Wo kann ich Geowissenschaften studieren?
70 Studiengänge an 30 Universitäten in 28 Städten. Davon sind 32 Bachelor und 38 Master - das Fach läuft also überwiegend bis zum Master. Für den Anfang ist die wichtigste Zahl eine andere: 28 der 32 Bachelor sind ohne Zulassungsbeschränkung, nur vier haben eine. Alle 30 Adressen sind Universitäten oder Technische Universitäten; an Fachhochschulen gibt es den Studiengang Geowissenschaften nicht. Ein Fernstudium oder ein duales Studium führt unsere Datenbank im Fach ebenfalls nicht: null und null.
| Hochschule | Ort | Studiengänge | davon Bachelor |
|---|---|---|---|
| Uni Bremen | Bremen | 5 | 2 |
| Uni Jena | Jena | 5 | 2 |
| TU Darmstadt | Darmstadt | 4 | 2 |
| Ruhr-Universität Bochum | Bochum | 3 | 1 |
| TU Freiberg | Freiberg | 3 | 0 |
| Uni Greifswald | Greifswald | 3 | 1 |
| Uni Hannover | Hannover | 3 | 1 |
| Uni Kiel | Kiel | 3 | 1 |
| Uni Potsdam | Potsdam | 3 | 1 |
| Uni Tübingen | Tübingen | 3 | 1 |
| KIT Karlsruhe | Karlsruhe | 2 | 1 |
| LMU München | München | 2 | 2 |
| RWTH Aachen | Aachen | 2 | 1 |
| TU Clausthal | Clausthal-Zellerfeld | 2 | 1 |
| Uni Erlangen (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg) | Erlangen | 2 | 1 |
| Uni Frankfurt | Frankfurt am Main | 2 | 1 |
| Uni Freiburg | Freiburg im Breisgau | 2 | 1 |
| Uni Göttingen | Göttingen | 2 | 1 |
| Uni Halle | Halle (Saale) | 2 | 1 |
| Uni Hamburg | Hamburg | 2 | 1 |
| Uni Heidelberg | Heidelberg | 2 | 1 |
| Uni Koblenz | Koblenz | 2 | 1 |
| Uni Köln | Köln | 2 | 1 |
| Uni Mainz | Mainz | 2 | 1 |
| Uni Münster | Münster | 2 | 1 |
| Constructor University (ehemals: Jacobs University) | Bremen | 1 | 1 |
| TUM (TU München) | – | 1 | 1 |
| Uni Bayreuth | Bayreuth | 1 | 0 |
| Uni Bonn | Bonn | 1 | 1 |
| Uni Trier | Trier | 1 | 1 |
Eigene Auswertung der myStipendium-Datenbank, Stand 20.09.2026. Gezählt sind Studiengänge, die Geowissenschaft, Geoscience oder Earth Science im Namen tragen; Geologie, Geografie, Geophysik und Geoinformatik sind eigene Fächer mit eigenen Artikeln und hier nicht mitgezählt.
Die meisten Studiengänge führen die Uni Bremen und die Uni Jena mit je fünf, danach kommt die TU Darmstadt mit vier; sieben weitere Universitäten bieten je drei an. Zwei Adressen sind nur für Fortgeschrittene: Die TU Freiberg und die Uni Bayreuth führen im Fach ausschließlich Master und keinen Bachelor. Heißt ein Studiengang Angewandte Geowissenschaften - so wie an der TU Darmstadt -, ist er stärker auf die Praxis ausgerichtet als auf die Theorie. Drei Zeilen der Tabelle sind Doppel-Einträge, meist eine Vollzeit- und eine Teilzeitvariante: Nicht jede Zeile ist also ein eigenes Angebot. Und wer aus älteren Übersichten die Master in Leipzig und Marburg kennt - unter diesem Fachnamen stehen sie heute nicht mehr in unserer Datenbank.
Welche Voraussetzungen brauchst Du?
28 von 32 Bachelor sind zulassungsfrei. Von den 32 Bachelor-Studiengängen im Fach haben nur vier eine Zulassungsbeschränkung. In den meisten Fällen entscheidet also nicht Deine Abiturnote, sondern ob Du Dich rechtzeitig einschreibst. Eine NC-Zahl nennen wir hier bewusst nicht: Ein NC gilt immer nur für ein Semester an einer Hochschule, und die Werte in unserer Datenbank sind dafür zu alt. Es gibt nur zwei Zustände - mit Zulassungsbeschränkung oder ohne.
Welchen Schulabschluss? In der Regel brauchst Du die allgemeine Hochschulreife. Je nach Bundesland und Hochschule kommst Du auch mit Fachhochschulreife oder über eine Berufsausbildung mit Berufserfahrung hinein. Was genau gilt, steht in der Zulassungsordnung der Universität, bei der Du Dich bewirbst. Einen Eignungstest oder ein eigenes Auswahlverfahren verlangt das Fach üblicherweise nicht.
Kein Fernstudium, kein duales Studium. Beides führt unsere Datenbank im Fach nicht - null Fernstudiengänge, null duale Studiengänge. Wenn Du neben dem Beruf oder von zu Hause studieren willst, ist Geowissenschaften der falsche Studiengang: Labor, Geländearbeit und Exkursionen lassen sich schlecht aus der Ferne machen. Auch eine Geowissenschaftler-Ausbildung im Sinne einer Lehre ist kein Weg in dieses Feld. Die Bundesagentur für Arbeit weist für die passende Berufsgruppe gar keine Fachkraftstufe aus - der Einstieg läuft fast nur über ein Studium.
- Dich Physik, Chemie, Biologie und Mathematik nicht abschrecken
- Du gern draußen im Gelände arbeitest und trotzdem Laborstunden aushältst
- Dich Rohstoffe, Klima, Wasser und Naturgefahren interessieren
- Du den Master von Anfang an mitplanst
- Du für das Studium in eine der 28 Studienstädte ziehen kannst
- Du ein Fernstudium oder ein duales Studium suchst - beides gibt es im Fach nicht
- Du nach sechs Semestern fertig sein willst: 38 Master gegen 32 Bachelor sprechen dagegen
- Du Lehrerin oder Lehrer werden willst - dafür führt der Weg über Geografie
- Du einen Studiengang mit festem Berufsbild und klarem Titel suchst
- Dir das Gehalt wichtiger ist als das Thema
Geowissenschaften-Gehalt: Was verdienst Du damit?
Für das Geowissenschaftler-Gehalt gibt es einen belastbaren Anker: 5.623 € brutto im Monat. Das ist der Wert der Bundesagentur für Arbeit für die Berufsgruppe 421 Geologie, Geografie und Meteorologie auf der Expertenebene, also für Tätigkeiten, für die ein Hochschulabschluss vorausgesetzt wird. Er beruht auf 8.890 Beschäftigten.
Bundesagentur für Arbeit, Entgeltatlas, Bruttomonatsentgelt, Berufsgruppe 421 Geologie, Geografie und Meteorologie, Anforderungsniveau Expertenebene, Stand 2024.
Bundesagentur für Arbeit, Entgeltatlas, Stand 2024
Keine Fachkraftstufe. Eine Stufe unter dem Spezialisten weist die Statistik für diese Berufsgruppe gar keine Werte aus. Das sagt viel darüber, wie das Feld funktioniert: Es führt fast nur über akademische Wege in den Beruf. Auf der Spezialistenebene stehen 799 Beschäftigte, auf der Expertenebene 8.890 - das Gewicht liegt klar beim Hochschulabschluss, und darum ist der Master in diesem Fach die Regel.
Bundesagentur für Arbeit, Entgeltatlas, Stand 2024
Geowissenschaften zahlen weniger als die beiden Nachbarfächer: 5.623 € stehen 6.800 € in der Physik und 7.207 € in der Chemie gegenüber, jeweils auf der Expertenebene. Warum das so ist, können wir nicht belegen, und wir erfinden hier keine Erklärung. Zwei Dinge gehören aber dazu: Die Zahl gilt jeweils für eine ganze Berufsgruppe, und in der Gruppe 421 stecken neben der Geologie auch Geografie und Meteorologie. Wenn Dir das Gehalt wichtiger ist als das Thema, schau Dir das Physik-Studium an.
Und das Einstiegsgehalt? Eine geprüfte Zahl für den ersten Gehaltszettel haben wir nicht, deshalb steht hier keine. Der Entgeltatlas weist Gehälter über alle Berufsjahre hinweg aus, nicht den Berufseinstieg. Auch eine Gehaltsentwicklung über zehn Jahre können wir nicht belegen: Die Statistik unterscheidet nach Anforderungsniveau, nicht nach Berufsjahren. Was in älteren Übersichten als Einstiegsgehalt, Zufriedenheitsquote oder Beschäftigungsquote steht, stammt meist aus Absolventenbefragungen ohne Jahresangabe - solche Zahlen nennen wir hier nicht mehr.
Was Du tatsächlich verdienst, hängt vor allem davon ab, wo Du landest. Behörden, geologische Landesämter und Universitäten zahlen nach Tarif; Ingenieurbüros, Versicherungen und Industrie zahlen frei. Eine Promotion öffnet viele Stellen in der Forschung überhaupt erst - um wie viel sie das Gehalt hebt, können wir nicht mit einer Quelle belegen.
Welche Geowissenschaften-Berufe gibt es?
Nach dem Studium arbeitest Du am Schreibtisch, im Labor oder draußen im Gelände - oft in derselben Woche. Was kann man mit Geowissenschaften machen? Das sind die Felder, in denen Geowissenschaftler und Geowissenschaftlerinnen tatsächlich arbeiten.
Geowissenschaften-Berufsaussichten. Eine eigene Statistik dazu führen wir nicht, und wir erfinden hier keine. Zwei Dinge lassen sich belegen: Die Berufsgruppe 421 zählt auf der Expertenebene 8.890 Beschäftigte - das Feld ist überschaubar. Und es gibt kaum einen Weg hinein ohne Studium, weil die Statistik unterhalb der Spezialistenebene niemanden ausweist. Wer früh Praktika macht, Geländearbeit sammelt und im Master einen klaren Schwerpunkt setzt, startet leichter als jemand, der erst nach der Masterarbeit anfängt zu suchen.
Was lernst Du im Geowissenschaften-Studium?
Der Studiengang Geowissenschaften nimmt sich die Erde als System vor: Gesteine, Wasser, Luft, Eis und die Prozesse dazwischen. Deshalb fängt er bei den Grundlagen an - Physik, Chemie, Biologie und Mathematik. Erst danach wird es geologisch.
- Physik, Chemie, Biologie und Mathematik als Handwerkszeug
- Geologie: Aufbau der Erdkruste, Gesteine und ihre Entwicklungsgeschichte
- Geophysik: physikalische Prozesse in Erdinnerem, Ozeanen und Atmosphäre
- Geographie: die physische Beschaffenheit der Erdoberfläche
- Rohstoffkunde: Gewinnung, Eigenschaften und Folgen der Rohstoffnutzung
- Emissions- und Umweltschutz: Belastungen beurteilen und verringern
- Laborarbeit: die Beschaffenheit von Proben selbst untersuchen
- Mineralogie: Entstehung und Eigenschaften von Mineralien
- Hydrologie und Limnologie: Wasser im Untergrund und in Binnengewässern
- Ozeanografie: die Wissenschaft der Meere
- Glaziologie: Eis und Schnee
- Bodenkunde: Entstehung und Entwicklung von Böden
- Geotechnik: die technischen Eigenschaften des Baugrunds
- Kartografie und Fernerkundung
- Geoinformatik: raumbezogene Daten erfassen, auswerten, darstellen
- Humangeografie: Mensch und Raum
Wer Vulkanologie studieren will, sucht deshalb nicht nach einem eigenen Studiengang, sondern nach der Universität, an der eine Arbeitsgruppe dazu forscht. Für Glaziologie gilt dasselbe. Beides sind Arbeitsgebiete innerhalb der Geowissenschaften, keine eigenen Abschlüsse.
Ablauf und Abschluss. Der Bachelor dauert 6 Semester und endet als Bachelor of Science; einzelne Studiengänge führen zum Bachelor of Arts. Darauf folgt der Master of Science. Andere Abschlüsse gibt es im Fach nicht - kein Diplom, kein Staatsexamen. Exkursionen gehören fast immer dazu: Du vermisst Gelände, nimmst Proben und wertest sie anschließend selbst aus. Studiengänge mit dem Zusatz Angewandte Geowissenschaften verlangen häufiger Praktika.
Ist das Geowissenschaften-Studium schwer? Eine Abbruchquote für dieses Fach haben wir nicht belegt, deshalb steht hier keine Zahl. Was Du erwarten kannst: Die ersten Semester sind Naturwissenschaft pur, mit Klausuren in Physik, Chemie und Mathematik. Wer daran Freude hat, kommt durch; wer sich Erdkunde mit Reisen vorgestellt hat, erlebt eine Überraschung. Die Gelände- und Laborarbeit ist der Teil, den die meisten unterschätzen - und der Teil, der später Deinen Lebenslauf trägt.
Geowissenschaften, Geologie oder Geografie: der Unterschied
Was ist Geowissenschaft? Der Begriff ist das Dach über mehreren Fächern. Die Geologie schaut auf Gesteine und den Aufbau der Erdkruste, die Geophysik auf physikalische Prozesse im Erdinneren, die Geoinformatik auf raumbezogene Daten. Ein Studiengang Geowissenschaften nimmt von allem etwas und lässt Dich später wählen. Das ist der Vorteil, wenn Du noch unentschlossen bist - und der Nachteil, wenn Du Dein Thema schon kennst.
Ein Unterschied ist für Deine Planung wichtig: Geografie hat einen Lehramtszweig, Geowissenschaften nicht. Aus dem Schulfach wird hier also kein Beruf - Geowissenschaftler, Erdkunde-Lehrer und Geograf sind drei verschiedene Wege. Und es geht nicht um Geographie-Allgemeinwissen, sondern um Messwerte, Karten, Gesteinsproben und Modelle.
Auch unsere Zählung hängt an den Namen: In den 70 Studiengängen stecken nur solche, die Geowissenschaft, Geoscience oder Earth Science im Titel tragen. Namen wie Geoökologie, Umweltwissenschaften-Studium oder Angewandte Geologie sind deshalb nicht dabei - sie sind nicht weniger wert, sie sind nur anders benannt. Wer ein Steinkunde-Studium sucht, meint meistens Mineralogie oder Gesteinskunde; beides steckt als Teilgebiet in den Geowissenschaften.
Verwechselt wird das Fach gelegentlich mit den Geisteswissenschaften. Ein Studium Geisteswissenschaften dreht sich um Sprache, Geschichte und Kultur. Geowissenschaften sind Naturwissenschaften, auch wenn einzelne Studiengänge mit dem Bachelor of Arts abschließen.
Was kostet das Studium und wie finanzierst Du es?
Einen Preis nennen wir hier bewusst nicht. Das Gebührenfeld in unserer Datenbank ist nicht verlässlich, und den Semesterbeitrag setzt jede Universität selbst fest und ändert ihn regelmäßig. Den aktuellen Betrag findest Du auf der Seite Deiner Wunschuniversität, meist unter Semesterbeitrag oder Rückmeldung. Rechne in diesem Fach zusätzlich mit Kosten für Exkursionen, Ausrüstung und Fahrten ins Gelände.
Die größte Position ist ohnehin nicht die Hochschule, sondern der Lebensunterhalt - und zwar über Bachelor und Master hinweg, weil das Fach überwiegend bis zum Master läuft. Dafür gibt es mehrere Wege, und sie schließen einander nicht aus. Ein Stipendium musst Du nie zurückzahlen, und es hängt nicht nur an Noten: Viele Förderungen fragen nach Herkunft, Engagement oder Fachrichtung.
BAföG und Nebenjob. Wenn Du neben dem Studium arbeitest, gibt es eine Verdienstgrenze fürs BAföG. Die Beträge ändern sich regelmäßig, deshalb steht hier keine Zahl - der BAföG-Rechner sagt Dir, was aktuell gilt. Im Fach selbst ist eine Hilfskraftstelle an einem Institut meist der beste Nebenjob: Du verdienst Geld und sammelst genau die Erfahrung, nach der später gefragt wird.