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Werkstudenten-Gehalt: Stundenlohn, Abzüge und Freigrenzen

Der Mindestlohn von 8,84 € für ein Werkstudenten-Gehalt ist Pflicht

Das Werkstudenten-Gehalt beträgt laut Mindestlohn-Gesetz mindestens 8,84 € pro Stunde. Nach oben ist allerdings je nach Branche Luft: Bis zu 20 € kann Dein Werkstudenten-Gehalt z.B. während Deines Masterstudiums im Informatik-Bereich betragen. Als Werkstudent darfst Du pro Woche maximal 20 Stunden arbeiten. Das bedeutet, dass Du Dir grundsätzlich auch „nur“ mit dem Mindestlohn ein Werkstudenten-Gehalt von 680 € im Monat sichern kannst. Abzüge fallen nur für die Renten- und Lohnsteuer an; von Krankenversicherungs- und Pflegeversicherungsbeiträgen bist Du befreit.

Wir zeigen Dir, wo Du als Werkstudent am meisten verdienen kannst, welche Abzüge anfallen und ob Du weitere staatliche Unterstützung in Form von BAföG und Kindergeld bekommst.

Stundenlohn und Werkstudenten-Verdienst

Der Mindestlohn von 8,84 € für ein Werkstudenten-Gehalt ist Pflicht. Je nach Studiengang und Branche kannst Du allerdings auch mit einem Werkstudenten-Gehalt von bis zu 15 € rechnen. In der Wirtschaft oder Pharma-Industrie verdienst Du als Werkstudent in der Regel mehr als ein Student der Geisteswissenschaften. Ein Werkstudenten-Gehalt von mehr als 15 € die Stunde ist allerdings selten. Das durchschnittliche Gehalt eines Werkstudenten während des Bachelorstudiums beträgt aktuell 9,16 € die Stunde. Im Masterstudium liegt der durchschnittliche Stundenlohn für Werkstudenten bei bis zu 10,68 € pro Stunde.

Das Werkstudenten-Gehalt richtet sich in erster Linie nach dem Unternehmen, bei dem Du arbeitest und nach Deinen Fähigkeiten und Kenntnissen. In Stellenausschreibungen für Werkstudenten wird auch oft von leistungsbezogener Bezahlung gesprochen. Das kann z. B. vorkommen, wenn Du im Vertrieb arbeitest. Eine leistungsbezogene Vergütung würde dann ansteigen, je mehr Kunden Du überzeugt hast.

Jobs, die Aufgaben enthalten, die wenig Entwicklungspotential haben oder sehr monoton sind, werden normalerweise höher vergütet, um dem Student einen Anreiz an dieser Tätigkeit zu bieten. Auch wenn das Unternehmen sehr abgelegen ist, kann sich das positiv auf das Werkstudenten-Gehalt auswirken. Trotzdem solltest Du darauf achten, dass Dir die Tätigkeit des Jobs auch etwas bringt und nicht nur auf das Werkstudenten-Gehalt achten. Grundsätzlich steht Dein Studium aber immer im Vordergrund: Als Werkstudent darf Deine Arbeitszeit während des Semesters nur 20 Stunden in der Woche betragen, damit Du von den vergünstigten Sozialversicherungsbeiträgen profitierst. Das Wochenende wird hierbei nicht eingerechnet. In den Semesterferien lockert sich diese Regel und es darf 40 Stunden unter der Woche gearbeitet werden. Für volle 20 Stunden erhältst Du also, wenn man von einem Werkstudenten-Gehalt von 8,84 € die Stunde ausgeht, 680 € brutto/ bei 40 h sogar 1.360 € im Monat.

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Abzüge beim Werkstudenten-Gehalt

Wenn Du als Werkstudent angestellt wirst, musst Du keine Krankenkassen- und Pflegeversicherungsbeiträge bezahlen. In der Regel zahlst Du bei Deiner Kasse regulär Deinen Studentenbeitrag. Wenn Du familienversichert bist, sollte Dein Werkstudenten-Gehalt nicht mehr als 450 € betragen. Solltest Du im Monat über 450 € verdienen, bezahlst Du trotzdem lediglich die Rentenversicherung und die Lohnsteuer. Das bleibt auch so, wenn Du in den Semesterferien 40 Stunden in der Woche arbeiten willst.

Im Folgenden erhältst Du eine Übersicht der fälligen Abzüge bei einer Arbeitszeit von maximal 20 Stunden pro Woche während der Vorlesungszeit bzw. 40 Stunden pro Woche in den Semesterferien:

Rentenversicherung

  • bis 450 € monatlich: entfällt auf Antrag
  • 451 €- 850 € monatlich: je nach Werkstudenten-Gehalt zwischen 5%- 21% vom Brutto-Verdienst
  • ab 850 € monatlich: 9,35% vom Bruttoverdienst

Lohnsteuer

  • ab 950 €/ Monat Bruttoeinkommen: 2% Pauschalabgabe vom Bruttoverdienst

Kranken- und Pflegeversicherung

  • Beiträge entfallen


Die Lohnsteuer berechnet sich nach Deinen individuellen Lohnsteuerabzugsmerkmalen. Diese Informationen bekommt Dein Arbeitgeber vom Finanzamt. Sie enthalten beispielsweise Deine Konfession und Deinen Familienstand. Lohnsteuer musst Du erst zahlen, wenn Dein Gehalt 950 € im Monat (bei Lohnsteuerklasse 1) übersteigt.

Als Werkstudent darfst Du während der Semesterferien die vollen 40 Stunden arbeiten. Allerdings solltest Du darauf achten, nicht mehr als 26 Wochen bzw. 182 Kalendertage im Jahr Vollzeit, also 40 Stunden pro Woche, zu arbeiten. Falls Du das dennoch tust, musst Du die vollen Sozialversicherungsbeiträge bezahlen. Am besten Du besprichst mit Deinem Arbeitgeber, wie Du zeitlich einsatzbereit bist. Gegebenenfalls kannst Du auch mehrere Wochen durcharbeiten und die Zeit anschließend komplett an der Uni verbringen, um einen zeitlichen Ausgleich zu schaffen.


Freigrenzen beim Gehalt: Kindergeld und BAföG

Wenn Du als Werkstudent Kindergeld oder BAföG beziehst, sollte Dein Werkstudenten-Gehalt nicht höher als die vorgegebenen Freigrenzen sein. Grundsätzlich verlierst Du aber Deinen Anspruch auf Kindergeld und Deinen BAföG-Anspruch durch ein Werkstudenten-Gehalt nicht. Die genaue Höhe Deines BAföGs während Deiner Werkstudententätigkeit kannst Du übrigens auch schnell mit unserem BAföG-Rechner berechnen.

Der BAföG-Freibetrag beträgt aktuell 5.400 € pro Jahr. Umgerechnet auf 12 Kalendermonate bedeutet das, dass das Gehalt eines Werkstudenten monatlich bis zu 450 € brutto betragen darf. Bei einem Werkstudenten-Gehalt ab 850 € im Monat verlierst Du jeglichen Anspruch auf Ausbildungsförderung. Das gleiche gilt auch, wenn Du während des Bewilligungszeitraumes regelmäßig über 20 Stunden arbeitest. Das klingt allerdings härter, als es ist. Was zählt, ist Dein Gehalt als Werkstudent über Deinen gesamten BAföG-Bewilligungszeitraum. Ist der Gesamtwert geteilt durch die Monate des Bewilligungszeitraums unter den 450 € bekommst Du keine Probleme. Es ist also nicht schlimm, falls Du in einigen Monaten mehr verdient hast aber insgesamt nicht mehr als 5.400 € im Jahr als Werkstudent verdienst.

Sofern Du unter 25 Jahren bist, hast Du außerdem Anspruch auf Kindergeld. Das Kindergeld erhältst Du unabhängig von Deinen Einkünften. Dein Werkstudenten-Gehalt hat also keinen Einfluss auf Deinen Kindergeld-Betrag. Sofern Du den Studentenstatus beibehältst und Deine Arbeitszeit unter 20 Stunden in der Woche bleibt, brauchst Du keine Abzüge befürchten.

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Kommentare

Hallo!
Wie viel dürfte ich als Werksstudent verdienen wenn ich familienversichert bleiben möchte?
Liebe Grüße!

Hallo K.ati,

mit einem Werkstudenten-Job darfst Du momentan maximal 450 € monatlich verdienen, um weiterhin familienversichert zu bleiben. Wenn Du z.B. Einkünfte aus einer Selbstständigkeit hast oder durch Zinsen auf Erspartes, würde der Wert etwas niedriger liegen, nämlich bei höchstens 435 € pro Monat. Informier Dich am besten regelmäßig über die Gesetzeslage, weil der Betrag immer mal wieder angepasst wird.

Viele Grüße
myStipendium

Hallo!
Ich bin Studentin und arbeite nebenbei als Werkstudent, ich bezahle auch meine Krankenkasse selber. Ich habe meine Lohngehaltsabrechnung durchgeguckt, so meine Frage nun; Was sind dann die SV-rechtlichen Abzüge? Muss ich als Werkstudent die bezahlen? Weil die gar nicht wenig sind, habe ich auch gehört dass man am Ende die SV-rechtlichen Abzüge gar nicht bekommen kann.

Danke im Voraus

Hallo Soraya Pryscilla,

die Sozialversicherungs-Abgaben sind ja nur der Überbegriff für Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Rentenversicherung und Arbeitslosenversicherung. Welche Du davon zahlen musst und in welcher Höhe, hängt von mehreren Faktoren ab, z.B. dem Einkommen und der wöchentlichen Arbeitszeit. Mehr Infos bekommst Du in unserem Artikel Werkstudenten & Sozialversicherung: Bedingung für Befreiung.

Viele Grüße
myStipendium

Hallo,
ich habe bei meiner Gehaltsabrechnung gesehen, dass ich wesentlich mehr Lohnsteuer zahle, als 2%.
Jetzt würde ich gerne wissen, ob die 2% Lohnsteuer Pauschalabgabe in diesem Beitrag richtig sind und wenn ja ob diese eine Sonderregelung ist und wie diese heißt, damit ich von dieser gebraucht machen kann.
Vielen dank im Voraus.

Freundliche Grüße

Hallo Bauing12345,

leider können wir Dir zu Deinem persönlichen Fall keine detaillierte Lösung nennen. Es gibt viele Faktoren, die bei der Einordnung in eine Lohnsteuerklasse entscheidend sind - unter anderem der Familienstand, das Einkommen und die Arbeitszeit. Wende Dich am besten an Dein Finanzamt, einen Steuerberater oder einen Lohnsteuerhilfeverein. Dort kann man Dir sicher weiterhelfen.

Viele Grüße
myStipendium

Hallo,

vielen Dank für den sehr hilfreichen Beitrag!

Ich bin Studentin und möchte in einer Abteilung der Uni mitarbeiten. Kann mein Arbeitgeber (unter Beachtung des Mindestlohns) selbst entscheiden, wie hoch er einen Werkstudenten-Stundenlohn ansetzt oder gibt es so etwas wie offizielle Sätze, die den Rahmen der Möglichkeiten einschränkt?

Sollte ich als Werkstudentin während des Semesters mehr als 20h/Woche arbeiten, ist dies lediglich finanziell von Nachteil, weil ich dann Sozialversicherungsbeiträge zahlen muss oder würde dies auch weiteren Problemen (wie beispielsweise Exmatrikulation) führen.

Ich habe bisher fast alle meine Prüfungsleistungen schon erbracht. Aufgrund weniger, noch offener Veranstaltungen wird mein Studium allerdings noch bis zum Sommer gehen. Da ich aufgrund meiner Situation aber zeitlich Kapazitäten habe zu arbeiten, würde ich dies gerne in möglichst großem Umfang tun. Ich habe an der Uni auch einen potentiellen Arbeitgeber, der daran auch interessier wäre. Jetzt frage ich mich, was für mich der beste bürokratische Weg wäre, maximal viel verdienen zu können.

Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mir weiterhelfen könnten!
Liebe Grüße,
Jule

(Weitere Fakten: über 25, nicht-familienversichert, Steuerklasse 1, keine besonderen Vergünstigungen)

Hallo Jule,

wie Du richtig vermutest, muss sich der Arbeitgeber an den Mindestlohn halten, je nach Branche eventuell auch an Tarifverträge. Zur Arbeitszeit gilt, was im Absatz oben zu lesen ist:

"Als Werkstudent darfst Du während der Semesterferien die vollen 40 Stunden arbeiten. Allerdings solltest Du darauf achten, nicht mehr als 26 Wochen bzw. 182 Kalendertage im Jahr Vollzeit, also 40 Stunden pro Woche, zu arbeiten. Falls Du das dennoch tust, musst Du die vollen Sozialversicherungsbeiträge bezahlen. Am besten Du besprichst mit Deinem Arbeitgeber, wie Du zeitlich einsatzbereit bist. Gegebenenfalls kannst Du auch mehrere Wochen durcharbeiten und die Zeit anschließend komplett an der Uni verbringen, um einen zeitlichen Ausgleich zu schaffen."

Für eine detailliertere Erklärung schau doch bei unseren anderen Artikeln zum Thema Werkstudenten vorbei, z.B. Werkstudenten & Sozialversicherung oder Werkstudenten-Arbeitszeit.
Eine Exmatrikulation aus diesem Grund wäre übrigens sehr unüblich - lass Dich dazu aber am besten direkt an Deiner Hochschule beraten.

Viele Grüße
myStipendium

Hallo,

ich bin jetzt etwas verwirrt .... in einem anderen Artikel auf dieser Seite heißt es, man muss KV und PV zahlen, wenn das Gehalt Monatl. über 450€ liegt. Hier heißt es nun, es fällt komplett weg?