Ausbildungsdauer 
3 Jahre
Empf Schulabschluss 
Realschule
Ausbildungsgehalt 
1250

Die Hebammenausbildung zeigt Dir, wie Du angehende Mütter dabei begleitest, Leben auf die Welt zu bringen. Wir verraten Dir, warum Du für die Ausbildung vor allem eine große Portion Empathie mitbringen solltest, und warum Du nach Deinem Abschluss praktisch eine Jobgarantie hast.

Wie wird man Hebamme?

Seit dem 1. Januar 2020 ist die Hebammenausbildung in Deutschland akademisiert. Mit dem Hebammenreformgesetz, das an diesem Tag in Kraft trat und das alte Hebammengesetz ablöste, ist seither ein duales Bachelorstudium Pflicht. Deutschland war das letzte EU-Land, das diesen Schritt umgesetzt hat; in allen anderen EU-Staaten werden Hebammen bereits seit Langem an Hochschulen ausgebildet.

Die Qualifizierung erfolgt seitdem als duales Bachelorstudium an einer Hochschule mit sechs bis acht Semestern, in der Regel sieben Semester. Alle Hochschulen mit Hebammenstudium findest Du im Überblick Hebammenwissenschaft studieren. Das Studium umfasst mindestens 4.600 Stunden, die sich etwa zur Hälfte auf den hochschulischen (theoretischen) und den berufspraktischen Teil verteilen. Damit hat sich der Umfang gegenüber der früheren Fachschulausbildung mit rund 1.600 Theorie- und 3.000 Praxisstunden deutlich verändert.

Die alte fachschulische Ausbildung an Hebammenschulen läuft nur noch in Übergangskursen: Neue fachschulische Ausbildungen dürfen seit Ende 2022 nicht mehr beginnen, laufende Kurse müssen bis spätestens Ende 2027 abgeschlossen sein. Hintergrund der Reform sind EU-Vorgaben zur Anerkennung von Berufsqualifikationen sowie das Ziel, den Beruf wissenschaftlich auszurichten und international vergleichbar zu machen. Die folgenden Abschnitte beschreiben zusätzlich den Ablauf der auslaufenden Fachschulausbildung.

Wo kann ich eine Hebammenausbildung machen?

Das duale Bachelorstudium der Hebammenkunde kannst Du an rund 50 Studienstandorten in Deutschland absolvieren. Diese sind mit Kliniken verbunden, an denen Du den berufspraktischen Teil ableistest. Die auslaufende Fachschulausbildung findet an Hebammenschulen statt, die in der Regel an eine Klinik angeschlossen sind.

Welche Voraussetzungen brauche ich für eine Hebammenausbildung?

Zugangsvoraussetzung für das Hebammenstudium ist in der Regel eine mindestens 12-jährige Schulbildung, also Abitur oder Fachabitur, oder eine abgeschlossene Pflegeausbildung. Für die noch laufende Fachschulausbildung setzen die Hebammenschulen in der Regel einen Realschulabschluss voraus. Hast Du nur einen Hauptschulabschluss in der Tasche, kannst Du die Ausbildung auch anfangen, wenn Du entweder bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung, zum Beispiel in der Gesundheits- und Krankenpflegehilfe, vorweisen kannst oder Du für mindestens zwei Jahre eine Pflegevorschule besucht hast. Die Ausbildung gleicht dann eher einer Umschulung zur Hebamme.

Bei der Bewerbung kannst Du mit guten Noten in diesen Fächern punkten:

  • Biologie: Schwangerschaft und die Geburt von Kindern sind biologische Vorgänge. Zeigst Du also gute Noten in Biologie, wissen die Ausbildungsstellen, dass Du dafür bereits über grundlegende Kenntnisse verfügst.
  • Chemie: Als Hebamme bringst Du verschiedene Medikamente zum Einsatz. Ein „gut” oder „sehr gut” in Chemie zeigt den Hochschulen und Kliniken daher, dass Du biologisch-chemische Zusammenhänge und pharmazeutische Wirkprinzipien ohne Probleme verstehst.
  • Mathe: Du bereitest in der Hebammenausbildung verschiedene Medikamente zu. Dabei musst Du die richtigen Mengen berechnen. Zeigst Du also gute Noten in Mathe, wissen die Ausbildungsstellen, dass Du dabei keine Probleme haben wirst.
  • Deutsch: In der Ausbildung zur Hebamme dokumentierst Du Geburten und erklärst frisch gebackenen Müttern, wie sie ihr Kind versorgen müssen. Überzeugende Noten in Deutsch zeigen, dass Du dafür über die notwendigen rhetorischen Fähigkeiten verfügst.

Zu guter Letzt musst Du in der Regel ein ärztliches Attest einreichen, das den Ausbildungsstellen zeigt, dass Du gesundheitlich für die Ausbildung geeignet bist. Ist eine Einrichtung konfessionell gebunden, musst Du Deine Religionszugehörigkeit vorweisen.

Wie lange dauert die Ausbildung zur Hebamme?

Das duale Bachelorstudium der Hebammenkunde dauert sechs bis acht Semester, in der Regel sieben Semester. Die auslaufende Fachschulausbildung dauert 3 Jahre. Diese kannst Du verkürzen, wenn Du bereits eine Ausbildung als Gesundheits- und Krankenpfleger oder Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger erfolgreich abgeschlossen hast. Du kannst die Fachschulausbildung dann um bis zu 12 Monate verkürzen. Wie viele Monate früher Du die Ausbildung abschließen kannst, musst Du mit Deinem Ausbildungsleiter und der zuständigen Prüfungsbehörde absprechen.

Wie hoch ist das Gehalt in der Hebammenausbildung?

Wie hoch das Gehalt während der Hebammenausbildung ausfällt, hängt davon ab, ob Du sie bei einer öffentlichen, kirchlichen oder privaten Einrichtung absolvierst. Ist die Einrichtung an einen Tarifvertrag gebunden, variiert Dein Gehalt nochmal von Bundesland zu Bundesland. Private Einrichtungen zahlen im Vergleich zu den durchschnittlichen Tarifgehältern oftmals niedrigere Gehälter. Im dualen Studium erhältst Du eine Vergütung nach dem Tarifvertrag für Auszubildende (TVAöD-BT-Pflege) von rund 1.341 € im ersten, 1.402 € im zweiten und 1.503 € im dritten Ausbildungsjahr.


Verdienst in der Hebammen-Ausbildung

Wie läuft die Hebammen-Ausbildung ab?

Das duale Bachelorstudium ist in einen hochschulischen und einen berufspraktischen Teil gegliedert und umfasst insgesamt mindestens 4.600 Stunden, die sich etwa zur Hälfte auf beide Teile verteilen. Den theoretischen Teil absolvierst Du an der Hochschule, den praktischen Teil vor allem in einer Klinik, wo Du unter anderem im Kreissaal zum Einsatz kommst. Das Studium schließt mit einer staatlichen Prüfung ab, die aus einem schriftlichen, einem mündlichen und einem praktischen Teil besteht; zum Bestehen musst Du in allen drei Teilen mindestens „ausreichend” erreichen.

Die auslaufende Fachschulausbildung ist ebenfalls in theoretischen und praktischen Unterricht eingeteilt. Die Theoriestunden absolvierst Du an einer Berufsfachschule und kommst dabei auf rund 1.600 Stunden Theorie. Einen Teil der praktischen Ausbildung bekommst Du ebenfalls an der Berufsschule vermittelt, den anderen Teil in einer Klinik. Du absolvierst insgesamt rund 3.000 Stunden Praxis und beendest die Ausbildung mit einem staatlichen Examen aus einem mündlichen und einem schriftlichen Teil sowie einer praktischen Übung.

Welche Inhalte hat die Ausbildung als Hebamme?

Zu Beginn der Hebammenausbildung eignest Du Dir zunächst alles rund um den menschlichen Körper an. Dazu lernst Du zum Beispiel, wie der Körper aufgebaut ist und wie er funktioniert. Danach geht es in die Details der Schwangerschaft. Dazu lernst Du beispielsweise, welche Geburtsphasen es gibt und welche Instrumente Du für eine Geburt benötigst.

Darüber hinaus steht alles Wichtige rund um Neugeborene auf Deinem Stundenplan. Dabei erfährst Du,

  • welche Lebenszeichen ein Neugeborenes von sich gibt,
  • was Du bei Infektionen tun kannst,
  • wie Du Krankheiten bei Neugeborenen verhindern kannst,
  • wie Du bei Notfällen reagierst und
  • wie Du Säuglinge wickelst, kleidest und fütterst.

In der praktischen Phase der Hebammenausbildung kommst Du in einem Krankenhaus oder einer Frauenklinik zum Einsatz. Du machst hier Deine ersten Schritte, angehende Mütter bei ihrer Schwangerschaft zu unterstützen und bei der Versorgung von Babys zu helfen.

Wie sieht der Karrierepfad nach der Hebammenausbildung aus?

Hast Du die Ausbildung zur Hebamme erfolgreich abgeschlossen, hast Du praktisch eine Jobgarantie. Denn: Nahezu in ganz Deutschland suchen Krankenhäuser Hebammen und Entbindungshelfer. Bei Deiner Bewerbung wirst Du daher wenig Konkurrenz haben. So bewerben sich in NRW zum Beispiel nur 0,7 Bewerber auf eine Stelle. In Hessen sind es sogar nur 0,5 Bewerber, in Baden-Württemberg lediglich 0,4 Bewerber. Das hat die Arbeitsagentur in einer Studie herausgefunden.

Willst Du nach Deiner Hebammenausbildung Dein medizinisches Wissen weiter ausbauen, stehen Dir zum Beispiel diese Optionen zur Auswahl:

Strebst Du nach Deiner Hebammenausbildung eine Stelle in einer Gesundheitsberatung, einer Gesundheitsförderung oder in der Therapie an, könnte ein Masterstudium die richtige Wahl für Dich sein. Da der Berufszugang seit 2020 ohnehin über ein Bachelorstudium der Hebammenkunde führt, kannst Du daran einen Master anschließen. Mit einem Master kannst Du eine Führungsposition in der Forschung oder in der Lehre einnehmen.

Willst Du Dein eigener Chef sein, kannst Du Dich mit einer Ausbildung zur Hebamme auch selbstständig machen. Dabei kannst Du entweder freiberuflich allein arbeiten oder Dich mit einem Geburtshaus selbstständig machen. Du belegst dann offene Räume in Kliniken und Krankenhäusern, um Mütter bei der Schwangerschaft zu begleiten.

Passt eine Hebamme-Ausbildung zu mir?

Um Hebamme werden zu können, solltest Du diese Interessen und Fähigkeiten mitbringen:

Empathie
Bereits in der Ausbildung zur Hebamme stehst Du angehenden Müttern bei ihrer Schwangerschaft bei. Dabei ermutigst und beruhigst Du sie, um ihnen ein gutes Gefühl zu geben. Dafür solltest Du eine große Portion Empathie mitbringen.
Beobachtungsgenauigkeit
Um Hebamme werden zu können, solltest Du über eine gute Beobachtungsgenauigkeit verfügen. Denn: Nur so kannst Du Symptome und Krankheiten von Schwangeren und Babys frühzeitig erkennen und Gegenmaßnahmen einleiten.
Handgeschick
In der Ausbildung zur Hebamme musst Du immer mal wieder richtig mit anpacken, wie zum Beispiel beim Durchführen des manuellen Dammschutzes. Dafür solltest Du ein ausgeprägtes Handgeschick mitbringen.
Organisationsgeschick
Bereits in der Hebammenausbildung planst und regelst Du zahlreiche Abläufe, um Schwangere und Neugeborene zu versorgen. Es hilft daher, wenn Du organisatorisch geschickt bist.
Gutes Namensgedächtnis
Ein gutes Namensgedächtnis ist unverzichtbar, um Hebamme werden zu können. Denn: Fast jeden Tag kommen neue Schwangere in den Kreissaal. Du solltest dabei immer genau wissen, wen Du gerade behandelst, damit Dir keine Verwechslungen passieren.
Pädagogisches Geschick
Du bereitest die Schwangerschaft von angehenden Müttern nach. Dazu zeigst Du ihnen beispielsweise Rückbildungsgymnastik und das Stillen von Neugeborenen. Dafür solltest Du über ein pädagogisches Geschick verfügen.

Bringst Du grundlegende Kenntnisse in diesen Bereichen mit, bist Du auf die Hebammenausbildung gut vorbereitet. Über die Dauer der Ausbildung kannst Du Deine Kompetenzen dann ausbauen und so zum kompetenten Geburtshelfer werden.

Ausbildungsdauer 
3 Jahre