Wo kann ich Pharmazie studieren?
Pharmazie studierst Du in Deutschland ausschließlich mit Staatsexamen an staatlichen Universitäten, ein Fernstudium oder ein privates Angebot gibt es nicht. Keinen Studienort gibt es nur in Brandenburg und Bremen, in allen übrigen Bundesländern kannst Du Pharmazie studieren.
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Ein Detail, das über ein halbes Jahr entscheidet. 12 der 22 Universitäten lassen zum Sommer- und zum Wintersemester zu, die anderen 10 nur zum Wintersemester. Wenn Du im Winterverfahren keinen Platz bekommst, ist die Liste der möglichen Orte im Sommer also deutlich kürzer - aber es gibt sie. Zum Sommersemester 2026 waren 12 Universitäten am zentralen Verfahren beteiligt, und die Auswahlgrenzen lagen dort durchweg niedriger als im Winter.
Was Du in dieser Liste nicht findest - und warum. Es gibt keinen Bachelor und keinen Master, der zur Approbation führt, und es gibt kein Pharmazie-Fernstudium. Wer im Netz auf "Pharmazie Bachelor" stößt, sieht fast immer ein verwandtes, aber anderes Fach: Pharmatechnik, Pharmazeutische Biotechnologie, Pharmaceutical Sciences oder Arzneimittelforschung. Diese Studiengänge sind interessant, führen aber nicht zur Approbation und damit nicht in die Apotheke. Wer Apothekerin oder Apotheker werden will, braucht das Staatsexamen an einer der 22 Universitäten oder einen anerkannten Abschluss aus dem EU-Ausland.
Das Pharmazie-Studium in Zahlen
an Universitäten881
an Fachhochschulen
aus Deutschland3.250
aus dem Ausland
Welchen NC brauchst Du?
Formal brauchst Du nur das Abitur oder eine gleichwertige Hochschulzugangsberechtigung - kein Praktikum, keine Aufnahmeprüfung, keinen Numerus clausus im Sinne einer festen Note. Pharmazie ist aber bundesweit zulassungsbeschränkt: Du bewirbst Dich nicht bei der Universität, sondern zentral über hochschulstart.de bei der Stiftung für Hochschulzulassung, wie bei Medizin, Zahnmedizin und Tiermedizin. Das unterscheidet Pharmazie von fast jedem anderen Fach und hat eine gute Seite: Eine Bewerbung reicht für alle 22 Universitäten. Im Schnitt geben Bewerberinnen und Bewerber neun Wunschorte an.
Die Abiturnote entscheidet nur über 30 Prozent der Plätze. Nach den Vorabquoten wird der Rest in drei Töpfen vergeben:
Wartesemester gibt es nicht mehr. Hier liegen die meisten älteren Ratgeber falsch, auch die Vorversion dieses Artikels. Das Bundesverfassungsgericht hat das alte Verfahren am 19. Dezember 2017 gekippt. Seit dem Sommersemester 2020 ist die Wartezeitquote abgeschafft und durch die Zusätzliche Eignungsquote ersetzt. Warten bringt Dir für Pharmazie also nichts mehr.
Die Auswahlgrenzen hängen vom Bundesland Deines Abiturs ab, nicht nur von der Universität. So sah die Abiturbestenquote im Wintersemester 2025/26 für ein Abitur aus Baden-Württemberg aus:
Vorsicht bei der Zahl 4,0. Steht in den offiziellen Tabellen "4,0" oder "300 Punkte", ist das kein NC von 4,0. Die Grenze wurde nicht ausgeschöpft: Es haben sich so wenige beworben, dass alle in dieser Quote einen Platz bekommen haben. Für ein bayerisches Abitur war das im Wintersemester 2025/26 bei Halle, Marburg, Regensburg, Saarbrücken und Tübingen der Fall. Wer die Zahl als Notengrenze liest, zieht genau den falschen Schluss.
- Ausbildung als PTA oder PKA - Kriterium der Eignungsquote und der meisten Hochschulverfahren
- Berufserfahrung in einer Apotheke - zählt dort ebenso
- Ein guter Studierfähigkeitstest - zählt in der Eignungsquote, wo die Abiturnote keine Rolle spielt
- Praktikum oder Aufnahmeprüfung - formal reicht die Hochschulzugangsberechtigung
- Eine feste NC-Note - die Grenze hängt von Quote, Universität und Bundesland ab
- Wartesemester - seit dem Sommersemester 2020 abgeschafft
- Einzelbewerbungen - eine Bewerbung über hochschulstart.de gilt für alle 22 Universitäten
Wie das Studium abläuft - Semester für Semester
Ablauf und Inhalte legt nicht die Universität fest, sondern der Bund. Beides steht in der Approbationsordnung für Apotheker, zuletzt geändert am 7. Juni 2023, und gilt in Greifswald genauso wie in Tübingen: vier Jahre Universität, dann ein praktisches Jahr, dazwischen und danach drei Staatsexamen. Einen Studienverlaufsplan vergleichen zu wollen lohnt sich bei Pharmazie deshalb kaum - anders als in Fächern mit freier Modulwahl gibt es hier nichts zu vergleichen.
In dieser Tabelle fehlt etwas, das im Studienalltag spürbar ist: die Famulatur. Acht Wochen, in der vorlesungsfreien Zeit des Grundstudiums, mindestens vier davon in einer öffentlichen Apotheke. Das kostet zwei Semesterferien. Über die zweiten vier Wochen entscheidest Du frei - Krankenhausapotheke, Industrie, Behörde. Zweimal dieselbe Offizin ist die verschenkte Variante.
Die Regelstudienzeit, die in jedem Datenblatt steht, lautet acht Semester. Gemeint ist damit nur der Universitätsteil. Das praktische Jahr kommt obendrauf, macht fünf Jahre bis zur Approbation. Und fünf Jahre sind die Untergrenze, nicht der Schnitt: Die Staatsexamen liegen auf festen Terminen, wer einen verpasst, verliert ein halbes Jahr.
Ein Detail aus unserer Standortliste, das viele erst nach der Absage entdecken: Nicht jede Universität nimmt zweimal im Jahr auf.
| Studienstart | Standorte |
|---|---|
| Zwölf der 22 Standorte lassen zum Sommer- und zum Wintersemester zu | Berlin, Bonn, Braunschweig, Düsseldorf, Frankfurt, Greifswald, Kiel, Mainz, Marburg, München, Münster und Würzburg |
| Die übrigen zehn starten ausschließlich im Wintersemester | darunter Freiburg, Heidelberg, Jena und Tübingen |
Für Dich heißt das: Wer beim Ort flexibel ist, hat zwei Bewerbungsrunden im Jahr statt einer.
Bleibt die Frage, wie lange dieses Gerüst noch so steht. Inhaltlich ist die Approbationsordnung auf dem Stand von 2001. Der Deutsche Apothekertag hat im September 2026 einstimmig eine schnelle Neufassung gefordert, und aus Brüssel kommt Druck: Eine EU-Richtlinie zur Modernisierung der Apothekerausbildung hätte bis zum 4. März 2026 umgesetzt sein müssen. Deutschland hat die Frist verstreichen lassen, am 28. Mai 2026 hat die EU-Kommission ein Vertragsverletzungsverfahren eingeleitet. Einen veröffentlichten Entwurf für eine neue Ordnung gibt es trotzdem nicht. Für Studienanfänger im Studienjahr 2026/27 ändert das nichts, es gilt unverändert die bestehende Fassung.

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Wie schwer sind die Staatsexamen?
Belastbare Zahlen gibt es nur zum Ersten Abschnitt, weil die Fragen zentral vom Institut für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen kommen. Herbst 2025, vier Fächergruppen, 1.116 Teilnehmende in der größten davon:
Diese vier Werte gehören nicht addiert. Jeder gilt für eine einzelne Fächergruppe, nicht für die Prüfung insgesamt, und eine Gesamt-Durchfallquote weist das IMPP in dieser Auswertung gar nicht aus. Wer also liest "jeder Fünfte fällt durch das erste Staatsexamen", ist genau in diese Falle getappt. Richtig ist: In jeder der vier Gruppen scheitert rund ein Fünftel der Teilnehmenden an dieser Gruppe. Anspruchsvoll - aber kein Aussiebverfahren.
Viel größer als der Abstand zwischen den Fächergruppen ist der zwischen den Standorten. Fächergruppe Chemie, Herbst 2025: In Freiburg fielen 2,0 Prozent durch, in Marburg 43,3 Prozent. Über die Qualität der Lehre sagt dieser Abstand wenig. Er sagt etwas über Prüfungskulturen und darüber, wann eine Universität ihre Studierenden überhaupt zur Prüfung zulässt. Wer zwischen zwei Orten schwankt, holt aus der IMPP-Auswertung mehr als aus jedem Hochschulranking.
Zum Zweiten Abschnitt steht hier bewusst keine Zahl. Geprüft wird mündlich an der eigenen Universität, nicht zentral. Eine bundesweit vergleichbare Durchfallquote existiert deshalb nicht, und was im Netz dazu kursiert, ist entweder geschätzt oder gilt für einen einzelnen Standort in einem einzelnen Jahr.
Was kostet das Pharmazie-Studium?
In Deutschland: keine Studiengebühr. Alle 22 Universitäten sind staatlich, und Pharmazie wird von keiner privaten Hochschule angeboten. Du zahlst nur den Semesterbeitrag, der Verwaltung, Studierendenwerk und meistens ein Semesterticket abdeckt. Für sechs der 22 Standorte liegt uns ein geprüfter Betrag vor: von 62 € an der LMU München über Erlangen (116 €), Heidelberg (152 €), Tübingen (157 €) und Leipzig (220 €) bis 291 € an der Uni Münster pro Semester. Für die übrigen Standorte gilt die Angabe auf der Seite der jeweiligen Universität - die Beiträge ändern sich jedes Jahr.
Der eigentliche Kostenfaktor ist die Zeit. Fünf Jahre bis zur Approbation heißt fünf Jahre ohne volles Gehalt. Pharmazie ist außerdem ein Laborfach mit Anwesenheitspflicht in den Praktika - Vollzeitjobs nebenher sind schwer zu organisieren, anders als in vielen geisteswissenschaftlichen Fächern. Immerhin ist das letzte Jahr bezahlt: Als Pharmazeut im Praktikum bekommst Du nach Tarif 1.133 € brutto im Monat.
Im Ausland sieht die Rechnung völlig anders aus. Wer keinen Platz über hochschulstart bekommt und ins EU-Ausland ausweicht, zahlt über das ganze Studium zwischen 28.200 € und 63.400 € an Studiengebühren - dazu kommen Lebenshaltung und Bewerbungsgebühren. Was das im Einzelnen bedeutet, steht im nächsten Abschnitt.
Pharmazie im Ausland studieren
Rechnerisch gehen jedes Jahr rund 3.600 Bewerberinnen und Bewerber im zentralen Verfahren leer aus - 5.640 Bewerbungen auf 2.010 Plätze. Für einen Teil davon ist ein Studium im EU-Ausland der Weg, und er ist rechtlich gut abgesichert: Apothekerabschlüsse aus der EU, dem EWR und der Schweiz werden in Deutschland automatisch anerkannt, wenn sie die Mindestanforderungen der EU-Berufsanerkennungsrichtlinie erfüllen. Eine Gleichwertigkeitsprüfung im Einzelfall entfällt, eine Kenntnisprüfung ebenfalls.
Was die Richtlinie verlangt: mindestens fünf Jahre Ausbildung, davon mindestens vier Jahre theoretisch-praktisch an einer Universität, plus mindestens sechs Monate Praktikum in einer öffentlichen Apotheke. Alle fünf unten genannten Studiengänge sind darauf ausgelegt. Automatisch heißt aber nicht auflagenfrei: Für die deutsche Approbation brauchst Du zusätzlich einen Sprachnachweis - allgemeines Deutsch auf B2-Niveau und eine Fachsprachenprüfung auf C1-Niveau. Zuständig ist die Approbationsbehörde des Bundeslandes, in dem Du arbeiten willst, nicht der Bund. Kläre den Weg deshalb vor der Einschreibung mit der Behörde Deines Wunschbundeslandes ab.

- Pharmazie auf Spanisch, 5 Jahre mit 300 ECTS
- Präsenzstudium auf dem Campus Alfara bei Valencia, 75 Plätze
- EU-Abschluss, in Deutschland nach der Berufsanerkennungsrichtlinie anerkannt




Zwei Dinge, die Du vor der Entscheidung wissen solltest. Erstens: Bewerbungsfristen im Ausland liegen früher und sind oft schon im Juli des Vorjahres abgelaufen - die aktuellen Termine stehen immer nur auf der Seite der jeweiligen Universität, wir nennen hier bewusst keine, weil sie sich jedes Jahr verschieben. Zweitens: Ein englischsprachiges Studium bereitet Dich fachlich vor, aber nicht sprachlich auf die deutsche Approbation. Die Fachsprachenprüfung auf C1-Niveau musst Du trotzdem bestehen. Wer sicher weiß, dass er später in Deutschland in der Apotheke stehen will, hat mit einem deutschsprachigen Studiengang den kürzeren Weg.
Was verdienst Du mit Pharmazie?
In den meisten Fächern erklärt sich das Gehalt über den Abschluss: Bachelor oder Master, Fachhochschule oder Universität, welche Vertiefung. In der Pharmazie fällt das alles weg. Alle bekommen dieselbe Approbation, es gibt keinen Bachelor-Master-Unterschied und keine Spezialisierung im Studium, die später etwas vorwegnimmt. Der Unterschied entsteht erst danach, und er entsteht fast vollständig daran, wo Du arbeitest.
Was in der öffentlichen Apotheke gezahlt wird, musst Du nicht schätzen - es steht im Tarifvertrag. Die Apothekengewerkschaft ADEXA und der Arbeitgeberverband Deutscher Apotheken haben ihn zum 1. Januar 2026 neu gefasst, Grundlage ist eine 39-Stunden-Woche:
Stell die beiden Tabellen nebeneinander, dann wird der Hebel sichtbar. Nach elf Berufsjahren ist der Apothekentarif am oberen Ende angekommen: 4.922 €. Die Mitte der Pharmazieberufe außerhalb der Apotheke liegt bei 7.332 € und damit über dem, was der Tarif in seiner höchsten Stufe überhaupt hergibt. Für mehr Gehalt braucht es in der Pharmazie also keinen weiteren Abschluss, sondern eine Entscheidung über den Arbeitsort. Zum Einordnen: Ärztinnen und Ärzte liegen auf Expertenebene bei 7.450 €, praktisch gleichauf.
Zwei Einschränkungen gehören dazu. Die zweite Gruppe heißt bei der Bundesagentur amtlich "Berufe in der Pharmazie (sonstige spezifische Tätigkeit)" - darin stecken die pharmazeutische Industrie, aber eben auch Behörden, Forschung und Lehre. Ein Synonym für "Pharmaindustrie" ist das nicht. Und ein Median ist eine Mitte, keine Zusage: Die unteren 25 Prozent dieser Gruppe liegen bei 5.620 € und damit nur knapp über dem Apothekenwert. Wer den Wechsel plant, sollte die ganze Spanne kennen. Für den weiteren Berufsweg findest Du Details unter Pharmazeut Gehalt.
Was kannst Du mit Pharmazie werden?
Die Approbation öffnet mehr Türen, als der Name vermuten lässt - die Jobs reichen weit über den Apothekentresen hinaus. Von den 70.273 berufstätigen Apothekerinnen und Apothekern Ende 2025 arbeiten drei Viertel in einer öffentlichen Apotheke - aber eben nur drei Viertel. Diese Berufsfelder gibt es:
Hinter den vier größten Feldern stehen diese Berufe:
Quelle: Gehaltstarifvertrag ADEXA und ADA, gültig ab 1. Januar 2026, vom 1. bis ab dem 11. Berufsjahr; gilt nicht in Nordrhein und Sachsen
Was Pharmazie beruflich besonders macht: Die Fachrichtung und damit die Jobmöglichkeiten legst Du erst nach dem Studium fest. Der Studiengang ist bundesweit einheitlich, und niemand legt sich im vierten Semester auf die Industrie oder die Apotheke fest. Die erste echte Weichenstellung ist das praktische Jahr - sechs Monate müssen in eine öffentliche Apotheke, die anderen sechs Monate sind frei. Wer weiß, dass er in die Industrie oder ins Krankenhaus will, sollte diese zweiten sechs Monate gezielt dort verbringen. Das ist der günstigste Zeitpunkt, um in einen anderen Bereich hineinzukommen.
Einen ausführlichen Überblick über Aufgaben, Einstieg, Alltag und Berufsaussichten findest Du unter Beruf Pharmazeut. Wenn Du noch schwankst, ob es das Vollstudium sein muss: Die Ausbildung zur pharmazeutisch-technischen Assistentin dauert zweieinhalb Jahre statt fünf - führt allerdings auch zu einem deutlich anderen Gehalt, der Median liegt dort bei 3.316 €.
Ein Titel, der oft falsch verstanden wird: Pharmazieökonom. Das ist kein Studiengang für angehende Apothekerinnen und Apotheker und auch kein akademischer Grad. Die Hochschule Schmalkalden vergibt den Titel "Pharmazieökonom/in (FH)" als Hochschulzertifikat nach zwei Semestern Fernstudium mit 30 ECTS, und zwar vor allem an PTA und Pharmazieingenieure, die betriebswirtschaftlich in der Apotheke weiterkommen wollen. Wer die Approbation will, kommt daran nicht vorbei - die führt nur über das Staatsexamen.

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Pharmazie und KI: Wie zukunftssicher ist das Fach?
Kurze Antwort: In Teilen - in der öffentlichen Apotheke hält die Beratung den Wert niedriger, in Krankenhaus und Industrie gilt dagegen schon mehr als die Hälfte der Kerntätigkeiten als automatisierbar. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeigt im Job-Futuromat, welche Kerntätigkeiten eines Berufs nach dem heutigen Stand der Technik von Maschinen übernommen werden könnten. Beim Apotheker sind es 6 von 15.
Was in der Apotheke ersetzbar ist. Arzneimittelinformation, Arzneimittelprüfung, Galenik, die Standards GLP und GMP, die Sortimentsgestaltung und der Verkauf gelten beim Apotheker als ersetzbar. Die Beratung der Kunden, Pharmakologie, Toxikologie, pharmazeutische Chemie und die Arzneimittelentwicklung zählt das IAB nicht dazu. Der Wert ist in kleinen Schritten gestiegen, von 17 Prozent im Jahr 2013 über 25 und 33 auf 40 Prozent. Bei der pharmazeutisch-technischen Assistenz, die der Artikel als kürzeren Weg erwähnt, sind es 7 von 9 Kerntätigkeiten.
Und in Krankenhaus und Industrie? Beim Krankenhausapotheker gelten 4 von 7 Kerntätigkeiten als ersetzbar, darunter die Defektur, also die Herstellung auf Vorrat. Beim Pharmazeuten in der Industrie sind es 5 von 9, von der Arzneimittelproduktion über die Prüfung bis zu Zulassung und Arzneimittelrecht. Die Entwicklung neuer Arzneimittel, Pharmakologie und pharmazeutische Technologie bleiben auch dort beim Menschen. Beide Werte stehen seit 2016 unverändert bei 57 und 56 Prozent.
Was heißt das für die Berufswahl? Das IAB misst die technische Machbarkeit und betont, dass ein hoher Wert keinen Beruf abschafft, so wie ein niedriger keinen vor Veränderung bewahrt. Die Industrie, in der laut Gehaltsteil oben deutlich mehr verdient wird, ist nach diesen Zahlen also das Feld mit mehr ersetzbaren Aufgaben. Am wenigsten ersetzbar ist das, was in der Apotheke im Gespräch passiert, die Beratung auf Grundlage von Pharmakologie und Toxikologie.
Wie sicher ist der Apothekenmarkt?
Bei den Jobaussichten zeigen Schlagzeilen und Arbeitsmarktzahlen in verschiedene Richtungen, deshalb hier beides. Zuerst die schlechte Hälfte: Ende 2025 gab es in Deutschland 16.601 öffentliche Apotheken, 440 weniger als ein Jahr zuvor. Das sind 2,6 Prozent in einem einzigen Jahr, 502 Schließungen gegen 62 Neueröffnungen. So wenige Apotheken gab es zuletzt vor fast 50 Jahren, 1977 waren es 16.374. Vom Höchststand 2013 mit 20.662 Apotheken fehlt inzwischen fast ein Fünftel.
Für Angestellte heißt das etwas anderes als für Inhaber. Wenn Apotheken schließen, verschwinden nicht im gleichen Maß die Arbeitsplätze - die verbleibenden Betriebe werden größer, und die Zahl der berufstätigen Apothekerinnen und Apotheker liegt weiter bei über 70.000. Unter Druck steht vor allem die selbstständige Einzelapotheke: 12.152 Inhaberinnen und Inhaber führen die 16.601 Betriebsstätten, der Rest sind Filialen.
Der Stellenmarkt selbst liest sich entspannter als die Apothekenstatistik. Im August 2026 zählte die Bundesagentur für Arbeit 1.875 arbeitslose Apothekerinnen und Apotheker und 434 gemeldete Stellen, rechnerisch 4,3 Arbeitslose je Stelle. Bei Ärztinnen und Ärzten sind es 5,5, in der gesamten Berufsgruppe Pharmazie 5,7. Zwei Einschränkungen: "Gemeldete Stellen" erfasst nur, was Arbeitgeber der Bundesagentur melden, der echte Stellenmarkt ist größer. Und das Verhältnis ist unsere eigene Rechnung, keine amtliche Kennzahl.
Langfristig spricht der Nachwuchs für das Fach, genauer: dessen Knappheit. 2024 haben 2.259 Menschen die Approbation erhalten, das Durchschnittsalter der Berufstätigen liegt bei 47 Jahren. Mit gut 2.000 Studienplätzen pro Jahr ist die Zahl der Neuzugänge nach oben gedeckelt, ein Überangebot kann rechnerisch gar nicht entstehen. Wer heute anfängt, ist in fünf Jahren fertig - und trifft dann auf einen Markt, aus dem eine große Generation in den Ruhestand geht.
Häufige Fragen zum Pharmazie-Studium
Welchen NC braucht man für Pharmazie?
Wie lange dauert das Pharmaziestudium?
Gibt es Wartesemester für Pharmazie?
Kann man Pharmazie ohne Abitur studieren?
Ist das Pharmaziestudium schwer?
Was verdient man nach dem Pharmaziestudium?
Kann man Pharmazie im Fernstudium oder als Bachelor studieren?
Wird ein Pharmaziestudium aus dem EU-Ausland in Deutschland anerkannt?
Weiter zum Pharmazie-Studium
Wir nennen keine Durchfallquote für das Zweite Staatsexamen. Es wird mündlich an den einzelnen Universitäten geprüft, nicht zentral - eine bundesweit vergleichbare Zahl existiert nicht.
Wir nennen keinen oberen Viertelwert für die Pharmazieberufe außerhalb der Apotheke. Die Bundesagentur erhebt Entgelte nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze von 8.050 €. Der Wert liegt darüber und wird deshalb nicht ausgewiesen.
Wir nennen keine Bewerbungsfristen der ausländischen Hochschulen. Sie verschieben sich jedes Jahr, und mindestens eine der fünf Hochschulen führt auf ihrer eigenen Seite widersprüchliche Termine. Verbindlich ist immer nur die Angabe der Hochschule zum Zeitpunkt Deiner Bewerbung.
Wir nennen keine Semesterbeiträge für alle 22 Universitäten. Für 16 Standorte liegt uns kein geprüfter aktueller Wert vor, und die Beiträge ändern sich jährlich. Eine erfundene Spanne wäre irreführend.