Gerichtsmediziner arbeiten eng mit Gerichten und den Strafverfolgungsbehörden zusammen. Sie bestimmen zum Beispiel den Todeszeitpunkt von Menschen oder untersuchen, ob und welche Giftstoffe sich im Blut befinden. Gerichtsmediziner analysieren aber auch technisch-medizinisch die Spuren von Verbrechen. Das macht das Gerichtsmedizin-Studium umso spannender und ist für Menschen mit starken Nerven.
Das Gerichtsmedizin Studium in Zahlen: Abschluss, Jobaussichten, Gehalt
Gehalt
Abschluss
Beschäftigung
Zufrieden
Einstiegsbranchen für Gerichtsmedizin Absolventen
Über die Hälfte der Gerichtsmedizin Absolventen arbeiten im Dienstleistungsbereich
Gehaltsentwicklung Gerichtsmedizin Absolventen
Nach 10 Jahren erhöht sich das Einstiegsgehalt bei Gerichtsmedizin-Absolventen deutlich
Wo kann ich Gerichtsmedizin studieren?
Grundsätzlich brauchst Du erst einmal ein abgeschlossenes Medizinstudium. Das kannst Du an so gut wie allen Universitäten studieren. Danach kannst Du an eine der rund 35 rechtsmedizinischen Institute wechseln, von denen knapp 30 an Universitäten angesiedelt sind, und Deine Facharztausbildung in Gerichtsmedizin beginnen.
Studiengangsempfehlungen
Welche Inhalte hat ein Gerichtsmedizin-Studium?
Der Studieninhalt des Gerichtsmedizin-Studiums wird auf Grundlage von der Muster-Weiterbildungsordnung der Bundesärztekammer bestimmt. Wie das Studium konkret abläuft, und welche Inhalte wirklich Bestandteil davon sind, bestimmt die Landesärztekammer des Bundeslandes, in dem Du studierst.
Folgende Themen sind Bestandteil eines Gerichtsmedizin-Studiums:
- Toxikologie: Nachweis von Giften und Drogen.
- Forensische Serologie: Unter anderem die Bestimmung eines Todeszeitpunktes.
- Spurensuche: Technische Auswertung zum Beispiel von Haaren oder Speichel.
- Politische Bildung: Öffentliche Sicherheit und Arbeit der Strafverfolgungsbehörden
- Gesundheitswissenschaft
- Forensische Molekularbiologie: Zum Beispiel DNA-Untersuchungen
- Forensische Traumatologie: Art und Entstehung von körperlichen Verletzungen bestimmen.
- Verkehrsmedizin und Verkehrspsychologie
- Forensische Sexualmedizin
- Informationstechnologie und -management
Welche Berufe gibt es mit einem Gerichtsmedizin-Studium?
Mit einem abgeschlossenen Studium der Gerichtsmedizin kannst Du rechtsmedizinische Untersuchungen durchführen, auswerten und die Ergebnisse dokumentieren.
Zu Deinen Aufgaben als Gerichtsmediziner gehört meist die Untersuchung und Rekonstruktion von Todesfällen:
- Handelt es sich um einen natürlichen Todesfall oder um ein Verbrechen?
- Bestimmen der Todesursache
- Bestimmen des Todeszeitpunktes
- Identitätsbestimmung
Ebenfalls zu dem Beruf des Gerichtsmediziners gehört die Analyse und Erstellung von Gutachten zu Körperverletzungen, Vergewaltigungen und Vergiftungen. Aber auch bei strittigen Abstammungsverhältnissen oder bei ärztlichen Behandlungsfehlern sind Gerichtsmediziner die passenden Ansprechpersonen. Manche Gerichtsmediziner werten auch Spuren von Kriminalfällen aus.
Berufe
Nach dem Gerichtsmedizin-Studium kannst Du zum Beispiel als Sachverständiger für folgende Arbeitgeber arbeiten:
- Für eine Ermittlungs- oder Gerichtsbehörde
- In einem Landes- oder Bundeskriminalamt
- An rechtsmedizinischen Instituten von Universitäten
- In Krankenhäusern
- Versicherungen
Als Sachverständiger schreibst Du Gutachten und Glaubhaftigkeitsbeurteilungen aus medizinischer Sicht. Häufig sind Gerichtsmediziner auch vor einem Gericht um während einer Verhandlung das hierfür erstellte Gutachten zu erläutern.
Gehalt
Das durchschnittliche Einstiegsgehalt von Gerichtsmedizinern beträgt circa 7.700 € im Monat. Mit Berufserfahrung kannst Du mehr als 9.700 € monatlich verdienen.
Welche Voraussetzungen brauche ich, um Gerichtsmedizin zu studieren?
Um Gerichtsmedizin zu studieren, brauchst Du erst einmal die allgemeine Hochschulreife. Danach musst Du ein Medizinstudium abschließen, und erst dann kannst Du die Facharztausbildung zum Gerichtsmediziner beginnen.
NC fürs Gerichtsmedizin-Studium
Für das Medizinstudium, welches Du für das Gerichtsmedizin-Studium benötigst, brauchst Du einen guten Notendurchschnitt im Abitur. An vielen Universitäten liegt der Numerus Clausus bei 1,0 bis 1,3.
Sollte Dein Abitur nicht ganz so gut sein, brauchst Du nicht zu verzweifeln! Es gibt immer noch eine Zulassung zum Medizinstudium im Hochschulauswahlverfahren. Teil davon ist zum Beispiel ein Eignungstest in Medizin, und eine Berufsausbildung in einem medizinischen Ausbildungsberuf. Auch persönliche Auswahlgespräche zählen in das Hochschulauswahlverfahren mit hinein.
In Deutschland werden die Studienplätze für Humanmedizin zentral über die Stiftung für Hochschulzulassung (Hochschulstart) nach drei Hauptquoten vergeben: die Abiturbestenquote (mindestens 30 %), das Auswahlverfahren der Hochschulen beziehungsweise die Eignungsquote (mindestens 60 %) und die Zusätzliche Eignungsquote (maximal 10 %). Vor dieser Verteilung gehen bis zu 20 % der Plätze in Vorabquoten, etwa für Härtefälle oder Zweitstudienbewerber. In der Abiturbestenquote zählt allein die Abiturnote, wobei die Vergabe nach Landesquoten erfolgt. In der Zusätzlichen Eignungsquote werden die Plätze nach notenunabhängigen Kriterien wie Studierfähigkeitstests (zum Beispiel TMS), einer Berufsausbildung oder einem FSJ vergeben. Im Auswahlverfahren der Hochschulen, über das der Großteil der Plätze läuft, zählt eine Kombination aus Abiturnote, Studierfähigkeitstests und Auswahlgesprächen. Zuerst werden die Plätze der Abiturbestenquote vergeben, danach die der Zusätzlichen Eignungsquote und zuletzt die des Auswahlverfahrens der Hochschulen. Die frühere Wartezeitquote wurde abgeschafft, reine Wartesemester bringen also keine Zulassungsvorteile mehr. Diese Quotenregelung gilt ausschließlich für Deutschland.
Wie läuft das Gerichtsmedizin-Studium ab?
Staatsexamen
Um das Studium Gerichtsmedizin anfangen zu können, brauchst Du ein abgeschlossenes Medizin-Studium. Dieses allgemeine Medizin-Studium dauert in der Regel 12 bis 13 Semester. Du musst alle Prüfungsabschnitte der ärztlichen Prüfung bestanden haben und das 1. und 2. Staatsexamen erfolgreich beendet haben. Ist das geschafft, darfst Du Dich Arzt nennen. Um jetzt Deinen Traum von der Gerichtsmedizin verwirklichen zu können, musst Du eine ergänzende Facharztausbildung machen.
Facharztausbildung
Die Facharztausbildung für Gerichtsmedizin dauert meistens fünf Jahre. Diese kannst Du an den universitären rechtsmedizinischen Instituten absolvieren. Bestehst Du die Facharztprüfung, darfst Du Dich Gerichtsmediziner beziehungsweise Rechtsmediziner nennen.
Inhaltliche Grundlage der ärztlichen Weiterbildung in Deutschland ist die von der Bundesärztekammer erarbeitete (Muster-)Weiterbildungsordnung. Diese hat für die Landesärztekammern nur empfehlenden Charakter und ist nicht selbst rechtlich bindend. Verbindlich sind die jeweils von den Landesärztekammern beschlossenen Weiterbildungsordnungen der einzelnen Bundesländer. Die Landesärztekammern sind für alle Angelegenheiten der ärztlichen Weiterbildung zuständig und bestimmen unter anderem Dauer und Inhalte der Weiterbildung im Detail. Die aktuelle Novelle der Weiterbildungsordnung beinhaltet unter anderem eine Neuordnung einzelner Fachgebiete hinsichtlich Länge, Inhalten und Rotationen, die Einführung von Mindest-Weiterbildungszeiten sowie Regelungen zu Fehlzeiten. Diese Regelungen gelten ausschließlich für Deutschland.
Wie kann ich das Gerichtsmedizin-Studium bezahlen?
Du willst das Studium Gerichtsmedizin anfangen, hast aber nicht genügend Geld auf dem Sparkonto? Auch Deine Eltern können Dich finanziell nicht unterstützen? Hier sind einige Optionen für die Finanzierung während des Studiums aufgelistet.
Stipendien
Geld, das Du über ein Stipendium erhältst, musst Du nicht zurückzahlen! Obwohl Stipendien eine super Geldquelle sind, bewerben sich nur sehr wenig Studenten dafür. Deine Chancen, einen Stipendienplatz zu erhalten sind also hoch! Es gibt eine große Auswahl an Stipendien, mit ganz unterschiedlichen Aufnahmekriterien. Damit Du nicht tagelang nach dem passenden Stipendium suchen musst, haben wir Dir hier eine kostenfreie onlinebasierte Stipendiensuche bereitgestellt!
BAföG
Auch die staatliche Ausbildungsförderung ist eine gute Möglichkeit, das Gerichtsmedizin-Studium zu finanzieren. Erst nach Deinem Studium und mit regelmäßigem Einkommen musst Du die Hälfte des Geldes in monatlichen Raten zurückzahlen, die andere Hälfte ist geschenkt! Ob Du BAföG berechtigt bist und wie viel Geld Dir monatlich zusteht, kannst Du mit unserem BAföG-Rechner kostenlos und schnell herausfinden!
Studienkredit
Bevor alle Stricke reißen und Du Dein Studium entweder abbrichst oder wegen fehlender finanzieller Mittel gar nicht erst beginnst, gibt es die Option, einen Studienkredit aufzunehmen. Auch hier bekommst Du dann einen festen Betrag pro Monat, den Du aber nach Deinem Studium, vollständig und plus Zinsen zurückzahlen musst.
Studentenjob
Natürlich kannst Du neben dem Gerichtsmedizin-Studium auch arbeiten. Falls Du zusätzlich BAföG beziehst, solltest Du nicht mehr als 603 € monatlich dazuverdienen, da Du sonst Deinen BAföG-Anspruch verlierst. Wenn Du eine Anstellung als Werksstudent bekommst, hast Du mehr von Deinem Gehalt, als mit einer „normalen” Anstellung, da Werkstudenten von den Beiträgen in die Kranken- und Pflegeversicherung befreit sind!
Passt das Gerichtsmedizin-Studium zu mir?
Wenn Du nicht in Ohnmacht fällst, sobald Du Blut siehst, ist das schon mal ein guter Anfang für ein Gerichtsmedizin-Studium! Auch starke Nerven sind für den täglichen Umgang mit toten Menschen und Leichenteilen von Vorteil. Hilfreich wäre es natürlich, wenn Du keine Hemmschwelle vor dem Umgang mit dem Tod hast. Außerdem brauchst Du natürlich ein hohes medizinisches Interesse. Wenn Dir in der Schule Naturwissenschaften gefallen haben, ist das ebenfalls ein guter Ausgangspunkt für ein erfolgreiches Studium!
Ist der Studiengang das Richtige für mich?
Falls Du noch unsicher bist, welches Studium zu Dir passt, dann kannst Du hier einen Studienorientierungstest machen. Dadurch findest Du heraus, welcher Studiengang optimal zu Deinen Fähigkeiten passt!
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