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Steuerklasse 4: Definition, Abzüge & Freibeträge

Es gibt in Deutschland 6 verschiedene Steuerklassen. Eine davon ist die Steuerklasse 4. Aber für wen gilt diese Steuerklasse eigentlich und wieviel Steuern musst Du an den Staat zahlen? Die Antworten darauf erfährst Du in den folgenden Zeilen.

Was ist die Steuerklasse 4?

In Deutschland existieren sechs Steuerklassen. Die Steuerklasse bestimmt den Lohnsteuerabzug aus nichtselbstständiger Arbeit. Außerdem hat die Steuerklasse Auswirkungen auf Lohnersatzleistungen wie etwa Arbeitslosengeld, Krankengeld, Unterhalt oder Elterngeld, da sich deren Höhe nach dem zuletzt gezahlten Nettogehalt richtet.

Die Wahl der Steuerklasse beziehungsweise der Wechsel zwischen den Steuerklassen steht Dir als Arbeitnehmer in einem gewissen Rahmen frei. Vorrangig entscheidet allerdings Deine Familiensituation über Deine Steuerklasse. Wenn Du heiratest oder eine eingetragene Lebenspartnerschaft eingehst, werden Du und Deine Partnerin beziehungsweise Dein Partner automatisch in die Steuerklasse 4 eingestuft. Wichtig ist hierbei jedoch, dass beide Partner denselben Lebensmittelpunkt teilen. Ist dies nicht der Fall, wechseln beide in Steuerklasse 1. Eine Ausnahme ist es, wenn einer der beiden aus beruflichen Gründen zeitweilig an einem anderen Ort lebt oder sich beispielsweise als Mitarbeiter einer deutschen Botschaft im Ausland aufhält.

Hier siehst Du noch einmal alle wichtigen Fakten für die Steuerklasse 4 in der Übersicht:

  • Verheiratet
  • Eingetragene Lebenspartnerschaft
  • Gemeinsamer Lebensmittelpunkt
  • Ausnahme: zeitwillige Trennung aus beruflichen Gründen

Welche Abzüge gibt es bei Steuerklasse 4?

Generell ist die Art der Abzüge bei allen Steuerklassen identisch. Hierbei handelt es sich um zwei Arten von Abzügen: Steuern und Sozialabgaben.

  • Lohnsteuer
  • Kirchensteuer (optional)
  • Solidaritätszuschlag
  • Arbeitslosenversicherung
  • Rentenversicherung
  • Krankenversicherung (gesetzlich oder privat)
  • Pflegeversicherung

Die Höhe der Abzüge hängen von der Höhe Deines Gehalts ab. In Deutschland gibt es die Steuerprogression. Das bedeutet, dass das der Steuersatz in Abhängigkeit von Deinem versteuernden Gehalt ansteigt. Im Klartext: Je mehr Du verdienst, desto höher ist der Steuersatz.

Allerdings gibt es sogenannte Freibeträge. Der Steuerfreibetrag legt fest, bis zu welcher Summe Dein Einkommen unversteuert bleibt. Alles über dem Freibetrag wird von der Steuer berücksichtigt. Anhand der Tabelle kannst Du sehen, welche Steuerfreibeträge es gibt und wie hoch diese in der Steuerklasse 4 sind. Wenn Du unter dem Grundbetrag bleibst, musst Du gar keine Lohnsteuer zahlen.

Steuerfreibeträge Höhe des Steuerfreibetrags
Grundfreibetrag 9.000 Euro
Arbeitnehmerpauschbetrag 1.000 Euro
Sozialausgabenpauschbetrag 36 Euro
Vorsorgepauschale abhängig vom Bruttoverdienst
Kinderfreibetrag 7.428 Euro

Was ist der Unterschied zwischen Steuerklasse 1 und 4?

Während für Alleinstehende und dauerhaft getrennt Lebende die Steuerklasse 1 vorgesehen ist, werden Verheiratete und eingetragene Lebenspartner in Steuerklasse 4 eingeteilt. Wahlweise können Verheiratete und eingetragene Lebenspartner auch eine Kombination aus Steuerklasse 3 und 5 wählen. Das ist sinnvoll, wenn ein Gehalt deutlich höher als das andere ist. Die Kombination der Steuerklassen 4/4 ist dann empfehlenswert, wenn beide Partner in etwa das gleiche Einkommen haben. In diesem Fall kommt es dann zu einer gleichmäßigen Aufteilung der Freibeträge. Die Folge ist eine gleichmäßige Besteuerung.

Einen großen Unterschied gibt es zwischen Steuerklasse 1 und Steuerklasse 4 nicht. Sowohl der alleinstehende Arbeitnehmer mit der Steuerklasse 1 als auch das Ehepaar mit der Steuerklassenkombination 4/4 werden lohnsteuerlich gleich behandelt. Der einzige Unterschied: In Steuerklasse 4 wird der Kinderfreibetrag pro Ehepartner veranschlagt und nicht für beide zusammen.

Was ist Steuerklasse 4 mit Faktor?

Seit dem Jahr 2009 haben Ehepartner und eingetragene Lebenspartnerschaften die Möglichkeit, Steuerklasse 4 mit Faktor zu wählen. In diesem Fall ist die einbehaltene Lohnsteuer monatlich etwas höher. Die zu zahlenden Steuern werden gleichmäßiger über das Jahr verteilt. Auf diese Weise musst Du am Ende des Jahres nicht damit rechnen, eine Nachzahlung zu leisten.

Wie funktioniert die Steuererklärung bei Steuerklasse 4?

Laut Statistischem Bundesamt liegt die durchschnittliche Steuerrückzahlung in Deutschland bei rund 935 Euro. Du kannst Deine Steuererklärung klassisch in Papierform machen oder aber das elektronische Elster-Programm der Finanzverwaltung nutzen. Bei Letzterem musst Du jedoch ganz genau wissen, was Du wo eintragen sollst. Das Elster-Programm hilft Dir nicht bei der Steuererklärung und gibt keinerlei Steuer-Tipps.

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