Du bist hier

Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ): Stellen & Ablauf

Ein Freiwilliges Ökologisches Jahr gibt Dir die Möglichkeit, erste praktische Arbeitserfahrungen im Natur- und Umweltschutz zu sammeln. Wir zeigen Dir, welche Voraussetzungen Du für ein FÖJ erfüllen musst und welche Bezahlung Dich dabei erwartet.

Was ist ein freiwilliges Ökologisches Jahr?

Das Freiwillige Ökologische Jahr ist ein Freiwilligendienst für junge Menschen, der im Natur- und Umweltschutz absolviert wird. Der Dienst richtet sich vor allem an Jugendliche, die über naturwissenschaftliche Interessen verfügen und sich aktiv für ihre Umwelt und für Nachhaltigkeit einsetzen wollen. Du widmest Dich dabei praktischen Hilfstätigkeiten wie

  • dem praktischen Arten- und Biotopschutz,
  • der Arbeit in der ökologischen Land- und Forstwirtschaft,
  • der Mitarbeit in Natur- und Umweltschutzzentren,
  • umweltorientierter Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung,
  • dem technischen Umweltschutz,
  • einer Verwaltungstätigkeit im Umweltbereich oder
  • der Arbeit in Umweltverbänden und Naturschutzgruppen.

Du arbeitest bei einem Freiwilligen Ökologische Jahr bei Deiner Arbeitsstelle in Vollzeit (ca. 40 Stunden pro Woche). In der Regel dauert das FÖJ 12 Monate. Einige Stellen erlauben auch eine Tätigkeit zwischen 6 und 24 Monaten. Du beginnst die Stelle meist am ersten August oder September.

Wie läuft ein FÖJ ab?

Ein FÖJ läuft in der Regel in diesen Schritten ab:

  • Bewerbung: Du musst Dich selbst darum kümmern, Dir einen Platz für ein Freiwilliges Ökologisches Jahr zu suchen. Dabei gibt es keine zentrale Stelle, bei der Du Dich bewerben kannst. Stattdessen holst Du Dir bei den Anlaufstellen der Bundesländer ausführliche Informationen und suchst Dir dann eine passende Stelle bei einer anerkannten Einrichtung heraus.
  • Tätigkeit und Seminar: Hast Du Deine Stelle angetreten, arbeitest Du an 5 Tagen in der Woche jeweils 8 Stunden. Während Deiner Zeit wirst Du pädagogisch und fachlich begleitet. Du nimmst zudem an insgesamt 25 Seminartagen teil, die Dich über die praktische Arbeit Deiner Einsatzstelle und zu aktuellen Themen aus Umwelt, Naturschutz, Ökosysteme, Nachhaltigkeit und Globalisierung unterrichten. Auf diese Weise stellt der Träger sicher, dass Du einen hohen Nutzen aus dem Jahr mitnehmen kannst.
  • Abschluss mit Seminararbeit: Am Ende Deiner Zeit fertigst Du eine Seminararbeit zu Deiner geleisteten Tätigkeit an und erhältst abschließend ein Zeugnis. Damit ist das Jahr vor allem ein Orientierungs- und Bildungsjahr, das Deine Persönlichkeit stärkt und Deine Interessen vertieft.

Wo finde ich Stellen für ein freiwilliges Ökologisches Jahr?

Du findest bei den Einsatzstellen der jeweiligen Träger des jeweiligen Bundeslandes Listen zu freien Positionen. Diese sind alle in einer gemeinnützigen Einrichtung angesiedelt, die bei ihren Tätigkeiten ökologische Aspekte in den Mittelpunkt stellen. Die ausgeschriebenen Stellen reichen damit vom praktischen Naturschutz bis zur Umweltforschung.

Wer kann ein FÖJ machen?

Um ein Freiwilliges Ökologisches Jahr zu absolvieren, musst Du zwischen 16 und 26 Jahren alt sein. Du kannst das Jahr dabei nicht mehr anfangen, wenn Du während der Zeit noch 27 wirst. Du musst zudem Deine Schulpflicht erfüllt haben. Welchen Schulabschluss Du dabei gemacht hast, spielt für das Jahr keine Rolle.

Daneben solltest Du bereit sein, richtig mit anpacken zu können, da der Freiwilligendienst gelegentlich körperliche Arbeiten von Dir verlangen kann. Machst Du Dein Freiwilliges Ökologisches Jahr im Ausland, solltest Du je nach Zielland entsprechende Sprachkenntnisse mitbringen. Zu guter Letzt eignet sich das Jahr für Dich, wenn Du Lust auf ein Engagement in der Natur und für die Umwelt hast.

Wo kann ich ein Freiwilliges Ökologisches Jahr machen?

Ob für ein Freiwilliges Ökologisches Jahr im Ausland oder in Deutschland – als Arbeitsplatz kommen Einrichtungen infrage, die für einen nachhaltigeren Umgang mit der Natur und der Umwelt sensibilisieren wollen. Dazu stehen Dir diese Bereiche zur Auswahl:

Landschafts- und Forstpflege

Die Landschafts- und Forstpflege ist der klassische Tätigkeitsbereich für ein FÖJ in Deutschland oder ein FÖJ im Ausland. Du kommst dabei vor allem draußen in der Natur zum Einsatz, wo Du beispielsweise Baumbestände pflegst oder Müll einsammelst.

Naturschutz

Ähnlich oft vertreten wie die Landschafts- und Forstpflege sind Stellen, die im Naturschutz angesiedelt sind. Auch hier kommst Du draußen zum Einsatz und zählst beispielsweise seltene Pflanzen oder kümmerst Dich in einem Naturschutzpark um die Erhaltung wichtiger Bäume.

Ökologische Landwirtschaft

Wirst Du in der ökologischen Landschaft tätig, kannst Du richtig mit anpacken. Du erntest dann zum Beispiel Gemüse, schneidest Hecken und fütterst Tiere.

Gartenbau

Im Gartenbau säest, gießt, düngst und erntest Du Pflanzen. Dabei kümmerst Du Dich vor allem um Blumen, Obst und Gemüse. Daneben schneidest Du Hecken, reinigst Teiche und hilfst dabei, Ackerflächen zu bewirtschaften.

Tierpflege

In der Tierpflege kommst Du zum Beispiel in einem Zoo zum Einsatz. Dort kümmerst Du Dich dann darum, dass Tiere wie Ziegen ihr Futter bekommen oder hilfst dabei, Schulklassen durch den Zoo zu führen.

Umweltbildung

Entscheidest Du Dich für Dein FÖJ oder FÖJ im Ausland für den Bereich Umweltbildung, gestaltest Du Lehrmaterialien, die das Bewusstsein für den Umwelt- und Naturschutz schärfen sollen. Die Materialien sollen sich dabei vor allem an Kinder- und Jugendliche richten. Daneben bereitest Du auch Seminare und Führungen vor.

Umweltkommunikation und –information

Die Arbeit in der Umweltkommunikation und Umweltinformation liegt weniger draußen in der Natur. Stattdessen untersuchst Du beispielsweise Schadstoffe im Labor oder prüfst Windenergieanlagen und kommunizierst Deine Erkenntnisse über die Öffentlichkeitsarbeit der Einrichtung. Das kann zum Beispiel das Gestalten von Flyern oder das Schreiben von Infobroschüren sein.

Betrieblicher Umweltschutz

Beim betrieblichen Umweltschutz widmest Du Dich dem Umweltmanagement eines Unternehmens. Dabei beschäftigst Du Dich zum Beispiel mit Fragen, wie ein Betrieb seine Produktion umweltfreundlicher oder nachhaltiger gestalten kann.

Verbands- und Vereinsarbeit im Natur- und Umweltschutz

Entscheidest Du Dich für die Verbands- und Vereinsarbeit im Natur- und Umweltschutz, steht es in Deiner Verantwortung, das Interesse der Bevölkerung für den Natur- und Umweltschutz zu wecken und seine Bedeutung überzeugend zu vermitteln.

Wie wird das FÖJ bezahlt?

Für Deine Arbeit während des Freiwilligen Ökologischen Jahres erhältst Du ein Taschengeld. Dies liegt je nach Bundesland zu Bundesland unterschiedlich hoch, aktuell zwischen 180 und 370 Euro. Zusätzlich stellt Dir die Einrichtung Verpflegung und Unterkunft, wenn dies in der Natur der jeweiligen Einrichtung liegt. Kommt diese dafür nicht auf, erhältst Du neben dem Taschengeld zusätzlich einen kleinen finanziellen Ausgleich dafür.

Wie lange dauert ein Freiwilliges Ökologisches Jahr?

In der Regel dauert ein Freiwilliges Ökologisches Jahr 12 Monate. Bestimmte Einrichtungen ermöglichen auch kürzere oder längere Zeiten. Mindestens musst Du jedoch 6 Monate tätig werden. 18 Monate sind das Maximum. In Ausnahmefällen gewähren die Stellen eine Tätigkeit über 24 Monate. Dafür muss jedoch ein besonderes pädagogisches Konzept vorliegen.

Welche Gründe sprechen für ein FÖJ?

Ob ein FÖJ in Deutschland oder ein FÖJ im Ausland – das nimmst Du aus dem freiwilligen Jahr mit:

  • Einsatzgebiete im Umweltschutz kennenlernen: Das Freiwillige Ökologische Jahr gewährt Dir tiefe Einblicke in die Einsatzgebiete des Umweltschutzes, der im Rahmen des Klimaschutzes derzeit immer mehr an Bedeutung gewinnt.
  • Berufswunsch überprüfen: Hast Du bereits den Berufswunsch, später im Umwelt- oder Naturschutz zu arbeiten, kannst Du diesen Wunsch in der Praxis überprüfen. Das Freiwillige Ökologische Jahr zeigt Dir verschiedene Facetten, welche Tätigkeiten später auf Dich zukommen können und damit auch, ob Du auf dem Gebiet richtig bist.
  • Neue Fähigkeiten aneignen: Im Umwelt- und Naturschutz musst Du manchmal richtig mit anpacken, den ganzen Tag bei Wind und Wetter draußen sein oder Dir didaktische Fähigkeiten aneignen. Das Freiwillige Ökologische Jahr bringt Dir damit neue Kompetenzen bei, die Du vielleicht auch für Deinen späteren Beruf einmal nutzen kannst.
  • Arbeitswelt kennenlernen: Abgesehen vom Inhalt Deiner Tätigkeit lernst Du in Deinem Freiwilligen Ökologischen Jahr auch die Funktionsweise der Arbeitswelt kennen. Dabei erfährst Du, was es heißt, für eine Organisation oder ein Unternehmen Verantwortung zu übernehmen und Dich 40 Stunden in der Woche für eine Sache einzusetzen.
  • Wartezeit überbrücken: Nicht jeder angehende Student hat das Privileg, nach dem Abitur sofort mit seinem Studium anfangen zu können. Musst Du also beispielsweise Wartezeit bis zum Studienstart überbrücken, kannst Du über ein Freiwilliges Ökologisches Jahr Wartesemester sammeln.

Welche Alternativen gibt es zum FÖJ?

Bist Du noch nicht sicher, ob ein FÖJ in Deutschland oder im Ausland das Richtige für Dich ist, kannst Du Dir diese Alternativen anschauen:

Freiwilliges Soziales Jahr

Ein Freiwilliges Soziales Jahr ist wie das FÖJ ein Freiwilligendienst für junge Menschen, mit dem Unterschied, dass der Schwerpunkt Deiner Tätigkeit im sozialen Bereich liegt. Du widmest Dich dabei zum Beispiel der Kinder- und Jugendhilfe, der Behindertenhilfe oder der Integration.

Auslandspraktikum

Willst Du zwar ins Ausland, aber kommt für Dich ein FÖJ im Ausland nicht infrage, könnte ein Auslandspraktikum eine gute Alternative für Dich sein. Hier lernst Du neben neuen fachlichen Fähigkeiten auch die kulturellen und gesellschaftlichen Gegebenheiten eines Landes kennen. Und: Du besserst Deine Fremdsprachenkenntnisse auf.

Sprachreise

Eine Sprachreise verbindet das Lernen einer neuen Sprache mit einem Aufenthalt im Ausland. Besonders beliebt sind dabei Länder wie Australien, Neuseeland, die USA und Kanada, wenn Du Deine Englisch-Kenntnisse verbessern willst. Da auch Spanisch eine Weltsprache ist, findest Du für eine Sprachreise auch zahlreiche Angebote, die Dich nach Spanien, Peru oder Ecuador schicken.

Work and Travel

Als Alternative zum Freiwilligen Ökologischen Jahr widmen sich viele Abiturienten einem Work and Travel Jahr. Das heißt: Du lernst die Kultur und Menschen eines Landes kennen, indem Du dort reist und arbeitest. Die Freizeit kommt dabei jedoch nicht zu kurz. Hast Du einige Wochen gearbeitet und somit Geld verdient, kannst Du erst einmal einige Wochen pausieren und das Land entdecken. Besonders beliebt sind für Work and Travel die Länder Australien, Neuseeland, Kanada und die USA.

Reise

Manchmal benötigt es keiner Aufgabe, um die Wartezeit bis zum Studium zu überbrücken. Viele Abiturienten gehen statt in ein FÖJ auf eine längere Reise über mehrere Monate, um so neue Menschen, Kulturen und Fähigkeiten zu erlernen. Auch hier gehören Australien und Neuseeland zu den Favoriten der Abiturienten. Daneben steht oftmals auch Südostasien mit Thailand, Indonesien, Vietnam und Kambodscha auf ihrer Liste.