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Urlaubsanspruch als Werkstudent: So viel steht Dir zu!

Auch als Werkstudent hast Du einen gesetzlichen Anspruch auf Urlaub – worauf Du beim Vertragsabschluss achten musst und wie Du die Anzahl Deiner Urlaubstage berechnest sagen wir Dir hier!
  • Bezahlter Urlaub als Werkstudent? Darauf hast Du einen gesetzlichen Anspruch.
  • Die Anzahl der Urlaubstage richtet sich anteilig nach Deiner Arbeitszeit.
  • Besondere Regelungen zum Urlaubsanspruch für Werkstudenten sind im Arbeitsvertrag festgelegt.
  • Du kannst Dir Deinen Urlaub nicht auszahlen lassen.

Werkstudenten: Urlaub gehört dazu

Die Semesterferien stehen vor der Tür und nach einer harten Prüfungsphase hättest Du Entspannung unter Palmen bitter nötig. Du haderst aber noch bei der Planung, weil Du Dir einen Ausfall auf der Arbeit eigentlich nicht erlauben kannst... Moment: Schon mal an Deinen gesetzlichen Anspruch auf Urlaub gedacht? Viele Werkstudenten wissen zunächst vielleicht gar nicht, dass sie Urlaubsanträge beim Arbeitgeber einreichen können, weil ihnen bezahlter Urlaub zusteht. Damit entgeht ihnen was: Sie gelten nämlich ganz normal als Teilzeit-Arbeitnehmer im Sinne des Bundesurlaubsgesetzes (BUrlG). Du hast deshalb auch als Werkstudent gesetzlichen Urlaubsanspruch.

Der gesetzliche Mindesturlaub

Dein Urlaubsanspruch richtet sich nach Deinen Arbeitstagen: Das BUrlG sieht vor, dass ein Arbeitnehmer bei einer 6-Tage-Woche einen Mindestanspruch auf 24 Urlaubstage hat – bei einer 5-Tage-Woche 20 Urlaubstage. Je nach individuellem Arbeits- oder Tarifvertrag können die Urlaubstage aber auch höher ausfallen. Der volle Urlaubsanspruch entsteht erst, wenn Du seit mindestens einem halben Jahr bei dem Unternehmen arbeitest – vorher wird er anteilig berechnet.

Achtung: Selbst wenn das Thema Urlaub in Deinem Arbeitsvertrag mit keinem Sterbenswörtchen erwähnt wird – Du musst welchen bekommen! Der gesetzliche Mindesturlaub steht Dir auch ohne individuelle Regelung auf jeden Fall zu.

Der Urlaubsanspruch in Teilzeit

Für Werkstudenten ist besonders die Teilzeitregelung interessant. Das Gesetz sieht vor, dass jeder Arbeitnehmer 4 Wochen Urlaub pro Jahr nehmen kann. Der gesetzliche Mindesturlaub bei Teilzeitbeschäftigung sieht so aus:

  • 5 Tage-Woche: 20 Tage Urlaub/Jahr
  • 4 Tage-Woche: 16 Tage Urlaub/Jahr
  • 3 Tage-Woche: 12 Tage Urlaub/Jahr
  • 2 Tage-Woche: 8 Tage Urlaub/Jahr
  • 1 Tag in der Woche: 4 Tage Urlaub/Jahr

Dem Gesetz sind Stunden ganz egal – es kennt nur Tage. Die Regelung gilt auch dann, wenn Du als Werkstudent in Teilzeit arbeitest und an festen Tagen jeweils nur wenige Stunden ableistest.

Unregelmäßige Zeiten als Werkstudent? Urlaubsanspruch berechnen!

Wenn Du eine Werkstudentenstelle hast, bei der Du wirklich unregelmäßig arbeitest und dadurch unterm Strich auf völlig unterschiedliche Wochenstundenzahlen kommst, müssen auch Deine bezahlten Urlaubstage berechnet werden. Dazu musst Du zunächst Deine durchschnittliche Wochenstundenzahl errechnen. Anschließend nimmst Du den betrieblich vereinbarten Urlaubsanspruch zur Berechnung heran.
Beispiel: Deine durchschnittliche Arbeitszeit pro Woche beträgt 17 Stunden. Der jährliche Urlaubsanspruch bei Vollzeit beträgt 30 Tage beziehungsweise 240 Stunden. Um Deinen tatsächlichen Anspruch zu berechnen, kommt folgende Formel zum Einsatz:
240 x 17 : 40 = 102 Urlaubsstunden – Der volle Urlaubsanspruch wird mit der geleistete Wochenstundenzahl multipliziert und anschließend durch 40 Stunden (Vollzeit) geteilt.

Beispielrechnung zu Urlaubstagen bei 20 Arbeitsstunden/Woche

Semesterferien im Anmarsch: Svenja und ihr Freund Max wollen gemeinsam 4 Wochen nach Australien fliegen und im Urlaub nicht auf ihr Werkstudenten-Gehalt verzichten. Svenja arbeitet als Werkstudentin in einem Architekturbüro 20 Stunden pro Woche, die sie an 3 Tagen ableistet. Max arbeitet als Werkstudent in einer Werbeagentur. Seine wöchentliche Arbeitszeit beträgt ebenfalls 20 Stunden, die er aber an 5 Tagen à 4 Stunden ableistet. Svenja hat demnach Anspruch auf 12 Tage Urlaub pro Jahr, Max auf 20 Tage. Hat Max also mehr Urlaub als seine Freundin? Nein: Beiden ist es durch die Regelung möglich, 4 Wochen Urlaub zu machen, da Svenja ja regulär nur 3 Tage die Woche arbeitet und die restliche Zeit sowieso frei hat – die 12 Urlaubstage decken also auch bei ihr den Wunschzeitraum ab.

Urlaub als Werkstudent: Arbeits- oder Tarifvertrag checken

Nähere Regelungen zu Urlaubsanspruch von Werkstudenten finden sich häufig in den jeweiligen Arbeitsverträgen. Der Urlaub wird immer anteilmäßig berechnet, auch wenn Deine Stundenzahlen variieren und Du mal mehr oder mal weniger als 20 Stunden die Woche arbeitest. In dem Fall wird Deine durchschnittliche regelmäßige Arbeitszeit ermittelt. Dazu wird die gesetzliche/tarifliche Urlaubsdauer durch die Jahreswerktage geteilt und mit der Anzahl der tatsächlichen Arbeitstage multipliziert.

Vertragliche Begrenzungen für Urlaub als Werkstudent

Oft verhängen Arbeitgeber im Vertrag eine temporäre Urlaubssperre, die ebenfalls für Dich als Werkstudent gilt. Diese ist aber nur bis zur Höhe des Mindesturlaubs nach BUrlG möglich. Der gesetzliche Anspruch darf vom Arbeitgeber nicht unterschritten werden. Besonders, wenn im Arbeitsvertrag keine konkrete Urlaubsregelung aufgeführt sein sollte.

Bezahlter Urlaub als Werkstudent: Wie hoch ist die Summe?

Wie hoch der ausgezahlte Betrag auf Deinem Konto sein wird, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Nicht alle Werkstudenten arbeiten das ganze Jahr über konstant 20 Stunden die Woche. Meistens wird den Studis ein fester Stundenlohn gezahlt, die Arbeitszeit fällt jeden Monat ganz unterschiedlich aus. In dem Fall hast Du einen Anspruch auf Zahlung des Durchschnittsgehalts der letzten 13 Wochen.

Beispielrechnung bei unregelmäßiger Stundenzahl und frischem Beschäftigungsverhältnis

Fritz hat von der Australienreise seiner Freunde erfahren und spontan entschieden, sich anzuschließen. Auch er arbeitet fleißig: Seit April schuftet er in einer Softwarefirma als Werkstudent, im August soll es in den Urlaub gehen. Pro Stunde verdient er 10 Euro. Er arbeitet durchschnittlich 18 Stunden in der Woche, die er an 3 Tagen ableistet. Also hätte er eigentlich Anspruch auf 12 Urlaubstage pro Jahr – weil er aber noch kein halbes Jahr bei der Firma angestellt ist, wird sein Urlaub anteilig berechnet. Und zwar ganz einfach mit Dreisatz: Die 12 Urlaubstage werden durch 12 Monate geteilt und mal 4 Monate genommen. Das ergibt 4 Urlaubstage für Fritz nach 4 Monaten in der Firma. Aber wie sieht es mit dem Gehalt während des Urlaubs aus? Hier bekommt er den Durchschnittslohn der letzten 13 Wochen gezahlt. Da er im Schnitt dreimal die Woche 6 Stunden pro Tag gearbeitet hat, macht das bei 4 Urlaubstagen 24 Arbeitsstunden à 10 Euro – also in seinem Fall insgesamt 240 Euro. 4 Urlaubstage reichen für 4 Wochen in Australien kaum aus: Für die restliche Zeit kann sich Fritz zwar mehr Urlaub nehmen, bekommt diesen dann aber nicht bezahlt.

TIPP

Sei clever – stelle Deinen Urlaubsantrag im richtigen Moment

Die Regelung mit dem Durchschnittsgehalt der vergangenen 13 Wochen gibt Dir die Möglichkeit, das maximale Urlaubsgeld rauszuholen. Spare Dir den Urlaub für die Zeit auf, in der Du einen möglichst hohen Durchschnittslohn erreicht hast.

Beispiel: Werkstudentin Lisa nimmt sich ihren Urlaub im Oktober. In den Monaten zuvor gibt sie während der Semesterferien richtig Gas und arbeitet viel. Entsprechend höher fällt ihr durchschnittliches Gehalt aus. Sie arbeitet – wie Fritz – als Werkstudentin in der Softwarefirma und kriegt 10 Euro die Stunde. Zu Beginn der Semesterferien stockt sie ihre Wochenarbeitszeit auf 40 Stunden auf. Im Oktober profitiert sie dann während ihres Urlaubs von höherem Durchschnittsgehalt, weil sich das direkt auf ihre 4 Urlaubstage und die Gehaltsabrechnung auswirkt.

Auch der Werkstudent muss Urlaub beantragen

Du hast gar nicht die Zeit, in den Urlaub zu fahren, weil Dich diverse Hausarbeiten in den Semesterferien in der Bibliothek festhalten? Leider kannst Du Dir kein Urlaubsgeld auszahlen lassen. Du musst als Werkstudent Urlaub nehmen wie jeder andere Arbeitnehmer auch. Trage Dir also einfach Deinen Urlaub ein, wenn Du ihn gerade irgendwie gebrauchen kannst und lass Dich im besten Fall einfach fürs Lernen bezahlen – Win-Win!

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Kommentare

Hallo ich habe eine wichtige Frage und zwar: ich habe zwar Urlaubsanspruch jedoch bin ich mir bei der Berechnung nicht sicher. Mein Vertrag gilt ja immer nur für das jeweilige Semester. Ich arbeite jede Woche jedoch immer verschieden viele Stunden. Wie genau berechne ich meinen Urlaub und mein Urlaubsgeld?

Vielen Dank für eure Hilfe

Hallo Simi90,

wie im Beispiel oben gezeigt berechnest Du bei unregelmäßigen Wochenarbeitsstunden einen Durchschnittswert. Nähere Angaben zu Deinem Jahresurlaub findest Du normalerweise auch in Deinem Arbeitsvertrag - davon ausgehend kannst Du Deinen anteiligen Anspruch berechnen. Mit Deinem Arbeitgeber kannst Du außerdem individuell klären, ob Du Dir weitere unbezahlte Urlaubstage nehmen kannst.

Viele Grüße
myStipendium

Guten Tag, ich habe eine Frage zum Urlaubsanspruch von Werkstudenten. Ist dieser Anspruch abhängig von der geleisteten Stundenzahl im Monat? Mir wurde gesagt, dass ich keinen Anspruch auf bezahlten Urlaub hätte, weil ich nur 38 Stunden im Monat arbeite.
Vielen Dank schonmal im Voraus für eure Antwort!

Hallo Dustycus,

die Aussage, die Du bekommen hast, stimmt nicht.
Als Werkstudent hast Du auch bei weniger als 20 h Arbeitszeit / Woche einen gesetzlichen Anspruch auf bezahlten Urlaub - er verringert sich nur entsprechend. Wie Du in der Beispielrechnung im Artikel siehst, stehen Dir selbst bei nur einem (vollen) Arbeitstag in der Woche - also 32 Arbeitsstunden im Monat - ganze 4 Urlaubstage im Jahr zu.
Und bedenke: "Dem Gesetz sind Stunden ganz egal – es kennt nur Tage. Die Regelung gilt auch dann, wenn Du als Werkstudent in Teilzeit arbeitest und an festen Tagen jeweils nur wenige Stunden ableistest." Wenn Deine Arbeitszeit sich normalerweise auf zwei, drei, vier oder sogar fünf Tage pro Woche aufteilt, erhöht sich dadurch also auch Dein Urlaubsanspruch. Im Abschnitt 'Arbeits- oder Tarifvertrag checken' findest Du nochmal genauere Infos zur Berechnung!

Viele Grüße,
myStipendium

Hallo, in meinem Werkstudentenvertrag ist geregelt, dass mein Urlaubsanspruch mit 1€ den ich zusätzlich für jede geleistete Arbeitsstunde bekomme, abgegolten ist. Ist das rechtlich erlaubt?
Danke im Voraus und viele Grüße

Hallo, wie verhält es sich wenn ich Mitte des Monats mit meiner Arbeit in den Semesterferien beginne und 4 Wochen nur arbeite - also z. B. vom 12.02. bis 09.03. - das sind genau 4 Wochen. Habe ich hier Anspruch auf Urlaub oder nicht? Weil im Gesetz steht unter §5 BUrlG "...Anspruch auf ein Zwölftel des Jahresurlaubs für jeden vollen Monat des Bestehens des Arbeitsverhältnisses...". Wäre super, wenn ich paar Infos bekommen könnte.

Guten Abend,

Ich werde ab März 15 Stunden die Woche als Werksstudentin arbeiten. Aufgeteilt auf 2 Tage mit je 4 Stunden die Woche vor Ort und 7 Stunden die Woche im Homeoffice.

In meinem Vertrag stehen jetzt nur 8 Urlaubstage, was den beiden Tagen entspricht.

Ist es richtig und nachträglich noch änderbar, bzw. Ist mein Arbeitgeber verpflichtet mir nach der Formel 240*7/40 noch die Urlaubsstunden für die 7 Homeoffice Stunden zu geben?

Vielen Dank für doe Hilfe.

Jjaja

Hallo, ich fange demnächst einen Werkstudentenjob (20 h pro Woche à 4 Tage) bei einer Firma an. Die Stelle ist befristet auf ein halbes Jahr und ich habe davor noch nicht dort gearbeitet. Ist es korrekt, dass ich gar keinen Anspruch auf Urlaub in dem halben Jahr habe, oder könnte ich trotzdem Anspruch auf Urlaub haben ( evtl. zumindest 8 Tage oder so).
Liebe Grüße

Hallo clot27,
Dir steht auf jeden Fall Urlaub zu. Den vollen Urlaubsanspruch erwirbt man zwar erst nach sechs Monaten - sprich, erst dann darf man den Jahresurlaub auf einmal nehmen. Das ist bei Dir durch die Befristung logischerweise nicht der Fall.
Trotzdem hast Du auch vor Ablauf der Sechs-Monats-Frist das Recht, den Urlaub zu nehmen, den Du Dir anteilig pro Monat 'verdienst'. Sofern im Vertrag nichts anderes vereinbart ist, stehen Dir gesetzlich bei 4 Arbeitstagen/Woche dann im Jahr 16 Urlaubstage zu. Aufs halbe Jahr gerechnet sind das, wie Du vermutest, insgesamt 8 Urlaubstage. Durch die anteilige Berechnung 'erarbeitest' Du Dir jeden Monat rechnerisch 1,34 Urlaubstage. Wie mit halben Tagen verfahren wird, musst Du mit Deinem Arbeitgeber klären. Häufig wird hier einfach auf- oder abgerundet.
Nach einem Monat dürftest Du demnach einen Urlaubstag nehmen, nach zwei Monaten 2 Urlaubstage, nach drei Monaten aber schon 4 (3 Monate x 1,34 Tage = 4,02) usw.
Viele Grüße
myStipendium

Hallo, ich habe eine wichtige Frage. Seit 11 Monaten arbeite ich 20 Stunden/Woche (3 Tage) als Werkstudentin. In meinem Vertrag ist nichts über den Urlaubstage geschrieben. Soll ich aber trotzdem einen Anspruch auf bezahlten Urlaub zu haben?
Danke im Voraus für eure Antwort!

Hallo Frau Grabowska,
per Gesetz müssen Sie definitiv bezahlten Urlaub bekommen - auch wenn davon nichts im Arbeitsvertrag steht! Weil nichts individuell vereinbart wurde, gilt in Ihrem Fall der gesetzliche Mindesturlaub. Die Stundenanzahl ist dabei nicht so entscheidend, die Anzahl der Arbeitstage pro Woche schon. Die Norm sind bei 6 Arbeitstagen/Woche dann 24 Tage Urlaub im Kalenderjahr, bei weniger Arbeitszeit weniger.
Sie haben also mit 3 Arbeitstagen/Woche dieses Jahr Anspruch auf 12 Tage bezahlten Urlaub.
Viele Grüße
myStipendium

Hallo, ich habe einen Werkstudentenvertrag und arbeite unregelmäßige Zeiten. Im Schnitt aber immer drei Tage und um die sechs stunden. Dabei komme ich eben meistens auf 18 Stunden die Woche. Jetzt hatte ich 14 Tage Urlaub für 10 Monate Arbeit bekommen und diese für den Monat Januar verwendet. Gezahlt wurden mir aber nicht meine vollen sechs Stunden sondern ein Durchschnitt von einer Woche und zwar 3,6 Stunden.
Ist das so rechtens?

Hallo Po Po,

bei Ihnen tritt eine Sonderregelung in Kraft: bei schwankenden Arbeitszeiten wird die Urlaubsvergütung mit dem Durchschnittswert der letzten 13 Wochen vor dem Urlaub berechnet (s. Abschnitt „Bezahlter Urlaub als Werkstudent: Wie hoch ist die Summe?“). Die Berechnung stimmt also, falls Sie am Jahresende etwas weniger gearbeitet haben als sonst. Sie können auch bei Ihrem Arbeitgeber nachfragen und sich noch einmal erklären lassen, wie er auf den Wert kommt.

Viele Grüße
myStipendium

Hallo, ich habe eine Frage. Seit dem 26 Februar arbeite ich als Werkstudent 20h/3Tage die Woche (in den Semesterferien habe ich 5Tage/Woche gearbeitet)..
und mein Vertrag geht bis zum 31Juli. Habe ich auch Urlaub anspruch?
Danke im Voraus für eure Antworten.

Hallo EK_74,

in Ihrem Fall besteht ein anteiliger Urlaubsanspruch (s. Abschnitt „Der gesetzliche Mindesturlaub“). Mir fehlt leider die Info, wie lange Sie 5 Tage/Woche gearbeitet haben. Mit der Berechnungsgrundlage von 3 Tagen steht Ihnen jeden Monat ein Urlaubstag zu. Gesetzlich haben Sie keinen Anspruch, diesen Urlaub auf einmal zu nehmen, da Sie die Frist von einem halben Jahr mit der aktuellen Vertragslaufzeit nicht erreichen. Aber vielleicht lässt Ihr Arbeitgeber mit sich reden.

Viele Grüße
myStipendium

Hallo, ich habe heute bestätigt bekommen, dass ich ab dem 2.7.18 anfangen werde, nur wollten wir mot meinen Mann bereits zw. 9.7.-20.7.18 verreisen, was ich jedoch bislang verschwiegen habe. Nächste Woche soll ich zum Unterschreiben kommen. Davor würde ich natürlich wissen wollen, ob ich rechtlich mir für den Zeitraum direkt freinehmen dürfte. Die Tätigkeit werde ich voraussichtlich täglich und insgesamt 20h/Woche ausüben. Ich danke Ihnen im Voraus.

Hallo Sonnenscheinn,

es besteht kein gesetzlicher Anspruch auf den Urlaub direkt nach dem Jobeinstieg. Der Arbeitgeber muss Ihnen erst nach einem halben Jahr gestatten, dass Sie den kompletten Jahresurlaub oder einen großen Teil davon auf einmal nehmen. Sie können nur darauf hoffen, dass ihr neuer Arbeitgeber Verständnis für Ihre Situation zeigt. Tut er das nicht, müssen Sie den Urlaub mit Ihrem Mann leider verschieben.

Viele Grüße
myStipendium

Hallo,

ich hätte eine Frage. Ich arbeite als Werkstudentin mit dem Arbeitsvertrag 20 Stunden pro Woche. Beim Arbeiten komme ich nicht immer auf 20 Stunden. Aber meistens ist es ca. 20 Stunden. Heute haben mir gesagt, dass ich Anspruch auf 10 Tage habe. Aber gesetzlich müsste es 12 Tage sein oder ? Ich wollte wissen, ob es so richtig war. Vielen Dank im Voraus für Ihre Hilfe.
LG
T. Sargsyan

Hallo Frau Sargsyan,

der erste Schritt ist immer: Schauen Sie in Ihrem Arbeitsvertrag nach, ob es dort eine Regelung zum Urlaubsanspruch gibt. Wenn der Urlaub im Vertrag nicht erwähnt wird, haben Sie Anspruch auf den gesetzlichen Mindesturlaub. Wichtiger als die Stundenzahl/Woche sind die Arbeitstage. Wenn sie z.B. drei Tage in der Woche arbeiten, haben Sie einen Anspruch auf 12 Urlaubstage im Jahr.

Viele Grüße
myStipendium

Hallo,

ich befinde mich in folgender Situation.
Ich arbeite während des Semesters auf 20h Basis, manchmal auch ein wenig mehr.
Nun habe seit dem 20.07.2018 Semesterferien und arbeite auf Vollzeit, also 40h die Woche.
Vergangene Woche nahm ich mir nun Urlaub für die gesamte Woche, in welcher ich genau wie die Wochen davor, voll eingeplant war.

Meine Frage ist nun, setze ich für den Urlaub die "geplanten" 8 Stunden an oder greift auch an dieser Stelle der Durchschnittswert meine Arbeitszeit?

Lieben Dank für eure Hilfe!

Lieben Gruß
Owen

Hallo Owen,

leider ist Deine Frage nicht ganz klar formuliert und es fehlen ein paar wichtige Infos, z.B. wie viele Tage Du sonst in der Woche arbeitest.
Der Urlaubsanspruch wird fast immer in Tagen und nicht stundenweise berechnet (s. Abschnitt Der Urlaubsanspruch in Teilzeit). Eine stundengenaue Berechnung ist in einigen Arbeitsverhältnissen möglich, aber grundsätzlich (auch bei Werkstudenten-Jobs) sehr ungewöhnlich.
Was also nicht geht: zwei Tage, an denen Du normalerweise jeweils 4 h arbeitest, frei nehmen und diese als einen einzelnen normalen 8-h-Urlaubstag abrechnen. Zwei freie Tage bedeuten, dass zwei Tage vom Urlaubskonto abgezogen werden. Umgekehrt bedeutet das aber auch, dass Dein Urlaubsanspruch mit jedem Arbeitstag in der Woche steigt - egal, ob er 4 oder 8 h lang ist.

Viele Grüße
myStipendium

Hallo,

ich arbeite als Werkstudent und mein Urlaubsanspruch wird rückwirkend für den jeweiligen Monat berechnet.
Ich erhalte einen Stundenlohn und habe eine 37 Stunden Woche und 30 Tage Urlaub im Jahr. (Bezogen auf eine Vollzeitstelle).
Nun hatte ich mir für den Monat Juli 4 bezahlte Urlaubstage erarbeitet. Habe aber für den Monat 7 Urlaubstage nehmen müssen.

(Ich bin sozusagen mit 3 Urlaubstagen im Minus und muss diese im Laufe des restlichen Jahres ausgleichen.)

In der Entgeltabrechnung, habe ich auf Nachfrage erfahren, dass ich 4 Urlaubstage bezahlt und 3 unbezahlte Urlaubstage bekam.

Was ich nun nicht nachvollziehen kann ist, was ist mit diesen 3 unbezahlten Urlaubstagen? Darf ich mir die Tage wieder auf mein Urlaubskonto zurück buchen, weil ich dafür kein Geld bekommen habe? (Dann wäre mein Urlaubskonto +/- 0) Bleibe ich mit 3 genommen Urlaubstagen im Minus? Hätte man mir den Urlaub auszahlen müssen?

Vorab vielen Dank für eure Hilfe.

Mit freundlichen Grüßen

T. Peters

Hallo Herr Peters,

Sie schildern in Ihrem Kommentar einen sehr spezifischen Fall. Ihre Frage können wir leider nicht beantworten, weil zum einen wichtige Informationen fehlen und wir zum anderen keine juristische Beratung anbieten können. Eine offensichtliche Lösung für Ihr Problem erschließt sich aus den geschilderten Umständen jedenfalls nicht. Nach unserer Einschätzung wäre es am sinnvollsten, sich in dieser Angelegenheit noch einmal an den Arbeitgeber zu wenden. Alternative Ansprechpartner sind Kollegen, die vielleicht ähnliche Erfahrungen gemacht haben, oder bestenfalls sogar der Betriebsrat, falls es im Unternehmen einen gibt. Auch externe Beratungsstellen, z.B. von Gewerkschaften, Vereinen oder der Stadtverwaltung, können bei Unklarheiten im Arbeitsrecht kostenlos weiterhelfen.

Viel Erfolg und freundliche Grüße
myStipendium

Hallo.
Ich habe eine Frage bezüglich der Urlaubstageregelung.
Ich arbeite seit fast einem Jahr in einem Büro als Werkstudent und habe keine festen Arbeitszeiten. Ich kann quasi kommen und gehen wie es mir gefällt. Ich mache die 20h/Woche aber jede Woche voll (abwechelnd an 2-3 Tage die Woche) und sammel sogar Überstunden, welche dann in den Semesterferien mit abgerechnet werden. In meinem Arbeitsvertrag ist keine Urlaubsregel festgehalten.
Wie viele bezahlte Urlaubstage stehen mir in diesem Fall zu?
Danke im Vorraus.

Hallo Philipp,

in diesem Fall werden die Urlaubstage anhand Deiner durchschnittlichen Arbeitszeit berechnet (s. Abschnitt "Urlaubsanspruch berechnen"). Bei 2-3 Tagen pro Woche sollten Dir, abhängig vom berechneten Durchschnitt, in etwa 8 bis 12 Urlaubstage im Jahr zustehen. Sprich am besten auch noch einmal mit Deinem Arbeitgeber über das Thema.
Wir empfehlen Dir außerdem, dass Du schriftlich festhältst, wann und wie viel Du gearbeitet hast. So behältst Du den Überblick, kannst die Urlaubstage korrekter berechnen und Deine Arbeitszeit nachweisen.

Viele Grüße
myStipendium

Hallo, ich habe ebenfalls eine Frage zur Berechnung der Urlaubstage.
Wie verhält es sich bei einem befristeten Werkstudentenvertrag (8 Monate) und unregelmäßigen Arbeitszeiten/-tagen (ca. 15 Stunden die Woche), hat man nach 6 Monaten Anspruch auf mehr Urlaubstage oder wird es so oder so anteilig berechnet, egal wann man sich den Urlaub nehmen möchte?
Vielen Dank im Voraus!

Hallo Anastasia,

grundsätzlich hast Du nach 6 Monaten Anspruch darauf, den kompletten Urlaub zu nehmen. Wie viele Tage dir zustehen, steht entweder in Deinem Arbeitsvertrag, oder Du berechnest es wie im Artikel beschrieben abhängig von Deinen Arbeitstagen.
Alternativ kannst Du den Anspruch anteilig berechnen, d.h. mit jedem Monat „verdienst“ Du Dir mehr Arbeitstage dazu, die Du dann jeweils nehmen oder Dir aufsparen kannst. Schau Dir nochmal die anderen Kommentare an, da gibt es einige Beispiele, wie so eine Berechnung aussieht.

Viele Grüße
myStipendium

Urlaubsanspruch berechnen
Hallo, meine Frage wäre, ob mir jemand den dazugehörigen Gesetzestext schicken könnte.
Mein Arbeitgeber sagt, dass mir als Wetkstudent mit 15h die Woche bei flexibler Einteilung und Home Office kein Urlaub zusteht. Ich müsste freie Tage vor- bzw. nacharbeiten.
Jetzt möchte ich nicht ohne einen handfesten Gesetzestext dastehen, wenn ich ihren meine anteilige Urlaubsrechnung präsentiere.
Hätte jemand einen Paragraphen o.Ä. zur Hand?
Liebe Grüße und Danke schon einmal im Voraus!!

Hallo Lissi,

die entsprechenden Regelungen findest Du im Bundesurlaubsgesetz, das auch im Internet komplett verfügbar ist. Achtung: "Werkstudent" ist kein juristischer Begriff, sondern hat v.a. Auswirkungen auf die Sozialversicherungen. Im Arbeitsrecht giltst Du als Teilzeitarbeitnehmerin.
Du gibst keine Infos, wie lange Du dort schon arbeitest. Denn es ist nicht so, dass Du vom ersten Tag an einen Urlaubsanspruch hast, sondern Dir Urlaubstage erst nach und nach "verdienst". In den ersten Wochen stimmt es also, dass Du für freie Zeit vor- oder nacharbeiten müsstest.

Wenn Du dort aber schon länger beschäftigt bist gilt: Dein Arbeitnehmer hat entweder keine Ahnung oder er versucht Dich auszutricksen. Lies Dir also das Bundesurlaubgesetz gründlich durch und lass Dich am besten auch professionell beraten. In größeren Unternehmen bekommst Du Hilfe beim Betriebsrat, alternativ kannst Du Dich an eine Gewerkschaft wenden. Auch eine Beratungsstelle an Deiner Hochschule oder ein Arbeitnehmerhilfe-Verein können Dir wahrscheinlich weiterhelfen.
Du solltest Dich auf jeden Fall informieren und auf Dein Recht beharren! Alle Arbeitnehmer haben in Deutschland per Gesetz einen Urlaubsanspruch, der ihnen gewährt oder ausgezahlt werden muss. Wenn alles nichts hilft, solltest Du das Amt für Arbeitsschutz einschalten.

Viel Erfolg und beste Grüße
myStipendium

Hallo :)

Folgendes hat sich bei mir ereignet und ich bitte um eine Antwort, da der Arbeitgeber mir diese nicht zahlen will. Ich habe am 30.10.2018 einen Vertrag unterschrieben und Arbeitsbeginn war der 1.11.2018. Jetzt wurde ich am 28.11. Bis 5.12 krank geschrieben das heisst 2 Tage war ich eingeteilt und am 8.12. War ich auch krank aber habe hier für keine AU und der AG wusste es, da ich gefragt hatte und sie meinte ich brauche keine Krankmeldung sie trägt es ein. Jetzt heisst es erst ab Betriebszugehörigkeit von 28Tagen. D.h. ich bekomme den 28.11 nicht bezahlt und nur den 1.12. Den 8.12 bekomme ich auch nicht weil keine AU vorliegt. Es ging um ein Job der nur 2 Monate angesetzt war. Jetzt wusste ich auch nicht wieviel Urlaub mir zusteht und habe die nicht nehmen können. Hatte versucht Kontakt aufzunehmen und erst jetzt jemanden erreicht und es heißt, weil ich den Urlaub nicht genommen habe steht er mir nicht zu aber ich bin doch noch in der Frist bis zum 31.03. ?? Oder hat man keine Chancen mehr nicht nicht beanspruchten Urlaub zu nehmen? Wenn ja wieviel Urlaubstage stehen mir zu? Wenn ich nur 2 bis 3 mal in einer Woche gearbeitet hab oder nur 1 mal? Danke im Voraus :( weiß echt nicht wen ich fragen könnte

Hallo Saramara,

Dein Fall klingt sehr kompliziert und wir dürfen und können keine rechtliche Einzelfallberatung machen. Es wird leider auch nicht ganz klar, was die aktuellen Umstände sind und ob Du momentan noch dort arbeitest.
Wie Du die Urlaubstage berechnest, haben wir oben und auch in einigen Kommentaren erklärt. Es stimmt, dass der 31.03. im Prinzip eine "Frist" für den Urlaub aus dem vorherigen Jahr ist. Allerdings haben jüngste Gerichtsurteile bestätigt, dass der Urlaub nur verfällt, wenn Dich Dein Arbeitgeber rechtzeitig gewarnt hat.
Wichtig ist, solche Fragen immer schriftlich zu klären bzw. sich schriftlich bestätigen zu lassen, damit man im Konfliktfall wie bei Dir darauf zurückgreifen kann. Schau auch nochmal in Deinen Arbeitsvertrag. Wenn Du alles nur mündlich besprochen hast, stehen Deine Chancen leider nicht so gut.

Der erste Schritt wäre noch einmal mit Deinem Arbeitgeber zu reden. Wenn das Unternehmen einen Betriebsrat hat oder Du Gewerkschaftsmitglied bist, kannst Du Dich auch hier beraten lassen. Manche Hochschulen bieten außerdem eine studentische Rechtsberatung an. Und wenn Du gar nicht weiterkommst, bleibt Dir wohl nur der Weg zu einem Anwalt für Arbeitsrecht.

Viel Erfolg
myStipendium

Hallo :)
ich bin seit Mitte Februar als Werkstudent tätig (mein Vertrag ist auf 6,5Monate befristet). Ich habe flexible Arbeitszeiten, arbeite aber jede Woche 18h/Woche und immer 3 Tage pro Woche . Wie ich festgestellt habe, sollte dann bei mir der gesetzliche Mindesturlaub mindestens 6 Tage für das halbe Jahr betragen.
Mein Arbeitgeber ist jedoch der festen Überzeugung, dass mir kein bezahlter Urlaub zusteht und verweist auf folgenden Punkt meines Arbeitsvertrages.
In meinem Arbeitsvertrag ist nichts zu dem gesetzlichen Urlaubsanspruch festgehalten außer folgendes unter dem Punkt Entgelt:

4.1. Die Entgeltberechnung erfolgt nach geleisteten Arbeitsstunden.
Das Stundenentgelt beträgt brutto: € ...
Das Stundenentgelt beinhaltet das anteilig gewährte Urlaubsentgelt
4.2. Mit der Zahlung des Stundenentgelts sind alle Zulagen und Prämien,
unabhängig davon ob sie auf Betriebsvereinbarung, Gesamtzusage oder
betrieblicher Übung basieren abgegolten.
Die Parteien sind sich darüber einig, dass über die in Ziffer 4.1 geregelte
Vergütung keine weiteren Vergütungsbestandteile vereinbart und geschuldet sind.

Könnten Sie mir bitte sagen, ob mir der gesetzliche Mindesturlaub zusteht. Ich bin der Meinung ja und die Klausel "4.1 Das Stundenentgelt beinhaltet das anteilig gewährte Urlaubsentgelt" ist ungültig. Vielen Dank im Voraus.

Hallo Jonas,

wir können zwar allgemeine Tipps geben, aber wir können und dürfen keine Rechtsberatung vornehmen. Wende Dich bitte an den Betriebsrat, Deine Gewerkschaft oder einen Anwalt für Arbeitsrecht.

Viel Erfolg wünscht
myStipendium

Hallo,
der Artikel war bereits sehr hilfreich, jedoch habe ich eine etwas weitgehendere Frage zum Urlaubsanspruch. Seit März 2019 arbeite ich als Werkstudentin - der Vertrag läuft zum 31.08.19 aus, da dann mein Studium endet. Muss ich mir anschließend eine Urlaubsbescheinigung ausstellen lassen, um danach in einer normalen Vollzeitstelle den geregelten Urlaubsanspruch zu erhalten oder verrechnet sich der Urlaub einer Werkstudentenstell nicht damit?
Danke und viele Grüße
Stefanie