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Passt das zu mir?
Um Menschen zu helfen und Leben zu retten, musst Du nicht zwangsweise Arzt werden. Eine Ausbildung im Rettungsdienst macht Dich auch zum Helden.
Wichtiger Hinweis: Der Beruf des Rettungsassistenten wurde durch das Notfallsanitätergesetz (NotSanG) abgelöst. Das NotSanG trat zum 1. Januar 2014 in Kraft, das alte Rettungsassistentengesetz (RettAssG) wurde erst mit Wirkung zum 1. Januar 2015 aufgehoben. Bis zum 31. Dezember 2014 konnte eine Ausbildung nach altem Recht noch begonnen und nach altem Recht zu Ende geführt werden; Grund für diese Übergangsregelung war die unterschiedliche Ausbildungsdauer (Rettungsassistent: 2 Jahre, Notfallsanitäter: 3 Jahre), damit keine einjährige Absolventenlücke entstand. Wer heute neu in den Rettungsdienst einsteigt, macht die dreijährige Ausbildung zum Notfallsanitäter. Rettungsassistenten mit einer Erlaubnis nach dem alten Rettungsassistentengesetz dürfen ihre Berufsbezeichnung nach § 30 NotSanG aber weiterhin führen. Der Notfallsanitäter ist heute die höchste nichtärztliche Qualifikation im Rettungsdienst: Er versorgt Patienten eigenverantwortlich und führt eigenständig erweiterte medizinische Maßnahmen durch, bis der Notarzt eintrifft. Das ist ein wesentlicher Unterschied zur früheren Rettungsassistenten-Ausbildung, die kürzer und weniger umfangreich war.
Wo kann ich eine Rettungsassistent-Ausbildung machen?
Eine Ausbildung im Rettungsdienst ist eine schulische Ausbildung, die Du an speziellen Rettungsdienstschulen und Berufsfachschulen für den Gesundheitsbereich absolvieren kannst. Bei der Suche nach solch einem Ausbildungsplatz helfen wir Dir gern.
Neben dem theoretischen Unterricht absolvierst Du auch praktische Anteile, bei denen Dein ganzes theoretisches Wissen aus der Ausbildung auch praktisch zum Einsatz kommt. Diese Praxisphasen werden Dir zumeist von dem jeweiligen Bildungsträger in sogenannten Lehrrettungswachen vermittelt oder Du suchst Dir selbst eine Stelle.
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Welche Voraussetzungen brauche ich für eine Rettungsassistent-Ausbildung?
- mittlerer Schulabschluss oder Hauptschulabschluss plus abgeschlossene Berufsausbildung
- gesundheitliche Eignung
- polizeiliches Führungszeugnis
- Abschluss mit staatlicher Prüfung (schriftlich, mündlich, praktisch)
Für die heutige Ausbildung zum Notfallsanitäter brauchst Du einen mittleren Schulabschluss (Realschule) oder einen Hauptschulabschluss zusammen mit einer mindestens zweijährigen abgeschlossenen Berufsausbildung. Außerdem musst Du ein ärztliches Attest vorlegen, das Deine körperliche Eignung für diesen Beruf grundsätzlich bestätigt, sowie ein polizeiliches Führungszeugnis. Häufig wird ein Führerschein verlangt (Klasse B, teils C1), der oft während der Ausbildung erworben werden kann. Die Ausbildung schließt mit einer staatlichen Prüfung ab, die aus einem schriftlichen, einem mündlichen und einem praktischen Teil besteht.
Hilfreich ist, wenn Du gute Noten in Biologie und Technik hast und schon weißt, dass Du in der Lage bist, Blut und Spritzen zu sehen, denn das wird in Deiner Ausbildung und Deinem Beruf sehr oft vorkommen.
Wie lange dauert die Rettungsassistent-Ausbildung?
- 3 Jahre Vollzeit
- bis zu 5 Jahre Teilzeit
- Verkürzung bei Vorqualifikation möglich
Die Ausbildung zum Notfallsanitäter ist in Deutschland bundesweit einheitlich geregelt und dauert 3 Jahre in Vollzeit, in Teilzeit bzw. berufsbegleitend bis zu 5 Jahre. Rund zwei Drittel der Zeit verbringst Du mit theoretischem und praktischem Unterricht an einer Rettungsdienstschule oder Berufsfachschule, das übrige Drittel entfällt auf die Praxis in einer Lehrrettungswache und in einem Krankenhaus.
Wie hoch ist das Gehalt in der Rettungsassistent-Ausbildung?
Anders als die frühere schulische Rettungsassistent-Ausbildung wird die heutige Ausbildung zum Notfallsanitäter vergütet. Nach dem Tarifvertrag für Auszubildende des öffentlichen Dienstes (TVAöD) liegt die Ausbildungsvergütung brutto pro Monat je nach Träger und Bundesland etwa bei 1.415 bis 1.491 € im ersten, 1.477 bis 1.552 € im zweiten und 1.578 bis 1.653 € im dritten Ausbildungsjahr.
Je nach Bildungsgang und Bildungsträger können außerdem Kosten wie Lehrgangsgebühren, Prüfungsgebühren und Kosten für Fachliteratur, Anfahrt und Unterkunft anfallen.
Unter bestimmten Umständen kannst Du diese mit Hilfe einer Bildungsprämie oder eines Bildungsgutscheins gegenfinanzieren. Eine Bildungsprämie erhältst Du, wenn Du erwerbstätig bist und Dich weiterbilden willst. Einen Bildungsgutschein kannst Du erhalten, wenn Du erwerbslos bist und bestimmte Voraussetzungen erfüllst. Zum Beispiel sollte Deine Ausbildung vom Amt für Arbeit anerkannt werden und Dir einen beruflichen Wiedereinstieg erleichtern.
Weitere Möglichkeiten zur Finanzierung können unter bestimmten Umständen sein:
- Weiterbildungssparen
- Begabtenförderung
- WeGebAU (Weiterbildung geringqualifizierter und beschäftigter älterer Arbeitnehmer in Unternehmen)
- Bildungskredite
Verdienst in der Ausbildung als Notfallsanitäter
Wie läuft die Rettungsassistent-Ausbildung ab?
- Theorie und Praxis an der Schule
- Praxis in Krankenhaus und Lehrrettungswache
Die Ausbildung zum Notfallsanitäter ist im Notfallsanitätergesetz bundesweit einheitlich geregelt und umfasst in Deutschland insgesamt 4.600 Stunden. Davon entfallen rund 1.920 Stunden auf den theoretischen und praktischen Unterricht an der Rettungsdienstschule, 720 Stunden auf die Praxis im Krankenhaus und 1.960 Stunden auf die praktische Ausbildung in einer Lehrrettungswache. Die 720 Stunden im Krankenhaus verteilen sich dabei auf verschiedene Fachbereiche wie Allgemeine Pflegestation, Notaufnahme, OP-Bereich und Anästhesie, Wach- oder Intensivstation, Geburtshilfe und Pädiatrie sowie Psychiatrie und Gerontologie. Die Ausbildung gliedert sich in schulische und praktische Blockphasen und schließt mit einem staatlichen Examen aus einem schriftlichen, einem mündlichen und einem praktischen Teil ab.
In den praktischen Phasen legst Du unter Anleitung selbst Hand an und lernst die Realitäten Deines baldigen Berufes kennen. Du hilfst Menschen in Not, fährst Rettungseinsätze mit, führst Notfallversorgungen durch und protokollierst Deine Arbeit. Hier hast Du je nach Ausbilder auch die Möglichkeit, verschiedene Arbeitsgebiete wie Rettungswagen, Notarztwagen, See- oder Luftrettung auszuprobieren. Rettungssanitäter können sich hier schon Teile ihrer praktischen Ausbildung aus ihrer vorherigen Ausbildung anerkennen lassen.
Mit dem bestandenen staatlichen Examen erhältst Du von der zuständigen Behörde des Bundeslandes, in dem der theoretische Teil der Ausbildung abgeschlossen wurde, auf Antrag die Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung. Damit ist Deine Ausbildung abgeschlossen.
Welche Inhalte hat die Rettungsassistent-Ausbildung?
Der theoretische Teil Deiner Ausbildung besteht aus einer umfassenden Bildung in Sachen medizinische Grundlagen, Krankheits-, Arzneimittel- und Hygienelehre, Notfallmedizin und allgemeineren Fächern. Konkret lernst Du:
Allgemeine medizinische & naturwissenschaftliche Grundlagen
- Anatomie und Physiologie
- Atmungs- und Kreislaufsystem
- Blut und Lymphe
- Stütz- und Bewegungsapparat
- Verdauungsorgane, Harnorgane, Geschlechtsorgane
- Haut und Hautanhangsorgane, Sinnesorgane
- Regulations- und Nervensysteme
Krankheits- und Arzneimittellehre
- Allgemeine Krankheitslehre
- Innere Medizin, Chirurgie, Orthopädie, Urologie
- Schwangerschaftsstörungen, Geburtshilfe und Kinderheilkunde
- Augenkrankheiten, Anästhesie, Psychiatrie, Neurologie
- Arzneiformen und ihre Verabreichung, Wirkung und Abbau
- Gesetzliche Vorschriften über den Verkehr mit Arzneimitteln
Allgemeine & spezielle Notfallmedizin
- Beurteilung von Verletzten und Kranken
- Störungen vitaler Funktionen
- pflegerische Betreuung von Verletzten und Kranken
- Betreuung Sterbender
- internistische, traumatologische und andere Notfälle einschließlich Intoxikationen
Organisation, Hygiene und Recht
- Allgemeine und persönliche Hygiene
- Schutzimpfungen & Desinfektion
- Ablauf von Notfalleinsätzen und Krankentransporten
- Gefahrenstellen, Gefährdung, Selbstschutz, Gefahrgutunfälle
- Retten unter erschwerten Bedingungen
- aktuelle Berufsfragen
- Notfallsanitätergesetz
- Arbeits- und berufsrechtliche Regelungen
Während Deiner Ausbildung musst Du auch praktisch bestimmte Kompetenzen erlernen und nachweisen. Als ausgebildete Fachkraft im Rettungsdienst darfst Du in lebensbedrohlichen Situationen eigenverantwortlich heilkundliche Maßnahmen durchführen, wenn kein Arzt verfügbar ist. Dazu gehören unter anderem:
- Adrenalin bei allergischem Schock und bei der Reanimation,
- β2-Sympathomimetika als Spray oder Vernebler,
- Nitroglyzerin als Spray oder Kapsel,
- Benzodiazepin-Rektiolen oder Midazolam in die Nase vernebelt/MAD, beim anhaltenden Krampfanfall,
- Glukose (intravenöse Applikation)
- endotracheale Intubation oder supraglottische Atemhilfe (beispielsweise Larynxtubus) ohne Einsatz von Muskelrelaxanzien
- kristalloide Infusionslösungen
- Analgesie
- Defibrillation
Wie sieht der Karrierepfad nach der Rettungsassistent-Ausbildung aus?
Das Spannende an einer Ausbildung im Rettungsdienst ist nicht nur die Ausbildung selbst, sondern auch der weitere Karriereweg. Und dieser ist hier besonders vielfältig. Kaum eine Ausbildung hat so viele Weiterbildungs- und Spezialisierungsmöglichkeiten. Die gängigsten Weiterbildungen und Zusatzqualifikationen sind zum Beispiel:
- Gruppen-/Zug-/Verbandsführer Rettungsdienst
- Einsatzleiter Rettungsdienst, Organisatorischer Leiter
- Praxisanleiter im Lehrrettungsdienst
- Desinfektor oder Narkosehelfer
- Medizinproduktebeauftragter oder -berater
- Leitstellendisponent bzw. Leiter Rettungsdienst
- HEMS-Crew-Member („HCM”) (Luftrettung)
Es gibt auch eine ganze Reihe Qualifikationen als Life Support Provider. Zum Beispiel:
- Advanced Cardiac Life Support Provider
- European Pediatric Life Support Provider
- International Trauma Life Support Provider
- Basic Trauma Life Support Provider
- Prehospital Trauma Life Support Provider
Wenn Du mehr ins Organisatorische oder in einen Marketingbereich gelangen willst, dann wären diese Weiterbildungen der beste Weg:
- Gepr. Fachwirt im Gesundheits- u. Sozialwesen
- Gepr. Pharmareferent
Weiterhin gibt es bei entsprechender Eignung die Möglichkeit, spezielle Studiengänge zu belegen:
- Rescue Management
- Sicherheit und Gefahrenabwehr
- Sozialmanagement
- Emergency Health Services Management
- Rettungsmedizin
Passt eine Rettungsassistent-Ausbildung zu mir?
Damit Deine Ausbildung im Rettungsdienst erfolgreich verläuft, benötigst Du einige Voraussetzungen, die Du mitbringen musst oder Dir während Deiner Ausbildung aneignen musst. Diese Voraussetzungen sind:
körperliche und psychische Belastbarkeit
Für eine Ausbildung im Rettungsdienst musst Du unbedingt körperlich belastbar sein, denn Dein Einsatz setzt voraus, dass Du Menschen heben, tragen und transportieren kannst. Auch die Ausrüstung ist schwer: Der Notfallrucksack wiegt etwa 12 bis 15 kg, ein Defibrillator rund 10 kg. Aber auch psychisch musst Du Belastungen standhalten, denn Du arbeitest oft in Notsituationen, in denen es um Leben und Tod geht.
Stressresistenz
Du wirst es schon in Deiner Ausbildung merken: Dieser Job ist stressig. Du und Dein Team habt nur wenige Minuten, um zum Einsatzort zu kommen, und auch dann muss es sehr schnell gehen, denn jede Minute zählt in diesem Beruf.
Hohe Reaktionsgeschwindigkeit
Was Du in Deine Ausbildung schon mitnehmen musst, ist eine hohe Reaktionsgeschwindigkeit. Wenn es um Leben und Tod geht, darfst Du nicht lang zögern oder blockieren. Deine Hilfe ist gefragt. Hier, jetzt und sofort.
Verantwortungsbewusstsein
In Deinen Händen liegt das Leben von Menschen, die in Not geraten oder krank sind. Deine Ausbildung gibt Dir alle Techniken, die Du brauchst, um zu helfen. Das Verantwortungsbewusstsein, auch wirklich immer perfekt im Einsatz zu sein, Deine Hilfsmittel parat und sterilisiert dabei zu haben, das musst Du allerdings von allein mitbringen.
Ekelresistenz
Bei diesem Beruf geht es um Körper in Notzuständen und damit eben auch viel um Körperflüssigkeiten. Du musst, wie man im Volksmund so schön sagt, „Blut sehen können”, ohne selbst in Ohnmacht zu fallen. Aber auch Spucke, Erbrochenes, Eiter und andere Körperflüssigkeiten werden Dir tagtäglich begegnen. Damit musst Du umgehen können und keine Scheu haben, denn um zu helfen (und das ist Dein Job), musst Du zupacken, anfassen, desinfizieren, komme was da wolle.