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Lebensversicherung: Vergleich der Optionen

Altersvorsorge und Schutz der Angehörigen im Doppelpack - das ist das Konzept der klassischen Lebensversicherung. Doch in den letzten Jahren sind die Polizzen in die Kritik geraten. Denn viele Produkte sind teuer und schlecht verzinst. Unser Ratgeber zur Lebensversicherung hilft Dir zu entscheiden, ob ein Vertrag für Dich sinnvoll ist und falls ja, welche Variante Du wählen solltest.

Welche Lebensversicherung ist im Vergleich die beste?

Verbraucherschützer weisen immer wieder darauf hin, dass viele Lebensversicherungen heute unrentabel sind. Denn nicht selten wird der Garantiezins von 0,9 Prozent durch Spesen und Provisionen fast vollständig aufgefressen! Andererseits gibt es gute Risikolebensversicherungen, mit denen Du für weniger als 4 Euro monatlich Deine Familienangehörigen absicherst, falls Dir etwas zustoßen sollte.

Unterschreibe daher keinesfalls den erstbesten Vertrag, sondern vergleich zuerst gründlich die Anbieter, wenn Du eine Lebensversicherung abschließen möchtest! Das ist rasch erledigt, indem Du über den Online-Rechner einfach einen unverbindlichen Vergleich der Lebensversicherungen anforderst. Du erhältst ein gut strukturiertes Datenblatt mit den wichtigsten Eckdaten wie Kosten und Zinsen im Überblick. Auf dieser Basis triffst Du eine informierte Entscheidung und findest den Vertrag, der wirklich zu Dir und Deiner Lebenssituation passt.

Was ist eine Lebensversicherung?

"Lebensversicherung" ist ein Sammelbegriff für Versicherungsverträge, die der privaten Altersvorsorge oder der Absicherung von Angehörigen im Todesfall dienen - oder beidem zugleich.

Weil es sich im Detail um sehr unterschiedliche Produkte handelt, beschreiben wir hier die wichtigsten Varianten der Lebensversicherung im Vergleich.

Risikolebensversicherung

Eine Risikolebensversicherung zahlt eine vereinbarte Summe aus, wenn Du als versicherte Person während der Vertragslaufzeit verstirbst. Sinn und Zweck ist es Menschen abzusichern, die finanziell von Dir abhängig sind. Bist Du beispielsweise der Hauptverdiener in der Familie, dann könnten Deine Angehörigen vor dem finanziellen Ruin stehen, wenn Dir unerwartet etwas zustößt.

Bei einer reinen Risikolebensversicherung wird kein Geld zur Altersvorsorge angespart. Die Versicherungen sind daher recht günstig zu haben, gute Verträge erhältst Du bereits für weniger als 4 Euro monatlich. Der Preis kann aber stark personenabhängig sein. Viele Anbieter stellen Dir Gesundheitsfragen und berechnen einen Risikoaufschlag, wenn Du Raucher oder übergewichtig bist. Du kannst zwar auch eine Risikolebensversicherung ohne Gesundheitsprüfung abschließen, diese Verträge sind aber manchmal von vornherein etwas teurer.

Kapitallebensversicherung

Eine klassische Kapitallebensversicherung ist ein Doppelpack: Private Altersvorsorge und Angehörigenschutz sind in einem Vertrag vereint. Es handelt sich somit nicht um eine reine Risikoversicherung, sondern zugleich um einen Sparvertrag.

Die Versicherungsbeiträge sind daher etwas höher als bei einer reinen Risikolebensversicherung. Grundsätzlich hängt die Beitragshöhe davon ab, wie viel Geld Du später erhalten möchtest. Am Ende der Vertragslaufzeit - in der Regel ist das mit Rentenantritt - wird Dir das angesparte Kapital ausgezahlt. Dabei hast Du oft die Wahl zwischen einer Einmalzahlung und einer lebenslangen monatlichen Rente.

Solltest Du vor Ende der Vertragslaufzeit versterben, dann erhalten Deine Angehörigen oder andere berechtigte Personen eine vorher vereinbarte Todesfallsumme. Diese Summe ist fest und unabhängig davon, wie viel Du bis dahin in den Vertrag eingezahlt hast.

Die klassische Kapitallebensversicherung ist fest verzinst. Der sogenannte Garantiezins, der bei Vertragsabschluss vereinbart wird, bleibt bis zum Ende der Laufzeit bestehen. Die Höhe des Garantiezins ist staatlich reguliert und beträgt derzeit (Stand 2019) maximal 0,9 Prozent. Darüber hinaus erhältst Du eine variable Überschussbeteiligung, die davon abhängt, wie erfolgreich das Versicherungsunternehmen Dein Geld angelegt hat. Im Unterschied zum Garantiezins steht die Überschussbeteiligung aber nicht von vornherein fest.

Private Rentenversicherung

Eine Rentenversicherung ist ein reines Sparprodukt zum Zweck der Altersvorsorge. Die Beiträge, die Du einzahlst, legt das Versicherungsunternehmen am Kapitalmarkt an. Klassische Rentenversicherungen investieren in sichere Anlageformen wie etwa Staatsanleihen, die zwar geringe, dafür aber sichere Erträge bringen. Neben dem Garantiezins bekommst Du auch eine variable Überschussbeteiligung, wenn alles gut läuft.

Im Unterschied zu einer Kapitellebensversicherung beinhaltet eine reine Rentenversicherung keinen Angehörigenschutz. Falls Du noch vor Rentenantritt verstirbst, bekommt Deine Familie somit keine feste Todesfallsumme. Üblicherweise erhalten Angehörige aber die bis dahin eingezahlten Beiträge zurück, so dass das Geld nicht verloren ist.

Eine private Rentenversicherung ist eine Form der Lebensversicherung, die Du ohne Gesundheitsprüfung abschließen kannst.

Fondsgebundene Lebensversicherung

Viele Ratgeber zur Lebensversicherung warnen mittlerweile vor klassischen Verträgen, da in der derzeitigen Niedrigzinsphase nur eine Mini-Rendite zu erzielen ist. Die Versicherungsunternehmen haben daher in den letzten Jahren zunehmend fondsgebundene Produkte auf den Markt gebracht.

Dabei werden Deine Versicherungsbeiträge ganz oder teilweise in Investmentfonds angelegt. Diese bieten höhere Renditechancen, deshalb kann eine fondsgebundene Lebensversicherung im Vergleich zu klassischen Produkten lukrativer sein. Die Kehrseite ist, dass es meist keinen Garantiezins gibt. Die meisten Anbieter versprechen Dir nur den Erhalt der eingezahlten Beiträge. Ebenso wie bei klassischen Kapitallebensversicherungen ist meist ein Todesfall-Schutz enthalten.

Für wen ist eine Lebensversicherung sinnvoll?

Wegen der niedrigen Zinsen ist eine klassische Lebensversicherung im Vergleich zu anderen Anlageformen wenig rentabel. Von Verträgen, die Altersvorsorge und Todesfallschutz kombinieren, raten Verbraucherschützer derzeit eher ab. Denn der Risiko-Beitrag schmälert die ohnehin schon geringe Rendite. Oft ist es besser, eine günstige Risikolebensversicherung unabhängig von einem Altersvorsorge-Sparvertrag abzuschließen.

Sinnvoll kann eine Lebensversicherung in diesen Situationen sein:

Alleinverdiener

Verdienst Du deutlich mehr als Dein Partner, dann kann Deine Familie in arge finanzielle Schwierigkeiten geraten, falls Du frühzeitig verstirbst. Es lohnt sich daher, eine Risikolebensversicherung abzuschließen - zumindest solange, bis Deine Kinder selbst für ihren Lebensunterhalt sorgen können.

Kreditnehmer

Manche Banken verlangen bei der Vergabe von Darlehen oder Immobilienkrediten eine Risikolebensversicherung. Sie stellt sicher, dass Deine Familie den Kredit abzahlen kann, falls Dir etwas zustößt und Dein Gehalt wegfällt.

Selbstständige und Freiberufler

Auch für Unternehmer kann es sinnvoll sein, enge Geschäftspartner über eine Risikolebensversicherung zu schützen.

Worauf sollte ich beim Abschluss einer Lebensversicherung achten?

Eine Lebensversicherung solltest Du niemals voreilig abschließen, denn oft kannst Du den Vertrag nur zu sehr nachteiligen Bedingungen kündigen! Wenn Du eine Lebensversicherung abschließen möchtest, dann gehe am besten so vor:

1. Fordere ein unverbindliches Vergleichsangebot an

Verschaffe Dir über den Online-Versicherungsrechner unbedingt selbst einen Überblick über das aktuelle Marktangebot! Versicherungsvertreter verkaufen Dir häufig nicht das beste Produkt, sondern das, wofür sie die höchsten Provisionen erhalten.

2. Achte auf die Nebenkosten

Beim Vergleich von Lebensversicherungen ist der Garantiezins nur eine Seite der Medaille. Die andere Seite sind die Nebenkosten für Abschluss, Verwaltung und Vertrieb, die erheblich an der Rendite zehren können. Wie die Ratingagentur Assekurata berechnet hat, bleiben von den 0,9 Prozent Garantiezins einer klassischen Lebensversicherung im Schnitt nur 0,14 Prozent übrig, wenn man sämtliche Nebenkosten abzieht! Rechnet man die Überschussbeteiligung mit ein, kommt man zwar auf eine höhere Verzinsung von derzeit rund 2,5 Prozent. Die Überschüsse sind aber nicht garantiert. Die Nebenkosten können von Anbieter zu Anbieter stark schwanken: Günstige Lebensversicherungen behalten weniger als 1 Prozent an Verwaltungskosten ein, während manche Unternehmen mehr als 10 Prozent abkassieren.

3. Setze eine angemessene Todesfallsumme fest

Bei einer Risikolebensversicherung hängt die Beitragshöhe entscheidend von der Todesfallsumme ab: Je mehr Geld Deinen Angehörigen im Todesfall zur Verfügung stehen soll, desto teurer kommt Dir die Versicherung. Als Faustformel wird oft empfohlen, das 3- bis 5-fache Jahres-Bruttoeinkommen der Familie als Todesfallsumme festzulegen (plus eventuell vorhandene Schulden).

4. Beantworte Gesundheitsfragen ehrlich

Ein weiterer Kostenfaktor ist Dein individuelles Risikoprofil. Beantworte Gesundheitsfragen trotzdem unbedingt ehrlich, denn sonst könntest Du später Deinen Versicherungsschutz verlieren! Bei einigen Anbietern lässt sich eine Risikolebensversicherung auch ohne Gesundheitsprüfung abschließen, was den Vertrag aber etwas verteuern kann. Eine reine Kapital-Lebensversicherung ohne Gesundheitsprüfung abzuschließen ist in der Regel kein Problem.

FAQs

Wie viel kostet die Lebensversicherung?

Wie viel die Lebensversicherung kostet, hängt ab von

  • den vereinbarten Leistungen (Höhe der Todesfallsumme oder der Rente)
  • individuellen Risikofaktoren (Beruf, Raucher-Status, Freizeit-Gewohnheiten)
  • Alter bei Vertragsabschluss

Günstige Lebensversicherungen mit reinem Todesfallschutz sind schon für weniger als 4 Euro monatlich erhältlich. Die Prämie kann auf mehr als 100 Euro monatlich steigen, wenn man einen riskanten Beruf oder riskante Hobbys hat oder bei Vertragsabschluss bereits älter als 50 Jahre ist.

Was zählt zu Lebensversicherungen?

Zu den Lebensversicherungen zählt

  • Kapitallebensversicherung: Diese Art der Versicherung kombiniert einen Altersvorsorge-Vertrag mit einem Todesfallschutz für Angehörige.
  • Risikolebensversicherung: Diese Form dient nur der finanziellen Absicherung von Angehörigen, falls der Versicherungsnehmer stirbt. Es wird kein Vermögen zur Altersvorsorge aufgebaut.
  • Rentenversicherung: Eine Rentenversicherung ist ein reines Sparprodukt zur Altersvorsorge, ein Todesfallschutz ist nicht eingeschlossen.

Wie funktioniert die Lebensversicherung?

Die klassische Lebensversicherung funktioniert nach einem doppelten Prinzip: Einerseits wird der Todesfall des Versicherungsnehmers abgesichert. Das bedeutet, dass Angehörige oder andere bezugsberechtigte Personen eine vereinbarte Todesfallsumme erhalten, falls der Versicherungsnehmer noch vor Ende der Vertragslaufzeit verstirbt.

Andererseits dient die Lebensversicherung auch der Altersvorsorge: Erlebt der Versicherungsnehmer das Vertragsende, dann erhält er selbst die Versicherungsleistung - entweder als Einmalzahlung oder als monatliche Rente.

Es gibt auch Produkte, die nur der Altersvorsorge dienen (Rentenversicherung) oder nur dem Schutz von Angehörigen (Risikolebensversicherung).

Sind Lebensversicherungen steuerfrei?

Lebensversicherungen sind nur dann steuerfrei, wenn sie schon vor dem 1. Januar 2005 abgeschlossen wurden. Bei später abgeschlossenen Verträgen muss die Auszahlung versteuert werden. Die genaue Höhe der Steuer hängt u.a. von der Laufzeit und Alter bei Auszahlungsbeginn ab. Ausgenommen sind nur reine Risikolebensversicherungen zur Angehörigen-Absicherung.