Du bist hier

Werkstudent-Steuern: Wann und wie viel musst Du zahlen?

Als Werkstudent die Lohnsteuer zurückholen – das geht! Wir geben Dir alle Infos zu Erstattungen, Steuerfreibeträgen und wann sich eine Steuererklärung lohnt.

Als Werkstudent sind Steuern für Dich ein Thema, wenn Dein Einkommen über dem jährlichen Steuerfreibetrag von 9.168 € liegt. Je nach Steuerklasse musst Du als Werkstudent mindestens 14 % Abgaben plus Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer zahlen. Eine Steuererklärung kann helfen, Deine Abzüge als Werkstudent zu senken. Aber auch wenn keine Steuer auf Deinen Werkstudentenjob droht, kann sich eine Steuererklärung als Student für Dich lohnen: Hat Dein Arbeitgeber bereits Lohnsteuer abgeführt und bleibt Dein Gehalt als Werkstudent unterhalb der relevanten Einkommensgrenze, bekommst Du die Lohnsteuer zurückerstattet!

Werkstudent Einkommensgrenze: Ab wann zahlst Du Steuern?

Auch als Werkstudent musst Du Steuern zahlen, denn Du giltst vor dem Gesetz als normaler Arbeitnehmer und bist daher regulär steuerpflichtig. Je höher Dein Gehalt am Ende des Monats ausfällt, desto wahrscheinlicher ist es, dass Du auch als Werkstudent Einkommenssteuer (umgangssprachlich einfach Steuern genannt) zahlen musst.

Prinzipiell gilt: Der für Dich gültige Steuerfreibetrag hängt von Deiner Steuerklasse als Student ab. Die Zuordnung zu den verschiedenen Klassen erfolgt anhand des Familienstatus: Bist Du z. B. unverheiratet, verwitwet oder getrennt lebend, wirst du in Steuerklasse I eingestuft. In dieser Klasse liegt der jährliche Grundfreibetrag derzeit bei 9.168 € (2019). Von deinem Lohn als Werkstudent werden jedoch noch der sogenannten Arbeitnehmer-Pauschbetrag (1.000 € in Steuerklasse I), der Pauschalbetrag für sonstige Sonderausgaben (36 €) und eine Vorsorge-Pauschale abgezogen. Erst wenn Du abzüglich der Pauschalen über 9.168 € liegst musst Du Steuern zahlen. Im Endeffekt bleibst Du also steuerfrei wenn Du bis zu 950 € pro Monat verdienst. Überschreitest Du als Werkstudent diese Einkommensgrenze, musst Du für den darüber liegenden Betrag Einkommenssteuer zahlen. Je nach Steuerklasse sind dies 14 % Steuern und mehr – hinzu kommen Solidaritätszuschlag und ggf. auch Kirchensteuer.

Im Regelfall dürften sich für Dich als Werkstudent aber keine Steuern ergeben, weil Du unter dem Steuerfreibetrag liegst. Da Du als Werkstudent während der Vorlesungszeit maximal 20 Stunden pro Woche arbeiten darfst, ergibt sich bei einem angenommenen Stundenlohn von 9,19 € (Mindestlohn, Stand: 01.01.2019) ein durchschnittliches Werkstudenten-Gehalt von lediglich 735 € brutto im Monat.

Muss ich als Werkstudent Lohnsteuer zahlen?

Die Lohnsteuer wird auf alle Einkünfte aus Gehältern (nichtselbstständige Arbeit) erhoben. Es handelt sich hierbei um eine Vorauszahlung auf die Jahreseinkommensteuer des Arbeitnehmers, die der Arbeitgeber bereits vom Arbeitslohn einbehält.

Als Werkstudent bemisst sich die Lohnsteuer sowohl an der Höhe des jeweiligen Arbeitslohns als auch an der gültigen Steuerklasse und wird vom Arbeitgeber direkt an das zuständige Finanzamt abgeführt. Am Jahresende wird die vorausgezahlte Steuer dann entweder auf eine potentiell zu zahlende Einkommensteuer angerechnet oder die zu viel gezahlten Beträge werden nach Prüfung Deiner Steuererklärung zurücküberwiesen.

Achtung: Minijobs sind grundsätzlich lohnsteuerfrei, da Du hier nie mehr als 450 € im Monat verdienen kannst. Bei allen anderen Tätigkeiten, wie z. B. einem Werkstudenten-Job, einem Semesterferienjob oder einem bezahltem Praktikum, bei denen Du mehr als 450 € im Monat verdienst, musst Du Lohnsteuer zahlen!

Steuererklärung als Werkstudent: Lohnt sich das?

Zwar musst Du grundsätzlich als Werkstudent keine Steuererklärung abgeben. Eine freiwillige Steuererklärung ist aber in jedem Fall empfehlenswert Besonders lohnt es sich wenn Du im zurückliegenden Kalenderjahr bereits Lohnsteuer als Werkstudent gezahlt hast und mit Deinem Gehalt unterhalb der relevanten Jahresgehaltsgrenze bleibst. Die Jahresgehaltsgrenze setzt sich zusammen aus:

  • Grundfreibetrag (aktuell 9.168 €)
  • + Arbeitnehmer-Pauschbetrag (1.000 €)
  • + Sonderpauschbetrag (36 €)
  • = 10.204 €

In diesem Fall werden Dir die abgeführten Werkstudent-Steuern nämlich vom Finanzamt komplett zurückerstattet!

Aber auch in allen anderen Fällen solltest Du als Werkstudent eine Steuerklärung abgeben. Denn auch mit geringen Einnahmen kannst Du einen steuerlichen Verlust geltend machen. Dieser Verlust wird dann vom Finanzamt als eine Art Steuerbonus vermerkt, der eingelöst wird, sobald Du erstmals Steuern zahlst.

Auch wenn Du also auf Minijob-Basis arbeitest, um Deine Kosten im Studium zu decken und dabei nicht mehr als 450 € verdienst, sollte eine Steuererklärung abgeben. In diesem Fall bist Du zwar von der Lohnsteuer befreit und hast in diesem Jahr keine Rückzahlung zu erwarten. Dennoch kannst Du einen steuerlichen Verlust geltend machen und diesen einlösen sobald Du ein höheres Einkommen erzielst. Liegst Du mit Deinem Verdienst oberhalb jener Grenze, die für die Einkommenssteuer entscheidend ist, lohnt sich die Steuererklärung umso mehr. Jetzt kannst Du Kosten geltend machen – zum Beispiel Semesterbeiträge oder Studiengebühren, die Du als Werkstudent von den Steuern absetzen kannst. Ebenso kannst Du viele andere Aufwendungen, die im Zusammenhang mit Deinem Studium entstanden sind – z. B. Fachliteratur oder Computersoftware – steuerlich geltend machen.

Übrigens: Mit einer freiwilligen Steuererklärung kannst Du Dir bis zu vier Jahre Zeit lassen. Die Steuererklärung für 2018 kannst Du also noch bis zum 31. Dezember 2022 einreichen!

Mehr zum Thema Werkstudent:

Kommentare

Hallo :)

Ich habe eine Frage hinsichtlich meines Werkstudentenvertrags. Ich habe im März 2017 angefangen und Ende war 28.02.2019. Jetzt wollte ich hinsichtlich der Abrechnung was fragen. Wie wird das gehandhabt, wenn ich die std vom märz in der aprilabrechnung bezahlt bekomme. Jetzt ist bei meiner letzten abrechnung folgendes durch den Arbeitgeber gemavht worden: die Jan.std. 2019 habe ich in der Feb. Abrechnung bekommen. Die febr. Std. Sollte ich jn der Märzabrechnung erhalten, aber da mein Vertrag am 28.2.2019 endet und dies auch mein letzter Tag war heisst es dass es zusammen gerechnet wurde mit den Jan.std. und die wurden abgezogen. Total irreführend und ich hatte dadurch nur noch die hälfte vom Gehalt :( die meinen das muss man so machen, da ich ab März nicht mehr bei dem Ag beschäftigt bin? Stimmt das ?

Hallo Saramara,

Wir können und dürfen keine Rechtsberatung vornehmen. Außerdem kommt es darauf an, was in Deinem Arbeitsvertrag steht und welches Bezahlmodell der Arbeitgeber hat. Lass Dir die Vorgehensweise nochmal genau von Deinem Arbeitgeber bzw. der Rechnungsstelle erklären oder hol Dir externe Hilfe, z.B. beim Betriebsrat oder einem Anwalt für Arbeitsrecht.

Viele Grüße
myStipendium

Hallo :)

Wie viel darf man denn dann maximal pro Monat im Jahr 2019 verdienen, ohne dass man über den Steuerfreibetrag kommt? Ich habe irgendwie überall was anderes gelesen. Und da ich über 450€ verdiene muss ich in die Rentenversicherung zahlen. Was gilt dann für den Steuerfreibetrag? Mein monatliches Gehalt abzüglich des Beitrags für die Rentenversicherung oder Gehalt mit Rentenversicherung-Beitrag?
Danke!

Hallo Sophie,

die Steuerfreibeträge werden regelmäßig angepasst - nicht alle Online-Redaktionen schaffen das auch mit ihren Texten ;) Seit dem 01.01.2019 liegt die Grenze bei 9.168 Euro pro Jahr. Achtung: es gibt verschiedene Arten von Freibeträgen, die sich nach mehreren Faktoren richten (z.B. Familienstand). Wir reden hier vom Grundfreibetrag, der für Werkstudenten in der Regel der wichtigste ist.
Der Beiträge zur Rentenversicherung gelten als Sonderausgaben und werden deshalb nicht zur Berechnung herangezogen. Mehr Infos zum Thema findest Du auch in unserem Artikel Steuerfreibetrag als Student.

Viele Grüße
myStipendium

Hallo :)

Ich hätte ein Paar Fragen bezüglich Werkstudenten

ARBEITSZEITEN - 20 Studen Regel

Ich als Werkstudent darf maximal 20 Stunden pro Woche arbeiten. Wenn ich in Ferien und Vorlesungsfreien Zeit (auch Nachts und am Wochenende) arbeite, dann darf ich meinen Job Vollzeit ausüben. Ich darf aber nicht mehr als 26 Wochen pro Jahr länger als 20 Wochenstunden, sonst verliere ich meine Werkstudent Status.

Das heißt, wenn ich als Werkstudent theoretisch nur nachts und am Wochenende (Vorlesungsfreie Zeit) arbeite, darf ich trotzdem nicht mehr als 26 Wochen pro Jahr länger als 20 Wochenstunden arbeiten?

GEHALT UND STEUERN

Was passiert, wenn mein Gehalt die Jahresgehaltsgrenze von 10.204€ überschreitet?

Viele Grüße,
Lucas

Hallo :)

Meine Verwirrung kommt durch das Elsterprogramm. Wenn ich dort all meine Brutto-Einkommen (auch Minijobs, aber insgesamt weit unter 9.000€) eingebe werden diese mit meinen Werbungen verrechnet. Auf den betrag fallen keine Steuren an, ebenfalls bekomme ich meine zuvor eingezogene Lohnsteuer zurück. Ansich bin ich damit ja zufrieden, aber irgendwie sieht es aus, als würde mein "Steuerbonus" für meinen steuerfreien Minijob drauf gehen. Interpretiere ich das falsch und mein Steurebonus wird mir weiter aufgehoben, oder wird dieser wirklich auch ohne Nutzen für mich verrechnet und geht verloren?

Ich bin auf die Antwort gespannt.

mit freundlichen Grüßen,

Jonathan G.