Was ist ein Pharmazeut?
Pharmazeuten beschäftigen sich mit der Wissenschaft rund um Heil- und Arzneimittel. Sie stellen neue Medikamente her, erforschen ihre Wirkung und sind für die Herausgabe von Medikamenten zuständig. Als staatlich geprüfte Arbeitskraft wissen sie über Arzneimittel, ihre Auswirkungen und rechtliche Konsequenzen bei Missbrauch Bescheid.
Was macht ein Pharmazeut?
Der klassische Beruf nach einem abgeschlossenen Pharmazie-Studium ist der des Apothekers: Er berät Kunden, steht ihnen bei Fragen zur Seite und kennt sich mit allen Bereichen der Arzneimittel (begonnen bei rechtlichen Fragen über Nebenwirkungen bis hin zu Alternativen) bestens aus.
Neben seiner Arbeit am Kunden ist der Apotheker auch für das Zusammenmischen verschriebener Salben zuständig und testet im Labor Medikamente.
Doch nicht jeder Pharmazeut oder jede Pharmazeutin ist auch ein Apotheker: In der Pharmaindustrie forschst Du als Pharmazeut an neuen Medikamenten, erforschst die Wirkung bestimmter Substanzen und entwickelst neue Arzneimittel, bis diese in den Verkauf gehen können. Auch im Marketingbereich kannst Du als Pharmazeut tätig sein und wirbst für die Produkte Deines Pharmaunternehmens und deren Wirkung bei Ärzten und in Apotheken.
Wie wird man Pharmazeut?
Der Weg zum Pharmazeut oder zur Pharmazeutin beginnt an der Universität: Denn um in dem Beruf arbeiten zu können, musst Du erst das Studium Pharmazie abschließen. Entgegen der meisten Studiengänge ist das Pharmazie-Studium kein Bachelor- und Masterstudiengang, sondern ein Examensstudiengang. Insgesamt drei Staatsexamina müssen Pharmaziestudenten machen, um die Approbation als Apotheker zu erhalten und den Beruf eigenverantwortlich ausüben zu können.
- Grundstudium: Die ersten vier Semester Deines Pharmazie-Studiums stellen das Grundstudium dar und werden mit dem ersten Staatsexamen abgeschlossen. In diesem Zeitraum musst Du eine Famulatur, also ein medizinisches Praktikum, von insgesamt acht Wochen absolvieren, vier davon in einer Apotheke. Dies findet in der Regel während der vorlesungsfreien Zeit statt.
- Hauptstudium: Hast Du das Grundstudium erfolgreich abgeschlossen, folgen weitere vier Semester Hauptstudium. Das Hauptstudium schließt Du mit dem zweiten Staatsexamen ab.
- Praktisches Jahr: Nach dem bestandenen zweiten Staatsexamen folgt das Praktische Jahr (PJ), das insgesamt 12 Monate dauert. In dieser Zeit wirst Du als Pharmazeut im Praktikum (PhiP) bezeichnet. Die ersten sechs Monate absolvierst Du in der Regel in einer öffentlichen Apotheke, die folgenden sechs Monate wahlweise in einer Krankenhausapotheke, der pharmazeutischen Industrie, an einem Universitätsinstitut, bei der Bundeswehr oder in einer anderen pharmazeutischen Einrichtung. Über die Anerkennung des PJ und damit über die Zulassung zum dritten Staatsexamen entscheidet das jeweilige Landesprüfungsamt, bei dem Du das zweite Staatsexamen abgelegt hast.
- Das dritte Staatsexamen: Nach dem Praktischen Jahr folgt das dritte Staatsexamen. Erst nach dessen erfolgreichem Bestehen kann Dir die Approbation als Apotheker erteilt werden. „Apotheker” ist eine geschützte Berufsbezeichnung, die grundsätzlich erst nach dem dritten Prüfungsabschnitt und der erteilten Approbation geführt werden darf. Die Approbation ist Voraussetzung für die eigenverantwortliche Berufsausübung.
Wo arbeitet ein Pharmazeut?
Als Pharmazeut oder Pharmazeutin arbeitest Du vermutlich in einer Apotheke, in der Pharmaindustrie oder unterrichtest nachfolgende Pharmazeuten-Generationen an einer Universität. Doch auch in anderen Bereichen werden Pharmazeuten gebraucht, sodass neben den gängigen Positionen auch folgende Arbeitgeber für Dich infrage kommen:
- Krankenkassen
- Krankenhäuser
- Gesundheitsämter
- Berufsschulen
- Gerichtsmedizin
- Fachmagazine
Wie sieht der Arbeitsalltag aus?
Wie Dein Arbeitsalltag aussehen wird, hängt stark davon ab, für welchen Weg Du Dich in der Pharmazie entscheidest. Je nachdem, ob Du in einer Apotheke, einem Pharmaunternehmen oder im Lehrbereich arbeitest, erwarten Dich folgende Inhalte:
Wie sieht der Arbeitsplatz aus?
Auch der Arbeitsplatz ist vom gewählten Berufszweig abhängig: Arbeitest Du als Apotheker, ist die Apotheke Dein Arbeitsplatz. Ob hinter den Kulissen im Labor oder bei der Beratung der Kunden, Dein Arbeitsalltag spielt sich in der Apotheke ab.
Entscheidest Du Dich für den Pharmabereich, ist das Labor Dein Hauptarbeitsort. Als Pharmavertreter bist Du hingegen im Außendienst beschäftigt und fährst mit Deinem Dienstwagen von Praxis zu Praxis, um Dein Produkt an den Mann zu bringen.
In der Lehre arbeitest Du, je nach Einrichtung, in den Lehrräumen einer Berufsschule oder einer Universität.
Was verdient ein Pharmazeut?
Je nach Abschluss und gewähltem Berufszweig unterscheidet sich auch das Gehalt in der Pharmaziebranche stark. Der Median liegt für Pharmazeuten bei rund 3.300 € brutto im Monat, das Einstiegsgehalt bei etwa 2.973 € brutto.
So können Apotheker mit Approbation in einer öffentlichen Apotheke laut Tarif mit einem Einstiegsgehalt von rund 4.166 € brutto rechnen, wobei das Gehalt mit den Jahren ansteigt und ab dem 11. Berufsjahr bei 4.922 € liegt. Möchtest Du schon nach Deinem zweiten Staatsexamen als Pharmazeut ohne Approbation in einer Apotheke arbeiten, beträgt Dein Gehalt ab rund 3.174 €. Arbeitest Du in einer anderen Einrichtung, wie einer Krankenhausapotheke, liegt das Gehalt in der Regel etwas über dem einer öffentlichen Apotheke.
In der Pharmaindustrie kannst Du mit einem Einstiegsgehalt ab 4.000 € rechnen, wobei je nach Erfahrung und Position die Grenze nach oben offen ist.
Wo finde ich einen Job als Pharmazeut?
Wie sind die Berufsaussichten für Pharmazeuten?
Die Berufsaussichten als Pharmazeut oder Pharmazeutin sind ausgesprochen gut. Die Pharmaindustrie wächst und sucht stetig neue Fachkräfte und auch Apotheken brauchen gut ausgebildetes Personal, sodass Deine Chancen sehr gut stehen, dass Du nach Deinem Studium schnell eine geeignete Position für Dich findest.
In Apotheken ist der Fachkräftemangel ein strukturelles Problem, das in den meisten Teilen Deutschlands besteht. Laut dem Apothekenkonjunkturindex vom März 2026 zeigen sich insgesamt 80 % der befragten Apotheken vom Fachkräftemangel betroffen, besonders belastet sind Landapotheken. Für Dich als Bewerber bedeutet das eine hohe Jobsicherheit und die Möglichkeit, gezielt Arbeitgeber und Umfeld (Stadt oder ländliche Region) auszuwählen.
Welche Spezialisierungen gibt es?
Mit einem Abschluss in Pharmazie ist es typisch, folgende Berufswege einzuschlagen:
- Als Apotheker verkaufst Du Arzneimittel, berätst Kunden und mischst Medikamente zusammen
- Als Pharmazeut in der Forschung beschäftigst Du Dich mit der Herstellung und Entwicklung neuer Medikamente
- Als Pharmaberater wirbst Du für ein bestimmtes Medikament
- Im Bereich Lehre und Forschung unterrichtest Du angehende Pharmazeuten
Besonders in der Pharmaindustrie gibt es einige Möglichkeiten, sich zu spezialisieren. So kannst Du zum Beispiel in folgenden Bereichen zum Spezialisten werden:
- Ernährungsberatung
- Gesundheitsförderung
- Pharmakologie
- Katastrophenpharmazie
- Naturheilverfahren
- Onkologische Pharmazie
- Geriatrische Pharmazie
Auch kannst Du Dich in der Pharmaindustrie bis hin zu einer Führungsposition hocharbeiten, was oftmals von den Unternehmen durch Fortbildungen unterstützt wird.
Passt der Beruf Pharmazeut zu mir?
Als Pharmazeut solltest Du Dich für die Naturwissenschaften begeistern, diszipliniert sein und gerne mit Menschen arbeiten.