In Deutschland bekommt nur ein Bruchteil der Bewerber einen Medizin-Studienplatz. Im EU-Ausland sieht die Rechnung anders aus: Dort entscheidet nicht Deine Abiturnote allein, sondern meistens eine Aufnahmeprüfung in Biologie und Chemie - an zwei Unis gar keine Prüfung. Dafür zahlst Du Studiengebühren, je nach Uni zwischen 11.500 und 18.680 € pro Studienjahr. Wir haben für sieben Universitäten in Ungarn, Tschechien, der Slowakei, Lettland und Litauen nachgeschlagen, was das Studium wirklich kostet und wie Du reinkommst.
Medizin im Ausland: diese 7 Universitäten kannst Du direkt anfragen
Alle sieben Universitäten liegen in der EU und bilden Humanmediziner in einem zwölfsemestrigen Vollzeitstudium aus. Zwei davon unterrichten auf Deutsch, die übrigen auf Englisch. Fordere kostenlos Infomaterial an - Du bekommst die Unterlagen zur Bewerbung, zu den Fristen und zum Aufnahmeverfahren direkt zugeschickt.
Was ein Medizinstudium im Ausland kostet
Die Studiengebühr ist der größte Posten, aber nicht der einzige. Fast jede Uni verlangt zusätzlich eine Bewerbungsgebühr und eine Einschreibegebühr. Riga sticht heraus: Dort wird nach der Zusage eine Registrierungsgebühr von 1.800 € fällig, die auf keiner Vergleichsseite auftaucht.
| Universität | Studiengebühr | Einmalige Gebühren | Stand der Gebührenordnung |
|---|---|---|---|
| Semmelweis Universität, Budapest (deutschsprachig) | 9.340 € pro Semester, also 18.680 € pro Studienjahr | 250 € Bewerbung, 230 € Einschreibung | Studienjahr 2026/27 |
| Universität Pécs (deutschsprachig) | 15.000 € pro Studienjahr | 200 € Bewerbung, 220 € Einschreibung | ohne Jahresangabe veröffentlicht, von uns geprüft am 8. September 2026 |
| Universität Vilnius | 14.100 € pro Studienjahr | 100 € Bewerbung, 200 € Aufnahmeprüfung | ohne Jahresangabe veröffentlicht, von uns geprüft am 8. September 2026 |
| Stradins Universität Riga | 13.500 € pro Studienjahr | 100 € Bewerbung, 1.800 € Registrierung nach der Zusage | Studienjahr 2026/27 |
| Comenius Universität Bratislava | 13.000 € pro Studienjahr | 99 € Bewerbung | Studienjahr 2026/27 |
| Jessenius Universität Martin | 11.500 € pro Studienjahr | 70 € Bewerbung | Studienjahr 2027/28 |
| Karlsuniversität Pilsen | 390.000 Kronen pro Studienjahr | 940 Kronen Bewerbung online, 990 Kronen auf Papier | Studienjahr 2026/27 |
Quelle: jeweils die veröffentlichte Gebührenordnung der Universität, abgerufen am 8. September 2026. Bei Pécs und Vilnius steht auf der Uni-Seite kein Studienjahr dabei - dort kann sich der Betrag ohne Ankündigung ändern.
Drei Punkte, die auf Vergleichsseiten meistens fehlen
- Pilsen rechnet in tschechischen Kronen ab. Der Eurobetrag steht damit erst beim Bezahlen fest und wandert mit dem Wechselkurs. Eine feste Eurozahl, wie sie andere Seiten angeben, gibt es nicht.
- Bratislava garantiert den Preis. Die Gebühr bleibt über die Regelstudienzeit auf dem Niveau Deines Einschreibejahres. Bei den übrigen Unis kann die Gebühr jedes Jahr steigen.
- Riga verlangt 1.800 € Registrierungsgebühr. Sie wird nach der Zusage fällig, zusätzlich zur Studiengebühr. Wer nur die Jahresgebühr vergleicht, rechnet das erste Jahr um 1.800 € zu günstig.
Nicht in der Tabelle: Miete, Krankenversicherung und Bücher. Die Lebenshaltungskosten sind in Budapest, Pécs, Martin und Pilsen deutlich niedriger als in einer deutschen Universitätsstadt, in Riga und Vilnius liegen sie ungefähr gleichauf.
Wie Du an den Studienplatz kommst
Du bewirbst Dich direkt bei der Universität, nicht über hochschulstart.de. Einen deutschen Numerus clausus gibt es an keiner der sieben Unis. Stattdessen unterscheiden sich die Verfahren stark - und genau daran entscheidet sich, welche Uni für Dich die richtige ist.
Ohne Aufnahmeprüfung
- Semmelweis Budapest, deutschsprachiger Studiengang: keine Aufnahmeprüfung, kein Auswahlgespräch, kein NC. Es zählen Deine Zeugnisse.
- Universität Pécs, deutschsprachiger Studiengang: kein Eingangstest und kein Interview.
- Stradins Universität Riga: keine Fachprüfung. Verlangt werden mindestens 70 Prozent in den relevanten Fächern des Abschlusszeugnisses. Das Motivationsgespräch betrifft nur Bewerber von außerhalb der EU - als Deutsche musst Du es nicht führen.
Mit Aufnahmeprüfung
- Karlsuniversität Pilsen: schriftliche Prüfung in Biologie, Chemie und Physik. Pilsen ist die einzige der sieben Unis, die Physik abfragt.
- Jessenius Universität Martin: Online-Test in Biologie und Chemie.
- Comenius Universität Bratislava: Aufnahmetest in Biologie und Chemie. Die Fragen stammen ausschließlich aus offiziellen Übungsbooklets der Universität, Du kannst also gezielt lernen. Ein Englisch-Zertifikat wird nicht verlangt.
- Universität Vilnius: Online-Prüfung in Biologie und Chemie. Du wirst davon befreit, wenn Du im Abitur in Biologie und in Chemie jeweils 12 Punkte oder besser hattest, also eine 1 oder 2.
Zwei Termine im Jahr bietet nur Riga an, dort kannst Du im September oder im Februar anfangen. Alle anderen sechs Universitäten starten ausschließlich zum Wintersemester.
Medizin im Ausland auf Deutsch studieren
Zwei der sieben Universitäten unterrichten Humanmedizin auf Deutsch: die Semmelweis Universität in Budapest und die Universität Pécs. Das ist die Ausnahme, nicht die Regel - die fünf anderen unterrichten auf Englisch.
Der deutschsprachige Studiengang hat einen zweiten Vorteil, der oft untergeht: An beiden Unis kommst Du dort ohne Aufnahmeprüfung hinein. Dafür ist der deutschsprachige Studiengang in Budapest mit 18.680 € pro Studienjahr der teuerste im Vergleich.
Wenn Du auf Englisch studierst, brauchst Du kein perfektes Zertifikat: Bratislava verlangt ausdrücklich keinen Englisch-Nachweis. Bei den übrigen Unis wird Dein Englisch im Aufnahmeverfahren geprüft.
Wird der Abschluss in Deutschland anerkannt?
Ja. Ungarn, Tschechien, die Slowakei, Lettland und Litauen sind EU-Mitglieder. Ein dort erworbener Abschluss in Humanmedizin wird in Deutschland für die Approbation anerkannt, ohne dass Dein Studium inhaltlich neu bewertet wird.
Das ist keine Auslegungssache, sondern steht im Gesetz: Die Anlage zur Bundesärzteordnung listet die ärztlichen Ausbildungsnachweise auf, die automatisch als gleichwertig gelten. Alle fünf Länder stehen dort namentlich drin: Ungarn mit dem Okleveles orvosdoktor oklevél (dr. med), Tschechien und die Slowakei mit dem MUDr., Lettland mit dem ārsta diploms und Litauen mit dem Diplom über die Arztqualifikation.
Zwei Dinge musst Du trotzdem einplanen:
- Deutschkenntnisse. Wenn Du auf Englisch oder Ungarisch studiert hast, verlangt die Approbationsbehörde Deines Bundeslandes einen Sprachnachweis: allgemein Niveau B2 und dazu eine Fachsprachenprüfung bei der Landesärztekammer. So hat es die Gesundheitsministerkonferenz 2014 festgelegt, die Bundesländer setzen es seitdem um.
- Die Approbation beantragst Du beim Bundesland, in dem Du arbeiten willst. Zuständig ist nicht die Universität und auch kein Vermittler.
Quelle: Bundesärzteordnung, Paragraf 3 Absatz 1 samt Anlage, abgerufen am 9. September 2026; Beschluss der 87. Gesundheitsministerkonferenz vom 26./27. Juni 2014 zu den Sprachanforderungen.
Häufig gestellte Fragen zum Medizinstudium im Ausland
An allen sieben Universitäten in unserer Übersicht gibt es keinen deutschen Numerus clausus. Ohne jede Aufnahmeprüfung kommst Du an drei Standorte: die Semmelweis Universität Budapest und die Universität Pécs im deutschsprachigen Studiengang sowie die Stradins Universität Riga. Riga setzt allerdings mindestens 70 Prozent in den relevanten Zeugnisfächern voraus.
Die Studiengebühren liegen zwischen 11.500 € pro Studienjahr in Martin und 18.680 € pro Studienjahr im deutschsprachigen Studiengang in Budapest. Bei zwölf Semestern Regelstudienzeit sind das über das gesamte Studium grob 69.000 bis 112.000 €, dazu kommen Bewerbungs- und Einschreibegebühren sowie Deine Lebenshaltungskosten. Die Gebühren können sich jährlich ändern, nur Bratislava garantiert den Preis über die Regelstudienzeit.
Ja, an der Semmelweis Universität in Budapest und an der Universität Pécs. Beide bieten Humanmedizin als deutschsprachigen Studiengang an, beide ohne Aufnahmeprüfung. Die übrigen fünf Universitäten in unserer Übersicht unterrichten auf Englisch.
Zwölf Semester, also sechs Jahre - genau wie in Deutschland. Der Abschluss heißt je nach Land Dr. med. (Ungarn), MUDr. (Tschechien und Slowakei) oder MD (Lettland und Litauen).
Sechs der sieben Universitäten starten nur zum Wintersemester im September. Die Stradins Universität Riga ist die einzige mit einem zweiten Termin im Februar. Da die Bewerbungsfristen und Prüfungstermine jedes Jahr neu festgelegt werden, fordere die Unterlagen frühzeitig direkt bei der Uni an.
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