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Berufsunfähigkeitsversicherung

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung schützt Dich vor Armut und sozialem Abstieg, wenn Du aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten kannst. Denn die staatlichen Hilfen sind in solchen Fällen meist unzureichend! Wie Du Schritt für Schritt die beste Berufsunfähigkeitsversicherung findest, woran Du gute Verträge erkennst und auf welche Stolperfallen Du beim Abschluss achten solltest, erfährst Du in diesem Ratgeber.

Welche Berufsunfähigkeitsversicherung ist die beste?

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung (kurz BU-Versicherung) ist kein Luxus, sondern eine der wichtigsten privaten Vorsorgen, die Du treffen kannst! Doch ein Berufsunfähigkeitsversicherung-Vergleich ist nicht einfach. Es sind zahlreiche Anbieter mit noch mehr unterschiedlichen Tarifen und Vertragsbedingungen am Markt.

Also unzählige Angebote einholen und Dich durch das berüchtigte "Kleingedruckte" kämpfen? Nutze besser unseren Online-Tarifvergleich, um rascher und bequemer einen geeigneten Anbieter zu finden! Wir haben durch einen intensiven Berufsunfähigkeitsversicherung-Vergleich vorselektiert und nur diejenigen Anbieter berücksichtigt, die faire, nachvollziehbare Vertragsbedingungen bieten. Mit ein paar persönlichen Angaben erhältst Du einen umfassenden BU-Vergleich mit Angeboten, die genau auf Deine individuelle Situation zugeschnitten ist.

So funktioniert der BU-Vergleich-Rechner

Um die für Dich beste Berufsunfähigkeitsversicherung zu finden, kannst Du mithilfe unseres Online-Rechners einen bequemen Berufsunfähigkeitsversicherung-Vergleich vornehmen. Der BU-Versicherung-Vergleich umfasst 3 Schritte:

  • Schritt 1: Gib im Online-Formular Dein Geschlecht, Geburtsdatum und die Art Deiner beruflichen Tätigkeit an. Lege anschließend Deine gewünschte Rentenhöhe und die Dauer des Versicherungsschutzes fest.
  • Schritt 2: Für einen kostenlosen, individuellen Tarifvergleich gibst Du in einem weiteren Formular Deinen Namen, Deine Adresse und Deine Kontaktdaten an. - Wir verwenden diese Daten nur für die Angebotserstellung.
  • Schritt 3: Mit einem Klick auf "Angebot anfordern" erhältst Du einen ausführlichen BU-Versicherung-Vergleich sowie ein Infoblatt mit den wichtigsten Tipps zur BU-Versicherung. So findest Du zeit- und nervensparend die für Dich beste Berufsunfähigkeitsversicherung!

Was ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung (BU-Versicherung) zählt zu den Versicherungen, die Du freiwillig mit einem privaten Versicherungs-Unternehmen abschließen kannst. Sie versichert Deine Fähigkeit, einen klar eingegrenzten Beruf auszuüben. Wenn Du in diesem Beruf für längere Zeit nicht mehr arbeiten kannst, zahlt Dir die Berufsunfähigkeitsversicherung eine monatliche Rente in einer vorher vereinbarten Höhe aus. Wieviel Du zuvor in Deinem Beruf verdient hast, spielt keine Rolle. Natürlich gilt: Je höher die private Berufsunfähigkeitsrente sein soll, desto höhere Versicherungsbeiträge zahlst Du.

Die private Berufsunfähigkeitsrente kannst Du bis zum regulären Rentenalter beziehen oder so lange, wie Du Deinen Beruf nicht mehr ausüben kannst. Es ist dabei egal, aus welchen Gründen Du berufsunfähig geworden bist - Du darfst die Berufsunfähigkeit nur nicht absichtlich herbeigeführt haben. Meistens greift die BU-Versicherung, wenn Du zu mindestens 50 Prozent berufsunfähig bist. Das bedeutet, dass Du höchstens die Hälfte der Zeit arbeiten könntest oder mehr als die Hälfte Deiner Leistungsfähigkeit eingebüßt hast. Als Nachweis dafür dienen Arztberichte und ähnliche Gutachten.

Was bedeutet "Berufsunfähigkeit"?

Der Begriff der Berufsunfähigkeit ist im Versicherungsvertragsgesetz (§ 172 Abs. 2 VVG) genau definiert. Demnach ist man berufsunfähig, wenn man in dem zuletzt ausgeübten Beruf, so wie er ohne die gesundheitliche Beeinträchtigung ausgestaltet war, voraussichtlich dauerhaft nicht mehr arbeiten kann.

Berufsunfähigkeit bedeutet nicht dasselbe wie Arbeitsunfähigkeit oder Erwerbsunfähigkeit!

  • Arbeitsunfähigkeit liegt vor, wenn jemand seinen Beruf nur vorübergehend nicht ausüben kann. Der Grund kann beispielsweise eine akute Erkrankung, ein Beinbruch oder eine Risiko-Schwangerschaft sein. Erst wenn man dauerhaft oder für längere Zeit in seinem Beruf nicht mehr arbeiten kann, ist man berufsunfähig. Eine Arbeitsunfähigkeitsversicherung ist daher streng genommen etwas anderes als eine Berufsunfähigkeitsversicherung.
  • Erwerbsunfähigkeit bedeutet, dass man in keinem Beruf mehr arbeiten kann. Wenn ein Chirurg beispielsweise nicht mehr operieren kann, aber noch als Taxilenker arbeiten könnte, dann ist er berufsunfähig, aber nicht erwerbsunfähig. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist daher auch nicht dasselbe wie eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung.

Welchen Vorteil hat die BU-Versicherung?

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt Dir dann eine Rente, wenn Du in Deinem zuletzt ausgeübten Beruf voraussichtlich für längere Zeit nicht mehr arbeiten kannst. Es ist nicht notwendig, dass Du erwerbsunfähig bist. Das heißt, die Versicherung greift auch dann, wenn Du in einem anderen Beruf noch arbeiten könntest! Damit erspart Dir die Berufsunfähigkeitsversicherung, dass Du einen anderen Beruf annehmen musst, der nicht Deiner Ausbildung entspricht und bei dem Du womöglich ein deutlich niedrigeres Gehalt bekommst. Die Berufsunfähigkeitsversicherung schließt also einen Berufsschutz mit ein. Das ist ein großer Unterschied zur staatlichen Erwerbsminderungsrente!

Warum ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll?

Wir möchten Dir eine Berufsunfähigkeitsversicherung aus folgenden Gründen dringend ans Herz legen:

  • hohes Risiko: Fast jeder Vierte wird irgendwann in seinem Leben berufsunfähig.
  • hoher finanzieller Verlust: Kannst Du krankheitsbedingt nicht mehr arbeiten, hast Du große finanzielle Einbußen.
  • mangelhafte staatliche Absicherung: Die staatlichen Hilfen schützen Dich bei Berufsunfähigkeit nicht vor Armut und sozialem Abstieg. Es besteht also eine Versorgungslücke, die Du nur durch eine private Berufsunfähigkeitsversicherung schließen kannst!

Risiko einer Berufsunfähigkeit

Eine Berufsunfähigkeit aufgrund einer Krankheit, eines Unfalls oder einer Körperverletzung kann jeden treffen. Derzeit wird im Schnitt jeder vierte Erwerbstätige vor dem regulären Rentenalter berufsunfähig. Nach Angaben von Statista beträgt das Risiko für eine heute 20-jährige Frau, irgendwann in ihrem Leben berufsunfähig zu werden, sogar ganze 43 Prozent! Für gleichaltrige Männer ist das Risiko mit 38 Prozent nicht wesentlich geringer. In der Gruppe der heute 50-Jährigen, die noch im Erwerbsleben stehen, wird im Schnitt jeder oder jede Dritte berufsunfähig.

Dass das Risiko für junge Menschen höher ist, liegt einerseits daran, dass sie noch eine wesentlich längere Berufslaufbahn vor sich haben als ältere. Eine Rolle spielt auch das gesetzliche Rentenalter, das in den nächsten Jahrzehnten voraussichtlich steigen wird. Weil Menschen mit steigendem Alter häufiger krank werden, nimmt auch das Risiko zu, bereits vor dem gesetzlichen Rentenalter nicht mehr arbeiten zu können. Doch immerhin mehr als jeder oder jede Zehnte wird schon vor dem 40. Lebensjahr berufsunfähig.

Alter Frauen Männer
20 Jahre 43 % 38 %
30 Jahre 41 % 37 %
40 Jahre 39 % 35 %
50 Jahre 34 % 29 %

Einkommensverlust bei Berufsunfähigkeit

Viele Menschen unterschätzen, wie teuer sie eine dauerhafte Berufsunfähigkeit zu stehen kommt! Wenn Du als heute 25-Jähriger rund 2.000 Euro netto monatlich verdienst und Dein Gehalt pro Jahr um etwa 1 Prozent steigst, dann erzielst Du in 40 Jahren ein Gehalt von etwa 1,2 Millionen Euro. Falls Du schon innerhalb der nächsten Jahre berufsunfähig wirst, trägst Du somit bei dem vorausgesetzten Durchschnitts-Einkommen einen Verlust von mehr als 1 Million Euro davon!

Diesen Verlust kannst Du kaum aus anderen Quellen ausgleichen, wenn Du nicht gerade Einkünfte aus Vermögensbesitz wie wertvollen Immobilien hast. Kannst Du in Deinem Beruf nicht mehr arbeiten, dann musst Du somit einen wesentlich geringeren Lebensstandard in Kauf nehmen. Besonders hart trifft das Alleinverdiener.

Staatliche Unterstützung bei Berufsunfähigkeit

Die staatlichen Hilfen können diesen Einkommensverlust beim Weitem nicht ausgleichen. Denn eine staatliche Berufsunfähigkeitsversicherung mit Berufsschutz gibt es nicht mehr! Eine solche Versicherung war bis Ende des Jahres 2000 in der gesetzlichen Rentenversicherung eingeschlossen, wurde dann aber durch die zweistufige Erwerbsminderungsrente ohne Berufsschutz ersetzt. Wer heute berufsunfähig wird, ist daher häufig gezwungen einen Job anzunehmen, der weit unter den persönlichen Fähigkeiten und dem früheren Gehalt liegt.

So sehen die staatlichen Unterstützungen bei Berufsunfähigkeit im Detail aus:

Staatliche Berufsunfähigkeitsrente (alt)

Anspruch auf die alte Berufsunfähigkeitsrente hat nur, wer vor dem 02.01.1961 geboren ist und bereits vor dem Jahr 2001 berufsunfähig geworden ist. Nur diese Personen können die alte staatliche Berufsunfähigkeitsrente weiterhin beziehen.

Zweistufige Erwerbsminderungsrente (neu)

Mit 01.01.2001 wurde die sogenannte zweistufige Erwerbsminderungsrente eingeführt. Sie beinhaltet keinen generellen Berufsschutz mehr. Eine Voraussetzung für den Bezug ist, dass man mindestens 5 Jahre gesetzlich rentenversichert war. Die genauen Bedingungen hängen vom Lebensalter ab:

  • Vor dem 02.01.1961 geboren: Ältere Versicherte, die nach dem 31.12.2000 berufsunfähig geworden sind, erhalten die Erwerbsminderungsrente nach § 240 SGB VI. Hier ist noch ein Berufsschutz vorgesehen, die Leistungen wurden aber gekürzt. Wer eine "zumutbare Tätigkeit" nicht mehr als 6 Stunden täglich ausüben kann, erhält die Hälfte der ursprünglichen Erwerbsminderungsrente.
  • Nach dem 02.01.1961 geboren: Alle jüngeren Versicherten erhalten eine Erwerbsminderungsrente ohne Berufsschutz, die in § 43 SGB VI geregelt ist. Anspruch auf die volle Rente hat nur, wer in keinem Beruf mehr als 3 Stunden pro Tag arbeiten könnte. Dann bekommt man etwa 30 Prozent seines ursprünglichen Nettogehalts. Wer noch zwischen 3 und 6 Stunden täglich arbeiten könnte, dem steht sogar nur die Hälfte zu, also rund 15 Prozent des vorherigen Lohns.

Wer im Jahr 2016 erstmals eine Erwerbsminderungsrente bezogen hat, bekam im Schnitt weniger als 700 Euro monatlich vom Staat ausbezahlt! Das ist bestenfalls ein Tropfen auf den heißen Stein. Eine private Versicherung der Berufsunfähigkeit ist die einzige Möglichkeit, um diese Versorgungslücke zu schließen und Dich und Deine Familie finanziell abzusichern.

Welche Ursachen gibt es für eine Berufsunfähigkeit?

Ob Autounfall, Bandscheiben-Vorfall oder Krebs-Erkrankung: Die Gründe für eine Berufsunfähigkeit sind vielfältig und können prinzipiell jeden treffen. Statistisch gesehen wird heute bereits jeder Dritte wegen einer psychischen Erkrankung berufsunfähig. Stress und Druck am Arbeitsplatz spielen hier eine maßgebliche Rolle. Betroffen sind Menschen quer durch alle Berufsgruppen: Burnout ist längst keine Manager-Krankheit mehr, sondern betrifft Künstler, Selbstständige, Bürokräfte, Sozialarbeiter und Wurst-Verkäufer gleichermaßen.

Die zweithäufigste Ursache sind Erkrankungen des Bewegungsapparats wie Probleme mit der Wirbelsäule und den Gelenken. Hier sind körperlich Arbeitende verhältnismäßig stärker betroffen. Doch nicht selten bedeutet ein Bandscheiben-Vorfall mit chronischen Schmerzen auch das Ende einer Büro-Karriere. Schwere Erkrankungen wie Krebs sind für etwa 15 Prozent aller Berufsunfähigkeits-Fälle verantwortlich, und knapp jeder zehnte Fall geht auf einen schweren Unfall zurück.

Gründe für die Berufsunfähigkeit (in %)

Wer braucht eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Weil prinzipiell jeder berufsunfähig werden kann, ist eine BU-Versicherung oder eine Arbeitsunfähigkeitsversicherung dringend anzuraten, ganz egal welchen Beruf Du ausübst oder wie alt Du bist. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung kann aber auch teuer sein. Die eigentliche Frage ist daher oft nicht, ob die Arbeitsunfähigkeitsversicherung oder Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll ist, sondern ob Du Dir die Versicherungsprämien leisten kannst. Du solltest daher gründlich abwägen, wie sehr Du auf Dein berufliches Einkommen angewiesen bist und wie sich Kosten und Nutzen einer Berufsunfähigkeitsversicherung zueinander verhalten.

Besonders wichtig ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung bzw. Arbeitsunfähigkeitsversicherung für Personen, bei denen das finanzielle Risiko sehr hoch ist. Dazu zählen:

  • Alleinverdiener und alle Erwerbstätigen, die auf kein soziales Netzwerk zurückgreifen können
  • Selbstständige und Freiberufler, die nicht gesetzlich rentenversichert sind und daher keinen Anspruch auf die gesetzliche Erwerbsminderungsrente haben

Ebenso ist eine BU-Versicherung sinnvoll, wenn Du noch sehr jung bist. Der Grund ist, dass sich junge Menschen mit vergleichsweise gutem Gesundheitszustand noch sehr günstig versichern können. Je länger Du zuwartest, desto teurer kommt Dir eine Arbeitsunfähigkeitsversicherung oder Berufsunfähigkeitsversicherung! Wir empfehlen eine Versicherung der Berufsunfähigkeit daher ausdrücklich auch für folgende Gruppen:

  • Berufsanfänger
  • Auszubildende
  • Schüler und Studenten

Gut abwägen solltest Du die Vor- und Nachteile einer Berufsunfähigkeitsversicherung, wenn Du folgenden Gruppen angehörst:

  • Beamte: Öffentlich Bedienstete sind unter bestimmten Voraussetzungen besser abgesichert als Arbeitnehmer in der Privatwirtschaft. Wer mindestens 5 Jahre im Staatsdienst tätig war und den Status "Beamte/r auf Lebenszeit" hat, erhält bei Dienstunfähigkeit eine Rente vom Staat, das sogenannte Ruhegehalt. Die Versorgungslücke ist in diesem Fall nicht so groß. Wer weniger als 5 Jahre verbeamtet ist, hat hingegen nur Anspruch auf die "normale" staatliche Erwerbsminderungsrente. In diesem Fall ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll.
  • Hausfrauen und Hausmänner: Zwar ist eine Versicherung der Berufsunfähigkeit als Hausfrau oder Hausmann grundsätzlich möglich. Es ist aber meist schwierig, eine günstige Berufsunfähigkeitsversicherung mit einer angemessenen Rentenhöhe zu finden.

Welche Arten einer Berufsunfähigkeitsversicherung gibt es?

Bevor Du einen Vergleich Berufsunfähigkeitsversicherung-Angebote vornimmst, solltest Du Dich für eine bestimmte Versicherungsform entscheiden. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung wird am Versicherungsmarkt in 3 verschiedenen Formen angeboten:

  • Berufsunfähigkeitsversicherung als eigenständige Versicherungsleistung
  • Berufsunfähigkeitsversicherung als Zusatz zu einer Risikolebensversicherung
  • Berufsunfähigkeitsversicherung als Zusatz zu einer Kapitallebens- oder Rentenversicherung

Selbstständige Berufsunfähigkeitsversicherung

Eine eigenständige Versicherung ist in der Regel die beste Berufsunfähigkeitsversicherung. Kombi-Produkte sind meist teurer und unflexibler! Falls sich Deine Lebensumstände ändern, brauchst Du vielleicht eine der Versicherungen nicht mehr oder möchtest einen neuen Vertrag mit geänderten Bedingungen abschließen. Das funktioniert einfacher, wenn Du eine eigenständige BU-Versicherung abgeschlossen hast.

Berufsunfähigkeitsversicherung als Zusatz zu einer Risikolebensversicherung

Manche Versicherungsunternehmen bieten eine Berufsunfähigkeitsversicherung nur im Kombination mit einer Risikolebensversicherung an. Mit einem solchen Kombi-Vertrag sicherst Du zugleich Deine Angehörigen ab, falls Du verstirbst. Der Nachteil ist, dass die Versicherungsprämie umso teurer wird, je höher die Todesfallsumme sein soll. Du solltest beim BU-Vergleich daher genau abwägen, ob Dir nicht zwei getrennte Versicherungen günstiger kommen als das Kombi-Produkt.

Berufsunfähigkeitsversicherung als Zusatz zu einer Kapitallebens- oder Rentenversicherung

Diese Versicherungsprodukte kombinieren eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit einer privaten Altersvorsorge. Einer der Vorteile ist, dass die Versicherung weiter für die Beiträge in die private Altersvorsorge aufkommt, falls Du berufsunfähig ist. Auch aus steuerlichen Gründen kann eine solche kombinierte BU-Versicherung sinnvoll sein. Im BU-Vergleich sind diese Verträge aber sehr teuer! Wir empfehlen Dir daher, eine private Rentenversicherung besser unabhängig von der Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen.

Vergleich: Berufsunfähigkeitsversicherung und Arbeitsunfähigkeitsversicherung

Eine häufige Frage ist: Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einer Arbeitsunfähigkeitsversicherung und einer Berufsunfähigkeitsversicherung? Zwar werden die Begriffe Arbeitsunfähigkeitsversicherung und Berufsunfähigkeitsversicherung gerne synonym verwendet. Eine Arbeitsunfähigkeitsversicherung meint aber streng genommen nicht dasselbe wie eine Berufsunfähigkeitsversicherung: Arbeitsunfähig bist Du dann, wenn Du aus gesundheitlichen Gründen nur vorübergehend nicht arbeiten kannst, aber Aussicht auf Besserung besteht. Erst wenn es sich dabei um einen Dauerzustand handelt, bis Du berufsunfähig.

Eine Versicherung der Berufsunfähigkeit kannst Du heute nur bei privaten Anbietern abschließen. Eine Arbeitsunfähigkeitsversicherung ist dagegen auch in der staatlichen Sozialversicherung eingeschlossen.

Gesetzliche Arbeitsunfähigkeitsversicherung

Eine gesetzliche Arbeitsunfähigkeitsversicherung hast Du automatisch, wenn Du als Erwerbstätiger bei einer gesetzlichen oder privaten Krankenkasse versichert bist. Schreibt Dich Dein Arzt krank, dann zahlt Dir Dein Arbeitgeber 6 Wochen Dein normales Gehalt weiter. Danach greift Deine Krankenversicherung. Sie bezahlt Dir Krankengeld in der Höhe von maximal 70 Prozent Deines Bruttolohns. Anspruch auf Krankengeld hast Du für höchstens 78 Wochen innerhalb von 3 Jahren.

Private Arbeitsunfähigkeitsversicherung

Eine private Arbeitsunfähigkeitsversicherung kann unabhängig oder zusätzlich zu einer Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll sein. Es gibt für eine solche Arbeitsunfähigkeitsversicherung im Wesentlichen 2 Möglichkeiten:

  • Arbeitsunfähigkeitsversicherung-Klausel in der BU-Versicherung: Bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung hast Du oft die Möglichkeit, eine zusätzliche Arbeitsunfähigkeitsversicherung abzuschließen. Der Vorteil ist, dass Du schon nach kürzerer Zeit Geld bekommst, auch wenn noch nicht sicher feststeht, ob Du berufsunfähig bist.
  • Private Krankentagegeld-Versicherung: Eine solche Versicherung kann sinnvoll sein, um das Krankengeld Deiner gesetzlichen Krankenkasse aufzustocken oder vorzusorgen, falls Du keinen Anspruch (mehr) auf das staatliche Krankengeld hast.

Was kostet eine BU-Versicherung?

Ein wesentliches Kriterium beim BU-Versicherung-Vergleich ist natürlich die Höhe der Versicherungsprämien. Sie können je nach Anbieter und je nach Versicherungsbedingungen stark variieren: von rund 30 Euro bis zu mehreren 100 Euro monatlich. Der Versicherer legt die Prämie danach fest, wie hoch er das Risiko einschätzt, dass Du berufsunfähig wirst, und wie teuer ihm das kommt. Je höher das Risiko und die voraussichtlichen Kosten, desto teurer wird die BU-Versicherung für Dich.

Grundsätzlich hängen die Kosten für eine BU-Versicherung ab von:

  • Deinen persönlichen Voraussetzungen
  • dem genauen Leistungsumfang

Persönliche Voraussetzungen

Alter

Je älter Du bei Vertragsabschluss bist, desto höher fallen auch die Kosten für die Berufsunfähigkeitsversicherung aus. Der Grund ist, dass mit zunehmendem Alter das Erkrankungsrisiko und damit das Risiko für eine Berufsunfähigkeit steigt. Aus diesem Grund empfehlen wir Dir, eine Berufsunfähigkeitsversicherung noch möglichst in jungen Jahren abzuschließen!

Gesundheitszustand

Um das Risiko für eine spätere Berufsunfähigkeit abzuschätzen, stellen Dir die Versicherer in der Regel detaillierte Fragen zu Deinem Gesundheitszustand. Vorerkrankungen führen meist dazu, dass die BU-Versicherung für Dich teurer wird, weil Du einen Risiko-Aufschlag zahlst. Dabei kommt es aber stark auf die Art der Erkrankung an: Eine Tierhaar-Allergie muss sich nicht notwendig auf die Höhe der Versicherungsprämie auswirken, eine Zuckerkrankheit oder starkes Übergewicht dagegen schon. Mit bestimmten Vorerkrankungen wie Zuckerkrankheit (Diabetes), Epilepsie oder Krebs ist es leider schwierig, eine günstige Berufsunfähigkeitsversicherung zu bekommen.

Du solltest aber keinesfalls die Flinte ins Korn werfen, wenn Du unter ein paar gesundheitlichen Beschwerden leidest! Denn die verschiedenen Versicherungsunternehmen bewerten die Risiken oft unterschiedlich. Ein gründlicher BU-Vergleich ist daher besonders wichtig, wenn Du trotz bestimmter Vorerkrankungen eine leistbare oder günstige Berufsunfähigkeitsversicherung finden willst.

Beruf

Unterschiedliche Berufe haben auch unterschiedliche gesundheitsbezogene Risiken zur Folge. Angehörige bestimmter Berufsgruppen werden daher statistisch gesehen wesentlich häufiger berufsunfähig als andere. Die Versicherungsunternehmen stufen Dich je nach Beruf in eine bestimmte Risikogruppe ein. Je höher das berufsbezogene Gesundheitsrisiko, desto tiefer greifst Du für die Berufsunfähigkeitsversicherung in die Tasche. Dadurch wird die BU-Versicherung oft gerade für die Menschen sehr teuer, die sie am dringendsten nötig hätten!

Die meisten Versicherer unterscheiden 4 Risikogruppen:

  • Risikogruppe 1 (geringes Risiko): Dazu zählen Berufe mit geringen körperlichen Belastungen wie Architekt, Steuerberater oder Mathematiker.
  • Risikogruppe 2 (normales Risiko): Darunter fallen Berufe mit durchschnittlichen körperlichen und psychischen Belastungen wie kaufmännische Angestellte oder Sozialpädagogen.
  • Risikogruppe 3 (erhöhtes Risiko): Zu den Berufen mit überdurchschnittlichen Gesundheitsrisiken zählen beispielsweise Friseur, Erzieher oder Verkäufer im Einzelhandel.
  • Risikogruppe 4 (sehr hohes Risiko): In diese Gruppe fallen viele handwerkliche Berufe mit großen Verletzungsrisiken, beispielsweise Dachdecker, Gerüstbauer, Maler, Maurer oder Elektriker. Auch Berufe mit großen körperlichen Belastungen wie etwa Altenpfleger werden dieser Risikogruppe zugerechnet.

Die genaue Einstufung der jeweiligen Berufe kann aber von Anbieter zu Anbieter variieren. Ein genauer Berufsunfähigkeitsversicherung-Vergleich kann sich daher lohnen, falls Du einer höheren Risikogruppe angehörst!

Hobbys

Bevor Du einen Versicherungsvertrag bekommst, nehmen die Versicherer auch Deine privaten Risiken unter die Lupe. Riskante Hobbys wie Klettern, Fallschirm-Fliegen, Motorrad fahren oder Reiten können Deine Berufsunfähigkeitsversicherung empfindlich verteuern. Bist Du Taucher oder Boxer, wird Dich die Versicherung vielleicht sogar gänzlich ablehnen. Auch hier gilt: Welchen genauen Risiko-Zuschlag Du zahlst, kann je nach Anbieter sehr unterschiedlich sein. Ein eingehender BU-Versicherung-Vergleich erspart Dir möglicherweise viel Geld, ohne dass Du Deine Hobbys aufgeben musst.

Leistungsumfang

Je bessere Leistungen Dir die Berufsunfähigkeitsversicherung bieten soll, desto teurer wird auch die Prämie. Umgekehrt ausgedrückt: Je leichter es für die Versicherung wird, Deine Ansprüche abzuweisen, oder je weniger sie Dir bezahlen muss, desto einfacher bekommst Du eine günstige Berufsunfähigkeitsversicherung. Diese beiden Faktoren - den Leistungsumfang und Deine Kosten - solltest Du beim BU-Vergleich sorgfältig abwägen.

Einfluss auf die Kosten der Berufsunfähigkeitsversicherung haben vor allem die folgenden Vertragsbedingungen:

Höhe der Berufsunfähigkeitsrente

Die Höhe der privaten Berufsunfähigkeitsrente kannst Du innerhalb gewisser Grenzen individuell festlegen. Je mehr Dir die Versicherung zahlen soll, desto höher sind Deine Prämien.

Versicherungsdauer (Vertragslaufzeit)

Darunter versteht man den Zeitraum, in dem der Versicherungsschutz besteht. Wenn Du lückenlos bis zum gesetzlichen Rentenalter versichert sein willst, ist die Prämie höher, als wenn der Schutz beispielsweise schon mit 55 oder 60 Jahren endet. Wenn Du davon ausgehst, bis dahin genügend Ersparnisse zu haben, kann eine Beschränkung der Vertragslaufzeit der BU-Versicherung sinnvoll sein.

Leistungsdauer

Die Leistungsdauer ist der Zeitraum, in dem Dir die private Berufsunfähigkeitsrente ausgezahlt wird, falls Du berufsunfähig wirst. Wenn Du bis zum Eintritt in die normale Altersrente Geld bekommen willst, zahlst Du dafür eine entsprechend höhere Prämie. Auch hier gilt: Ob eine Beschränkung der Leistungsdauer der BU-Versicherung sinnvoll ist, hängt davon ab, ob Du notfalls einige Jahre mit Deinen Ersparnissen überbrücken kannst.

Leistungsausschlüsse

Wenn Du wegen Deines Berufs oder Deiner Hobbys einer Risikogruppe angehörst, kannst Du entweder einen Risiko-Aufschlag in Kauf nehmen. Oder Du vereinbarst mit dem Versicherer, dass beispielsweise eine Berufsunfähigkeit wegen eines Reitunfalls aus der Versicherung ausgeschlossen sein soll. Dann wird die Prämie für Dich günstiger. Dasselbe gilt, wenn Du mit bestimmten Vorerkrankungen eine private Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen willst. Wenn Du beispielsweise bereits einen Bandscheiben-Vorfall hattest, kannst Du vertraglich vereinbaren, dass Du bei einem neuerlichen Bandscheiben-Vorfall keine private Berufsunfähigkeitsrente bekommst.

Solche Leistungsausschlüsse können bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll sein, wenn Du andernfalls keinen oder nur einen sehr teuren Vertrag bekommst. Der Schutz ist dann aber weniger umfassend. Prüfe daher durch einen genauen Vergleich Berufsunfähigkeitsversicherung-Angebote verschiedener Versicherungen, um herauszufinden, ob Du nicht doch einen günstigeren Vertrag ohne Leistungsausschlüsse bekommst.

Wie hoch sollte meine BU-Versicherung sein?

Die Höhe der monatlichen Berufsunfähigkeitsrente kannst Du mit der Versicherung individuell ausverhandeln. Weil sie ein wichtiger Kostentreiber ist, neigen viele dazu, hier den Sparstift anzusetzen. Es ist aber nicht sinnvoll, wenn Deine private Berufsunfähigkeitsrente so niedrig ist, dass sie nicht einmal Deine laufenden Kosten für Miete, Familie und Versicherungen decken kann! Umgekehrt bringt die beste Berufsunfähigkeitsversicherung mit einer hohen Rente nichts, wenn Du Dir die Versicherungsprämien irgendwann nicht mehr leisten kannst.

Um die optimale Höhe Deiner BU-Versicherung zu ermitteln, hast Du 2 Möglichkeiten: Du kannst Dich entweder an Deinem aktuellen Einkommen oder Deinen Ausgaben orientieren. Die erste Methode eignet sich besser für Arbeitnehmer mit einem regelmäßigen Einkommen, die zweite auch für Personen mit schwankendem Einkommen wie Selbstständige oder Künstler.

  • Berechnung anhand des Einkommens: Berechne das monatliche Nettoeinkommen Deines Haushalts, indem Du Löhne und sonstige Einnahmen wie etwa Kindergeld zusammenrechnest. Lege eine monatliche Rente von 70 bis 80 Prozent des Nettoeinkommens fest. Damit wirst Du im Normalfall auskommen.
  • Berechnung anhand der Ausgaben: Berechne Deine jährlichen Ausgaben auf Haushaltsebene so detailliert wie möglich und überlege Dir, welche davon absolut notwendig sind und welche Du auch streichen könntest. Teile alle notwendigen jährlichen Ausgaben durch 12 und setze diesen Betrag als monatliche Rentenhöhe fest.

Auf welche Punkte sollte ich im Versicherungsvertrag achten?

Abstrakte Verweisung, rückwirkende Anerkennung, Dynamik: Das "Kleingedruckte" einer Berufsunfähigkeitsversicherung enthält jede Mengel Fachjargon und Klauseln, die für Laien oft rätselhaft sind. Im Folgenden klären wir Dich daher über zentrale Begriffe und Vertragsbedingungen auf, die beim Vergleich-Berufsunfähigkeitsversicherung wichtig sind. So wird es Dir leichter fallen, "gute" und "schlechte" Versicherungsverträge voneinander zu unterscheiden und die für Dich beste Berufsunfähigkeitsversicherung zu finden.

Brutto- oder Netto-Prämie

Beim Berufsunfähigkeitsversicherung-Vergleich wirst Du bei jedem Tarif zwei Preise finden: die Netto-Prämie, auch aktueller Zahlbeitrag genannt, und die Brutto-Prämie, auch Maximalbeitrag genannt. Die Netto-Prämie zahlst Du beim Eintritt in die BU-Versicherung. Das Versicherungsunternehmen hat später aber das Recht, Deine Prämie bis zum Betrag der Brutto-Prämie zu erhöhen. Je größer der Unterschied zwischen Netto- und Brutto-Prämie, desto höher ist das Risiko, dass die Versicherung der Berufsunfähigkeit teurer wird.

Die beste Berufsunfähigkeitsversicherung ist nicht immer die mit der günstigsten Netto-Prämie! Achte beim Vergleich-Berufsunfähigkeitsversicherung auf die Differenz zwischen Netto- und Brutto-Prämie. Sie beträgt bei guten Angeboten weniger als 30 Prozent. Sie kann auch bei 150 Prozent oder mehr liegen - das bedeutet, dass die Versicherung Deine Prämie auf weit mehr als das Doppelte anheben darf! Eine vermeintlich günstige Berufsunfähigkeitsversicherung kann so zur Kostenfalle werden. Im Zweifelsfall ist oft eine BU-Versicherung sinnvoll, die zwar eine etwas höhere Netto-Prämie hat, sich aber nicht so stark verteuern kann.

Pauschalregelung

Die meisten Verträge für eine Berufsunfähigkeitsversicherung beinhalten eine sogenannte Pauschalregelung: Sie sieht vor, dass Dir die Berufsunfähigkeitsrente ausgezahlt wird, wenn Du zu mindestens 50 Prozent berufsunfähig bist. Ab diesem Schwellenwert bekommst Du die Rente in voller Höhe. Bist Du zu weniger als 50 Prozent berufsunfähig, dann zahlt die Versicherung dagegen gar nichts. Manche Versicherungen bieten auch eine Pauschalregelung an, die schon bei 25 Prozent Berufsunfähigkeit greift. Das ist vor allem für Personen sinnvoll, die keine körperliche Arbeit verrichten. Denn sie erreichen häufig nicht den Schwellenwert von 50 Prozent, auch wenn sie ihren Beruf faktisch nicht mehr ausüben können.

Staffelregelung

Eine Alternative zur Pauschalregelung ist die sogenannte Staffelregelung. Dabei wird die Höhe der Rente am Grad der Berufsunfähigkeit bemessen. Du bekommst beispielsweise 30 Prozent der vollen Rente, wenn Du zu 30 Prozent berufsunfähig bist. Ab einem bestimmten Schwellenwert, beispielsweise 75 Prozent Berufsunfähigkeit, wird die volle Rente ausbezahlt. Die Staffelregelung hat den Vorteil, dass Du auch dann Leistungen aus der Berufsunfähigkeitsversicherung bekommst, wenn die gesundheitliche Beeinträchtigung weniger gravierend ist. Der Nachteil ist, dass Du dann aber nur wenig Rente bekommst. Außerdem kann die Berechnung der Rentenhöhe kompliziert sein, weil es für Ärzte oft schwer ist, den genauen Grad der Berufsunfähigkeit anzugeben. Es könnte daher zu Rechtsstreitigkeiten zwischen Dir und der Versicherung kommen.

Abstrakte Verweisung

Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung greift grundsätzlich dann, wenn Du in Deinem eigenen Beruf nicht mehr arbeiten kannst. Falls der Versicherungsvertrag eine sogenannte abstrakte Verweisung vorsieht, behält sich der Versicherer aber ein Schlupfloch vor: Die Versicherung kann Dir die Leistung verweigern, wenn Du in einem anderen, gleichwertigen Beruf theoretisch noch arbeiten könntest. Dabei ist es unerheblich, ob Du in diesem gleichwertigen Beruf tatsächlich Arbeit findest.

Was als gleichwertig zählt, liegt im Ermessen der Versicherung und ist eine häufige Streitfrage. Meistens wird die Gleichwertigkeit eines anderen Berufs an der Erfahrung, dem nötigen Wissen und der sozialen Stellung festgemacht. Es ist klar, dass die Tätigkeit eines Arztes und eines Portiers nicht gleichwertig sind. Aber ein Arzt, der nicht mehr operieren kann, könnte beispielsweise noch Medizinstudenten unterrichten. In diesem Fall müsste die BU-Versicherung keine Leistung erbringen. Achte beim BU-Vergleich unbedingt darauf, dass der Vertrag keine abstrakte Verweisung vorsieht! Du erkennst sie an Formulierungen wie "eine alternative / andere Tätigkeit ausüben können" oder "eine der Ausbildung und Erfahrung entsprechende Tätigkeit ausüben können". Zwar macht die abstrakte Verweisung die BU-Versicherung günstiger. Es wird für die Versicherung aber wesentlich leichter, die Rentenzahlung zu verweigern, indem sie Dich einfach auf einen anderen Beruf verweist! Dabei ist es unerheblich, ob Du in diesem Beruf überhaupt arbeiten willst oder einen Job am freien Arbeitsmarkt findest.

Konkrete Verweisung

Etwas weniger problematisch sind Klauseln zur konkreten Verweisung. Hier kommt es nicht darauf an, ob Du theoretisch in einem anderen Beruf arbeiten könntest, sondern ob Du es tatsächlich tust. Die Versicherung kann also ihre Leistung verweigern, wenn Du freiwillig einen anderen, gleichwertigen Beruf annimmst oder freiwillig eine Umschulung absolvierst. Ob diese andere Tätigkeit gleichwertig ist, wird oft am Gehalt festgemacht. Wenn Du wesentlich weniger als in Deinem früheren Beruf verdienst, zählt die Tätigkeit nicht mehr als gleichwertig und Du bekommst die BU-Rente, selbst wenn Du wieder arbeitest.

Achte beim Berufsunfähigkeitsversicherung-Vergleich darauf, dass die Versicherung hier einen angemessenen Schwellenwert festlegt, beispielsweise 80 Prozent des früheren Gehalts. Das hat den Vorteil, dass Du leichter etwas zur BU-Rente dazuverdienen kannst, ohne Deinen Anspruch zu verlieren.

Nachversicherungsgarantie

Die private Berufsunfähigkeitsrente sollte so bemessen sein, dass Du damit Deinen Lebensstandard halten kannst. Dein finanzieller Bedarf kann sich aber im Laufe des Lebens ändern. Das gilt vor allem, wenn Du die Berufsunfähigkeitsversicherung schon in jungen Jahren abschließt. Möglicherweise gründest Du eine Familie und ziehst in eine größere Wohnung. Dadurch steigen natürlich auch die Kosten für Deinen Lebensunterhalt.

Es ist daher bei einer BU-Versicherung sinnvoll, wenn Du die monatliche Berufsunfähigkeitsrente nachträglich erhöhen kannst, ohne dass Du einen neuen Versicherungsvertrag abschließen und Dich somit einer erneuten Gesundheitsprüfung stellen musst. Das bezeichnet man auch als Nachversicherungsgarantie.

Meistens legt die Versicherung im Vertrag bestimmte Ereignisse fest, bei denen Du die Nachversicherungsgarantie in Anspruch nehmen kannst. Solche Ereignisse können beispielsweise sein:

  • Heirat oder Eintragung einer Lebenspartnerschaft
  • Geburt eines Kindes
  • die Aufnahme einer ersten Berufstätigkeit
  • der Beginn eines Studiums
  • eine berufliche Weiterqualifizierung
  • eine Gehaltserhöhung
  • der Erwerb von Immobilien

Manchmal ist eine Erhöhung der monatlichen BU-Rente sogar ohne besondere Begründung möglich. Senken lässt sich der Betrag in den meisten Fällen jedoch nicht! Natürlich ist die Erhöhung der monatlichen Rente nicht kostenlos, Du bezahlst in der Folge eine entsprechend höhere Versicherungsprämie.

Achte beim Berufsunfähigkeitsversicherung-Vergleich darauf, bis zu welchem Alter und bis zu welcher maximalen Summe Du die Nachversicherungsgarantie in Anspruch nehmen kannst. Oft legt die Versicherung dafür eine Altersgrenze fest, beispielsweise 45 Jahre.

Dynamik

Auch durch die allgemeine Preissteigerung (Inflation) kann sich Dein finanzieller Bedarf mit der Zeit erhöhen. Das gilt vor allem, wenn Du die Berufsunfähigkeitsversicherung schon in jungen Jahren abschließt: Setzt man eine jährliche Inflation von 2 Prozent voraus, dann bleiben von 1.000 Euro nach 30 Jahren nur noch 552 Euro reale Kaufkraft übrig!

Beitragsdynamik

Viele Versicherungen bieten daher optional eine sogenannte Beitragsdynamik an: Das bedeutet, dass Dein Beitrag jährlich um einen fixen Prozentbetrag steigt, beispielsweise um 3 Prozent. Dadurch steigt auch die BU-Rente, die Du im Versicherungsfall bekommst. Die Rente erhöht sich allerdings nicht im gleichen Maß wie die Beitragshöhe, sondern etwas weniger, wodurch sich die Beitragsdynamik mit steigendem Alter immer weniger "lohnt".

Die Beitragsdynamik ist freiwillig, Du kannst sie auch ablehnen. Oft hast Du die Möglichkeit, die Beitragssteigerung nur in bestimmen Jahren mitzumachen und in bestimmten Jahren auszusetzen. Dadurch kannst Du selbst bestimmen, um wieviel Deine monatlichen Beiträge und Deine BU-Rente steigen sollen. Denn Du solltest darauf achten, dass die Versicherung der Berufsunfähigkeit durch die Beitragsdynamik nicht zu teuer wird.

Garantierte Leistungsdynamik

Durch die Inflation wird auch Deine private Berufsunfähigkeitsrente immer weniger wert, falls Du sie eines Tages in Anspruch nehmen musst. Handelt es sich dabei nur um wenige Jahre, fällt das kaum ins Gewicht, in einem Zeitraum von 10 Jahren oder mehr allerdings schon!

Manche Versicherungen bieten daher optional eine garantierte Leistungsdynamik an. Das bedeutet, dass Deine BU-Rente jährlich um einen fixen Prozentsatz steigt, nachdem Du berufsunfähig geworden bist. Diese Klausel im Vertrag hat aber ihren Preis. Legst Du Wert auf eine günstige Berufsunfähigkeitsversicherung, dann ist es besser darauf zu verzichten.

Häufig sehen die Versicherungsverträge vor, dass sich Deine BU-Rente nur dann erhöht, wenn das Versicherungs-Unternehmen Gewinne macht. Darauf solltest Du Dich aber nicht verlassen!

Prognosezeitraum

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung greift im Unterschied zu einer Arbeitsunfähigkeitsversicherung erst, wenn Du für längere Zeit nicht arbeiten kannst. Abschätzen muss das ein Arzt. Die voraussichtliche Dauer Deiner Arbeits- oder Berufsunfähigkeit nennt man Prognosezeitraum. Achte beim Vergleich-Berufsunfähigkeitsversicherung darauf, dass die Versicherung schon bei einem kurzen Prognosezeitraum von 6 Monaten greift. Dann bekommst Du die private Berufsunfähigkeitsrente, sobald Du 6 Monate krank geschrieben bist oder Dein Arzt eine Krankheitsdauer von mindestens 6 Monaten prognostiziert.

Enthält der Versicherungsvertrag eine Klausel zur Arbeitsunfähigkeitsversicherung, dann bekommst Du auch schon bei einer kürzeren Erkrankung Geld! Solche Klauseln können bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll sein, damit Du nicht in kurzfristige Zahlungschwierigkeiten gerätst.

Rückwirkende Anerkennung

Oft mahlen die Mühlen der Bürokratie langsam: Es kann durchaus mehr als 6 Monate dauern, bis der Arzt Deine Berufsunfähigkeit festgestellt und die Versicherung das Attest akzeptiert hat. Manchmal wird auch der Schweregrad der Erkrankung am Anfang unterschätzt. Es ist daher bei einer BU-Versicherung sinnvoll, wenn sie für solche Fälle eine rückwirkende Anerkennung bzw. eine rückwirkende Leistungserbringung vorsieht. Du bekommst dann die BU-Rente rückwirkend ausbezahlt und zwar ab dem Zeitpunkt, zu dem Du berufsunfähig geworden bist.

Wartezeiten (Karenzzeiten)

Eine Wartezeit bedeutet, dass die Versicherung erst nach einer festgelegten Zeit die Rente ausbezahlt, beispielsweise nach 6 Monaten - selbst wenn schon früher feststeht, dass Du arbeitsunfähig bist. Eine günstige Berufsunfähigkeitsversicherung kann auch längere Wartezeiten vorsehen. Das ist problematisch, wenn Du keine größeren Ersparnisse hast. Denn Miete, Strom und alle anderen laufenden Rechnungen musst Du während der Wartezeit ja trotzdem bezahlen.

Befristete Anerkenntnis

Befristete Anerkenntnis bedeutet, dass Du die BU-Rente auf 12 oder 24 Monate befristet bekommst. Nach Ablauf dieser Frist musst Du erneut einen Rentenantrag stellen und nachweisen, dass Du nach wie vor anspruchsberechtigt bist. Das bedeutet einerseits großen Stress in einer oft schon ohnehin belastenden Lebenssituation. Darüber hinaus besteht das Risiko, dass beispielsweise ein neuer Arzt zu einer anderen Einschätzung Deines Gesundheitszustands gelangt. Es ist daher bei der Auswahl der BU-Versicherung sinnvoll darauf zu achten, dass die Rente nicht befristet ist.

Anzeigenpflicht

Achte beim BU-Versicherung-Vergleich darauf, ob der Anbieter eine sogenannte Anzeigenpflicht vorsieht. Das bedeutet, dass Du einen Berufswechsel oder ein neues Hobby melden musst, wenn damit ein höheres Risiko für eine Berufsunfähigkeit verbunden ist. Tust Du es nicht, dann verlierst Du unter Umständen Deinen Rentenanspruch. Eine solche Klausel ist sehr nachteilig, denn Du musst Dir beispielsweise bei jeder neuen Sportart überlegen, ob sie nicht vielleicht anzeigepflichtig ist!

Beitragsrückgewähr

Im Laufe Deiner Versicherungszeit zahlst Du eine beachtliche Summe an Prämien in die Berufsunfähigkeitsversicherung ein. Wenn Du niemals berufsunfähig wirst, ist dieses Geld für Dich verloren. Deshalb bieten manche Versicherer eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit Beitragsrückgewähr an. Das bedeutet: Du bekommst einen Teil der eingezahlten Prämien zurück, wenn Du bis zum Ende der Vertragslaufzeit nicht berufsunfähig geworden bist. Das klingt zwar erst einmal gut, hat aber auch Nachteile: Verträge mit Beitragsrückgewähr sind im BU-Versicherung-Vergleich deutlich teurer als solche ohne Beitragsrückgewähr! Denn Geld zurückzahlen kann Dir der Versicherer nur, weil er die zusätzlich eingehobene Prämie in Sparprodukten wie Fonds anlegt. Den Gewinn, den er damit erzielt, bekommst Du später zurück. Würde Dir der Versicherer tatsächlich Deine Prämien zurückzahlen, könnte er die Berufsunfähigkeitsversicherung nicht gewinnbringend anbieten.

Du kannst Dir die zusätzliche Prämie für die Beitragsrückgewähr daher auch sparen und das Geld stattdessen selbst anlegen.

Beitragsfreistellung

Eine Beitragsfreistellung bedeutet, dass Du bei Zahlungsschwierigkeiten die Beitragszahlung aussetzen kannst, ohne dass Dir Dein Versicherungsvertrag gekündigt wird. Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn Du krank wirst und darüber entschieden wird, ob Du berufsunfähig bist oder nicht. Denn das kann rasch einige Monate dauern.

Rücktrittsrecht des Versicherers

Achte beim Vergleich-Berufsunfähigkeitsversicherung auch darauf, ob der Versicherer den Vertrag kündigen darf, und falls ja in welchem Zeitraum! Der Grund für eine Kündigung kann beispielsweise sein, dass Du wissentlich oder unwissentlich beim Vertragsabschluss falsche Angaben gemacht hast. Bei einem guten Versicherungsvertrag sollte das Rücktrittsrecht des Versicherers auf 3 bis maximal 5 Jahre beschränkt sein.

Leistungsausschlüsse

Ein zentraler Punkt beim Berufsunfähigkeitsversicherung-Vergleich ist, unter welchen Voraussetzungen die Versicherung ihre Leistungen verweigern darf. In den meisten Fällen sind etwa vorsätzliche Straftaten, in deren Folge Du berufsunfähig geworden bist, ein Ausschlussgrund. Problematischer ist es, wenn schon fahrlässiges oder grob fahrlässiges Verhalten der Versicherung das Recht gibt, ihre Zahlungen zu verweigern. Denn fahrlässig kann es z.B. sein, wenn Du mit abgenutzten Reifen einen Autounfall hast.

Zusätzliche Arbeitsunfähigkeitsversicherung

Auch wenn die Begriffe Berufsunfähigkeitsversicherung und Arbeitsunfähigkeitsversicherung im Alltag gerne synonym verwendet werden: Eine Arbeitsunfähigkeitsversicherung ist etwas anderes als eine BU-Versicherung! Denn eine Arbeitsunfähigkeitsversicherung greift bereits dann, wenn Du voraussichtlich nur vorübergehend nicht in Deinem Beruf arbeiten kannst. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung kann zusätzliche Klauseln für eine Arbeitsunfähigkeitsversicherung enthalten. Die Arbeitsunfähigkeitsversicherung greift dann beispielsweise schon, wenn Du für mehr als 3 Monate krank geschrieben bist. Eine Arbeitsunfähigkeitsversicherung kann zusätzlich zur Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll sein, weil bis zur Feststellung Deiner Berufsunfähigkeit kein so langer Zeitraum zu überbrücken ist. Prüfe beim BU-Versicherung-Vergleich aber, um wieviel sich die Prämie durch eine zusätzliche Arbeitsunfähigkeitsversicherung verteuert!

Was ist vor dem Vertragsabschluss wichtig?

Für den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung solltest Du Dir Zeit nehmen. Hole mit unserem BU-Vergleich-Rechner erst einmal verschiedene Angebote ein und vergleiche sie gründlich, um die für Dich beste Berufsunfähigkeitsversicherung auszuwählen. Bevor Du den Vertrag dann tatsächlich unterzeichnest, empfehlen wir Dir Folgendes:

Denke über eine Rechtsschutzversicherung nach

Nicht immer ist es ganz eindeutig, ob eine Berufsunfähigkeit vorliegt oder nicht. Vor allem über den Grad der Beeinträchtigung kommt es häufig zu Streitigkeiten. Es kann daher sein, das sich eine Berufsunfähigkeitsversicherung zunächst einmal weigert zu zahlen. Im Jahr 2014 landeten 3 Prozent aller Berufsunfähigkeits-Anträge vor Gericht.

Die Prozesskosten sind in solchen Fällen hoch und kaum aus eigener Kraft zu stemmen. Vor allem, wenn Du aufgrund Deiner Arbeitsunfähigkeit ohnehin schon in finanziellen Schwierigkeiten steckst! Eine Rechtsschutzversicherung leistet hier gute Dienste. Sie kommt für die Anwalts- und Gerichtskosten auf und hilft Dir, Deine Ansprüche gegenüber dem Versicherer durchzusetzen. Falls Du vorsorglich eine Rechtsschutzversicherung abschließt, solltest Du das mindestens 3 Monate im Voraus tun, bevor Du den Vertrag für die Berufsunfähigkeitsversicherung unterzeichnest. Denn dann greift die Rechtsschutzversicherung auch, wenn Dir der BU-Versicherer vorwirft, bei der Antragstellung Vorerkrankungen oder andere Risikofaktoren verschwiegen zu haben. Schließe die Rechtsschutzversicherung und die Berufsunfähigkeitsversicherung möglichst nicht beim gleichen Versicherungs-Unternehmen ab, um Interessenskonflikte zu vermeiden!

Stelle bei Vorerkrankungen eine anonyme Risikovorabfrage

Mit Vorerkrankungen wie Diabetes, Epilepsie oder Bluthochdruck wird die Suche nach einer leistbaren Berufsunfähigkeitsversicherung oft zum Hürdenlauf. Viele Anbieter verrechnen hohe Risikoaufschläge oder lehnen den Antrag im schlimmsten Fall sogar ganz ab. Doch die Versicherungen stufen die Risiken oft sehr unterschiedlich ein. Ein gründlicher BU-Versicherung-Vergleich ist daher umso wichtiger.

Mit einer sogenannten anonymen Risikovoranfrage kannst Du Deine Chancen auf eine günstige Berufsunfähigkeitsversicherung ausloten. Dazu lässt Du Dir von mehreren Versicherungsgesellschaften ein Angebot erstellen, ohne Deine persönlichen Daten preiszugeben. Du kannst Dir dabei von einem Versicherungsberater helfen lassen. Eine anonyme Anfrage ist deshalb sinnvoll, weil die einzelnen Versicherungs-Unternehmen untereinander Daten austauschen. Lehnt Dich eine Versicherung ab, dann bekommst Du womöglich auch bei einem anderen Unternehmen keine Berufsunfähigkeitsversicherung.

Hole rechtzeitig ärztliche Atteste ein

Bevor Du eine private Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen kannst, musst Du sehr umfangreiche und detaillierte Gesundheitsfragen beantworten. Denn für die Versicherung sind das wichtige Informationen, um Dein persönliches Risiko für eine Berufsunfähigkeit zu kalkulieren. Den mehrseitigen Gesundheits-Fragebogen zu beantworten ist nicht immer ganz einfach. Sammle daher Deine Krankenunterlagen und hole fehlende Atteste von allen Ärzten ein, bei denen Du im fraglichen Zeitraum in Behandlung warst. Für ambulante Behandlungen sind das meist 5 Jahre, für Krankenhaus-Aufenthalte 10 Jahre. Kontrolliere auch, dass sich in den Befunden keine Fehler eingeschlichen haben.

Beantworte alle Fragen wahrheitsgemäß

Auch wenn die Versicherung der Berufsunfähigkeit dadurch schwieriger wird: Vorerkrankungen, Behandlungen oder risikoreiche Hobbys nicht anzugeben ist die denkbar schlechteste Option! Denn Du verletzt dadurch Deine sogenannte vorvertragliche Anzeigepflicht. Das gibt der Versicherung das Recht, später vom Vertrag zurückzutreten. Bevor Dir im Krankheitsfall die BU-Rente zugesprochen wird, prüft die Versicherung im Normalfall Deine Unterlagen nach. Stellt sich heraus, dass Du Krankheiten oder andere Risiken verschwiegen hast, dann kann sie sich weigern zu zahlen.

Was passiert mit meiner BU, wenn ich den Beruf wechsle?

Bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung ist in der Regel der zuletzt ausgeübte Beruf versichert. Wenn Du in diesem Beruf nicht mehr arbeiten kannst, bist Du berufsunfähig. In seltenen Fällen sieht der Versicherungsvertrag vor, dass Dich die Versicherung auf einen früher ausgeübten Beruf verweisen kann. Solche Klauseln sollest Du aber besser meiden.

Muss ich den Berufswechsel melden?

Ob Du den Berufswechsel melden musst, ist im Versicherungsvertrag geregelt. Die meisten Versicherer verzichten heute darauf. Achte beim Vergleich-Berufsunfähigkeitsversicherung darauf und meide Verträge mit einer Meldepflicht besser. Denn je nach Anbieter kann es sein, dass Du Dich dann auch einer erneuten Gesundheitsprüfung stellen musst.

Ändert sich die monatliche Prämie?

Wenn keine Meldepflicht besteht, dann ändert sich auch an der monatlichen Versicherungsprämie nichts. Wenn die Versicherung auf einer Meldung des Berufswechsels besteht, kann es sein, dass sie die Prämienhöhe anpasst. Falls Du einen Beruf mit einem höheren Gesundheitsrisiko annimmst, also beispielsweise von einem Bürojob zu einer handwerklichen Tätigkeit wechselst, wird die Versicherung möglicherweise teurer.

Falls Du umgekehrt in einen risikoärmeren Beruf wechselst, kann es sogar sinnvoll sein, den Wechsel freiwillig zu melden. Die Versicherungsbeiträge werden dann vielleicht niedriger.

Ändert sich die Höhe der BU-Rente?

An der einmal vereinbarten Höhe der Berufsunfähigkeitsrente ändert sich nichts, auch wenn Du Deinen Beruf wechselst.

Wie funktioniert eine BU-Versicherung für Schüler oder Studenten?

Auch und gerade für junge Menschen ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung oder Arbeitsunfähigkeitsversicherung sinnvoll! Und zwar aus folgenden Gründen:

  • Günstige Prämie: In der Regel gibt es in diesem Alter noch keine gravierenden Gesundheitsprobleme. Deshalb ist die Berufsunfähigkeitsversicherung vergleichsweise günstig zu haben.
  • Keine staatliche Absicherung: Zwar sind Schüler und Studenten meist über ihre Eltern krankenversichert. Eine Arbeitsunfähigkeitsversicherung oder Berufsunfähigkeitsversicherung ist darin aber nicht eingeschlossen! Auch die staatliche Erwerbsminderungsrente bekommt nur, wer mindestens 5 Jahre in die Rentenversicherung eingezahlt hat.

Welcher Beruf wird versichert?

Als Schüler und Student übst Du noch keinen konkreten Beruf aus. Eine gute Berufsunfähigkeitsversicherung sollte Dir ermöglichen, sowohl Deinen aktuellen "Beruf" als Schüler oder Student als auch Deinen später angestrebten Beruf zu versichern. Normalerweise kannst Du diese Angabe später ändern. Ungünstig sind Verträge, die nur die aktuelle Stellung als Schüler oder Student versichern. Denn dann kann Dich die Versicherung auf jeden erdenklichen Job, also auch eine Hilfstätigkeit, verweisen.

Welche Alternativen gibt es zur Berufsunfähigkeitsversicherung?

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist der beste und umfassendste Schutz, solltest Du eines Tages nicht mehr in Deinem Beruf arbeiten können. Für manche Menschen ist eine Versicherung der Berufsunfähigkeit aber sehr teuer. Vor allem wenn Dein Gesundheitszustand nicht der beste ist oder Du einer beruflichen Risikogruppe angehörst, übersteigen die Versicherungsprämien vielleicht Deine persönliche Schmerzgrenze. In diesem Fall kannst Du über alternative Versicherungsangebote nachdenken. Die folgenden Versicherungen bieten Dir zwar keinen so umfassenden Schutz wie eine Berufsunfähigkeitsversicherung, sind dafür aber günstiger zu haben.

Erwerbsunfähigkeitsversicherung

Eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung greift im Unterschied zur Berufsunfähigkeitsversicherung nur dann, wenn Du überhaupt nicht mehr arbeiten kannst. Sie springt also nicht ein, solange Du theoretisch in irgendeinem Beruf arbeiten könntest. Eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung ist vor allem für Handwerker anstatt einer Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll. Denn Menschen, die vorwiegend körperlich arbeiten, zahlen für eine Berufsunfähigkeitsversicherung rasch eine monatliche Prämie von einigen hundert Euro! Eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung gibt es dagegen schon um rund 50 Euro monatlich.

Dread-Disease-Versicherung

Bei einer sogenannten Dread-Disease-Versicherung bekommst Du einmalig eine vereinbarte Summe ausbezahlt, wenn Du schwer erkrankst. Zu den versicherbaren Krankheiten gehören beispielsweise Krebs, Herzinfarkte, Schlaganfälle oder Verletzungen wie ein Schädel-Hirn-Trauma oder eine Bein-Amputation. Psychische Erkrankungen und Erkrankungen des Bewegungsapparats sind meist nicht eingeschlossen. Eine Dread-Disease-Versicherung bietet daher keinen sehr umfassenden Schutz, sie leistet Dir zudem nur eine Einmalzahlung. Sie kann aber sinnvoll sein, wenn Du weder eine leistbare Berufsunfähigkeitsversicherung noch eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung bekommst.

Grundfähigkeitsversicherung

Eine Grundfähigkeitsversicherung greift dann, wenn Du bestimmte körperliche Fähigkeiten verlierst. Zu den sogenannten Grundfähigkeiten zählen etwa Sehen, Hören, Sprechen, Gehen, Heben, Bücken, Treppensteigen, Tragen oder Auto fahren. Krankheiten an sich - auch psychische Erkrankungen - sind damit nicht abgedeckt. Eine Grundfähigkeitsversicherung kann eine günstigere Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung sein, wenn Du in einem körperlich fordernden Beruf arbeitest. Du solltest darauf achten, dass die für Deinen Job wirklich maßgeblichen körperlichen Fähigkeiten versichert sind.

Wie kann ich meine BU-Versicherung von der Steuer absetzen?

Die Prämien für Deine private Berufsunfähigkeitsversicherung kannst Du grundsätzlich bei Deiner Steuererklärung von der Lohnsteuer bzw. Einkommenssteuer absetzen. Oft funktioniert das aber nicht in voller Höhe, weil es gewisse Höchstbeträge gibt. Diese Höchstbeträge hängen von der Art Berufsunfähigkeitsversicherung ab:

Selbstständige Berufsunfähigkeitsversicherung

Hast Du eine eigenständige Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen, dann kannst Du die Prämien als Vorsorgeaufwendungen in der Steuererklärung absetzen. Dabei gelten folgende jährliche Höchstbeträge:

  • Angestellte: 1.900 Euro
  • Beamte, Selbstständige, Freiberufler: 2.800 Euro

In die Rubrik der Vorsorgeaufwendungen fallen aber auch die Beiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung. Oft ist der Höchstbetrag bereits durch diese Versicherungen ausgeschöpft. Dann kannst Du die Prämien für die private Berufsunfähigkeitsversicherung faktisch nicht mehr absetzen.

BU-Versicherung als Zusatz zu einer Risikolebens- oder Rentenversicherung

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung kannst Du auch als Zusatzversicherung zu einer staatlich zertifizierten Altersvorsorge (z.B. Rürup-Rente) abschließen. Unter bestimmten Voraussetzungen sind die Versicherungsbeträge dann als Sonderausgabe im Rahmen der privaten Altersvorsorge absetzbar. Wichtig ist, dass mehr als 50 Prozent Deiner Versicherungsbeiträge der Altersvorsorge dienen müssen. Die jährlichen Höchstbeträge sind:

  • für Ledige: 23.712 Euro
  • für Verheiratete: 47.424 Euro