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Abgeltungssteuer 2018: Was ist das und wie hoch ist sie?

Abgeltungssteuer oder Kapitalertragssteuer? Wo liegt der Unterschied? Und was musst Du bei Deiner Steuererklärung beachten? Auf diese und weitere Fragen rund um die Abgeltungssteuer geben wir Dir in den folgenden Zeilen die passenden Antworten.

Was ist die Abgeltungssteuer?

Die Abgeltungssteuer ist eine Steuer auf Kapitalerträge. Damit sind Sparer und Anleger von dieser Steuer betroffen. Privatpersonen müssen von ihren Kapitalerträgen einen bestimmten Prozentsatz an den Staat zahlen. Hinzu kommen der Solidaritätszuschlag und die Kirchensteuer für die Angehörigen einer Glaubensgemeinschaft.

Wie hoch ist die Abgeltungssteuer?

Da die Abgeltungssteuer einheitlich ist, werden sämtliche Kapitalerträge mit 25 Prozent versteuert. Hier gibt es immer wieder Stimmen, die das als ungerecht empfinden. So titelte beispielsweise N-TV in einem Bericht, die Abgeltungssteuer sei ein „Steuergeschenk für Reiche“. Tatsächlich ist es diskutabel, dass Gewinne aus Vermögen für alle gleich mit 25 Prozent, Einkommen aus Arbeit aber mit bis zu 45 Prozent besteuert werden.

Die Abgeltungssteuer wird direkt von den Banken einbehalten und an das Finanzamt abgeführt. Da die fällige Steuer direkt dort abgeführt, wo sie entsteht nennt man dieses Prinzip auch Quellensteuer. Jedes Jahr bekommst Du von der Deiner Bank einen Ausdruck mit Deinen Kapitalerträgen und den fälligen Steuern. Zusätzlich zu dem Abgeltungssteuersatz kommen noch 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag und 8 Prozent (in Bayern und Baden-Württemberg) beziehungsweise 9 Prozent (in allen anderen Bundesländern) Kirchensteuer hinzu. Es wird nicht direkt die Kirchensteuer auf Kapitalerträge erhoben. Stattdessen kommen auf die 25 Prozent Abgeltungsrechner Kirchensteuer drauf. Seit Januar erhalten die Banken vom Bundeszentralamt für Steuern die Information über eine etwaige Religionszugehörigkeit.

In der folgenden Auflistung siehst Du die Gesamtbelastung bei Kapitalerträgen auf einen Blick:

  • Ohne Kirchensteuer: 26,4 Prozent
  • Mit 8 Prozent Kirchensteuer (Bayern und Baden-Württemberg): 27,82 Prozent
  • Mit 9 Prozent Kirchensteuer (alle anderen Bundesländer): 27,99 Prozent

Was muss ich über die Freibeträge wissen?

Als Single darfst Du 801 Euro von Deinen Kapitalerträgen steuerfrei behalten. Für Verheiratete sind es sogar 1602 Euro. Achtung: Dieser sogenannte Sparerpauschbetrag muss beantragt werden. Das machst Du mit einem Freistellungsauftrag, den Du bei Deiner Bank, Sparkasse, Bausparkasse oder Versicherung erhältst. Bereits bei der Konto- oder Depoteröffnung solltest Du einen solchen Freistellungssauftrag erteilen, um spätere zu hohe Steuerzahlungen zu vermeiden. Oftmals haben Sparer mehrere Konten – beispielsweise ein Sparbuch oder Festgeld. In diesem Fall macht es Sinn, die Freibeträge zu splitten und auf die verschiedenen Anlagen zu verteilen. Im besten Fall wird dann bei keinem Konto der Sparerpauschbetrag überschritten. Übrigens: Auch Kinder haben ihre eigenen Sparerpauschbeträge in Höhe von 801 Euro.

Was muss ich machen, wenn ich keine Einkommensteuer zahle?

Wenn Du keine Einkommensteuer zahlen musst, benötigst Du statt eines Freistellungsauftrags von der Bank eine Nichtveranlagungsbescheinigung (NV-Bescheinigung). Diese bekommst Du bei Deinem zuständigen Finanzamt. Die Nichtveranlagungsbescheinigung hat eine maximale Gültigkeitsdauer von drei Jahren und die Gültigkeit endet immer zum 31. Dezember des betreffenden Jahres.

Welche Arten von Abgeltungssteuer gibt es?

Aber auf welche Kapitalerträge musst Du nun eigentlich Abgeltungssteuer zahlen? Vor 2009 2009 musste man Kapitalertragssteuer auf Aktien zahlen, wenn man die Wertpapiere innerhalb von zwölf Monaten wieder veräußerte. Dementsprechend blieben Kursgewinne steuerfrei, wenn die Papiere erst nach einem Jahr wieder verkauft wurden. Heute zahlst Du immer Abgeltungssteuer auf Aktien, egal wie lange sie gehalten wurden. Darüber hinaus gibt es zahlreiche andere - wie erwähnt mit einem einheitlichen Steuersatz - Kapitalerträge, für die eine Abgeltungssteuer fällig wird. Zu den gängigen Kapitalerträgen gehören:

  • Zinsen auf Girokonten, Sparbüchern, Termingelder und Tagesgelder
  • Zinsen aus festverzinslichen Wertpapieren, Geldmarkt- und Rentenfonds
  • Aktiendividenden
  • Kursgewinnen aus Verkäufen von Aktien, Anleihen oder Fonds
  • Erträge aus Genusscheinen
  • Thesaurierte Gewinnen aus Investmentfonds
  • Erträge aus Immobilienfonds
  • Gewinne aus dem Handel mit Derivaten

Es gibt allerdings auch einige Ausnahmen. Wenn Du bei einer Versicherung eine Kapitallebensversicherung abgeschlossen hast, dieser Vertrag noch keine zwölf Jahre alt ist und Du dir die Kapitalerträge schon vor dem 60. Lebensjahr auszahlen lässt, so musst Du darauf Abgeltungssteuer zahlen. Komplett steuerfrei sind Kapitalerträge aus Lebensversicherungen hingegen, wenn Dein Vertrag mit der Versicherungsgesellschaft die folgenden Bedingungen erfüllt:

  • Der Vertragsbeginn war vor dem 1. Januar 2005
  • Die Laufzeit beträgt wenigstens zwölf Jahre
  • Die Todesfallleistung beträgt mindestens 60 Prozent der Versicherungssumme
  • Es wurden mindestens fünf Jahre lang Beiträge in die Lebensversicherung eingezahlt

Wie sieht es bei ausländischen Kapitalerträgen aus?

Auch auf Kapitalerträge, die Du im Ausland erzielst, musst Du Abgeltungssteuer zahlen. Hast Du ein Depot oder Konto bei einer deutschen Bank hast, dann wird sie die entsprechende Abgeltungssteuer automatisch an das Finanzamt abführen, sobald der Freibetrag in Höhe von 801 Euro bei Singles beziehungsweise 1602 Euro bei Paaren überschritten ist und Du einen Freistellungsauftrag gestellt hast.

Wenn sich hingegen das Depot oder Konto im Ausland befindet oder es sich um die ausländische Tochterbank einer deutschen Bank handelt, so wird keine Abgeltungssteuer einbehalten und an das Finanzamt abgeführt. In diesem Fall bist Du selbst verpflichtet, solche ausländischen Kapitalerträge bei der Steuererklärung anzugeben.

Wieviel Abgeltungssteuer muss ich zahlen?

Wir wollen an einem Beispiel die Abgeltungssteuer berechnen. Hierfür nehmen wir an, dass Du Kapitalerträge in Höhe von 900 Euro hast. In diesem Fall würdest Du, wenn Du Kirchensteuer zahlst und nicht in Bayern oder Baden-Württemberg wohnst, insgesamt 28,34 Euro Abgeltungssteuer an das Finanzamt abführen müssen.

  • 900 Euro Kapitalerträge
  • Abzüglich Sparerpauschbetrag: - 801 Euro
  • Zu versteuernder Kapitalertrag: 99 Euro
  • Abgeltungssteuer (25 Prozent): 24,75 Euro
  • Solidaritätszuschlag (5,5 Prozent) auf die Abgeltungssteuer: 1,36 Euro
  • Kirchensteuer (9 Prozent) auf die Abgeltungssteuer: 2,23 Euro
  • Insgesamt: 28,34 Euro Abgeltungssteuer inklusive Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer

Wann muss ich die Anlage KAP ausfüllen?

Zu den zahlreichen Anlagen und Formularen der Steuererklärung gehört auch die Anlage KAP. Diese ist für die Deklarierung von Einkünften aus Kapitalvermögen bestimmt. Dank der Abgeltungssteuer musst Du die Anlage KAP im Normalfall nicht ausfüllen. Es kann jedoch einige Ausnahmen geben:

  • Du hast weniger als 801 Euro Kapitalerträge (beziehungsweise 1602 Euro bei Paaren) erzielt, aber weil Du keinen oder einen zu niedrigen Freistellungsauftrag gestellt hattest, wurde von der Bank zu viel Steuer einbehalten.
  • Du hast mit Deinen Freistellungsaufträgen den Sparpauschbetrag ungünstig verteilt, so dass Steuern einbehalten wurden.
  • Du hast Kapitalerträge aus ausländischen Konten oder Depots erzielt.
  • Du hast Aktienverkäufen, die von Deiner Bank intern nicht mit Gewinnen verrechnet werden konnten.
  • Du hattest Kapitalerträge aus Darlehensverträgen zwischen Privatpersonen.

Wie fülle ich die Anlage KAP aus?

Diese Angaben kannst Du in der Steuererklärung ganz klassisch auf Papier ausfüllen. Einfacher geht es am Computer mit dem elektronischen Elster-Programm der Finanzverwaltung. Allerdings musst Du hier ganz genau wissen, was wo eingetragen wird. Elster hilft Dir nicht bei der Steuererklärung und gibt auch keine Tipps. Außerdem führt auf die fehlende Nutzerführung oftmals zu falsch eingetragenen Daten.

Am besten funktioniert die Steuererklärung mit einer Steuer-Software wie vom Online-Portal wundertax. Dort trägst Du einfach Deine Kapitalerträge ein. Das Steuer-Tool von wundertax führt Dich leicht verständlich und unkompliziert durch Deine Steuererklärung Auf diese Weise sparst Du eine Menge Zeit. Außerdem kannst Du dank wertvoller Steuertipps und Hilfestellungen eine Menge Geld sparen. Laut Statistischem Bundesamt liegt die durchschnittliche Steuerrückerstattung bei 935 Euro.

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  • Steuererklärung erstellen: 0 €*
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* Hinweis: Du kannst zunächst alle deine Daten in die Steuererklärung eintragen und siehst anhand des Erstattungsrechners, ob sich die Abgabe einer Steuererklärung für Dich lohnt. Wenn Du Zugriff auf Deine fertige Erklärung haben und diese ans Finanzamt senden willst, fällt eine Gebühr von 34,99 € an.

Übrigens zahlst Du für das Steuer-Tool von wundertax nur, wenn Du Deine Steuererklärung tatsächlich abschickst. Du kannst Dir also schon vorher ein Bild darüber machen, ob es sich für Dich lohnt. Zudem zahlst Du für das Steuer-Tool von wundertax mit dem myStipendium-Rabatt statt 34,90 Euro lediglich 29,90 Euro.

Wenn Du Dir bezüglich der Online-Eingabe Sorgen um Deine Daten machst, kannst Du ganz beruhigt sein. Das wundertax-Steuer-Tool ist vom Finanzamt anerkannt und vom TÜV geprüft. Außerdem schneidet es in Tests außerordentlich gut ab. Auch die Nutzer sind vom wundertax-Steuer-Tool überzeugt. So kommt das Steuer-Tool von wundertax beispielsweise auf dem Bewertungsportal Bankingcheck.de bei den Nutzern auf die Wertung 4,9/5 und erhielt von Bankingcheck.de einen Award als sehr guter „Digitaler Steuerberater“. Hier hast du noch einmal alle Vorteile der Steuer-Software von wundertax auf einen Blick:

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Was hat sich mit der Einführung der Abgeltungssteuer geändert?

Die Abgeltungssteuer wurde am 1. Januar 2009 eingeführt. Zu diesem Zeitpunkt wurde aus der Kapitalertragssteuer die Abgeltungssteuer. Seitdem es die Abgeltungssteuer gibt, zahlen alle Steuerzahler einen einheitlichen Steuersatz plus Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer (seit Januar 2015) auf ihre Kapitalerträge. Zudem müssen sie nicht mehr die Anlage KAP bei der Steuererklärung abgeben und ausfüllen.

Vor der Abgeltungssteuer gab es steuerpflichtige und steuerfreie Kapitalerträge. Zudem gab es unterschiedlich hohe Steuern für verschiedene Kapitalerträge, die alle einzeln in den vielen Formularen der Steuererklärung deklariert werden mussten. Kurzum: Die Änderung sollte die Besteuerung übersichtlicher machen und den gesamten Prozess vereinfachen. Zudem war es das Anliegen des damaligen deutschen Finanzministers Peer Steinbrück, die Steuerflucht der Vermögenden zu verhindern.

Dieser Lösungsansatz wird in der aktuellen Großen Koalition allerdings nicht mehr als zeitgemäß angesehen. Heute haben zahlreiche Staaten der Steuerflucht den Kampf angesagt und die Steuerbehörden arbeiten mittlerweile eng zusammen. Deshalb wird über die Abschaffung der Abgeltungssteuer diskutiert und ist sogar im Koalitionsvertrag vom 7. Februar 2018 vorgesehen. Weitere Informationen zu diesem Vorhaben oder gar ein Termin liegen bis jetzt aber noch nicht vor.