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Steuersatz: Wie hoch ist Deiner?

Das Thema Steuersätze in Deutschland ist für viele ein Buch mit sieben Siegeln. Dennoch musst Du Dich regelmäßig damit auseinandersetzen, spätestens, wenn die nächste Steuererklärung fällig wird. Um etwas Licht ins Dunkel zu bringen, sagen wir Dir, worum es geht und worauf Du achten musst. Du wirst sehen: So kompliziert, wie Du vielleicht denkst, ist es mit den Steuersätzen in Deutschland gar nicht.

Wie hoch ist der Steuersatz in Deutschland?

Der Steuersatz in Deutschland kann zwischen 14 Prozent und 42 Prozent Deines Einkommens betragen. Wenn Du ein besonders hohes Einkommen von mehr als 260.533 Euro im Jahr hast, langt das Finanzamt sogar mit 45 Prozent zu (so genannte Reichensteuer). Steuerpflichtig bist Du ab einem Einkommen von 9.000 Euro im Jahr. Alles, was darunter liegt, fällt unter den so genannten Grundfreibetrag und wird nicht besteuert.

Wie ist der Steuersatz in Deutschland gestaffelt?

Gestaffelt ist der Steuersatz auf Einkommen in Deutschland nach Einkommenshöhe, man spricht hier auf von einem so genannten progressiven Steuersatz. Dem liegt das Prinzip zugrunde, dass Menschen mit hohem Einkommen und stärkerer wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit mehr Geld an das Gemeinwesen abgeben sollen, als Menschen, denen nur geringe Mittel zur Verfügung stehen (Leistungsfähigkeitsprinzip). Wenn Du ein Einkommen hast, das knapp über dem Grundfreibetrag liegt, startest Du mit dem Eingangssteuersatz von 14 Prozent. Von da ab steigt die Kurve an: Bringst Du bspw. 30.000 Euro im Jahr nach Hause, liegt Dein Steuersatz schon bei 32 Prozent. Bei einem Einkommen von 50.000 Euro im Jahr wiederum hast Du mit 41 Prozent schon fast den Spitzensteuersatz erreicht. Er liegt nur 1 Prozent höher und greift ab einem Jahreseinkommen von 54.950 Euro.

Wie berechne ich meinen persönlichen Steuersatz?

Deinen persönlichen Steuersatz kannst Du berechnen, indem Du die Summe Deiner Steuerschuld durch das zu versteuernde Einkommen teilst und das Ergebnis mal 100 nimmst. Wenn Du diese Rechnung für die vorangegangene Steuerperiode anstellen möchtest, findest Du die entsprechenden Angaben jeweils in Deinem Steuerbescheid. Das Ergebnis dieser Rechnung zeigt Dir an, welchen Anteil Du von jedem Euro Deines steuerpflichtigen Einkommens an das Finanzamt abführen musst. In diesem Zusammenhang spricht man auch vom so genannten Durchschnittssteuersatz.

Ein fiktives Beispiel mit einfachen Zahlen:

  • Steuerbetrag: 10.000 Euro
  • Zu versteuerndes Einkommen: 30.000 Euro
  • Ergebnis nach Division: 0,33
  • Mal 100: 33

Bei einem Einkommen von 30.000 Euro und einer Steuerlast von 10.000 Euro würde Dein persönlicher Steuersatz nach dieser Rechnung also 33 Prozent betragen.

Wie berechne ich mein zu versteuerndes Einkommen?

Um Deinen Durchschnittssteuersatz berechnen zu können, musst Du wissen wir hoch Dein zu versteuerndes Einkommen ist. Es ergibt sich aus der Summe Deiner Einkünfte abzüglich aller abzugsfähigen Beträge. Hierzu gehören u.a.:

  • Freibeträge für Kinder
  • Vorsorgeaufwendungen für die Altersvorsorge wie z.B. gesetzliche Rentenversicherung, berufsständische Versorgungseinrichtungen, kapitalgedeckte Altersvorsorge etc.
  • Weitere Vorsorgeaufwendungen wie z.B. Arbeitslosenversicherung, Erwerbs- und Berufsunfähigkeitsversicherung, Krankenversicherung, Unfallversicherung etc.
  • Für die Berechnung Deines zu versteuernden Einkommens, empfehlen wir Dir, eine Online-Steuersoftware zu benutzen. Mit ihrer Hilfe kannst Du sicher gehen, dass Du keine abzugsfähigen Positionen vergisst und so in Deiner nächsten Steuererklärung Geld zum Fenster rauswirfst.

Wie hoch ist der Steuersatz für die unterschiedlichen Steuerarten?

Der Betrag, den Du laut Steuerbescheid an das Finanzamt bezahlen musst, setzt sich aus unterschiedlichen Steuern zusammen. Vom Arbeitslohn über Erbschaften bis hin zur Mitgliedschaft in einer Religionsgemeinschaft verlangt der Staat in allen denkbaren Lebensbereichen seinen Anteil. Hier zeigen wir Dir, wie hoch er in den gängigen Steuerarten ausfällt:

Einkommensteuer

Für den Steuersatz bei der Einkommensteuer gilt der oben genannte progressive Steuersatz in Deutschland von 14 bis 42 Prozent (45 Prozent bei besonders hohen Einkommen). Das Einkommen, das Du danach versteuern musst, setzt sich hauptsächlich zusammen aus:

  • Einkünften aus selbstständiger und nicht selbstständiger Arbeit
  • Einkünften aus Land und Forstwirtschaft
  • Einkünften aus Gewerbebetrieb
  • Einkünften aus Kapitalvermögen
  • Einkünften aus Vermietung und Verpachtung

Umsatzsteuer

Der Regelsteuersatz in Deutschland für die Umsatzsteuer beträgt 19 Prozent. Diese Steuer wird auf Lieferungen wie z.B. Waren und sonstige Leistungen wie z.B. Dienstleistungen erhoben. Sie richtet sich an Unternehmer, die diese Lieferungen und Leistungen gegen Entgelt anbieten. Getragen wird sie allerdings allein vom Endverbraucher, vom Konsumenten, mit dem Kauf der Ware oder der Dienstleistung.

Neben dem Umsatzsteuersatz in Deutschland von 19 Prozent gibt es noch einen ermäßigten Steuersatz von 7 Prozent für bestimmte Waren- und Leistungsgruppen. Zu den wichtigsten zählen:

  • Milch und Milchmischgetränke
  • Lebensmittel
  • Bücher, Zeitungen und Zeitschriften
  • Personennahverkehr
  • Theater-, Konzert- und Museumstickets
  • Übertragung von Urheberrechten
  • Beherbergung (Hotels, Hostels, Campingplätze)

Abweichende Steuersätze in Deutschland gibt es auch bei der Umsatzsteuer für landwirtschaftliche Erzeugnisse und Forsterzeugnisse. Sie liegen bei 10,7 Prozent bzw. 5,5 Prozent.

Körperschaftsteuer

Mit der Körperschaftsteuer werden ausschließlich juristische Personen wie Kapitalgesellschaften, Vereine oder Genossenschaften besteuert. Sie ist das Gegenstück zur Einkommensteuer, die bei natürlichen Personen greift. Ihr Steuersatz in Deutschland beträgt 15 Prozent des zu versteuernden Einkommens. Hinzugerechnet wird der Solidaritätszuschlag, so dass sich die Gesamtbelastung auf insgesamt 15,825 Prozent beläuft. Anders als bei der Einkommensteuer gibt es im Regelfall keine Freibeträge. Ausnahmen bilden hier vor allem Genossenschaften und Vereine, die im land- und forstwirtschaftlichen Bereich tätig sind.

Erbschaftssteuer

Wie beim Einkommensteuersatz ist auch der Steuersatz in Deutschland für die Erbschaftssteuer gestaffelt. Wie hoch er ausfällt, hängt vor allem von der Höhe Deines Erbes ab und von dem verwandtschaftlichen Verhältnis, das Dich mit Dem Erblasser verbindet. Grundsätzlich gibt es drei Erbschaftssteuerklassen (EK):

  1. EK: Kinder, Ehepartner, Eltern, Enkelkinder, Großeltern
  2. EK: Stiefeltern, Schwiegerkinder, Schwiegereltern, Geschwister, Kinder der Geschwister, Ehepartner nach Scheidung
  3. EK: alle weiteren Personen, die zum Erbe berechtigt sind

Die Steuersätze in Deutschland für die Erbschaftssteuer staffeln sich in der 1. EK nach folgenden Vermögensstufen:

  • Bis 75.000 Euro: 7 Prozent (2. EK: 15 Prozent, 3. EK: 30 Prozent)
  • Bis 300.000 Euro: 11 Prozent (2. EK: 20 Prozent, 3. EK: 30 Prozent)
  • Bis 600.000 Euro: 15 Prozent (2. EK: 25 Prozent, 3. EK: 30 Prozent)
  • Bis 6.000.000 Euro: 19 Prozent (2. EK: 30 Prozent, 3. EK: 30 Prozent)
  • Bis 13.000.000 Euro: 23 Prozent (2. EK: 35 Prozent, 3. EK: 50 Prozent)
  • Bis 26.000.000 Euro: 27 Prozent (2. EK: 40 Prozent, 3. EK: 30 Prozent)
  • Ab 26.000.000 Euro: 30 Prozent (2. EK: 43 Prozent, 3. EK: 50 Prozent)

Freibeträge bei der Erbschaftssteuer

Das Gute ist: Für die Erbschaftssteuer hat der Gesetzgeber großzügige Freibeträge eingeräumt, die Du vom Betrag Deines Erbes abziehen kannst. Auch hier ist je nach verwandtschaftlichem Grad eine Staffelung für die Steuersätze in Deutschland vorgesehen:

  • Ehegatte, Lebenspartner: 500.000 Euro
  • Kinder, Enkelkinder (wenn deren Eltern verstorben sind), Stiefkinder, Adoptivkinder: 400.000 Euro
  • Enkelkinder: 200.000 Euro
  • Eltern und Großeltern: 100.000 Euro
  • Eltern, Großeltern, bei Erwerb durch Schenkung für Geschwister, Kinder der Geschwister, Stiefeltern, Schwiegerkinder, Schwiegereltern, geschiedene Ehepartner: 20.000 Euro
  • Geschwister, Kinder der Geschwister, Stiefeltern, Schwiegerkinder etc.: 20.000 Euro Nicht verwandte Erben: 20.000 Euro

Schenkungssteuer

Die Schenkungssteuer ist fast identisch zur Erbschaftssteuer geregelt. Auch hier bestimmt sich der Steuersatz in Deutschland nach unterschiedlichen Schenkungssteuerklassen, die Freibeträge auf das verschenkte Vermögen entsprechen denen bei der Erbschaftssteuer.

Gewerbesteuer

Die Höhe der Gewerbesteuer hängt vom Ort ab, an dem Dein Gewerbe angemeldet ist. Deutschlandweit einheitlich geregelt ist nur die Steuermesszahl von 3,5 Prozent und der Freibetrag von 24.500 Euro, den Du auf Deine zu versteuernden Gewerbeeinnahmen ansetzen kannst. Wie hoch der Steuersatz für die Gewerbesteuer wirklich ist, entscheidet sich anhand des so genannten Hebesatzes. Er ist der Faktor, der zur Ermittlung der Steuerschuld mit dem Steuermessbetrag multipliziert wird, und kann von jeder Kommune selbst festgelegt werden. Die meisten Gemeinden in Deutschland haben derzeit einen Hebesatz von 250 bis 400 Prozent. Ausgehend vom derzeitigen Hebesatz in Berlin (410 Prozent) könnte eine Berechnung Deines Gewerbesteuersatzes folgendermaßen aussehen:

  • Zu versteuerndes Einkommen (nach Abzug des Freibetrags): 25.500 Euro
  • Davon 3,5 Prozent (Steuermesszahl): 892,50 Euro
  • Davon 410 Prozent (Hebesatz): 3.659,25 Euro
  • Nach dieser Beispielrechnung würde der Gewerbesteuersatz 14,35 Prozent Deines zu versteuernden Einkommens aus Gewerbe entsprechen.

Wie zahle ich trotz hohem Steuersatz weniger Steuern?

Egal ob Du als Angestellter oder Selbstständiger Deine Brötchen verdienst, ob Du Single bist oder verheiratet: Für fast kann in Deutschland auf legale Weise Steuern sparen. Das gilt für fast alle Steuerarten, von der Einkommenssteuer bis zur Erbschafts- oder Schenkungssteuer. Beliebt ist bspw. das Ehegattensplitting: Nach diesem Verfahren werden die Einkünfte beider Ehegatten addiert und anschließend in zwei gleich große Einkommen aufgeteilt. Diese dienen als Berechnungsgrundlage für die gemeinsame Einkommensteuer und sorgt vor allem bei großen Einkommensdifferenzen für einen deutlichen Steuervorteil. Auch Pendlerpauschale und Kinderfreibeträge können steuerlich richtig ins Gewicht fallen. Darüber hinaus gibt es aber von Kosten für Berufskleidung bis zur Anschaffung von Arbeitsmaterial noch tausende weitere Möglichkeiten, auch im kleineren Umfang für steuerliche Vorteile zu sorgen.

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  • Steuererklärung erstellen: 0 €*
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* Hinweis: Du kannst zunächst alle deine Daten in die Steuererklärung eintragen und siehst anhand des Erstattungsrechners, ob sich die Abgabe einer Steuererklärung für Dich lohnt. Wenn Du Zugriff auf Deine fertige Erklärung haben und diese ans Finanzamt senden willst, fällt eine Gebühr von 29,90 € an.

Wer kann mir dabei helfen, meine Steuerlast zu minimieren?

Mit einer Online-Steuersoftware kannst Du Dir auf einfache Weise Hilfe bei der Minimierung Deiner Steuerlast holen. Denn generell ist es schwierig, als Laie, der sich einmal im Jahr mit dem Thema Steuer befasst, die Übersicht über sämtliche Steuerschlupflöcher zu behalten. Schnell und zuverlässig fragt die Software alle für Deiner Steuererklärung relevanten Punkte ab und sorgt dafür, dass Du keine wichtigen Angaben vergisst oder Fehler beim Ausfüllen der Steuerformulare machst. Du bekommst dabei nicht nur einen zuverlässigen Überblick über Deine mögliche Steuerrückerstattung, sondern sparst auch gleichzeitig das Geld für den Steuerberater.