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Private Krankenversicherung: Kosten & Leistungen im Vergleich

Du interessierst Dich für eine private Krankenversicherung? Die Kosten sind ein entscheidendes Kriterium - schließlich muss der Tarif langfristig bezahlbar sein. Informiere Dich hier, mit welchen Prämien Du rechnen musst und was Du für Dein Geld bekommst. Außerdem verraten wir Dir 6 Möglichkeiten, um die Beiträge in eine private Krankenversicherung zu senken.

Wie finde ich eine gute und günstige private Krankenversicherung?

Private Krankenversicherungen sind teuer und nur etwas für Beamte und Gutverdiener? Das ist ein Klischee. Privatversicherungen bieten sehr unterschiedliche Tarife, von "überraschend günstig" bis "exklusiv".

Das hat einerseits mit einem unterschiedlichen Leistungsspektrum zu tun. Weil eine private Krankenversicherung die Kosten nach den erwarteten Ausgaben berechnet, bekommst Du für mehr Geld bessere Leistungen.

Doch auch von Anbieter zu Anbieter gibt es enorme Unterschiede. Denn wie die private Krankenversicherung die Kosten kalkuliert, ist dem Unternehmen überlassen. Zwischen dem günstigsten und teuersten Tarif liegt bei vergleichbaren Leistungen oft eine Preisspanne von bis zu 70 Prozent! Das ist viel Geld. Ein Selbstständiger, der seine Beiträge zu 100 Prozent selbst zahlt, kann durch eine preiswerte private Krankenversicherung Kosten von mehr als 500 Euro pro Monat sparen.

Wenn Du eine private Krankenversicherung abschließen möchtest, solltest Du die Entscheidung daher gut informiert treffen! Wir empfehlen Dir, mit dem Online-Tarifrechner auf dieser Seite ein unverbindliches Vergleichsangebot einzuholen. Das funktioniert rasch und unkompliziert mit nur wenigen Angaben. In der Vergleichstabelle, die Du per E-Mail erhältst, findest Du die genauen Leistungen und die Kosten für die private Krankenversicherung übersichtlich zusammengefasst. So kannst Du leichter beurteilen, wo Du das beste "Gesamtpaket" bekommst.

Was kostet eine private Krankenversicherung?

Was eine private Krankenversicherung (PKV) kostet, hängt stark von den persönlichen Voraussetzungen, vom Leistungsniveau und vom Anbieter ab. Das ist ein wesentlicher Unterschied zur gesetzlichen Krankenversicherung (GKV): In der GKV ist in erster Linie das Einkommen für die Beitragshöhe entscheidend, die Leistungen sind im Wesentlichen für alle Versicherten gleich. Eine private Krankenversicherung kann die Kosten dagegen freier kalkulieren. Die Prämien sind unabhängig vom Einkommen, entscheidend sind die Leistungen und Dein Krankheitsrisiko.

Pauschal lassen sich die Kosten für eine private Krankenversicherung daher kaum beziffern. Zu Deiner groben Orientierung haben wir hier ein paar Richtwerte gesammelt, mit welchen PKV-Kosten verschiedenen Gruppen rechnen müssen. Beachte, dass Premium-Tarife mit vielen Sonderleistungen deutlich teurer sein können! Mehr als die angeführten Mindestpreise wird die private Krankenversicherung auch kosten, wenn Du über 40 oder gesundheitlich angeschlagen bist.

Angestellte

Angestellte können sich erst dann privat krankenversichern, wenn sie mehr als 64.350 € brutto im Jahr verdienen (Stand 2022. Der Arbeitgeber übernimmt genauso wie in der GKV einen Kostenzuschuss von 50 Prozent. Dieser Zuschuss ist jedoch gedeckelt, er darf maximal 384,58 € im Monat (Stand 2022) betragen - so viel wie der Maximalbetrag in der GKV.

Angestellte müssen nach Abzug des Arbeitgeber-Anteils für die private Krankenversicherung mit Kosten von mindestens 200 Euro monatlich rechnen, wenn sie beim Abschluss im Wesentlichen gesund sind.

Beamte

Beamte erhalten von ihrem Dienstgeber ebenfalls einen Kostenzuschuss zu ihren Krankheitskosten, die sogenannte Beihilfe. Sie beträgt 50 Prozent für aktive Beamte mit höchstens 1 Kind, ab 2 Kindern erhöht sie sich auf 70 Prozent. Auch für pensionierte Beamte liegt der Beihilfesatz bei 70 Prozent.

Private Krankenversicherungen bieten für Beamte sogenannte Restkostenversicherungen an. Dabei übernimmt die private Krankenversicherung die Kosten, die nach Abzug der staatlichen Beihilfe noch verbleiben. Bei einem Beihilfesatz von 50 Prozent beträgt der Beitrag in die private Krankenversicherung je nach Tarif mindestens 200 Euro. Wer Anspruch auf 70 Prozent Beihilfe hat, muss für die Privatversicherung mit Kosten von mindestens 150 Euro monatlich rechnen.

Selbstständige

Selbstständige finanzieren ihren Beitrag in die private Krankenversicherung zu 100 Prozent selbst, da sich bei ihnen kein Dienstgeber beteiligt. Für die private Krankenversicherung sind die Kosten daher entsprechend höher: Einstiegstarife sind ab ca. 300 Euro monatlich zu haben.

Studenten

Es gibt in der PKV zwar keine speziellen Studententarife. Weil Studenten aber meist sehr jung und vergleichsweise gesund sind, zahlen sie für ihren Versicherungsschutz relativ wenig. Für eine private Krankenversicherung sind Kosten ab ca. 150 Euro zu veranschlagen, wenn Du keine Vorerkrankungen hast.

Kinder

In der privaten Krankenversicherung gibt es keine kostenlose Familienversicherung wie in der GKV. Kinder und Ehepartner ohne Einkommen brauchen immer einen eigenen Versicherungsvertrag. Für Kinder sind die Beiträge aber nicht hoch: Abhängig vom Alter kostet eine günstige private Krankenversicherung oft nicht mehr als 100 Euro im Monat.

Noch günstiger ist die Versicherung für Kinder von Beamten. Denn sie erhalten 80 Prozent staatliche Beihilfe zu den Krankheitskosten. Die verbleibenden Kosten für die private Krankenversicherung, die Du als Elternteil privat zahlst, betragen rund 30 Euro.

Senioren

Weil die private Krankenversicherung die Kosten abhängig vom Risiko berechnet, steigen im Alter die Prämien: Senioren über 60 zahlen meist mehr als 500 Euro im Monat für ihre private Krankenversicherung. Die Kosten steigen für die Versicherten allerdings nicht im gleichen Maß wie das tatsächliche Risiko, weil die Versicherungen schon in jungen Jahren Rücklagen ansparen - die sogenannten Altersrückstellungen.

Wovon hängen die Kosten für eine private Krankenversicherung ab?

Da die private Krankenversicherung die Kosten nicht nach dem Einkommen berechnet, spielen individuelle Aspekte eine wesentlich größere Rolle. Damit Du das Grundprinzip der Beitragsberechnung besser verstehst, fassen wir hier die wichtigsten Faktoren zusammen, von denen die Kosten für eine private Krankenversicherung abhängen.

Arbeitsverhältnis

In welchem Arbeitsverhältnis Du stehst, ist für die private Krankenversicherung bei der Kosten-Kalkulation zwar egal. Für Dein persönliches Budget ist es aber entscheidend, ob sich ein Arbeitgeber an Deinem PKV-Beitrag beteiligt. Selbstständige finanzieren ihre Beiträge zu 100 Prozent selbst, weil ihnen kein Dienstgeber unter die Arme greift. Bei Angestellten übernimmt dagegen der Arbeitgeber bis zu 50 Prozent der Beiträge, nach der Pensionierung ersetzt die Rentenversicherung den Arbeitgeberanteil. Bei Beamten beteiligt sich der Staat mit bis zu 70 Prozent an den Krankheitskosten, wodurch die eigenen Beiträge in die private Krankenversicherung wesentlich geringer sind.

Alter

Da die private Krankenversicherung die Kosten vom persönlichen Risikoprofil abhängig macht, ist das Alter bei Versicherungsbeginn ein wesentlicher Faktor. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für schwere Erkrankungen - und damit steigen auch die Ausgaben der Versicherung. Laut Verordnungsreport der Gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) benötigen 80- bis 84-Jährige um 21 mal mehr Medikamente als die Altersgruppe der 20- bis 24-Jährigen!

Deshalb steigen bei einer Privatversicherung die Kosten mit zunehmendem Alter. Die Prämie steigt aber nicht im gleichen Maß wie die tatsächlichen Ausgaben der Versicherung, denn sonst wären die PKV-Kosten im Alter für die meisten Menschen unbezahlbar! Der Grund ist, dass die private Krankenversicherung die Kosten über die gesamte Lebensspanne zu strecken versucht. Du zahlst in jungen Jahren eine eigentlich höhere Prämie als aktuell benötigt. Einen Teil davon legt die Versicherung als sogenannte "Altersrückstellungen" zurück. Dieses Geld steht Dir später zur Verfügung, so dass Dein Beitrag in die private Krankenversicherung nur moderat steigt.

Der wesentliche Punkt ist nun: Je später Du in die private Krankenversicherung eintrittst, desto weniger Zeit bleibt, um Altersrückstellungen anzusparen. Bei einem 40-Jährigen muss die Versicherung daher von vornherein höhere Beiträge einheben als bei einem 20-Jährigen. Wie ein aktueller Versicherungsvergleich zeigt, sind die Einstiegsprämien für einen 40-Jährigen fast doppelt so hoch wie mit 20 Jahren!

Gesundheitszustand bei Versicherungsbeginn

Neben dem Alter spielt auch der individuelle Gesundheitszustand eine wesentliche Rolle. Weil die private Krankenversicherung die Kosten abhängig vom Risikoprofil berechnet, musst Du beim Eintritt umfangreiche Gesundheitsfragen beantworten. Wenn Du unter bestimmten chronischen Krankheiten leidest, heben die Versicherungen Risikoaufschläge ein.

Die Kosten für eine private Krankenversicherung steigen beispielsweise bei Vorerkrankungen wie

  • Asthma
  • Diabetes (Zuckerkrankheit)
  • Adipositas (starkes Übergewicht)
  • Osteoporose
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Erhöhtem Blutdruck

Auch Raucher müssen für Ihre Privatversicherung mit einem Kosten-Aufschlag rechnen. Der Risikoaufschlag kann in schweren Fällen bis zu 100 Prozent des regulären Beitrags ausmachen. Üblich sind Zuschläge in der Höhe von 10 bis 20 Prozent. Der Aufpreis kann aber je nach Anbieter sehr unterschiedlich ausfallen. Wenn Du gesundheitliche Beschwerden hast, ist es daher umso wichtiger die Kosten für eine private Krankenversicherung zu vergleichen!

Um Härtefälle zu vermeiden, hat die PKV für bestimmte Gruppen aber Sonderregeln eingeführt:

Sonderfall Beamte

Bei Beamten mit Vorerkrankungen dürfen die Versicherungen einen Risikozuschlag von maximal 30 Prozent einheben. Achtung: Das gilt nur, wenn Du spätestens 6 Monate nach Deiner Verbeamtung in die PKV eintrittst!

Sonderfall Neugeborene

Auch bei neugeborenen Kindern verzichten private Krankenversicherungen auf Risikozuschläge. Die Voraussetzung dafür ist, dass wenigstens ein Elternteil mindestens 3 Monate privat krankenversichert war und der Versicherungsantrag innerhalb der ersten 2 Monate nach der Geburt gestellt wird.

Sonderfall Basistarif

Der Basistarif ist ein spezieller, gesetzlich definierter Tarif, den alle privaten Krankenversicherungen anbieten müssen. Sein Leistungsumfang ist vergleichbar mit einer gesetzlichen Krankenversicherung. Die Beiträge dürfen maximal so hoch sein wie der GKV-Höchstbeitrag (2022: 384,58 €). Risikozuschläge aufgrund von Erkrankungen sind im Basistarif unzulässig.

Leistungen

In der Privaten Krankenversicherung werden die Leistungen vertraglich zwischen dem Versicherungsanbieter und dem Versicherten vereinbart. Einen vor vornherein feststehenden Leistungskatalog wie in der GKV gibt es nicht. Das bedeutet: Du selbst bestimmst, welche Leistungen Du möchtest und wie viel die private Krankenversicherung kosten darf.

Die meisten Versicherungsunternehmen bieten Tarife in verschiedenen Preisklassen an: kostengünstige Einsteiger-Tarife mit etwas eingeschränkten Leistungen und Premium-Tarife, bei denen Dir eine Versorgung auf höchstem medizinischen Niveau geboten wird. Oft lassen sich einzelne Leistungsbausteine auch nach dem "Baukasten-Prinzip" selbst kombinieren. So kannst Du den Versicherungsschutz an Deine individuellen Bedürfnisse anpassen.

Jede private Krankenversicherung übernimmt bestimmte Basisleistungen wie

  • ambulante Arzthonorare
  • stationäre Krankenhaus-Behandlungen
  • Medikamente
  • medizinische Hilfsmittel (z.B. Krücken, Prothesen)
  • Zahnbehandlungen

Darüber hinaus gibt es zwischen den einzelnen Tarifen aber erhebliche Leistungsunterschiede! Diese Zusatzleistungen bestimmen darüber, wie viel die private Krankenversicherung kosten wird. Du solltest daher gut abwägen, welche Leistungen Du wirklich brauchst und worauf Du vielleicht auch verzichten kannst.

Zu den wichtigsten optionalen Zusatzleistungen zählen:

Erweiterte Zahnleistungen

Zahnbehandlungen können sehr teuer sein! Du zahlst meist einen Aufpreis, wenn die private Krankenversicherung die Kosten für folgende Leistungen übernehmen soll:

  • Füllungen (Inlays) aus hochwertigen Materialien wie Keramik
  • Zahnimplantate (festsitzender Zahnersatz)
  • Kieferorthopädische Behandlungen bei Erwachsenen

Nur sehr leistungsstarke Tarife erstatten diese Kosten unbegrenzt in voller Höhe. Oft sind jährliche Obergrenzen oder Selbstbehalte in der Höhe von 10 bis 20 Prozent vorgesehen.

Erstattung von Arzthonoraren über Regelsatz

Wie viel Ärzte im Normalfall für ihre Leistungen berechnen dürfen, wird durch die gesetzliche Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) definiert. Darin finden sich für alle Arztleistungen sogenannte Regelsätze. Privatärzte verlangen aber oft ein Vielfaches davon! Wenn die private Krankenversicherung die Kosten für Arztbesuche auch über dem gesetzlich definierten Regelsatz übernehmen soll, zahlst Du oft höhere Prämien.

Erweiterte Leistungen im Krankenhaus

Premium-Tarife gestatten Dir bei stationären Aufenthalten meist eine Unterbringung im Einzelzimmer sowie kostspieligere Chefarzt-Behandlungen.

Alternativmedizin

Soll die private Krankenversicherung die Kosten für Heilpraktiker, Homöopathie, Akupunktur und ähnliche alternativmedizinische Behandlungen übernehmen? Dafür musst Du in der Regel mit einem Aufpreis rechnen. Prüfe unbedingt, welche Methoden im Einzelnen übernommen werden und ob es Höchstgrenzen gibt!

Sehhilfen

Bei Premium-Tarifen übernimmt die private Krankenversicherung die Kosten für Brillen und Kontaktlinsen, wenn sie Dir ärztlich verordnet wurden. Oft sind dabei Selbstbehalte oder Höchstgrenzen vorgesehen - exklusive Designerbrillen musst Du daher privat finanzieren.

Heilmittel und Physiotherapie

Unter "Heilmittel" versteht man Behandlungen wie

  • Massagen
  • Krankengymnastik
  • Ergotherapie
  • Logopädie
  • Wärmebehandlungen

Die Kosten sind durch die private Krankenversicherung nur gedeckt, wenn es ausdrücklich so im Vertrag steht. Achte darauf, wie viele Behandlungen bezahlt werden! Denn Heilbehandlungen können oft über einen längeren Zeitraum sinnvoll sein.

Psychotherapie

Ob die private Krankenversicherung die Kosten für Psychotherapie übernimmt, kann ebenfalls spürbaren Einfluss auf die Prämienhöhe haben. Prüfe eventuelle Begrenzungen der Sitzungszahl!

Zusätzliche Versicherung von Familienangehörigen

Eine kostenlose Familienversicherung gibt es in der privaten Krankenversicherung nicht, jedes Familienmitglied zahlt extra. Die Kosten für eine private Krankenversicherung steigen daher, wenn Du mehrere Kinder und / oder einen Partner ohne eigenes Einkommen privat versichern möchtest.

Individueller Anbieter

Nicht zur zwischen den verschiedenen Tarifklassen, auch zwischen den Anbietern gibt es erhebliche Preisunterschiede. Durch eine günstige private Krankenversicherung kannst Du Dir je nach persönlichen Voraussetzungen bis zu 70 Prozent an Prämien sparen! Vergleiche daher die verschiedenen Optionen ausführlich, bevor Du Dich für einen Anbieter entscheidest.

Wie kann ich bei einer Privatversicherung die Kosten senken?

Auch wenn Du einen günstigen Anbieter gefunden hast, sollte Dir bewusst sein, dass die Kosten für eine private Krankenversicherung mit den Jahren steigen. Nach Angaben des Verbands der Privaten Krankenversicherung haben sich die Prämien zwischen 2008 und 2018 jährlich im Schnitt um 3 Prozent erhöht. Wenn Dein Einkommen nicht im gleichen Maß steigt, kann das mit der Zeit zur finanziellen Belastung werden.

Doch es gibt mehrere Möglichkeiten, wie Du bei einer Privatversicherung die Kosten senken kannst:

Möglichkeit 1: Selbstbehalt-Tarif wählen

Bei Selbstbehalt-Tarifen trägst Du einen Teil Deiner Krankheitskosten selbst: entweder einen prozentuellen Anteil oder einen fixen Betrag pro Arztbesuch. Weil die private Krankenversicherung so Kosten spart, sind die Prämien oft deutlich günstiger. Ein 25-jähriger Angestellter zahlt beispielsweise statt 200 Euro nur 130 Euro monatlich.

Doch Selbstbehalte lohnen sich nur, wenn Du relativ selten zum Arzt gehst. Brauchst Du wider Erwarten mehr Leistungen, können sie zur Kostenfalle werden! Wir empfehlen Dir daher, bei Selbstbehalt-Tarifen unbedingt auf eine jährliche Obergrenze zu achten.

Möglichkeit 2: Tarif mit Beitragsrückerstattung wählen

Etwas weniger Risiko gehst Du bei Tarifen mit Beitragsrückerstattung ein. Hier erstattet Dir die private Krankenversicherung Kosten, wenn Du ein oder mehrere Jahre keine Rechnungen einreichst. Nach einem Jahr können das beispielsweise 1 bis 2 Monatsprämien sein, nach 3 Jahren bereits 4 bis 6 Monatsprämien.

Möglichkeit 3: Risikozuschläge prüfen

Risikozuschläge sind nicht in Stein gemeißelt. Falls Du aufgrund von Vorerkrankungen eine höhere Prämie zahlst, solltest Du regelmäßig prüfen, ob die Voraussetzungen dafür noch gegeben sind. Hat sich Dein Gesundheitszustand inzwischen deutlich gebessert, dann kannst Du bei der Versicherung um eine Streichung des Zuschlags ansuchen. Dafür wirst Du ein ärztliches Attest brauchen.

Möglichkeit 4: Tarifwechsel prüfen

Nach dem Versicherungsvertragsgesetz (§ 204 VVG) hast Du das Recht, jederzeit in einen anderen Tarif desselben Anbieters zu wechseln. Da Versicherungen ihr Angebot laufend anpassen, stehen oft deutlich günstigere Tarife mit vergleichbaren Leistungen zur Verfügung. Risikozuschläge für neu aufgetretene Erkrankungen darf der Anbieter nur einheben, wenn Du in einen Tarif mit besseren Leistungen wechselst.

Möglichkeit 5: Die Versicherung wechseln

Falls Du erst seit wenigen Jahren privat versichert bist, kannst Du auch einen Anbieter-Wechsel prüfen. Für langjährig Versicherte lohnt sich ein Versicherungswechsel meistens nicht, weil Du einen Teil Deiner Altersrückstellungen verlierst.

Möglichkeit 6: In den Basis-, Standard- oder Notlagentarif wechseln

Der Basis-, Standard- und Notlagentarif sind gesetzlich definierte Tarif-Varianten, die jede private Krankenversicherung anbieten muss. Der Basis- und Standardtarif sind in ihren Leistungen mit der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) vergleichbar und dürfen auch nicht teurer sein als diese. In den Standard-Tarif kannst Du wechseln, wenn Du bereits vor 2009 in die PKV eingetreten bist. Hast Du Dich später privat versichert, steht Dir der Basistarif zur Verfügung.

Der Notlagentarif ist eine Art letzter Ausweg, wenn Du die PKV-Kosten nicht mehr stemmen kannst. Du kannst in diesen Tarif nicht freiwillig eintreten. Die Versicherung stuft Dich von sich aus in den Notlagentarif, wenn Du längere Zeit im Zahlungsverzug bist. Du zahlst dann rund 100 Euro monatlich und hast nur Anspruch auf die nötigsten Basisleistungen.

FAQs

Wie viel kostet eine private Krankenversicherung für Selbständige?

Eine private Krankenversicherung für Selbständige kostet mehr als für Angestellte oder Beamte, weil Selbständige den PKV-Beitrag zu 100 Prozent selbst bezahlen.

Als grober Richtwert gilt: Selbständige müssen für eine private Krankenversicherung mit Kosten ab rund 300 Euro pro Monat rechnen. So viel kostet ein günstiger Tarif für einen 20 Jahre jungen, gesunden Versicherungsnehmer. Weil sich bei einer Privatversicherung die Kosten individuell nach den Leistungen und dem Risikoprofil berechnen, kann die Versicherung im Einzelfall auch erheblich teurer sein.

Wenn Du eine Selbstbeteiligung in Kauf nimmst, kannst Du Deine Beiträge in die private Krankenversicherung senken. Etwa 200 bis 250 Euro monatlich wird eine preiswerte private Krankenversicherung kosten, wenn Du als 20-jähriger Selbständiger einen Selbstbehalt von bis zu 1.000 Euro jährlich akzeptierst.

Was ist die beste private Krankenversicherung?

Was die beste private Krankenversicherung für Dich ist, hängt von Deinen persönlichen Voraussetzungen ab: Wie alt Du bist, wie Dein Gesundheitszustand ist, auf welche Leistungen Du Wert legst und welche Beiträge Du zahlen kannst. Wir empfehlen Dir, mithilfe des Tarifrechners oben ein persönliches Vergleichsangebot einzuholen. Das Online-Tool vergleicht für Dich eine Vielzahl von Tarifen und stellt Dir Kosten und Leistungen einfach verständlich gegenüber. So kannst Du selbst überprüfen, welche Versicherung Dir das beste Angebot macht.

Was ist Selbstbeteiligung bei privater Krankenversicherung?

Eine Selbstbeteiligung bei einer privaten Krankenversicherung ist eine Möglichkeit, den PKV-Beitrag zu senken. Selbstbeteiligung bedeutet, dass Du einen Teil Deiner Arztkosten selbst bezahlst. Entweder übernimmst Du einen fixen Betrag pro Arztbesuch (z.B. 10 Euro) oder einen prozentuellen Kostenanteil (z.B. 20 Prozent). Weil dadurch die private Krankenversicherung Kosten spart, wird die Prämie für Dich günstiger.

Wann kann man sich privat versichern lassen?

Als Angestellter kann man sich nur dann privat versichern, wenn das Brutto-Einkommen über der sogenannten Versicherungspflicht-Grenze liegt. Im Jahr 2019 sind das 60.750 Euro jährlich. Die Einkommensgrenze wird regelmäßig angehoben.

Folgende Gruppen können sich jederzeit, unabhängig von ihrem Einkommen, privat versichern lassen:

  • Selbstständige
  • Freiberufler
  • Beamte
  • Rentner
  • Studenten
  • Kinder

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