Einstiegsgehalt 
6.246
Durchschnittsgehalt 
7.086
Ausbildung 
Master

Was ist ein Chemiker?

Chemiker sind Naturwissenschaftler, die sich mit dem Aufbau, den Eigenschaften und der Umwandlung von Stoffen beschäftigen. Im Unterschied zu Ausbildungsberufen wie Chemielaborant oder chemisch-technischer Assistent benötigen sie im Regelfall ein abgeschlossenes Hochschulstudium.

Was macht ein Chemiker?

Als Chemiker oder Chemikerin kannst Du den Sachen wirklich auf den Grund gehen. Dein Zuhause ist die Welt der Atome und Moleküle, deren Eigenschaften und Verbindungsmöglichkeiten Du erforschst. Mit Hilfe der Chemie kannst Du bestehende Stoffe analysieren, aber auch neue, synthetische Stoffe herstellen.

Du trittst dabei mit den unterschiedlichsten Lebensbereichen in Kontakt. Im Medizinwesen bspw. ist Dein Fachwissen gefragt, wenn es darum geht, die Zusammensetzung bestehender Medikamente zu verbessern oder neue Heilmittel zu erfinden. Ein anderer Bereich ist die Industrie, wo Du neue Produkte entwickelst: von Kunststoffen für Verpackungen oder Haushaltsgegenständen bis hin zu Kosmetikartikeln oder Lacken. Wenn Du Dich für Umweltschutz und Nachhaltigkeit interessierst, bietet Dir der Beruf ebenfalls interessante Beschäftigungsmöglichkeiten. Hier braucht man Dich u. a., um Rückstände im Boden, im Wasser, in Lebensmitteln oder Alltagsgegenständen zu analysieren.

In Deiner Arbeit gehört der Umgang mit Chemikalien und Laborgeräten zum Alltag. Du führst Experimente durch und stellst Formeln auf. Sie verdeutlichen Dir den Aufbau der untersuchten Stoffe und dienen als Grundlage für die industrielle Herstellung von chemischen Produkten.

Wie wird man Chemiker?

Wenn Du Chemiker oder Chemikerin werden willst, musst Du ein Chemie-Studium absolvieren. In Deutschland bieten fast alle Universitäten und Fachhochschulen entsprechende Studiengänge an. Besonders beliebt sind die Angebote von Technischen Hochschulen, die sich auf naturwissenschaftliche Fächer spezialisiert haben. Auch hier gilt wie bei den anderen Hochschulen: Einen bestimmten NC brauchst Du in den meisten Fällen nicht.

Tatsächlich sind in Deutschland nur rund 19,3 % der Chemie-Studiengänge zulassungsbeschränkt, der überwiegende Teil ist also zulassungsfrei. Wo ein NC gilt, liegt er im Schnitt bei 2,8 und damit vergleichsweise niedrig. Das verwandte Biochemiestudium ist mit NC-Werten, die je nach Hochschule meist im Bereich von etwa 1,5 bis 2,5 liegen, in der Regel deutlich selektiver.

Das Chemiestudium gliedert sich in Deutschland typischerweise in drei Stufen: Das Bachelor-Studium (6 Semester) vermittelt die Grundlagen der anorganischen, organischen und physikalischen Chemie. Im anschließenden Master-Studium (4 Semester) vertiefst und spezialisierst Du Dich, etwa in Biochemie, Medizinischer Chemie, Umweltchemie, Materialwissenschaften oder Katalyse. Danach folgt für eine Forschungslaufbahn die Promotion (3 bis 5 Jahre) mit eigener Forschungsarbeit und Dissertation, die mit dem Titel Dr. rer. nat. abschließt. Ein großer Teil der Master-Absolventen in Chemie beginnt anschließend eine Promotion; die Angaben dazu liegen je nach Erhebung bei ca. 80 bis 90 %. Für Labor- und Projektleiterfunktionen in der industriellen Forschung wird eine Promotion in der Regel erwartet.

Die Regelstudienzeit sieht für den Bachelor in Chemie 6 Semester (180 ECTS) vor, für den Master in der Regel weitere 4 Semester (120 ECTS). Diese 10 Semester gelten im naturwissenschaftlichen Bereich allerdings eher als theoretisches Konstrukt und werden nur von wenigen Studierenden tatsächlich eingehalten. Im Median dauert das Chemiestudium vom Beginn des Bachelors bis zum Masterabschluss 12 Semester, also sechs Jahre und damit ein Jahr länger als nach Regelstudienzeit vorgesehen. Wer anschließend noch promoviert, ist dafür in der Regel weitere rund vier Jahre beschäftigt.

Vom Studium abzugrenzen sind die chemischen Ausbildungsberufe. Die Ausbildung zum Chemielaboranten ist eine duale Ausbildung in Betrieb und Berufsschule, dauert in der Regel 3,5 Jahre und wird vom ersten Tag an tariflich vergütet. Durch die betriebliche Praxis werden Chemielaboranten in der Industrie oft bevorzugt und in der Regel im Betrieb übernommen. Die Ausbildung zum chemisch-technischen Assistenten (CTA) ist dagegen rein schulisch an einer Berufsfachschule, dauert meist 2 Jahre und wird in der Regel nicht vergütet. Während Chemielaboranten stärker in Produktionsprozesse eingebunden sind, arbeiten CTAs häufig in Forschung, Analytik oder im öffentlichen Dienst und müssen sich eigenständig für Praktika und Stellen bewerben.

Studiengangsempfehlungen

Angewandte Chemie (B.Sc.)

Standorte:

  • Idstein

Angewandte Chemie (B.Sc.)

Standorte:

  • Idstein

Biosciences (B.Sc.)

Standorte:

  • Idstein

Biosciences (B.Sc.)

Standorte:

  • Online-Campus

Lebensmittel­sicherheit (B.Sc.)

Standorte:

  • Idstein

Lebensmittel­sicherheit (B.Sc.)

Standorte:

  • Idstein

Wo arbeitet ein Chemiker?

Im Beruf Chemiker kannst Du zwischen den unterschiedlichsten Branchen wählen. Je nachdem, ob Du Dich für die reine Forschung begeisterst oder schon immer für ein großes Unternehmen arbeiten wolltest: Chemiker werden fast überall gebraucht. Zu den beliebtesten Arbeitgebern gehören:

  • Forschungseinrichtungen
  • Chemische Industrie
  • Pharmaindustrie
  • Kosmetikindustrie
  • Farbstoffindustrie
  • Industrie für Klebe- und Dämmstoffe
  • Automobilindustrie
  • Baubranche
  • Elektroindustrie

Neben der Privatwirtschaft kommen aber auch Jobs im öffentlichen Bereich in Betracht. Hierzu zählen:

  • Hochschulen
  • Allgemein bildende Schulen (Chemielehrer)
  • Berufsbildende Schulen
  • Behörden (z. B. Umweltämter oder -ministerien)

Auch bei Verbänden und Stiftungen im Bereich des Umweltschutzes bist Du ein gerne gesehener Arbeitnehmer.

Wie sieht der Arbeitsalltag aus?

Wie Dein Arbeitsalltag aussieht, hängt natürlich von Deinem konkreten Berufsbild ab. Ein typischer Arbeitstag in der chemischen Industrie könnte bspw. folgendermaßen aussehen:

Wie sieht der Arbeitsplatz aus?

Von allen Wissenschaftlern hast Du als Chemiker vermutlich den spannendsten Arbeitsplatz der Welt. Umgeben von Reagenzgläsern, Erlenmeyerkolben und Bunsenbrennern verbringst Du die meiste Zeit im Labor. Mit weißem Kittel und Schutzbrille bewaffnet, hantierst Du hier mit den unterschiedlichsten Chemikalien. Da Du Deine Laborergebnisse allerdings theoretisch auf- und nachbereiten musst, findet ein nicht geringer Teil Deiner Arbeit auch am Schreibtisch statt. Dabei verbringst Du viel Zeit vorm Computer, um Deine Forschungen mit Hilfe von speziellen IT-Systemen zu dokumentieren. Wenn Du in einem großen Unternehmen der Chemie-Industrie arbeitest, kommst Du auch häufig raus, um Anlagen zu inspizieren und zu warten.

Was verdient ein Chemiker?

Die Gehaltsaussichten für Chemiker sind gut. Im Median verdienen Chemiker etwa 7.086 € brutto pro Monat. Je nachdem, in welcher Branche Du arbeitest, erhöhen sich Deine Verdienstmöglichkeiten deutlich. Dabei kommt es sowohl auf Deine Berufserfahrung als auch auf die Größe Deines Arbeitgebers und den Standort an. Die besten Verdienstmöglichkeiten bieten die großen Industriezweige, und das nicht nur in weltweit agierenden Konzernen, sondern auch in mittelständischen Unternehmen.

Beim Einstieg kannst Du im Tarifbereich der Chemie mit rund 6.246 € brutto im Monat rechnen. Auch der Abschluss macht sich bemerkbar: Mit einem Master verdienst Du im Median rund 8.930 € brutto und damit deutlich mehr als mit einem Bachelor (rund 7.086 €), und mit einer Promotion sind es im Median rund 10.107 €. Solide Gehaltsaussichten verspricht auch der Lehrerberuf. Neben einem Einstiegsgehalt von mehr als 3.000 € im Monat hast Du hier einen besonders sicheren und krisenfesten Job und kannst auf eine kontinuierliche Gehaltsentwicklung bauen.

Wo finde ich einen Job als Chemiker?

Wie sind die Berufsaussichten für Chemiker?

Deutschland ist ein Industrieland und wird auch in absehbarer Zukunft auf den Beruf Chemiker angewiesen sein. Trotz der vielen Studiengänge und der hohen Absolventenzahl wird das Chemiestudium nicht ohne Grund beworben: Mit Deinem Fachwissen als Chemiker stehen Dir viele Möglichkeiten offen, und Du kannst Dich problemlos auch im Ausland bewerben.

Aktuell hat sich der Berufseinstieg für promovierte Chemiker in Deutschland allerdings eingetrübt. 2025 begannen nur noch rund 33 % der promovierten Chemiker ihre Laufbahn direkt in der chemischen und pharmazeutischen Industrie, nach 42 % im Jahr 2024. Gleichzeitig stieg der Anteil der Stellensuchenden unter den promovierten Chemikern auf 10,4 %, nach 7 % im Vorjahr. Du solltest bei Deiner Planung daher einkalkulieren, dass die Lage am Arbeitsmarkt derzeit angespannter ist als in den Jahren zuvor.

Welche Spezialisierungen gibt es?

Im Grunde kommen wir bei jedem Schritt und Tritt mit Chemie in Berührung. Sie umfasst nahezu jeden Bereich unseres täglichen Lebens und lässt sich in die unterschiedlichsten Fachdisziplinen auffächern. Zu den relevanten Spezialisierungsmöglichkeiten gehören:

  • Lebensmittelchemie
  • Umweltchemie
  • Agrochemie
  • Biophysikalische Chemie
  • Bauchemie
  • Pharmazeutische Chemie
  • Petrochemie
  • Polymerchemie
  • Textilchemie

Passt der Beruf Chemiker zu mir?

Als Chemiker oder Chemikerin hast Du Deine Leidenschaft für Naturwissenschaften in den meisten Fällen schon während der Schulzeit entdeckt. Das Verständnis für atomare Zusammenhänge und die Freude am Experiment sind eine Sache. Dazu solltest Du noch einige andere Eigenschaften haben. Dazu gehören:

Neugier
Nur wenn Du den Drang nach Erkenntnis hast, kannst Du neue Dinge erfinden.
Vorstellungskraft
Bestimmte Prozesse und Reaktionen lassen sich nicht 100-prozentig im Vorfeld vorausberechnen. Du musst daher bis zu einem gewissen Grad in der Lage sein, Dir den Ausgang eines Versuchs vorzustellen. Wildes Herumexperimentieren ist meist wenig hilfreich.
Sorgfalt
Denke immer dran: Du hast es teilweise mit hochgefährlichen Stoffen zu tun. Sorgfalt und Achtsamkeit sind wichtig, um Unfälle zu vermeiden.
Ausdauer
Experimente haben oft genug einen ungewissen Ausgang und sind nicht selten zum Scheitern verurteilt. Manchmal wirst Du lange Zeit im Ungewissen schweben. Dazu musst Du ein gewisses Maß an Frustrationstoleranz mitbringen.
Technisches Verständnis
Die Untersuchung von Molekülen ist eine Sache, die Handhabung komplizierter technischer Geräte eine andere. Hierbei solltest Du keine zwei linken Hände haben.
Teamfähigkeit
Große Projekte führst Du meistens im Team durch. Du solltest daher keine Scheu vor dem Umgang mit anderen haben.

Wenn Du neben Deiner Leidenschaft für Chemie über diese Eigenschaften verfügst, ist der Chemiker-Beruf genau der Richtige für Dich.

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