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EC-Karte: Was ist das und was sind die Vorteile?

EC-Karte: Fast jeder von uns trägt sie im Portemonnaie, doch die wenigsten kennen ihre genauen Funktionen und die Unterschiede zu Girocard, Maestro & Co. Wir sagen Dir, wo es die besten Girokonten mit kostenloser EC Card und attraktiven Prämien gibt und worauf Du beim Abheben im In- und Ausland sowie bei Zahlungen in Geschäften achten solltest.

Was ist eine EC-Karte?

Bei der EC-Karte handelt es sich um eine Debitkarte und das Vorgängerprodukt der Girocard in Deutschland. Die EC-Karte bzw. Girokarte gibt es nur in Verbindung mit einem Girokonto. Während die moderneren Karten am Girocard-Zeichen zu erkennen sind, tragen die älteren häufig noch das EC-Zeichen.

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick, welche Banken kostenlose Girokonten mit EC-Karten anbieten und wo Du die besten Prämien und Rabatte bekommst!

Hinweis: Information laut § 18 Abs. 6 Zahlungskontengesetz: Dieser Vergleich stellt keine vollständige Marktübersicht dar.

letzte Aktualisierung: 29.07.2020.

Welche Funktionen hat eine EC-Karte?

Die EC-Karte ist vor allem für bargeldlose Zahlungen und Bargeldabhebungen im Inland gedacht.

Bargeld abheben

Mit der EC-Karte kannst Du an jedem Geldautomaten in Deutschland Geld abheben. Da die Girocard-Funktion im Ausland jedoch häufig nicht akzeptiert wird, statten viele Banken ihre Karten zusätzlich mit der Debitkarten-Funktion von Maestro oder V Pay aus (erkennbar am entsprechenden Logo). Während Maestro weltweit verbreitet ist, wird V Pay nur im europäischen Ausland akzeptiert.

elektronische Zahlung

Die meisten Girokarten bieten folgende Funktionen für das bargeldlose Bezahlen im Geschäft:

  • Electronic-Cash-Funktion: Hier gibst Du Deine Karte samt PIN-Nummer in das entsprechende Bezahl-Terminal im Geschäft ein. In Sekundenschnelle wird überprüft, ob Deine PIN korrekt ist, die Karte ggf. gesperrt ist und der Zahlbetrag innerhalb Deines verfügbaren Kontenrahmens liegt. Ist alles in Ordnung, wird Dein Konto sofort mit dem entsprechenden Kaufpreis belastet. Für den Händler ist dies sehr sicher, allerdings zahlt er das sogenannte Händlerentgelt (0,2 Prozent vom Kaufpreis).
  • Elektronisches oder Online-Lastschriftverfahren (ELV bzw. OLV): Hier ist keine PIN-Eingabe nötig. Stattdessen autorisierst Du Dich durch Deine Unterschrift. Letztere ist gleichzeitig eine Einzugsermächtigung über die Summe des Einkaufspreises, das Geld wird aber erst nach Kassenschluss von Deinem Konto abgebucht. Das ist für den Händler zwar kostenfrei, bedeutet aber auch weniger Sicherheit, da er nicht wissen kann, ob Dein Konto ausreichend gedeckt ist. Nur beim neueren OLV-Verfahren wird direkt ermittelt, ob ggf. offene Forderungen bestehen oder Deine Karte evtl. gesperrt ist.
  • Geldkartenfunktion: Die meisten Girokarten haben einen Geldkarten-Chip. Diesen kannst Du an Geldautomaten aufladen (Prepaid-Funktion), um anschließend kleinere Geldbeträge bargeldlos zu bezahlen.
  • Girogo: Statt Deine Girokarte ins Lesegerät zu schieben, hälst Du sie einfach an das Bezahl-Terminal und kannst so Beträge bis zu 20 Euro kontaktlos – ohne Eingabe Deiner PIN – bezahlen. Allerdings musst Du dafür zunächst den „Girogo-Chip“ aufladen. Das geht entweder am Geldautomat, funktioniert aber auch über spezielle Apps oder Online. Man kann die Karte auch automatisch beim Bezahlen im Geschäft aufladen lassen, sobald das Guthaben aufgebraucht ist.
  • Girocard kontaktlos: Noch praktischer ist die Funktion „Girocard kontaktlos“. Auch hier kannst Du kontaktlos mit Deiner Karte bezahlen, musst aber vorher keinen speziellen Chip aufladen. Bei Käufen über 25 Euro wird allerdings die PIN-Eingabe verlangt.

Wie unterscheiden sich EC-Karte, Girocard & Maestro?

Bei der Girocard bzw. früheren EC-Karte handelt es sich um das Debit-Bezahlsystem der Deutschen Kreditwirtschaft. Maestro ist hingegen das Zahlungssystem des Kreditkarten-Unternehmens Mastercard.

EC-Karte

Obwohl die einstige EC-Karte mittlerweile durch die Girokarte abgelöst worden ist, werden an vielen Geldautomaten und Kartenterminals noch immer beide Logos verwendet – „girocard“ und „electronic cash“.

Girocard

Die Girokarte bietet seit 2007 den gemeinsamen Rahmen für die Debit-Zahlungssysteme electronic-cash und das Deutsche Geldautomatensystem. Da Du mit der Girocard-Funktion alleine nur in Deutschland bezahlen bzw. Geld abheben kannst, kombinieren die meisten Banken das Girocard-System mit einem internationalen Bezahlsystem – meist mit Maestro.

Maestro

Die Maestro-Funktion ist erkennbar am Maestro-Logo und hat international eine hohe Akzeptanz – weltweit kannst Du an rund 15 Millionen Terminals bargeldlos bezahlen! Manche Banken kombinieren das Girocard-System auch mit V-Pay – dem Bezahlsystem des Kreditkarten-Unternehmens Visa. Das gilt zwar als sehr sicher und wird auch in den meisten europäischen Ländern akzeptiert, im außereuropäischen Ausland ist es hingegen wenig verbreitet.

Wie unterscheiden sich EC-Karte und Kreditkarte?

Der größte Unterschied: Bei der EC-Karte wird der Betrag sofort bzw. spätestens innerhalb von ein bis zwei Werktagen vom Girokonto abgezogen. Im Gegensatz dazu werden bei einer Kreditkarte alle Umsätze gesammelt zu einem bestimmten Zeitpunkt im Monat abgezogen. Bis dahin ist der Verfügungsrahmen zinsfrei.

Weitere wichtige Unterschiede:

  • Bonität: Bevor Du eine Kreditkarte bekommst, prüft die Bank Deine Bonität (Kreditwürdigkeit) – zum Beispiel durch Kontrolle etwaiger Schufaeinträge oder die Forderung von Gehaltsnachweisen. Auch für den Erhalt einer Girokarte wird zwar Deine Bonität überprüft, hier gelten aber weniger strenge Kriterien.
  • Akzeptanz im Ausland: Während Du im Inland sowohl mit Kreditkarte als auch mit der EC-Karte Geld abheben oder bargeldlose Zahlungen tätigen kannst, sieht das im Ausland anders aus. Hier ist die Kreditkarte eindeutig überlegen – vor allem außerhalb der EU.
  • Online-Shopping: Wer im Internet shoppen möchte, muss entweder das Lastschriftverfahren nutzen oder braucht eine Kreditkartennummer. Das direkte Bezahlen mittels EC-Karte ist nicht möglich.

Wie sicher ist die EC-Karte?

Eine EC-Karte hat mehrere Merkmale, die zusammen genommen eine hohe Sicherheit garantieren:

  • Geheimzahl (PIN): Die PIN gewährleistet, dass Deine Karte bei Verlust/Diebstahl nicht beliebig verwendet werden kann.
  • Unterschrift: Jede Girokarte hat ein Feld, in dem Du umgehend nach Erhalt unterschreiben musst. So kannst Du Dich beim Bezahlen durch Deine Unterschrift autorisieren.
  • Kartennummer: Mit Hilfe der EC-Kartennummer kann Deine Karte zweifelsfrei identifiziert werden.
  • Magnetstreifen: Der schwarze Magnetstreifen wurde früher zum Speichern und Auslesen der Kontodaten verwendet. Da dieses Verfahren jedoch anfällig für Fälschungen war, wird heute in Europa nur noch der fälschungssicherere EMV-Chip ausgelesen.
  • EMV-Chip: Auf diesem Chip liegen die Daten variabel verschlüsselt vor. Das erschwert den Datenklau! Im außereuropäischen Ausland wird allerdings häufig noch der Magnetstreifen ausgelesen. Dadurch besteht ein Restrisiko, dass Betrüger Deine Daten mittels manipulierter Geldautomaten oder Terminals stehlen können. Am besten ist es daher, wenn Du ausschließlich an Automaten in einer Bankfiliale abhebst und den Verfügungsrahmen Deines Kontos vor der Reise herabsetzt.
Achtung:

Wurde Deine Karte gestohlen, musst Du sie so schnell wie möglich von Deiner Bank sperren lassen. Außerdem solltest Du die Karte bei der Polizei als gestohlen melden.

Welche Gebühren gibt es bei EC-Karten?

Die Girokarte gibt es bei fast allen Banken kostenlos zum Girokonto dazu. Bei ihrer Nutzung können allerdings Gebühren in unterschiedlicher Höhe anfallen.

Deutschland

Nicht nur im Ausland, auch in Deutschland gibt es zahlungspflichtige Vorgänge:

  • Bargeld: So ist das Abheben nur an bankeigenen Automaten oder Automaten von Kooperationsbänken (sogenannte Bankverbünde) kostenlos bzw. vergünstigt. An Fremdautomaten zahlst Du hingegen zwischen 2 und 5 Euro pro Vorgang.
  • Elektronische Zahlung: Das bargeldlose Bezahlen im Inland ist kostenfrei. Manche Geschäfte verlangen allerdings eine bestimmte Mindest-Einkaufssumme.

Ausland

Vor allem im Ausland solltest Du mögliche Gebühren bei der Nutzung Deiner EC-Karte im Blick haben:

  • Bargeld: Fast überall (sowohl in Europa als auch außerhalb der EU) wird eine von Deiner Bank bestimmte Auslandsgebühr (zwischen 3 bis 10 Euro pro Vorgang) fällig. Darüber hinaus wird oft ein umsatzabhängiger Anteil von 1 bis 3 Prozent berechnet. Und: Auch der Geldautomaten-Betreiber im Ausland kann Dich zur Kasse bitten – meist zahlst Du zwischen 3 und 6 Euro. Hat Deine Bank allerdings Partner-Institute im Ausland, kannst Du Dir einige Gebühren sparen!
  • Elektronische Zahlung: Hat Deine EC-Karte ein internationales Bezahlsystem wie V-Pay oder Maestro, kannst Du damit auch im Ausland bargeldlos bezahlen. Dies ist innerhalb der EU kostenfrei. Außerhalb fallen umsatzabhängige Gebühren an, die meist zwischen 1 bis 2 Prozent der Einkaufssumme betragen.

Wann zahlt man mit PIN - wann mit Unterschrift?

In manchen Geschäften entscheidet ein zufälliges System darüber, ob Du mit PIN oder Unterschrift bezahlst. In anderen Fällen kann der Händler selbst festlegen, welche Zahlvariante er Dir anbietet. Zweifelt er beispielsweise an Deiner Zahlungsfähigkeit, wird er vermutlich das für ihn sicherere PIN-Verfahren wählen.

Wonach sollte ich ein Girokonto mit EC-Karte auswählen?

Bevor Du Dich für ein Girokonto mit EC-Karte entscheidest, lohnt sich ein sorgfältiger Vergleich der unterschiedlichen Bankangebote! Folgende Aspekte sind dabei wichtig:

  • Kontoführungsgebühr: Achte unbedingt darauf, dass Du ein Girokonto ohne Kontoführungsgebühr wählst!
  • Gebühren fürs Bargeld abheben: Prüfe im Vorfeld, wie viele Automaten das jeweilige Bankinstitut anbietet und ob auch in Deiner Nähe ein entsprechender Geldautomat vorhanden ist. An Fremdautomaten zahlst Du bei jedem Abheben saftige Gebühren.
  • Auslandseinsatzgebühr: Informiere Dich über die Höhe der Auslandsgebühren beim Einsatz Deiner EC-Karte im Ausland.
  • Zusätzliche Gebühren: Bei manchen Banken zahlst Du auch für Überweisungen, Kontoauszüge & Co. Gebühren.
  • Dispozinsen: Solltest Du Dein Konto im Ausnahmefall überziehen müssen, ist ein Girokonto mit niedrigem Dispozins wichtig.
  • Guthabenzinsen: Auch wenn es derzeit kaum Zinsen gibt, locken einige Banken dennoch mit passablen Guthabenzinsen.
  • Kreditkarte: Bei manchen Girokonten gibt es eine kostenlose Kreditkarte dazu.
  • Bonus: Ob Startguthaben, Prämien oder Rabatte – auch hier lohnt sich ein Vergleich der unterschiedlichen Anbieter!