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Dispokredit: Was das ist und wo es den günstigsten gibt

Ein Dispokredit ist praktisch, um kurzfristige finanzielle Engpässe zu überbrücken. Er ist aber auch teuer und kann zur Schuldenfalle werden! Wir sagen Dir, worauf Du bei der Auswahl eines Dispokredits achten solltest und welche Alternativen Du nutzen kannst, um Dir hohe Zinsen zu ersparen.

Was ist ein Dispokredit?

Unter einem Dispokredit versteht man einen Überziehungsrahmen, den Dir Deine Bank auf Deinem Girokonto einräumen kann. Das bedeutet, dass das Konto "ins Minus rutschen" darf.

Ein Dispokredit unterscheidet sich grundlegend von anderen Kreditformen. So gibt es ihn immer nur in Verbindung mit einem Girokonto. Der ausbezahlte Betrag ist flexibel: Du kannst den Dispokredit innerhalb des vereinbarten Rahmens jederzeit in beliebiger Höhe und ohne weitere Formalitäten in Anspruch nehmen. Auch fixe, vorher festgelegte Rückzahlungsraten gibt es nicht. Es bleibt Dir überlassen, wann Du durch entsprechende Zahlungseingänge Dein Konto ausgleichst und so den Dispokredit zurückzahlst. Die Zinsen berechnet die Bank täglich je nach tatsächlichem Kontostand. Sie werden Dir normalerweise gesammelt zum Ende des Monats oder des Quartals vom Girokonto abgezogen.

Andere Begriffe für den Dispokredit sind:

  • Dispositionskredit
  • Dispo
  • Überziehungskredit
  • Kontokorrentkredit
  • Überziehungsrahmen

Wo gibt es den günstigsten Dispokredit?

Die Banken setzen den Zinssatz beim Dispo unterschiedlich hoch an - das Spektrum reicht von knapp 5 bis zu 14 Prozent. Der Dispozins-Satz sollte aber nicht das wichtigste und schon gar nicht das einzige Kriterium sein, wenn Du Dich für ein Girokonto entscheidest! Denn ein Dispositionskredit ist teuer und Du solltest ihn daher sowieso nur in Ausnahmefällen in Anspruch nehmen. Wenn Dein Konto ab und zu ins Minus rutscht, dann achte aber auf einen niedrigen Dispozins.

Die derzeit besten Angebote für ein Giro-Konto mit Dispo findest Du in der folgenden Tabelle. Beachte, dass wir dabei nicht nur den Dispo-Zinssatz berücksichtigt haben, sondern eine Reihe weiterer Kriterien wie Kontogebühren und Prämien!

Hinweis: Information laut § 18 Abs. 6 Zahlungskontengesetz: Dieser Vergleich stellt keine vollständige Marktübersicht dar.

letzte Aktualisierung: 02.07.2019.

Worauf sollte ich bei einem Konto mit Dispo achten?

Durch ein günstiges Girokonto kannst Du einige hundert Euro pro Jahr sparen! Neben der Höhe der Dispozinsen solltest Du bei der Auswahl vor allem auf folgende Kriterien achten:

  • Kontoführungsgebühren: Einige Banken verrechnen Dir für das Girokonto eine feste Kontogebühr, zum Beispiel 5 Euro pro Monat. Dieses Geld kannst Du Dir sparen, denn es gibt genügend Angebote für kostenlose Girokonten!
  • Gebühren fürs Bargeld beheben: Oft ist das Geld beheben nur bei den bankeigenen Automaten gratis. Wie flächendeckend es solche Automaten deutschlandweit gibt, ist aber je nach Bank sehr unterschiedlich!
  • Weitere Gebühren: Bei manchen Banken werden außerdem für Überweisungen, Bargeldeinzahlungen, Kontoauszüge, die EC-Karte oder eine zusätzliche Kreditkarte Gebühren fällig. Achte daher bei Girokonten-Angeboten immer auf das "Kleingedruckte"!
  • Prämien und Rabatte: Viele Banken schenken Dir Geld für die Kontoeröffnung oder bieten Dir Prämien, wenn Du neue Kunden wirbst. Oft sind diverse Vergünstigungen im Konto-Paket inkludiert, beispielsweise Cashback-Rabatte in ausgewählten Shops.

Wie viel kann ich als Dispo bekommen?

Einen Dispositionskredit bekommst Du nur bis zu einer vorher mit der Bank vereinbarten festen Höhe. Dieses sogenannte Dispolimit hängt vor allem von zwei Faktoren ab: Deiner Kreditwürdigkeit (Bonität) und Deinem Einkommen.

Um sicherzustellen, dass Du den Dispokredit (Kontokorrentkredit) auch zurückzahlen kannst, überprüfen die Banken Deine Bonität. Dazu fragen Sie bei der Schufa oder anderen Auskunfteien an. Falls Du viele negative Schufa-Einträge hast, kann es sein, dass Dir die Bank keinen Dispo gewährt.

Darüber hinaus überprüft die Bank Deine laufenden Einnahmen, in erster Linie Dein Gehalt. Üblich ist bei einem Kontokorrentkredit ein Kreditrahmen von 2 bis 3 Monatsgehältern. Wenn Du beispielsweise monatlich 1.700 Euro verdienst, beträgt die maximale Dispokredit-Höhe 5.100 Euro. Die Bank kann Deinen Dispo aber jederzeit kürzen, wenn sich Dein Einkommen oder Deine Bonität ändert.

Oft sind die Banken bei Neukunden vorsichtig und starten mit einem festen Dispolimit von beispielsweise 500 oder 1.000 Euro. Nach einigen Monaten wird dieser Betrag von der Bank automatisch erhöht, oder Du fragst bei Deinem Bankberater nach einem höheren Dispo an. Du kannst mit der Bank aber ebenso gut vereinbaren, dass der Dispo niedriger sein soll oder Du überhaupt keinen Dispositionskredit in Anspruch nehmen willst. So vermeidest Du, dass Dein Konto unbemerkt ins Minus rutscht und dafür Zinsen fällig werden.

Vorsicht: Bei manchen Banken kannst Du das Dispolimit überschreiten, Dein Konto kann also weiter ins Minus rutschen. Dann werden oft aber sehr hohe Überziehungszinsen fällig!

Wie hoch ist der Dispozins?

Der Zinssatz für den Dispositionskredit bzw. Kontokorrentkredit variiert bei den einzelnen Bankinstituten stark. So gibt es bereits Angebote ab rund 4 Prozent, manche Banken verlangen bis zu 14 Prozent. Im Schnitt liegt der Zinssatz bei einem Dispositionskredit zwischen 8 und 11 Prozent. Zum Vergleich: Günstige Ratenkredite sind bereits mit Zinssätzen ab ca. 2 Prozent zu haben.

Der Dispozins ist variabel, die Banken können ihn jederzeit ändern. Darüber wirst Du entweder auf Deinem Kontoauszug informiert, oder die Bank schickt Dir einen Brief. Wenn die Bank den Dispo-Zinssatz bei einem Kontokorrentkredit verändert, hast Du ein Sonderkündigungsrecht!

Wie berechnet sich der Dispozins?

Die Bank berechnet Deine Dispozinsen täglich, wenn Du einen Kontokorrentkredit in Anspruch nimmst. Denn durch die regelmäßigen Ein- und Ausgänge am Konto kann sich der tatsächliche Minusstand Deines Kontos laufend ändern. Die tagesaktuellen Zinsen werden anschließend zusammengerechnet und am Ende des Monats oder des Quartals von Deinem Girokonto abgezogen. Beachte, dass auch Zinseszinsen anfallen, wenn Dein Konto über längere Zeit hinweg überzogen ist.

Um abzuschätzen, wieviel Zinsen Du bezahlst, wenn Du das Konto überziehst, kannst Du eine vereinfachte Formel benutzen. Sie lautet:

Dispozinsen = Minusstand x Dispo-Zinssatz x Anzahl der Tage im Minus / 36.000

Ein Beispiel: Dein Konto ist an 25 Tagen im Monat um durchschnittlich 1.000 Euro überzogen ist und der Dispozins beträgt 10 Prozent. Dann gilt:

Dispozinsen = 1.000 x 10 x 25 / 36.000 = 6,94 Euro

Du bezahlst also für den gesamten Zeitraum von 25 Tagen, an denen Du den Dispokredit in Anspruch nimmst, knapp 7 Euro an Zinsen.

Was sind Überziehungszinsen?

Wie bereits erwähnt, kannst Du bei vielen Banken Dein Konto über das Dispolimit hinaus überziehen. Dann fallen aber sogenannte Überziehungszinsen an. Diese Überziehungszinsen können deutlich höher sein als die Dispozinsen - und schon die sind hoch genug. Vermeide es daher unbedingt, dass Dein Konto so weit ins Minus rutscht!

Wann kann die Bank einen Dispokredit kündigen?

Die Bank ist grundsätzlich berechtigt, einen Dispositionskredit innerhalb einer "angemessenen" Frist zu kündigen. Meist versteht man darunter eine Frist von 30 Tagen. Du musst den Dispokredit dann bis zum Fristablauf vollständig zurückzahlen. In bestimmten Fällen darf die Bank einen Überziehungskredit sogar fristlos kündigen - beispielsweise wenn Du eine Privatinsolvenz anmeldest oder arbeitslos wirst.

Falls Du den Kontokorrentkredit nach einer Kündigung nicht umgehend zurückzahlst, wird die Bank zuerst auf etwaige andere Konten und Gelder zurückgreifen, die Du bei derselben Bank hast, beispielsweise Tagesgeldkonten oder Wertpapiere. Denn die meisten Banken legen in ihren allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) ein Pfandrecht gegenüber dem Kunden fest.

Welche Vor- und Nachteile hat ein Dispo?

Kurzfristig kann ein Überziehungskredit vorteilhaft sein, weil Du so jederzeit zahlungsfähig bleibst. Ist Dein Konto längerfristig im Minus, dann überwiegen aber eindeutig die Nachteile!

Die Vorteile des Dispo im Überblick

  • Flexible Kreditform: Auf Deinem Konto herrscht gerade Ebbe und dann geht auch noch die Waschmaschine kaputt? Durch einen Dispokredit kannst Du solche Situationen überbrücken und bleibst jederzeit zahlungsfähig. Unvorhergesehene Ausgaben bringen Dich somit nicht in Schwierigkeiten.
  • Jederzeit rückzahlbar: Den Dispokredit kannst Du jederzeit zurückzahlen, indem Du einfach Dein Konto ausgleichst. Bei einem Ratenkredit ist das oft nicht so einfach möglich. Die Bank kann nämlich Geld von Dir verlangen, wenn Du vorzeitig aus dem Kredit aussteigst.
  • Tagesaktuelle Berechnung: Wenn Du einen Kontokorrentkredit in Anspruch nimmst, orientieren sich die Zinsen immer an dem tatsächlichen Betrag, den Du der Bank schuldest.
  • Kein bürokratischer Aufwand: Den Dispo kannst Du ohne jeden weiteren Papierkram in Anspruch nehmen. Du musst nicht erst einen Termin mit dem Bankberater vereinbaren und Kreditangebote einholen.

Die Nachteile des Dispo im Überblick

  • Hoher Zinssatz: Im Vergleich zu herkömmlichen Ratenkrediten zahlst Du bei einem Dispokredit wesentlich höhere Zinsen. Das ist der Preis dafür, dass Du den Dispositionskredit flexibel und unbürokratisch in Anspruch nehmen kannst.
  • Dispo als Schuldenfalle: Bleibt Dein Konto über längere Zeit hinweg überzogen, werden bei einem Dispokredit nicht nur Zinsen fällig, sondern auch Zinseszinsen. Der Schuldenberg wächst somit stetig an und es wird immer schwieriger, ihn abzubauen!
  • Kündigungsrecht der Bank: Die Bank kann Deinen Kontokorrentkredit jederzeit kündigen, wenn sie der Meinung ist, dass sich Deine persönlichen Voraussetzungen geändert haben.
  • Beschränkter Kreditrahmen: Für größere Anschaffungen ist ein Dispokredit auch deshalb ungeeignet, weil die maximale Dispokredit-Höhe auf 2 bis 3 Monatsgehälter beschränkt ist.

Welche Alternativen gibt es zum Dispokredit?

Du solltest einen Überziehungskredit nur ausnahmsweise und möglichst kurzfristig nutzen. Ansonsten wird der Dispo zur Kostenfalle. Überprüfe immer, ob es nicht bessere Alternativen gibt, als Dein Konto ins Minus rutschen zu lassen!

Mobilisiere Deine Reserven

Hast Du vielleicht noch etwas Geld auf einem Sparbuch oder Tagesgeldkonto? Dann greife besser zuerst auf diese Reserven zurück, bevor Du den Dispositionskredit Deines Girokontos in Anspruch nimmst.

Nutze Deine Kreditkarte

Falls Du einen kurzfristigen Engpass hast, kannst Du auch mit Deiner Kreditkarte zahlen, anstatt den Dispo zu nutzen. Bis zum Ende des Abrechnungszeitraums (in der Regel 1 Monat) bezahlst Du keine Zinsen, wenn Du danach sofort die gesamte Rechnung in einer Summe begleichst. Vorsicht: Bei manchen Kreditkarten-Modellen (Revolving-Kreditkarten) kannst Du den Betrag in Raten zurückzahlen. Dafür fallen aber Zinsen an, die noch höher sein können als bei einem Kontokorrentkredit!

Nimm einen Ratenkredit in Anspruch

Falls Dein Konto längere Zeit im Minus ist und es sich abzeichnet, dass Du den Dispo nicht so schnell begleichen kannst, solltest Du über einen "normalen" Kredit nachdenken. Man spricht auch von Umschuldung, wenn Du einen Dispositionskredit durch einen anderen Kredit ablöst. Der Vorteil ist, dass Du bei herkömmlichen Ratenkrediten viel weniger Zinsen bezahlst: Günstige Kredite sind bereits mit Zinssätzen ab rund 2 Prozent zu haben. Der Zinssatz hängt aber auch von der Laufzeit und Deiner Bonität ab. Wenn Du zu viele negative Schufa-Einträge hast, bezahlst Du höhere Zinsen oder Du bekommst womöglich gar keinen Kredit.

Achte bei einem Ratenkredit aber darauf, dass die monatlichen Raten so angelegt sind, dass Du sie auch wirklich zurückzahlen kannst. Sonst rutscht Dein Girokonto möglicherweise wieder in den Dispo und der Vorteil ist rasch verspielt.

Nimm einen Rahmenkredit in Anspruch

Eine Alternative zu Ratenkrediten sind sogenannte Rahmenkredite. Bei einem Rahmenkredit kannst Du Dir - ähnlich wie beim Dispokredit - jederzeit Geldbeträge bis zu einer festgelegten Höhe (dem "Rahmen") leihen. Du bist also flexibler als mit einem Ratenkredit. Anders als beim Dispokredit werden bei einem Rahmenkredit bestimmte Mindestbeträge festgelegt, die Du monatlich zurückzahlen musst. Einen festen Tilgungsplan gibt es aber nicht. Dadurch kann sich die Laufzeit des Rahmenkredits im Prinzip endlos verlängern, wenn Du Dir nicht selbst ein Rückzahlungsziel setzt. Ein Rahmenkredit ist günstiger als ein Dispositionskredit, aber teurer als ein Ratenkredit.

Überprüfe Deine laufenden Kosten

Wenn Du regelmäßig knapp bei Kasse bist und in den Dispo rutscht, lohnt es sich Deine laufenden Kosten für Handy, Internet, Strom, Gas, Versicherungen etc. unter die Lupe zu nehmen. Hast Du Deine Verträge vielleicht schon vor Jahren abgeschlossen und seither nicht mehr den Anbieter gewechselt? Dann kann es gut sein, dass mittlerweile wesentlich günstigere Angebote am Markt sind!