Hebamme Studium: 45 Hochschulen, Voraussetzungen & Gehalt

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Hebamme studieren - auf einen Blick
Geht das überhaupt noch ohne Studium?Nein. Seit dem 1. Januar 2020 ist das Studium der einzige Weg in den Beruf.Die schulische Ausbildung durfte letztmals Ende 2022 begonnen werden und läuft bis Ende 2027 aus.
Wo kann ich studieren?An 45 Hochschulen in allen 16 Bundesländern.10 davon in Nordrhein-Westfalen, 9 in Bayern. Jede Hochschule bietet genau einen Studiengang an.
Wie lange dauert es?7 Semester bei 36 der 45 Studiengänge.8 dauern 8 Semester, einer 6. Das Gesetz erlaubt 6 bis 8 Semester, nicht mehr und nicht weniger.
Was kostet es?Nichts - Du bekommst im Gegenteil ein Gehalt.40 der 45 Hochschulen sind staatlich. Die Klinik zahlt Dir in den ersten drei Jahren rund 56.400 € nach Tarif.
Was ist die eigentliche Hürde?Nicht der NC, sondern der Vertrag mit einer Klinik.Ohne diesen Vertrag gibt es keinen Studienplatz. Die Klinik sucht sich aus, wen sie nimmt.
Inhalt13 Abschnitte
  1. Wo kann ich Hebamme studieren?
  2. Hebamme studieren nach Bundesland
  3. Wie sicher ist der Beruf?
  4. Was verdienst Du als Hebamme?
  5. Hebamme und KI: Wie zukunftssicher ist das Fach?
  6. Welche Voraussetzungen brauchst Du?
  7. Was kostet das Studium - und was bekommst Du?
  8. Was ist aus der alten Hebammenausbildung geworden?
  9. Wie das Studium abläuft - Semester für Semester
  10. Das Hebammenstudium in Zahlen
  11. Passt das Hebammenstudium zu Dir?
  12. Häufige Fragen zum Hebammenstudium
  13. Weiter zum Hebammenstudium

Wo kann ich Hebamme studieren?

Hebamme kannst Du an Hochschulen in allen Bundesländern studieren, und zwar immer in einem dualen Bachelor, in dem Du zwischen Hochschule und Klinik wechselst und direkt auf die Berufszulassung hinarbeitest. Falls Du auf weiterqualifizierende oder berufsbegleitende Bachelor stößt, solltest Du wissen, dass sie nur für Hebammen gedacht sind, die ihre Ausbildung schon abgeschlossen haben.

Hebamme wird man in Deutschland seit 2020 nur noch über ein Studium - und das gibt es inzwischen flächendeckend. In unserer Datenbank stehen 45 primärqualifizierende Bachelor-Studiengänge an 45 Hochschulen, verteilt über alle 16 Bundesländer. "Primärqualifizierend" heißt: Der Studiengang führt Menschen ohne vorherige Hebammenausbildung direkt zur Berufszulassung. Genau das brauchst Du.

Zwei Begriffe, die oft verwechselt werden. Daran erkennst Du auf einer Hochschulseite, ob ein Studiengang zu Dir passt:

Der richtige Studiengang für Dich
  • Primärqualifizierend: einer der 45 Studiengänge, die direkt zur Berufszulassung führen.
  • "dual", "praxisintegrierend" oder "Vollzeit": reine Namenssache. "dual" und "primärqualifizierend" sind keine Gegensätze. Jedes primärqualifizierende Hebammenstudium ist dual aufgebaut, weil das Gesetz zwei Lernorte vorschreibt - Hochschule und Klinik.
Für den Einstieg in den Beruf falsch
  • Weiterqualifizierend: etwa an der katho in Köln, der Hochschule Osnabrück oder der HTW Saar. Die richten sich ausschließlich an Frauen, die die Hebammenausbildung bereits abgeschlossen haben und ihren Abschluss nachträglich akademisieren.
  • "berufsbegleitend" oder "berufsintegrierend": Liest Du eines dieser Wörter, ist es der falsche Studiengang für Dich.
  • Fernstudium: Angebote mit "Hebamme" im Namen richten sich immer an bereits examinierte Hebammen.

Ein reines Fernstudium gibt es nicht - und kann es nicht geben. Das Hebammengesetz verlangt mindestens 2.200 Stunden Praxis in einer Klinik und bei freiberuflichen Hebammen, dazu einen Vertrag mit einer verantwortlichen Praxiseinrichtung als Zulassungsvoraussetzung.

Alle 45 Studiengänge nach Bundesland ansehen →

Hebamme studieren nach Bundesland

Egal, in welchem Bundesland Du wohnst, dort gibt es mindestens einen primärqualifizierenden Studiengang. Allerdings sind die Studiengänge sehr ungleich verteilt, denn allein 10 der 45 liegen in Nordrhein-Westfalen und 9 in Bayern, zusammen also fast die Hälfte. In neun Bundesländern gibt es nur einen einzigen. Weil Dein Studienplatz am Vertrag mit einer Klinik hängt, lohnt sich für Dich der Blick über die Landesgrenze fast immer.

BundeslandHochschule und StudiengangDauer
Baden-WürttembergDHBW Stuttgart
Angewandte Hebammenwissenschaft (B.Sc.) · staatlich
7 Sem.
240 CP · ohne NC
Hochschule Furtwangen
Hebammenwissenschaft (B.Sc.) · staatlich
7 Sem.
210 CP · mit NC
Uni Freiburg
Hebammenwissenschaft (B.Sc.) · staatlich
7 Sem.
210 CP · mit NC
Uni Tübingen
Hebammenwissenschaft (B.Sc.) · staatlich
7 Sem.
210 CP · mit NC
BayernHAW Landshut
Hebamme primärqualifizierend (B.Sc.) · staatlich
7 Sem.
210 CP · mit NC
HS Coburg
Hebammenkunde (B.Sc.) · staatlich
7 Sem.
210 CP · ohne NC
Katholische Stiftungshochschule München
Hebammenkunde (B.Sc.) · privat oder kirchlich
7 Sem.
210 CP · mit NC
OTH Regensburg
Hebammenkunde (B.Sc.) · staatlich
7 Sem.
210 CP · ohne NC
TH Aschaffenburg
Hebammenkunde (B.Sc.) · staatlich
7 Sem.
210 CP · mit NC
TH Nürnberg
Hebammenwissenschaft (B.Sc.) · staatlich
7 Sem.
210 CP · mit NC
Du siehst 10 von 45 Studiengängen.Alle 45 ansehen →Weniger anzeigen ↑
BundeslandHochschule und StudiengangDauer
Uni Augsburg
Hebammenwissenschaft (B.Sc.) · staatlich
7 Sem.
210 CP · mit NC
Uni Erlangen-Nürnberg
Hebammenwissenschaft (B.Sc.) · staatlich
7 Sem.
210 CP · mit NC
Uni Würzburg
Hebammenwissenschaft (B.Sc.) · staatlich
7 Sem.
210 CP · mit NC
BerlinCharité - Universitätsmedizin Berlin
Angewandte Hebammenwissenschaft (B.Sc.) · staatlich
7 Sem.
210 CP · mit NC
EH Berlin
Hebammenwissenschaft (B.Sc.) · privat oder kirchlich
7 Sem.
210 CP · ohne NC
BrandenburgBTU Cottbus
Hebammenwissenschaft (B.Sc.) · staatlich
7 Sem.
180 CP · ohne NC
BremenHochschule Bremen
Internationaler Studiengang Hebammen (B.Sc.) · staatlich
8 Sem.
240 CP · mit NC
HamburgHAW Hamburg
Hebammenwissenschaft (B.Sc.) · staatlich
7 Sem.
210 CP · ohne NC
HessenFrankfurt UAS
Hebammenwissenschaft (B.Sc.) · staatlich
8 Sem.
240 CP · ohne NC
Hochschule Fulda
Hebammenkunde (B.Sc.) · staatlich
8 Sem.
210 CP · mit NC
TH Mittelhessen und Uni Gießen
Hebammenwissenschaft (B.Sc.) · staatlich
7 Sem.
210 CP · ohne NC
Uni Frankfurt
Hebammenwissenschaft (B.Sc.) · staatlich
8 Sem.
240 CP · mit NC
Uni Gießen
Hebammenwissenschaft (B.Sc.) · staatlich
7 Sem.
210 CP · ohne NC
Mecklenburg-VorpommernUni Rostock
Hebammenwissenschaft (B.Sc.) · staatlich
7 Sem.
180 CP · mit NC
NiedersachsenHAWK Hildesheim, Standort Göttingen
Hebammenwissenschaft (B.Sc.) · staatlich
7 Sem.
210 CP · ohne NC
HS Osnabrück
Hebammenwissenschaft (B.Sc.) · staatlich
7 Sem.
210 CP · ohne NC
Jade Hochschule
Hebammenwissenschaft (B.Sc.) · staatlich
7 Sem.
210 CP · ohne NC
Medizinische Hochschule Hannover
Hebammenwissenschaft (B.Sc.) · staatlich
7 Sem.
210 CP · mit NC
Nordrhein-WestfalenFH Bielefeld
Angewandte Hebammenwissenschaft (B.Sc.) · staatlich
7 Sem.
180 CP · ohne NC
FH des Mittelstands, Bielefeld
Hebammenwissenschaft (B.Sc.) · privat oder kirchlich
7 Sem.
210 CP · mit NC
Fliedner Fachhochschule Düsseldorf
Hebammenkunde (B.Sc.) · privat oder kirchlich
7 Sem.
210 CP · ohne NC
Hochschule Niederrhein
Angewandte Hebammenwissenschaft (B.Sc.) · staatlich
7 Sem.
210 CP · ohne NC
Hochschule für Gesundheit Bochum
Hebammenwissenschaft (B.Sc.) · staatlich
7 Sem.
210 CP · ohne NC
RWTH Aachen
Hebammenwissenschaft (B.Sc.) · staatlich
7 Sem.
210 CP · ohne NC
Uni Bonn
Hebammenwissenschaft (B.Sc.) · staatlich
8 Sem.
180 CP · ohne NC
Uni Köln
Angewandte Hebammenwissenschaft (B.Sc.) · staatlich
7 Sem.
210 CP · ohne NC
Uni Münster
Hebammenwissenschaft (B.Sc.) · staatlich
6 Sem.
180 CP · mit NC
katho Nordrhein-Westfalen, Köln
Angewandte Hebammenwissenschaft / Midwifery (B.Sc.) · privat oder kirchlich
7 Sem.
210 CP · ohne NC
Rheinland-PfalzHochschule Ludwigshafen
Hebammenwesen (B.Sc.) · staatlich
7 Sem.
180 CP · mit NC
SaarlandHTW Saar
Angewandte Hebammenwissenschaft (B.Sc.) · staatlich
7 Sem.
210 CP · mit NC
SachsenTU Dresden
Hebammenkunde (B.Sc.) · staatlich
7 Sem.
180 CP · mit NC
Uni Leipzig
Hebammenkunde (B.Sc.) · staatlich
7 Sem.
210 CP · mit NC
Sachsen-AnhaltUni Halle
Hebammenwissenschaft (B.Sc.) · staatlich
8 Sem.
240 CP · mit NC
Schleswig-HolsteinUni Lübeck
Hebammenwissenschaft (B.Sc.) · staatlich
8 Sem.
210 CP · ohne NC
ThüringenEAH Jena
Hebammenwissenschaft/Midwifery (B.Sc.) · staatlich
8 Sem.
240 CP · ohne NC

Quelle: myStipendium-Datenbank, Stand 20. September 2026. Aufgeführt sind nur primärqualifizierende Bachelor-Studiengänge, also die, die ohne vorherige Hebammenausbildung zur staatlichen Prüfung führen. Weiterqualifizierende Studiengänge für bereits examinierte Hebammen sind nicht enthalten. "Ohne NC" bezieht sich auf die Zulassung durch die Hochschule - die Auswahl durch die Klinik findet in jedem Fall statt.

Wie sicher ist der Beruf?

Gerade laufen zwei Entwicklungen gegeneinander, und wir möchten, dass Du beide kennst, bevor Du Dich entscheidest.

654.300
Geburten 2025
niedrigster Stand seit 1946, 3,4 % weniger als 2024
1.650
Studienplätze im Jahr
gemeldet für 2024, vor der Reform waren es 650 bis 700
18.687
freiberufliche Hebammen
Stand Oktober 2025
Quelle: Statistisches Bundesamt, Pressemitteilungen Nr. 146/2026 und Nr. 230/2026 (Geburten 2025 und Geburtenziffer) · Deutscher Hebammenverband, Ausbildungszahlen, Stand 12.02.2025 (Studienplätze, Eigenerhebung des Verbands) · GKV-Spitzenverband, Vertragspartnerliste nach § 134a SGB V, Stand Oktober 2025.
Die Zahl der Geburten sinkt
  • Im Jahr 2025 kamen in Deutschland rund 654.300 Kinder zur Welt, so wenige wie seit 1946 nicht mehr und 3,4 Prozent weniger als im Jahr davor.
  • Die Geburtenziffer liegt bei 1,32 Kindern je Frau.
  • Weniger Geburten bedeuten weniger Arbeit in jedem Kreißsaal, deshalb schließen einzelne Geburtsstationen.
Die Reform hat die Ausbildung mehr als verdoppelt
  • Bevor das Studium eingeführt wurde, haben die Hebammenschulen jährlich 650 bis 700 Hebammen ausgebildet.
  • Für 2024 meldet der Hebammenverband dagegen rund 1.650 Studienplätze. Das ist politisch so gewollt, weil über Jahre Hebammen fehlten.
  • In einigen Jahren treffen deshalb deutlich mehr Absolventinnen auf einen Markt, der gerade schrumpft.

Wir wollen Dir ehrlich sagen, was daraus für Dich folgt. Dein künftiger Beruf ist nicht bedroht, denn eine Geburt lässt sich weder auslagern noch automatisieren, und die Betreuung der physiologischen Geburt ist gesetzlich der Hebamme vorbehalten. Die Zeit, in der jede Absolventin zwischen mehreren Kliniken wählen konnte, geht aber zu Ende.

Helfen können Dir vor allem zwei Dinge: ein Praxisvertrag mit einer Klinik, die Dich nach dem Abschluss übernehmen will, und die außerklinische Arbeit mit Vorsorge, Wochenbett und Kursen, weil sie von den sinkenden Geburtenzahlen weniger getroffen wird als der Kreißsaal.

Wie Hebammen nach dem Studium arbeiten:

Hebamme im Kreißsaal (angestellt) Betreut Geburten im Schichtdienst einer Klinik, die Haftpflicht zahlt der Arbeitgeber. Weil einzelne Geburtsstationen schließen, hilft ein Praxisvertrag mit einer Klinik, die Dich nach dem Abschluss übernehmen will. Klinik, Schicht und NächteEinstieg in P 11Tarif 4.419,71 €/Monat Beruf ansehen →
Freiberufliche Hebamme ohne Geburtshilfe Übernimmt Vorsorge, Wochenbettbetreuung, Kurse und Stillberatung. So arbeiten etwa drei Viertel der freiberuflichen Hebammen, die Haftpflicht kostet dafür nur einige Hundert Euro im Jahr. selbständigvom Geburtenrückgang weniger betroffen
Freiberufliche Hebamme mit Geburtshilfe Begleitet Geburten außerhalb der Klinik. Die Haftpflicht kostet im Gruppenvertrag des Hebammenverbands 13.292,24 € im Jahr, rund 92 Prozent davon tragen die Krankenkassen. Trotzdem ist diese Arbeitsform selten geworden. selbständighohe Haftpflichtprämie
Hebamme angestellt und freiberuflich Arbeitet in der Klinik und baut sich nebenher Vorsorge, Wochenbett und Kurse als zweites Standbein auf. Viele der rund 18.700 freiberuflichen Hebammen haben zusätzlich eine Anstellung. Klinik plus eigene Betreuungzwei Einkommensquellen

Quelle: TVöD Pflege, Entgelttabelle ab 01.05.2026 (P 11 Stufe 2) · GKV-Spitzenverband, Zahlen Daten Fakten Hebammenhilfe, Stand Oktober 2025.

Der Beruf Hebamme im Überblick →

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Was verdienst Du als Hebamme?

Im Durchschnitt verdienst Du als Hebamme 4.331 € brutto im Monat. Mit Studium startest Du im öffentlichen Dienst seit 2025 in der höheren Tarifgruppe P 11.

4.331 €
Durchschnittsgehalt
brutto im Monat

Was netto bleibt, was Hebammen in den einzelnen Bundesländern verdienen und wie das Gehalt mit den Berufsjahren steigt, liest Du beim Gehalt als Hebamme.

Durchschnittsgehalt: Statistisches Bundesamt, wie in unserem Gehaltsartikel.

Hebamme und KI: Wie zukunftssicher ist das Fach?

Kurze Antwort: Technisch sehr, denn keine Kerntätigkeit der Hebamme gilt als automatisierbar, und die eigentliche Unsicherheit liegt bei den sinkenden Geburtenzahlen und den vielen neuen Studienplätzen. Wir haben dafür im Job-Futuromat des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) nachgesehen, der für jeden Beruf prüft, welcher Teil der Kerntätigkeiten nach heutigem Stand der Technik von Maschinen übernommen werden könnte. Für Hebammen lautet das Ergebnis 0 von 8.

Wie viel Software in diesen Berufen schon übernehmen könnte
Jedes Kästchen steht für eine Kerntätigkeit des Berufs. Orange heißt: Das könnte Software nach heutigem Stand erledigen. Wie viele Stellen wegfallen, sagt das nicht.
Hebamme
0 von 8
Kerntätigkeiten automatisierbar
Keine, seit 2013 unverändert
Facharzt Gynäkologie
2 von 10
Kerntätigkeiten automatisierbar
Dokumentation und Mammografie
Quelle: IAB Job-Futuromat, Berufe „Hebamme/Entbindungspfleger“ und „Facharzt/-ärztin - Frauenheilkunde und Geburtshilfe“; Stand der Technik 2022, abgerufen am 24.09.2026.

Was prüft das IAB bei Hebammen? Keine der Tätigkeiten auf seiner Liste gilt als ersetzbar, und daran hat sich seit 2013 nichts geändert.

Warum die Null trotzdem nicht alles sagt. Der Futuromat misst nur, ob Technik eine Tätigkeit übernehmen könnte. Das IAB weist selbst darauf hin, dass sich ein Beruf auch bei einem niedrigen Wert verändern kann.

Was sich trotzdem ändern kann
  • Auch in der Geburtshilfe kann sich wandeln, wie Du dokumentierst, planst oder abrechnest. Darauf darfst Du Dich ruhig einstellen.
  • Bei den Fachärzten für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, mit denen Du im Kreißsaal zusammenarbeitest, stuft das IAB 2 von 10 Kerntätigkeiten als ersetzbar ein: die medizinische Dokumentation und die Mammografie.
Das bleibt bei Dir
  • Schwangerschaftsuntersuchung
  • Geburtsvorbereitung und Geburtshilfe
  • Säuglingspflege und Wochenbettgymnastik
  • die Betreuung der Frauen

Was bedeutet das für Deine Stellensuche? Die eigentliche Unsicherheit haben wir Dir weiter oben im Abschnitt zur Sicherheit des Berufs beschrieben. Im Jahr 2025 kamen 654.300 Kinder zur Welt, so wenige wie seit 1946 nicht mehr. Gleichzeitig meldet der Hebammenverband für 2024 schon 1.650 Studienplätze, während die Hebammenschulen früher jährlich 650 bis 700 Hebammen ausgebildet haben.

Wenn Du Dir neben dem Kreißsaal mit Vorsorge, Wochenbett und Kursen ein weiteres Standbein aufbaust, arbeitest Du in einem Bereich, den das IAB vollständig beim Menschen sieht. Geburtsvorbereitung und Wochenbettgymnastik gehören nämlich zu den Tätigkeiten, die als nicht ersetzbar gelten.

Welche Voraussetzungen brauchst Du?

Das Hebammengesetz nennt genau zwei Wege in den Studiengang, und einen davon kennen erstaunlich wenige. Beide stehen gleichberechtigt nebeneinander in § 10 des Hebammengesetzes. Dazu kommt eine dritte Hürde, die zwar in keiner Zulassungsordnung auftaucht, aber trotzdem über Deinen Studienplatz entscheidet.

Die drei Bedingungen
Alle drei müssen erfüllt sein, nicht eine davon
1. Schulabschluss - oder eine Pflegeausbildung
Entweder eine mindestens zwölfjährige allgemeine Schulausbildung, also Abitur oder Fachabitur. Oder eine abgeschlossene Ausbildung als Pflegefachfrau, Pflegefachmann, Gesundheits- und Krankenpflegerin oder Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin. Der zweite Weg ist der unbekannte: Mit einer Pflegeausbildung kommst Du auch ohne Abitur direkt in das Studium.
2. Der Vertrag mit der Klinik - die eigentliche Hürde
Vor der Einschreibung brauchst Du einen Vertrag zur akademischen Hebammenausbildung mit einer verantwortlichen Praxiseinrichtung. Das ist nach dem Gesetz immer ein Krankenhaus. Ohne diesen Vertrag gibt es keinen Studienplatz - egal wie gut Dein Abitur ist. Die Bewerbung läuft bei vielen Hochschulen deshalb zuerst bei der Klinik, nicht bei der Hochschule. Die Fristen der Kliniken liegen oft ein halbes Jahr früher als die der Hochschulen.
3. Gesundheit, Zuverlässigkeit, Deutsch
Gesundheitliche Eignung, persönliche Zuverlässigkeit und ausreichende Deutschkenntnisse. In der Praxis heißt das: ärztliches Attest, Impfnachweise und bei einigen Kliniken ein erweitertes Führungszeugnis. Kein großes Hindernis, aber die Unterlagen brauchen Zeit.

Was der NC in unserer Datenbank wirklich aussagt. Von den 45 Studiengängen, die wir gefunden haben, sind 23 zulassungsbeschränkt und 22 nicht. Wie schwer Du an einen Platz kommst, verrät Dir diese Aufteilung aber kaum. Wo die Hochschule keinen NC setzt, hat sie die Auswahl nämlich an die Klinik abgegeben. Außerdem ist die Zahl der Studienplätze ohnehin durch die Zahl der Praxisplätze begrenzt. Die Charité in Berlin vergibt zum Beispiel rund 63 Plätze im Jahr, und die Fliedner Fachhochschule nimmt höchstens 30 Studierende pro Jahrgang auf.

Was solltest Du mitbringen?

Auch ohne Abitur möglich
  • Abgeschlossene Pflegeausbildung: als Pflegefachfrau, Pflegefachmann oder in der Gesundheits- und (Kinder-)Krankenpflege. Sie steht in § 10 gleichwertig neben dem Schulabschluss.
  • Fachabitur: zählt als zwölfjährige Schulausbildung und genügt für Fachhochschulen, an Universitäten meist nicht.
  • Realschulabschluss: reicht seit der Reform 2020 allein nicht mehr. Mit ihm führt der Weg erst in die Pflegeausbildung, dann ins Studium.
Was Du faktisch mitbringen solltest
  • Einen Praxisvertrag mit einer Klinik - prüf zuerst, welche Kliniken mit Deiner Wunschhochschule kooperieren. Ihre Fristen liegen oft ein halbes Jahr vor denen der Hochschulen.
  • Einen guten Auftritt im Bewerbungsgespräch - die Klinik wählt meist über Gespräche aus, auch dort, wo die Hochschule keinen NC setzt.
  • Nachweise zur Eignung - ärztliches Attest, Impfnachweise, ausreichende Deutschkenntnisse und bei einigen Kliniken ein erweitertes Führungszeugnis. Besorg sie früh.

Quelle: Hebammengesetz vom 22.11.2019 (in Kraft seit 01.01.2020), §§ 10, 15 und 27 ff. · Studien- und Prüfungsverordnung für Hebammen, Anlagen 2 und 3 · Platzzahlen laut Charité und Fliedner Fachhochschule, abgerufen am 20.09.2026 · Studiengangszahlen: myStipendium-Datenbank, Stand 20. September 2026.

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Was kostet das Studium - und was bekommst Du?

Beim Hebammenstudium stellt sich die Kostenfrage anders als bei jedem anderen Studium in unserer Datenbank. Hier bekommst Du nämlich Geld, statt welches auszugeben. Das Hebammengesetz verpflichtet die Klinik, Dir vom ersten Studienmonat an eine angemessene monatliche Vergütung zu zahlen. Darauf hast Du einen Anspruch, weil es in § 34 des Gesetzes steht, und musst nicht auf das Wohlwollen der Klinik hoffen.

Was die Klinik Dir zahlt
Tarif des öffentlichen Dienstes für Auszubildende, Besonderer Teil Pflege, gültig ab 01.05.2026
3. Studienjahrmonatlich, brutto1.653 €
2. Studienjahrmonatlich, brutto1.552 €
1. Studienjahrmonatlich, brutto1.491 €
Summe der ersten drei Jahre36 Monate zusammengerechnet56.354 €
Quelle: Tarifvertrag für Auszubildende des öffentlichen Dienstes, Besonderer Teil Pflege, Entgelttabelle gültig ab 01.05.2026. Die Summe ist unsere eigene Rechnung aus zwölf Monaten je Studienjahr. Der Tarif gilt für kommunale Kliniken und Kliniken des Bundes. Kirchliche Träger zahlen nach eigenen Richtlinien, private Träger nach Haustarif - dort kann der Betrag niedriger liegen. Die Fliedner Fachhochschule nennt für ihre Praxispartner zum Beispiel rund 950 € bis 1.140 € im Monat.

Studiengebühren fallen bei den meisten gar nicht an. Von den 45 Hochschulen sind 40 staatlich, und dort zahlst Du nur den Semesterbeitrag, der je nach Hochschule bei etwa 150 € bis 460 € pro Semester liegt. Fünf Hochschulen sind privat oder kirchlich. Nach unseren Daten verlangen davon nur zwei Studiengebühren in nennenswerter Höhe, und zwar diese:

HochschuleWas es kostetBesonderheit
FH des Mittelstands, Bielefeld820 € pro Monat über 42 Monate, dazu 500 € Prüfungsgebühr - rund 34.940 € insgesamtprivat, 210 ECTS, dual
Fliedner Fachhochschule, Düsseldorf498 € pro Monat im ersten Jahr, danach jährlich 2 % mehrprivat, Prüfungsgebühren enthalten, höchstens 30 Plätze
Katholische Stiftungshochschule München, katho Köln, EH Berlinkeine Studiengebührkirchliche Träger
Die übrigen 40 Hochschulenkeine Studiengebühr, nur Semesterbeitragstaatlich

Zwei Beträge in unserer Datenbank sind falsch, und wir korrigieren sie gerade. Bei der DHBW Stuttgart stehen bei uns 1.500 € pro Semester. Dieser Betrag gilt in Baden-Württemberg aber ausschließlich für internationale Studierende, die von außerhalb der EU einreisen, und für alle anderen ist das Studium gebührenfrei. Bei der TH Mittelhessen stehen bei uns 1.750 €, obwohl die THM gar keine Studiengebühr erhebt. Du zahlst dort nur den Semesterbeitrag von 342,65 € beziehungsweise 357,10 €.

Was ist aus der alten Hebammenausbildung geworden?

Die alte Ausbildung gibt es nicht mehr, und viele, die sich für den Beruf interessieren, wissen das noch nicht. Bis 2019 hat man den Beruf an einer Hebammenschule gelernt, drei Jahre lang und mit Realschulabschluss. Mit dem Hebammenreformgesetz vom 22. November 2019 wurde dieser Weg abgeschafft. Seit dem 1. Januar 2020 gilt ein neues Hebammengesetz, und darin ist das Studium der einzige Weg, der noch vorgesehen ist.

1. Januar 2020 - das neue Gesetz tritt in Kraft
Das Hebammengesetz von 1985 wird aufgehoben. Der Beruf wird akademisiert, wie es eine EU-Richtlinie seit Jahren verlangt. Deutschland war eines der letzten Länder in Europa mit einer rein schulischen Hebammenausbildung.
31. Dezember 2022 - letzter Start nach altem Recht
Bis zu diesem Tag durfte eine schulische Ausbildung noch begonnen werden. Seit dem 1. Januar 2023 gibt es keinen Neustart mehr. Wer heute nach einer Hebammenschule sucht, findet nur noch auslaufende Restkohorten.
31. Dezember 2027 - endgültiges Ende
Bis dahin müssen alle Ausbildungen nach altem Recht abgeschlossen sein, und bis dahin gilt die Anerkennung der Hebammenschulen. Danach ist das Studium der einzige Weg, ohne Ausnahme.

Was heißt das für Dich? Das hängt davon ab, wo Du gerade stehst.

Du hast kein Abitur
  • Mit dem Realschulabschluss allein kommst Du leider nicht mehr ins Studium.
  • Dir bleibt aber der zweite Weg aus § 10 über eine abgeschlossene Pflegeausbildung zur Pflegefachfrau, zum Pflegefachmann oder in der Gesundheits- und Krankenpflege.
  • Damit erfüllst Du auch ohne Abitur die Zugangsvoraussetzung für das Studium. Dieser Weg ist im Gesetz gleichwertig geregelt, Du musst Dich also nicht als Sonderfall fühlen.
Du bist nach altem Recht ausgebildet
  • Deine Erlaubnis bleibt gültig, und Du musst nichts nachholen.
  • Möchtest Du trotzdem einen akademischen Abschluss, kannst Du einen weiterqualifizierenden Studiengang belegen, zum Beispiel an der katho in Köln, an der Hochschule Osnabrück oder an der HTW Saar.
  • Diese Studiengänge setzen die abgeschlossene Ausbildung voraus und rechnen sie Dir an.

Quelle: Hebammenreformgesetz vom 22.11.2019 (Bundesgesetzblatt I Seite 1759) · Hebammengesetz, §§ 10, 77, 78 und 79. Abgerufen am 20.09.2026.

Wie das Studium abläuft - Semester für Semester

Wie Dein Hebammenstudium abläuft, kann die Hochschule kaum selbst entscheiden, weil das meiste im Gesetz steht. Das Hebammengesetz und die Studien- und Prüfungsverordnung schreiben Stundenzahlen und Einsatzorte vor und sogar, wie viele Geburten Du selbst geleitet haben musst. Deshalb ähneln sich die 45 Studiengänge stärker als in jedem anderen Fach, und Du kannst Dich auf einen recht klaren Rahmen einstellen.

Die 4.600 Stunden, die das Gesetz verlangt
Mindestwerte nach § 11 Hebammengesetz und § 2 der Studien- und Prüfungsverordnung
Berufspraktischer TeilKlinik, freiberufliche Hebammen, hebammengeleitete Einrichtungen2.200 Std.
Hochschulischer TeilVorlesungen, Seminare, Skills-Training, Selbststudium2.200 Std.
Frei zugeordnetdie Hochschule entscheidet, auf welche Seite diese Stunden gehen200 Std.
Quelle: § 11 Hebammengesetz und § 2 Absatz 1 der Studien- und Prüfungsverordnung für Hebammen. Es sind Mindestwerte - einzelne Hochschulen liegen darüber.

Wo Du die 2.200 Praxisstunden verbringst, ist ebenfalls festgelegt. Die Verordnung teilt sie auf:

EinsatzortStunden
Klinik: Schwangerschaft und Geburt1.280
Bei freiberuflichen Hebammen und in ambulanten Einrichtungen480
Wochenbett und Stillzeit280
Neonatologie80
Gynäkologie80
1. und 2. Semester - Grundlagen und erste Kreißsaalstunden
Anatomie, Physiologie, Geburtshilfe, Hebammenwissenschaft als eigenes Fach, dazu Kommunikation und rechtliche Grundlagen. Parallel läuft der erste Praxiseinsatz - anders als im Medizinstudium stehst Du früh im Kreißsaal. Theorie- und Praxisphasen wechseln sich in Blöcken ab, die vorlesungsfreie Zeit ist Praxiszeit.
3. bis 5. Semester - der Schwerpunkt liegt auf der Praxis
Jetzt sammelst Du den größten Teil der 2.200 Stunden. Vorgeschrieben sind unter anderem mindestens 100 vorgeburtliche Untersuchungen und die Betreuung von mindestens 40 Frauen unter der Geburt. Dazu kommen die Einsätze in Wochenbett, Neonatologie und Gynäkologie und die 480 Stunden bei freiberuflichen Hebammen - der Blick auf die außerklinische Arbeit.
6. und 7. Semester - 40 eigene Geburten und die Bachelorarbeit
Bis zum Abschluss musst Du mindestens 40 Geburten selbst geleitet haben. Das ist die härteste Zahl im ganzen Studium, weil sie nicht von Dir abhängt, sondern davon, wie viele Geburten in Deiner Klinik stattfinden. Daneben schreibst Du die Bachelorarbeit.
Am Ende: Bachelor und staatliche Prüfung
Der Bachelorabschluss allein macht Dich nicht zur Hebamme. Erst die staatliche Prüfung gibt Dir die Erlaubnis, die Berufsbezeichnung zu führen. Sie besteht aus einem schriftlichen, einem mündlichen und einem praktischen Teil. Beides gehört zusammen - deshalb heißt der Weg im Gesetz "akademische Hebammenausbildung" und nicht einfach Studium.

Eine feste Creditzahl schreibt das Gesetz allerdings nicht vor, und deshalb unterscheiden sich die Hochschulen an dieser Stelle doch. Von den 45 Studiengängen arbeiten 32 mit 210 Credits über 7 Semester, 7 mit 180 Credits und 6 mit 240 Credits über 8 Semester. Für Deine Berufszulassung spielt das keine Rolle, weil die Stundenzahlen überall dieselben sind. Wichtig wird es erst, wenn Du später einen Master machen möchtest, denn für viele Masterstudiengänge brauchst Du 210 Credits.

Quelle: Hebammengesetz vom 22.11.2019, §§ 11 und 27 ff. · Studien- und Prüfungsverordnung für Hebammen, § 2 sowie Anlagen 2 und 3 · Creditzahlen: myStipendium-Datenbank, Stand 20. September 2026. Die Semester-Einteilung oben ist unsere Zusammenfassung des gesetzlichen Rahmens - die genaue Reihenfolge legt jede Hochschule selbst fest.

YouGov
Verdiene Geld mit Deiner Meinung
YouGov · Kostenlos · schon vor dem Studium

Für die Anmeldung brauchst Du nur Deine E-Mail-Adresse.

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Das Hebammenstudium in Zahlen

6.457
Studierende
Wintersemester 2025/26
98,9 %
davon Frauen
Wintersemester 2025/26
1,7 %
arbeitslos
Beruf Gesundheits- und Krankenpflege, Rettungsdienst und Geburtshilfe, 2025
Uni oder Fachhochschule?
So verteilen sich die 6.457 Studierenden:
40 %60 %
2.578
an Universitäten
3.879
an Fachhochschulen
Und wie viele fangen neu an?1.643 studieren im Wintersemester 2025/26 im ersten Fachsemester.
Was verdienen Hebammen?
Brutto im Monat, Vollzeit. Der Strich zeigt die Mitte: die eine Hälfte verdient mehr, die andere weniger.
Mitte 4.846 €
4.155 €untere 25 % darunter 5.428 €obere 25 % darüber
Anders gesagt: die mittleren 50 % verdienen zwischen 4.155 € und 5.428 € im Monat. Das ist deutlich mehr als in den meisten Gesundheitsberufen - der Median über alle Berufe im Gesundheitswesen liegt bei 4.581 €.
Quelle: Statistisches Bundesamt, Studierende im Wintersemester 2025/26 · Bundesagentur für Arbeit, berufsspezifische Arbeitslosenquoten 2025 · Bundesagentur für Arbeit, Entgeltatlas, Berufsgattung 81353 "Berufe in der Geburtshilfe und Entbindungspflege - komplexe Spezialistentätigkeiten", Stichtag 31.12.2025, abgerufen am 20.09.2026

Passt das Hebammenstudium zu Dir?

Das Hebammenstudium passt zu Dir, wenn ...
  • Du früh und viel praktisch arbeiten willst - mindestens 2.200 der 4.600 Stunden verbringst Du in der Klinik und bei freiberuflichen Hebammen
  • Du Schichtdienst und Nächte aushältst: Geburten richten sich nicht nach dem Stundenplan
  • Du Verantwortung willst, die keine andere Assistenzrolle bietet - die physiologische Geburt betreut die Hebamme eigenverantwortlich
  • Du kein Geld für ein Studium hast: Du zahlst nichts und bekommst ab dem ersten Monat ein Gehalt
Das Hebammenstudium ist nicht ...
  • ein normales Studium mit Semesterferien - die vorlesungsfreie Zeit ist Praxiszeit
  • ortsunabhängig: Ein Fernstudium ist gesetzlich ausgeschlossen
  • schnell zu bekommen: Erst Klinik, dann Hochschule, und die Plätze sind hart begrenzt
  • frei von Papier: Bis zum Abschluss musst Du 40 Geburten selbst geleitet und dokumentiert haben

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Häufige Fragen zum Hebammenstudium

Kann man Hebamme noch ohne Studium werden?
Nein, die gibt es nicht mehr. Seit dem 1. Januar 2020 gilt das neue Hebammengesetz, und seit dem 1. Januar 2023 darf niemand mehr eine schulische Ausbildung beginnen. Wer vorher angefangen hat, muss bis zum 31. Dezember 2027 fertig sein. Danach führt Dich nur noch das Studium in den Beruf.
Kann ich Hebamme ohne Abitur studieren?
Ja, das geht über den zweiten Weg in § 10 des Hebammengesetzes. Dafür brauchst Du eine abgeschlossene Ausbildung als Pflegefachfrau, Pflegefachmann, Gesundheits- und Krankenpflegerin oder Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin. Mit diesem Abschluss erfüllst Du die Zugangsvoraussetzung auch ohne Abitur. Mit dem Realschulabschluss allein kommst Du seit der Reform allerdings nicht mehr ins Studium.
Was kostet das Hebammenstudium?
An 40 der 45 Hochschulen zahlst Du nichts außer dem Semesterbeitrag von etwa 150 € bis 460 €. Studiengebühren verlangen nach unseren Daten nur zwei private Hochschulen. Bei der FH des Mittelstands sind es rund 34.940 € über 42 Monate, bei der Fliedner Fachhochschule 498 € im Monat im ersten Jahr. Dem steht in jedem Fall die Vergütung gegenüber, die Dir Deine Klinik gesetzlich zahlen muss.
Bekomme ich während des Hebammenstudiums Geld?
Ja, und zwar verpflichtend. Nach § 34 des Hebammengesetzes muss Dir die Praxiseinrichtung vom Studienbeginn an eine angemessene monatliche Vergütung zahlen. Nach dem Tarif des öffentlichen Dienstes bekommst Du ab 1. Mai 2026 im ersten Jahr 1.490,69 €, im zweiten 1.552,07 € und im dritten 1.653,38 €. Über drei Jahre kommen so rund 56.400 € zusammen. Bei kirchlichen und privaten Trägern gelten eigene Tarife, und dort kann der Betrag auch niedriger ausfallen.
Wie lange dauert das Hebammenstudium?
Das Gesetz erlaubt mindestens 6 und höchstens 8 Semester. In der Praxis dauern 36 der 45 Studiengänge 7 Semester, 8 Studiengänge dauern 8 Semester und einer nur 6. Wie viele Credits Du am Ende hast, ist unterschiedlich, meist sind es 210, manchmal auch 180 oder 240.
Welchen NC braucht man für das Hebammenstudium?
Der NC ist hier gar nicht die entscheidende Frage. In unserer Datenbank sind 22 der 45 Studiengänge ohne Zulassungsbeschränkung eingetragen und 23 mit. Viel wichtiger ist der Vertrag mit einer Klinik, den Du vor der Einschreibung brauchst, denn die Klinik wählt ihre Studierenden selbst aus, meist über Bewerbungsgespräche. Wo es einen NC gibt, lag er zuletzt im Schnitt zwischen 1,4 und 2,3.
Kann man Hebamme im Fernstudium studieren?
Nein, als Weg in den Beruf geht das leider nicht. Das Gesetz verlangt mindestens 2.200 Praxisstunden in Kliniken, bei freiberuflichen Hebammen und in hebammengeleiteten Einrichtungen, und dazu brauchst Du einen Vertrag mit einer verantwortlichen Praxiseinrichtung. Falls Du Fern- und Onlineangebote mit "Hebamme" im Namen findest, richten sie sich an Hebammen, die ihr Examen schon haben.
Wie viele Geburten muss ich im Studium selbst betreuen?
Bis zum Abschluss musst Du laut Studien- und Prüfungsverordnung mindestens 100 vorgeburtliche Untersuchungen machen, mindestens 40 Frauen unter der Geburt betreuen und mindestens 40 Geburten selbst durchführen. Weil alle Studierenden diese Zahlen erreichen müssen, hängt die Zahl der Studienplätze davon ab, wie viele Geburten es in der Partnerklinik gibt.
Was verdient man als Hebamme nach dem Studium?
Im öffentlichen Dienst steigst Du seit 2025 in die Entgeltgruppe P 11 ein. Dort bekommst Du in Stufe 2 nach dem Tarif, der ab 1. Mai 2026 gilt, 4.419,71 € brutto im Monat. Hebammen, die nach altem Recht ausgebildet wurden, starten in P 8 mit 3.701,21 €, und Dein Studienabschluss ist damit rund 718 € im Monat wert. Im Durchschnitt verdienen Hebammen 4.331 € brutto im Monat.
Brauche ich zuerst einen Studienplatz oder zuerst die Klinik?
In der Regel bewirbst Du Dich zuerst bei der Klinik. Bei den meisten Hochschulen brauchst Du den Vertrag zur akademischen Hebammenausbildung nämlich schon, um überhaupt zugelassen zu werden. Deshalb enden die Bewerbungsfristen der Kliniken oft ein halbes Jahr früher als die der Hochschulen. Wir raten Dir, als Erstes nachzusehen, welche Kliniken mit Deiner Wunschhochschule zusammenarbeiten.

Weiter zum Hebammenstudium

Dr. Mira Maier
myStipendium-Chefredakteurin

Zuletzt geprüft am 20. September 2026. Alle Zahlen in diesem Artikel stammen aus benannten Quellen mit Jahresangabe. Profil ansehen →

Quellen dieses Artikels Rechtlicher Rahmen: Hebammenreformgesetz vom 22.11.2019 (Bundesgesetzblatt I Seite 1759) und Hebammengesetz in der Fassung vom 01.01.2020, §§ 10, 11, 15, 27 ff., 34, 77 bis 79; Studien- und Prüfungsverordnung für Hebammen, § 2 sowie Anlagen 2 und 3 · Studiengänge, Regelstudienzeiten, Credits und Zulassungsangaben: myStipendium-Datenbank, Stand 20. September 2026 · Gehalt: Bundesagentur für Arbeit, Entgeltatlas, Berufsgattung 81353, Stichtag 31.12.2025, abgerufen am 20.09.2026 · Tarif: Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst, Entgelttabelle Pflege, und Tarifvertrag für Auszubildende des öffentlichen Dienstes, Besonderer Teil Pflege, jeweils gültig ab 01.05.2026; Entgeltgruppe P 11 für Hebammen mit Hochschulbildung seit 01.01.2025 · Geburten: Statistisches Bundesamt, Pressemitteilungen Nr. 146/2026 und Nr. 230/2026 · Freiberufliche Hebammen und Haftpflicht: GKV-Spitzenverband, Zahlen Daten Fakten Hebammenhilfe, Stand Oktober 2025 · Studienplätze und NC-Spanne: Deutscher Hebammenverband, Ausbildungszahlen, Stand 12.02.2025 · Studiengebühren und Platzzahlen einzelner Hochschulen: Angaben der FH des Mittelstands, der Fliedner Fachhochschule, der Charité, der TH Mittelhessen und der DHBW, abgerufen am 20.09.2026
Wozu wir bewusst keine Zahl nennen Es gibt keine amtliche Zahl der Hebammen in Deutschland. Das Statistische Bundesamt erhebt Gesundheitspersonal, veröffentlicht daraus aber keinen aktuellen, eindeutigen Wert für diesen Beruf. Häufig kursierende Zahlen um 27.000 stammen aus Zusammenstellungen Dritter. Wir nennen deshalb nur die belegbare Zahl der freiberuflichen Hebammen.
Es gibt keine amtliche Studierendenzahl für Hebammenwissenschaft. Das Statistische Bundesamt führt das Fach erst seit dem Wintersemester 2025/26 als eigenen Studienbereich; Zahlen dafür liegen noch nicht vor. Die 1.650 Studienplätze sind eine Erhebung des Hebammenverbands, keine amtliche Statistik - der Verband weist selbst darauf hin, dass es keine zentrale Bundeserfassung gibt.
Es gibt keinen eigenen Engpasswert für Hebammen. Die Fachkräfteengpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit weist diesen Beruf nicht einzeln aus, sondern nur das Aggregat der Pflegeberufe. Dass Hebammen ein Engpassberuf seien, wird oft behauptet; in der Primärquelle steht es mit Punktwert nicht.
Wir nennen keine gesetzliche Creditzahl. Das Hebammengesetz regelt Stunden, keine ECTS. Wer "210 ECTS sind vorgeschrieben" schreibt, gibt die Praxis einzelner Hochschulen als Gesetz aus.

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