Du bist hier

elektronische Lohnsteuerkarte (ELStAM)

Jeder Mensch, der in Deutschland in einem Angestelltenverhältnis arbeitet, benötigt eine Lohnsteuerkarte. Wir erklären Dir was eine Steuerkarte beinhaltet, wie man sie nutzt und was Du beachten musst. Das beste dabei ist: inzwischen ist die Lohnsteuerkarte elektronisch und damit sehr einfach zu handhaben.

Was ist eine Lohnsteuerkarte?

Eine Lohnsteuerkarte ist eine Urkunde, die Dir von der jeweiligen Gemeinde, in der Du lebst, ausgestellt wird. Die Steuerkarte enthält alle Informationen, die zur Berechnung Deiner elektronische Lohnsteuerbescheinigung als Arbeitnehmer relevant sind. Die Lohnsteuerkarte gibt es seit 2013 nur noch als elektronische Lohnsteuerkarte und nicht mehr auf Papier.

Wofür steht die Abkürzung ELStAM?

ELStAM steht für Elektronische LohnSteuerAbzugsMerkmale. ELStAM ist somit einfach nur die Abkürzung für eine elektronische Lohnsteuerkarte, anstatt einer papierhaften. Die auf der ELStAM vermerkten Steuerabzugsmerkmale sind die gleichen Angaben, die bislang auf der Vorderseite der Lohnsteuerkarte standen (Steuerklasse, Faktor, Kirchensteuermerkmal, Kirchensteuermerkmal des Ehegatten / Lebenspartners, Zahl der Kinderfreibeträge, Frei- und Hinzurechnungsbetrag).

Wieso wurde die papierhafte Lohnsteuerkarte abgeschafft?

Die Lohnsteuerkarte ist ein unverzichtbares Mittel, um dem Arbeitgeber die für den Deinen Lohnsteuerabzug erforderlichen personenbezogenen Daten mitzuteilen. Mit der Produktion, Versendung und Verwaltung der Lohnsteuerkarten war immer ein hoher Aufwand verbunden. Durch den technischen Fortschritt lässt sich die Bereitstellung der notwendigen Informationen besser organisieren. Mit der Umstellung auf ein elektronisches Verfahren ist das Lohnsteuerabzugsverfahren schneller, sicherer und effizienter geworden.

Was steht auf einer Lohnsteuerkarte?

Auf Deiner Lohnsteuerkarte stehen die so genannten Lohnsteuerabzugsmerkmale. Das sind alle Merkmale, die relevant für Deinen Arbeitgeber sind, um Deine Lohnsteuer korrekt abzurechnen und an das Finanzamt abzuführen. Konkret sind diese Merkmale:

  • die Steuerklasse
  • gegebenenfalls der Faktor (bei Steuerklasse IV)
  • das Kirchensteuermerkmal
  • gegebenenfalls das Kirchensteuermerkmal des Ehepartners / Lebenspartners
  • Zahl der Kinderfreibeträge
  • Lohnsteuerfreibetrag und Hinzurechnungsbetrag

Diese Lohnsteuermerkmale sind allesamt elektronisch in der Datenbank des Bundesamts für Steuern gespeichert. Ändern sich Merkmale auf der Lohnsteuerkarte, dann werden diese Änderungen automatisch an Deinen Arbeitgeber am Anfang des neuen Monats weitervermittelt.

Was sind Lohnsteuerabzugsmerkmale?

Die Lohnsteuerabzugsmerkmale sind steuerliche Besonderheiten von Dir als Arbeitnehmer, die sich auf seine Besteuerung Deines Lohnes auswirken. Zu den jetzigen Merkmalen werden in den nächsten Jahren noch folgende hinzukommen:

  • auf Antrag des Arbeitnehmers die Höhe der privaten Krankenversicherungs- und Pflege-Pflichtversicherungsbeiträge für die Dauer von zwölf Monaten
  • auf Antrag des Arbeitnehmers oder Arbeitgebers die Mitteilung über nach DBA steuerfreien Arbeitslohn.

Woher bekomme ich eine Lohnsteuerkarte?

Du musst Dich selbst nicht um den Erhalt einer elektronischen Lohnsteuerkarte kümmern. Dein Arbeitgeber benötigt lediglich Deine Steueridentifikationsnummer, die Du vom Bundeszentralamt für Steuern schriftlich mitgeteilt bekommen hast. Unter dieser Nummer ist automatisch eine Lohnsteuerkarte hinterlegt.

Wo finde ich meine steuerliche Identifikationsnummer?

Solltest Du Deine steuerliche Identifikationsnummer nicht mehr kennen oder finden, hast Du folgende Möglichkeiten an diese Nummer zu gelangen:

  • Finde die schriftliche Mitteilung des Bundeszentralamts für Steuern wieder oder bitte das Bundeszentralamts für Steuern um erneute Zusendung der Nummer. Dazu kannst Du auf der Webseite des Amts einfach ein Kontaktformular verwenden.
  • Schau Dir alte Lohnabrechnungen alter Arbeitgeber an. Diese haben die Nummer oft vermerkt.
  • Du kannst Du Nummer auch auf Deinen Einkommenssteuerbescheiden des Finanzamts finden.

Welche Religionen werden auf der Lohnsteuerkarte erfasst?

Dies hängt davon ab, in welchem Bundesland die lohnsteuerliche Betriebsstätte Deines Arbeitgebers liegt. Es werden dem Arbeitgeber stets nur Kirchensteuerabzugsmerkmale auf Deiner Lohnsteuerkarte bereitgestellt, wenn für die Religionsgemeinschaft im Bundesland, in dem der Arbeitgeber ansässig ist, Kirchensteuer erhoben wird.

Was muss ich tun, wenn meine Daten auf der Lohnsteuerkarte nicht mehr aktuell sind?

Es gibt zwei Arten der Änderungen: antragsgebundene und melderechtliche Änderungen auf Deiner Lohnsteuerkarte. Alle antragsgebundenen Einträge und Freibeträge sind nach Ablauf ihrer Gültigkeit beim Finanzamt neu zu beantragen. Freibeträge sind seit dem Jahr 2016 jeweils für zwei Kalenderjahre gültig.

Melderechtliche Änderungen wie zum Beispiel Eheschließung, die Begründung einer Lebenspartnerschaft oder die Geburt eines Kindes werden dem Arbeitgeber automatisch zu Beginn des nächsten Monats mitgeteilt. Das heißt aber auch, dass wenn Du sich zum Jahreswechsel eine Änderung ergibt, Du also zum Beispiel im Dezember 2017 geheiratet hast, dieser Umstand auf Deiner Lohnsteuerkarte 2017 nicht für Dezember vermerkt ist, sondern erst auf der Lohnsteuerkarte für 2018. Dadurch kann es eventuell zu falschen Abzügen kommen, die auf Deinem Steuerbescheid aber wieder ausgeglichen werden.

Grundsätzlich musst Du bei solchen Änderungen also gar nichts tun. Es gibt aber auch Änderungen, die Du proaktiv dem Finanzamt melden musst, damit diese Angaben auf Deiner Lohnsteuerkarte geändert werden können.

Welche Änderungen meiner Lohnsteuerabzugsmerkmale muss ich Dem Finanzamt selbst anzeigen?

Wenn sich bestimmte Lohnsteuerabzugsmerkmale bei Dir ändern, bist Du verpflichtet diese bei Deinem Finanzamt anzugeben. Diese Anzeigepflicht gilt für

  • die Voraussetzung für eine günstigere Steuerklasse entfallen sind, zum Beispiel weil aufgrund einer dauernden Trennung die Voraussetzungen für die Steuerklasse III wegfällt
  • eine geringere Zahl der Kinderfreibeträge zu berücksichtigen ist oder
  • die Voraussetzungen für eine auf Antrag gewährte Steuerklasse II im Laufe des Kalenderjahres entfallen sind.

Dein Änderungsantrag kann für das laufende Kalenderjahr nur bis zum 30. November des jeweiligen Jahres gestellt werden. Änderungen, die im Dezember eintreten, können somit nicht mehr für den Lohnsteuerabzug des laufenden Kalenderjahres auf Deiner elektronischen Lohnsteuerkarte berücksichtigt werden. Das heißt also zum Beispiel, dass wenn die Voraussetzungen für Dich in Steuerklasse II zu sein zum Jahreswechsel nicht mehr gegeben sind, dieser Umstand auf Deiner Lohnsteuerkarte 2017 nicht für Dezember vermerkt ist, sondern erst auf der Lohnsteuerkarte für 2018. Dadurch kann es eventuell zu falschen Abzügen kommen, die auf Deinem Steuerbescheid aber wieder ausgeglichen werden.

Wer kann meine ELStAM / Lohnsteuerkarte abrufen?

Nur Dein aktueller Hauptarbeitgeber hat die Berechtigung die Daten Deiner Lohnsteuerkarte abzurufen. Hast Du mehr als einen Arbeitgeber, dürfen auch alle weiteren Arbeitgeber (Nebenarbeitgeber) die für die Lohnsteuerberechnung erforderlichen Daten abrufen. Den Nebenarbeitgebern steht neben dem Kirchensteuerabzugsmerkmal und einem möglichen Freibetrag die Steuerklasse VI zum Abruf zur Verfügung.

Du kannst selbst bestimmen, welchem Arbeitgeber Deine Daten Deiner Lohnsteuerkarte zum Abruf bereitgestellt werden oder welche Arbeitgeber davon ausgeschlossen sein sollen. Hier kannst Du unterscheiden zwischen einer Positivliste für Arbeitgeber, denen Du den Abruf der Daten Deiner Lohnsteuerkarte erlaubst, einer Teilsperrung damit nur bestimmte Daten eingesehen werden können oder einer Vollsperrung. Den Antrag darauf kannst Du bei Deinem zuständigen Finanzamt stellen. Aber Achtung: Hat der aktuelle Arbeitgeber aufgrund der beantragten Sperrung keinen Zugriff auf Deine Daten, ist er verpflichtet, Deinen Arbeitslohn nach Steuerklasse VI zu besteuern.

Was muss ich bei einem Arbeitgeberwechsel beachten?

Beim Wechsel zu einem neuen Arbeitgeber musst Du Deine Steueridentikationsnummer, Dein Geburtsdatum und die Information, ob der neue Arbeitgeber Haupt- oder Nebenarbeitgeber ist, angeben. Mehr nicht.

Portal

Logo_studentensteuererklärung
in Kooperation mit myStipendium

Features

  • komplett online
  • Live-Steuerrechner
  • Werbekostenpauschalen hinterlegt
  • Steuererklärung bzw. Verlustvortrag auch komplett ohne Einkommen möglich
  • Automatische Anrechnung aller Pauschalen

Konditionen

  • Steuererklärung erstellen: 0 €*
  • Online einreichen: 29,90 €
  • (inkl. 5 € myStipendium-Rabatt)

* Hinweis: Du kannst zunächst alle deine Daten in die Steuererklärung eintragen und siehst anhand des Erstattungsrechners, ob sich die Abgabe einer Steuererklärung für Dich lohnt. Wenn Du Zugriff auf Deine fertige Erklärung haben und diese ans Finanzamt senden willst, fällt eine Gebühr von 29,90 € an.