Einstiegsgehalt 
2.617
Durchschnittsgehalt 
3.533
Ausbildung 
Ausbildung
36
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Notfallsanitäter
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Was ist ein Notfallsanitäter?

Der Notfallsanitäter beziehungsweise die Notfallsanitäterin ist für die rasche und sachgerechte Hilfe bei medizinischen Notfällen aller Art zuständig. Dazu gehören Verletzungen, Erkrankungen und Vergiftungen. Notfallsanitäter sind rund um die Uhr im Einsatz.

Der Notfallsanitäter (in Deutschland übrigens meistens als NotSan abgekürzt) ist die höchste nichtärztliche Qualifikation im zivilen Rettungsdienst. Das Berufsbild wurde 2014 neu eingeführt und ersetzte den Beruf des Rettungsassistenten.

Was macht ein Notfallsanitäter?

Fahrt zum Einsatzort

Wenn Du als Notfallsanitäter von der Rettungsleitstelle einen Auftrag erhalten hast, fährst Du mit Deinen Kollegen im Rettungswagen so schnell wie möglich zum Einsatzort. Wenn es sich um akute Notfallsituationen oder Unfälle handelt, kommen Blaulicht und Martinshorn zum Einsatz, damit der Rettungswagen besser von den anderen Verkehrsteilnehmern wahrgenommen wird.

Medizinische Erstversorgung

Am Einsatzort leistest Du medizinische Erstversorgung. Dazu gehören Erste Hilfe und eine Einschätzung zum Gesundheitszustand des Patienten. Du stillst Blutungen, beatmest Patienten, führst Wiederbelebungsmaßnahmen durch oder verabreichst Medikamente. Wenn es sich um eine akute Notfallsituation handelt oder sogar Lebensgefahr besteht, rufst Du einen Notarzt oder spezielle Einsatzkräfte hinzu. Wenn ein Notarzt eintrifft, assistierst Du bei chirurgischen Noteingriffen und Injektionen.

Beurteilung vom Gesundheitszustand

Es ist für die optimale Erstversorgung enorm wichtig zu wissen, was dem Patienten fehlt. Daher erkundigst Du Dich nach seinem Gesundheitszustand und seinen gesundheitlichen Problemen. Auch die Befragung bei anwesenden Personen ist enorm wichtig. Was ist vorgefallen? Über welche Schmerzen klagt der Patient? Gibt es Vorerkrankungen? Anhand dieser Informationen kannst Du Dir ein Bild für die Gesamtlage machen und den Gesundheitszustand des Patienten beurteilen.

Vorbereitung für den Transport

Wenn der Patient weitergehende Untersuchungen oder medizinische Eingriffe benötigt oder sich sogar in Lebensgefahr befindet, ist es Deine Aufgabe, ihn oder sie für einen Transport zu stabilisieren und so schnell wie möglich ins Krankenhaus zu bringen. Dabei kommt eine Trage zum Einsatz, um den Patienten in den Rettungswagen zu befördern und ihn sicher für den Transport zu platzieren. Während der Fahrt beobachtest Du als Notfallsanitäter die Lebenszeichen des Patienten, also Kreislauf und Atmung, zeichnest diese elektronisch auf und übermittelst die Daten an das Krankenhaus. So weiß man dort im jederzeit über die Situation des Patienten Bescheid und kann beispielsweise im Fall einer Notfall-OP den Operationssaal bereits entsprechend vorbereiten.

Reinigung des Rettungswagens

Nach dem Einsatz säuberst Du den Rettungswagen und die Geräte mit Desinfektionsmitteln und Dampfreinigern. Hygiene und Sauberkeit sind in diesem Job enorm wichtig. Danach kann der nächste Einsatz kommen. Allerdings bist Du als Notfallsanitäter nicht nur im Außeneinsatz, sondern übernimmst auch Telefondienst in der Rettungsleitstelle. Dort empfängst Du Notrufe, informierst die Besatzungen der Rettungswagen und delegierst diese an den Notfallort.

Wie wird man Notfallsanitäter?

Voraussetzungen

Du benötigst für die Notfallsanitäter-Ausbildung einen mittleren Schulabschluss. Alternativ reicht auch ein Hauptschulabschluss plus eine abgeschlossene zweijährige Berufsausbildung für eine Ausbildung zum Notfallsanitäter. Darüber hinaus benötigst du für die Zulassung zu einer Notfallsanitäter-Ausbildung in der Regel ein ärztliches Attest, dass Dir eine gute physische Verfassung bescheinigt. Zudem gibt es teilweise je nach Ausbildungsort individuelle Voraussetzungen für die Zulassung. Bei den Johannitern ist es beispielsweise wichtig, dass keine Zweifel an Deiner Zuverlässigkeit bestehen. Gute Noten sind für eine Ausbildung als Notfallsanitäter kein Muss. Sie können Dir aber bei Deiner Bewerbung helfen und Dir einen Vorsprung verschaffen. Kenntnisse in Chemie benötigst Du für das Verständnis der Wirkungsweise von Medikamenten, Kenntnisse in Biologie hingegen für das Verständnis der biologischen Vorgänge im Körper. Gute Kenntnisse in Deutsch sind zudem wichtig für die Anfertigung von Protokollen und Einsatzberichten sowie für die Erklärung von Maßnahmen gegenüber dem Patienten und Angehörigen.

Ausbildung

2014 wurde mit dem Erlass des Notfallsanitätergesetzes der Beruf des Rettungsassistenten durch den Notfallsanitäter abgelöst. Ziel war eine Reform der Ausbildung und eine bessere Qualifikation der Sanitäter. Im Rahmen dieser Reform wurde die Ausbildungszeit verlängert. Statt zwei Jahre dauert die Notfallsanitäter-Ausbildung drei Jahre.

Die Ausbildung zum Notfallsanitäter findet dual statt. Das bedeutet, dass Du Deine Notfallsanitäter-Ausbildung in einer Berufsfachschule absolviert. Dort erlernst Du das theoretische Hintergrundwissen. Während der Ausbildung als Notfallsanitäter verbringst Du in der Regel etwas mehr als die Hälfte der Zeit an Lehrrettungswachen und Krankenhäusern. Dort lernst Du die praktische Seite des Berufs kennen. Von der Zeit, die Du in Deine Notfallsanitäter-Ausbildung investierst, entfallen rund 1.920 Stunden auf die Berufsfachschule, 1.960 Stunden auf die Rettungswache und 720 Stunden auf das Krankenhaus.

An der Berufsfachschule stehen während der Notfallsanitäter-Ausbildung vor allem Unterrichtsinhalte aus Biologie und Chemie auf dem Stundenplan. Hier lernst Du das medizinische Wissen, dass Du später in Deinem Beruf benötigst. Dieses wendest Du an Übungsprothesen an, um keine echten Menschen zu gefährden. Solche Simulationen und Gruppenarbeiten sind ein wesentlicher Bestandteil der Ausbildung zum Notfallsanitäter.

1. Jahr

Im ersten Ausbildungsjahr Deiner Notfallsanitäter-Ausbildung lernst Du die Beurteilung von Notfallsituationen und die richtige Reaktion darauf. Wie geht es dem Patienten? Besteht Lebensgefahr? Wie kann sein Zustand verbessert werden? Welche medizinischen Maßnahmen müssen getroffen werden, um ihn oder sie zu stabilisieren und transportfähig zu machen? Darüber hinaus lernst Du während der Ausbildung als Notfallsanitäter, was Du bei der Vorbereitung sowie der Nachbereitung eines Einsatzes beachten musst. Dazu gehört unter anderem, dass geprüft werden muss, ob alle Medikamente im Rettungswagen ausreichend vorhanden sind und in welchem Zustand sich die medizinischen Geräte befinden.

2. Jahr

Im zweiten Jahr Deiner Notfallsanitäter-Ausbildung lernst Du wie Du anhand des sogenannten ABCDE-Schemas den Zustand eines Patienten analysierst. Zudem wird Dir beigebracht wie Du einem Notarzt richtig assistierst. Dabei erfährst Du welche Maßnahmen sowie Anweisungen es gibt und wie diese korrekt ausgeführt werden. Zudem lernst Du im zweiten Jahr Deiner Ausbildung zum Notfallsanitäter die richtige Kommunikation in Notfallsituationen. Du lernst, wie Du richtig mit Patienten oder Angehörigen sprichst, um die notwendigen Informationen zu erhalten. Zugleich übst Du in Teamarbeit wie Du Patienten und Angehörige beruhigst und sie über die einzuleitenden medizinischen Maßnahmen informierst.

3. Jahr

Im dritten Jahr Deiner Notfallsanitäter-Ausbildung lernst Du wie Du Dich auf Ausnahmesituationen vorbereitest und richtig verhältst. Dazu können beispielsweise ein Flugzeugunglück oder ein Terroranschlag gehören. In solchen Katastrophenfällen ist eine optimale Koordination zwischen den Behörden und Einsatzkräften entscheidend. Dazu lernst Du wie Du selbständig arbeitest und Dich in komplexen Einsatzlagen mit anderen Rettungskräften absprichst und koordinierst.

Neben der Theorie und den Übungen an der Berufsfachschule sowie an der Lehrrettungswache machst Du im Krankenhaus Erfahrungen mit realen Notfällen. Du fährst auch bei Noteinsätzen im Rettungswagen mit und schaust Deinen erfahrenen Kollegen während ihrer Arbeit über die Schulter. Zudem unterstützt Du sie, indem Du beispielsweise die Einsatzprotokolle erstellst. Mit etwas Erfahrung darfst Du den Kollegen sogar schon assistieren.

Ausbildungsplätze

Wo arbeitet ein Notfallsanitäter?

Notfallsanitäter arbeiten vor allem bei Rettungs- und Krankentransportdiensten. Zudem arbeiten sie bei kommunalen Rettungswachen, städtischen Feuerwehren, bei Katastrophenhilfswerken oder auch bei Blutspendediensten. Hier siehst Du noch einmal mögliche Arbeitsorte in der Übersicht:

  • Rettungsdienst
  • Krankentransportdienst
  • Kommunale Rettungswache
  • Städtische Feuerwehr
  • Blutspendedienst
  • Katastrophenhilfswerk
  • Private Wach- und Sicherheitsdienste
  • Industrieunternehmen
  • Bundeswehr

Wie sieht der Arbeitsalltag aus?

Als Notfallsanitäter ist es immer ungewiss, was der Tag bringt. Das gilt insbesondere für Notfallsanitäter eines Rettungswagens. Anbei siehst Du einige Beispiele dazu wie der Arbeitsalltag aussehen kann:

Wie sieht der Arbeitsplatz aus?

Als Notfallsanitäter eines Rettungs- oder Krankentransportdienstes bist Du natürlich oft in einem Krankenwagen unterwegs - entweder vorne als Fahrer oder hinten während der medizinischen Betreuung des Patienten. Deine Einsätze führen Dich an alle möglichen Orte: beispielsweise private Wohnungen und Häuser, öffentliche Plätze sowie Großveranstaltungen. Wenn Du hingegen in der Rettungsleitstelle tätig bist, bist Du von Telefonen und Monitoren umringt.

Was verdient ein Notfallsanitäter?

Ausbildung

Während der Notfallsanitäter-Ausbildung erhältst Du im ersten Lehrjahr rund 1.040 Euro brutto im Monat. Dieser Verdienst steigert sich im zweiten Lehrjahr auf zirka 1.100 Euro und im dritten Lehrjahr auf rund 1.200 Euro brutto im Monat.

Beruf

Nach der Ausbildung zum Notfallsanitäter bekommst Du ein Gehalt zwischen 2.600 bis 2.800 Euro brutto im Monat. Dazu kommen noch Zuschläge für Nacht- und Wochenenddienste. Mit Berufserfahrung steigt Dein monatlicher Bruttoverdienst auf rund 3.200 Euro im Monat.

Wo finde ich einen Job als Notfallsanitäter?

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Wie sind die Berufsaussichten für Notfallsanitäter?

Aktuell gibt es im Beruf Notfallsanitäter ein Nachwuchsproblem. Laut Lorenz Menz, Präsident des DRK-Landesverbands Baden-Württemberg, liegt das hauptsächlich am Fehlen geeigneter Lehrkräfte. Da es den Beruf Notfallsanitäter erst seit 2014 gibt, herrscht ein Mangel an ausgebildeten Notfallsanitätern mit pädagogischen Qualifikationen.

Darüber hinaus gibt es noch zahlreiche Rettungsassistenten im Rettungsdienst. Diese müssen sich zwar bis 2021 zum Notfallsanitäter weiterbilden. Bis dahin ist die Konkurrenzsituation aber noch nicht allzu hoch. Ein weiterer Aspekt ist die alternde Gesellschaft, so dass ein erhöhter Bedarf an Notfallsanitätern besteht. Insgesamt sind die Berufsaussichten als gut einzustufen.

Allerdings ist die physische und psychische Belastung sehr hoch. Eine Untersuchung der AOK hat ergeben, dass Rettungskräfte über 60 Jahre öfter und länger krank sind als Gleichaltrige anderer Berufsgruppen. Viele werden frühverrentet oder machen eine Umschulung.

Welche Spezialisierungen gibt es?

Als Notfallsanitäter gibt es zahlreiche Spezialisierungsmöglichkeiten: So kannst Du etwa im Lehrrettungsdienst eine mehrwöchige Weiterbildung absolvieren, um Praxisanleiter zu werden. Als Praxisanleiter übernimmst Du die praktische Ausbildung von Auszubildenden an Lehrrettungswachen. Zudem gibt es die Möglichkeit einer mehrwöchigen Weiterbildung, um als Lehrkraft an einer Berufsfachschule unterrichten zu können. Hierfür benötigst Du allerdings ein medizinisch-pädagogisches Studium. Dafür hinaus könnest Du eine Karriere im wirtschaftlichen Bereich des Gesundheitswesens anstreben. Wenn Du eine Weiterbildung zum Betriebswirt für Management im Gesundheitswesen (Dauer in Vollzeit: zwei Jahre) machst, arbeitest Du in Kliniken oder bei ambulanten sozialen Diensten in der Schnittstelle zwischen Geschäftsführung und medizinischer Abteilung. Hier noch einmal einige Beispiele im Überblick:

  • Weiterbildung zum Praxisanleiter
  • Weiterbildung zur Lehrkraft
  • Weiterbildung zum Betriebswirt für Management und Gesundheitswesen

Passt der Beruf Notfallsanitäter zu mir?

Wenn Du eine Ausbildung als Notfallsanitäter ins Auge fasst, dann solltest Du am besten diese Voraussetzungen erfüllen:

Flexibilität
Du arbeitest nachts und am Wochenende. Teilweise kannst Du auch nach einer 12-Stunden-Schicht nicht einfach „Tschüss“ sagen, weil es einfach zu viele Einsätze gibt. Du solltest daher zeitlich flexibel sein.
Entscheidungsfähigkeit
Als Notfallsanitäter musst Du oftmals innerhalb kürzester Zeit eine Entscheidung treffen und mit ihren Konsequenzen leben können. Entscheidungsfähigkeit ist daher gefragt.
Kontaktfähigkeit
In diesem Beruf hast Du ständig mit Menschen zu tun. Du musst auf Patienten und Angehörige beruhigend einreden und dich in ihre Situation hineinfühlen. Zudem gibt es seit einiger Zeit häufiger Fälle, in denen Notfallsanitäter aggressiv angegangen werden. Hier gilt es Ruhe zu bewahren und bei Konflikten beschwichtigend einzuwirken.
Feinmotorisches Geschick
Gewisse Tätigkeiten wie das Legen von venösen Zugängen erfordern von einem Notfallsanitäter feinmotorisches Geschick.
Psychische Stabilität
Du wirst mit Leid und Not, Verletzungen und Tod konfrontiert. Zudem wirst Du auf Situationen treffen, an denen Du nichts nachhaltig ändern kannst. Dazu gehören etwa vereinsamte alte Menschen oder misshandelte Kinder. All das erfordert ein hohes Maß an psychischer Stabilität.
Körperliche Fitness
Du bist viel unterwegs und hast trägst dabei in einem speziellen rund 15 Kilo schweren Rucksack Deine medizinische Ausrüstung. Das erfordert körperliche Fitness. Nicht selten kommt es zudem bei Notfällen auf Schnelligkeit an.