Theoretische Physik Studium: Unis, Inhalte & Karriere

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Theoretische Physik studieren - auf einen Blick
Gibt es das als eigenes Fach?Fast nicht. Theoretische Physik ist in Deutschland eine Vertiefungsrichtung im Physikstudium, kein eigenes Studienfach. Nur 8 Studiengänge tragen den Namen, 7 davon sind Master.Der Weg dorthin führt fast immer über einen Physik-Bachelor. Eigene Auswertung, Stand 23.09.2026.
Brauche ich einen NC?Nein - alle 1 Bachelor sind zulassungsfrei.Eigene Auswertung der myStipendium-Datenbank.
Wo kann ich studieren?An 6 Hochschulen in 6 Städten. Bielefeld, Hamburg, Leipzig, München, Tübingen und Würzburg – alle in Präsenz.Kein Fernstudium, kein duales Studium. 4 der 8 Studiengänge werden auf Englisch geführt.
Wie kommst Du rein?Über einen Bachelor in Physik oder Mathematik. Den einen Bachelor im Bestand, Mathematische Physik an der Uni Würzburg, kannst Du ohne Zulassungsbeschränkung studieren.Bei den 7 Mastern entscheidet Dein Bachelor-Zeugnis, nicht Deine Abiturnote.
Was verdienst Du damit?6.437 € brutto im Monat im Durchschnitt.Statistisches Bundesamt, wie in unserem Gehaltsartikel.
Inhalt11 Abschnitte
  1. Wo kann ich Theoretische Physik studieren?
  2. Welche Voraussetzungen brauchst Du?
  3. Was ist Theoretische Physik – und was macht ein theoretischer Physiker?
  4. Welche Inhalte hat ein Theoretische-Physik-Studium?
  5. Wie läuft das Studium der Theoretischen Physik ab?
  6. Was kannst Du mit Theoretischer Physik werden?
  7. Was verdienst Du mit Theoretischer Physik?
  8. Theoretische Physik und KI: Wie zukunftssicher ist das Fach?
  9. Theoretische Physik in Zahlen
  10. Häufige Fragen zum Studium der Theoretischen Physik
  11. Weiter zum Studium der Theoretischen Physik

Wo kann ich Theoretische Physik studieren?

Theoretische Physik studierst Du in Deutschland meist als Vertiefung im Physikstudium an einer Universität, als eigenen Studiengang fast nur im Master. Wenn Du direkt nach dem Abitur anfangen möchtest, schreibst Du Dich deshalb in der Regel für Physik oder Mathematik ein und wählst die theoretische Richtung erst später.

StudiengangHochschuleOrtAbschluss
Mathematische PhysikUni WürzburgWürzburgBachelor of Science
Mathematical PhysicsUni HamburgHamburgMaster of Science
Mathematical PhysicsUni LeipzigLeipzigMaster of Science
Mathematical PhysicsUni TübingenTübingenMaster of Science
Mathematische PhysikUni WürzburgWürzburgMaster of Science
Mathematische und Theoretische PhysikUni BielefeldBielefeldMaster of Science
Theoretical and Mathematical PhysicsLMU München–Master of Science
Theoretische und Mathematische PhysikLMU MünchenMünchenMaster of Science

Eigene Auswertung der myStipendium-Datenbank, Stand 23.09.2026; gezählt sind Studiengänge mit dem Fach-Tag Theoretische Physik oder Mathematische Physik, deren Name auch eines dieser Stichworte trägt – Zertifikatskurse bleiben draußen.

Was Dir die Liste verrät
Uni Würzburg: Bachelor und MasterDie Uni Würzburg bietet beide Stufen der Mathematischen Physik an, den einzigen Bachelor in unserer Datenbank und den passenden Master dazu.
LMU München: zwei MasterAn der LMU München findest Du gleich zwei Master, einen auf Deutsch und einen auf Englisch.
„Theoretisch“ steht nie alleinDas Wort steht überhaupt nur in drei dieser Namen, und jedes Mal zusammen mit „mathematisch“, was schon viel über das Fach verrät.

Wenn Du einen Studienplatz suchst, schau deshalb besser eine Stufe früher im Physik-Studium. Dort zählen wir 388 Studiengänge an 95 Hochschulen, und an fast jeder dieser Hochschulen ist die theoretische Physik eine eigene Abteilung, auch wenn kein Studiengang nach ihr heißt. Verwandte Wege führen über das Mathematik-Studium, die Astrophysik, die Astronomie oder die Biophysik.

Welche Voraussetzungen brauchst Du?

Für Theoretische Physik brauchst Du fast immer zuerst einen abgeschlossenen Bachelor in einem passenden Fach, und das ist in aller Regel Physik, oft auch Mathematik. Das liegt daran, dass 7 der 8 Studiengänge Master sind. Ob eine Hochschule auch andere Abschlüsse akzeptiert, steht in ihrer Zulassungsordnung. Lies sie bitte selbst nach, statt Dich auf Faustregeln zu verlassen.

Die zwei Wege zum Studienplatz
Vom häufigsten zum seltensten Weg
1. Erst der Bachelor, dann einer der 7 Master
Bei einem Master spielt Deine Abiturnote keine Rolle mehr. Es zählt, was in Deinem Bachelor-Zeugnis steht. Manche Master verlangen zusätzlich ein Eignungsgespräch oder eine Eignungsprüfung.
2. Direkt nach dem Abitur: der eine Bachelor
Es gibt genau einen Einstieg ohne Umweg: den Bachelor Mathematische Physik an der Uni Würzburg. Er ist ohne Zulassungsbeschränkung, Du brauchst nur die allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife und schreibst Dich ein. Genau das steht in der Kachel oben: 1 von 1 Bachelor ohne NC.

Du suchst nach dem Numerus clausus in Physik oder nach den Voraussetzungen für ein Physik-Studium? Eine feste NC-Note nennen wir Dir hier grundsätzlich nicht. Ein NC ist das Ergebnis eines Bewerbungsverfahrens und damit keine feste Eintrittshürde. Er entsteht jedes Jahr neu und nur dann, wenn es mehr Bewerbungen als Plätze gibt. Deshalb sagen wir Dir nur, ob ein Studiengang zulassungsbeschränkt ist oder nicht.

Was solltest Du für den Master mitbringen?

Welcher Bachelor für den Master passt
  • Physik - in aller Regel die Voraussetzung
  • Mathematik - wird oft ebenfalls akzeptiert
  • Andere Abschlüsse - nur, wenn die Zulassungsordnung der Hochschule sie nennt
Was Du faktisch mitbringen solltest
  • Mathematik auf Leistungskursniveau - und die Bereitschaft, im Studium noch deutlich tiefer zu gehen
  • Ausdauer - eine Übungsaufgabe kann sich über Stunden ziehen
  • Englisch - vier der acht Studiengänge werden komplett auf Englisch geführt, die Fachliteratur ist es praktisch immer. Welchen Sprachnachweis sie verlangt, legt jede Hochschule selbst fest

Was ist Theoretische Physik – und was macht ein theoretischer Physiker?

In der theoretischen Physik rechnest Du, statt zu messen. Wenn Du wissen möchtest, was Theoretische Physik ist, dann stell Dir einen Zweig vor, der Naturphänomene mit Mathematik und Logik erklärt und dafür kein eigenes Experiment braucht.

Was zum Fach gehört

Was macht ein theoretischer Physiker konkret?

Ein Modell bauen
Ein Problem in Gleichungen formulieren
Ein theoretischer Physiker stellt kein Messgerät auf. Er liest Fachliteratur und baut ein Modell.
Durchrechnen
Näherungen suchen, wo sich nichts exakt lösen lässt
Den Rest erledigt ein Rechencluster. Den größten Teil des Tages verbringst Du in diesem Beruf mit Mathematik und Programmieren.
Vorhersagen
Was herauskommen müsste, wenn jemand anders misst
Ob eine Theorie taugt, entscheidet sich daran, ob sie eine überprüfbare Vorhersage macht.
Richtungen
Von der Quantenfeldtheorie bis zur Kosmologie
Dazwischen liegen etwa die Festkörpertheorie und die theoretische Astrophysik.
Sein Arbeitsplatz ist ein Schreibtisch mit Tafel und Rechner, und ein Labor gehört nicht dazu.

Viele Richtungen sind Vertiefungen und keine eigenen Studiengänge. Viele Begriffe, nach denen gesucht wird, sind solche Vertiefungen. Falls Du ein Quantenphysik-Studium, ein Kernphysik-Studium oder ein Studium der Technischen Physik suchst, findest Du unter den acht Studiengängen oben keinen mit diesem Namen. Auch dafür steigst Du über das Physikstudium ein. Wenn Du es dagegen auf die Sterne abgesehen hast, schau besser gleich ins Astrophysik-Studium oder in die Astronomie.

Theoretische Physik
  • entwickelt Modelle und Gleichungen
  • sagt voraus, was ein Experiment ergeben müsste
  • Werkzeug: Mathematik, Numerik, Simulation
  • Arbeitsplatz: Schreibtisch und Rechencluster
Experimentelle Physik
  • baut Messaufbauten und führt Versuche durch
  • prüft, ob die Vorhersage stimmt
  • Werkzeug: Geräte, Detektoren, Messtechnik
  • Arbeitsplatz: Labor oder Großforschungsanlage

Experimentelle und theoretische Physik arbeiten dabei nicht gegeneinander, denn sie sind zwei Hälften desselben Fachs. Jedes Physikstudium unterrichtet beide, und in jedem Semester laufen Vorlesungen aus Experimentalphysik und Theoretischer Physik nebeneinander her. Der Unterschied zeigt sich erst später, wenn Du entscheidest, worin Du Deine Abschlussarbeit schreibst.

Weil viele danach suchen, möchten wir Dir noch eine Abgrenzung erklären.

Nicht zu verwechseln

Theoretische Mathematik ist nicht dasselbe wie Theoretische Physik.

Theoretische Physik
benutzt Mathematik als Werkzeug, um die Natur zu beschreiben
Theoretische Mathematik
untersucht Strukturen um ihrer selbst willen

Die Grenze ist allerdings dünn, und deshalb trägt jeder einzelne der acht Studiengänge oben das Wort „mathematisch“ im Namen. Wenn Dich Physik und Mathematik gleichermaßen reizen, ist das Mathematik-Studium für Dich die zweite Tür in denselben Raum.

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Welche Inhalte hat ein Theoretische-Physik-Studium?

Zuerst hörst Du die Grundvorlesungen, danach kommt die Vertiefung. Falls Du nach Physik-Studium-Inhalten suchst, hilft Dir dieser Überblick. Die theoretische Physik ist eine feste Säule in jedem Physikstudium und wird meist als Reihe über mehrere Semester gelesen, also als Theoretische Physik I, II, III und so weiter. In den acht Studiengängen oben trägt sie dagegen das ganze Fach, und der mathematische Anteil ist deutlich höher. Diese Blöcke werden Dir dabei begegnen:

Klassische Mechanik
Der Anfang jeder Theorie-Reihe: Lagrange- und Hamilton-Formalismus. Hier lernst Du, Bewegung nicht mehr mit Kräften zu beschreiben, sondern mit Energien und Symmetrien.
Elektrodynamik
Die Maxwell-Gleichungen und die spezielle Relativitätstheorie. Felder, Wellen, Strahlung – und die Erkenntnis, dass Elektrizität, Magnetismus und Licht dasselbe sind.
Quantenmechanik
Das Herzstück. Schrödinger-Gleichung, Operatoren, Hilberträume, Spin. Ab hier verabschiedest Du Dich von der Anschauung und vertraust der Rechnung.
Statistische Physik und Thermodynamik
Wie aus dem Verhalten unzähliger Teilchen Temperatur, Druck und Phasenübergänge werden.
Mathematische Methoden
Analysis, lineare Algebra, Funktionentheorie, Differentialgleichungen, Gruppentheorie, Topologie und Funktionalanalysis. In den Mathematische-Physik-Studiengängen nimmt dieser Block deutlich mehr Raum ein als in einem normalen Physikstudium.
Computational Physics
Numerik, Simulation, Programmieren. Die wenigsten Probleme lassen sich mit Papier und Bleistift lösen – der Rest läuft auf dem Rechner.
Vertiefung nach Wahl
Quantenfeldtheorie, Festkörpertheorie, allgemeine Relativitätstheorie, Kosmologie, Teilchenphysik oder mathematische Quantenphysik. Hier entscheidest Du, wovon Deine Abschlussarbeit handelt.
Seminare und Abschlussarbeit
Eigene Vorträge, Arbeit in einer Forschungsgruppe, am Ende die Bachelor- oder Masterarbeit. Fachenglisch läuft nebenher mit, weil die gesamte Literatur englisch ist.

Stell Dich darauf ein, dass Du sehr viel Mathematik brauchst. Physik und Mathematik verschmelzen in diesem Fach zu einem einzigen Thema, und ohne sicheren Umgang mit Integralen, Matrizen und Differentialgleichungen kommst Du schon in der zweiten Vorlesungswoche nicht mehr mit. Praktika gibt es trotzdem, denn die Experimentalphysik gehört im Bachelor dazu, auch wenn Du später nie wieder ein Messgerät anfasst. Welche Module Deine Wunschhochschule genau vorschreibt, steht in ihrem Modulhandbuch, und das findest Du bei jeder der sechs Universitäten online.

Wie läuft das Studium der Theoretischen Physik ab?

Der Weg in die theoretische Physik hat vier Stufen, und die erste heißt bei den allermeisten schlicht Physik. Das ist für Dich auch kein Umweg, denn so gehen fast alle vor. Das Physikstudium ist breit angelegt und die Spezialisierung kommt erst am Ende, was ein Vorteil ist, wenn Du nach dem Abitur noch nicht weißt, ob Du lieber rechnest oder misst.

1. Bachelor Physik – oder Mathematische Physik
Der normale Weg. Du schreibst Dich für Physik ein und hörst von Anfang an Experimentalphysik, Theoretische Physik und Mathematik nebeneinander. Am Ende steht die Bachelorarbeit – und mit ihr die erste echte Entscheidung für oder gegen die Theorie. Die Alternative ist der Bachelor Mathematische Physik in Würzburg, der von Beginn an stärker auf die Mathematik setzt.
2. Schwerpunkt wählen
Spätestens im dritten oder vierten Semester entscheidest Du über Wahlmodule und die Arbeitsgruppe, in der Du Deine Abschlussarbeit schreibst. Hier fällt die Vorentscheidung: theoretische Festkörperphysik, Teilchenphysik, theoretische Astrophysik oder mathematische Physik.
3. Master
Jetzt wird die Theorie zum Hauptfach. Entweder Du hängst einen Physik-Master mit Schwerpunkt Theorie an Deiner Hochschule an – das ist der häufigste Fall – oder Du wechselst in einen der 7 Master aus der Tabelle oben. Der größte Teil des Studiums besteht aus Vorlesungen, Übungsgruppen, Seminaren und der Masterarbeit in einer Forschungsgruppe.
4. Danach: Promotion oder Wirtschaft
Wer in der Forschung bleiben will, promoviert – an einer Universität, einem Max-Planck-Institut oder einer Großforschungseinrichtung. Wer das nicht will, geht mit dem Master in die Wirtschaft. Beide Türen stehen offen, und keine der beiden ist die schlechtere.

Wie lange ein Physik-Studium dauert, legt jede Hochschule in ihrer Prüfungsordnung selbst fest. Eine Semesterzahl nennen wir Dir hier bewusst nicht, weil sie sich zwischen Bachelor und Master und zwischen den Standorten unterscheidet. Die verbindliche Angabe findest Du nur auf der Seite Deines Studiengangs. Ein Fernstudium oder ein duales Studium gibt es in diesem Fach nirgends, denn alle acht Studiengänge sind Präsenzstudiengänge.

Was kannst Du mit Theoretischer Physik werden?

Was machen Physiker nach dem Abschluss? Oft etwas anderes, als im Diplom steht, weil der Abschluss weniger für einen bestimmten Beruf qualifiziert als für eine Arbeitsweise. Du lernst, ein unklares Problem in ein Modell zu übersetzen, es zu rechnen und das Ergebnis erklären zu können. Dafür werden theoretische Physiker eingestellt, und zwar in vier Feldern.

Forschung an Hochschule und InstitutDer Weg, für den das Fach gemacht ist: Universität, Max-Planck-Institut, Helmholtz-Zentrum, DESY, CERN. Dieser Weg beginnt mit einer Promotion, und die Stellen danach sind oft zunächst befristet. Wer ihn geht, sollte das vorher wissen und einplanen.
Datenanalyse und SoftwareDas größte Auffangbecken. Wer Modelle bauen, große Datenmengen auswerten und programmieren kann, wird in fast jeder Branche gebraucht – von der Industrieforschung über die Medizintechnik bis zur Künstlichen Intelligenz.
Finanzwirtschaft und VersicherungenBanken, Versicherungen und Finanzdienstleister stellen Physikerinnen und Physiker gezielt für Risikomodelle und Bewertungsverfahren ein. Die Mathematik dahinter ist derselben Art wie in der statistischen Physik.
Beratung, Patentwesen, öffentlicher DienstUnternehmensberatungen suchen Leute, die sich schnell in fremde Probleme einarbeiten. Im Patentwesen brauchst Du jemanden, der die Technik wirklich versteht. Dazu kommen Behörden, Fachhochschulen und der Wissenschaftsjournalismus.

Falls Du Jobs in der theoretischen Physik suchst, gib deshalb besser die Tätigkeit ein als den Fachnamen. Stellenanzeigen tragen selten den Titel „theoretischer Physiker“, häufiger heißen sie Data Scientist, Simulationsingenieur, Quantitative Analyst oder wissenschaftlicher Mitarbeiter. Wie viele Absolventinnen und Absolventen in der Forschung bleiben und wie viele in die Wirtschaft gehen, können wir Dir leider nicht sagen. Belastbare Zahlen dafür liegen uns nicht vor, und erfinden möchten wir keine.

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Was verdienst Du mit Theoretischer Physik?

Als Physikerin oder Physiker verdienst Du im Durchschnitt 6.437 € brutto im Monat. In der Forschung wirst Du nach Tarif bezahlt, in der Wirtschaft verhandelst Du frei.

6.437 €
Durchschnittsgehalt
brutto im Monat

Wie viel davon netto bleibt, womit Physiker nach dem Studium einsteigen und was Berufserfahrung bringt, zeigen wir Dir beim Physiker-Gehalt.

Durchschnittsgehalt: Statistisches Bundesamt, wie in unserem Gehaltsartikel.

Theoretische Physik und KI: Wie zukunftssicher ist das Fach?

Kurze Antwort: Gut, soweit Du rechnest, modellierst und forschst, denn die Theorie gilt als nicht ersetzbar, anders als Programmieren und Datenaufbereitung, die in vielen Jobs dazukommen. Wir haben dazu im Job-Futuromat des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) nachgesehen. Dort steht für jeden Beruf, welcher Anteil seiner Kerntätigkeiten nach heutigem Stand der Technik ersetzbar wäre. Beim Physiker sind es 6 von 15.

Wie viel Software in diesen Berufen schon übernehmen könnte
Jedes Kästchen steht für eine Kerntätigkeit des Berufs. Orange heißt: Das könnte Software nach heutigem Stand erledigen. Wie viele Stellen wegfallen, sagt das nicht.
Physiker
6 von 15
Kerntätigkeiten automatisierbar
Labor, Messverfahren und Programmieren
Data Scientist
10 von 22
Kerntätigkeiten automatisierbar
2016 lag der Wert bei 22 %
Risk-Manager
2 von 5
Kerntätigkeiten automatisierbar
Controlling, nicht das Risikomanagement
Quelle: IAB Job-Futuromat, Berufe „Physiker/in“, „Data Scientist“ und „Risk-Manager/in“; Stand der Technik 2022, abgerufen am 24.09.2026.

Das gilt in den drei Berufen als ersetzbar. Beim Physiker lag der Wert im Jahr 2019 noch bei 22 Prozent. Beim Data Scientist ist er seit 2016 von 22 auf 45 Prozent gestiegen. Die Datenanalyse haben wir oben bei den Berufen als das größte Auffangbecken beschrieben, und in der Finanzwirtschaft haben wir beim Risk-Manager nachgesehen.

BerufGilt als ersetzbarBleibt beim Menschen
PhysikerLaborarbeit, Lasertechnik, physikalische Mess- und Prüfverfahren, Programmieren, Patent- und Markenrecht, technischer VertriebTheoretische Physik, Forschung, Versuchsplanung, Entwicklung und Nanotechnologie, insgesamt 9 Kerntätigkeiten
Data Scientistvor allem Datenaufbereitung, Programmieren und DatenbankmanagementDatenanalyse, Statistik, Mathematik und Software-Engineering
Risk-ManagerControlling und Risikocontrollingdas Risikomanagement selbst und die Wirtschaftsmathematik

So kannst Du die Zahlen einordnen. Wenn Du vor allem rechnest und modellierst, stehst Du eher gut da, weil die Theorie ausdrücklich zu den nicht ersetzbaren Teilen zählt. Beim Physiker und beim Data Scientist zeigt sich dasselbe Muster, denn Programmieren und das Aufbereiten von Daten gelten als ersetzbar, Theorie, Mathematik und Statistik dagegen nicht.

Das IAB misst technische Möglichkeiten und schreibt dazu, dass ein hoher Wert noch keinen Beruf beendet und ein niedriger keinen Stillstand garantiert. Und das Übersetzen eines unklaren Problems in ein Modell ist, wie wir oben beschrieben haben, der Grund, warum theoretische Physiker eingestellt werden.

Theoretische Physik in Zahlen

42.999
Studierende
im ganzen Fach Physik, Wintersemester 2025/26
29,4 %
davon Frauen
in Physik
5,6 %
arbeitslos
Beruf Physik, 2025
Wie international ist das Fach?
So verteilen sich die 42.999 Studierenden in Physik:
77 %23 %
33.096
aus Deutschland
9.903
aus dem Ausland
Und wie viele fangen neu an?10.493 studieren im Wintersemester 2025/26 im ersten Fachsemester.
Was verdienst Du damit?
Brutto im Monat, Vollzeit, Berufsgruppe „Physik“ (15.321 Beschäftigte). Der Strich zeigt die Mitte: die eine Hälfte verdient mehr, die andere weniger.
Mitte 6.800 €
5.635 €untere 25 % daruntermehrobere 25 % ohne Angabe
Anders gesagt: ein Viertel verdient weniger als 5.635 €, die Mitte liegt bei 6.800 €. Wie viel das obere Viertel verdient, weist die Bundesagentur nicht aus: es liegt über der Grenze, bis zu der Gehälter an die Sozialversicherung gemeldet werden. Mit einer Berufsausbildung statt Studium liegt die Mitte in derselben Berufsgruppe bei 4.420 €.
Quelle: Statistisches Bundesamt, Studierende im Wintersemester 2025/26 · Bundesagentur für Arbeit, berufsspezifische Arbeitslosenquoten 2025 · Bundesagentur für Arbeit, Entgeltatlas, Stand 2025
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Häufige Fragen zum Studium der Theoretischen Physik

Kann man Theoretische Physik studieren?
Ja, allerdings fast immer als Vertiefungsrichtung im Physikstudium und nicht als eigenes Fach. Nur 8 Studiengänge an 6 Hochschulen tragen den Namen, und 7 davon sind Master. Üblicherweise studierst Du deshalb zuerst einen Bachelor in Physik und spezialisierst Dich danach auf die Theorie.
Was ist ein theoretischer Physiker?
Ein theoretischer Physiker erklärt Naturphänomene mit Mathematik und Logik, statt sie zu messen. Er entwickelt Modelle und Gleichungen und sagt voraus, was ein Experiment ergeben müsste. Das Überprüfen übernimmt die Experimentalphysik, und so arbeiten beide Seiten einander zu.
Wie viel verdient ein theoretischer Physiker?
Als Physikerin oder Physiker verdienst Du im Durchschnitt 6.437 € brutto im Monat, so steht es beim Statistischen Bundesamt. Eine eigene Statistik nur für theoretische Physik gibt es nicht, deshalb gelten die Zahlen für das gesamte Fach.
Wo kann ich Theoretische Physik studieren?
Wir haben an 6 Hochschulen einen der 8 Studiengänge mit diesem Namen gefunden, und alle stehen in der Liste oben im Abschnitt 'Wo kann ich Theoretische Physik studieren?'. Deutlich mehr Auswahl hast Du, wenn Du Physik studierst und die Theorie dort vertiefst.
Kann ich Theoretische Physik an der Universität Bremen studieren?
Bremen haben wir in unserer Liste nicht gefunden, denn die 8 Studiengänge, die den Namen tragen, liegen in Bielefeld, Hamburg, Leipzig, München, Tübingen und Würzburg. Das heißt aber nicht, dass dort niemand theoretische Physik betreibt. An vielen Universitäten ist sie ein Lehrstuhl und eine Vertiefungsrichtung, auch wenn es keinen eigenen Studiengang dafür gibt. Welche Hochschulen ein Physikstudium anbieten, siehst Du in unserem Artikel zum Physik-Studium.
Welchen NC brauche ich für ein Physik-Studium?
Eine NC-Note nennen wir Dir nicht, weil ein NC keine feste Hürde ist und jedes Jahr neu aus dem Verhältnis von Bewerbungen und Plätzen entsteht. Wir sagen Dir nur, ob ein Studiengang zulassungsbeschränkt ist. Der einzige Bachelor hier, Mathematische Physik an der Uni Würzburg, ist zulassungsfrei. Auch im Physik-Studium kommst Du meist ohne Zulassungsbeschränkung hinein, denn das gilt für 147 von 180 Bachelor-Studiengängen.
Was ist der Unterschied zwischen theoretischer Physik und theoretischer Mathematik?
Die Mathematik untersucht Strukturen um ihrer selbst willen. Die Physik benutzt dieselben Strukturen, um die Natur zu beschreiben, und misst ihre Theorien am Experiment. In der mathematischen Physik fließt beides zusammen, und deshalb steht das Wort „mathematisch“ auch im Namen aller 8 Studiengänge.
Gibt es Theoretische Physik als Fernstudium oder duales Studium?
Nein, das geht leider nicht. Keinen der 8 Studiengänge kannst Du aus der Ferne oder im Wechsel mit einem Betrieb studieren. Es sind ausschließlich Präsenzstudiengänge an Universitäten.
Muss ich für das Studium gut Englisch können?
Ja, das solltest Du. Von den 8 Studiengängen werden 4 komplett auf Englisch geführt, und die Fachliteratur ist praktisch durchgehend englisch. Welchen Sprachnachweis Du brauchst, legt jede Hochschule in ihrer Zulassungsordnung selbst fest.
Muss ich nach dem Master promovieren?
Nein, eine Pflicht ist das nicht. Für eine Laufbahn in der Forschung an Universitäten und Instituten ist die Promotion aber der übliche nächste Schritt. Wenn Du in die Datenanalyse, die Software-Entwicklung, die Finanzwirtschaft oder die Beratung gehst, steigst Du in der Regel direkt mit dem Master ein.

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Weiter zum Studium der Theoretischen Physik

Daten in diesem ArtikelEigene Auswertung der myStipendium-Datenbank zu Studiengängen, Hochschulen, Abschlüssen, Studienorten und Zulassung, Stand 23.09.2026.
Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, Berufsgruppe 414 Physik, Deutschland, alle Altersgruppen, beide Geschlechter, alle Branchen, Stand 2025.
Für Regelstudienzeit, Modulplan, Sprachnachweis, Bewerbungsfristen, Semesterbeitrag und Zulassung: die Studien- und Prüfungsordnungen der Uni Bielefeld, der Uni Hamburg, der Uni Leipzig, der LMU München, der Uni Tübingen und der Uni Würzburg.

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