Was ist ein Pharmareferent?
Ein Pharmareferent ist ganz kurz gesagt ein Vertreter für Arzneimittel. In Deutschland sind Personen zur Tätigkeit als Geprüfter Pharmareferent befähigt, die einen Fortbildungsgang in einem Pharmaunternehmen oder an privaten Pharmaschulen abgeschlossen haben. Es handelt sich um eine geschützte Berufsbezeichnung, die nicht von Personen geführt werden darf, die keine Pharmaprüfung bei einer Industrie- und Handelskammer absolviert haben. Letztere sind als Pharmaberater tätig, nicht aber als Geprüfte Pharmareferenten.
Was macht ein Pharmareferent?
Zu den Aufgaben, die Dich während und nach der Pharmareferent-Ausbildung erwarten werden, gehören:
- das Werben für Produkte Deiner Pharmafirma bei Angehörigen von Heilberufen
- die vollständige, fachliche aber auch kritische Aufklärung und Information von Menschen, die Heilberufe ausüben, über verschiedene Arzneimittel unter der Beachtung der geltenden Rechtsvorschriften
- die Mitteilung über unerwünschte Arzneimittelwirkungen, Gegenanzeigen oder sonstige Risiken einzelner Arzneimittel bei Heilberufsausübenden
- die Dokumentation und das schriftliche Aufzeichnen von Einnahmeproblemen verschiedener Therapeutika und die Übermittlung dieser Daten an den Auftraggeber
Zu den Heilberufsausübenden zählen neben Ärzten auch Apotheker, Heilpraktiker und Zahnärzte. Diese besuchst und informierst Du über aktuelle Arzneimittel, aber auch neue Erkenntnisse über altbewährte Medizin. Diese Informationen erhältst Du direkt von Deinem Arbeitgeber, also dem Pharmaunternehmen, für das Du tätig bist. Zwar bist Du im weiteren Sinne so etwas wie ein Marketingexperte für Dein Pharmaunternehmen, unterliegst jedoch dem Wahrheitsgebot und darfst weder wichtige Informationen auslassen, noch solche hinzufügen, die nicht in der Fachinformation aufgeführt sind.
Zum Verkauf berechtigt bist Du nach der Ausbildung zum Pharmareferent nicht! Du darfst den Ärzten, denen Du die Produkte vorstellst, aber eine eingeschränkte Anzahl an Ärztemustern hinterlassen, sodass diese sich selbst mit den von Dir beworbenen Medikamenten und anderen Medizinprodukten vertraut machen können.
Wie wird man Pharmareferent?
Wenn Du Pharmareferent werden möchtest, gibt es verschiedene Voraussetzungen, die Du erfüllen musst. Im Folgenden zeigen wir Dir die unterschiedlichen Schritte, die nötig sind, wenn Du eine Pharmareferent-Ausbildung anstrebst.
Die rechtliche Grundlage für die Tätigkeit als Pharmareferent oder Pharmaberater ist in Deutschland der § 75 des Arzneimittelgesetzes (AMG). Er regelt die sogenannte Sachkenntnis als Pharmaberater: Ein Pharmaunternehmen darf nur Personen mit dieser nachgewiesenen Sachkenntnis mit der fachlichen Information über Arzneimittel beauftragen. Der Beruf ist damit zwar reglementiert, gilt aber als zugänglicher als viele andere Heilberufe, weil mehrere Wege zur Sachkenntnis führen.
Es gibt mehrere Qualifikationswege, um diese Sachkenntnis zu erwerben: ein naturwissenschaftliches oder medizinisches Hochschulstudium, eine technische Assistenz-Ausbildung (zum Beispiel PTA, MTA, VMTA, BTA, CTA oder RMTA) oder eine eigenständige Pharmareferenten-Ausbildung. Ein naturwissenschaftliches Studium ist somit nicht zwingend erforderlich. Wer eine der vom Gesetz genannten Ausbildungen abgeschlossen hat, etwa als technischer Assistent in der Pharmazie, Chemie, Biologie, Human- oder Veterinärmedizin oder als Apotheker beziehungsweise Apothekerassistent, kann ohne weitere Ausbildung als Pharmaberater tätig werden.
Führt Dein Weg über die Pharmareferenten-Ausbildung, wird üblicherweise eine erfolgreich abgeschlossene medizinische, naturwissenschaftliche, heilberufliche oder kaufmännische Ausbildung mit einschlägiger Berufspraxis vorausgesetzt. Teils genügen auch mindestens fünf Jahre Praxiserfahrung mit fachlichem Bezug plus die Teilnahme an einem Vorbereitungslehrgang.
Wie lange die Pharmareferent-Ausbildung dauert, hängt vom gewählten Modell und Deinen Vorkenntnissen ab und reicht von etwa 4 bis 18 Monaten. In Vollzeit sind es meist nur 4 bis 6 Monate, berufsbegleitend in Teilzeit dauert die Ausbildung mit rund 9 bis 12 Monaten entsprechend länger. Am Ende steht die bundeseinheitliche IHK-Prüfung zum Abschluss „Geprüfter Pharmareferent (m/w/d) IHK”. Mit dem bestandenen Abschluss erwirbst Du den Status des Pharmaberaters nach § 75 AMG und darfst Angehörige von Heilberufen zur fachlichen Arzneimittelinformation aufsuchen. Der Abschluss berechtigt zudem zur Aufnahme eines Hochschulstudiums.
Inhaltlich gliedert sich die Ausbildung in vier Fachgebiete: naturwissenschaftliche und medizinische Grundlagen (etwa Chemie, Physik, Biologie, Biochemie, Anatomie und Physiologie), Pharmakologie mit Pharmakotherapie und Krankheitsbildern, Arzneimittelrecht mit Gesundheitsmanagement und Gesundheitsökonomie (darunter das Arzneimittelgesetz und das Heilmittelwerbegesetz) sowie Kommunikation, Pharmamarkt und Pharmamarketing.
Im Folgenden zeigen wir Dir den klassischen Weg über ein Studium mit anschließender Ausbildung:
- Bachelor-Studium: Ein Grundstudium in einem naturwissenschaftlichen Fach ist ein möglicher Weg, um Pharmareferent zu werden. Studiengänge, die infrage kommen, wenn Du Pharmareferent werden möchtest, sind Medizin und Pharmazie, aber auch mit einem Abschluss in Biologie oder Biochemie erfüllt man die nötigen Voraussetzungen für eine anschließende Ausbildung zum Pharmareferent.
- Master-Studium: Ein Master-Studium ist zwar nicht dringend notwendig, wenn Du Pharmareferent werden willst, kann jedoch einige Vorteile mit sich bringen. Nicht nur kannst Du bereits als Berufseinsteiger mehr Gehalt verlangen als ein Bachelor-Absolvent mit Pharmareferent-Ausbildung, Du eignest Dir auch mehr Wissen an, das Dir während Deiner Ausbildung von Nutzen sein wird.
- Ausbildung: Auf das Studium folgt die anschließende Pharmareferent-Ausbildung, die in Pharmaunternehmen oder an privaten Pharmaschulen absolviert wird und grundsätzlich in Zusammenarbeit mit der örtlichen Industrie- und Handelskammer, kurz IHK, erfolgt. Diese Ausbildung ist bundeseinheitlich in der sogenannten PharmRefPrV geregelt und umfasst insgesamt 1.000 Unterrichtsstunden. Davon entfallen circa 250 Unterrichtsstunden auf naturwissenschaftliche und medizinische Grundlagen, 420 Stunden auf Pharmakologie, Pharmakotherapie und Krankheitsbilder, 180 Unterrichtseinheiten auf Arzneimittelrecht, Gesundheitsmanagement und Gesundheitsökonomie und weitere 150 Stunden Unterricht auf Kommunikation, Pharmamarkt und Pharmamarketing. Absolvierst Du diese Ausbildung in Vollzeit, bist Du bereits nach wenigen Monaten geprüfter Pharmareferent. In Teilzeit dauert die Ausbildung entsprechend länger.
Wo arbeitet ein Pharmareferent?
Pharmareferenten arbeiten in der pharmazeutischen Industrie und sind im Regelfall bei einem bestimmten Pharmaunternehmen angestellt, dessen Interessen sie vor seinen Kunden, also Apothekern, Ärzten und anderen Abnehmern von Arzneimitteln, vertreten. Jobs findest Du schnell und unkompliziert über unsere Online-Jobbörse.
Wie sieht der Arbeitsalltag aus?
Zu den Tätigkeiten, die Dich nach dem Abschluss Deiner Ausbildung erwarten, zählen:
Wie sieht der Arbeitsplatz aus?
Während und nach der Pharmareferent-Ausbildung bist Du in erster Linie im Außendienst tätig. Das bedeutet aber nicht, dass Du in der Firma keinen festen Arbeitsplatz hast! Auch dort erwartet Dich ein Büro mit Schreibtisch, das Du allerdings nur wenige Stunden in der Woche zu Gesicht bekommst, da Du die meiste Zeit unterwegs bist und Praxisbesuche bei Kunden machst.
Was verdient ein Pharmareferent?
Berufseinsteiger verdienen rund 4.100 € monatlich. Im Median liegt das Bruttomonatsgehalt bei 5.550 €. Mit ein paar Jahren Erfahrung im Job steigt das Gehalt weiter an und erreicht nach mehreren Jahren bis zu rund 6.760 € pro Monat. Dazu kommen Erfolgsprämien, wenn Du einen besonders guten Deal erzielt hast. Auch das sogenannte Weihnachtsgeld wird in der Pharmaindustrie häufig gezahlt. Alles in allem kann man sagen, dass Du als Pharmareferent wirklich gutes Geld verdienen kannst.
Wo finde ich einen Job als Pharmareferent?
Wie sind die Berufsaussichten für Pharmareferenten?
Sowohl die Einstiegschancen als auch die längerfristigen Berufsaussichten sind für Pharmareferenten gut bis sehr gut. Die Pharmaindustrie verzeichnet nach wie vor ein großes Wachstum und ist aus diesem Grund permanent auf der Suche nach qualifizierten und engagierten Mitarbeitern im Außendienst.
Gleichzeitig befindet sich der Beruf in einem Strukturwandel. Der klassische Flächen-Außendienst, bei dem viele Referenten viele Allgemeinärzte besuchen, ist seit Jahren rückläufig, unter anderem weil Ärzte weniger Zeit haben. Pharmaunternehmen verlagern einen Teil der Kommunikation deshalb auf digitale Kanäle wie E-Detailing, Remote-Gespräche, Webinare und Multichannel-Ansätze. Gefragt bleiben vor allem spezialisierte Referenten für komplexe Spezialpräparate sowie digital versierte Berater. Wer sich auf digitale Tools und eine fachliche Spezialisierung einstellt, hat weiterhin gute Aussichten. Als Karrierewege bieten sich unter anderem das Key-Account-Management sowie die Vertriebs- oder Regionalleitung an.
Welche Spezialisierungen gibt es?
Auch als Pharmareferent kannst Du Dich stetig weiterentwickeln und Deinen beruflichen Werdegang durch bestimmte Spezialisierungen vorantreiben. Fachbereiche, auf die Du Dich spezialisieren kannst, sind beispielsweise:
- Außendienstleitung
- Vertriebsleitung
- Gebietsmanagement
- Key-Account-Management
- Personalentwicklung
- Personaltraining
- Produktmanagement
- Marketing
Mit Fleiß und Arbeitseinsatz kannst Du Dich bis an die Spitze der Geschäftsführung hocharbeiten.
Passt der Beruf Pharmareferent zu mir?
Wenn Du gerne Pharmareferent werden möchtest, solltest Du ein paar Voraussetzungen und Talente mitbringen, die wir Dir im Folgenden näher beschreiben wollen.
Du bringst die benötigten Hard- und Soft Skills mit und hast so richtig Bock auf diesen Job? Dann steht Deiner Karriere als Pharmareferent ja nichts mehr im Wege!