Inhalt10 Abschnitte
- Wo kann ich Ingenieurwesen studieren?
- Welche Hochschule passt zu Dir?
- Wie läuft das Studium ab?
- Welche Fachrichtungen gibt es?
- Welche Voraussetzungen brauchst Du?
- Was kannst Du mit einem Ingenieurstudium werden?
- Was verdienst Du mit Ingenieurwesen?
- Ingenieurwesen und KI: Wie zukunftssicher ist das Fach?
- Das Ingenieurwesen-Studium in Zahlen
- Häufige Fragen
Wo kann ich Ingenieurwesen studieren?
Ingenieurwesen kannst Du in ganz Deutschland studieren, meist in Präsenz an der Hochschule, häufig auch dual mit Praxisphasen im Betrieb und seltener im Fernstudium. Auch beim Zugang sieht es für Dich gut aus, denn die meisten Bachelor-Studiengänge haben keinen NC.

- Bachelor of Engineering, Fernstudium
- ortsunabhängig, 6 Semester Regelstudienzeit
- ohne Numerus clausus
Eigene Auswertung der myStipendium-Datenbank, Stand 21.09.2026; gezählt sind alle Studiengänge, die „Ingenieur“ oder „Engineering“ im Namen tragen – Maschinenbau, Elektrotechnik oder Fahrzeugtechnik ohne dieses Wort im Namen sind hier nicht mitgezählt und haben eigene Artikel.
Welche Hochschule passt zu Dir?
Für Dein Ingenieur-Studium kannst Du zwischen Universität, Technischer Hochschule und Fachhochschule wählen. An Universitäten und Technischen Universitäten liegt der Schwerpunkt stärker auf Theorie und Forschung, an Fachhochschulen und Technischen Hochschulen arbeitest Du früher im Labor und im Betrieb. Für die Berufsbezeichnung macht das keinen Unterschied, denn Ingenieurin oder Ingenieur nennen darf sich, wer ein einschlägiges technisch-naturwissenschaftliches Studium abgeschlossen hat. Das regeln die Ingenieurgesetze der Bundesländer, und der Hochschultyp spielt dabei keine Rolle.
Vielleicht kennst Du noch den Diplom-Ingenieur, denn so hieß der Abschluss bis zur Umstellung auf Bachelor und Master. Unterschieden wurde dabei zwischen Diplom-Ingenieur (Universität) und Diplom-Ingenieur (FH). Ein Diplom-Ingenieur-Studium findest Du heute nur noch vereinzelt, in unserer Datenbank taucht das Diplom als Abschluss aber weiterhin auf.
Wenn Du Ingenieurwesen dual studieren möchtest, schließt Du einen Vertrag mit einem Betrieb. Von den 1.738 Studiengängen, die wir gefunden haben, laufen 315 dual. Du bist dann bei einem Unternehmen angestellt, bekommst dafür Geld und wechselst zwischen Hochschule und Betrieb. Die Duale Hochschule Baden-Württemberg gehört mit 25 Studiengängen zu den größten Anbietern im Fach. Wie ein duales Studium abläuft, erklären wir Dir im Artikel duales Studium.
Auch ein Fernstudium ist im Ingenieurwesen gut möglich, denn wir haben 94 Studiengänge gefunden. Fernstudiengänge sind hier also keine Randerscheinung, und die Wilhelm Büchner Hochschule steht mit 34 Studiengängen auf Platz vier aller Hochschulen im Fach, gleichauf mit der TU München. Du studierst ortsunabhängig und fährst nur zu Prüfungen. Mehr dazu erfährst Du in unserem Artikel Fernstudium.
Wie läuft das Studium ab?
Die Fächer unterscheiden sich je nach Fachrichtung, das Gerüst ist aber überall ähnlich. Du beschäftigst Dich mit Mathematik und Naturwissenschaften, mit technischen Grundlagen und Produktentstehung sowie mit Wirtschaft und Recht. Wenn Du Ingenieurwissenschaften studieren willst, solltest Du vor allem bereit sein, zu rechnen, zu konstruieren, zu prüfen und Deine Ergebnisse zu begründen.
Die Regelstudienzeit der Bachelor reicht in unserer Datenbank von 3 bis 16 Semestern, am häufigsten sind 6 und 7 Semester. Lass Dich von den langen Varianten nicht abschrecken, denn das sind berufsbegleitende Fernstudiengänge, bei denen Du weniger Kurse pro Semester belegst.
Am Ende Deines Studiums steht meist der Bachelor of Engineering oder der Bachelor of Science, nach dem Master der Master of Engineering oder der Master of Science. In unserer Datenbank gibt es daneben auch andere Abschlüsse. Manche Studiengänge führen zum Bachelor of Arts, Bachelor of Business Administration, Master of Arts, Master of Business Administration, Master of Business Engineering, Master of Education, zum Diplom, zur Promotion oder zu einem Zertifikat.
Welche Fachrichtungen gibt es?
Ein einheitliches Ingenieurstudium gibt es nicht. Wenn Du Ingenieur studieren willst, entscheidest Du Dich zuerst für eine Fachrichtung und erst danach für eine Hochschule. Dabei helfen Dir zwei Fragen weiter, nämlich ob Du lieber ein Bauwerk oder ein Produkt verantworten möchtest und ob Dich reine Technik reizt oder Technik zusammen mit Betriebswirtschaft.
Maschinenbau und Elektrotechnik sind die beiden Grundrichtungen, auf deren Grundlagenfächer auch Fahrzeugtechnik, Medizintechnik und Automatisierungstechnik zurückgreifen. Falls Du Dich noch nicht festlegen magst, raten wir Dir zu einer breit angelegten Richtung. Maschinenbau deckt die meisten technischen Grundlagen ab, und Wirtschaftsingenieurwesen hält Dir zusätzlich den kaufmännischen Weg offen.
Vielleicht ist Dir in der Tabelle oben aufgefallen, dass alle fünf Hochschulen, die dort für Infomaterial werben, ausgerechnet Wirtschaftsingenieurwesen als Fernstudium anbieten. Das sagt etwas über den Markt der Fernhochschulen aus, aber nichts darüber, welche Richtung zu Dir passt. Die vollständige Liste aller Studiengänge findest Du über den Link unter der Tabelle.

Das Infomaterial ist kostenlos und unverbindlich.
Welche Voraussetzungen brauchst Du?
Als Voraussetzungen für Dein Ingenieurstudium brauchst Du an der Universität in der Regel das Abitur, an der Fachhochschule reichen die Fachhochschulreife oder ein fachgebundenes Abitur. Auch ohne Abitur ist der Weg ins Studium möglich. Falls Dir Deine Abiturnote Sorgen macht, kann Dich das beruhigen, denn bei rund sieben von zehn Bachelor-Studiengängen spielt sie gar keine Rolle.
Manche Hochschulen verlangen zusätzlich ein Vorpraktikum im Betrieb oder ein Eignungsgespräch. Was für Deinen Wunschstudiengang gilt, findest Du in dessen Studien- und Prüfungsordnung. Wenn Du danach einen Master machen möchtest, brauchst Du einen fachlich passenden Bachelor.
Was solltest Du mitbringen?
- Meister, staatlich geprüfte Techniker oder Aufstiegsfortbildung, etwa zum Fachwirt der IHK: allgemeiner Hochschulzugang nach dem Beschluss der Kultusministerkonferenz von 2009
- Mindestens zweijährige Berufsausbildung plus Berufspraxis: unter bestimmten Bedingungen fachgebunden in ein passendes Studium
- Fachhochschulreife oder fachgebundenes Abitur: reicht an der Fachhochschule
- Die Einzelheiten regelt jedes Bundesland selbst - frag vor der Bewerbung bei der Hochschule nach
- Mathematik und Physik - zwei Semester lang durchhalten. Wer im ersten Jahr wenig Mathematik erwartet, hat es zäh
- Neugier auf Technik - wissen wollen, warum etwas funktioniert, nicht nur dass es funktioniert. Wer lieber mit Menschen arbeitet, tut sich schwer
- Projektarbeit im Team - Software, Zahlen und Zeichnungen machen Dir nichts aus
- Geduld mit Protokollen, Normen und Dokumentation - und Freude an Aufgaben mit festen richtigen und falschen Lösungen

Das Infomaterial ist kostenlos und unverbindlich.
Was kannst Du mit einem Ingenieurstudium werden?
Als Ingenieurwissenschaften-Absolvent arbeitest Du selten in einem Beruf, der genauso heißt wie Dein Studiengang. Üblich ist der umgekehrte Weg, denn Du studierst eine Fachrichtung und gehst danach in eine Funktion. Wenn Du Ingenieur werden willst, wählst Du also zuerst die Fachrichtung und erst danach das Aufgabenfeld. Die sieben Aufgabenfelder, die am häufigsten vorkommen, haben wir Dir hier zusammengestellt.
Ein Studium Entwicklungsingenieur gibt es an keiner Hochschule. Wenn Du nach einem Entwicklungsingenieur-Studium suchst, wählst Du deshalb Maschinenbau, Elektrotechnik, Mechatronik oder Fahrzeugtechnik. Hast Du eines davon studiert, gehst Du danach in die Entwicklungsabteilung. Mit dem Studium Qualitätsingenieur ist es genauso, denn die Qualitätssicherung ist eine Abteilung und kein eigener Studiengang. Was Dich in Forschung und Entwicklung konkret erwartet, beschreibt das BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit, und zwar von der Werkstoffauswahl über den Prototyp bis zur Dokumentation für Fertigung und Vertrieb.
Wie groß das Feld ist, haben wir ebenfalls bei der Bundesagentur für Arbeit nachgesehen, und in der Berufsgruppe Technische Forschung und Entwicklung zählt sie bundesweit 214.710 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Das ist ein großer Arbeitsmarkt, in dem Du Dich später bewegst.
Was verdienst Du mit Ingenieurwesen?
Zwischen Fachkraft und Spezialist liegen nur 48 € im Monat. Der große Sprung kommt erst auf der Expertenstufe, also der obersten der vier Anforderungsebenen in dieser Statistik. Die 7.384 € aus der Kachel ganz oben solltest Du deshalb nicht als Einstiegsgehalt verstehen. Auf derselben Stufe beginnt das untere Viertel der Gehälter bei 5.863 €.
Als wir die Fachrichtungen verglichen haben, ist uns aufgefallen, dass der Abstand zwischen ihnen kleiner ist als der Abstand innerhalb einer Fachrichtung. Zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Feld liegen 900 €, zwischen Fachkraft und Experte im selben Feld dagegen 1.087 €. Deine Erfahrungsstufe entscheidet also stärker über Dein Gehalt als die Frage, welche der acht Richtungen Du studierst.
Quelle: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, Deutschland, alle Altersgruppen, beide Geschlechter, alle Branchen, Stand 2024.
Ingenieurwesen und KI: Wie zukunftssicher ist das Fach?
Kurze Antwort: In Teilen, denn Konstruktion, Berechnung und Simulation gelten inzwischen als weitgehend automatisierbar, doch wenn Du Projekte verantwortest und Kunden betreust, bist Du deutlich besser aufgestellt. Wir haben dazu beim Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) nachgesehen, das für jeden Beruf berechnet, welcher Anteil der Kerntätigkeiten heute schon von Maschinen und Software übernommen werden könnte. Beim Forschungs- und Entwicklungsingenieur sind es 16 von 20.
Das gilt in der Entwicklung als ersetzbar. Beim Forschungs- und Entwicklungsingenieur zählt das IAB Konstruktion, Simulation, Mess- und Regeltechnik, Elektronik und Automatisierungstechnik zu den Tätigkeiten, die Software heute schon übernehmen könnte. Forschung, Entwicklung, Projektmanagement und Technische Mechanik bleiben dagegen beim Menschen. Ähnlich sieht es beim Konstruktionsingenieur aus, bei dem CAD, Berechnungen und Simulation als automatisierbar gelten, Entwicklung und Arbeitsvorbereitung aber nicht. Sein Wert ist von 38 Prozent im Jahr 2013 auf 73 Prozent gestiegen, und diesen Anstieg solltest Du kennen, wenn Dich die Konstruktion reizt.
Und wie sieht es in Projekten, in der Qualitätssicherung und in der Lehre aus? Beim Projektingenieur sind es 7 von 16 Kerntätigkeiten, weil das IAB Projektierung, Machbarkeitsanalysen, Change-Management, Kundenbetreuung und Qualitätsmanagement nicht für ersetzbar hält. Der Qualitätsingenieur kommt auf 50 Prozent, da sich Prüfverfahren automatisieren lassen, während Audits und die Weiterentwicklung von Qualitätsstandards beim Menschen bleiben. Falls Du später unterrichten möchtest, sieht es in der Ingenieurpädagogik mit 11 Prozent besonders gut aus, denn dort gilt lediglich die Lernzielkontrolle als ersetzbar.
Was das für Deine Wahl der Richtung bedeutet. Zwischen den Fachrichtungen sind die Abstände kleiner als zwischen den Funktionen, denn Ingenieure für Mechatronik, Maschinenbau und Elektrotechnik liegen beim IAB zwischen 58 und 75 Prozent. Beim Gehalt weiter oben ist es ähnlich, dort macht die Erfahrungsstufe mehr aus als die Fachrichtung. Wenn Du früh Verantwortung für Projekte übernimmst, arbeitest Du in dem Teil des Berufs, den das IAB als schwer ersetzbar einstuft. Das Institut weist selbst darauf hin, dass ein hoher Wert noch keinen Stellenabbau bedeutet und ein niedriger keine Garantie ist, dass sich an der Arbeit nichts ändert.
Das Ingenieurwesen-Studium in Zahlen
an Universitäten38.162
an Fachhochschulen
Häufige Fragen
Was muss man studieren, um Ingenieur zu werden?
Was braucht man, um Ingenieur zu werden?
Kannst Du die Voraussetzungen für ein Ingenieur-Studium auch ohne Abitur erfüllen?
Wie lange dauert das Ingenieur-Studium und was gilt als Regelstudienzeit?
Heißt es Ingenieurstudium, Ingenieursstudium oder Ingenieurwesen-Studium?
Wie werde ich Entwicklungsingenieur?
Ingenieurpädagogik-Studium – was ist das?
Ingenieurstudium finden: Wie fange ich an?
Mit welchem Gehalt kannst Du nach dem Ingenieur-Studium rechnen?
- Bundesagentur für Arbeit: Entgeltatlas, Berufsgruppen 251, 261, 271 und 273, Deutschland, alle Altersgruppen, beide Geschlechter, alle Branchen, Stand 2024.
- Bundesagentur für Arbeit: BERUFENET, Forschungs- und Entwicklungsingenieur/in, abgerufen am 21.09.2026.
- Kultusministerkonferenz: Hochschulzugang für beruflich qualifizierte Bewerber ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung, Beschluss vom 06.03.2009.
- Ingenieurgesetze der Bundesländer zum Schutz der Berufsbezeichnung, zusammengefasst vom VDI, abgerufen am 21.09.2026.
- KIT Karlsruhe und Hochschule Offenburg: Studiengangsbeschreibungen Ingenieurpädagogik (Master of Education), abgerufen am 21.09.2026.
- Eigene Auswertung der myStipendium-Datenbank, Stand 21.09.2026.
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