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Werkstudent und Minijob: Geht beides?

Doppelt Geld verdienen und gleichzeitig vom Studi-Status profitieren – das klingt zu schön, um wahr zu sein? Ist aber real! Hier erfährst Du, wie es klappt und was Du beachten musst.

Werkstudent sein und einem Minijob nachzugehen ist durchaus möglich. Sowohl als Werkstudent als auch als Minijobber profitierst Du als Student von reduzierten Abgaben. Werkstudentenjobs sind in der Kranken-, Pflege-, und Arbeitslosenversicherung versicherungsfrei – ein ganz besonderes Privileg, das nur für eingeschriebene Studenten gilt! Für Minijobs musst Du gar keine Abgaben zahlen, wenn Du einen Antrag auf Befreiung von der Rentenversicherung stellst. Wenn Du Werkstudent bist und noch einem Minijob nachgehst, können sich die Abgaben insbesondere bei einer Gesamtarbeitszeit von über 20 Stunden pro Woche allerdings erhöhen.

In diesem Artikel geben wir Dir einen Überblick über die wichtigsten Regelungen in puncto Abzüge, Arbeitszeitgrenzen und Versicherungspflicht zum Thema Werkstudent + Minijob.

Werkstudent und Minijob: Wie viel darf man arbeiten?

Ein Job als Werkstudent und ein Minijob gleichzeitig kann unter Umständen Auswirkungen auf Deinen Studentenstatus und eine potentiell zu leistende Einkommenssteuer haben! Vor allem Deine Arbeitszeiten solltest Du bei der Kombination Werkstudent und Minijob stets im Auge behalten, um Deine reduzierten Abgabe-Vorzüge als Werkstudent nicht zu verlieren. Doch nicht nur Deinen Studentenstatus, sondern auch Deinen BAföG-Anspruch kannst Du verlieren: Grundsätzlich hast Du als Werkstudent BAföG-Anspruch, dessen Höhe jedoch ab einem Einkommen von über 4.880 € pro Jahr sinken kann. Wie viel Du dann noch genau bekommst, kannst Du ganz einfach mit unserem BAföG-Rechner berechnen.

Was ist ein Werkstudent?

Werkstudenten sind Studenten, die an einer Hochschule eingeschrieben sind und neben ihrem Studium zusätzlich in einem abhängigen Beschäftigungsverhältnis arbeiten – egal, ob es sich dabei um eine einen Hauptjob, einen Minijob oder um ein Praktikum handelt.

Was ist ein Minijob?

Zu den Minijobs zählen neben kurzfristigen Beschäftigungen vor allem die geringfügig entlohnten Beschäftigungen – also die klassischen 450 € Jobs. Im Gegensatz zum Werkstudentenjob ist ein Minijob nicht an den Studentenstatus gebunden.

Was passiert bei Werkstudent und zeitgleichem Minijob?

Am allerwichtigsten ist bei dieser Kombination für Dich die 20 Stunden-Regel! Diese wöchentliche Arbeitszeitgrenze hat nämlich Auswirkungen auf Deinen Werkstudenten-Status. So gilt: Die Arbeitszeiten aus allen Tätigkeiten – in diesem Fall also die Arbeitszeiten aus Deiner Tätigkeit als Werkstudent und Deinem Minijob zusammengenommen – dürfen 20 Stunden pro Woche nicht überschreiten! Arbeitest Du mehr, verlierst Du Deinen Status als Werkstudent und damit Deinen Studierendenstatus in der Sozialversicherung. Dann musst Du ganz regulär Beiträge in alle Sozialversicherungszweige zahlen!

Unabhängig vom Studentenstatus gilt außerdem: Eine tägliche Arbeitszeit von mehr als zehn Stunden sowie eine wöchentliche Arbeitszeit von mehr als 48 Stunden in abhängiger Beschäftigung sind gesetzlich verboten!

Auch mögliche Auswirkungen auf eine eventuell zu zahlende Einkommenssteuer solltest Du im Blick behalten, wenn Du als Werkstudent gleichzeitig einem Minijob nachgehst. Die Einkommenssteuer wird immer dann fällig, wenn die Summe all Deiner Einkünfte – in diesem Fall die Summe aus Deinem Einkommen als Werkstudent und Deinem Minijob – so hoch ist, dass sich hieraus eine Steuerpflicht ergibt. Diese beginnt für die meisten Studierenden oberhalb des jährlichen Steuerfreibetrag von derzeit 9.168 € (Stand 2019). Wer weder Kind noch Ehepartner hat, darf 764 € monatlich verdienen, ohne dafür am Jahresende Steuerabgaben zahlen zu müssen. Wer zu viel verdient, muss zahlen. Je nach Steuerklasse sind mindestens 14 Prozent und höchstens 45 Prozent fällig – hinzu kommen Solidaritätszuschlag und ggf. auch Kirchensteuer. Mit der Wahl der richtigen Steuerklasse als Student kannst Du jedoch auch bei den Abzügen sparen: Da die Steuerklasse 6 die höchsten Abzüge hat und alle Zweit- oder Drittjobs der Steuerklasse 6 zugeordnet werden, ist es ratsam, den Job mit den geringsten Verdiensten dieser Steuerklasse zuzuordnen. So vermeidest Du hohe Abzüge und hast am Ende des Monats mehr Geld zur Verfügung.

Werkstudent und Minijob gleichzeitig: Worauf muss Du achten?

  • 20 Stunden-Regel: Beachte, dass Deine wöchentliche Arbeitszeit für Deine Tätigkeiten als Werkstudent und Deinen Minijob zusammengerechnet unter 20 Stunden bleibt, um Deinen Werkstudenten-Status nicht zu verlieren und Du von geminderten Versicherungsbeträgen profitierst!
  • Grundfreibetrag und Einkünfte im Blick behalten: Betragen Deine Einnahmen aus Deiner Tätigkeit als Werkstudent und Deinem Minijob mehr als 8.820 €, wird u.U. eine Einkommenssteuer fällig!

Werkstudent und Minijob: Versicherungspflichtig?

Minijob
Wöchentliche Arbeitszeit12.5 Stundenje nach Stundenlohn
Familienversichert
Selbst versichertkeine gesonderte Versicherung nötig
Renten - versicherung
Arbeitslosen - versicherung
Pflege - versicherung
Werkstudent
Wöchentliche Arbeitszeit20 Stundenmax
Familienversichert
Selbst versichertca. 80 €/Monat
Renten - versicherung
Arbeitslosen - versicherung
Pflege - versicherung
Werkstudent + Minijob
Wöchentliche Arbeitszeit20 Stundenmax
Familienversichert
Selbst versichertca. 80 €/Monat
Renten - versicherung
Arbeitslosen - versicherung
Pflege - versicherung
Werkstudent + Minijob
Wöchentliche Arbeitszeit20 Stundenüber
Familienversichert
Selbst versichertca. 300 €/Monat
über Hauptberuf oder privat
Renten - versicherung
Arbeitslosen - versicherung
Pflege - versicherung

Der große Vorteil an Minijobs: Minijobs sind in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung versicherungsfrei! Nur in der Rentenversicherung besteht Versicherungspflicht, von der Du Dich aber befreien lassen kannst. Deine Krankenversicherung als Student bleibt von einem Minijob unberührt.

Und auch als Werkstudent bleibt Dein Job von den Abgaben in die Sozialversicherungen befreit, solange Deine wöchentliche Arbeitszeit die oben genannte Grenze von 20 Stunden nicht übersteigt! Auch hier bleibst Du also weiterhin als Student krankenversichert.

Willst Du nun gleichzeitig Werkstudent sein und einem Minijob nachgehen, solltest Du also unbedingt die 20 Stunden-Regel prüfen! Denn: Übersteigen Deine Gesamtarbeitszeiten aus beiden Arbeitsverhältnissen die wöchentliche 20 Stunden-Grenze, verlierst Du Deinen Status als Werkstudent und Dein Hauptjob wird ab sofort in der Krankenversicherung, Pflegeversicherung und Arbeitslosenversicherung voll versicherungspflichtig.

Bleibst Du hingegen unter den genannten 20 Stunden, kann eine Kombination aus Werkstudent und Minijob attraktiv für Dich sein! In diesem Fall zahlst Du nämlich keine zusätzlichen Beiträge für die Kranken-, Pflege-, und Arbeitslosenversicherung. Lediglich die Rentenversicherung wird für Deinen Job als Werkstudent fällig. Und im Minijob kannst Du Dich von letzterer sogar befreien lassen.

Wichtig: Die 20 Stunden-Grenze wird von den Krankenkassen teilweise unterschiedlich ausgelegt. Manche sehen die Grenze bei bis zu 20 Stunden – manche bei genau 20 Stunden. Im Zweifel gilt: Lieber einmal mehr bei Deiner Krankenkasse nachfragen!

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Kommentare

Frage: Wenn man über 20 Stunden die Woche arbeitet, zählt man ja als "normaler" Arbeitnehmer. Wieso wird zur Berechnung der Steuer Minijob und Hauptjob zusammen gerechnet? Beim Minijob wird doch eine Pauschalsteuer vom Arbeitgeber abgeführt... Als "normaler" Arbeitnehmer mit Steuerklasse 1 zahlt man Steuer ab ca. 1.000,-- Euro im Monat, weil der Grundfreibetrag und der Arbeitnehmerpauschalbetrag abgezogen werden. Der Minijob ist - nach meiner bisherigen Kenntnis - vollkommen unabhängig...

Hallo Yasmina Becker,

leider können wir keine Einschätzung zu einzelnen Fällen abgeben. Vor allem, wenn mehrere Jobs mit unterschiedlichen Konditionen zusammenkommen, müssen die Steuern individuell berechnet werden. Das zuständige Finanzamt, ein Lohnsteuerhilfe-Verein oder ein Steuerberater können Dich persönlich beraten und Unklarheiten beseitigen.

Viele Grüße
myStipendium

Darf man jede Woche nicht über die 20 Stunden kommen oder wird das durchschnittlich gerechnet? Ich habe nämlich einen Mini Job in dem ich mal gar nicht in der Woche arbeite, mal aber schon über 10h circa

Hallo Carlotta Schaefer,

schau Dir doch mal unseren Artikel zum Thema Werkstudenten-Arbeitszeit an, da erklären wir alles im Detail. Es gelten nämlich nochmal besondere Regeln bei der Arbeit am Wochenende oder in den Semesterferien.
Aber mit 0-10 Stunden pro Woche liegst Du ja in jedem Fall unter der 20-Stunden-Grenze und bist damit auf der sicheren Seite.

Viele Grüße
myStipendium

Hallo, ich werde ab 01.02.19 eine Arbeit als Werkstudent anfangen.
Meine Frage ist, ich habe bis jetzt und möchte weiter behalten eine minijob Stelle 3 Stunde pro Woche.

Wenn ich als Werkstudent 17 Stunden pro Woche arbeite, wäre es kein Problem.. Oder?

Weil ich über 30 bin, ab Februar muss ich mich freiwillig versichern lassen (bis jetzt behaltete eine Teilzeitbeschäftigung) , so kostet 181€ bei AOK (habe gefragt)

Gibt es eine bessere alternative Möglichkeit oder wurde es nicht passen?

Danke im voraus!

Hallo gkatidis,

wichtig ist, dass Du insgesamt nicht über 20 Stunden/Woche arbeitest. Mit 17 Stunden als Werkstudent und 3 Stunden im Minijob wäre die Grenze nicht überschritten.
Um mehr über die Beiträge der einzelnen Krankenkassen zu erfahren, wende Dich direkt dorthin und lass Dich zu Deiner persönlichen Situation beraten. Schau doch auch mal bei unseren anderen Artikeln zum Thema "Werkstudent" vorbei, dort findest Du noch viele weitere Infos - z.B. zum Thema Werkstudent und Minijob, zur Werkstudenten-Arbeitszeit und zur Werkstudenten-Krankenversicherung.

Viel Erfolg im neuen Job und viele Grüße
myStipendium

Hallo,
Ich beginne zum neuen Monat einen Minijob und starte im darauffolgenden Monat in einer Werkstudententätigkeit. Mit den Steuern komme ich noch etwas durcheinander: Muss ich für die beiden Jobs Steuerklassen zuweisen oder entfällt das, da der Minijob steuerfrei ist?
Denn ansonsten müsste ich ja bereits zu Beginn des Minijobs wenn möglich Steuerklasse 6 zuweisen, um der Werkstudententätigkeit Steuerklasse 1 zuweisen zu können. Ist das richtig?
VG

Hallo Alex,

Dein Fall ist ziemlich kompliziert, außerdem fehlen ein paar Infos - deshalb können wir Dir hier leider nicht weiterhelfen. Informier Dich am besten bei einem Lohnsteuerhilfeverein, der Sozialberatung Deiner Uni oder direkt beim Finanzamt. So kannst Du sichergehen, dass Du alles richtig machst und nicht am Ende eine böse Überraschung erlebst - und eventuell Steuern nachzahlen musst.

Beste Grüße und einen guten Start in die neuen Jobs wünscht
myStipendium

Schöne Artikel vielen Dank.
Ich habe ein Frage zu diesem Punkt " Diese beginnt für die meisten Studierenden oberhalb des jährlichen Steuerfreibetrag von derzeit 9.000 €. Wer weder Kind noch Ehepartner hat, darf 750 € monatlich verdienen, ohne dafür am Jahresende Steuerabgaben zahlen zu müssen. "

Bedeutet das wenn man Ehepartner hat und ein kind denn darf man mehr arbeiten und behaltet den Status als Student?
Falls Ja, wie viel Stunden darf man?

Noch ein Punkt, mein Ehepartner ist auch ein Student und wir beide bekommen BAföG aber sie kann leider zurzeit nicht arbeiten.

Hallo Osama,

wenn Du verheiratet bist und ein Kind hast, bist Du in einer anderen Steuerklasse. Weil hier viele Faktoren zusammenkommen (Ehe, Kind, Studentenstatus, BAföG), können wir Dir keine genauen Angaben machen. Du musst z.B. auch beachten, dass Dir bei einem zu hohen Einkommen der BAföG-Satz gekürzt werden kann. Am besten lässt Du Dich bei Deiner Hochschule, dem BAföG-Amt oder direkt beim Finanzamt beraten.
Der Freibetrag wurde übrigens inzwischen auf 9.168 € angehoben, wir haben das im Text entsprechend aktualisiert.

Viele Grüße
myStipendium