Einstiegsgehalt 
4.402
Durchschnittsgehalt 
5.658
Ausbildung 
Staatsexamen
173
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Assistenzarzt
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Was ist ein Assistenzarzt?

Ein Assistenzarzt ist ein approbierter Arzt, der unter Aufsicht eines Facharztes arbeitet und keine leitenden Funktionen ausübt. Meistens absolvieren Assistenzärzte dabei unter der Bezeichnung „Arzt in Weiterbildung“ oder „Weiterbildungsassistent“ eine eigene Facharztausbildung.

Was macht ein Assistenzarzt?

Als Assistenzarzt oder Assistenzärztin lernst Du das Arbeitsleben eines Arztes von seiner praktischen Seite kennen. Meist in fachlicher Abstimmung mit einem Ober- oder Chefarzt erledigst Du die gleichen Aufgaben wie andere Mediziner in einer Klinik oder in einer privaten Praxis. Du betreust Patienten, bereitest Untersuchungen vor und ordnest Therapien an. Je mehr Erfahrung Du dabei sammelst, desto komplexer und verantwortungsvoller werden die Aufgaben, die man Dir anvertraut.

Darüber hinaus wirst Du als Assistenzarzt oder Assistenzärztin mit den organisatorischen Belangen Deines Berufs vertraut gemacht. Dazu gehört neben jeder Menge Papierkram auch das Arbeiten im Team. Vor allem im Klinikbetrieb wirst Du darauf trainiert, Dich gut mit Kollegen und Pflegekräften abzustimmen. Auch Nacht- und Notdienste gehören zu Deinen Tätigkeiten.

Wie wird man Assistenzarzt?

Bevor Du Assistenzarzt oder Assistenzärztin werden kannst, musst Du ein Medizinstudium absolvieren.

Voraussetzungen

Hierzu brauchst Du Abitur – und zwar ein möglichst gutes. Das Medizinstudium stellt nicht nur hohe Ansprüche, es ist auch sehr beliebt und verlangt derzeit an deutschen Hochschulen einen Numerus clausus zwischen 1,0 und 1,2.

Möchtest Du den Numerus clausus umgehen, kannst Du auch an einer Universität der Bundeswehr studieren. Hierfür musst Du allerdings eine spezielle Eignungsprüfung bestehen. Außerdem musst Du Dich für 17 Jahre bei der Bundeswehr verpflichten.

Ohne Numerus kannst Du auch an einer der fünf Privatuniversitäten studieren, die derzeit in Deutschland die Assistenzarzt-Ausbildung anbieten. Allerdings musst Du auch hier ein Auswahlverfahren bestehen und es kommen Studiengebühren auf Dich zu.

Bewerbung

Die Studienplätze im Fach Medizin werden in Deutschland zentral über die Plattform „Hochschulstart“ vergeben, 20 Prozent davon nach Numerus clausus, weitere 20 Prozent nach Wartesemestern. Derzeit liegt die Wartezeit für einen Medizinstudienplatz bei durchschnittlich 14 Semestern! Allerdings kannst Du Deine Wartezeit verkürzen, wenn Du Dir besondere Dienste wie ein freiwilliges Soziales oder Ökologisches Jahr anrechnen lässt.

Auch ein erfolgreich abgeschlossener Test für medizinische Studiengänge (TMS) erhöht Deine Aussichten auf einen Studienplatz. In dieser fünfstündigen, auch Medizinertest genannten Prüfung musst Du Eigenschaften wie Merk- und Konzentrationsfähigkeit, räumliches und abstraktes Denken sowie den Umgang mit Einheiten, Größen und Formeln unter Beweis stellen. Der Test wurde zwischen 1986 und 1996 beim Bewerbungsverfahren für das Medizinstudium standardmäßig eingesetzt und ist heute bundesweit an vielen Fakultäten wieder vorgesehen. Sein Ergebnis wird mit Deinem Abi-Durchschnitt verrechnet, allerdings kannst Du nur einmal in Deinem Leben daran teilnehmen.

Studium

Dein Studium ist in verschiedene Abschnitte eingeteilt, die Du jeweils mit einer umfangreichen Prüfung abschließt. In der so genannten Vorklinik lernst Du vier Semester lang zunächst die Assistenzarzt-Voraussetzungen in den Fächern Biologie, Chemie, Physik, Anatomie, Physiologie und Biochemie. Im anschließenden Pflegepraktikum erhältst Du dann praktische Einblicke in den Alltag eines Klinikums. Zeitgleich verbringst Du viel Zeit mit Lernen, denn das 1. Staatsexamen, auch Physikum genannt, steht an.

Wenn Du das Physikum bestanden hast, wird es richtig spannend: Jetzt fängt der Klinikum-Abschnitt Deiner Assistenzarzt-Ausbildung an. Hier lernst Du fünf Semester lang die klinischen Fächer wie allgemeine oder innere Medizin, Chirurgie oder Kinderheilkunde kennen und erhältst Einblick in die Querschnittsbereiche. In unterschiedlichen Kursen und Praktika hast Du zum ersten Mal richtigen Patientenkontakt und darfst ärztliche Handgriffe wie Blutabnahme oder bestimmte körperliche Untersuchungen vornehmen. Ein viermonatiges ärztliches Praktikum während der vorlesungsfreien Zeit (Famulatur) ergänzt diesen Studienabschnitt, den Du mit dem schriftlichen Teil des 2. Staatsexamens abschließt.

Bevor Du Assistenzarzt oder Assistenzärztin werden kannst, muss Du ein Praktisches Jahr an einer Klinik absolvieren. Unter Aufsicht übernimmst Du hier für jeweils vier Monate ärztliche Aufgaben in der Inneren Medizin, in der Chirurgie und in einem Wahlfach. Danach folgt der mündliche Teil des 2. Staatsexamens und die Approbation als Arzt oder Ärztin. Mit ihr hast Du die Assistenz-Arzt-Voraussetzungen erfüllt.

Wo arbeitet ein Assistenzarzt?

Viele Assistenzärzte führen ihrer Facharzt-Ausbildung in der Praxis eines niedergelassenen Arztes durch. Die meisten sind allerdings in öffentlichen Kliniken wie z.B. Unikliniken oder privaten Krankenhäusern beschäftigt.

Wie sieht der Arbeitsalltag aus?

Deinen Arbeitsalltag auf einen Nenner zu bringen, ist schier unmöglich. Als Assistenzarzt oder Assistenzärztin bist Du Mädchen für alles und hast jeden Tag mit neuen Herausforderungen zu tun. Deine Schichten sind üblicher Weise sehr lang, an einem ganz normalen Arbeitstag kann Dir neben Routinetätigkeiten daher auch viel Unvorhergesehenes über den Weg laufen. Hier ein Szenario für den Arbeitstag auf einer Krankenhausstation:

Wie sehen die Arbeitszeiten aus?

Wie bereits angedeutet, kannst Du in Deinem Job als Assistenzarzt nicht von einem 9-to-5-Job ausgehen. Gerade im Krankenhausbereich hört man gerade bei Assistenzärzten immer wieder von Überstundenkonten mit großen Ausmaßen. Wenn Du Assistenzarzt werden möchtest, solltest Du Dich davon allerdings nicht abschrecken lassen. Grundsätzlich ist im Tarifvertrag für Ärztinnen und Ärzte in Kliniken (TV-Ärzte) eine wöchentliche Arbeitszeit von 42,5 Stunden vorgesehen. Durchschnittlich sind Krankenhausmediziner jedoch zwischen 49-59 Stunden in der Woche im Einsatz, einige sogar noch deutlich länger. Neben der Möglichkeit, Deine Überstunden durch Freizeit oder finanzielle Vergütung auszugleichen, hat bei vielen Arbeitgebern aber bereits ein Umdenken in Sachen Life-Work-Balance stattgefunden. Mehr als früher wird daher auf eine genauere Einhaltung der Arbeitszeit geachtet.

An eine Besonderheit des Assistenzarzt-Berufs musst Du Dich in der Klinik trotzdem gewöhnen: den Schichtdienst. Wie lange eine Schicht dauert, unterscheidet sich von Arbeitgeber zu Arbeitgeber und ist in Deinem Arbeitsvertrag genau festgelegt. Bei Wechsel einer Schicht, bspw. von der Nachtschicht zur Spätschicht, muss gewährleistet sein, dass Du zwischendurch eine Ruhepause von mindestens 11 Stunden einhalten kannst. Auch am Wochenende wirst Du häufig Dienst leisten müssen.

Eine weitere Besonderheit sind Bereitschaftsdienste. Hier hast Du keine Anwesenheitspflicht, musst aber im Notfall so schnell wie möglich zur Verfügung stehen.

Wie sieht der Arbeitsplatz aus?

Wie Dein Arbeitsplatz aussieht, weißt Du entweder aus eigener Erfahrung oder aus Krankenhausserien im Fernsehen. Die meisten Assistenzärzte arbeiten in einer Klinik mit unterschiedlichen Abteilungen. Auf Deiner Station gibt es alles, was für die medizinische Versorgung von kranken Menschen notwendig ist; von speziellen Untersuchungsräumen mit entsprechenden Geräten bis zu den Patientenzimmern. Wenn Du Dich auf die Chirurgie spezialisiert, lernst Du auch bald den OP kennen. Viel Zeit verbringst Du darüber hinaus – mehr oder weniger ungestört – in Deinem Büro.

Was verdient ein Assistenzarzt?

Ärzte gehören in Deutschland zu den Spitzenverdienern, und auch als Assistenzarzt kannst Du Dich über ein hohes Einstiegsgehalt freuen. Wenn Du in einem kommunalen Krankenhaus oder an einer Uniklinik beschäftigt bist, wirst Du nach den Bestimmungen des jeweiligen Tarifvertrags bezahlt. Das Gehalt gliedert sich nach bestimmten Stufen, die den Jahren Deiner Facharzt-Ausbildung entsprechen. Im Regelfall dauert diese zwischen 5 und 6 Jahren. Während Du als Assistenzarzt an einem kommunalen Krankenhaus im ersten Jahr aktuell mit einem monatlichen Gehalt von rund 4.400 Euro brutto monatlich rechnen kannst, sind es am Ende Deiner Assistenzarzt-Ausbildung knapp 5.660 Euro. Mit fast 4.600 Euro im ersten Jahr und rund 5.890 Euro im sechsten ist das Gehalt an Unikliniken sogar noch ein wenig höher. Auch für private Klinikkonzerne existieren verschiedene Tarifverträge mit vergleichbaren Vergütungsregelungen.

Wo finde ich einen Job als Assistenzarzt

Einen Überblick über offene Stellen für Assistenzärzte findest Du hier auf unserer Jobbörse.

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Wie sind die Berufsaussichten für Assistenzärzte?

Als Assistenzarzt hast Du derzeit in Deutschland sehr gute Karriereperspektiven. Schon seit vielen Jahren gilt der Arztberuf als Mangelberuf. Vor allem viele Kliniken haben große Probleme, offene Stellen zu besetzen. Nicht zuletzt der Trend zu kürzeren Arbeitszeiten an Krankenhäusern führt dazu, dass eine dichtere Personaldecke benötigt wird und Fachkräfte wie Du händeringend gesucht werden. In strukturschwachen Gebieten ist diese Problematik besonders groß, weshalb Du hier im Anschluss an Deine Assistenzarzt-Zeit besonders hohe Chancen auf einen steilen Karriereweg hast.

Welche Spezialisierungen gibt es?

Neben den grundsätzlichen Fähigkeiten, die Du als Mediziner brauchst, dient Deine Zeit als Assistenzarzt auch dazu, Dich in einem Fachbereich Deiner Wahl besonders auszubilden. Schon bevor Du Dich als bewirbst hast Du also Deine Entscheidung für eine bestimmte Spezialisierung getroffen. Mögliche Fachbereiche sind:

  • llgemeinmedizin (Hausarzt)
  • Anästhesie
  • Chirurgie
  • Frauenheilkunde
  • Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde
  • Haut- und Geschlechtskrankheiten
  • Innere Medizin
  • Kinder- und Jugend-Medizin
  • Kinder und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie
  • Neurochirurgie
  • Neurologie
  • Nuklearmedizin
  • Pathologie
  • Physiologie
  • Psychiatrie und Psychotherapie
  • Psychosomatische Medizin
  • Radiologie
  • Strahlentherapie
  • Transfusionsmedizin
  • Urologie

Passt der Beruf Assistenzarzt zu mir?

Du findest nicht nur die Vorstellung verlockend, als Halbgott in Weiß durch den Krankenhausflur zu laufen, sondern hast schon seit jeher ein großes Interesse an Naturwissenschaften wie Biologie, Chemie und Physik? Der menschliche Körper fasziniert Dich einfach und Du möchtest alles über ihn erfahren? Dann hast Du schon einmal zwei wesentliche Voraussetzungen für den Beruf erfüllt. An dieser Stelle solltest Du allerdings noch einmal in Dich gehen und Dich fragen, ob auch die folgenden Eigenschaften und Voraussetzungen auf Dich zutreffen:

Psychische Belastbarkeit
Wenn es darum geht, das Leben anderer Menschen zu retten und zu bewahren, darfst Du insbesondere in Krisensituationen nicht die Nerven verlieren. Manchmal kannst Du auch mit der größten ärztlichen Kunst einem Menschen nicht mehr helfen oder triffst eine falsche Entscheidung. Das zu akzeptieren fällt schwer und fordert Dir einiges an psychischer Kraft ab. Wenn Du gut auch mit Misserfolgen umgehen kannst, hast Du einen großen Vorteil.
Physische Belastbarkeit
Abgesehen von den psychischen Belastungen fordert Dein Beruf auch ein großes Maß an physischer Stehkraft von Dir. Lange Arbeitstage und Bereitschaftsdienste sind nichts für schwache Beine.
Teamfähigkeit
Im Klinikalltag bist Du in feste Personalstrukturen eingebunden. Du muss einerseits in der Lage sein, klare Anweisungen zu geben, Dich aber gleichzeitig auch innerhalb einer Hierarchie unterzuordnen. Das erfordert neben Menschenkenntnis manchmal auch ein wenig Geduld. Die wirst Du auch oft genug im Umgang mit schwierigen Patienten brauchen.
Empathie
Einfühlungsvermögen ist nicht nur für den zwischenmenschlichen Umgang mit kranken Personen wichtig, sondern kann auch eine wertvolle Hilfe sein, die richtigen Diagnosen zu stellen. Wer sich in andere hineinversetzen kann, merkt auch viel schneller, was ihm fehlt.
Analytische Fähigkeiten
Als Arzt auf der Suche nach der richtigen Diagnose bist Du eine Art Detektiv. Der menschliche Körper ist eine ungeheuer komplexe Angelegenheit, in der alles mit allem zusammenhängen kann. Manchmal liegt die Ursache für Kopfschmerzen buchstäblich im kleinen Zeh. Um ungewöhnliche Krankheitsverläufe festzustellen, musst Du über ein ausgeprägtes vernetztes Denkvermögen verfügen. Systematisches Vorgehen führt zu richtigen Diagnosen.

Wenn Du Dich mit diesen Eigenschaften identifizieren kannst, ist Assistenzarzt eine gute berufliche Option für Dich.