Agrarwissenschaften beschäftigen sich mit der Produktion von menschlicher und tierischer Nahrung durch die wirtschaftliche Nutzung des Bodens. Neben ökonomischen Rahmenbedingungen spielen dabei auch ökologische Aspekte eine wichtige Rolle. Im Agrarwissenschaften-Studium setzt Du Dich mit naturwissenschaftlichen, technischen, aber auch mit wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Inhalten auseinander. Das Agrarwissenschaften-Studium ist interdisziplinär aufgebaut, es vermittelt Dir also allgemeine Kenntnisse aus vielen unterschiedlichen Bereichen. Darüber hinaus kannst Du Dich aber auch auf bestimmte Schwerpunkte wie Gartenbau oder Weinbau (Önologie) spezialisieren. Das Studium Agrarwissenschaften ist eng verwandt mit dem Forstwissenschaften-Studium. Hier steht die Entwicklung und Bewirtschaftung von Wäldern im Vordergrund.

Das Agrarwissenschaften-Studium in Zahlen: Abschluss, Jobaussichten, Gehalt

Gehalt

35,1T
In der Agrarwissenschaften Absolventenuntersuchung 2016 betrug das durchschnittliche Einstiegsgehalt nach dem Master 35.100 €.

Abschluss

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77% aller Studenten, die ein Agrarwissenschaften-Studium an einer Hochschule beginnen, schaffen auch den Abschluss.

Beschäftigung

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Auch bis zu 10 Jahre nach ihrem Agrarwissenschaften Abschluss haben 90% aller Absolventen einen Job.

Zufrieden

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85% aller Agrarwissenschaften Absolventen geben an, dass sie mit ihrem Job inhaltlich zufrieden bzw. sehr zufrieden sind.

Einstiegsbranchen für Agrarwissenschaften Absolventen

Die Mehrheit der Agrarwissenschaften Absolventen arbeitet im Bereich Bildung und Forschung

Gehaltsentwicklung Agrarwissenschaften Absolventen

Nach 10 Jahren verdoppelt sich das Einstiegsgehalt von Agrarwissenschaften Absolventen

Agrarwissenschaften Abschlussjahrgang 2005
Quelle: Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung

Wo kann man Agrarwissenschaften studieren?

In Deutschland kannst Du Agrarwissenschaften entweder an einer Universität, einer Technischen Universität oder an einer Fachhochschule studieren. Vor allem einige Fachhochschulen haben sich dabei auf bestimmte Teilgebiete der Agrarwissenschaften spezialisiert. Dazu zählen beispielsweise Agrarwirtschaft und ökologische Landwirtschaft. Eine Besonderheit ist die Staatliche Studienakademie in Dresden, an der Du den dualen Studiengang Agrarmanagement belegen kannst. Im Vergleich zum „klassischen“ Hochschulstudium ist die Ausbildung hier durch die direkte Zusammenarbeit mit landwirtschaftlichen Unternehmen aus der Region noch einmal deutlich praxisbezogener. Der Studiengang kann interessant für Dich sein, wenn Du bereits berufliche Erfahrungen in der Landwirtschaft hast und diese vertiefen möchtest, um eine Führungsposition zu übernehmen.

Welche Inhalte hat ein Agrarwissenschaften-Studium?

Im Agrarwissenschaftsstudium beschäftigst Du Dich vor allem mit folgenden Kerngebieten:

  • Pflanzenbauwissenschaften (Züchtung und effizienter Anbau von Pflanzen, Insektenkunde, Gartenbau und Ökosysteme)
  • Tierwissenschaften (Züchtung und Haltung von Nutztieren, Stallbau, tieranatomische und tiermedizinische Grundlagen)
  • Agrarökonomie (betriebswirtschaftliche und gesellschaftswissenschaftliche Prozesse in der Landwirtschaft, Agrarpolitik, Geschichte der Landwirtschaft)
  • Natur- und Ingenieurwissenschaften (technische Prozesse bei der Lebensmittelproduktion, Fahrzeug- und Maschinenkunde, Meteorologie)

Dass in diesem Zusammenhang naturwissenschaftliche Basisfächer wie Mathematik, Biologie, Chemie und Physik eine wichtige Rolle im Studium Agrarwissenschaften spielen, erklärt sich fast von selbst. Daneben erhältst Du aber auch Einblicke in die juristischen und marketingtechnischen Aspekte der Landwirtschaft. Ein großer Schwerpunkt im Agrarwissenschaften-Studium liegt darüber hinaus auf ökologischer Landwirtschaft. In ihrem Zusammenhang erhältst Du Einblicke in das Thema Agrargeographie, das sich mit der Wechselwirkung zwischen natürlichen und so genannten anthropogenen (also vom Menschen hervorgerufenen) Faktoren beschäftigt.

Wie weit Du in weitere Inhalte der Agrarwissenschaften einsteigst, hängt wesentlich von Deinen Interessen und Deinen beruflichen Vorstellungen ab. Zu den besonderen Fachgebieten gehören:

  • Agrarbiologie
  • Agrarwirtschaft
  • Aquakultur, Fischereiwesen
  • Gartenbau
  • Landbau
  • Weinbau

Wenn Du keine Gummistiefel zu Hause hast, solltest Du Dir vor Studienbeginn welche anschaffen. Während Deines Agrarwissenschafts-Studiums wirst Du nämlich viele praktische Erfahrungen sammeln, die Dich direkt aufs Feld oder in den Schweinestall führen. Hier lassen sich wichtige Inhalte Deines Studiums oft wesentlich besser vermitteln als im Hörsaal oder im Labor. Praktika sind vor und während Deines Studiums Pflicht und nehmen meist mehr Zeit in Anspruch als in anderen Studiengängen.

Welche Berufe gibt es mit einem Agrarwissenschaften-Studium?

Berufe

Das Agrarwissenschaften-Studium bietet Dir eine unglaubliche Vielzahl an beruflichen Perspektiven. Als Agrarwissenschaftler kannst Du in fast jedem Lebensbereich zum Einsatz kommen, ganz egal, ob Du in der freien Wirtschaft arbeiten möchtest oder bei einer Behörde, ob Du es vorziehst, angestellt oder selbstständig zu sein. Zu den klassischen Arbeitgebern gehören vor allem die landwirtschaftlichen Produktionsbetriebe, aber auch Unternehmen, deren Tätigkeit unmittelbar mit der landwirtschaftlichen Produktion zusammenhängen (Pflanzenschutz, Herstellung von Düngemitteln, Saatgutveredelung, Molkereien, Mühlen, Fleischverarbeitung, Zuckerherstellung u.a.). Interessant können für Dich aber auch folgende Branchen sein:

  • Energiewirtschaft
  • Verbände
  • Verwaltung
  • Hochschulen, Untersuchungs- und Forschungsanstalten
  • Lehr- und Fortbildungseinrichtungen
  • Planungs- und Beratungsunternehmen
  • Land- und Siedlungsgesellschaften
  • Berufsgenossenschaften, Kranken- und Rentenkassen
  • Fachjournalismus und Öffentlichkeitsarbeit

Mit einem Abschluss in Agrarwissenschaften kannst Du auf der ganzen Welt arbeiten. Wenn Du später einmal in der Entwicklungshilfe arbeiten möchtest, kannst Du Dich entweder bei einer internationalen Organisation bewerben oder bei einer hierfür zuständigen Behörde auf Bundesebene oder im EU-Bereich. Auch sonst bist Du als Experte für nachhaltige Methoden der Landwirtschaft weltweit gefragt. Wenn es schon immer Dein Wunsch war, irgendwann einmal ins Ausland zu gehen, kannst Du Dich bereits während Deines Agrarwissenschaft-Studiums international ausrichten. Einige Hochschulen in Deutschland bieten englischsprachige Studiengänge an und kooperieren mit Hochschulen aus anderen Ländern.

Gehalt

Als Absolvent eines Agrarwissenschaften-Studiums kannst Du mit einem durchschnittlichen Einstiegsgehalt von zirka 35.100 Euro rechnen. Was Du am Ende verdienst, hängt natürlich wesentlich von Deinem Berufszweig ab, aber auch von der Größe Deines Arbeitgebers oder der Region, in der Du arbeitest. Bei den vielfältigen Perspektiven, die das Agrarwissenschaften-Studium bietet, gibt es deutliche Unterschiede, je nachdem ob Du Dich beispielsweise mit einem eigenen Landwirtschaftsbetrieb selbstständig machst oder in einer Behörde bist. Wenn Du einen Master in Agrarwissenschaften hast, kannst Du in der freien Wirtschaft im Schnitt zwischen 3.600 und 4.000 Euro brutto verdienen. Im öffentlichen Dienst richtet sich Dein Gehalt nach den Vorschriften des Beamtenrechts oder nach den öffentlichen Tarifverträgen. Dabei spielt auch die Anzahl Deiner Berufsjahre eine wichtige Rolle. Der Vorteil ist hier, dass Du Dir um Gehaltserhöhungen keine Gedanken machen musst. Sie erfolgen automatisch, ohne dass Du darüber mit Deinen Vorgesetzten verhandeln musst.

Welche Voraussetzungen brauche ich, um Agrarwissenschaften zu studieren?

Wenn Du Agrarwissenschaften an einer Universität oder Technischen Universität studieren möchtest, benötigst Du im Regelfall die Allgemeine Hochschulreife (Abitur). Für ein Studium an einer Fachhochschule genügt die Fachhochschulreife, auch Fachabitur genannt. In einigen Bundesländern, beispielsweise in Hessen und Niedersachsen, kannst Du Dich in Agrarwissenschaften aber auch mit dem Fachabitur an einer Uni einschreiben. Ein weiterer Weg zum Agrarwissenschaften-Studium führt über eine gleichwertig anerkannte Hochschulzulassungsberechtigung. Diese hast Du, wenn Du nach einer abgeschlossenen Ausbildung mindestens zwei Jahre Praxiserfahrung in einem landwirtschaftlichen Beruf gesammelt oder einen Meistertitel in diesem Bereich erworben hast.

Neben den allgemeinen Zulassungsvoraussetzungen musst Du im Regelfall ein Vorpraktikum in einem anerkannten landwirtschaftlichen Ausbildungsbetrieb absolvieren. Je nach der Hochschule, in der Du Dich einschreiben möchtest, liegt die vorgeschriebene Praktikumszeit bei bis zu drei Monaten – ein Zeitraum, den Du bei Deiner Studienplanung unbedingt mit einkalkulieren solltest. Wenn Du bereits über berufspraktische Erfahrungen im landwirtschaftlichen Bereich verfügst, fällt das Vorpraktikum üblicherweise für Dich weg.

NC fürs Agrarwissenschaften-Studium

Was den NC angeht, musst Du Dir keine Gedanken machen. Derzeit verlangt nur die Uni Bonn einen bestimmten Abiturdurchschnitt. Dieser liegt bei 3,3 und damit recht hoch.

Wie läuft das Agrarwissenschaften-Studium ab?

Bachelor

An den meisten Hochschulen beginnt das Agrarwissenschaften-Studium jeweils zum Wintersemester. Während Deines Bachelor-Studiums nimmst Du an Vorlesungen und Seminaren teil. Referate und Klausuren gehören ebenso zu Deinem Studienalltag wie praktische Lehrveranstaltungen und die Arbeit im Labor. Außerdem erweiterst Du Dein Wissen im Rahmen von Praktika. Darüber hinaus hast Du an den meisten Hochschulen die Möglichkeit, ein Auslandssemester zu absolvieren. Nach sechs Semestern schließt Du Dein Bachelor-Studium mit einer Bachelorarbeit ab.

Master

Im Master-Studium vertiefst Du das Wissen, dass Du Dir während Deines Bachelor-Studium erworben hast. Ob Du später einmal ökologische Landwirtschaft betreiben oder in einem Weinanbaubetrieb arbeiten möchtest: Hier kannst Du Dich voll auf Deine Interessensschwerpunkte konzentrieren. Manche Masterstudiengänge sind inhaltlich auch so konzipiert, dass Sie Dich gezielt auf eine wissenschaftliche Tätigkeit in Forschung und Lehre vorbereiten. Nach 4 Semestern erlangst Du den Grad eines Master of Science (M.Sc.).

Wie soll ich das Agrarwissenschaften-Studium bezahlen?

Stipendien

Mit einem Vollzeitstipendium musst Du Dir keine Gedanken über Deinen Lebensunterhalt machen. Du bekommst monatlich einen Betrag ausgezahlt, der bequem zum Wohnen und Leben reicht und Dir ermöglicht, Dich voll und ganz auf Dein Agrarwissenschaften-Studium zu konzentrieren. Ein Stipendium zu erhalten, ist einfacher als Du vielleicht denkst. In Deutschland existieren tausende von Stiftungen, die Stipendien anbieten. Die Kriterien für eine Vergabe sind teilweise sehr unterschiedlich. Auch mit durchschnittlichen Noten kannst Du ein Stipendium finden. Wenn Du wissen willst, welches Angebot zu Dir passt, empfehlen wir Dir unsere Online-Stipendiensuche. Hier findest Du bestimmt das richtige Stipendium.

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BAföG

BAföG ist eine weitere Möglichkeit, Agrarwissenschaften ohne finanziellen Stress zu studieren. Einen Anspruch auf diese staatliche Hilfe hast Du, wenn Deine Eltern nicht in der Lage sind, Dein Studium finanziell zu unterstützen. Ob der Anspruch auf BAföG besteht oder nicht, richtet sich neben dem Einkommen Deiner Eltern noch nach weiteren Kriterien. Welche Möglichkeiten Du hier hast, kannst Du mit Hilfe unseres BAföG-Rechners schnell und einfach herausfinden.

Studienkredit

Studienkredite haben den Vorteil, dass Sie erst dann fällig werden, wenn Du Dein Studium erfolgreich abgeschlossen hast und ein regelmäßiges Einkommen beziehst. So lange der Kredit läuft, wird er in monatlichen Raten ausgezahlt. Die Angebote unterscheiden sich teilweise deutlich voneinander. Daher ist es wichtig, dass Du sie Dir vorher gründlich und in aller Ruhe anschaust und miteinander vergleichst.

Studentenjob

Klassische Studentenjobs wie kellnern, Nachhilfe geben oder Taxifahren sind noch immer sehr beliebt. Auch wenn Du BAföG beziehst kannst Du jedes Jahr bis zu 5.400 Euro mit Jobben dazuverdienen, ohne dass Dein Anspruch dadurch erlischt.

Passt das Agrarwissenschaften-Studium zu mir?

Hattest Du schon immer von einem Beruf geträumt, in dem Du draußen sein kannst und der viel mit Natur und Pflanzen zu hat? Hast Du keine Scheu vor Matsch und großen Tieren? Hast Du in der Schule schon Interesse für Naturwissenschaften wie Biologie, Chemie und Physik gehabt und kannst Dir vorstellen, den Umgang mit großen Maschinen zu lernen? Wenn Du all diese Fragen mit ja beantwortest, dann bist Du im Studium Agrarwissenschaften genau richtig.


Ist der Studiengang das richtige für mich?

Mathematik
5/10
Menschen
3/10
Technik
6/10
Kreativität
2/10
Sprache
1/10


Wenn Du Dir trotzdem immer noch nicht sicher bist, ob Agrarwissenschaften das passende Studienfach für Dich ist, empfehlen wir Dir diesen Online-Studienorientierungstest. Hier kannst Du in wenigen Klicks herausfinden, wie gut der Studiengang zu Deinen Stärken und Interessen passt.