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Unfallversicherung: Für wen ist das sinnvoll?

Eine private Unfallversicherung soll Dich vor finanziellen Schwierigkeiten bewahren, die infolge eines Arbeits-, Sport- oder Freizeitunfalls entstehen können. Hier erklären wir Dir, für welche Menschen eine Unfallversicherung sinnvoll ist, was eine gute Versicherungspolizze ausmacht und von welchen Zusatzangeboten Du lieber die Finger lässt.

Unfallversicherung: Das Wichtigste auf einen Blick

  • Um gegen Freizeitunfälle versichert zu sein, ist eine private Unfallversicherung notwendig.
  • Eine private Unfall-Versicherung zahlt nur bei einem bleibenden Gesundheitsschaden (Invalidität).
  • Eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) bietet einen umfassenderen Schutz. Eine private Unfallversicherung ist sinnvoll, wenn Du keine günstige BU bekommst.
  • Der Auszahlungsbetrag ergibt sich aus der Versicherungssumme, der vereinbarten Progression (Steigerungskurve) und dem Invaliditätsgrad (Schweregrad der Behinderung).
  • Achte auf eine ausreichend hohe Versicherungssumme (mindestens 100.000 Euro).
  • Achte auf eine großzügige Unfall-Definition und mögliche Leistungsausschlüsse (z.B. Risikosportarten!).

Definition: Was ist eine Unfallversicherung?

Eine Unfallversicherung zahlt einen Geldbetrag aus, wenn eine versicherte Person durch einen Unfall dauerhaft körperlich oder geistig beeinträchtigt (invalide) ist. Je nach Vertragsbedingungen greift sie auch, wenn jemand durch einen Unfall stirbt. Üblich ist die Einmalzahlung einer vereinbarten Geldsumme. Optional lassen sich auch weitere Leistungen wie eine lebenslange Rente vereinbaren.

Mit einer Unfallversicherung sind nur die gesundheitlichen Folgen bei der versicherten Person selbst abgedeckt. Für andere Personen, die durch einen Unfall zu Schaden kommen, erbringt die Unfallversicherung keine Leistungen. Dafür ist eine private Haftpflichtversicherung zuständig.

Welche Unfallversicherung ist die beste?

Private Unfallversicherungen gibt es wie Sand am Meer - und die einzelnen Anbieter unterscheiden sich teils beträchtlich in ihren genauen Leistungen und Preisen. Unser Online-Rechner hilft Dir herauszufinden, welche Unfallversicherung im Vergleich die beste für Dich ist. Du erhältst mit wenigen Klicks sofort maßgeschneiderte Angebote - selbstverständlich völlig unverbindlich!

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Welche Arten von Unfallversicherung gibt es überhaupt?

Grundlegend zu unterscheiden sind die gesetzliche Unfallversicherung und private Versicherungen. Die gesetzliche Unfallversicherung ist ein Teilbereich der allgemeinen Sozialversicherung und für bestimmte Personengruppen verpflichtend. Eine private Unfallversicherung kannst Du dagegen freiwillig abschließen.

Gesetzliche Unfallversicherung

Die gesetzliche Unfallversicherung wird von den Berufsgenossenschaften und Unfallkassen organisiert. Im Unterschied zur Kranken- und Rentenversicherung zahlt die Beiträge nur der Arbeitgeber, für Dich als Arbeitnehmer ist die Unfall-Versicherung kostenlos. Gesetzlich unfallversichert ist jeder, der in einem Arbeits-, Ausbildungs- oder sonstigem Dienstverhältnis steht, also

  • Arbeitnehmer
  • Landwirte
  • Auszubildende
  • Schüler und Studenten
  • Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger (unter bestimmten Bedingungen)
  • Ehrenamtliche

Die gesetzliche Unfallversicherung greift aber nur bei Unfällen oder Gesundheitsproblemen, die mit der beruflichen Tätigkeit in Zusammenhang stehen. Das sind

  • Unfälle am Arbeitsplatz
  • Unfälle auf dem Weg zur oder von der Arbeit
  • Berufskrankheiten (z.B. Bandscheibenvorfall eines Arbeiters)

Private Unfallversicherung

Private Unfallversicherungen greifen sowohl bei Arbeitsunfällen als auch bei Freizeitunfällen und Unfällen im Haushalt. Normalerweise gilt der Versicherungsschutz rund um die Uhr und weltweit. Das genaue Leistungsspektrum lässt sich frei mit der Versicherung vereinbaren. Neben allgemeinen Unfallversicherungen gibt es auch ein paar Sonderformen:

Kurzzeit-Unfall-Versicherung

Solche Versicherungen werden salopp auch als "Oktoberfest-Polizzen" bezeichnet. Sie gelten nur wenige Tage. Eine Kurzzeit-Unfallversicherung kann sinnvoll sein, wenn Du Dich in eine "gefährliche" Situation mit einem erhöhten Unfallrisiko begibst (z.B. im Skiurlaub).

Kfz-Insassen-Unfallversicherung

Mit einer Kfz-Insassen-Unfallversicherung sind alle Insassen versichert, wenn Du als Versicherungsnehmer ein Fahrzeug lenkst. Allerdings greift hier auch eine Kfz-Haftpflichtversicherung.

Senioren-Unfallversicherung

Bei einer "herkömmlichen" Unfall-Versicherung gelten häufig Altersgrenzen. Wer über 65 oder 70 Jahre alt ist, bekommt oft keinen Standard-Tarif, kann aber einen speziellen Senioren-Tarif wählen. Er ist in der Regel teurer, bietet dafür aber einen umfassenden Versicherungsschutz mit höheren Leistungen.

Ist eine private Unfallversicherung sinnvoll?

Ob eine Unfallversicherung sinnvoll ist oder nicht, darüber scheiden sich die Geister. Fest steht: Rund 70 Prozent aller Unfälle passieren in der Freizeit. Hier greift die gesetzliche Unfallversicherung grundsätzlich nicht. Andererseits gehen nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gerade einmal 2 Prozent aller Schwerbehinderungen tatsächlich auf Unfälle zurück. In 85 Prozent der Fälle sind sie eine Folge von Krankheiten.

Gegen die Folgen von Krankheiten kannst Du Dich mit einer Unfallversicherung aber nicht absichern. Der optimale Schutz wäre hier eine private Berufsunfähigkeitsversicherung. Sie greift, wenn Du Deinen Beruf für mehr als 6 Monate aus gesundheitlichen Gründen nicht ausüben kannst. Allerdings kann nicht jeder so einfach eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen: Menschen mit Vorerkrankungen, gefährlichen Berufen oder riskanten Hobbys werden von den Versicherungen oft abgelehnt oder zahlen horrende Prämien. Auch kleinere Kinder können noch nicht versichert werden - es gibt allerdings Sondertarife für Schüler.

Du solltest Dich grundsätzlich zuerst um eine Berufsunfähigkeitsversicherung kümmern. Sie bietet einen umfassenderen Schutz als eine private Unfallversicherung. Falls Du aber keine günstige Berufsunfähigkeitsversicherung bekommst oder Dich aus bestimmten Gründen doppelt absichern willst, kann eine Unfallversicherung sinnvoll sein.

Eine solche Doppelversicherung ist kein Nachteil. Denn die Leistungen der privaten Unfallversicherung bekommst Du immer zusätzlich zu anderen Geldzahlungen, die Dir zustehen - also beispielsweise zusätzlich zu den Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung oder dem Schmerzensgeld, falls jemand anderer die Schuld am Unfall trägt.

Wer sollte eine Unfallversicherung abschließen?

Eine private Unfallversicherung kann sinnvoll sein für

  • Kinder: Bei ihnen wiegen Unfallfolgen besonders schwer, weil sie noch eine lange Lebensspanne vor sich haben. Alternativ kannst Du auch eine Kinder-Invaliditätsversicherung abschließen. Sie bietet einen umfassenderen Schutz, weil sie auch Invalidität infolge von Krankheit einschließt.
  • Selbstständige: Als Selbstständiger bist Du nicht automatisch gesetzlich unfallversichert, kannst Dich aber freiwillig versichern. Weil Du die Versicherungsbeiträge im Unterschied zu Arbeitnehmern selbst bezahlst, kann als Alternative eine private Unfallversicherung sinnvoll sein. Sie bietet Dir einen umfassenden Schutz auch in der Freizeit. Am besten lässt Du Dir ein paar Angebote legen und rechnest genau durch, ob eine private Unfallversicherung im Vergleich zur gesetzlichen ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis bietet!
  • Menschen mit riskanten Hobbys: Eine Unfallversicherung kann sinnvoll sein, wenn Du in Deiner Freizeit gefährliche Sportarten wie Klettern oder Fallschirmspringen ausübst. Doch Vorsicht, je nach Versicherung sind Unfälle bei bestimmten Sportarten (wie Flug- oder Autorennsport) vom Schutz oft ausgenommen! Manche Anbieter heben bei riskanten Hobbys Risikozuschläge ein, die Unfall-Versicherung wird also teurer.

Ob eine Unfallversicherung notwendig ist, hängt natürlich auch von Deinem persönlichen Sicherheitsbedürfnis ab. Nicht zuletzt ist entscheidend, ob Du Dir die Prämien leisten kannst, ohne bei anderen, wichtigeren Versicherungen einzusparen (wie einer Haftpflicht- oder Berufsunfähigkeitsversicherung).

In welchen Fällen zahlt eine private Unfallversicherung?

Wenn Du einen Unfall erleidest, bekommst Du nicht automatisch Geld von der Unfallversicherung. Dazu müssen eine Handvoll Voraussetzungen erfüllt sein. Die wichtigste ist, dass Du einen dauerhaften Gesundheitsschaden erleidest. Dauerhaft bedeutet: Die Beeinträchtigung wird voraussichtlich länger als 3 Jahre andauern und es ist nicht zu erwarten, dass sich der Zustand bessert.

Wenn Du mit Knochenbrüchen längere Zeit im Krankenhaus liegst, aber wieder ganz gesund wirst, zahlt die Versicherung wahrscheinlich nicht. Außerdem sind bestimmte Unfälle oder Unfallursachen vom Versicherungsschutz ausgenommen.

Was zählt als Unfall?

Was als Unfall gilt, wird im Versicherungsvertragsgesetz (VVG) genau definiert. Dort heißt es: "Ein Unfall liegt vor, wenn die versicherte Person durch ein plötzlich von außen auf ihren Körper wirkendes Ereignis unfreiwillig eine Gesundheitsschädigung erleidet." (§ 178 Abs. 2 VVG).

Das klingt jetzt ein wenig kompliziert. Doch es gibt für den Unfallbegriff eine einfachere Eselsbrücke, nämlich das Wort PAUKE. Ein Unfall ist demnach

  • P wie plötzlich: Es muss sich um einen konkreten Zeitpunkt handeln. Wenn sich jemand beim Marathonlaufen nach und nach die Kniegelenke ruiniert, ist das kein Unfall.
  • A wie von außen verursacht: Wenn eine Person durch eine plötzliche Ohnmacht oder einen Herzinfarkt stürzt, ist das nicht von außen verursacht und daher oft nicht gedeckt. Dasselbe gilt für einen Bandscheibenvorfall beim Heben einer schweren Last.
  • U wie unfreiwillig: Du darfst den Unfall nicht mutwillig oder in selbstverletzender Absicht herbeigeführt haben.
  • K wie auf den Körper wirkend: Wenn ein Gesundheitsschaden nur indirekt wegen der psychischen Belastung durch einen Unfall entstanden ist, wäre das kein Versicherungsfall - zum Beispiel, wenn jemand nach einem Unfall wegen der Aufregung einen Herzinfarkt erleidet.
  • E wie Ereignis: Als Ereignis gilt entweder ein menschliches Handel (z.B. Schlagen, Stoßen, Fahrzeuge lenken) oder ein Naturereignis (z.B. Feuer, Steinschlag, Lawinen).

Gute Versicherungen legen den Unfallbegriff freiwillig großzügiger aus als der Gesetzgeber verlangt. Es ist bei einer Unfallversicherung sinnvoll, wenn die folgenden Unfälle oder Unfallursachen mit eingeschlossen sind:

  • Eigenbewegung und erhöhte Kraftanstrengung: Dadurch bist Du auch geschützt, wenn Du beim Sport ohne einen äußeren Anlass stürzt oder beim Heben einer schweren Last eine Wirbelsäulenverletzung erleidest.
  • Bewusstseinsstörungen: Wenn Du eine Ohnmacht, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erleidest und dadurch stürzt, hat das keine äußere, sondern eine "innere" Ursache. Weil solche Unfälle häufig vorkommen, ist eine private Unfallversicherung sinnvoll, die Bewusstseinsstörungen mit einschließt.
  • Infektionen und Zeckenbisse: Dadurch sind beispielsweise Gesundheitsbeeinträchtigungen durch eine von Zecken übertragene Borreliose gedeckt.

Bei welchen Unfällen zahlt die Unfallversicherung nicht?

Je nach Versicherung sind nicht alle Arten von Unfällen durch eine private Unfallversicherung gedeckt. Häufige Ausschlussgründe sind:

  • Besonders gefährliche Berufe: Unfälle, die bei der Ausübung außergewöhnlich gefährlicher Berufe passieren, sind häufig ausgeschlossen. Als "besonders gefährlich" gelten beispielsweise Berufe wie Artist, Bergmann, Dachdecker, Stuntman oder Pyrotechniker. In der Regel sind diese Personen aber über ihren Arbeitgeber gesetzlich unfallversichert.
  • Krankheiten und Gebrechen: Ist ein Unfall vollständig auf eine Krankheit zurückzuführen, greift die Unfallversicherung nicht - z.B. bei einem Sturz aufgrund von Epilepsie. Es kann aber sein, dass ein Unfall und eine Krankheit zusammenwirken. Beispielsweise erleidet eine Person mit Osteoporose wesentlich leichter einen Knochenbruch als ein gesunder Mensch. In solchen Fällen zieht die Versicherung einen sogenannten "Mitwirkungsanteil von Krankheiten" ab und kürzt ihre Leistung entsprechend.
  • Alkohol- oder Drogeneinfluss: Häufig gilt eine sogenannte "Alkoholklausel", Unfälle unter Alkoholeinfluss sind nicht gedeckt. Bei manchen Anbietern darfst Du bis zu einer gewissen Promillegrenze Alkohol im Blut haben. Auch Unfälle unter Drogeneinfluss sind in aller Regel vom Versicherungsschutz ausgeschlossen.
  • Straftaten: Unfälle, die während der Begehung einer Straftat passieren, sind nie versichert.
  • Risiko-Sportarten: Ausgeschlossen sind häufig auch Unfälle bei Sportarten, die hoch riskant sind oder "auf Verletzung abzielen" (z.B. Kickboxen). Was genau als Risikosport zählt, kann bei den einzelnen Anbietern sehr unterschiedlich sein! Häufig lassen sich solche Sportarten gegen einen Aufpreis, einen sogenannten Risikozuschlag, versichern.
  • Flugsport und Autorennsport: Unfälle bei Auto- bzw. Motorradrennen oder Hobby-Flügen sind in der Regel nicht gedeckt.

Welche genauen Leistungen erbringt eine Unfallversicherung?

Invaliditätsleistung

Der kleinste gemeinsame Nenner aller Unfallversicherungen ist die sogenannte Invaliditätsleistung. Das ist eine Einmalzahlung eines bestimmten Geldbetrages, die Du bekommst, nachdem ein bleibender Gesundheitsschaden durch einen Unfall von einem Arzt nachgewiesen wurde.

Den Geldbetrag kannst Du verwenden, wie Du möchtest: Du kannst ihn anlegen und Dir davon eine monatliche Rente auszahlen, den behindertengerechten Umbau Deiner Wohnung bezahlen oder eine private medizinische Zusatzbehandlung finanzieren.

Die Höhe der Invaliditätsleistung wird immer individuell berechnet, sie fällt also je nach Einzelfall unterschiedlich aus. Wieviel Geld Du genau bekommst, hängt von diesen Faktoren ab:

  • Versicherungssumme (auch Grundsumme oder Grundinvalidität genannt)
  • Invaliditätsgrad
  • Progression
  • Dynamik
  • Mitwirkungsanteil von Vorerkrankungen

Die Versicherungssumme ist ein Grundbetrag, den Du frei vereinbaren kannst. Die anderen Faktoren werden auf die Versicherungssumme aufgerechnet. Sie können den Betrag, den Du herausbekommst, entweder erhöhen oder erniedrigen. Im Folgenden erklären wir Dir, wie das genau funktioniert.

Wie hoch sollte die Versicherungssumme sein?

Die Versicherungssumme ist der maximale Betrag, den Du herausbekommst, falls Du keine Progression vereinbart hast. Je höher die Versicherungssumme ist, desto teurer wird die Versicherung. Trotzdem solltest Du hier nicht den Sparstift ansetzen. Denn mit dem Auszahlungsbetrag solltest Du zumindest die Mehrkosten decken können, die Du durch den Unfall hast.

Eine Versicherungssumme im sechsstelligen Bereich betrachten Experten bei einer Unfallversicherung als sinnvoll. Ein entscheidender Faktor ist Dein Alter: Falls Du noch jung bist, solltest Du länger von dem Geld zehren können, weil Du noch eine lange Lebensspanne vor Dir hast. Mehrere 100.000 Euro können dann durchaus angebracht sein. Darüber hinaus solltest Du bedenken,

  • wie hoch Deine Rücklagen sind
  • welche zusätzlichen Versicherungen Du hast, die bei einer Invalidität greifen (z.B. gesetzliche Unfallversicherung, Berufsunfähigkeitsversicherung)
  • welche einmaligen Kosten auf Dich zukommen, wenn Du Deine Wohnung oder Dein Haus behindertengerecht gestalten musst
  • wie hoch Dein laufender Geldbedarf ist, wenn Dein Arbeitslohn ausfällt und Du zusätzlich Pflegeleistungen und Ähnliches finanzieren musst

Wie bemisst sich der Invaliditätsgrad?

Die volle Versicherungssumme bekommst Du nur bei einem besonders gravierenden Gesundheitsschaden ausbezahlt. Im Versicherungsdeutsch spricht man von "Vollinvalidität". Bei einer sogenannten Teilinvalidität erhältst Du einen entsprechend geringeren Anteil der Versicherungssumme. Sie hängt vom Invaliditätsgrad ab.

Der Invaliditätsgrad bezeichnet also das Ausmaß der gesundheitlichen Beeinträchtigung. Er wird in Prozent angegeben. Um den Invaliditätsgrad zu berechnen, ordnen die Versicherungen den einzelnen Körperteilen und Sinnesorganen bestimmte Werte zu. Diese Zuordnungen bezeichnet man als "Gliedertaxen". Ein Daumen kann beispielsweise 20 Prozent wert sein. Wenn Du einen Daumen verlierst oder er vollkommen funktionsunfähig ist, hast Du eine Teilinvalidität von 20 Prozent. Die Unfallversicherung würde Dir dann 20 Prozent der vereinbarten Versicherungssumme ausbezahlen.

Es gibt Empfehlungen des Versicherungsverbands GDV, wie hoch die Gliedertaxen sein sollten. Hier ein paar Beispiele:

  • ein Auge: 50 Prozent
  • kompletter Arm: 70 Prozent
  • komplette Hand: 55 Prozent
  • kompletter Fuß: 40 Prozent
  • Bein über Mitte Oberschenkel: 70 Prozent
  • Gehörsinn an einem Ohr: 30 Prozent

Gute Tarife überschreiten aber häufig diese Empfehlungen. Niedriger sollten die Werte auf keinen Fall sein!

Wenn mehrere Körperteile betroffen sind, dann addieren sich die Werte. Mehr als 100 Prozent lassen sich aber nicht erreichen. Die in der Gliedertaxe angegebenen Werte gelten allerdings nur dann, wenn ein Körperteil oder Sinnesorgan völlig funktionslos geworden ist. Wenn Du das Organ noch teilweise nutzen kannst, berechnet die Versicherung ihre Auszahlung anteilig. Hast Du beispielsweise an einem Ohr 50 Prozent Deines Gehörsinns verloren, dann beträgt die Auszahlung 50 Prozent von 30 Prozent, also 15 Prozent der Versicherungssumme.

Wichtig: Es gibt Versicherungen, die erst ab einem gewissen Invaliditätsgrad (z.B. 25 Prozent) eine Auszahlung leisten. Solche Tarife solltest Du eher meiden. Es ist bei einer Unfallversicherung sinnvoll, wenn sie schon ab 1 Prozent Invalidität den entsprechenden Teilbetrag auszahlt. Denn geringere Gesundheitsschäden kommen wesentlich häufiger vor als schwere.

Was bedeutet Progression?

Bis jetzt haben wir angenommen, dass der Auszahlungsbetrag im gleichen Verhältnis wie der Invaliditätsgrad ansteigt: 50 Prozent Invalidität ergeben einen Auszahlungsbetrag von 50 Prozent der Versicherungssumme, 70 Prozent Invalidität ergeben 70 Prozent der Versicherungssumme, usw. Wenn Du einen Progressionstarif wählst, steigt der Auszahlungsbetrag nicht linear, sondern progressiv ("kurvenförmig") an. Das hat den Vorteil, dass Du bei einem schweren Gesundheitsschaden verhältnismäßig mehr Geld bekommst als bei einem leichteren. Wenn Du beispielsweise eine Progression von 300 Prozent wählst, dann bekommst Du bei einer Vollinvalidität nicht 100 Prozent, sondern 300 Prozent der vereinbarten Versicherungssumme. Je niedriger Dein Invaliditätsgrad ist, desto geringer fällt der Aufschlag durch die Progressionskurve aus. Bei einer Teilinvalidität von 30 Prozent könnten es beispielsweise 35 Prozent der Versicherungssumme sein. Wie hoch die Auszahlung jeweils ist, kannst Du aus Tabellen im Versicherungsvertrag ablesen. Diese Tabellen heißen auch "Progressionsstaffeln".

Häufig werden Progressionstarife mit 225 bis hin zu 1.000 Prozent angeboten. Je höher die Progression ist, desto teurer wird die Versicherung. Andererseits bekommst Du wesentlich mehr Geld, falls Du einen sehr schweren Gesundheitsschaden erleidest. In der Regel ist eine Progression von 225 oder 350 Prozent bei der Unfallversicherung sinnvoll. Progressionstarife mit 500 Prozent oder mehr sind oft empfindlich teurer.

Was bedeutet Dynamik?

Wenn Du eine sogenannte Dynamik vereinbarst, erhöht sich die Versicherungssumme jährlich um einen festgelegten Prozentsatz, beispielsweise 1 Prozent. Dafür zahlst Du eine etwas höhere Prämie. Eine Dynamik soll die allgemeine Geldentwertung (Inflation) ausgleichen. In der Regel ist eine Dynamik bei einer Unfallversicherung nicht notwendig. Das hat folgenden Grund: Je älter Du wirst, desto weniger Geld brauchst Du, damit Du über Deine ganze Lebensspanne hinweg versorgt bist. Du kannst daher in Kauf nehmen, dass die ausbezahlte Geldsumme in späteren Lebensjahren weniger wert ist.

Was bedeutet der Mitwirkungsanteil von Vorerkrankungen?

Es kann sein, dass ein Unfall und eine Vorerkrankung gemeinsam zu dem Gesundheitsschaden beigetragen haben. In diesem Fall kann die Versicherung den Anteil der Krankheit herausrechnen und ihre Leistung anteilig kürzen.

Ein Beispiel: Durch einen Motorradunfall ist ein Knie funktionsuntüchtig geworden. Der Arzt stellt einen Mitwirkungsanteil eines früheren Kreuzbandrisses von 20 Prozent fest. Dann zahlt die Versicherung um 20 Prozent weniger aus.

Gute Tarife verzichten allerdings auf den Mitwirkungsanteil oder kürzen ihre Leistung wenigstens nur dann, wenn die Vorerkrankung mit mehr als 50 Prozent zu dem Gesundheitsschaden beigetragen hat.

Individuelle Zusatzleistungen

Welche weiteren Leistungen die Unfallversicherung erbringen soll, kannst Du prinzipiell frei vereinbaren. Dabei solltest Du genau abwägen, welche Zusatzbausteine bei Deiner Unfallversicherung sinnvoll sind, denn meistens erhöhen sie die Prämie.

Vor dem Abschluss einer Unfallversicherung ist es sinnvoll zu kontrollieren, in welchen Bereichen bereits eine andere Versicherung greift. Dadurch vermeidest Du eine unnötige Doppelversicherung.

Häufig werden folgende Zusatzleistungen angeboten:

Leistung im Todesfall

Eine Todesfall-Leistung ist ein fixer Geldbetrag, der an Angehörige ausbezahlt wird, wenn ein Versicherter nach einem Unfall innerhalb einer bestimmten Frist (meist 12 Monate) verstirbt. Das Geld können die Hinterbliebenen beispielsweise verwenden, um die Bestattung zu finanzieren.

Falls Du bereits eine Risikolebensversicherung abgeschlossen hast, um Deine Angehörigen abzusichern, ist die Todesfall-Leistung bei der Unfallversicherung nicht notwendig. Sie kann aber aus einem anderen Grund sinnvoll sein: Bei besonders schwerwiegenden Verletzungen zahlen einige Versicherungen einen Vorschuss, noch bevor der bleibende Gesundheitsschaden vom Arzt festgestellt wurde. Die Höhe dieses Vorschusses ist bei vielen Tarifen an die Höhe der Todesfall-Summe gekoppelt, es wird maximal so viel wie die vereinbarte Todesfall-Leistung ausbezahlt.

Unfallrente

Wenn Du eine Unfallrente vereinbarst, zahlt Dir die Versicherung lebenslang monatlich einen vereinbarten Geldbetrag aus. Du bekommst ihn zusätzlich zu einer staatlichen Rente. Oft wird die Versicherung dadurch aber recht teuer. Du kannst stattdessen auch einen Teil der Invaliditätsleistung ansparen und Dir davon selbst eine Rente auszahlen. Was sinnvoller ist, hängt nicht zuletzt von Deinem Alter ab: Je jünger Du bist, desto eher profitierst Du von einer Unfallrente.

Achte aber darauf, unter welchen Bedingungen sie ausbezahlt wird. Bei vielen Anbietern muss dafür ein Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent vorliegen - das entspricht z.B. einer Beinamputation unterhalb des Knies. Gute Versicherungen bezahlen die Unfallrente auch dann, wenn die Beeinträchtigung weniger schwerwiegend ist.

Krankenhaus-Tagegeld

Optional bekommst Du von der Versicherung ein Tagegeld, wenn Du nach einem Unfall stationär in ein Krankenhaus aufgenommen wirst. Zwar übernimmt Deine Krankenversicherung bereits einen Großteil der Kosten, Du bezahlst aber einen Selbstbehalt von 10 Euro pro Tag. Auch Fernseher oder Telefon musst Du häufig aus eigener Tasche berappen. Ein Krankentagegeld bekommst Du aber auch von Deinem Arbeitgeber bzw. Deiner Krankenversicherung, daher ist diese Zusatzoption bei der Unfallversicherung nicht notwendig - zumal Deine eigenen Kosten bei einem Krankenhausaufenthalt recht überschaubar sind.

Genesungsgeld

Das Genesungsgeld ist in der Regel an das Krankenhaus-Tagegeld gekoppelt. Meist bekommst Du es nach Deiner Entlassung für dieselbe Anzahl an Tagen, wie Du im Krankenhaus warst.

Übergangsleistung (Vorschussleistung)

Bevor Du Geld von der privaten Unfallversicherung erhältst, muss ein Arzt erst ein Gutachten über Deine Gesundheitsbeeinträchtigung erstellen - und das dauert. In der Zwischenzeit fallen aber oft hohe Kosten an, z.B. für einen behindertengerechten Umbau Deiner Wohnung. Viele Versicherungen bieten daher eine Vorschussleistung in besonders schweren Fällen an, in denen ein dauerhafter Gesundheitsschaden voraussehbar ist (z.B. bei einer Querschnittslähmung). Oft ist die Höhe des Geldbetrages an die Höhe einer vereinbarten Todesfall-Summe gekoppelt. Eine Übergangsleistung kann bei einer Unfallversicherung sinnvoll sein, damit Du oder Deine Angehörigen nicht in Zahlungsschwierigkeiten kommen.

Kurkostenbeihilfe

Darunter versteht man einen Kostenzuschuss zu stationären Kur- oder Reha-Aufenthalten. Normalerweise übernimmt die staatliche Rentenversicherung die Kosten für Rehabilitationsmaßnahmen. Es gibt aber immer wieder Fälle, in denen die Rentenversicherung den Reha-Antrag ablehnt. Wenn Du Dich dagegen absichern willst, kann eine Kurkostenbeihilfe bei der Unfallversicherung sinnvoll sein.

Achte beim Unfallversicherungsvergleich darauf, wie hoch der Zuschuss ist. Ein Reha-Aufenthalt verursacht in der Regel Kosten im fünfstelligen Euro-Bereich!

Pflegegeld

Es kann sein, dass Du nach einem Unfall dauerhaft Pflegeleistungen und Unterstützung im Alltag brauchst. Viele Versicherungen zahlen dafür ein Pflegegeld. Seine Höhe fällt je nach Anbieter sehr unterschiedlich aus und deckt nicht immer die tatsächlichen Kosten.

Such-, Rettungs- und Bergungseinsätze

Wenn Du beispielsweise nach einem Ski- oder Bergunfall mit dem Hubschrauber geborgen werden musst, kann sich die Rechnung leicht auf 50.000 Euro und mehr belaufen! Es ist daher vorteilhaft, wenn die Unfallversicherung diese Kosten - oder zumindest einen hohen Anteil davon - übernimmt.

Kosmetische Operationen

Eine sinnvolle Zusatzoption ist die Kostenübernahme bei kosmetischen Operationen. Falls Du durch einen Unfall entstellt bist, bezahlt die Versicherung die medizinische Behandlung, um Dein Aussehen wieder herzustellen. Gute Tarife übernehmen auch die Kosten für Zahnersatz.

Was muss ich als Versicherter beachten?

Vorvertragliche Anzeigepflicht

Bevor Du eine Unfallversicherung abschließt, musst Du einige Fragen zu bestehenden Vorerkrankungen, Deinem Beruf und Deinen Freizeitgewohnheiten beantworten. Die Versicherung wägt auf dieser Grundlage ab, zu welchen Konditionen sie Dir einen Versicherungsvertrag anbieten kann. Im Vergleich zu einer privaten Krankenversicherung musst Du üblicherweise relativ wenige Gesundheitsfragen beantworten.

Übst Du riskante Sportarten wie Tauchen oder Fallschirmspringen aus, dann kann es sein, dass die Versicherung einen Risikoaufschlag einhebt. Du solltest die Fragen trotzdem wahrheitsgetreu beantworten. Denn sonst kann es sein, dass die Versicherung den Vertrag später kündigt oder bei einem Unfall keine Leistungen erbringt.

Nach einem Unfall: Meldefristen

Üblicherweise ist der Zeitraum begrenzt, in dem Du einen unfallbedingten Gesundheitsschaden melden kannst. Oft gilt eine Frist von 15 Monaten ab dem Tag des Unfalls. Günstiger ist aber eine Frist von 18 oder sogar 24 Monaten. Denn häufig zeigt sich das Ausmaß eines Gesundheitsschadens erst nach längerer Zeit.

Wichtig: Einen Todesfall müssen Angehörige innerhalb einer recht kurzen Frist melden, häufig sind es 48 Stunden. Sonst können sie den Anspruch auf die Todesfall-Summe verlieren!

Wieviel kostet eine private Unfallversicherung?

Leistungsstarke Tarife bekommst Du schon ab rund 6 Euro monatlich, die Prämien können aber auch erheblich höher ausfallen. Entscheidend sind

  • der Leistungsumfang der Versicherung
  • Deine persönlichen Voraussetzungen (individuelles Risiko)

Teurer wird die Unfallversicherung, wenn Du

  • über 65 oder 70 Jahre bist
  • einen Beruf mit hohem Unfallrisiko hast
  • riskante Sportarten ausübst
  • eine hohe Versicherungssumme und / oder eine hohe Progression vereinbarst
  • viele optionale Zusatzleistungen wählst (z.B. Unfallrente)

Geld sparen kannst Du, indem Du

  • eine längere Mindestvertragsdauer von 3 oder 5 Jahren wählst
  • die Jahresprämie in einer Summe anstatt monatlich zahlst
  • einen Familientarif für mehrere Personen abschließt
  • einen Unfallversicherungsvergleich mit dem Online-Rechner vornimmst

Übrigens: Die Beiträge in eine private Unfallversicherung sind steuerlich absetzbar. Einen Teil kannst Du als private Sonderausgaben geltend machen, einen Teil als berufliche Werbungskosten - denn die private Unfallversicherung deckt auch Arbeitsunfälle ab.

Wie sinnvoll sind Tarife mit Beitragsrückgewähr?

Viele Versicherungen werben damit, dass Du einen Teil der Prämien zurück bekommst, wenn Du nach einer bestimmten Zeit keinen Unfall hattest. Doch Vorsicht: Du bekommst nicht wirklich Prämien zurück, denn das wäre für keine Versicherung wirtschaftlich. Stattdessen schließt Du eine Art Sparvertrag ab. Du zahlst einen Aufschlag auf Deine Prämie, den die Versicherung für Dich anlegt, um Dir das Geld später wieder zurückzuzahlen. Die Rendite ist in der Regel aber nicht hoch. Daher ist es besser, Du verzichtest auf eine Beitragsrückgewähr und legst das Geld selber an!