Was ist Geophysik?Physik, angewendet auf die Erde. Du misst Erdbebenwellen, Schwerefeld und Magnetfeld an der Oberfläche und rechnest daraus ein Bild von dem, was darunter liegt.Bekanntestes Teilgebiet ist die Seismologie. Alle 12 Studiengänge im Bestand tragen Geophysik im Namen.
Brauche ich einen NC?Meist nicht: 5 von 6 Bachelor sind zulassungsfrei, 1 haben einen NC.Welcher Schnitt zuletzt gereicht hat: NC-Werte je Hochschule.
Wo kann ich studieren?12 Studiengänge an 8 Hochschulen. Verteilt auf 7 Orte, durchweg Universitäten – eine Fachhochschule ist nicht dabei.6 Bachelor, 6 Master. Kein Fernstudium, kein duales Studium.
Wie lange dauert es?Bachelor und Master sind hier ein Paket. Auf 6 Bachelor kommen genauso viele Master – der Bachelor allein ist in diesem Fach selten das Ziel.Wie viele Semester Dein Studiengang vorsieht, steht in der Studien- und Prüfungsordnung der Hochschule.
Was verdienst Du damit?5.623 € brutto im Monat in der Berufsgruppe Geologie, Geografie und Meteorologie, auf der obersten Stufe, die veröffentlicht wird.Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, gerechnet aus 8.890 Beschäftigten, Stand 2024.
Wo kann ich Geophysik studieren?
Geophysik kannst Du in Deutschland nur an Universitäten und nur vor Ort studieren, weil das Fach Labor, Rechner und Gelände braucht. Der Zugang ist offen, denn fast alle Bachelor-Studiengänge kommen ohne NC aus.
Eigene Auswertung der myStipendium-Datenbank, Stand 23.09.2026; gezählt sind alle Studiengänge, die "Geophysik" im Namen tragen – Geophysik hat bei uns keinen eigenen Fach-Tag, der Beratungsdienst der Bundeswehr ist ausgenommen, Zertifikatskurse zählen nicht mit, und die Nachbarfächer mit eigenem Fach-Tag und eigenem Artikel sind nicht enthalten.
Vier Universitäten bieten das Fach doppelt an, also im Bachelor und im Master: das KIT Karlsruhe, die TU Freiberg, die Uni Münster und die Uni Hamburg. Welche Uni zu Dir passt, hängt hier weniger von der Entfernung zu Deinem Wohnort ab als vom Schwerpunkt. In Köln und Bonn ist die Geophysik mit der Meteorologie verbunden, in Hamburg mit der Ozeanographie und in Freiberg im Bachelor mit der Geoinformatik. Karlsruhe, Münster und Kiel bieten das Fach unter seinem eigenen Namen an. Wir raten Dir deshalb, Dir vor der Bewerbung auch die Institute und das Modulhandbuch anzusehen, denn der Studiengangsname allein verrät Dir wenig.
Was kannst Du mit Geophysik werden?
Geophysiker oder Geophysikerin ist kein geschützter Titel, und die Bundesagentur für Arbeit führt dafür nicht einmal eine eigene Berufsgruppe. In ihrer Statistik läuft das Fach unter "Geologie, Geografie und Meteorologie". Das verrät Dir schon viel über die Berufe, die Dir mit einem Geophysik-Studium offenstehen, denn sie verteilen sich über mehrere Branchen, statt hinter einem einzigen Jobtitel zu stehen. Gemeinsam ist ihnen eine Aufgabe, die Dich durch das ganze Studium begleitet: Du machst aus Messdaten eine Aussage über etwas, das niemand sehen kann.
Seismologie und ErdbebenbeobachtungErdbebendienste der Länder, Bundesanstalten und Forschungsinstitute betreiben Messnetze rund um die Uhr. Als Seismologe oder Seismologin ortest Du Ereignisse, prüfst Signale und lieferst die Grundlage für Gefahrenkarten.
BehördenForschung
Exploration und RohstoffeLagerstätten suchen und bewerten – mit Seismik, Geoelektrik und Magnetik. Wer für einen Rohstofflieferanten oder einen Energieversorger arbeitet, ist oft im Gelände und häufig im Ausland unterwegs.
IndustrieAusland
Geothermie und EnergieVor jeder Erdwärmebohrung steht eine geophysikalische Erkundung. Dazu kommen Speicher- und Untergrundprojekte der Energiewirtschaft.
EnergieIngenieurbüro
Ingenieurgeophysik und BaugrundUntersuchungen zur Stabilität von Bauwerken, Straßen und Deichen, Suche nach Hohlräumen und Altbergbau, Erkundung vor großen Bauvorhaben.
BauIngenieurbüro
Umwelt und AltlastenÜberwachung von Deponien, Umweltverträglichkeitsprüfungen, Suche nach Schadstofffahnen im Untergrund, Beiträge zum Hochwasserschutz.
UmweltÖffentlicher Dienst
Klima, Ozean und AtmosphäreWer über eine Kombination mit Meteorologie oder Ozeanographie eingestiegen ist, landet häufig in der Klimaforschung, bei Wetterdiensten oder in der Meeresforschung.
ForschungInstitute
Daten, Modellierung und SoftwareSignalverarbeitung, Inversion, Simulation. Diese Fähigkeiten sind auch außerhalb des Fachs gefragt – viele Absolventen gehen in die Datenanalyse oder in die Softwareentwicklung.
ITIndustrie
Naturgefahren, Versicherung und BeratungVersicherer und Consultingunternehmen brauchen Leute, die Erdbeben-, Rutschungs- und Setzungsrisiken einschätzen und die Modelle dahinter erklären können.
VersicherungBeratung
Forschung und LehreHochschulen und außeruniversitäre Institute. Der Weg führt über den Master und in aller Regel über die Promotion.
HochschuleInstitute
Geodaten und KartographieGewinnung und Aufbereitung von Geodaten für Karten, Kataster und Fachinformationssysteme – die Brücke zur Geoinformatik.
VerwaltungGeoinformatik
Als Arbeitgeber kommen für Dich vor allem Behörden und öffentliche Einrichtungen in Frage, außerdem Landesämter und Erdbebendienste, Ingenieurbüros, Bauunternehmen sowie Energie- und Rohstoffunternehmen. Auch Versicherungen, Consultingunternehmen, Umweltschutzorganisationen, Hochschulen und Forschungsinstitute gehören dazu. Viele dieser Stellen tragen das Wort Geophysiker gar nicht im Titel. Sie heißen nach der Aufgabe, zum Beispiel Sachbearbeitung Baugrund, Data Scientist oder wissenschaftliche Mitarbeiterin. Wenn Du bei der Jobsuche nur nach dem Fachnamen suchst, siehst Du deshalb nur einen Bruchteil des Arbeitsmarkts.
Verwandte Berufsbilder beschreiben wir in eigenen Artikeln, zum Beispiel den Geologen. Und wenn Du das Fachliche noch breiter aufstellen willst, lohnt der Blick auf die Geowissenschaften und die Umweltwissenschaften.
Berufsaussichten nach dem Geophysik-Studium
Wenn Du wissen willst, wie gut Deine Berufsaussichten sind, lohnt zuerst ein Blick auf die Größe des Feldes. Eine eigene Berufsgruppe "Geophysik" führt die Bundesagentur für Arbeit nicht. Wir haben deshalb in der Gruppe Geologie, Geografie und Meteorologie nachgesehen, und die ist überschaubar:
8.890
in Geologie, Geografie und Meteorologie
oberste Stufe, die die Bundesagentur für diese Gruppe veröffentlicht
799
auf der Stufe darunter
dieselbe Berufsgruppe, Spezialistenniveau
15.321
in der Berufsgruppe Physik
zum Vergleich, oberste veröffentlichte Stufe
Beschäftigtenzahlen aus dem Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, Deutschland, alle Altersgruppen, beide Geschlechter, alle Branchen, Stand 2024. Die Gruppen umfassen jeweils alle Fachrichtungen, nicht nur Absolventen der Geophysik.
Diese Verteilung ist ungewöhnlich, und wir halten sie für die wichtigste Information in diesem Abschnitt. Auf der obersten Stufe arbeiten 8.890 Beschäftigte, auf der Stufe darunter nur 799, und für das Helfer- und Fachkraftniveau veröffentlicht die Bundesagentur in dieser Gruppe gar nichts. Ohne Hochschulabschluss kommst Du in dieses Berufsfeld also praktisch nicht hinein. Das hat für Dich zwei Seiten.
Was für Dich spricht
Dein Abschluss ist Deine Eintrittskarte.
Du musst nicht mit Quereinsteigern ohne Studium konkurrieren.
Was Du wissen solltest
Das Feld ist klein.
Statt eines Massenmarkts für Geophysikerinnen und Geophysiker gibt es viele spezialisierte Stellen.
Quoten in Prozent nennen wir Dir bewusst nicht. Abschluss-, Beschäftigungs- und Zufriedenheitsquoten stehen zwar seit Jahren in vielen Studienportalen, aber belastbar belegen lässt sich davon nichts. Was wir Dir stattdessen sagen können, ist, dass die Nachfrage aus mehreren Richtungen gleichzeitig kommt. In der Energiewende geht es um Erdwärme und Untergrundspeicher, im Infrastrukturbau um die Erkundung des Baugrunds. Behörden und Versicherungen brauchen Wissen über Naturgefahren, und dazu kommen die Rohstoffe und die Forschung.
Mit drei Dingen verbesserst Du Deine Berufsaussichten im Geophysik-Studium spürbar. Alle drei hast Du selbst in der Hand, und zwar schon während des Studiums:
1. Programmier- und Datenkenntnisse
Sie sind der Unterschied zwischen "kennt die Methode" und "kann sie anwenden".
2. Gelände- und Messerfahrung
Aus Praktika, Hilfskraftstellen und Kampagnen – in einem kleinen Fach zählen Kontakte mehr als anderswo.
3. Englisch
Ein Teil der Stellen in Exploration und Forschung ist international ausgeschrieben.
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Mit Geophysik verdienst Du im Durchschnitt 5.623 € brutto im Monat. Als Berufsanfänger startest Du darunter.
5.623 €
Durchschnittsgehalt
brutto im Monat
Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, Berufsgruppe Geologie, Geografie und Meteorologie, oberste veröffentlichte Stufe, Stand 2024.
Geophysik und KI: Wie zukunftssicher ist das Fach?
Kurze Antwort: In Teilen, denn die Messmethoden gelten inzwischen als automatisierbar, während das IAB das Deuten des Untergrunds und die Forschung als nicht ersetzbar einstuft. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) berechnet im Job-Futuromat, welcher Anteil der Kerntätigkeiten eines Berufs mit heutiger Technik automatisierbar wäre. Wir haben dort für Dich nachgesehen, und beim Geophysiker sind es 5 von 13.
Wie viel Software in diesen Berufen schon übernehmen könnte
Jedes Kästchen steht für eine Kerntätigkeit des Berufs. Orange heißt: Das könnte Software nach heutigem Stand erledigen. Wie viele Stellen wegfallen, sagt das nicht.
Geophysiker
5 von 13
Kerntätigkeiten automatisierbar
Seismik, Georadar und Messtechnik
Meteorologe
3 von 7
Kerntätigkeiten automatisierbar
Messtechnik und Wetterbeobachtung
Geoinformatiker
7 von 20
Kerntätigkeiten automatisierbar
Bis 2019 galt keine als ersetzbar
Quelle: IAB Job-Futuromat, Berufe „Geophysiker/in“, „Meteorologe/Meteorologin“ und „Geoinformatiker/in“; Stand der Technik 2022, abgerufen am 24.09.2026.
Das IAB selbst warnt davor, die Werte als Stellenprognose zu lesen, denn ein hoher Wert bedeutet nicht, dass ein Beruf verschwindet. Umgekehrt heißt ein niedriger Wert nicht, dass sich der Beruf nicht verändert.
Den großen Sprung gab es mit dem Stand der Technik von 2022. Bis 2019 galt beim Geophysiker keine einzige Kerntätigkeit als ersetzbar, beim Stand von 2022 sind es 38 %. Die Messung kann also eine Maschine liefern, die Schlussfolgerung über den Untergrund ziehst aber weiterhin Du. Bei Wetter und Geodaten zeigt sich dasselbe Muster.
Beruf
Das kann Software übernehmen
Das bleibt bei Dir
Geophysiker
die Messmethoden, also Seismik, Georadar, Messtechnik, Baugrunduntersuchung und die Prospektion von Bodenschätzen
Erdbebenforschung, Geothermik, Tektonik, Geotechnik, Lagerstättenkunde und Forschung
Meteorologe
Messtechnik, Datenaufbereitung und Wetterbeobachtung
Klimatologie, Gutachten und Forschung
Geoinformatiker
7 von 20 Kerntätigkeiten, darunter Programmieren, GIS und Datenbankmanagement
Datenanalyse, Statistik und Softwareentwicklung
Wenn Du Dich spezialisierst, sind Gefahrenbewertung, Geothermie-Erkundung und Forschung die robusteren Richtungen. Routinemessungen im Baugrund oder in der Exploration sind dagegen der Teil des Fachs, den Software und Sensorik am ehesten übernehmen. Falls Du später über die Datenschiene in die IT wechseln möchtest, solltest Du auch auswerten können und Dich nicht nur aufs Codeschreiben verlassen.
Die drei Punkte aus den Berufsaussichten weiter oben, also Programmieren, Geländeerfahrung und Englisch, bleiben für Dich deshalb richtig.
Welche Voraussetzungen brauchst Du?
Formal brauchst Du für ein Geophysik-Studium die allgemeine oder die fachgebundene Hochschulreife, eine bestimmte Abiturnote dagegen meist nicht. Alle acht Hochschulen, die wir gefunden haben, sind Universitäten und Technische Universitäten, und eine Fachhochschule ist nicht dabei. Für Dich ist der Weg über das Abitur deshalb der Normalfall.
Die drei Wege zum Studienplatz
Geophysik ist eines der offeneren naturwissenschaftlichen Fächer
1. Ohne Zulassungsbeschränkung einschreiben
5 der 6 Bachelor sind ohne Zulassungsbeschränkung. Dort brauchst Du keine bestimmte Abiturnote: Wer die formalen Bedingungen erfüllt, bekommt einen Platz.
2. Über die Auswahl im zulassungsbeschränkten Bachelor
Genau ein Bachelor ist zulassungsbeschränkt. Konkrete Notengrenzen nennen wir bewusst nicht - sie entstehen jedes Semester neu aus der Zahl der Bewerbungen, und alte Werte führen in die Irre.
3. Bachelor, dann Master
Auf 6 Bachelor kommen genauso viele Master, der Bachelor allein ist selten das Ziel. Eine klassische Ausbildung zum Geophysiker gibt es nicht: Wer nach einer Geophysiker-Ausbildung sucht, meint diesen Studienweg. Als Einstieg zählen stattdessen Praktika, Geländekampagnen und Hilfskraftstellen am Institut.
Geophysik passt zu Dir, wenn Dich interessiert, was unter der Oberfläche liegt und wie man das misst, ohne zu graben. Das gilt vor allem, wenn Du Physik magst und ein Anwendungsfeld dafür suchst. Das Fach ist klein, man kennt sich untereinander, und es legt Dich nicht auf genau einen Beruf fest. Ortsunabhängig studieren kannst Du allerdings nicht, denn keiner der 12 Studiengänge ist ein Fernstudium, und ein duales Studium gibt es in diesem Fach auch nicht. Wenn keiner der 7 Studienorte für Dich in Frage kommt, wird es deshalb schwierig.
Was solltest Du mitbringen?
Auch ohne Abitur möglich
Abgeschlossene Ausbildung mit Berufserfahrung: öffnet an vielen Hochschulen die Tür
Anerkannte Aufstiegsfortbildung: ebenso
Was genau gilt, steht in der Zulassungsordnung der Hochschule, denn die Regeln sind Ländersache
Was Du faktisch mitbringen solltest
Mathematik und Physik - musst Du nicht lieben, aber aushalten: In den ersten Semestern sind sie der größte Block. Ein Leistungskurs Physik ist nirgends Pflicht
Ausdauer am Rechner - Messdaten werden nicht gelesen, sondern verarbeitet. Wer programmieren lernt, hat es im ganzen Studium leichter
Bereitschaft fürs Gelände - Geländepraktika und Exkursionen gehören dazu
Englisch - brauchst Du spätestens beim ersten Fachartikel
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Geophysik ist Physik, angewendet auf die Erde. Weil niemand in die Erdkruste hineinsehen kann, misst Du an der Oberfläche. Aus diesen Messwerten rechnest Du ein Bild dessen, was darunter liegt.
Was zum Fach gehört
Messen, rechnen und weit über die Erdkruste hinaus
Messen an der Oberfläche
Wellen, Schwere, Magnetfeld, Strom
Du misst, wie sich Erdbebenwellen ausbreiten und wie stark das Schwerefeld an einem Punkt ist. Du verfolgst außerdem, wie das Magnetfeld verläuft und wie gut der Untergrund Strom leitet.
Auswerten und rechnen
Jede Messung wird erst durch ihre Auswertung zu einer Aussage
Das Fach ist von Anfang an so rechnerlastig wie kaum ein anderes Naturfach. Signalverarbeitung und Programmieren gehören für Dich also fest zum Handwerk.
Über die Erdkruste hinaus
Physik der Ozeane, der Erdatmosphäre und der anderen Planeten unseres Sonnensystems
An der Erdkruste hört das Feld nicht auf. Deshalb haben wir in unserer Datenbank neben der reinen Geophysik auch Kombinationen mit Meteorologie und mit Ozeanographie gefunden.
Nicht zu verwechseln
Geologie
denkt vom Gestein her
Geographie
denkt von der Landschaft her
Geophysik
misst an der Oberfläche und rechnet daraus ein Bild des Untergrunds
12 Studiengänge
Die Teilgebiete der Geophysik
Welche davon eine Hochschule stark besetzt, siehst Du an ihren Instituten – nicht am Studiengangsnamen
SeismologieErdbebenwellen messen, orten und auswerten – und aus ihnen den Aufbau des Erdinneren ableiten. Das bekannteste Teilgebiet und der Grund, warum viele nach einem Seismologie-Studium suchen. In unserem Bestand trägt kein einziger Studiengang Seismologie im Namen: Wer Seismologe oder Seismologin werden will, studiert Geophysik.
Geodynamik und PlattentektonikWarum sich Kontinente bewegen, wie sich Spannungen aufbauen und wo sie sich entladen.
VulkanologieMagmenbewegung, Hebung, Gasaustritt – die Vorboten eines Ausbruchs sind zuerst physikalische Messwerte.
Geomagnetik und GravimetrieErdmagnetfeld und Schwerefeld. Beide verraten, wie dicht und wie magnetisierbar das Material im Untergrund ist.
Angewandte GeophysikDieselben Methoden, aber mit einem Auftrag: Rohstoffe und Lagerstätten suchen, Baugrund erkunden, Altlasten und Hohlräume finden.
GeothermieWärmestrom und Temperaturverteilung im Untergrund – die Grundlage jeder Erdwärmenutzung.
Physik der Ozeane und der AtmosphäreStrömungen, Schichtung, Wellen. In den Kombinationsstudiengängen mit Ozeanographie und Meteorologie steht dieser Teil im Zentrum.
Planetare GeophysikDieselben Fragen, anderer Körper: Aufbau und Felder von Mond, Mars und den übrigen Planeten.
Geophysik grenzt an mehrere Fächer, denen wir jeweils eine eigene Seite gewidmet haben. Deren Studiengänge haben wir deshalb nicht bei den 12 oben mitgezählt. Wenn Du noch unsicher bist, welches Fach Du suchst, hilft Dir der Vergleich:
Im Geophysik-Studium kommt zuerst die Physik, und die Erde kommt erst später dazu. In den ersten Semestern sitzt Du in denselben Vorlesungen wie die Physikstudenten und hörst Experimentalphysik und theoretische Physik, dazu Mathematik in großer Dosis. Falls Du mit den mathematischen Grundlagen fremdelst, merkst Du das also früh. Erst danach verschiebt sich Dein Stundenplan in Richtung Erde.
Typische Module im Geophysik-Studium
Was davon Pflicht ist und wann es kommt, steht im Modulhandbuch Deiner Hochschule
ExperimentalphysikMechanik, Wärme, Elektrizität, Optik – mit Praktikum im Labor.
Theoretische PhysikDie Rechenmaschine hinter den Modellen: Mechanik, Elektrodynamik, Kontinuumsmechanik.
Mathematische Methoden und AnalysisAnalysis, lineare Algebra, Differentialgleichungen. Ohne sie lässt sich kein Wellenfeld beschreiben.
Programmieren und DatenverarbeitungMeist Pflicht und in der Praxis der wichtigste Einzelbaustein. Geophysik heißt zu großen Teilen: große Datensätze auswerten.
Geophysik des ErdkörpersAufbau, Dichte, Temperatur und Felder der Erde – das Kernfach.
SeismologieWellenausbreitung, Erdbebenortung, Auswertung von Seismogrammen.
Geodynamik und PlattentektonikBewegung und Verformung der Erdkruste, Spannungsfelder, Gebirgsbildung.
GeothermieWärmefluss im Untergrund und seine Nutzung.
VulkanologieAufstieg und Ausbruch von Magma, Beobachtung aktiver Vulkane.
Mineralogie und GesteinsphysikWelche Eigenschaften das Material hat, dessen Signale Du misst.
Messmethoden und FernerkundungSeismik, Geoelektrik, Magnetik, Gravimetrie, Satellitendaten – und wie man die Geräte im Feld bedient.
Physikalische GeodäsieDie Ausmessung der Erdoberfläche und des Schwerefeldes.
Geländepraktikum und ExkursionenFeste Bestandteile des Studiums. Hier misst Du selbst, bei Wetter, das Du Dir nicht aussuchst.
BetriebspraktikumIn vielen Prüfungsordnungen vorgesehen – und der beste frühe Kontakt zu Ingenieurbüros, Behörden und Instituten.
Wenn Du Dich für einen Kombinationsstudiengang entscheidest, verschiebt sich dieser Plan spürbar. In Köln und Bonn steht die Meteorologie gleichberechtigt neben der Geophysik, in Hamburg die Ozeanographie und in Freiberg im Bachelor die Geoinformatik. Mit der Wahl des Studiengangs triffst Du damit schon eine Vorentscheidung über Deinen späteren Schwerpunkt. Wir raten Dir deshalb, Dir die Pflichtmodule der ersten vier Semester genau anzusehen, weil sie mehr verraten als die Studiengangsnamen.
Wie läuft das Geophysik-Studium ab?
In unserer Datenbank haben wir genau 6 Bachelor und 6 Master gefunden und keinen anderen Abschluss. Dass es gleich viele Master wie Bachelor gibt, sagt Dir etwas über das Fach, denn der Bachelor allein ist hier selten das Ziel. Als Abschluss erwartet Dich entweder der Bachelor of Science oder der Master of Science, andere Bezeichnungen haben wir nicht gefunden.
Bachelor of Science – der Einstieg (6 von 12)
Zuerst die naturwissenschaftlichen Grundlagen in Vorlesungen, Übungen und Laborpraktika, dann die geophysikalischen Kernfächer. Dazu kommen Geländepraktika und Exkursionen, in vielen Ordnungen ein Betriebspraktikum. Am Ende steht die Bachelorarbeit. 5 der 6 Bachelor sind ohne Zulassungsbeschränkung.
Vier der 12 Studiengänge tragen einen Doppelnamen: Geophysik und Meteorologie in Köln, Meteorologie und Geophysik in Bonn, Geophysik/Ozeanographie in Hamburg, Geoinformatik und Geophysik in Freiberg. Der physikalische Kern bleibt, das zweite Fach entscheidet, wohin Du später zielst.
Master of Science – der Regelfall (6 von 12)
Hier spezialisierst Du Dich: Seismologie, angewandte Geophysik, Geodynamik, Geothermie oder die Physik von Ozean und Atmosphäre. Vier Hochschulen bieten Bachelor und Master aus einer Hand an – KIT Karlsruhe, TU Freiberg, Uni Münster und Uni Hamburg. In Kiel steht ein reiner Master ohne eigenen Bachelor, dazu kommt der deutsch-französische Master über die Deutsch-Französische Hochschule.
Fernstudium und duales Studium – gibt es nicht (0 von 12)
Wer nach einem dualen Studium in Geophysik oder nach einem Fernstudium sucht, findet in diesem Fach nichts: Keiner der 12 Studiengänge läuft dual oder auf Distanz. Das liegt an der Sache – Labor, Messgeräte und Geländearbeit lassen sich nicht nach Hause schicken. Wenn Du berufsbegleitend studieren willst, sind die anwendungsnahen Nachbarfächer der realistischere Weg.
Wie viele Semester Dein Studiengang vorsieht, nennen wir hier bewusst nicht, weil sich die Regelstudienzeit von Angebot zu Angebot unterscheidet. Verbindlich steht sie in der Studien- und Prüfungsordnung Deiner Hochschule. Wenn Du nach dem Master in die Forschung gehen möchtest, folgt fast immer die Promotion. An der Hochschule und an außeruniversitären Instituten ist sie der übliche nächste Schritt, in der Industrie dagegen nicht.
Das Geophysik-Studium in Zahlen
1.428
Studierende
Wintersemester 2025/26
47,5 %
davon Frauen
Wintersemester 2025/26
6,9 %
arbeitslos
Beruf Geologie, Geografie und Meteorologie, 2025
Wie international ist das Fach?
So verteilen sich die 1.428 Studierenden:
82 %18 %
1.176 aus Deutschland252 aus dem Ausland
Und wie viele fangen neu an?409 studieren im Wintersemester 2025/26 im ersten Fachsemester.
Was verdienst Du damit?
Brutto im Monat, Vollzeit, Berufsgruppe „Geologie, Geografie und Meteorologie“ (8.890 Beschäftigte). Der Strich zeigt die Mitte: die eine Hälfte verdient mehr, die andere weniger.
Anders gesagt: die mittleren 50 % verdienen zwischen 4.421 und 6.988 € im Monat.
Quelle: Statistisches Bundesamt, Studierende im Wintersemester 2025/26 · Bundesagentur für Arbeit, berufsspezifische Arbeitslosenquoten 2025 · Bundesagentur für Arbeit, Entgeltatlas, Stand 2024
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Stipendien und Förderprogramme
Praktika und Trainee-Programme
Gratis-Aktionen und Geld-Angebote
Kostenlos. Du bekommst zuerst eine E-Mail zum Bestätigen, abmelden kannst Du Dich jederzeit mit einem Klick.
Häufige Fragen
Was ist Geophysik?
Geophysik ist die Physik der Erde. Du misst an der Oberfläche Erdbebenwellen, das Schwerefeld, das Magnetfeld und die elektrische Leitfähigkeit und rechnest daraus, wie der Untergrund aufgebaut ist. Im Studium beschäftigst Du Dich außerdem mit der Physik der Ozeane, der Atmosphäre und der anderen Planeten. Das bekannteste Teilgebiet ist die Seismologie.
Was ist ein Geophysiker?
Als Geophysiker oder Geophysikerin untersuchst Du mit physikalischen Methoden, was unter der Erdoberfläche liegt und wie sich die Erde verändert. Der Beruf ist kein geschützter Titel, und die Bundesagentur für Arbeit führt dafür nicht einmal eine eigene Berufsgruppe. Sie zählt das Fach zu "Geologie, Geografie und Meteorologie". Arbeit findest Du später bei Erdbebendiensten und Behörden, in Ingenieurbüros, in der Energie- und Rohstoffwirtschaft, bei Versicherungen und in der Forschung.
Wo kann ich Geophysik studieren?
Wir haben 12 Studiengänge an 8 Hochschulen in 7 Orten gefunden. Das KIT Karlsruhe, die TU Freiberg, die Uni Münster und die Uni Hamburg bieten je einen Bachelor und einen Master an. Die Uni Köln und die Uni Bonn haben je einen Bachelor in Kombination mit Meteorologie, und die Uni Kiel hat einen Master. Dazu kommt ein deutsch-französischer Master über die Deutsch-Französische Hochschule. Welche Uni zu Dir passt, entscheidest Du am besten über den Schwerpunkt.
Brauche ich einen NC für das Geophysik-Studium?
Meistens nicht, denn 5 der 6 Bachelor sind ohne Zulassungsbeschränkung, und nur einer ist zulassungsbeschränkt. Konkrete Notengrenzen nennen wir Dir bewusst nicht, weil sie jedes Semester neu aus der Zahl der Bewerbungen entstehen und alte Werte Dich in die Irre führen würden.
Wie sind die Berufsaussichten nach dem Geophysik-Studium?
Das Feld ist klein, aber es ist ein Feld für Akademiker. In der Berufsgruppe Geologie, Geografie und Meteorologie zählt die Bundesagentur für Arbeit 8.890 Beschäftigte auf der obersten veröffentlichten Stufe und nur 799 auf der Stufe darunter. Für das Helfer- und Fachkraftniveau gibt sie gar nichts heraus, und ohne Hochschulabschluss kommst Du hier praktisch nicht hinein. Beschäftigungsquoten in Prozent nennen wir Dir nicht, weil uns dafür keine belastbare Quelle vorliegt.
Welche Berufe gibt es mit einem Geophysik-Studium?
Mit einem Geophysik-Studium kannst Du in viele Richtungen gehen, etwa in die Seismologie und Erdbebenbeobachtung, in Exploration und Rohstoffe oder in Geothermie und Energie. Auch Ingenieurgeophysik und Baugrunderkundung, Umwelt und Altlasten, Klima- und Meeresforschung sowie Datenanalyse und Modellierung stehen Dir offen. Dazu kommen Naturgefahren bei Versicherungen und Beratungen sowie Forschung und Lehre. Viele dieser Stellen tragen das Wort Geophysiker allerdings nicht im Titel.
Was verdient ein Geophysiker?
In der Berufsgruppe Geologie, Geografie und Meteorologie nennt die Bundesagentur für Arbeit 5.623 Euro brutto im Monat auf der obersten veröffentlichten Stufe. Gerechnet ist das aus 8.890 Beschäftigten (Stand 2024). Eine Stufe darunter sind es 4.166 Euro bei 799 Beschäftigten, und in der Berufsgruppe Physik liegt der Wert zum Vergleich bei 6.800 Euro. Ein veröffentlichtes Einstiegsgehalt gibt es nicht, weil der Entgeltatlas nach Anforderungsniveau sortiert und nicht nach Berufsjahren.
Was verdient ein Seismologe?
In der amtlichen Statistik findest Du keine eigene Zahl für Seismologen. Seismologinnen und Seismologen gehören zur selben Berufsgruppe Geologie, Geografie und Meteorologie, und dort sind es 5.623 Euro brutto im Monat auf der obersten veröffentlichten Stufe (Stand 2024). Wenn Du bei einem Erdbebendienst oder an einer Hochschule arbeitest, wirst Du nach Tarif oder Besoldung bezahlt.
Kann ich Seismologie studieren?
Als eigenes Fach leider nicht, denn von den 12 Studiengängen, die wir gefunden haben, trägt keiner Seismologie im Namen. Alle heißen Geophysik oder sind eine Kombination damit. Seismologie ist ein Teilgebiet, das Du im Bachelor als Modul und im Master als Schwerpunkt wählen kannst. Wenn Du Seismologie studieren möchtest, führt Dein Weg also über ein Geophysik-Studium.
Gibt es eine Ausbildung zum Geophysiker?
Nein, eine klassische Berufsausbildung gibt es nicht. Wenn Du nach einer Ausbildung zum Geophysiker suchst, ist in Wahrheit der Weg über das Studium gemeint. Er führt über den Bachelor of Science und in der Regel danach über den Master of Science. Andere Abschlüsse haben wir in diesem Fach nicht gefunden.
Kann man Geophysik dual oder im Fernstudium studieren?
Leider geht beides nicht, denn keiner der 12 Studiengänge läuft dual oder als Fernstudium. Wenn Du ein duales Studium in Geophysik suchst, findest Du in Deutschland derzeit kein Angebot. Das liegt daran, dass sich Labor, Messgeräte und Geländearbeit schlecht auf Distanz organisieren lassen.
Kann man Geophysik ohne Abitur studieren?
An vielen Hochschulen ist das möglich. Wenn Du eine abgeschlossene Ausbildung mit Berufserfahrung oder eine anerkannte Aufstiegsfortbildung hast, kann sie die Hochschulzugangsberechtigung ersetzen. Die Regeln sind Ländersache, und Du findest sie in der Zulassungsordnung Deiner Hochschule. Weil alle acht Hochschulen Universitäten sind, ist der Weg über das Abitur aber der Normalfall.
Was ist der Unterschied zwischen Geophysik und Geowissenschaften?
Geowissenschaften ist der Oberbegriff und umfasst unter anderem Geologie, Mineralogie, Geochemie und Geophysik. Innerhalb davon ist die Geophysik der physikalisch-mathematische Zweig, der Felder und Wellen misst, statt Gestein zu beschreiben. Wir stellen beide Fächer auf eigenen Seiten vor und zählen ihre Studiengänge getrennt, deshalb sind die 12 Studiengänge oben nur die mit Geophysik im Namen. Mehr dazu findest Du auf unserer Seite zu den Geowissenschaften.
Zuletzt geprüft am 23. September 2026. Alle Zahlen in diesem Artikel stammen aus benannten Quellen mit Jahresangabe. Profil ansehen →
Woher die Zahlen kommen
Studiengangszahlen, Hochschulen, Orte, Abschlüsse und Zulassung: eigene Auswertung der myStipendium-Datenbank, Stand 23.09.2026. Geophysik hat bei uns keinen eigenen Fach-Tag – der Bestand liegt verstreut auf den Fach-Tags Physische Geographie, Meteorologie, Geoinformatik und Geowissenschaften. Gezählt ist deshalb über den Namen: alle Studiengänge mit "Geophysik" im Studiengangsnamen, ohne den Beratungsdienst der Bundeswehr. Zertifikatskurse sind ausgeschlossen, weil ein Hochschulzertifikat kein Studienabschluss ist. Die Nachbarfächer Geowissenschaften, Geologie, Geodäsie, Geoinformatik, Geographie, Meteorologie und Physik haben einen eigenen Fach-Tag, eine eigene Seite und eine eigene Zählung; ihre Studiengänge sind hier nicht mitgezählt.
Gehalt und Beschäftigtenzahlen: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, Deutschland, alle Altersgruppen, beide Geschlechter, alle Branchen, Stand 2024. Verwendet sind die Berufsgruppe Geologie, Geografie und Meteorologie (5.623 Euro bei 8.890 Beschäftigten auf der obersten veröffentlichten Stufe, 4.166 Euro bei 799 Beschäftigten eine Stufe darunter) und die Berufsgruppe Physik (6.800 Euro bei 15.321 Beschäftigten). Alle Werte sind Bruttowerte je Monat und gelten für die gesamte Berufsgruppe, nicht nur für Absolventen der Geophysik. Für Helfer- und Fachkraftniveau veröffentlicht die Bundesagentur in der Gruppe Geologie, Geografie und Meteorologie keine Werte. Verbeamtete Beschäftigte sind in der Statistik nicht enthalten.
Nicht aus unserer Datenbank kommen Studiengebühren, NC-Werte, Regelstudienzeiten, Abschluss- und Beschäftigungsquoten. Die Gebühren- und NC-Felder sind dort nicht verlässlich gepflegt, für Quoten liegt uns keine Quelle vor – deshalb stehen dazu keine Zahlen im Text. Semesterbeitrag, Regelstudienzeit, Modulplan und Bewerbungsfristen holst Du am besten direkt bei der Hochschule.
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