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Rendite: Definition, Arten und Anlagestrategien

Wenn Du anfängst, Dich mit Kapitalanlagen zu beschäftigen, wirst Du auch um den Begriff Rendite nicht drum herumkommen. Vereinfacht gesagt bezeichnet die Rendite den Gewinn, den Du aus einer Geldanlage erwirtschaftest – doch damit ist es nicht getan. Was Du noch über die Rendite wissen solltest, wie Du die Rendite berechnest und welche unterschiedlichen Formen es gibt, erfährst Du hier.

Was ist eine Rendite (Definition)?

Die Rendite ist ein Begriff aus dem Finanzwesen und bezeichnet den tatsächlichen Ertrag einer Kapitalanlage. Der Begriff selbst wurde von dem italienischen Wort rendita abgeleitet, welches Gewinn oder Ertrag bedeutet. Der Zins ist die bekannteste Form der Rendite.

Wenn Du Dich also entscheidest Kapital – zum Beispiel in Form von Geld oder einer Immobilie – anzulegen, so bezeichnet man den Gewinn, den Du aus dieser Anlage erzielst, als Rendite. Dabei wird die Rendite in Prozent angegeben und in der Regel über einen Zeitraum von einem Jahr betrachtet.

Wie kann ich die Rendite berechnen?

Um die verschiedenen Renditen berechnen zu können gibt es die Rendite-Formel. Dabei gibt es jedoch Unterschiede zwischen der Brutto- und der Nettorendite.

Rendite-Formel

Die Rendite kannst Du mit der Rendite-Formel berechnen. Bei dieser Formel wird der jährliche Gesamtertrag mit 100 multipliziert und dann durch das eingesetzte Kapital geteilt. Heraus kommt die Rendite in Prozent. Bei dem Gesamtertrag handelt es sich um den Gewinn.

Beispiel:

Beispiel zur Renditeberechnung: Angenommen Du hast 200 Euro investiert und am Ende 250 Euro zurückerhalten, so hast Du 50 Euro Gewinn gemacht. Die Rendite beträgt also 25 Prozent. Die Rechnung lautet hier (50 * 100) / 200 = 25.

Bruttorendite

Angefallene Kosten finden bei der Bruttorendite keine Beachtung. Bei der Bruttorendite handelt es sich also um den Ertrag aus einer Geldanlage bevor Steuern oder Abzüge berücksichtigt wurden.

Nettorendite

Bei der Nettorendite handelt es sich hingegen um den tatsächlichen Gewinn. Steuern und Kosten wie Bank- oder Maklergebühren sind hier bereits berücksichtigt – die Nettorendite ist also der Betrag, um den Du reicher geworden bist, weshalb die Nettorendite auch die größere Aussagekraft für Dich hat.

Womit kann eine Rendite erzielt werden?

Eine Rendite kannst Du über mehrere Wege erzielen. So bieten sich neben Aktien und Wertpapieren auch Immobilien oder Sparanlagen an. Welche Wege es gibt:

Aktien

Entscheidest Du Dich, in Aktien zu investieren, so kannst Du durch eine positive Kursentwicklung mit Aktien Renditen erzielen. Den Gewinn erzielst Du in diesem Fall entweder, wenn Du Deine Aktien verkaufst oder über die Dividenden, die in der Regel einmal jährlich ausgezahlt werden.

Wertpapiere

Durch den Verkauf von Wertpapieren kannst Du einen Gewinn erzielen. Wie hoch dieser ist, hängt von dem aktuellen Kurs des Wertpapiers ab.

Fonds

Mit den Fonds verhält es sich ähnlich wie mit den Aktien: Auch hier erhältst Du den Gewinn entweder durch den Verkauf Deiner Fondsanteile oder auch durch die Dividendenzahlungen.

Anleihen

Besitzt Du Anleihen – also zinstragende Wertpapiere – so werden Dir in der Regel jährlich Zinsen ausgezahlt. Zudem hast Du die Möglichkeit, die Wertpapiere an der Börse zu verkaufen.

Immobilien

Auch wenn Du eine Immobilie besitzt, machst Du in der Regel einen Gewinn. Denn durch eine Wertsteigerung Deiner Immobilie erhöht sich die Rendite. So kannst Du die Immobilie mit Profit verkaufen. Auch die Einnahmen, die Du durch die Vermietung erzielst, zählen als Gewinn – genauer als Mietrendite.

Sparanlagen

Sparanlagen – wie etwa ein Sparbuch, Sparplan, Sparbrief, Tagesgeld oder Festgeld – erwirtschaften in der Regel eine geringe, aber sichere Rendite. Diese wird nach einer gewissen Zeit ausgezahlt.

Rohstoffe

Der Gewinn, den Du aus Rohstoffanlagen erzielen kannst, ergibt sich durch eine Wertsteigerung. Genauer ist der Gewinn die Differenz zwischen dem Preis beim Kauf des Rohstoffes und dem Preis, zu dem Du den Rohstoff wieder verkaufst. Je höher die Nachfrage, desto höher in der Regel auch der Gewinn.

Edelmetalle

Ebenso wie bei Rohstoffen verhält es sich mit Edelmetallen wie Gold, wobei der erzielte Gewinn hier vom Kurs des Edelmetalls bestimmt wird und damit von der Nachfrage abhängig ist.

Welche Arten von Rendite gibt es?

Die Rendite ist ausgesprochen facettenreich und sie hat je nach Kapitalanlage ihre eigenen Eigenschaften. Was sich hinter den unterschiedlichen Arten verbirgt:

Rendite einer Geldanlage

Die Rendite wird als Vergleichswert betrachtet, um unterschiedliche Geldanlagen miteinander vergleichen zu können. Denn unterschiedlichen Anlageformen gehen mit unterschiedlichen Konditionen, Kosten und Erträgen einher, weshalb ein direkter Vergleich oftmals nicht aufschlussreich ist. Die Rendite einer Geldanlage erlaubt es hingegen, die unterschiedlichen Anlageformen auf demselben Niveau zu vergleichen und so eine gut überlegte Anlageentscheidung zu treffen. Neben dem Gewinn vor Steuer kannst Du auch die Rendite nach Steuer miteinander vergleichen. Dies kann wichtig sein, wenn unterschiedliche Anlagen steuerlich anders behandelt werden.

Rendite aus Wertpapieren

Wie hoch der Gewinn aus Wertpapieren tatsächlich ist, wird durch den Kurs eines Wertpapiers bestimmt. Dieser Kurs entsteht wiederum durch einen am Wertpapiermarkt festgelegten Preis. Die Rendite berechnet sich dabei aus dem, was Du nach einem Jahr für Dein Wertpapier erhältst, abzüglich des heutigen Preises des Wertpapiers. Diesen Wert musst Du dann durch den heutigen Preis teilen, um auf den Gewinn Deines Wertpapiers zu kommen.

Rendite aus Anleihen

Bei der Anleihenrendite handelt es sich um den Ertrag eines festverzinsten Wertpapiers, der sich aus Zinszahlungen und möglichen Veränderungen des Kurses zusammensetzt. Dabei spielen nicht nur der Kursverlauf und der Zins eine Rolle, sondern auch die Laufzeit der Anleihe, ihr Kaufpreis und der Verkaufspreis.

Dividendenrendite

Die Dividendenrendite triffst Du wiederum auf dem Aktienmarkt: Sie wird verwendet, um die Relation der Dividende und dem Aktienkurs deutlich zu machen, wodurch die Erträge verschiedener Aktien miteinander verglichen werden können.

Die Dividendenrendite berechnet sich dabei aus der Formel: (Dividende/Aktienkurs)*100

Stetige Rendite

Die stetige Rendite – auch logarithmierte Rendite genannt – ist eine finanzmathematische Größe, mit der die exakte Beobachtung der Entwicklung einer Aktie ermöglicht wird. Die stetige Rendite wird vor allem im Risikomanagement verwendet.

Diskrete Rendite

Die diskrete Rendite berechnet, wie hoch der Zuwachs eines Gewinns zwischen zwei festgelegten Zeitpunkten ist und betrachtet hierbei den Kurs zum Anfangszeitpunkt und zum Endzeitpunkt.

Zeitgewichtete Rendite

Die zeitgewichtige Rendite wird auch geometrische Durchschnittsrendite genannt. Sie soll anzeigen, wie sich der angelegte Betrag entwickelt, wenn keine Einzahlungen oder Entnahmen getätigt werden. Sie zeigt also, mit wie viel Rendite Du rechnen kannst, wenn die Konditionen gleichbleibend sind.

kapitalgewichtete Rendite

Entgegen der zeitgewichtigen Rendite bezieht die kapitalgewichtete Rendite mögliche Einzahlungen oder Entnahmen bei der Betrachtung der Entwicklung der Rendite mit ein. Bei dieser Form der Betrachtung wird die Rendite in der Regel als Durchschnittswert angegeben.

Wie setzt sich die Rendite zusammen?

Die Rendite setzt sich aus verschiedenen Einnahmen wie den Zinsen oder dem Verkaufswert zusammen. Von diesen Einnahmen werden dann die Kosten und Steuern abgezogen – bei dem Betrag, der übrig bleibt, handelt es sich um den tatsächlichen Gewinn.

Einnahmen

Die bekannteste Form der Rendite ist wohl der Zins. Dabei gibt es viele verschiedene Gewinne im Finanzwesen. Zu den Einnahmen zählen neben dem Zins auch der Verkaufsgewinn und die Dividende.

Zinsen

Bei dem Zins handelt es sich um das Entgelt, welches für das Leihen eines Kredits gezahlt wird. Die erste Partei leiht sich von der zweiten eine gewisse Summe. Bis zur Rückzahlung der Summe fallen weitere Kosten auf diese an – die Zinsen. Als Investor wirft Deine Investition in der Regel Zinsen ab.

Verkaufsgewinn

Wenn Du eine Immobilie, eine Aktie oder auch Gold verkaufst, so erhältst Du ihren derzeitigen Wert ausgezahlt. Die Differenz aus diesem Wert und den Kosten, die Du zuvor durch den Verkaufsgegenstand hattest, ist der Verkaufsgewinn – vorausgesetzt natürlich, der Betrag ist positiv.

Dividenden

Eine weitere Form der Rendite ist die Dividende. Als Dividende wird der Reingewinn einer Aktie bezeichnet und auch auszuschüttender Betrag genannt. Die Dividende wird an den Investor ausgezahlt und ist quasi eine Gewinnbeteiligung.

Abzüge

Neben dem Profit musst Du auch mit Abzügen von der Rendite rechnen. Diese entstehen in der Regel durch Steuern oder Verwaltungsgebühren.

Steuern

Wenn Du Gewinne erzielst, musst Du diese in der Regel auch versteuern, wenn diese nicht unter einer gewissen Grenze liegen. Dabei können auf verschiedene Renditen unterschiedliche hohe Steuern anfallen.

Verwaltungsgebühren

Ob für das Sparkonto, am Aktienmarkt oder für die Lagerung von Rohstoffen: Anlagen gehen oftmals mit Verwaltungsgebühren einher, die Du von Deiner Rendite abziehen musst. Diese können bei den verschiedenen Anbietern variieren.

Wie hängen Rendite und Risiko zusammen?

Wer investieren möchte, wird sich auch mit dem Zusammenhang zwischen dem Risiko, der Liquidität und der Rendite beschäftigen müssen. Welche Anlageformen eine hohe Rendite versprechen und welche sicher sind:

hohes Risiko & hohe Rendite

Dabei gilt für die Rendite in der Regel: Je höher das Risiko einer Anlage, desto höher ist auch die Renditeaussicht. Solche hohen Renditechancen bieten zum Beispiel Aktien, Crowdinvesting oder Immobilienfonds.

Aktien

Bei Aktien kann es über einen längeren Zeitraum zu starken Schwankungen kommen, weshalb sich diese Anlageform nicht eignet, wenn Du eventuell spontan von Deiner Anlage Gebrauch machen möchtest. Denn wenn sich die Aktie gerade in einem Tief befindet, Du aber unbedingt Geld benötigst, bist Du eventuell gezwungen, die Aktie mit einem Verlust zu verkaufen. Hast Du aber vor, Dein Geld über einen langen Zeitraum zu investieren, bieten sich Aktieninvestments durchaus an, da sie auf lange Sicht hohe Renditechancen durch einen im Allgemeinen steigenden Kursverkauf versprechen.

Crowdinvesting

Eine weitere risikobehaftete Investitionsmöglichkeit ist Crowdinvesting. Hierbei investieren mehrere Menschen in meist junge Unternehmen wie Start-ups. Ist das Unternehmen erfolgreich, profitierst Du, scheitert das Unternehmen, verlierst Du eventuell aber auch Deine komplette Investition.

Immobilienfonds

Immobilienfonds sind Geldanlagen, die nicht in Aktien, sondern Immobilien investiert werden. Diese Fonds können zu einer hohen Rendite führen, sind aber nicht risikolos. Denn wenn sich die Investition nicht wie gewünscht entwickelt, kann der Immobilienfonds zu großen Einbüßen führen.

niedriges Risiko & niedrige Rendite

Aus der Aussage, dass ein hohes Risiko mit einer hohen Rendite einhergeht, folgt auch, dass aus einer sicheren Anlage ein geringerer Gewinn zu erwarten ist. Sicher, aber in der Regel nicht so ergiebig sind zum Beispiel Tagesgeld- oder Festgeldanlagen und Staatsanleihen:

Tagesgeld

Eine besonders sichere Form der Geldanlage ist das Tagesgeld – Dein Kapital ist hier sicher angelegt. Gleichzeitig profitierst Du von einer hohen Liquidität: Du kommst in der Regel jederzeit an Dein Erspartes heran. Die Negativseite stellt hingegen die geringe Gewinnaussicht dar – denn von einem hohen Gewinn kannst Du beim Tagesgeld eher nicht ausgehen.

Festgeld

Ebenso wie beim Tagesgeld fallen auch die Zinsen beim Festgeld eher gering aus, weshalb nur ein geringer Gewinn zu erwarten ist – dafür ist das Geld sicher angelegt. Gerade durch den anhaltenden Niedrigzins lohnt sich diese Investition immer weniger. Dabei gibt es dennoch Möglichkeiten, das Festgeld möglichst rentabel anzulegen: Entscheidest Du Dich für eine längere Laufzeit, kannst Du in der Regel mit höheren Zinsen rechnen. Dies geht dann auf Kosten der Liquidität.

Staatsanleihen

Wenn Du eine Staatsanleihe kaufst, so investierst Du Dein Geld in den Staat und gibst ihm quasi einen Kredit. Dabei sind Laufzeit und Zinssatz zuvor festgelegt. Gerade in Deutschland ist das Risiko relativ gering, dass Du Dein Geld nicht wiederbekommst – Deine Anlage ist also sicher. Die Gewinnaussichten sind aber auch begrenzt. Entscheidest Du Dich für eine Staatsanleihe in einem Land mit einer schlechteren Bonitätsnote, so sind die Zinsen in der Regel höher, jedoch geht dies mit einem höheren Risiko einher.

Wie lege ich mein Geld am besten an?

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