenten, beispielsweise in Labors. Dabei arbeitest Du normalerweise bis zu 20 Stunden in der Woche und sammelst nebenbei noch eine Menge Praxiserfahrung, die Dir im Laufe Deiner Karriere auf jeden Fall zu Gute kommen wird. Ein weiterer Vorteil ist, dass Du als Werkstudent von Beiträgen zur Kranken- und Pflegeversicherung befreit bist. Du zahlst also nur Beiträge in die Rentenversicherung ein. Erst wenn Du mehr als 26 Wochen im Jahr über 20 Stunden Arbeit leistest, verlierst Du in der Sozialversicherung Deinen Status als Student.

Passt das Chemie-Studium zu mir?

Das Studium Chemie passt zu Dir, wenn Du etwas Talent in Naturwissenschaften mitbringst und Dich auch für praktische Arbeit im Labor begeistern kannst. Natürlich wirst Du auch viel Fachliteratur lesen müssen, weshalb gute Englischkenntnisse von Vorteil sind.


Ist der Studiengang das richtige für mich?

Mathematik
6/10
Menschen
0/10
Technik
7/10
Kreativität
0/10
Sprache
2/10


Wenn Du Dir aber noch nicht ganz sicher bist, ob das Chemiestudium wirklich das Richtige für Dich ist, oder Du doch lieber einen Abschluss in einer anderen Naturwissenschaft wie Biologie oder Physik anstreben solltest, kannst Du einen online-basierten Studienorientierungstest machen. Der verrät Dir in wenigen Minuten, welcher Studiengang Dir und Deinen persönlichen Stärken gerecht wird.