Einstiegsgehalt 
2.400
Durchschnittsgehalt 
4.331
Ausbildung 
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11
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Hebamme
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Was ist eine Hebamme?

Eine Hebamme betreut und berät Frauen in der Zeit vor, während und nach einer Geburt in medizinischen, sozialen und psychologischen Fragen. Sie spielt eine wichtige Rolle beim komplikationsfreien Verlauf einer Geburt, weshalb in Deutschland eine Geburt auch nur in Notfallsituationen ohne eine Hebamme stattfinden darf. Nach den Bestimmungen des Hebammengesetzes sind Ärztin oder Arzt „verpflichtet, dafür Sorge zu tragen, dass bei einer Entbindung eine Hebamme oder ein Entbindungspfleger zugezogen wird”. Entbindungspfleger sind männliche Hebammen. Die Bezeichnung Hebamme ist rechtlich geschützt. Hebamme werden darf man also nur mit einer abgeschlossenen Hebammen-Ausbildung.

Was macht eine Hebamme?

Bei allen Fragen zu Schwangerschaft, Geburt und der Zeit danach sind Hebammen die ersten Ansprechpartner der Frauen, die sie betreuen. Zu den Aufgaben einer Hebamme zählt vor allem, den Schwangeren eine Geburt nach ihren eigenen Vorstellungen und ohne Komplikationen zu ermöglichen. Vor einer Geburt führen Hebammen persönliche Beratungsgespräche mit den Frauen, in denen sie deren Vorstellungen von der Geburt ihres Kindes in Erfahrung bringen, zum Beispiel den Geburtsort und die Geburtsposition betreffend. Auch über mögliche Probleme in der Schwangerschaft oder Komplikationen bei der Geburt klärt eine Hebamme auf.

Darüber hinaus bieten manche Hebammen Geburtsvorbereitungskurse an, in denen sie Frauen Atmungs- und Entspannungstechniken für den Geburtsvorgang oder wichtige Informationen zu anderen Themen rund um Schwangerschaft und Geburt vermitteln. Zu diesen Themen zählen unter anderen Ernährung, Stillen und Wochenbett.

Eine Hebamme übernimmt auch medizinische Aufgaben: Sie kann nicht nur eine Schwangerschaft feststellen und einen Mutterpass ausstellen, sondern ist auch dazu befähigt, sämtliche Vorsorgeuntersuchungen während der Schwangerschaft durchzuführen. Sie prüft also zum Beispiel Gewicht, Urin, Blutdruck und Blutwerte der Schwangeren, kontrolliert die Herztöne des Ungeborenen und stellt dessen Größe und Lage im Mutterleib fest. Davon ausgenommen sind lediglich Ultraschalluntersuchungen. Sie gehören nicht zu den Hebamme-Aufgaben und bleiben den Gynäkologen vorbehalten.

Wie wird man Hebamme?

Seit dem 1. Januar 2020 ist die Hebammenausbildung in Deutschland akademisiert: Mit dem Hebammenreformgesetz, das das alte Hebammengesetz ablöste, wurde ein duales Bachelorstudium zur Pflicht. Wo Du es studieren kannst und was Du dafür brauchst, zeigt unser Ratgeber Hebamme Studium. Deutschland war damit das letzte Land der EU, das die Hebammenausbildung an die Hochschulen verlagert hat. Das Studium dauert in der Regel sechs bis acht Semester und umfasst mindestens 4.600 Stunden, die sich etwa zur Hälfte auf einen hochschulischen (theoretischen) und einen berufspraktischen Teil verteilen. Zugangsvoraussetzung ist in der Regel eine mindestens zwölfjährige Schulbildung, also Abitur oder Fachabitur, oder eine abgeschlossene Pflegeausbildung.

Die frühere dreijährige Fachschulausbildung an Hebammenschulen läuft nur noch in Übergangskursen: Neue fachschulische Ausbildungen dürfen seit Ende 2022 nicht mehr beginnen, laufende Kurse müssen bis spätestens Ende 2027 abgeschlossen sein. Zwar ist der Beruf noch immer eine Frauendomäne, doch gibt es mittlerweile auch eine einstellige Prozentzahl von Männern, die sich zum Entbindungspfleger ausbilden lässt.

Theorieteil

Im hochschulischen Theorieteil des Studiums befassen sich die Studierenden ausführlich mit geburtsrelevanten Themen aus den Bereichen Anatomie, Medizin und Pharmazie. Im Hinblick auf die besonderen Herausforderungen einer Entbindung spielen jedoch auch Sozialpädagogik und Psychologie eine wichtige Rolle in der theoretischen Hebammenausbildung.

Praxisteil

Den berufspraktischen Teil absolvierst Du überwiegend in einer Klinik, wo Du im Laufe des Studiums verschiedene Stationen über die Entbindungsstationen hinaus kennenlernst. Außerdem im Programm: Ein Praktikum außerhalb des Krankenhauses, zum Beispiel in einer Hebammenpraxis oder als Begleitung einer Freiberuflerin.

Prüfung

Die staatliche Prüfung zum Abschluss der Hebammenausbildung umfasst einen schriftlichen, einen mündlichen und einen praktischen Teil. Zum Bestehen ist in allen drei Teilen mindestens die Note „ausreichend” erforderlich.

Wo arbeitet eine Hebamme?

Die meisten Hebammen arbeiten nach der Hebammenausbildung als Angestellte in einem Krankenhaus. Dort sind sie häufig ausschließlich für die Geburtshilfe zuständig. Eine geringere Zahl der Hebammen arbeitet als sogenannte Beleghebamme. Beleghebammen sind freiberuflich tätig, haben aber mit Kliniken vertraglich vereinbart, für Geburten die dortigen Kapazitäten und ärztlichen Kompetenzen zu nutzen. Weiterhin arbeiten Hebammen auch in:

  • Geburtshäusern
  • Hebammenpraxen
  • gynäkologischen Praxen

Wie sieht der Arbeitsalltag aus?

Der Arbeitsalltag einer Hebamme hängt stark von ihrem Einsatzort ab. Eine Hebamme, die in einem Krankenhaus angestellt ist, arbeitet normalerweise im Schichtdienst. Willst Du Hebamme werden und freiberuflich arbeiten, dann stehst Du häufig auf Abruf bereit, solltest also ständig erreichbar sein, falls beispielsweise die Wehen vorzeitig einsetzen. Alltägliche Aufgaben einer Hebamme können sein:

Wie sieht der Arbeitsplatz aus?

Auch das hängt davon ab, ob Du nach der Hebamme-Ausbildung in einer Klinik oder freiberuflich arbeitest. In einer Klinik, in der Du in erster Linie für die Entbindung zuständig bist, verbringst Du die meiste Zeit im Kreißsaal beziehungsweise in der dazugehörigen Entbindungsstation.

Als freiberufliche Hebamme, die eine Mutter über die gesamte Schwangerschaft betreut, bist Du hingegen mehr unterwegs, machst regelmäßige Hausbesuche bei den Frauen, führst Untersuchungen in einer Praxis durch oder gibst Geburtsvorbereitungskurse in angemieteten Räumen.

Was verdient eine Hebamme?

Ausbildung

Im dualen Studium erhältst Du eine Ausbildungsvergütung. Nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVAöD-BT-Pflege) liegt sie im ersten Jahr bei rund 1.340 €, im zweiten Jahr bei rund 1.400 € und im dritten Jahr bei rund 1.500 € brutto im Monat.

Beruf

Wo finde ich einen Job als Hebamme?

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Wie sind die Berufsaussichten für Hebammen?

Wer Hebamme werden möchte, muss sich um genug Arbeit nicht sorgen. Trotz eines dezenten Anstiegs der Zahl der Hebammen in den vergangenen Jahren besteht in Deutschland unverändert ein extremer Mangel an qualifiziertem Personal. Die „Berufe Geburtshilfe, Entbindungspflege” führen die Bundesagentur für Arbeit deshalb auch auf ihrer sogenannten „Positivliste”. Dort sind diejenigen Berufe verzeichnet, für die aufgrund von Unterbesetzung Fachkräfte und Spezialisten aus dem Ausland angeworben werden sollen.

Welche Spezialisierungen gibt es?

Eine Möglichkeit ist, sich zur Familienhebamme weiterzubilden. Eine Familienhebamme betreut Frauen und Familien, die in schwierigen Verhältnissen leben und besonders großen Betreuungsbedarf haben. Das können zum Beispiel Teenagermütter, schwer kranke oder drogensüchtige Mütter sein. Du kümmerst Dich dann nicht nur bis zum Ablauf der ersten acht Wochen nach der Geburt des Babys um die Familie, sondern bis zum ersten Geburtstag des Kindes.

Für diejenigen, die wissenschaftlich arbeiten möchten oder zum Beispiel selbst in der Hebammenausbildung tätig sein wollen, gibt es die Option, sich im Studium auf wissenschaftliche Schwerpunkte zu spezialisieren oder ein weiterführendes Studium anzuschließen.

Weiterhin kannst Du Zusatzqualifikationen in den folgenden Bereichen erwerben, die es Dir ermöglichen, entsprechende Kurse für Schwangere zu geben:

  • Entspannungstechniken
  • Beckenbodentraining
  • Stillen

Passt der Beruf Hebamme zu mir?

Für die meisten Hebammen ist es ein großartiges Gefühl, Frauen in diesen wichtigen Momenten begleiten zu dürfen und dabei sein zu können, wenn neues Leben geboren wird. Neben der Begeisterung und dem medizinischen Wissen rund um Schwangerschaft und Geburtsvorgang braucht es aber auch noch andere Fähigkeiten für den Hebamme-Beruf:

Einfühlungsvermögen
Häufig bist Du die wichtigste Ansprechpartnerin der schwangeren Frauen. Sie verlassen sich auf Deine Ratschläge und Deinen Erfahrungsschatz. Du musst also in der Lage sein, Vertrauen aufzubauen und eine enge Bindung einzugehen.
Belastbarkeit
Gerade als freiberufliche Hebamme, die nicht im geregelten Schichtdienst tätig ist, stehst Du häufig auf Abruf und musst praktisch jederzeit bereit für die Geburtshilfe sein. Das kann auch bedeuten, dass Du nachts unerwartet aus dem Bett geklingelt wirst.
Souveränität
Wenn eine Frau ihr erstes Kind bekommt, ist das eine der anstrengendsten Situationen überhaupt. Viele der Frauen sind natürlich nervös und unsicher, was auf sie zukommt. Im Hebammen-Beruf stellst Du sozusagen das Gegengewicht dar und lässt die werdenden Mütter von Deiner Erfahrung und Ruhe profitieren.
Entscheidungsstärke
Wenn eine Geburt nicht nach Plan verläuft oder plötzlich Komplikationen auftreten, bist Du gefordert, innerhalb kürzester Zeit richtige Entscheidungen zu treffen, etwa ob ein Arzt hinzugezogen werden muss.