Einstiegsgehalt 
4.602
Durchschnittsgehalt 
6.771
Ausbildung 
Staatsexamen
172
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Assistenzarzt
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Was ist ein Assistenzarzt?

Ein Assistenzarzt ist ein approbierter Arzt, der unter Aufsicht eines Facharztes arbeitet und keine leitenden Funktionen ausübt. Meistens absolvieren Assistenzärzte dabei unter der Bezeichnung „Arzt in Weiterbildung“ oder „Weiterbildungsassistent“ eine eigene Facharztausbildung.

Was macht ein Assistenzarzt?

Als Assistenzarzt oder Assistenzärztin lernst Du das Arbeitsleben eines Arztes von seiner praktischen Seite kennen. Meist in fachlicher Abstimmung mit einem Ober- oder Chefarzt erledigst Du die gleichen Aufgaben wie andere Mediziner in einer Klinik oder in einer privaten Praxis. Du betreust Patienten, bereitest Untersuchungen vor und ordnest Therapien an. Je mehr Erfahrung Du dabei sammelst, desto komplexer und verantwortungsvoller werden die Aufgaben, die man Dir anvertraut.

Darüber hinaus wirst Du als Assistenzarzt oder Assistenzärztin mit den organisatorischen Belangen Deines Berufs vertraut gemacht. Dazu gehört neben jeder Menge Papierkram auch das Arbeiten im Team. Vor allem im Klinikbetrieb wirst Du darauf trainiert, Dich gut mit Kollegen und Pflegekräften abzustimmen. Auch Nacht- und Notdienste gehören zu Deinen Tätigkeiten.

Wie wird man Assistenzarzt?

Bevor Du Assistenzarzt oder Assistenzärztin werden kannst, musst Du ein Medizinstudium absolvieren.

Voraussetzungen

Hierzu brauchst Du Abitur – und zwar ein möglichst gutes. Das Medizinstudium stellt nicht nur hohe Ansprüche, es ist auch sehr beliebt und verlangt derzeit an deutschen Hochschulen einen Numerus clausus zwischen 1,0 und 1,2.

Möchtest Du den Numerus clausus umgehen, kannst Du auch an einer Universität der Bundeswehr studieren. Hierfür musst Du allerdings eine spezielle Eignungsprüfung bestehen. Außerdem musst Du Dich für 17 Jahre bei der Bundeswehr verpflichten.

Ohne Numerus kannst Du auch an einer der fünf Privatuniversitäten studieren, die derzeit in Deutschland die Assistenzarzt-Ausbildung anbieten. Allerdings musst Du auch hier ein Auswahlverfahren bestehen und es kommen Studiengebühren auf Dich zu.

Bewerbung

Die Studienplätze im Fach Medizin werden in Deutschland zentral über die Plattform „Hochschulstart“ vergeben, 20 Prozent davon nach Numerus clausus, weitere 20 Prozent nach Wartesemestern. Derzeit liegt die Wartezeit für einen Medizinstudienplatz bei durchschnittlich 14 Semestern! Allerdings kannst Du Deine Wartezeit verkürzen, wenn Du Dir besondere Dienste wie ein freiwilliges Soziales oder Ökologisches Jahr anrechnen lässt.

Auch ein erfolgreich abgeschlossener Test für medizinische Studiengänge (TMS) erhöht Deine Aussichten auf einen Studienplatz. In dieser fünfstündigen, auch Medizinertest genannten Prüfung musst Du Eigenschaften wie Merk- und Konzentrationsfähigkeit, räumliches und abstraktes Denken sowie den Umgang mit Einheiten, Größen und Formeln unter Beweis stellen. Der Test wurde zwischen 1986 und 1996 beim Bewerbungsverfahren für das Medizinstudium standardmäßig eingesetzt und ist heute bundesweit an vielen Fakultäten wieder vorgesehen. Sein Ergebnis wird mit Deinem Abi-Durchschnitt verrechnet, allerdings kannst Du nur einmal in Deinem Leben daran teilnehmen.

Studium

Dein Studium ist in verschiedene Abschnitte eingeteilt, die Du jeweils mit einer umfangreichen Prüfung abschließt. In der so genannten Vorklinik lernst Du vier Semester lang zunächst die Assistenzarzt-Voraussetzungen in den Fächern Biologie, Chemie, Physik, Anatomie, Physiologie und Biochemie. Im anschließenden Pflegepraktikum erhältst Du dann praktische Einblicke in den Alltag eines Klinikums. Zeitgleich verbringst Du viel Zeit mit Lernen, denn das 1. Staatsexamen, auch Physikum genannt, steht an.

Wenn Du das Physikum bestanden hast, wird es richtig spannend: Jetzt fängt der Klinikum-Abschnitt Deiner Assistenzarzt-Ausbildung an. Hier lernst Du fünf Semester lang die klinischen Fächer wie allgemeine oder innere Medizin, Chirurgie oder Kinderheilkunde kennen und erhältst Einblick in die Querschnittsbereiche. In unterschiedlichen Kursen und Praktika hast Du zum ersten Mal richtigen Patientenkontakt und darfst ärztliche Handgriffe wie Blutabnahme oder bestimmte körperliche Untersuchungen vornehmen. Ein viermonatiges ärztliches Praktikum während der vorlesungsfreien Zeit (Famulatur) ergänzt diesen Studienabschnitt, den Du mit dem schriftlichen Teil des 2. Staatsexamens abschließt.

Bevor Du Assistenzarzt oder Assistenzärztin werden kannst, muss Du ein Praktisches Jahr an einer Klinik absolvieren. Unter Aufsicht übernimmst Du hier für jeweils vier Monate ärztliche Aufgaben in der Inneren Medizin, in der Chirurgie und in einem Wahlfach. Danach folgt der mündliche Teil des 2. Staatsexamens und die Approbation als Arzt oder Ärztin. Mit ihr hast Du die Assistenz-Arzt-Voraussetzungen erfüllt.

Wo arbeitet ein Assistenzarzt?

Viele Assistenzärzte führen ihrer Facharzt-Ausbildung in der Praxis eines niedergelassenen Arztes durch. Die meisten sind allerdings in öffentlichen Kliniken wie z.B. Unikliniken oder privaten Krankenhäusern beschäftigt.

Wie sieht der Arbeitsalltag aus?

Deinen Arbeitsalltag auf einen Nenner zu bringen, ist schier unmöglich. Als Assistenzarzt oder Assistenzärztin bist Du Mädchen für alles und hast jeden Tag mit neuen Herausforderungen zu tun. Deine Schichten sind üblicher Weise sehr lang, an einem ganz normalen Arbeitstag kann Dir neben Routinetätigkeiten daher auch viel Unvorhergesehenes über den Weg laufen. Hier ein Szenario für den Arbeitstag auf einer Krankenhausstation:

Wie sehen die Arbeitszeiten aus?

Wie bereits angedeutet, kannst Du in Deinem Job als Assistenzarzt nicht von einem 9-to-5-Job ausgehen. Gerade im Krankenhausbereich hört man gerade bei Assistenzärzten immer wieder von Überstundenkonten mit großen Ausmaßen. Wenn Du Assistenzarzt werden möchtest, solltest Du Dich davon allerdings nicht abschrecken lassen. Grundsätzlich ist im Tarifvertrag für Ärztinnen und Ärzte in Kliniken (TV-Ärzte) eine wöchentliche Arbeitszeit von 42,5 Stunden vorgesehen. Durchschnittlich sind Krankenhausmediziner jedoch zwischen 49-59 Stunden in der Woche im Einsatz, einige sogar noch deutlich länger. Neben der Möglichkeit, Deine Überstunden durch Freizeit oder finanzielle Vergütung auszugleichen, hat bei vielen Arbeitgebern aber bereits ein Umdenken in Sachen Life-Work-Balance stattgefunden. Mehr als früher wird daher auf eine genauere Einhaltung der Arbeitszeit geachtet.

An eine Besonderheit des Assistenzarzt-Berufs musst Du Dich in der Klinik trotzdem gewöhnen: den Schichtdienst. Wie lange eine Schicht dauert, unterscheidet sich von Arbeitgeber zu Arbeitgeber und ist in Deinem Arbeitsvertrag genau festgelegt. Bei Wechsel einer Schicht, bspw. von der Nachtschicht zur Spätschicht, muss gewährleistet sein, dass Du zwischendurch eine Ruhepause von mindestens 11 Stunden einhalten kannst. Auch am Wochenende wirst Du häufig Dienst leisten müssen.

Eine weitere Besonderheit sind Bereitschaftsdienste. Hier hast Du keine Anwesenheitspflicht, musst aber im Notfall so schnell wie möglich zur Verfügung stehen.

Wie sieht der Arbeitsplatz aus?

Wie Dein Arbeitsplatz aussieht, weißt Du entweder aus eigener Erfahrung oder aus Krankenhausserien im Fernsehen. Die meisten Assistenzärzte arbeiten in einer Klinik mit unterschiedlichen Abteilungen. Auf Deiner Station gibt es alles, was für die medizinische Versorgung von kranken Menschen notwendig ist; von speziellen Untersuchungsräumen mit entsprechenden Geräten bis zu den Patientenzimmern. Wenn Du Dich auf die Chirurgie spezialisiert, lernst Du auch bald den OP kennen. Viel Zeit verbringst Du darüber hinaus – mehr oder weniger ungestört – in Deinem Büro.

Was verdient ein Assistenzarzt?

Ärzte gehören in Deutschland zu den Spitzenverdienern, und auch als Assistenzarzt kannst Du Dich über ein hohes Einstiegsgehalt freuen. Wenn Du in einem kommunalen Krankenhaus oder an einer Uniklinik beschäftigt bist, wirst Du nach den Bestimmungen des jeweiligen Tarifvertrags bezahlt. Das Gehalt gliedert sich nach bestimmten Stufen, die den Jahren Deiner Facharzt-Ausbildung entsprechen. Im Regelfall dauert diese zwischen 5 und 6 Jahren. Während Du als Assistenzarzt an einem kommunalen Krankenhaus im ersten Jahr aktuell mit einem monatlichen Gehalt von rund 4.400 Euro brutto monatlich rechnen kannst, sind es am Ende Deiner Assistenzarzt-Ausbildung knapp 5.660 Euro. Mit fast 4.600 Euro im ersten Jahr und rund 5.890 Euro im sechsten ist das Gehalt an Unikliniken sogar noch ein wenig höher. Auch für private Klinikkonzerne existieren verschiedene Tarifverträge mit vergleichbaren Vergütungsregelungen.

Wo finde ich einen Job als Assistenzarzt

Einen Überblick über offene Stellen für Assistenzärzte findest Du hier auf unserer Jobbörse.