Brauche ich eine Ausbildung?Nein. Es gibt zwei Wege: direkt nach dem Abitur oder mit abgeschlossener Ausbildung in einem Gesundheitsberuf.Manche Hochschulen bieten nur einen der beiden Wege an. Das entscheidet, wo Du Dich überhaupt bewerben kannst.
Geht es ohne Abitur?Ja. Mit abgeschlossener Ausbildung und Berufserfahrung kommst Du an mehreren Hochschulen auch ohne Abitur hinein.Die HAW Landshut verlangt dafür eine zweijährige medizinische Ausbildung plus drei Jahre im Beruf.
Wie lange dauert es?5 bis 8 Semester bis zum Bachelor of Science.Die Bundesärztekammer empfiehlt seit 2025 mindestens 7 Semester, wenn Du ohne Ausbildung einsteigst, und mindestens 6 mit Ausbildung. Kürzer geht es nur, wenn eine Hochschule Deine Ausbildung anrechnet.
Was kostet es?An privaten Hochschulen 330 bis 690 Euro im Monat, über das ganze Studium rund 16.700 bis 30.700 Euro. An staatlichen Hochschulen zahlst Du nur den Semesterbeitrag.Eine Ausnahme bestätigt die Regel: die staatliche HS Anhalt verlangt 3.000 Euro pro Semester.
Geht das im Fernstudium?Nein. Die Bundesärztekammer erkennt Fernstudiengänge zum Physician Assistant nicht an.Berufsbegleitend und dual geht dagegen an vielen Hochschulen.
Was verdiene ich?Der Median liegt bei 4.954 Euro brutto im Monat, die mittleren 50 Prozent zwischen 4.346 und 5.676 Euro.Bundesagentur für Arbeit, Entgeltatlas 2025. Der Wert gilt für die Berufsgattung, der der Physician Assistant zugeordnet ist.
Wo kann ich Physician Assistant studieren?
Alle Hochschulen mit Physician-Assistant-Studiengang in Deutschland
Physician Assistant kannst Du in Deutschland an 24 Hochschulen studieren, verteilt auf 41 Studienorte. Die Liste zeigt alle Bachelor-Studiengänge mit Trägerschaft, Studienform, Regelstudienzeit, Studiengebühren und Studienorten. Ein Punkt entscheidet dabei über fast alles Weitere: ob Du eine abgeschlossene Ausbildung in einem Gesundheitsberuf mitbringst. Deshalb steht in jeder Zeile, wen die Hochschule nimmt - nur mit Ausbildung oder auch ohne.
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Carl Remigius Medical School
privat · Vollzeit · 8 Semester · auch ohne Ausbildung Braunschweig, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Heidelberg, Köln, München
NC-frei und ohne medizinische Vorbildung - Einstieg direkt nach dem Abitur
7 Studienorte, die meisten in dieser Liste
Zweite Variante für Gesundheitsberufe: berufsbegleitend, 550 € im Monat
privat · Vollzeit, Teilzeit oder berufsbegleitend · 8 Semester, mit Ausbildung 6 · mit und ohne Ausbildung Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Ismaning, Köln, Leipzig, Mannheim, Stuttgart, Unna
Nicht in der Liste stehen die Master-Studiengänge. Sie setzen einen Bachelor voraus und richten sich an Physician Assistants, die bereits arbeiten: einen M.Sc. Physician Assistance bieten unter anderem Carl Remigius, die Fliedner Fachhochschule, die FHM in Hannover und die SRH University an.
Wer kann Physician Assistant studieren? Die zwei Zugangswege
Mit Ausbildung oder direkt nach dem Abitur - das entscheidet alles Weitere
Der Zugang zum Physician-Assistant-Studium hängt an einer einzigen Frage: Hast Du eine abgeschlossene Ausbildung in einem Gesundheitsberuf? Davon hängt ab, an welchen Hochschulen Du Dich bewerben kannst, wie lange Du studierst und ob Du überhaupt ein Abitur brauchst. Die Fachbegriffe dafür heißen primärqualifizierend und sekundärqualifizierend.
Die drei Wege ins Studium
Sortiert danach, was Du schon mitbringst - nicht nach Aufwand
1. Direkt nach dem Abitur, ohne Ausbildung (primärqualifizierend)
Du brauchst nur die Hochschulzugangsberechtigung. Die Bundesärztekammer verlangt für diesen Weg mindestens 210 ECTS, also 7 Semester, dazu ein sechswöchiges Pflegepraktikum vor Studienbeginn - ein Freiwilliges Soziales Jahr oder ein Bundesfreiwilligendienst wird darauf angerechnet. Die HS Aalen verlangt zusätzlich ein 30-tägiges Praktikum und hat einen NC.
2. Mit Ausbildung im Gesundheitsberuf (sekundärqualifizierend)
Die Bundesärztekammer nennt 17 anerkannte Ausbildungsberufe, darunter Pflegefachfrau und Pflegefachmann, Medizinische Fachangestellte, Notfallsanitäter, OTA und ATA, Hebamme, MTA, PTA, ZFA sowie Physiotherapeut. Für diesen Weg reichen 180 ECTS, also 6 Semester. Die DHGS rechnet eine mindestens dreijährige Ausbildung mit 60 ECTS an und verkürzt das Studium damit von 8 auf 6 Semester.
3. Ohne Abitur, über Ausbildung und Berufserfahrung
Mehrere Hochschulen öffnen das Studium für beruflich Qualifizierte. Die HAW Landshut verlangt eine zweijährige Ausbildung in einem medizinischen Beruf und drei Jahre hauptberufliche Tätigkeit, danach ein Beratungsgespräch und ein Probestudium mit mindestens 20 ECTS in den ersten zwei Semestern. Die HS Anhalt lässt eine dreijährige Ausbildung plus Berufserfahrung gelten, alternativ 400 Stunden Weiterbildung oder eine Eignungsprüfung. Auch DHGS und FHM nehmen Bewerber ohne Abitur.
Das öffnet Dir Türen
Eine abgeschlossene Ausbildung in einem der 17 anerkannten Gesundheitsberufe - sie ersetzt an mehreren Hochschulen das Abitur und verkürzt das Studium
Berufserfahrung in der unmittelbaren Patientenversorgung: die CBS und die SRH University verlangen sie in ihren Varianten "mit Vorausbildung" ausdrücklich
Ein Arbeitsvertrag mit einer Klinik - bei dualen Studiengängen ist er Zulassungsvoraussetzung, dafür übernimmt der Praxispartner oft die Studiengebühren
Das brauchst Du in jedem Fall
Gesundheitliche Eignung - ein ärztliches Zeugnis verlangen die meisten Hochschulen vor der Einschreibung
Ein Vorpraktikum, wenn Du ohne Ausbildung einsteigst: sechs Wochen Pflege nach der Vorgabe der Bundesärztekammer, an der HS Aalen 30 Tage
Belastbarkeit im Schichtdienst - die Praxisphasen laufen im normalen Klinikbetrieb mit, auch nachts und am Wochenende
Was kostet das Physician-Assistant-Studium?
Von 0 Euro an staatlichen Hochschulen bis rund 30.700 Euro privat
Kaum ein Fach hat eine so große Preisspanne: von 0 Euro bis rund 30.700 Euro für das ganze Studium. Der Grund ist die Anbieterstruktur. Von den 24 Hochschulen sind 12 staatlich und 12 privat - die Hälfte also. An den staatlichen zahlst Du in der Regel gar keine Studiengebühren, nur den Semesterbeitrag von rund 10 bis 440 Euro. An den privaten läuft es über eine Monatsrate.
Was das Studium insgesamt kostet
Was über die ganze Regelstudienzeit zusammenkommt, Studiengebühren und Semesterbeitrag - sieben Hochschulen von der günstigsten zur teuersten
DHSN Plauen55 €
TH Aschaffenburg490 €
Hochschule Bremerhaven3.504 €
Kolping Hochschule16.700 €
Hochschule Anhalt18.306 €
FHM20.120 €
Carl Remigius30.695 €
Drei Dinge, die die Rechnung verändern:
Das senkt Deine Kosten
Dual studieren. Bei dualen Studiengängen ist ein Klinikvertrag Zulassungsvoraussetzung - und der Praxispartner übernimmt die Studiengebühren häufig ganz oder teilweise. Was für Dich übrig bleibt, verhandelst Du mit der Klinik, nicht mit der Hochschule.
Anrechnung der Ausbildung. Wer mit Ausbildung einsteigt, spart ein bis zwei Semester - und damit einen Teil der Gebühren.
Stipendien und Bildungsfonds. Auch private Hochschulen sind BAföG-anerkannt, solange sie staatlich akkreditiert sind.
Das kommt oft noch dazu
Einschreibe- und Prüfungsgebühren - an privaten Hochschulen üblich, meist ein einmaliger dreistelliger Betrag.
Fahrt- und Übernachtungskosten zu den Präsenzphasen, wenn Du berufsbegleitend studierst und die Hochschule nicht in Deiner Stadt sitzt.
Der Semesterbeitrag, den auch private Hochschulen teilweise erheben - er ist in den Zahlen oben nicht enthalten.
Physician Assistant studieren nach Bundesland
Wo Du wohnst, entscheidet mit, welcher Weg für Dich infrage kommt
Physician Assistant wird in 16 von 16 Bundesländern angeboten. Achte dabei auf den Studienort, nicht auf den Sitz der Hochschule: Mehrere private Hochschulen unterrichten an Standorten in mehreren Bundesländern. Die Tabelle zeigt deshalb, wo Du tatsächlich studieren kannst.
Bundesland
Hochschulen
Studienorte
Baden-Württemberg
CBS University of Applied Sciences, Carl Remigius Medical School, DHBW Karlsruhe, DHGS Deutsche Hochschule für Gesundheit und Sport, DIPLOMA Hochschule, FHM Fachhochschule des Mittelstands, Hochschule Aalen, Hochschule Furtwangen, ISBA Internationale Studien- und Berufsakademie
Carl Remigius Medical School, DHGS Deutsche Hochschule für Gesundheit und Sport, FHM Fachhochschule des Mittelstands, Hochschule Döpfer, Hochschule Landshut, Hochschule Neu-Ulm, ISBA Internationale Studien- und Berufsakademie, OTH Amberg-Weiden, SRH University, TH Aschaffenburg, TH Deggendorf
Akkon Hochschule, CBS University of Applied Sciences, DHGS Deutsche Hochschule für Gesundheit und Sport, MSB Medical School Berlin
Berlin
Brandenburg
Hochschule Döpfer
Potsdam
Bremen
Hochschule Bremerhaven
Bremerhaven
Hamburg
Carl Remigius Medical School, DHGS Deutsche Hochschule für Gesundheit und Sport, Hochschule Döpfer
Hamburg
Hessen
Carl Remigius Medical School, DHGS Deutsche Hochschule für Gesundheit und Sport
Frankfurt am Main
Mecklenburg-Vorpommern
CBS University of Applied Sciences
Rostock
Niedersachsen
Carl Remigius Medical School, FHM Fachhochschule des Mittelstands, Hochschule Anhalt
Braunschweig, Hannover, Papenburg
Nordrhein-Westfalen
CBS University of Applied Sciences, Carl Remigius Medical School, DHGS Deutsche Hochschule für Gesundheit und Sport, FHM Fachhochschule des Mittelstands, Fliedner Fachhochschule Düsseldorf, Hochschule Döpfer, ISBA Internationale Studien- und Berufsakademie, Kolping Hochschule
DHGS Deutsche Hochschule für Gesundheit und Sport, DHSN Studienakademie Plauen, SRH University
Leipzig, Plauen
Sachsen-Anhalt
Hochschule Anhalt
Köthen
Schleswig-Holstein
SRH University
Heide
Thüringen
ISBA Internationale Studien- und Berufsakademie
Erfurt
Die Dichte ist allerdings sehr unterschiedlich: In Bayern hast Du 10 Studienorte zur Auswahl, in 11 Bundesländern gibt es dagegen nur einen einzigen. Passt der nicht zu Dir, bleiben zwei Wege: ein berufsbegleitendes Studium mit geblockten Präsenzphasen, für das Du nur wenige Male im Semester anreist - oder ein duales Studium bei einer Klinik im Nachbarland, die den Studienplatz mitbringt.
Fernstudium, dual oder berufsbegleitend?
Zwei Formate gibt es wirklich, eines wird nicht anerkannt
Rund um das Physician-Assistant-Studium kursieren drei Formate: dual, berufsbegleitend, Fernstudium. Zwei davon gibt es wirklich. Beim dritten lohnt es sich, genau hinzusehen, bevor Du Dich einschreibst.
Das gibt es
Dual: Du arbeitest in einer Klinik und studierst parallel. Ein Vertrag mit dem Praxispartner ist Zulassungsvoraussetzung. Anbieter sind unter anderem die CBS, die Studienakademie Plauen, die Akkon Hochschule und die OTH Amberg-Weiden. Der Praxispartner übernimmt die Studiengebühren häufig ganz oder teilweise.
Berufsbegleitend: gedacht für Menschen, die bereits im Gesundheitswesen arbeiten. Die Präsenzphasen sind geblockt, bei der ISBA etwa zweimal im Monat freitags und samstags. Anbieter sind unter anderem Carl Remigius, die Kolping Hochschule, die ISBA und die Hochschule Döpfer.
Ausbildungsbegleitend: die Hochschule Döpfer koppelt das Studium an eine laufende Ausbildung. Es dauert dann 8 statt 6 Semester, die Monatsrate ist dafür deutlich niedriger.
Das gibt es nicht
Ein reines Fernstudium zum Physician Assistant. Die Bundesärztekammer schreibt in ihrem Positionspapier von 2025 wörtlich: "Der Abschluss an Fernstudiengängen sowie das Fernstudium selbst zum Physician Assistant werden nicht anerkannt."
Das ist keine Formalie: Ohne Berufsgesetz ist die Anerkennung durch die Ärzteschaft das Einzige, was Deinen Abschluss im Klinikalltag trägt.
Wenn eine Hochschule mit "Fernstudium" wirbt, frag nach dem Umfang der Präsenzphasen und ob der Studiengang den Vorgaben der Bundesärztekammer folgt.
Wie ernst die Lage ist, zeigt ein Blick auf die IU Internationale Hochschule. Sie hat ihren Fernstudiengang zum Physician Assistant zwar weiter online, schreibt dort aber selbst: "Die IU Internationale Hochschule setzt aus präventiven Gründen für zukünftige Bewerber:innen den Vertragsabschluss für den Studiengang 'B.Sc. Physician Assistant' bis auf Weiteres aus." Auslöser war das Positionspapier der Bundesärztekammer. Die Seite ist samt Preisen erreichbar - einschreiben kannst Du Dich trotzdem nicht. Umgekehrt geht die OTH Amberg-Weiden: Sie hat im August 2025 öffentlich erklärt, dass ihre beiden Studiengänge den Vorgaben entsprechen.
Was macht ein Physician Assistant?
Delegierte ärztliche Tätigkeiten - und was beim Arzt bleibt
Ein Physician Assistant übernimmt ärztliche Tätigkeiten - aber nur solche, die eine Ärztin oder ein Arzt ausdrücklich überträgt. Das nennt sich Delegation. Die Letztverantwortung bleibt immer beim Arzt. Wie weit die Delegation reicht, hat die Bundesärztekammer im April 2025 in ihrem Positionspapier neu gefasst.
Das übernimmt ein Physician Assistant
Standardisierte Anamnese und Untersuchungstechniken
Diagnostische Leistungen, darunter Sonographie und Echokardiographie
Umsetzung des Therapieplans samt Prozesssteuerung und Monitoring
Zugänge legen, Punktionen, zweite Assistenz im OP, postoperative Betreuung
Mitwirkung bei der Visite und Organisation von Konsilen
Arztbriefe und OP-Berichte vorbereiten
Das bleibt beim Arzt
Alle höchstpersönlich ärztlichen Leistungen und alles, was gesetzlich unter Arztvorbehalt steht
Die Aufklärung des Patienten - der Physician Assistant vermittelt und erläutert nur standardisierte Aufklärungsmaterialien
Die Diagnosestellung - im Kompetenzmodell der Bundesärztekammer steht ausdrücklich nur "Unterstützung bei der Diagnosestellung"
Ein Punkt, den Du vor der Studienwahl kennen solltest: Es gibt in Deutschland kein Berufsgesetz für Physician Assistants und keine geschützte Berufsbezeichnung. Das hat der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages im April 2026 noch einmal festgestellt. Was Du darfst, ergibt sich nicht aus einem Gesetz, sondern aus der Delegationsvereinbarung Deines Arbeitgebers. Genau deshalb wiegt die Anerkennung durch die Bundesärztekammer so schwer.
Quellen: Bundesärztekammer, "Physician Assistance - ein etabliertes Berufsbild im deutschen Gesundheitswesen", April 2025 · Wissenschaftliche Dienste des Deutschen Bundestages, WD 8-033/26, Abschluss der Arbeit 27. April 2026.
Was verdient ein Physician Assistant?
Amtliche Zahlen statt Gehaltsportal-Schätzungen
Was verdient ein Physician Assistant?
Brutto im Monat, Vollzeit, Deutschland. Der Strich zeigt die Mitte: die eine Hälfte verdient mehr, die andere weniger.
Anders gesagt: die mittleren 50 Prozent verdienen zwischen 4.346 und 5.676 Euro im Monat. Berufseinsteiger liegen am unteren Ende.
Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Entgeltatlas 2025, Beruf-ID 90902 "Arztassistent/in - Physician Assistant". Mittleres monatliches Bruttoentgelt in Vollzeit, alle Altersgruppen.
Eine Einordnung, die Du auf den meisten anderen Seiten vergeblich suchst: Der Entgeltatlas führt diesen Wert unter einer ganzen Berufsgattung - "Berufe in der operations- und medizintechnischen Assistenz, komplexe Spezialistentätigkeiten". Der Physician Assistant ist dort einer von mehreren Berufen. Einen exakten Medianwert allein für ihn gibt es also nicht.
Beim Tarif wird es noch unschärfer. Es gibt keinen Tarifvertrag für Physician Assistants und keine eigene Entgeltgruppe im TVöD. Die Eingruppierung richtet sich danach, welche Aufgaben Dein Arbeitgeber Dir überträgt. Das Universitätsklinikum Halle schreibt in einer Stellenanzeige eine Vergütung "bis zur Entgeltgruppe 12" des Haustarifvertrags aus - je nach Aufgabenübertragung. Die häufig zitierte Spanne von Entgeltgruppe 9b bis 12 stammt von kommerziellen Gehaltsportalen, nicht von einem Tarifpartner.
Wie sicher ist der Beruf?
Bedarf, Akzeptanz und die Kritik, die Du kennen solltest
5.482
Studierende
Höchststand, aber 14 % weniger Neueinschreibungen als 2024
65 %
des ärztlichen Aufwands
können Physician Assistants unter Supervision schon heute übernehmen
76 %
der Ärzte positiv
Umfrage der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein, 2024
Quellen: Studierendenzahlen nach Erhebungen des Deutschen Hochschulverbands Physician Assistant, Stand Februar 2026 · Bertelsmann Stiftung, "Delegation im Praxisteam", März 2026 · KVNO-Umfrage 2024, zitiert in der Bertelsmann-Studie.
Der Bedarf ist gut belegt. Die Bertelsmann Stiftung rechnet vor, dass sich bis 2030 Arbeitszeit im Umfang von 8.818 hausärztlichen Vollzeitstellen freisetzen ließe, wenn Delegation konsequent genutzt wird. Zum Vergleich: Rund 5.000 Arztsitze sind unbesetzt. Zusätzliche Medizinstudienplätze wirken frühestens in 12 bis 15 Jahren - der Physician Assistant ist die schnellere Antwort.
Trotzdem gibt es Kritik, und Du solltest sie kennen. Der Marburger Bund steht hinter der Delegation, warnt aber vor Substitution: "Was können wir tun, wenn ein Geschäftsführer zwei Physician Assistants statt zwei Ärzten einsetzt?" Dazu kommt die Sorge um die ärztliche Weiterbildung, wenn im OP nur noch Physician Assistants assistieren. Die Landesärztekammer Hessen sieht das Risiko einer schleichenden Erweiterung der Befugnisse. Der 129. Deutsche Ärztetag hat 2025 bekräftigt: Arztvorbehalt und ärztliche Letztverantwortung bleiben.
Wie gut Physician Assistants tatsächlich wirken, prüft gerade das Modellprojekt PAAM des Universitätsklinikums Essen mit 24 Praxen und 51 Kontrollpraxen in Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein. Ergebnisse sind für 2027 angekündigt.
Häufige Fragen zum Physician-Assistant-Studium
Was macht ein Physician Assistant?
Ein Physician Assistant übernimmt ärztliche Tätigkeiten im Rahmen der Delegation: standardisierte Anamnese und Untersuchungen, Diagnostik einschließlich Sonographie und Echokardiographie, Umsetzung des Therapieplans, dazu Zugänge und Punktionen, zweite Assistenz im OP sowie Arztbriefe und Dokumentation. Die Aufklärung des Patienten und die Diagnosestellung bleiben beim Arzt. Die ärztliche Letztverantwortung bleibt immer bestehen.
Welche Voraussetzungen brauche ich für das Physician-Assistant-Studium?
Entweder eine Hochschulzugangsberechtigung ohne weitere Vorbildung - dann verlangt die Bundesärztekammer ein sechswöchiges Pflegepraktikum vor Studienbeginn - oder eine abgeschlossene Ausbildung in einem der 17 anerkannten Gesundheitsberufe. Mit Ausbildung und mehrjähriger Berufserfahrung kommst Du an Hochschulen wie der HAW Landshut, der HS Anhalt, der DHGS und der FHM auch ohne Abitur hinein. Ein ärztliches Zeugnis über die gesundheitliche Eignung verlangen fast alle Hochschulen.
Kann man Physician Assistant ohne Abitur studieren?
Ja. Mehrere Hochschulen öffnen das Studium für beruflich Qualifizierte. Die HAW Landshut verlangt eine zweijährige Ausbildung in einem medizinischen Beruf und drei Jahre hauptberufliche Tätigkeit, danach ein Beratungsgespräch und ein Probestudium. Die HS Anhalt lässt eine dreijährige Ausbildung plus Berufserfahrung gelten. Die FHM verzichtet bei einschlägiger medizinischer Ausbildung auf Abitur und NC.
Wie lange dauert das Physician-Assistant-Studium?
5 bis 8 Semester bis zum Bachelor of Science. Ohne Ausbildung empfiehlt die Bundesärztekammer mindestens 7 Semester und 210 ECTS, mit Ausbildung reichen 6 Semester und 180 ECTS. Die HS Aalen stellt zum Wintersemester 2026/27 von 8 auf 7 Semester um und begründet das ausdrücklich mit den Vorgaben der Bundesärztekammer. Am kürzesten ist die ISBA: Sie rechnet zwei Semester aus der Ausbildung an, so dass 5 Semester bleiben.
Was verdient ein Physician Assistant?
Der Median liegt bei 4.954 Euro brutto im Monat, die mittleren 50 Prozent zwischen 4.346 und 5.676 Euro. Die Zahlen stammen aus dem Entgeltatlas 2025 der Bundesagentur für Arbeit und gelten für die Berufsgattung, der der Physician Assistant zugeordnet ist, nicht für den Beruf allein. Einen Tarifvertrag oder eine eigene TVöD-Entgeltgruppe für Physician Assistants gibt es nicht.
Gibt es ein Physician-Assistant-Fernstudium?
Nein. Die Bundesärztekammer hält in ihrem Positionspapier von April 2025 ausdrücklich fest, dass Fernstudiengänge zum Physician Assistant und deren Abschlüsse nicht anerkannt werden. Berufsbegleitende und duale Studiengänge mit geblockten Präsenzphasen gibt es dagegen an mehreren Hochschulen.
Wie schwer ist das Physician-Assistant-Studium?
Die Hürde ist weniger der NC als das Tempo. Wer mit Ausbildung einsteigt, packt 180 ECTS in 6 Semester, an der FHM sogar 240 ECTS in 36 Monate - und das meist neben der Arbeit. Inhaltlich liegt der Schwerpunkt auf Anatomie, Physiologie, Pathologie, Pharmakologie, also auf denselben Grundlagen wie im Medizinstudium, nur komprimiert. Die Praxisphasen laufen im normalen Klinikbetrieb mit.
Ist Physician Assistant ein anerkannter Beruf?
Fachlich ja, rechtlich nur eingeschränkt. Die Bundesärztekammer hat das Berufsbild 2017 gemeinsam mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung beschrieben und 2025 in einem eigenen Positionspapier novelliert. Ein Berufsgesetz und eine geschützte Berufsbezeichnung gibt es aber nicht - das hat der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages im April 2026 bestätigt. Was Du konkret tun darfst, regelt die Delegationsvereinbarung Deines Arbeitgebers.
Zuletzt geprüft am 11. September 2026. Alle Zahlen in diesem Artikel stammen aus benannten Quellen mit Jahresangabe. Profil ansehen →
Quellen dieses Artikels
Berufsbild, Delegation, ECTS-Vorgaben und Anerkennung: Bundesärztekammer, "Physician Assistance - ein etabliertes Berufsbild im deutschen Gesundheitswesen", April 2025 · Tätigkeitskatalog und Musterstudienplan: Konzeptpapier von Bundesärztekammer und Kassenärztlicher Bundesvereinigung, 120. Deutscher Ärztetag 2017 · Rechtlicher Rahmen: Wissenschaftliche Dienste des Deutschen Bundestages, WD 8-033/26, 27. April 2026 · Arztvorbehalt: Beschlussprotokoll des 129. Deutschen Ärztetages, Leipzig, Mai 2025 · Gehalt: Bundesagentur für Arbeit, Entgeltatlas 2025, Beruf-ID 90902 · Bedarf und Delegationspotenzial: Bertelsmann Stiftung, "Delegation im Praxisteam", März 2026 · Akzeptanz in der Ärzteschaft: Umfrage der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein 2024 · Kritik: Marburger Bund Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, Mai 2025, und Landesärztekammer Hessen, Ausgabe 2/2022 · Studierenden- und Absolventenzahlen: Erhebungen des Deutschen Hochschulverbands Physician Assistant, Stand Februar 2026 · Studiengebühren, Dauer sowie Zugangswege: Angaben der jeweiligen Hochschulen, abgerufen am 11. September 2026 · Studiengangsdaten: myStipendium-Datenbank, Stand 11. September 2026
Wozu wir bewusst keine Zahl nennenWie viele Physician Assistants in Deutschland arbeiten. Es gibt kein Register - eine Folge des fehlenden Berufsgesetzes. Weder die Bundesärztekammer noch die Bundesagentur für Arbeit veröffentlichen eine Beschäftigtenzahl. Die kumulierte Zahl der Bachelor-Absolventen liegt bei rund 3.087, aber das ist etwas anderes als die Zahl der Berufstätigen. ·
Eine tarifliche Eingruppierung. Die oft zitierte Spanne von Entgeltgruppe 9b bis 12 im TVöD stammt aus kommerziellen Gehaltsportalen. Ein Tarifvertrag oder eine verbandliche Festlegung für Physician Assistants existiert nicht. ·
Ein Einstiegsgehalt. Im Netz kursieren Werte zwischen 2.500 und 4.000 Euro. Keiner davon stammt aus einer amtlichen Quelle, die nur Berufsanfänger ausweist.