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Bausparvertrag: Vergleich 2020 - wann sich Bausparen lohnt

Der Bausparvertrag ist ein in Deutschland besonders beliebtes Finanzprodukt, um sich den Traum vom Eigenheim zu erfüllen. Rund 27 Millionen Verträge gibt es derzeit. Das fand die Bundesbank im letzten Jahr heraus. Das heißt: Etwa drei Viertel der deutschen Haushalte haben einen Bausparvertrag. Wir zeigen Dir, wann ein Bausparvertrag sinnvoll ist und worauf Du bei der Wahl des passenden Vertrags achten solltest.

Was ist ein Bausparvertrag?

Ein Bausparvertrag ist eine Kombination aus einem Sparplan und einem Immobiliendarlehen. Dabei zahlst Du mit allen anderen Bausparern einer Bank in einen Topf ein, über den die Bank alle Auszahlungen finanziert. Das Kollektivsparen macht es dabei möglich, dass Dir die Bank bei einem Bausparvertrag feste Zinsen über mehrere Jahre garantieren kann. Du kannst mit dem Vertrag dann

  • den Bau,
  • den Kauf,
  • den Umbau oder
  • die Modernisierung

einer Immobilie finanzieren. Was genau Du mit dem Geld machst, musst Du mit der Bank selbst absprechen. Das Bausparkassengesetz gibt hierzu lediglich vor, dass Du dies für wohnwirtschaftliche Zwecke ausgeben musst.

Du legst mit Deiner Bank oder Bausparkasse zunächst eine Bausparsumme fest. Willst Du eine Wohnung oder ein Haus kaufen, ist der Betrag meistens nur ein Teil der Finanzierung. Zur Orientierung: Die durchschnittliche Bausparsumme bei Neuverträgen lag 2017 bei knapp 50.000 Euro. Das hat der Verband der privaten Bausparkassen herausgefunden.

Hast Du einen Bausparvertrag abgeschlossen, musst Du 30 bis 50 Prozent der Summe, die Du später investieren willst, ansparen. Nach einer vorher mit der Bank vereinbarten Zeit – wie zum Beispiel nach 10 Jahren – ist der Vertrag dann zuteilungsreif. Das heißt: Du erhältst Dein Angespartes zurück sowie ein Darlehen, um den Kauf oder den Bau einer Immobilie zu finanzieren. Alternativ kannst Du Dir Dein Bausparguthaben auch auszahlen lassen. Dein Vertrag mit der Bank ist dann beendet. Und: Du kannst auch weitersparen, anstatt die angesparte Summe zu verwenden oder auszahlen zu lassen.

Die Gebühren für einen Bausparvertrag variieren von Anbieter zu Anbieter. Grundsätzlich musst Du eine Abschlussgebühr und Kontoführungsgebühren zahlen. Erstere liegt meist zwischen 1 und 1,6 Prozent der Bausparsumme. Die Kosten für das Konto liegen bei bis zu 24 Euro pro Jahr.

Welcher Bausparvertrag ist der beste im Vergleich?

Die Angebote am Markt unterscheiden sich deutlich voneinander. Dabei haben vor allem

  • der Darlehenszins,
  • der Guthabenzins und
  • die grundsätzlichen Eckdaten Deines Vertrags

einen erheblichen Einfluss darauf, ob ein Bausparvertrag sinnvoll für Dich ist und welcher der beste für Dich ist.

Oftmals gibt es nicht nur einen passenden Bausparvertrag, sondern mehrere, die jeweils ihre Vorteile haben. Das liegt vor allem an den unterschiedlichen Zinsen in Kombination mit den erwarteten Anspar- und Tilgungszeiträumen. So kann zum Beispiel ein Vertrag mit einem höheren Darlehenszins eine gute Wahl für Dich sein, weil die Zeit bis zur Zuteilung des Darlehens kürzer ist als bei anderen Angeboten. Du solltest Dir daher über einen Bausparvertrags-Vergleich mehrere Anbieter heraussuchen und von diesen ein Angebot einholen.

Vorabfazit

Grundsätzlich gilt: Bausparverträge sind heute keine Allzweckwaffe mehr, um Dir Dein Eigenheim zu finanzieren. Vielmehr musst Du jedes Angebot der Banken im Detail prüfen, ob es sich für Deine Anforderungen eignet – und ob nicht eine andere Finanzierung für Dich besser geeignet ist. Es ist daher sehr schwierig, eine generelle Empfehlung auszusprechen. Nur, wenn Du eine staatliche Förderung erhältst, ist Bausparen definitiv eine gute Wahl. Denn: Auf diese Weise erzielst Du in jedem Fall eine gute Rendite. Willst Du nur Bausparer werden, um Dir günstige Zinsen zu sichern, lohnt sich diese Art der Finanzierung heute nicht mehr.

Welche Vorteile und Nachteile hat ein Bausparvertrag?

Bausparverträge sind ein komplexes Finanzprodukt, das Du nur mit einem Blick ins Detail und Deinen genauen Plänen für die Zukunft beurteilen kannst. Grundsätzlich bringt die Art der Geldanlage diese Vorteile und Nachteile mit:

Vorteile

  • Sicherung von guten Zinssätzen: Sicherst Du Dir über einen Bausparvertrag gute Guthaben- und Darlehenszinsen, erhältst Du diese auch, wenn die Zinsen später am Markt steigen bzw. sinken sollten. Auf diese Weise kannst Du gut planen, welche Belastungen auf Dich zukommen.
  • Staatliche Förderungen: Der Staat fördert Dich unter bestimmten Voraussetzungen, wenn Du Dich für einen Bausparvertrag entscheidest. Auf diese Weise kannst Du Deine Rendite erhöhen.
  • Sicherheit Deiner Ersparnisse: Das Risiko, das eine Bank oder eine Bausparkasse Dein Geld aufgrund einer Insolvenz verliert, ist sehr niedrig. Dein Erspartes ist bis zu 100.000 Euro durch staatliche Einlagen abgesichert. Die Landesbausparkassen sichern Dein Geld sogar in unbegrenzter Höhe ab.

Nachteile

  • Undefinierbarer Zeitpunkt der Zuteilungsreife: Du kannst bei Abschluss des Vertrags nicht bestimmen, wann Dein Erspartes zuteilungsreif ist. Damit weißt Du nicht genau, wann Du das Darlehen von der Bausparkasse erhältst.
  • Niedrige Rendite: Die Zinsen liegen derzeit so niedrig, dass diese oftmals nicht einmal die Abschlussgebühr des Vertrags ausgleichen können. Eine Rendite über Zinsen ist daher erst wieder möglich, wenn die Zinsen in Zukunft steigen sollten.
  • Geringer Guthabenzins: In der Ansparphase liegt der Guthabenzins aktuell sehr niedrig. Damit brauchst Du länger, um die Mindestsparsumme zu erreichen – und damit länger, um das Darlehen für Deine Wohnung oder Dein Haus zu erhalten.
  • Hohe Nebenkosten: Bausparverträge weisen im Vergleich zu anderen Geldanlagen hohe Nebenkosten wie eine Abschlussgebühr und Kontoführungsgebühren auf.

Wofür kann ich einen Bausparvertrag verwenden?

Ein Bausparvertrag ist grundsätzlich eine Art der Baufinanzierung. Je nach gewählter Variante kannst Du damit jedoch auch andere Ziele verfolgen. Das sind die drei wichtigsten Anwendungen:

Sparvertrag

Der Sparvertrag ist die klassische Variante des Bausparvertrags. Dabei legst Du mit Deiner Bank oder Bausparkasse zunächst eine Summe fest, mit der Du eine Immobilie bauen oder kaufen willst. Dann beginnt die Ansparphase. Dabei zahlst Du monatlich einen festen Betrag in Deinen Vertrag ein. Hast Du 30 bis 50 Prozent dieses Betrags erreicht, ist der Vertrag zuteilungsreif. Das heißt: Du kannst Dir Dein Erspartes samt der Zinsen auszahlen lassen. Und: Du hast die Option, zusätzlich ein Darlehen mit günstigen Zinsen zu erhalten. Auf diese Weise verfügst Du jetzt über die Summe, um eine Wohnung oder ein Haus zu kaufen oder zu bauen. Ab jetzt sorgst Du für eine regelmäßige Tilgung des Darlehens.

Bausparsofortdarlehen

Willst Du über ein Bausparsofortdarlehen Bausparen, erhältst Du sofort die gesamte Bausumme, um Dein Bau- oder Kaufvorhaben anzugehen. Das bedeutet: Du musst nicht erst die mit der Bausparkasse vereinbarte Zeit warten, bis Du 30 bis 50 Prozent der benötigten Summe angespart hast. Du kannst das Geld sofort nutzen, um ein Haus zu bauen oder zu kaufen. Du musst dann auch keine monatlichen Raten zahlen, um Dein Darlehen zu tilgen. Stattdessen zahlst Du den gesamten Betrag zurück, wenn die Vertragslaufzeit beendet ist. Diese Art von Kredit heißt endfälliges Darlehen. Damit Du dann über die entsprechende Summe verfügst, sparst Du parallel in einen Bausparvertrag ein – in der Regel über einen Zeitraum von 10 Jahren.

Sicherung niedriger Zinsen

Bausparen kann sinnvoll sein, wenn Du den Bausparvertrag als Versicherung gegen steigende Zinsen siehst. Denn: Banken und Bausparkassen gewähren Dir teilweise niedrige Zinsen auf ein Immobiliendarlehen. Die Voraussetzung: Du zahlst dafür über mehrere Jahre in einen Bausparvertrag ein. Für die Praxis bedeutet das: Schließt Du heute einen Vertrag fürs Bausparen ab, der Dir einen günstigen Zinssatz für ein späteres Darlehen bietet, kannst Du später dieses Darlehen in Anspruch nehmen – auch wenn die Zinsen mittlerweile gestiegen sind.

Bausparkassen können Dir niedrige Zinsen über einen langen Zeitraum bieten, da alle Bausparer in einen Topf einzahlen. Auf diese Weise kann die Bank alle Auszahlungen an seine Kunden finanzieren. 2014 lag die Summe aller Bauspartöpfe in Deutschland bei 865 Milliarden Euro. Willst Du die niedrigen Zinsen nicht für den Kauf oder den Bau einer Immobilie nutzen, kannst Du auch auf das anschließende Darlehen der Bausparkasse verzichten. Du erhältst dann umso günstigere Zinsen auf Dein Sparguthaben. Das nennt sich Rendite-Bausparvertrag.

Welche Begriffe sollte ich bei der Bausparvertragssuche kennen?

Du triffst bei einem Bausparvertrags-Vergleich auf zahlreiche Kriterien und Fachwörter, die die Konditionen der Angebote beschreiben. Um die Angebote einschätzen zu können, solltest Du diese Begriffe kennen:

Bausparkollektiv

Entscheidest Du Dich über einen Bausparvergleich für einen Bausparvertrag, zahlst Du mit allen anderen Bausparern der Bausparkasse in einen Topf ein. Zusammen seid ihr eine Bauspargemeinschaft. Die Bausparkasse bzw. die Bank regelt über diesen Topf alle Ein- und Auszahlungen, die im Rahmen der Bausparverträge getätigt werden.

Bausparsumme

Die Bausparsumme gibt die Höhe des Betrags an, über die Du Deinen Bausparvertrag abschließt. Dieser Betrag setzt sich aus dem angesparten Guthaben und dem später aufgenommenen Darlehen zusammen.

Bewertungszahl

Die Bewertungszahl bei einem Bausparvertrag verrät Dir, wann Du das Darlehen erhältst. Um das Darlehen in Anspruch nehmen zu können, muss bei einem Barsparvertrag Deine Bewertungszahl höher liegen als die von der Bausparkasse. Dabei wächst die Zahl im Verlaufe der Ansparphase an. Während sie zu Beginn nur langsam steigt, wächst sie mit Fortschreiten des Vertrags immer schneller. Je mehr Geld Du in Deinen Vertrag eingezahlt hast, je niedriger die Höhe und je kürzer die Laufzeit des vereinbarten Darlehens ist, desto höher ist die Bewertungszahl.

Mindestsparguthaben

Bevor Du das Darlehen von der Bausparkasse erhältst, musst Du erst einen Teil der Bausparsumme angespart haben. Diese Summe nennt sich Mindestsparguthaben. In der Regel liegt dieses Guthaben zwischen 30 und 50 Prozent der Bausparsumme.

Regelsparbeitrag

Der Regelsparbeitrag ist der monatliche Bausparbetrag, den Du zahlen musst. Diesen Betrag legst Du im Vertrag mit der Bausparkasse vorher fest. Wir hoch der Betrag liegt, ist von der Höhe der Bausparsumme abhängig. In der Regel beläuft sich dieser auf 4 bis 5 Prozent der Bausparsumme. Sonderzahlungen, die vom Regelsparbeitrag abweichen, darfst Du nur tätigen, wenn die Bank oder Bausparkasse dem zugestimmt hat.

Wie funktioniert ein Bausparvertrag?

Der Vertrag läuft in diesen Phasen ab:

Phase 1: Sparphase

In der Sparphase sparst Du das Mindestsparguthaben an. In der Regel sind das 30 bis 50 Prozent der Bausparsumme. Dieses Guthaben verzinst Dir die Bausparkasse. Die Zinsen bei Bausparverträgen sind nicht sonderlich hoch. Andere Finanzprodukte bieten Dir hier einen besseren Zinssatz. Dafür sind bei einem Bausparvertrag die Zinsen für das spätere Darlehen jedoch niedrig.

Phase 2: Zuteilungsphase

Hast Du die entsprechende Bewertungszahl, das Mindestsparguthaben und die Mindestsparzeit erreicht, beginnt die Zuteilungsphase. Du kannst dann

  • das Darlehen in Anspruch nehmen,
  • weiter sparen, indem Du weiter Geld einzahlst, oder
  • das Guthaben samt Zinsen auszahlen lassen.

Phase 3: Darlehensphase

Hast Du Dich dafür entschieden, das Darlehen in Anspruch zu nehmen, erhältst Du die Differenz zwischen Guthaben und Bausparsumme als Bauspardarlehen ausgezahlt.

Phase 4: Rückzahlung

Du zahlst jetzt das Darlehen an die Bausparkasse oder Bank zurück. Dabei tilgst Du den Betrag über monatliche Raten.

Wie finde ich den richtigen Bausparvertrag?

Um Dich bei einem Bausparvertrags-Vergleich für den besten Vertrag entscheiden zu können, solltest Du Dir nicht nur das Angebot einer Bausparkasse einholen. Hol Dir Angebote von mehreren Anbietern ein, um die Bausparverträge in den wesentlichen Kriterien vergleichen zu können. Beachte bei diesem Bausparvertrags-Vergleich die folgenden Faktoren:

Darlehenszins

Die Bausparer-Zinsen spielen eine entscheidende Rolle, wie gut ein Vertrag für Dich ist. Du musst dabei zwischen dem Darlehenszins und dem Guthabenzins unterscheiden. Der Darlehenszins ist für Dich wichtig, wenn Du das Darlehen später für den Bau oder den Kauf einer Wohnung bzw. eines Hauses nutzen möchtest. Je niedriger der Zins hier liegt, desto weniger zahlst Du insgesamt für Deinen Vertrag.

Guthabenzins

Der Guthabenzins entscheidet, wie viele Zinsen Du für Dein angespartes Geld erhältst. Je höher der Guthabenzins liegt, desto schneller hast Du die Mindestsparsumme erreicht und kannst das Darlehen erhalten.

Bausparkassen verknüpfen oftmals den Darlehenszins mit den Guthabenzins. So haben Bausparverträge mit höheren Guthabenzinsen meist auch höhere Darlehenszinsen. Kannst Du Dich hier nicht für einen Anbieter entscheiden, wirf einen Blick auf den möglichen Zinsbonus, den Du von der Bank erhältst, wenn Du auf das Darlehen später verzichten solltest. Das gilt insbesondere dann, wenn Du noch nicht sicher bist, ob Du mit dem Geld später tatsächlich eine Wohnung kaufen oder bauen willst.

Kosten

Wirst Du Bausparer, musst Du mit Gebühren für den Vertragsabschluss und Dein Konto rechnen. In der Regel liegen die Kosten für den Vertragsabschluss bei 1 bis 1,6 Prozent der Bausparsumme. Die Kontoführungsgebühren liegen zwischen 10 und 24 Euro pro Jahr. Einige Bausparkassen verlangen von Dir zudem Gebühren, wenn Dein Vertrag zuteilungsreif ist. Bei allen drei Kosten kannst Du Dich schlichtweg für den günstigsten Anbieter entscheiden, da diese Posten an keine weiteren Leistungen gebunden sind.

Weitere Eckdaten des Vertrags

Darüber hinaus solltest Du auf weitere Eckdaten des Vertrags wie die

  • Mindestsparzeit,
  • Mindestbausparsumme,
  • Höchstbausparsumme und
  • Option auf Sondertilgungen

beachten.

Wie nutze ich einen Bausparvertrag richtig?

Finde den richtigen Bauspartarif

Der richtige Bauspartarif ist davon abhängig, was Du mit dem angelegten Geld später machen willst. Willst Du Geld sparen, kann ein Bauspartarif mit einer hohen Guthabenverzinsung sinnvoll sein. Willst Du über den Bausparvergleich einen Vertrag finden, der Dir eine Immobilie finanziert, macht ein Tarif mit niedrigen Darlehenszinsen Sinn. Das heißt in der Regel jedoch auch, dass Du länger auf Dein Darlehen warten musst. Kannst Du Dich noch nicht festlegen, was Dir der Bausparvertrag genau bringen soll, kannst Du Dich fürs Optionsbausparen entscheiden. Hierbei entscheidest Du erst am Ende der Sparphase, ob Du den Vertrag mit Sparzinsen oder als Darlehen zur Finanzierung nutzen willst.

Lege die Höhe der Bausparsumme fest

Lege nicht bereits vor einem Bausparvertrags-Vergleich fest, wie hoch genau die Bausparsumme liegen soll. Die Kosten für den Kauf oder den Bau einer Immobilie sollten Dir hierbei lediglich einen ungefähren Anhaltspunkt geben. Um die Bausparsumme zu berechnen, solltest Du Dich nach dem Bausparer-Vergleich von den Bausparkassen beraten lassen, welche Summe für Dein Vorhaben Sinn macht. Achte dabei jedoch darauf, dass Du die Bausparsumme nicht zu hoch ansetzt. Denn: Dann dauert es lange, bis der Vertrag zuteilungsreif ist. In anderen Worten: Du musst lange warten, bis Du das Darlehen für Dein Vorhaben in Anspruch nehmen kannst. Und: Wählst Du eine zu hohe Summe, musst Du mit höheren Kosten bei der Rückzahlung des Darlehens rechnen.

Beantrage eine staatliche Förderung

Ein Bausparvertrag lohnt sich vor allem dann, wenn Dir eine staatliche Förderung zusteht. Diese Förderung gibt es dabei und so profitierst Du davon:

Arbeitnehmersparzulage

Hast Du Dich über einen Bauspar-Vergleich für einen Bausparvertrag entschieden und erhältst Du von Deinem Arbeitgeber dafür vermögenswirksame Leistungen, fördert der Staat 9 Prozent der Summe, die Du als Bausparer und Dein Arbeitgeber einbezahlt haben. Dabei erhältst Du jährlich maximal 43 Euro als Single bzw. 86 Euro als Ehepaar. Voraussetzung für die Arbeitnehmersparzulage: Dein zu versteuerndes Einkommen darf nicht über 17.900 Euro jährlich liegen. Als Ehepaar darfst Du mit Deinem Partner nicht über ein Gehalt von 35.800 Euro kommen.

Wohnungsbauprämie

Schließt Du über einen Bausparen-Vergleich einen Bausparvertrag ab, um eine Wohnung zu bauen oder zu sanieren, fördert Dich der Staat mit einer Wohnungsbauprämie von 8,8 Prozent Deiner im Jahr angesparten Summe. Als Alleinstehender erhältst Du dabei maximal 45 Euro. Verheiratete bekommen zusammen 90 Euro im Jahr. Damit Du Dich für die Wohnungsbauprämie qualifizierst, musst Du jährlich mindestens 50 Euro in den Bausparplan einzahlen und Dein Guthaben in wohnwirtschaftliche Maßnahmen investieren. Außerdem darf Dein Einkommen nicht höher als 25.600 Euro jährlich liegen. Bist Du verheiratet, dürfen Du und Dein Partner nicht über 51.200 Euro kommen.

Nutze Sonderzahlungen

Die Bausparkassen erlauben Dir nicht immer, Sonderzahlungen für Deinen Vertrag zu tätigen. Stehen Dir Geldreserven zur Verfügung und erlaubt Dir die Bausparkasse eine Sonderzahlung, mache davon Gebrauch. Denn: Auf diese Weise erreichst Du Dein Sparziel schneller und kannst so schneller das Darlehen in Anspruch nehmen.

Wie sicher ist ein Bausparvertrag?

Grundsätzlich sind Deine Einzahlungen in einen Bausparvertrag genauso sicher wie auf einem Tagesgeld- oder Festgeldkonto. Sie sind bis zu einer Höhe von 100.000 Euro durch das staatliche System der Einlagensicherung abgesichert. Die 12 privaten Bausparkassen sind Mitglied in der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH. Die Landesbausparkassen sind an den Haftungsverbund des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes angeschlossen. Einlagen sind dort in unbegrenzter Höhe abgesichert.

Bei einem Bausparen-Vergleich kannst Du auf die Bonität der Bausparkassen achten. Ratings von Agenturen wie Standards & Poor’s, Moody’s und Fitch geben Dir einen guten Anhaltspunkt, wie finanzkräftig eine Bank wirklich ist. Mindestens einer der Agenturen sollte der Bausparkasse dabei ein „BBB“ (vergeben bei bei Fitch und Standard & Poor’s) bzw. ein „Baa“ (vergeben bei Moodys) aufweisen. Bei Banken sollten alle 3 Agenturen diese Bewertung abgegeben haben. Grundsätzlich ist ein Vertrag bei einer Bausparkasse etwas sicherer, da diese ihre Gelder immer aus dem Kollektivtopf bezieht und ihr daher eine größere Summe zur Auszahlung zur Verfügung steht. Aktuell erfüllen alle Bausparkassen oder deren Mutterunternehmen die Bonität. Lediglich die Aachener Bausparkasse weist kein Rating der oben genannten Agenturen auf, so dass keine Einschätzung der Bonität möglich ist.

Wann lohnt sich ein Bausparvertrag?

Ob ein Bausparvertrag von Dir ein Ja oder Nein bekommen sollte, ist vor allem davon abhängig, was Du mit dem Geld machen willst. Unter diesen Voraussetzungen lohnt sich dieser für Dich:

Für Wohnungsbau und Wohnungskauf

Planst Du für die Zukunft fest ein, eine Immobilie zu kaufen, kann sich ein Bausparvertrag für Dich lohnen. Denn: Du weißt bereits bei Vertragsschluss, welchen Zins Du für das Darlehen für den Bau oder den Kauf einer Wohnung bekommst. Du erhältst auf diese Weise eine hohe Planungssicherheit. Besonders sinnvoll ist ein Bausparvertrag für Dich daher, wenn die Darlehenszinsen aktuell niedrig liegen und in den kommenden Jahren mit steigenden Zinsen zu rechnen ist. Kurz gesagt: Ein Bausparvertrag lohnt sich für eine Immobilienfinanzierung, wenn die Zinsen bis zur Zuteilungsphase steigen und Du Dir mit dem Bau oder dem Kauf einer Immobilie Zeit lassen kannst.

Für Modernisierung

Willst Du einen Bausparvertrag vergleichen und abschließen, um eine Wohnung oder Haus zu modernisieren, könnte sich das für Dich ebenfalls lohnen. Denn: Bei Bausparkassen musst Du keine Zinsaufschläge für kleinere Darlehenssummen zahlen – im Gegensatz zu vielen Banken. Und: Mit einer Modernisierung erhöhst Du den Wert Deiner Immobilie.

Kosten für eine Modernisierung liegen oftmals zwischen 10.000 und 20.000 Euro. Willst Du also beispielsweise Deine Wohnung für 20.000 Euro modernisieren, wie über eine neue Heizanlage, eine Instandsetzung der Sanitärräume oder die Reduzierung des Energieverbrauchs mit einer Wärmedämmung, musst Du in der Ansparphase lediglich 7.000 und 8.000 Euro ansparen, bevor Du das Darlehen erhältst. Und: Das dann aufgenommene Darlehen in Höhe von 12.000 oder 13.000 Euro bringt keine zu hohen Zinsen mit, die Dich bei der Rückzahlung belasten könnten.

Im Vergleich zu einem Tagesgeldkonto hast Du als Bausparer für eine Modernisierung den Vorteil, dass das Darlehen, das Du von den Bausparkassen erhältst, in der Regel niedrigere Darlehenszinsen aufweist als der Kredit bei einer regulären Bank. Sparst Du also beispielsweise 8.000 Euro auf einem Tagesgeldkonto an, musst Du für die verbleibenden 12.000 Euro einen Kredit aufnehmen, der Dir schlechtere Konditionen bietet als das Darlehen als Bausparers.

Für Sparer

Willst Du über einen Bausparvertrags-Vergleich Bausparer werden, den Du nicht für eine Immobilienfinanzierung, sondern als Geldanlage verwenden willst, solltest Du Dich für ein Angebot mit höheren Guthabenzinsen entscheiden. Zwar liegen bei höheren Guthabenzinsen in der Regel auch die Darlehenszinsen höher. Da Du nach der Ansparphase jedoch kein Darlehen in Anspruch nimmst, sondern Dir das Guthaben samt Zinsen auszahlen lässt, kannst Du die Darlehenszinsen in Deiner Rechnung vernachlässigen. Grundsätzlich erzielst Du mit dieser Strategie jedoch nur eine Rendite, wenn Du zusätzlich eine staatliche Förderung wie die Arbeitnehmersparzulage erhältst. Hast Du keinen Anspruch darauf, lohnt sich eher eine Alternative zum Bausparvertrag, wie zum Beispiel ein Festgeldkonto. Das heißt auch: Schließt Du einen Bausparvertrag mit hohen Zinsen ab, solltest Du diesen nur zum Sparen verwenden und nicht für die Finanzierung einer Immobilie. Denn: Ansonsten wartet auf Dich auch ein höherer Darlehenszins, der Dich eine größere Summe an die Bausparkasse zurückzahlen lässt.

Für junge Sparer

Bist Du unter 25 Jahre alt, bieten Dir Bausparkassen oftmals Sonderkonditionen, die einen Bausparvertrag für Dich lohnend machen. Zudem hast Du als junger Sparer einen Anspruch auf eine staatlich geförderte Wohnungsbauprämie, die Du einmal für etwas verwenden kannst, die nicht an einen wohnwirtschaftlichen Zweck gebunden ist.

Für wen lohnt sich ein Bausparvertrag nicht?

Auch wenn Bausparen ein beliebtes Finanzprodukt in Deutschland ist, lohnt sich diese Variante nicht für jeden. Unter diesen Voraussetzungen solltest Du die Finger vom Bausparen lassen:

Niedrige Guthabenzinsen und hohe Abschlussgebühr

Bausparkassen bieten heute oftmals Tarife, die nur noch äußerst niedrige Guthabenzinsen aufweisen. Auf diese Weise benötigst Du nicht nur sehr lange, bis Dein Erspartes zuteilungsreif ist, sondern Du kannst mit diesen Zinsen gleichzeitig nicht einmal die Gebühr, die Du beim Abschluss des Vertrags zahlst, ausgleichen. Bei niedrigen Guthabenzinsen und einer hohen Abschlussgebühr solltest Du daher auf einen Bausparvertrag verzichten.

Eigenheim kein festes Ziel

Bist Du noch unsicher, ob Du Deinen Bausparvertrag später für den Bau, den Kauf oder die Modernisierung eines Eigenheims nutzen willst, kann sich dieser für Dich zwar lohnen, Du erhältst bei anderen Geldanlagen jedoch bessere Renditen. So kannst Du beispielsweise über einen ETF-Sparplan oder ein Festgeldkonto von höheren Zinsen profitieren. Willst Du also lediglich Dein Geld vermehren und steht Dir keine staatliche Förderung für einen Bausparvertrag zu, lohnt sich dieser für Dich nicht.

Für Kurzentschlossene

Willst Du möglichst schnell ein Darlehen erhalten, um ein Eigenheim zu kaufen oder zu bauen, ist ein Bausparvertrag für Dich ebenfalls keine gute Wahl. Denn: Du musst als Bausparer erst ein Mindestguthaben von 30 bis 40 Prozent der Bausparsumme ansparen, bevor Du das Darlehen für Deine Wohnung oder Dein Haus bekommst. Das heißt: Zwischen dem Traum vom Eigenheim und dem Erreichen des Sparziels liegen in der Regel Jahre. Bausparkassen legen Dir zudem eine Mindestsparzeit von 18 Monaten bis 5 Jahren auf, so dass es Dir nichts bringt, wenn Du das Mindestguthaben bereits innerhalb weniger Monate angespart hast.

Das bedeutet für die Praxis: Willst Du sofort mit einer Immobilie loslegen, ist Bausparen ungeeignet. Du kannst zwar alternativ auf ein Bausparsofortdarlehen setzen, das Dir sofort ein Darlehen gewährt. Hier musst Du jedoch nach Ende des Vertrags sofort die gesamte Summe an die Bausparkasse zurückzahlen. Für Kurzentschlossene macht daher die Finanzierung der Immobilie über einen Baukredit mehr Sinn. Denn: Diesen erhältst Du sofort und musst nicht darauf warten, dass Du die Mindestsparsumme oder die Mindestsparzeit erreicht. Und: Du musst nicht die gesamte Summe auf einmal zurückzahlen.

Für hohe Kreditsummen

Bausparverträge im Vergleich zeigen Dir: Benötigst Du einen hohen Kredit, um Dein Bau- oder Kaufvorhaben umzusetzen, ist Bausparen für Dich nicht die richtige Wahl. Denn: Gehen wir beispielsweise davon aus, dass Du eine Summe von 200.000 Euro aufbringen musst, um eine Wohnung zu kaufen. Das bedeutet: Du musst in der Ansparphase 80.000 Euro ansparen, bevor der Vertrag zuteilungsreif wird. In der Praxis musst Du somit jeden Monat 670 Euro ansparen – und das über 10 Jahre. Selbst, wenn Du eine staatliche Förderung erhältst oder Dein Guthabenzins besonders hoch liegt, bleibt eine hohe monatliche Belastung, die Du neben Deiner Miete und allen weiteren Lebenshaltungskosten erst einmal stemmen musst.

Das heißt auch: Ein Eigenheim komplett über einen Bausparvertrag zu finanzieren, lohnt sich derzeit nicht. Aktuell liegt der beste Zins für ein rund 10-jähriges Hypothekendarlehen gerade einmal zwischen 0,8 und 1,6 Prozent. Das Zinsniveau ist daher nach wie vor niedrig und es ist nicht mit einem Anstieg der Bauzinsen zu rechnen.

Was einen Bausparvertrag bei hohen Kreditsummen ebenfalls unattraktiv macht, ist die schnelle Rückzahlung der Darlehen. Während Du klassische Immobilienkredite in der Regel in 20 bis 40 Jahren an die Bank zurückzahlen musst, haben Bausparer gerade einmal 15 bis 20 Jahre Zeit. Die monatliche Belastung bei der Rückzahlung ist daher besonders hoch.