Rettungsassistent: Ausbildung & Beruf

2 Jahre dauerte die Ausbildungseit 2015 kein neuer Ausbildungsstart3 Jahre Ausbildung zum Notfallsanitäter heute4.175 € mittleres Gehalt
2Freie Jobs als Rettungsassistent in unserer Jobbörse
AnzeigeVerdiene Geld mit Deiner MeinungYouGov*Kostenlos · kurze Umfragen, nur mit E-Mail
  • Bezahlte Online-Umfragen: Du bestimmst selbst, wann Du mitmachst
  • Für die Anmeldung brauchst Du nur Deine E-Mail-Adresse
  • Neben Schule, Ausbildung oder Job möglich

Jetzt anmelden ›Kostenlos und unverbindlich

Inhalt11 Abschnitte
  1. Wie wird man Rettungsassistent?
  2. Wie lief die Ausbildung ab?
  3. Wie wird ein Rettungsassistent Notfallsanitäter?
  4. Darfst Du noch auf dem Rettungswagen arbeiten?
  5. Unterschied zu Rettungssanitäter und Notfallsanitäter
  6. Was macht ein Rettungsassistent?
  7. Was verdient ein Rettungsassistent?
  8. Wie sind die Berufsaussichten?
  9. Wie kannst Du Dich weiterbilden?
  10. Passt der Beruf zu Dir?
  11. Weiter zu Berufen im Rettungsdienst

Rettungsassistenten und Rettungsassistentinnen leisten im Rettungsdienst Erste Hilfe, bis der Notarzt da ist, assistieren ihm und bringen Patienten sicher in die Klinik. Seit 2015 wird der Beruf nicht mehr ausgebildet, Nachfolger ist der Notfallsanitäter.

Wie wird man Rettungsassistent?

Neu Rettungsassistent werden kannst Du nicht mehr: Das Gesetz für diese Ausbildung ist seit 2015 außer Kraft. Dieselbe Arbeit machst Du heute als Notfallsanitäter, nach einer bezahlten Ausbildung von 3 Jahren. Wer die Ausbildung bis Ende 2014 begonnen hatte, durfte sie noch abschließen. Neu anfangen kann seitdem niemand mehr, in keinem Bundesland. Das sind heute Deine Wege in den Rettungsdienst:

Der Nachfolger: Notfallsanitäter

Der Notfallsanitäter hat 2014 den Rettungsassistenten abgelöst. Die Ausbildung dauert ein Jahr länger, wird bezahlt und verbindet Schule und Praxis enger. Alles zum Weg steht im Artikel Notfallsanitäter.

Notfallsanitäter kurz beantwortet
Wie lange?3 Jahre in Vollzeit, in Teilzeit höchstens 5Mindestens 4.600 Stunden an der Schule, auf der Lehrrettungswache und im Krankenhaus.
Welcher Abschluss?mittlerer Schulabschluss oder Hauptschule plus 2-jährige AusbildungDazu kommt die gesundheitliche Eignung.
Bekomme ich Geld?Ja, die Vergütung ist Pflicht.Im öffentlichen Dienst sind es 1.491 € brutto im ersten Jahr. Schulgeld ist verboten.

Der schnelle Einstieg: Rettungssanitäter

Willst Du schnell im Rettungsdienst mitfahren, ist der Rettungssanitäter der kürzeste Weg. Er ist kein Ausbildungsberuf, sondern ein Lehrgang, den jedes Land selbst regelt. Mehr dazu im Artikel Rettungssanitäter.

Rettungssanitäter kurz beantwortet
Wie lange?520 Stunden, in Vollzeit rund 3 MonateUnterricht, Klinik und Rettungswache.
Welcher Abschluss?HauptschulabschlussViele Schulen verlangen zusätzlich 18 Jahre.
Was kostet es?Den Lehrgang zahlst Du meist selbst.Manchmal übernimmt das ein Arbeitgeber oder die Stelle Deines Freiwilligendienstes.

Du bist schon Rettungsassistent?

Deine Erlaubnis verliert ihre Gültigkeit nicht. Was sich geändert hat, ist der Weg zum Notfallsanitäter und die Frage, wo Du den Patienten im Rettungswagen noch betreuen darfst.

Für Rettungsassistenten kurz beantwortet
Darf ich den Titel behalten?Ja, auf Dauer.Das Notfallsanitätergesetz erlaubt Dir ausdrücklich, Dich weiter Rettungsassistent zu nennen.
Gibt es die Ergänzungsprüfung noch?Nein, sie lief Ende 2023 aus.Heute bleibt die normale Ausbildung zum Notfallsanitäter, verkürzt auf Antrag. Mehr dazu weiter unten.
Darf ich noch im Rettungswagen betreuen?Je nach LandNRW und Niedersachsen setzen ab 2027 einen Notfallsanitäter voraus, Sachsen-Anhalt erst ab 2032.
Kurz beantwortet
Gibt es die Ausbildung noch in Bayern, NRW oder Berlin?Nein, nirgends.Das Gesetz galt bundesweit. Wer heute eine Ausbildung im Rettungsdienst sucht, findet den Notfallsanitäter.
Geht eine Umschulung zum Rettungsassistenten?Nein, nur zum Notfallsanitäter.Auch als Umschüler startest Du die 3-jährige Ausbildung. Ein Höchstalter nennt das Gesetz nicht.
Wie heißt Rettungsassistent auf Englisch?Paramedic oder Ambulance technicianSo übersetzt die Bundesagentur für Arbeit den Beruf. In der Schweiz entspricht ihm der Rettungssanitäter.
Stellenangebote für Rettungsassistenten
Aktuelle Anzeigen aus unserer Jobbörse, oft für Notfallsanitäter oder Rettungsassistenten
YouGov
Verdiene Geld mit Deiner Meinung
YouGov* · kostenlos

Mit kurzen Umfragen verdienst Du nebenbei etwas dazu. Kostenlos, nur mit Deiner E-Mail-Adresse.

Jetzt anmelden

Wie lief die Ausbildung zum Rettungsassistenten ab?

Die Ausbildung dauerte 2 Jahre: ein Jahr Lehrgang an einer Rettungsdienstschule mit staatlicher Prüfung, danach ein Jahr Praktikum auf einer Lehrrettungswache. Mehr zur Ausbildung und zu freien Plätzen im Rettungsdienst steht im Artikel Rettungsassistent-Ausbildung.

Woraus die 2.800 Stunden bestanden
nach Rettungsassistentengesetz und Ausbildungsverordnung
LehrrettungswachePraktikumsjahr nach der Prüfung, für die staatliche Anerkennung1.600 Std.
SchuleMedizin, Notfallmedizin, Einsatztaktik, Recht780 Std.
KrankenhausAnästhesie und OP, Intensivstation, Notaufnahme, Pflegestation420 Std.

Quellen: Rettungsassistentengesetz §§ 4 und 7; BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit (Archiv, Datenstand 06.12.2014)

Ausbildung damals kurz beantwortet
Welche Voraussetzungen galten?18 Jahre und der HauptschulabschlussStatt des Hauptschulabschlusses reichte auch eine abgeschlossene Berufsausbildung. Dazu kam die gesundheitliche Eignung.
Gab es Geld?Erst im PraktikumsjahrDer Schulteil war unbezahlt, private Schulen verlangten meist Gebühren. Im Praktikumsjahr zahlte der öffentliche Dienst 2014 rund 1.359 € im Monat.
Wie sah die Prüfung aus?schriftlich, mündlich, praktischIm praktischen Teil zeigte man an drei Fällen, dass man die Notfallversorgung beherrscht.
Ging es schneller?Ja, mit VorbildungRettungssanitätern wurde der Lehrgang ganz angerechnet. Pflegekräfte brauchten nur 300 Stunden, Sanitäter von Bundeswehr und Polizei sparten 600.

Dein Weg in den Rettungsdienst

Wir schicken Dir Stipendien, andere Finanzierungsmöglichkeiten und Jobangebote per E-Mail.

  • Einladungen zu Karriere-Events bekannter Arbeitgeber
  • Stipendien und Förderprogramme
  • Praktika und Trainee-Programme
  • Gratis-Aktionen und Geld-Angebote

Kostenlos. Du bekommst zuerst eine E-Mail zum Bestätigen, abmelden kannst Du Dich jederzeit mit einem Klick.

Wie wird ein Rettungsassistent Notfallsanitäter?

Heute nur noch über die Ausbildung zum Notfallsanitäter. Die zuständige Behörde kann Deine Ausbildung als Rettungsassistent darauf anrechnen, wenn Du das beantragst. Bis Ende 2023 gab es einen kürzeren Weg, abhängig von der Berufserfahrung. So sah er aus:

BerufserfahrungWeg bis Ende 2023
ab 5 Jahredirekt zur Ergänzungsprüfung
ohne weitere Ausbildung
3 bis 5 Jahre480 Stunden Ausbildung
danach die Ergänzungsprüfung
unter 3 Jahre960 Stunden Ausbildung
danach die Ergänzungsprüfung

Quelle: Notfallsanitätergesetz § 32 Abs. 2, Frist zehn Jahre nach Inkrafttreten am 1. Januar 2014

Kurz beantwortet
Wie viel wird mir angerechnet?im EinzelfallDie Behörde prüft, welche Teile Deiner Ausbildung gleichwertig sind. Eine feste Verkürzung gibt es nicht.
Bekomme ich in der Ausbildung Geld?Ja, die Vergütung gilt für alle Azubis.Sie liegt meist deutlich unter Deinem bisherigen Gehalt. Frag Deinen Arbeitgeber, ob er Dich weiter bezahlt.
Bin ich dafür zu alt?Das Gesetz nennt kein Höchstalter.Grenzen setzen einzelne Arbeitgeber, etwa Feuerwehren für ihre Kombi-Ausbildungen.

Darfst Du als Rettungsassistent noch auf dem Rettungswagen arbeiten?

Ja, aber mit Fristen: In NRW und Niedersachsen muss ab 2027 ein Notfallsanitäter den Patienten im Rettungswagen betreuen. Sachsen-Anhalt lässt Rettungsassistenten noch bis Ende 2031 zu. Wer im Rettungswagen den Patienten betreuen muss, regelt jedes Land in seinem Rettungsdienstgesetz. Drei Beispiele mit festen Fristen:

LandWas gilt
Nordrhein-WestfalenFunktion endet am 31.12.2026
danach übernimmt der Notfall­sanitäter. Fahren darfst Du den Wagen in der Notfallrettung weiter.
Nieder­sachsenRettungswagen bis 31.12.2026
Das Notarzt-Einsatzfahrzeug darf laut Gesetz weiter ein Rettungs­assistent besetzen.
Sachsen-­Anhaltbis 31.12.2031
Rettungs­assistenten dürfen bis dahin anstelle eines Notfall­sanitäters arbeiten.

Quellen: Rettungsgesetz NRW § 4 Abs. 3, 4 und 7; Niedersächsisches Rettungsdienstgesetz § 10 Abs. 2 (Fassung vom 14.05.2024); Rettungsdienstgesetz Sachsen-Anhalt § 49 Abs. 2a; Stand Oktober 2026.

Kurz beantwortet
Verliere ich 2027 meinen Job?Nicht automatischDu darfst weiter im Rettungsdienst arbeiten, in NRW etwa als Fahrer in der Notfallrettung. Nur die Betreuung des Patienten im Rettungswagen geht dort an den Notfallsanitäter.
Und in den anderen Ländern?im Landesgesetz nachsehenJedes Land regelt das selbst. Dein Arbeitgeber oder die Landesbehörde für den Rettungsdienst weiß, was bei Dir gilt.
Gilt meine alte Urkunde noch?JaDie Erlaubnis nach dem Rettungsassistentengesetz bleibt bestehen. Ausgestellt hat sie die Behörde des Landes, in dem Du die Prüfung gemacht hast.

Was ist der Unterschied zwischen Rettungsassistent, Rettungssanitäter und Notfallsanitäter?

Rettungssanitäter machen einen Lehrgang von 520 Stunden, Rettungsassistenten hatten eine 2-jährige Ausbildung, Notfallsanitäter haben eine 3-jährige. Nur den Rettungsassistenten bildet heute niemand mehr aus. Der Rettungsassistent steht in der Mitte: Seine Ausbildung war länger als der Lehrgang zum Rettungssanitäter und kürzer als die zum Notfallsanitäter. So unterscheiden sich die drei:

RettungsassistentNotfallsanitäter
Dauer2 Jahre, 2.800 Stunden3 Jahre, 4.600 Stunden
Heutekeine neue Ausbildung seit 2015der übliche Weg
Zugang18 Jahre und Haupt­schul­abschlussmittlerer Schulabschluss oder Hauptschule plus Ausbildung
GeldSchulteil unbezahlt, Praktikumsjahr bezahltVergütung in allen 3 Jahren
Medikamentebestimmte, im Rahmen der Notkompetenzbei Lebensgefahr eigen­verantwortlich, wenn erlernt
Gehalt4.175 € im Mittel4.814 € im Mittel

Rettungssanitäter zum Vergleich: 520 Stunden, Hauptschulabschluss, keine Vergütung, Gehalt 4.175 € im Mittel. Quellen: Rettungsassistentengesetz §§ 4, 5, 7; Notfallsanitätergesetz §§ 2a, 5, 8, 15; BERUFENET (Archiv 2014); Gehalt: Statistisches Bundesamt.

Kurz beantwortet
Ist Rettungsassistent das Gleiche wie Rettungssanitäter?NeinDer Rettungssanitäter macht einen Lehrgang von 520 Stunden. Der Rettungsassistent hatte eine staatliche Prüfung und ein Praktikumsjahr dazu.
Wer ist höher, Rettungsassistent oder Rettungssanitäter?der RettungsassistentEin abgeschlossener Rettungssanitäter wurde ihm früher voll auf den ersten Teil der Ausbildung angerechnet.
Und der Notfallsanitäter?steht über beidenEr ist die höchste Qualifikation im Rettungsdienst ohne Medizinstudium und darf am meisten selbst entscheiden.

Was macht ein Rettungsassistent?

Rettungsassistenten versorgen Menschen im Notfall, bis ein Arzt übernimmt, machen sie transportfähig und überwachen Atmung und Kreislauf auf dem Weg in die Klinik. Ist der Notarzt da, assistierst Du ihm. Auf der Wache oder in der Leitstelle nimmst Du auch Notrufe an und koordinierst Einsätze.

Deine Aufgaben
Ausrückenmit Blaulicht und Martinshorn zum EinsatzortDie Leitstelle schickt Euch los. Bei der Fahrt brauchst Du Konzentration und schnelle Reaktionen.
Lage einschätzenentscheiden, ob ein Notarzt kommen mussJe nach Lage forderst Du über die Leitstelle weitere Hilfe an, etwa zum Befreien aus einem Auto.
Erste Hilfebeatmen, Blutungen stillen, wiederbelebenBis der Arzt kommt, handelst Du selbstständig. Dabei nutzt Du Geräte wie EKG, Pulsoximeter und Defibrillator.
Transportierenden Patienten lagern und überwachenUnterwegs behältst Du Atmung und Kreislauf im Blick und reagierst sofort, wenn sich etwas ändert.
Übergebenan die Klinik, mit ProtokollDu berichtest, was im Einsatz passiert ist, und schreibst Notfallprotokoll und Einsatzbericht.
Einsatzbereit machenreinigen, desinfizieren, auffüllenDu prüfst Fahrzeug und Geräte, tankst und meldest Euch bei der Leitstelle wieder frei.

Quelle: BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit, Rettungsassistent/in (Archiv, Datenstand 06.12.2014)

Was durften Rettungsassistenten?

Befugnisse kurz beantwortet
Medikamente geben?bestimmte, im Rahmen der NotkompetenzSo beschreibt es die Arbeitsagentur. Ausbildungsziel war, als Helfer des Arztes bis zu seinem Eintreffen Leben zu retten.
Mehr als das?Das ist dem Notfallsanitäter vorbehalten.Nur er darf bei Lebensgefahr selbst auch invasive und medikamentöse Maßnahmen ergreifen, die er gelernt hat.
Welcher Führerschein?Klasse B oder C1Je nach Fahrzeug brauchst Du den Lkw-Führerschein C1, denn viele Rettungswagen wiegen mehr als 3,5 Tonnen.

Wo arbeitet ein Rettungsassistent?

Hier arbeitest Du
RettungsdienstRettungswache, Rettungs- und Krankentransportwagenbei Hilfsorganisationen, privaten Rettungsdiensten, Kreisen und Städten
Feuerwehrstädtische Feuerwehrenlaut Arbeitsagentur
LuftrettungRettungshubschrauberlaut Arbeitsagentur ein möglicher Arbeitsort
BlutspendeBlutspendediensteDer Blutspendedienst des Bayerischen Roten Kreuzes sucht etwa eine Leitung für die Plasma-Entnahme.
Arbeitsmedizinbetriebsärztliche DienstePIMA sucht Rettungsassistenten als medizinische Assistenz.
BundeswehrZentraler Sanitätsdienstlaut Arbeitsagentur

Wozu rückt der Rettungsdienst aus?

Rund 36.000 Einsätze fährt der Rettungsdienst in Deutschland jeden Tag. Gut 6 von 10 sind Notfälle, die übrigen Krankentransporte.

13,1 Mio.
Einsätze pro Jahr
des Rettungsdienstes in Deutschland, 2020/21
61,7 %
Notfallrettung
der Rest ist Krankentransport
45,8 %
mit Sondersignal
also mit Blaulicht und Martinshorn
Quelle: Bundesanstalt für Straßenwesen, Leistungen des Rettungsdienstes 2020/21 (Bericht M 345, 2024)

Wie sind die Arbeitszeiten?

Du arbeitest im Schichtdienst, auch nachts, am Wochenende und an Feiertagen, oft mit Bereitschaftsdienst. Wartest Du auf der Wache auf den Alarm, zählt das nur teilweise als Arbeitszeit. Darum darf eine Woche im Rettungsdienst länger sein als die üblichen 39 Stunden im öffentlichen Dienst.

46 Stunden
pro Woche höchstens
im Schnitt mit Bereitschaft nach TVöD 2026, ab 2027 sind es 44
42 Stunden
bei den Maltesern
Höchstgrenze ab 2028, 2025 waren es 45
12 Stunden
pro Schicht
nach TVöD, mit Deiner Zustimmung bis zu 24
Quellen: TVöD, Anhang zu § 9, Stand 01.01.2026; Malteser

Was verdient ein Rettungsassistent?

Als Rettungsassistent verdienst Du im Mittel 4.175 € brutto im Monat. Einstieg, Netto, Zulagen und Gehalt nach Bundesland findest Du im Artikel Rettungsassistent-Gehalt.

Wie sind die Berufsaussichten?

Gut: Die Bundesagentur für Arbeit zählt die Fachkräfte im Rettungsdienst seit Jahren zu den Engpassberufen. Eine freie Stelle bleibt im Mittel 89 Tage offen. Viele Arbeitgeber schreiben ihre Stellen für Notfallsanitäter und Rettungsassistenten gemeinsam aus. Bedenke aber die Fristen: Wo die Länder den Notfallsanitäter auf dem Rettungswagen vorschreiben, ist die Weiterbildung Dein sicherster Schritt.

73.608
Fachkräfte im Rettungsdienst
im Juni 2025, mit Notfall- und Rettungssanitätern; 2022 waren es 64.826
89 Tage
bleibt eine Stelle frei
im Mittel, bis sie besetzt ist (2025)
4 Jahre
in Folge Engpassberuf
in den Engpassanalysen 2022 bis 2025
Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Fachkräfte-Engpassanalyse 2022 bis 2025 (Berufsgattung 81342)

Wie kannst Du Dich weiterbilden?

Der wichtigste Schritt ist die Ausbildung zum Notfallsanitäter. Daneben stehen Dir Führung, Leitstelle, Hygiene und ein Studium offen.

RichtungWas Du machst und was Du brauchst
Notfall­sanitäterDu wirst Fachkraft mit den meisten Befugnissen
Ausbildung, auf Antrag verkürzt
Organisato­rischer LeiterDu koordinierst Einsätze mit vielen Verletzten
Die Johanniter in Leipzig nehmen Rettungs­assistenten auf, 2 Blöcke zu je 3 Tagen.
LeitstelleDu nimmst Notrufe an und schickst die Wagen los
In Sachsen brauchst Du dafür zusätzlich eine Feuerwehrlaufbahn und einen Disponentenlehrgang.
DesinfektorDu sorgst für Hygiene in Fahrzeugen und Räumen
in NRW mindestens 130 Stunden
ManagementDu übernimmst Verwaltung und Führung
etwa als Betriebswirt für Management im Gesundheitswesen oder Fachwirt im Gesundheits- und Sozialwesen
PraxisanleiterDu bildest Azubis auf der Wache aus
früher Lehrrettungsassistent, heute nur mit der Erlaubnis als Notfall­sanitäter, 2 Jahren Erfahrung und 300 Stunden Pädagogik

Quellen: Johanniter-Akademie Leipzig, Sächsische Landesrettungsdienstplanverordnung, Desinfektoren-Verordnung NRW, BERUFENET (Archiv 2014), Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Notfallsanitäter § 3.

Studium und Stipendien kurz beantwortet
Hilft der Beruf beim Medizinstudium?Ja, er kann zählen.Rettungsassistent steht auf der Liste der Berufe, die Hochschulen bei der Studienplatzvergabe für Medizin werten können.
Welche Studiengänge passen?Rettungswesen, Rettungsingenieurwesen, GesundheitsmanagementDiese Richtungen nennt die Arbeitsagentur. Unter bestimmten Bedingungen kannst Du auch ohne Abitur studieren.
Gibt es ein Stipendium?das AufstiegsstipendiumNach der Ausbildung und mindestens 2 Jahren im Beruf, ohne Altersgrenze: 1.072 € im Monat im Vollzeitstudium, 3.045 € im Jahr neben dem Job.

Quellen: hochschulstart.de (Leitfaden Humanmedizin 2026/27), BERUFENET (Archiv 2014), Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung, Stand Oktober 2026

Passt der Beruf zu Dir?

Im Rettungsdienst hilfst Du Menschen in ihrer schlimmsten Lage. Du brauchst einen klaren Kopf, Kraft und Mitgefühl. Willst Du heute in den Beruf, führt Dich der Weg über den Notfallsanitäter. Gute Gründe, statt Rettungsassistent Notfallsanitäter zu werden: Du wirst schon in der Ausbildung bezahlt und darfst später mehr selbst entscheiden.

Was solltest Du mitbringen?

Das passt zu Dir, wenn Du ...
  • in Notfällen schnell entscheidest und dabei sorgfältig bleibst
  • ruhig bleibst, wenn Zuschauer oder Angehörige aufgeregt sind
  • Patienten heben und tragen kannst, auch gebückt oder auf Knien
  • Dich in Schmerz und Angst anderer Menschen einfühlen kannst
  • gern im Team mit Kollegen und Notärzten arbeitest
  • Schichten in der Nacht und am Wochenende in Kauf nimmst
Eher nicht, wenn Du ...
  • Dich vor Blut, Wunden oder Ausscheidungen ekelst
  • schwere Verletzungen und Tod schlecht verarbeitest
  • lieber drinnen arbeitest als draußen bei jedem Wetter
  • ungern Verantwortung für andere übernimmst

Weiter zu Berufen im Rettungsdienst

Quellen dieses Artikels Recht: Rettungsassistentengesetz (RettAssG, außer Kraft seit 31.12.2014), Notfallsanitätergesetz (NotSanG) §§ 2a, 5, 8, 9, 15, 30, 32, Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Notfallsanitäter, Rettungsgesetz NRW, Niedersächsisches Rettungsdienstgesetz, Rettungsdienstgesetz Sachsen-Anhalt · Beruf: BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit (Rettungsassistent/in, Archiv mit Datenstand 06.12.2014; Notfallsanitäter/in, Stand August 2026) · Arbeitgeber: Stellenanzeigen in unserer Jobbörse (Oktober 2026), PIMA · Arbeitszeit: TVöD (Stand 01.01.2026), Malteser · Zahlen: Bundesanstalt für Straßenwesen (Bericht M 345), Bundesagentur für Arbeit (Fachkräfte-Engpassanalyse 2022 bis 2025) · Weiterbildung, Studium, Stipendien: Johanniter-Akademie Leipzig, Sächsische Landesrettungsdienstplanverordnung, Desinfektoren-Verordnung NRW, hochschulstart.de, Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung · Gehalt: Statistisches Bundesamt, Verdiensterhebung

* Individuelle Ergebnisse können je Portal und je nach Deinem Profil variieren. Dieser Artikel enthält Affiliate-Links. Wenn Du auf einen Affiliate-Link klickst, bekommt myStipendium.de von dem betreffenden Anbieter eine Provision. Für Dich verändert sich der Preis bzw. das Angebot nicht. Dein Klick hilft bei der Finanzierung unserer kostenfreien Seite.