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Inhalt13 Abschnitte
- Wie wird man wissenschaftlicher Mitarbeiter?
- Welchen Abschluss brauchst Du?
- Wissenschaftlicher Mitarbeiter in Jura und Kanzlei
- Promovieren auf der Stelle
- Wie lange darfst Du befristet arbeiten?
- Bundestag, Behörden und Institute
- Wie bewirbst Du Dich?
- Was macht ein wissenschaftlicher Mitarbeiter?
- Englisch, Abkürzung und Schreibweise
- Was verdient ein wissenschaftlicher Mitarbeiter?
- Wie sind die Berufsaussichten?
- Passt der Beruf zu Dir?
- Weiter zu Gehalt und Hochschulkarriere
Ein wissenschaftlicher Mitarbeiter oder eine wissenschaftliche Mitarbeiterin, kurz WiMi, ist an einer Hochschule, einem Forschungsinstitut oder einer Behörde angestellt und erbringt dort wissenschaftliche Dienstleistungen: Forschung, Seminare und Übungen, dazu oft die eigene Doktorarbeit.
Wie wird man wissenschaftlicher Mitarbeiter?
Wissenschaftlicher Mitarbeiter wirst Du mit einem Master, Diplom oder Staatsexamen und einer Bewerbung auf eine ausgeschriebene Stelle, meist an einem Lehrstuhl oder in einem Forschungsprojekt. Eine Ausbildung zum wissenschaftlichen Mitarbeiter gibt es nicht. Entscheidend sind Dein Studium und eine passende Stelle. Davon gibt es vier Arten:
So läuft der Weg an der Hochschule ab
- rund 5 JahreBachelor und MasterOder Diplom, Magister, Staatsexamen. Mit dem Bachelor allein gibt es nur einzelne, schlechter bezahlte Projektstellen.
- im StudiumHilfskraft werdenAls studentische Hilfskraft lernst Du den Betrieb am Lehrstuhl kennen und knüpfst Kontakt zu einem möglichen Betreuer.
- vor dem AbschlussStelle findenHochschulen schreiben Stellen auf ihren Seiten und in Jobbörsen aus, oft für ein bestimmtes Projekt oder einen Lehrstuhl.
- BewerbungUnterlagen und GesprächMotivationsschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse, je nach Stelle auch ein Forschungskonzept.
- StartVertragMeist befristet und oft in Teilzeit, bei Promotionsstellen zum Beispiel 65 oder 75 Prozent.

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Welchen Abschluss brauchst Du als wissenschaftlicher Mitarbeiter?
In der Regel brauchst Du ein abgeschlossenes wissenschaftliches Studium, also Master, Diplom, Magister oder Staatsexamen. Das Fach ist frei, es muss nur zur Stelle passen. Das legen das Hochschulrahmengesetz und der Tarifvertrag der Länder fest, nach dem die meisten Hochschulen bezahlen.
Quellen: Hochschulrahmengesetz § 53; Entgeltordnung zum TV-L (Tarifgemeinschaft deutscher Länder); DFG-Personalmittelsätze 2026; Fraunhofer-Gesellschaft.
Promotion auf der Stelle oder mit Stipendium?
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Wissenschaftlicher Mitarbeiter in Jura und Kanzlei
In Jura heißen auch Teilzeitstellen in großen Kanzleien "wissenschaftlicher Mitarbeiter". Dort arbeiten meist Juristen nach dem ersten Examen. Große Kanzleien werben damit, dass sich die Stelle mit Promotion, Referendariat oder einer Wartezeit verbinden lässt. Eine Stelle in der Wissenschaft ist das nicht: Das Gesetz zur Befristung in der Wissenschaft gilt in Kanzleien nicht.
Quellen: Karriereseiten von CMS, Gleiss Lutz, Noerr und Hengeler Mueller; Oberlandesgerichte Bayern (Merkblatt für Rechtsreferendare 2026); Justiz Baden-Württemberg; Wissenschaftszeitvertragsgesetz § 1.
An der Uni sind Jura-Stellen klassische Lehrstuhlstellen: Du betreust Übungen, korrigierst Klausuren und schreibst Deine Dissertation. Bewerber legen meist Lebenslauf sowie Abitur- und Examenszeugnisse vor.
Promovieren als wissenschaftlicher Mitarbeiter
Für die Hälfte der Doktoranden ist eine Stelle an Hochschule oder Institut die wichtigste Geldquelle. Die Stelle bezahlt Dich, und ein Teil der Arbeitszeit gehört Deiner Doktorarbeit. Das Hochschulrahmengesetz schreibt vor, dass Du ausreichend Gelegenheit zur eigenen Forschung bekommst. Brandenburg nennt mindestens ein Drittel der Arbeitszeit.
Wie viel Prozent hat eine Promotionsstelle?
Volle Stellen sind vor allem in Technik und Informatik üblich. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gibt für ihre Projekte diese Richtwerte vor:
Quelle: DFG, Vordruck 55.02 (10/24)
Wie viel musst Du unterrichten?
Die Lehrstunden legt jedes Land in einer eigenen Verordnung fest. Gezählt wird pro Woche im Semester. Bayern senkt sie auf Promotionsstellen im Einzelfall auf 2, Baden-Württemberg erhöht sie nach der Qualifikation auf 6:
| Bundesland | befristete Stelle | Dauerstelle |
|---|---|---|
| Nordrhein-Westfalen | meist 4 Stunden | bis 9 Stunden (Akademischer Rat) |
| Bayern | 5 Stunden, im Einzelfall 2 | bis 10 Stunden (Beamte) |
| Baden-Württemberg | 4 Stunden, später 6 | je nach Aufgaben 5 bis 25 |
Quellen: Lehrverpflichtungsverordnung NRW § 3; AVBayHIG § 3; LVVO Baden-Württemberg § 1; Hochschulrahmengesetz § 53; Brandenburgisches Hochschulgesetz § 52.
Wie lange darfst Du als wissenschaftlicher Mitarbeiter befristet arbeiten?
Höchstens sechs Jahre vor und sechs Jahre nach der Promotion, in der Medizin danach neun Jahre. Das regelt das Wissenschaftszeitvertragsgesetz (WissZeitVG). Es gilt an staatlichen Hochschulen und an staatlich finanzierten Forschungsinstituten:
- bis 6 JahreVor der PromotionEs zählen alle Verträge mit mehr als einem Viertel der vollen Arbeitszeit. Jobs als Hilfskraft im Studium zählen nicht mit.
- bis 6 JahreNach der PromotionIn der Medizin bis 9 Jahre. Was Du vor der Promotion nicht gebraucht hast, kommt dazu.
- plus 2 JahreJe KindBetreust Du ein Kind unter 18, verlängert sich die Grenze um zwei Jahre.
- danachDrittmittel oder DauerstelleBezahlt ein Projekt Deine Stelle, darf sie für die Laufzeit des Projekts befristet werden. Eine Pflicht, Dich fest anzustellen, hat die Hochschule nicht.
Quellen: Wissenschaftszeitvertragsgesetz §§ 1, 2, 5, 6; Bundestag, Drucksache 21/8281 und Textarchiv 2026 (KW 41).
Und nach der Postdoc-Phase?
Die meisten Verträge laufen nicht über die ganze Zeit, sondern werden verlängert: Doktoranden hatten im Schnitt Verträge über 29,6 Monate, Promovierte über 34,3 Monate. Feste Stellen gibt es als Akademischer Rat, in NRW etwa erst auf Zeit für drei plus drei Jahre. Wer Professor werden will, braucht nach der Promotion weitere Forschung, eine Habilitation oder eine Juniorprofessur, mehr dazu unter Professor werden.
Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bundestag, in Behörden und Instituten
Wissenschaftliche Mitarbeiter arbeiten überall, wo geforscht oder Wissen aufbereitet wird. An Instituten und in Behörden unterrichtest Du in der Regel nicht, sondern forschst oder schreibst Gutachten:
| Arbeitgeber | Größe | Was Du dort machst |
|---|---|---|
| Max-Planck-Gesellschaft | 85 Institute, 26.700 Beschäftigte | Grundlagenforschung |
| Fraunhofer-Gesellschaft | 74 Institute, über 30.000 Beschäftigte | angewandte Forschung mit Firmen |
| Helmholtz-Gemeinschaft | 18 Zentren, 47.650 Beschäftigte | große Anlagen, etwa für Energie und Gesundheit |
| Leibniz-Gemeinschaft | 96 Einrichtungen, 12.267 Forscher | von Wirtschaft bis Museum |
| Bundesbehörden | mehr als 40 Forschungseinrichtungen | Gutachten und Forschung für Ministerien |
| Gerichte, Stiftungen, Verbände | Rechtsgutachten, Berichte, Fachtagungen |
Quellen: Max-Planck-Gesellschaft (Stand 31.12.2025), Fraunhofer (2026), Helmholtz (Dezember 2024), Leibniz-Gemeinschaft (2025), Arbeitsgemeinschaft der Ressortforschungseinrichtungen, BERUFENET.
Quellen: Abgeordnetengesetz § 12; Deutscher Bundestag (Mitarbeiterpauschale, Wissenschaftliche Dienste WD 6-025/17, Textarchiv).
Wie bewirbst Du Dich als wissenschaftlicher Mitarbeiter?
Du bewirbst Dich auf eine ausgeschriebene Stelle, direkt bei der Hochschule oder dem Institut. Was genau verlangt wird, steht in der Stellenbeschreibung der Ausschreibung. Hilfreich sind Kontakte aus der Zeit als Hilfskraft oder aus der Abschlussarbeit: Dann kennt Dich der Lehrstuhl schon.
Quellen: Ausschreibungen der Universitäten Bamberg und Würzburg (2026); Bielefeld Graduate School (BGHS).
Was macht ein wissenschaftlicher Mitarbeiter?
Als wissenschaftlicher Mitarbeiter forschst Du, lehrst, betreust Studierende und arbeitest an Deiner eigenen Qualifikation, meist der Promotion oder Habilitation. Wie sich die Zeit verteilt, hängt vom Arbeitgeber ab: An Instituten forschst Du meist ausschließlich, an der Hochschule kommt die Lehre dazu. Die fachliche Verantwortung trägt ein Professor oder die Projektleitung.
Wo arbeitest Du?
Meist im Büro am Computer, dazu im Seminarraum und Hörsaal. Je nach Fach kommen Labor, Bibliothek, Archiv, Ausgrabung oder Gerichtssaal dazu. Vieles geht auch im Homeoffice. Für Tagungen bist Du öfter unterwegs, manchmal im Ausland.
Was heißt wissenschaftlicher Mitarbeiter auf Englisch?
Üblich sind "researcher", "research assistant" oder für Doktoranden "doctoral researcher". Die offizielle Bezeichnung bleibt in Deutschland Deutsch. In ihren Glossaren übersetzen Hochschulen den Begriff so:
Quellen: Universität Göttingen, Universität Bremen (Glossar), Universität Passau (Glossar); Landeshochschulgesetz Baden-Württemberg § 52; Hochschulgesetz NRW § 46; TV-L § 1; Amtliches Regelwerk der deutschen Rechtschreibung § 63.
Was verdient ein wissenschaftlicher Mitarbeiter?
Als wissenschaftlicher Mitarbeiter verdienst Du im Mittel 6.119 € brutto im Monat. Was Du in Teilzeit, mit Promotion oder in Deinem Bundesland bekommst, steht im Artikel Wissenschaftlicher Mitarbeiter Gehalt.
Wie sind die Berufsaussichten für wissenschaftliche Mitarbeiter?
Stellen gibt es viele, feste Stellen in der Wissenschaft wenige. Wer in der Wissenschaft bleiben will, muss mit vielen Verträgen auf Zeit und manchmal mit Umzügen rechnen. Wer nach der Promotion wechselt, findet meist schnell eine Stelle.
Quellen: BuWiK 2025, BERUFENET (Berufsgruppe Lehr- und Forschungstätigkeit an Hochschulen), Hochschulgesetz NRW § 44.
Passt der Beruf zu Dir?
Was solltest Du mitbringen?
- für Dein Fach brennst und immer weiter fragst
- Dich lange mit einem Thema beschäftigen kannst
- Dich selbst motivierst, auch wenn ein Versuch scheitert
- gern schreibst und vor Leuten sprichst
- Wissen verständlich erklären kannst
- gut im Team arbeitest und sicher Englisch liest
- schnell eine feste Stelle brauchst
- nicht für einen neuen Vertrag umziehen willst
- ungern Anträge und Berichte schreibst
- nach Feierabend nichts mehr mit dem Job zu tun haben willst
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