- Fernstudium, ortsunabhängig
- Dauer: 8 Semester
- Ohne Numerus clausus
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Inhalt10 Abschnitte
- Wo kann ich Angewandte Informatik studieren?
- Was kannst Du mit Angewandter Informatik werden?
- Was verdienst Du mit Angewandter Informatik?
- Angewandte Informatik und KI: Wie zukunftssicher ist das Fach?
- Welche Voraussetzungen brauchst Du?
- Angewandte Informatik oder Informatik – wo ist der Unterschied?
- Was lernst Du im Studium der Angewandten Informatik?
- Angewandte Informatik in Zahlen
- Häufige Fragen zur Angewandten Informatik
- Weiter zum Angewandte-Informatik-Studium
Wo kann ich Angewandte Informatik studieren?
Angewandte Informatik studierst Du in Deutschland überwiegend an Fachhochschulen, meist vor Ort, aber auch dual mit einem Unternehmen oder im Fernstudium neben dem Beruf. Einen NC brauchst Du bei den meisten Angeboten nicht.

- ortsunabhängig, 8 Semester Regelstudienzeit
- ohne Numerus clausus


Eigene Auswertung der myStipendium-Datenbank, Stand 21.09.2026; gezählt sind nur die Studiengänge, die die Hochschule selbst der Angewandten Informatik zuordnet und die den Fachbegriff im Namen tragen – 85 der 104 heißen wörtlich „Angewandte Informatik“. 9 Einträge sind Doppelungen derselben Hochschule, meist eine Vollzeit- und eine Teilzeitvariante desselben Studiengangs; jede Zeile ist also nicht zwingend ein eigenes Angebot. Reine Zertifikatskurse sind nicht mitgezählt, sie führen zu keinem Studienabschluss.
Uns ist aufgefallen, dass das Fach überwiegend an Fachhochschulen sitzt und seltener an Universitäten. Das erklärt den hohen Praxisanteil und die vielen dualen Varianten. Für Dich bedeutet es außerdem, dass Du meist ein Angebot in Deiner Nähe findest und Dich vor allem fragen solltest, auf welches Anwendungsgebiet die Hochschule vor Ort setzt.
Was kannst Du mit Angewandter Informatik werden?
Weil fast jede Branche heute Informatikerinnen und Informatiker braucht, sind Deine Berufsperspektiven in der Angewandten Informatik sehr breit. Dein Anwendungsfach aus dem Studium entscheidet dabei weniger darüber, welche Art von Job Du bekommst, als darüber, in welcher Branche Du landest. Diese Felder begegnen Dir dabei besonders häufig:
Angewandte Informatik wirst Du in einer Stellenanzeige praktisch nie lesen. Wenn Du im Portal nach Angewandte Informatik-Jobs suchst, bekommst Du deshalb kaum Treffer. Gesucht werden Entwicklerinnen, Systemadministratoren oder IT-Projektleiter, und darum raten wir Dir, nach der Tätigkeit zu suchen statt nach Deinem Studienfach. Am Ende überzeugen in Deiner Bewerbung vor allem die Projekte, die Du im Studium gebaut hast.
Wie groß der Arbeitsmarkt dahinter ist, kannst Du an der amtlichen Statistik ablesen. So viele Beschäftigte führt die Bundesagentur für Arbeit in der Berufsgruppe Informatik:
Deine Jobchancen in der Angewandten Informatik sind also gut: Das ist ein großer Arbeitsmarkt, keine Nische.
Wie viele Absolventen direkt nach dem Abschluss eine Stelle finden, können wir Dir leider nicht sagen, weil es für dieses Fach dazu keine belastbare Zahl gibt. Falls Dir jemand eine Beschäftigungsquote von 100 Prozent verspricht, stützt er sich auf alte Absolventenbefragungen. Über Deine Karriere in der Angewandten Informatik entscheidet ohnehin weniger der Abschluss als das, was Du danach tatsächlich baust, und warum das so ist, erklären wir Dir im nächsten Abschnitt.
Was verdienst Du mit Angewandter Informatik?
Mit Angewandter Informatik steigst Du mit rund 5.330 € brutto im Monat ein, im Durchschnitt sind es 6.417 €. Den größten Sprung machst Du in den ersten Berufsjahren.
Was davon netto ankommt, was Du je nach Bundesland verdienst und was große Firmen zahlen, liest Du beim Gehalt als Informatiker.
Einstiegs- und Durchschnittsgehalt: Statistisches Bundesamt, wie in unserem Gehaltsartikel.
Angewandte Informatik und KI: Wie zukunftssicher ist das Fach?
Kurze Antwort: In Teilen, denn Programmieren und Datenaufbereitung gelten inzwischen als automatisierbar, während der Entwurf von Systemen, das Testen und die Beratung von Anwendern beim Menschen bleiben. Wir haben dafür beim Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung nachgesehen, das im Job-Futuromat prüft, wie viele Kerntätigkeiten eines Berufs Maschinen mit heutiger Technik übernehmen könnten. Arbeitest Du als Softwareentwickler, also im größten Feld des Fachs, sind es 7 von 18.
Was sich seit 2013 verändert hat. Damals stufte das IAB beim Softwareentwickler erst 9 Prozent der Kerntätigkeiten als automatisierbar ein, bis zur Messung 2019 blieb es dabei, und erst mit dem Stand der Technik von 2022 sprang der Wert auf 39 Prozent. Beim Informatiker mit Hochschulabschluss ging es im selben Zeitraum von 6 auf 35 Prozent nach oben.
Und in den anderen Feldern? In der Medizininformatik liegen 9 von 16 Kerntätigkeiten auf der ersetzbaren Seite. Wenn Du als IT-Berater arbeitest, sind es nur 3 von 10.
- Softwareentwicklung: das Programmieren an sich, ebenso Design Patterns, Web-Applikationen und die technische Dokumentation
- Medizininformatik: die Datenaufbereitung, die medizinische Dokumentation und das Datenbankmanagement
- Softwareentwicklung: Software-Engineering und Datenbankentwicklung, dazu das Testen, die Gestaltung von Benutzeroberflächen, die IT-Sicherheit und die Beratung von Anwendern
- IT-Beratung: Kundenberatung, IT-Koordination und Anwendungsberatung lassen sich nach Einschätzung des IAB nicht an Software abgeben
- Im Studium: Wenn Du früh an Projekten arbeitest, in denen Systeme entworfen, abgesichert und mit Fachleuten aus dem Anwendungsfach abgestimmt werden, übst Du die Teile des Berufs, die in dieser Rechnung stabil bleiben
Wie Du die Zahl lesen solltest. Das IAB weist selbst darauf hin, dass es nur misst, was technisch möglich wäre. Ob ein Betrieb seine Entwicklung tatsächlich umstellt, hängt von vielen Dingen ab, deshalb bedeutet ein hoher Wert nicht, dass ein Beruf verschwindet, und auch bei niedrigen Werten ändert sich die Arbeit.
Wie groß der Arbeitsmarkt hinter dem Fach ist, haben wir Dir weiter oben im Abschnitt zu Berufen und Jobchancen mit den Beschäftigtenzahlen gezeigt.

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Welche Voraussetzungen brauchst Du?
Die Voraussetzungen für Angewandte Informatik fangen bei der Hochschulzugangsberechtigung an, also beim Abitur für die Universität, während an Fachhochschulen die Fachhochschulreife reicht. Programmierkenntnisse musst Du in der Regel nicht mitbringen, dafür wirst Du im Studium ganz sicher mit Mathematik zu tun bekommen.
Wenn Du Mathematik und Informatik in der Schule hattest, ist das ein guter Start, Pflicht sind die beiden Fächer aber nicht. Viele Hochschulen bieten vor dem ersten Semester einen Mathe-Vorkurs an, und wir raten Dir, ihn zu nutzen, wenn Du Dich unsicher fühlst.
Was solltest Du mitbringen?
- Abgeschlossene Berufsausbildung plus Berufserfahrung: Damit geht es an vielen Hochschulen
- Eine Ausbildung zum Fachinformatiker ist der naheliegende Weg
- Die Regeln dafür legt jedes Bundesland selbst fest
- Bereitschaft für Mathematik - Du musst sie durchziehen. Wer das Fach wählt, um Mathe zu umgehen, wählt falsch
- Logisches Denken - inhaltlich hilft alles, was mit Logik zu tun hat. Du zerlegst Probleme gern in kleine Teile
- Interesse an einem zweiten Fachgebiet - Du solltest Dich dafür begeistern können
- Lust am Bauen - Du baust Dinge lieber, als sie nur zu besprechen
Wenn Dich eher Theorie und Forschung reizen, passt Informatik besser zu Dir. Schraubst Du lieber an der Hardware, ist Technische Informatik die bessere Wahl, und wenn Du Dich in Richtung BWL bewegen möchtest, schau Dir die Wirtschaftsinformatik an.
Angewandte Informatik oder Informatik – wo ist der Unterschied?
Angewandte Informatik ist Informatik mit einem zweiten Fach im Gepäck. Du lernst dasselbe Handwerk wie in der allgemeinen Informatik, wendest es aber von Anfang an auf ein konkretes Gebiet an. Dieses Anwendungsgebiet wählst Du im Studium selbst aus, und es prägt Deinen Stundenplan genauso stark wie der Informatikteil. Der Unterschied steckt also vor allem in der Frage, die das Fach stellt.
| Im Vergleich | Angewandte Informatik | Informatik |
|---|---|---|
| Die Frage | Wie sieht die Lösung im Krankenhaus, im Werk oder im Studio tatsächlich aus? | Wie lässt sich ein Problem grundsätzlich lösen? |
| Handwerk | Programmierung, Datenbanken, Netzwerke, Mathematik | dasselbe Handwerk |
| Schwerpunkt | ein Anwendungsgebiet: Medizin, Technik, Medien, Umwelt oder Wirtschaft | Algorithmen, Theorie, formale Grundlagen |
| Zuschnitt | enger zugeschnitten, deutlich praxisnäher | breiter und abstrakter |
| Im Studium | weniger Beweise, mehr Projekte | mehr Beweise, weniger Projekte |
Später landest Du mit beiden Fächern in ähnlichen Berufen. Im Studium selbst merkst Du den Unterschied aber jeden Tag, zum Beispiel am Anwendungsfach, in das Du Dich einarbeiten musst, auch wenn es Dich am Anfang vielleicht gar nicht interessiert.
Für beide Fächer haben wir eigene Seiten mit eigenen Zählungen angelegt. Wundere Dich also nicht, wenn dort eine andere Zahl steht als hier.
Zwei Fächer, zwei Zählungen
Es sind andere Studiengänge, die sich nicht überschneiden
Vier weitere Nachbarfächer grenzen direkt an die Angewandte Informatik an. Welches davon Du wählst, entscheidet mehr über Deinen späteren Alltag als die Wahl der Hochschule:
Auch auf jeder dieser Seiten zählen wir nach derselben Regel nur die Studiengänge, die dorthin gehören. Deshalb begegnet Dir kein Studiengang doppelt.
Was lernst Du im Studium der Angewandten Informatik?
Welche Fächer Du konkret hörst, legt jede Hochschule selbst fest, und gerade bei diesem Fach hängt viel davon ab, auf welche Anwendungsgebiete Deine Hochschule setzt. Den informatischen Kern findest Du aber überall wieder. Dazu kommen dann die Module aus Deinem Anwendungsgebiet:
- Programmierung und Software-Entwicklung
- Datenbanken und Datenmanagement
- Netzwerke und Systementwürfe
- Mathematik, Wahrscheinlichkeitsrechnung und Stochastik
- Computergrafik und Bildverarbeitung
- Projektarbeit in Gruppen, oft mit einem Praktikum oder Praxissemester
- Medizin- und Gesundheitsinformatik
- Mediensysteme und Medientechnik
- biologische Daten
- Gebäudemodellierung
- Verarbeitung von Umwelt- und Verkehrsdaten
Vor allem diese Module unterscheiden das Fach von der reinen Informatik. Schau Dir deshalb das Modulhandbuch an, bevor Du Dich festlegst, denn es verrät Dir mehr als jeder Werbetext.
Science, Engineering oder Arts im Abschluss? Die zweite Entscheidung triffst Du über den Abschluss, und der Unterschied ist mehr als eine Formsache. Wenn bei einem Studiengang nur der Name steht, schau in die Abschlussbezeichnung, denn sie sagt Dir zuverlässiger, worauf Du Dich einlässt.
In diesem Fach kannst Du 22 Studiengänge dual und 11 im Fernstudium belegen. Dass 22 der 104 Studiengänge dual laufen, ist für ein Informatikfach viel, und wir halten es für das stärkste Argument dieses Fachs. Du bist dabei bei einem Unternehmen angestellt, wechselst zwischen Hochschule und Betrieb und verdienst während des Studiums Geld. Weitere 11 Studiengänge laufen als Fernstudium, also ortsunabhängig. Wenn Du nach einer Angewandte Informatik-Ausbildung suchst, meinst Du wahrscheinlich einen dieser beiden Wege, weil Du Praxis im Betrieb möchtest statt nur Vorlesungen im Hörsaal.

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Angewandte Informatik in Zahlen
an Universitäten64.447
an Fachhochschulen
Häufige Fragen zur Angewandten Informatik
Angewandte Informatik – was ist das genau?
Was ist der Unterschied zwischen Angewandter Informatik und Informatik?
Wie lange dauert das Angewandte Informatik-Studium im Bachelor?
Angewandte Informatik: Studium oder Ausbildung?
Welches Gehalt verdient man in der Angewandten Informatik?
Wie sind die Jobchancen und Berufsperspektiven?
Kann ich damit auf Lehramt Informatik gehen?
Gibt es Angewandte Informatik als Fernstudium?
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