Was ist ein Lehrer?
Ein Lehrer ist jemand, der anderen Menschen etwas lehrt, bei dem er selbst einen Wissensvorsprung hat. Der Begriff ist in Deutschland nicht geschützt. Damit kann sich jeder so bezeichnen, der Wissen, Können, Ausbildung oder Erfahrung an andere weitergibt.
Was macht ein Lehrer?
Als Lehrer oder Lehrerin sorgst Du für die schulische Ausbildung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Du bereitest den Unterricht vor und führst ihn durch. Dein Ziel ist es, den Schulstoff strukturiert und spannend zu vermitteln, sodass die Schüler die Chance haben, eigene Interessensgebiete und Talente zu entwickeln. Der Job des Lehrers ist sehr verantwortungsvoll, denn Du prägst Schüler und bereitest sie auf ihre berufliche Zukunft vor.
Wie wird man Lehrer?
Das Thema Bildung und damit auch die Ausbildung von Lehramtsstudenten liegen in Deutschland im Kompetenzbereich der Länder. Daher unterscheidet sich das Lehramts-studium und das anschließende Referendariat zwischen den Bundesländern. Während die Lehrer-Ausbildung in manchen Bundesländern noch mit dem Staatsexamen abgeschlossen wird, haben sich die meisten Hochschulen mittlerweile auf Bachelor- und Master-Studiengänge umgestellt. Neben Universitäten bieten auch Kunst- und Sporthochschulen sowie Pädagogische Hochschulen (Baden-Württemberg) Lehramtsstudiengänge an. Die Länge des Studiums hängt maßgeblich von der Schulform ab, an der Du später unterrichten möchtest. Für ein Uni-Studium benötigst Du in der Regel die Allgemeine Hochschulreife, an Fachhochschulen für Grundschullehramt genügt teilweise die Fachhochschulreife. Die Voraussetzungen variieren aber zwischen den Hochschulen. Lehrer werden ohne Studium ist in Deutschland nur für zukünftiges Lehrpersonal an Berufsschulen möglich.
Die Regelstudienzeit für ein Lehramtsstudium im gestuften Bachelor-Master-System (Bachelor of Education plus Master of Education) beträgt in der Regel 10 Semester (5 Jahre); je nach Lehramtstyp und Bundesland kann die Semesteranzahl leicht abweichen. Aufgrund der föderalen Struktur entscheidet jedes Bundesland eigenständig, wie die Lehrerbildung organisiert und abgeschlossen wird: Das Studium endet je nach Bundesland und Schulform entweder mit einem Master of Education (M.Ed.) oder mit dem Staatsexamen. An das Studium schließt sich das Referendariat (Vorbereitungsdienst) an, dessen Dauer je nach Bundesland und Lehramtstyp in der Regel zwischen 12 und 24 Monaten liegt und mit der Zweiten Staatsprüfung als formalem Abschluss endet. In Baden-Württemberg, Berlin, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz dauert es 18 Monate, in Bayern 24 Monate, in Brandenburg im Regelfall 12 Monate und in Hessen 21 Monate. Rechnet man Studium und Referendariat zusammen, dauert der Weg bis zur fertigen Lehrkraft insgesamt etwa 5 bis 7 Jahre.
In der Regel verläuft Deine Ausbildung als Lehrer oder Lehrerin in folgenden Schritten ab:
- Bachelorstudium: Vor Deinem Lehramtsstudium überlegst Du Dir, welche Schulfächer Du unterrichten möchtest und wählst demnach Deine Fächerkombination im Studium. Im Studium erwirbst Du dann nicht nur Kenntnisse in Deinen späteren Unterrichtsfächern. Du erlernst auch Grundlagen in Pädagogik und Didaktik. Um Schülern Wissen zu vermitteln, musst Du Dich schließlich nicht nur in Deinem Fachbereich auskennen. Du solltest auch einschätzen können, wie Du Dein Wissen am besten vermittelst. Wenn Du Lehrer werden willst, musst Du auch mehrere Schulpraktika machen, in denen Du den Arbeitsalltag von Lehrern kennenlernst. Nach dem Abschluss hast Du den Bachelor of Education (B.Ed.) in der Tasche.
- Masterstudium: Im Masterstudium baust Du Deine Sachkenntnisse in Deinen Unterrichtsfächern aus und vertiefst Dein Grundlagenwissen im didaktischen und pädagogischen Bereich. Auch während des Masters absolvierst Du Praktika, damit Du schon während des Studiums Berufserfahrung sammelst. Das Studium schließt Du mit dem Master of Education (M.Ed.) beziehungsweise dem ersten Staatsexamen ab.
- Referendariat: Nach dem Hochschulstudium führst Du ein ungefähr zweijähriges Referendariat an einer Schule durch. Die genaue Dauer des Referendariats unterscheidet sich von Bundesland zu Bundesland. Im Referendariat, auch Vorbereitungsdienst genannt, übernimmst Du Unterrichtseinheiten und erhältst dabei Tipps von erfahrenen Lehrkräften. Zusätzlich besuchst Du Seminare zum Thema Didaktik. Am Ende schließt Du das Referendariat mit einer Prüfung ab und hast damit gegebenenfalls auch das zweite Staatsexamen bestanden.
Es gibt einen hohen Bedarf an Lehrpersonal und daher auch immer mehr Möglichkeiten für Quer- und Seiteneinsteiger. Beim Quereinstieg folgt nach einem abgeschlossenen fachwissenschaftlichen Studium (zum Beispiel Master oder Diplom) ein pädagogisches Qualifizierungsprogramm oder ein Referendariat zum Erwerb des Zweiten Staatsexamens. Danach giltst Du als regulär ausgebildete Lehrkraft. Beim Seiteneinstieg steigst Du dagegen direkt in den Unterricht ein, meist wegen des akuten Lehrermangels, und absolvierst berufsbegleitende Fortbildungen, aber kein volles Referendariat. Der Seiteneinstieg ist unter anderem in Berlin, Nordrhein-Westfalen und Sachsen verbreitet.
Alle 16 Bundesländer haben aufgrund des Lehrermangels Seiteneinstiegsprogramme aufgelegt. Sie richten sich an Hochschulabsolventen mit einem Fach, das als Mangelfach gilt, etwa Mathematik, Physik, Informatik, Chemie, Musik, Kunst oder Technik. Die Bedingungen variieren dabei stark nach Bundesland: Berlin stellt Quereinsteiger nahezu auf Augenhöhe mit regulär ausgebildeten Lehrkräften ein, Bayern ist restriktiver. Der bundesweite Anteil der Quer- und Seiteneinsteiger an Schulen liegt derzeit bei mehr als zehn Prozent, an beruflichen Schulen lag der Anteil der Lehrkräfte ohne Lehramtsprüfung sogar bei 20,8 %. Einheitliche Qualitätsstandards für den Quer- und Seiteneinstieg fehlen bundesweit bislang.
Wenn Du ein Masterstudium in einem Fach abgeschlossen hast, in dem Lehrermangel herrscht, kannst Du den Hochschulteil in der Lehrer-Ausbildung überspringen. Zusätzlich musst Du ausreichende Sachkenntnisse in einem zweiten Fach nachweisen. Besonders dringend werden Lehrer in den sogenannten MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) gesucht. Du knüpfst als Quereinsteiger am Referendariat an und absolvierst Deinen Vorbereitungsdienst an einer Schule. Die genauen Voraussetzungen für Quereinsteiger regelt aber das jeweilige Bundesland.
Am Ende Deiner Lehrer-Ausbildung bewirbst Du Dich auf offene Stellen. In manchen Bundesländern werden Lehrer noch verbeamtet, in anderen Bundesländern arbeitest Du als Angestellter.
Fernstudiengangsempfehlungen
Wo arbeitet ein Lehrer?
Du arbeitest an einer Schule. Durch die föderale Bildungsstruktur in Deutschland gibt es äußerst viele verschiedene Schulformen. Hier findest Du eine Auswahl der schulischen Bildungseinrichtungen:
- Grundschule
- Förderschule
- Gesamtschule
- Hauptschule
- Realschule
- Sekundarschule
- Gymnasium
Während die meisten Schulen in Deutschland öffentlich sind, gibt es auch Schulen von privaten Trägern. Unter anderem:
- Waldorfschulen
- Montessorischulen
- Internate
Wie sieht der Arbeitsalltag aus?
Dein Arbeitsalltag wird maßgeblich von der Schulform bestimmt, an der Du unterrichtest. Wenn Du Grundschüler unterrichtest, liegt der Schwerpunkt Deiner Lehrer-Aufgaben auf dem pädagogischen Teil. Anders sieht es aus, wenn Du eine Oberstufe kurz vor dem Abitur unterrichtest. Dann hat die kompetente Vermittlung des Schulstoffs Priorität. Generell gibt es dennoch Tätigkeiten, die den Arbeitsalltag eines jeden Lehrers prägen. Beispiele für Aufgaben im Lehrer-Beruf sind:
Wie sieht der Arbeitsplatz aus?
Dein Arbeitsplatz ist meist das Klassenzimmer und das Lehrerzimmer. Dort unterrichtest Du, bereitest Dich auf den Unterricht vor und besprichst Dich mit Kollegen. Falls Du Sportlehrer bist, verlagerst Du den Unterricht auf die Turnhalle oder einen Sportplatz. Wo Du Klausuren korrigierst, bleibt Dir überlassen. Manche nutzen dafür das Lehrerzimmer, andere nehmen die Klassenarbeiten mit nach Hause. Außerdem unternimmst Du mit Deinen Klassen Exkursionen, Klassenfahrten und andere Ausflüge.
Was verdient ein Lehrer?
Wie die Lehrer-Ausbildung geht auch die Bezahlung der Lehrkräfte je nach Bundesland auseinander. Lehrer, die verbeamtet sind, müssen geringere Abgaben bezahlen als angestellte Lehrer. Du durchläufst als Beamter mit der Zeit verschiedene Besoldungsstufen. Vor allem die Beamtenpension im Alter und vergünstigte Krankenversicherungen machen einen deutlichen Unterschied. Doch auch angestellte Lehrer verdienen durch den akuten Lehrermangel zunehmend mehr. Dein Verdienst hängt von dem jeweiligen Tarifvertrag ab. Dazu richtet sich Dein Einkommen nach der Schulform, die Du unterrichtest. Das mittlere Bruttomonatsgehalt (Median) von Lehrern liegt bei rund 5.437 € brutto pro Monat. Als angestellte Lehrkraft steigst Du im öffentlichen Dienst meist in der Entgeltgruppe E13 (TV-L) ein, wo das Anfangsgehalt in Stufe 1 bei rund 4.700 € brutto monatlich liegt. Als Grundschullehrer liegt der Median bei etwa 4.893 € brutto monatlich.
Wo finde ich einen Job als Lehrer?
Wie sind die Berufsaussichten für Lehrer?
Deine Berufsaussichten sind aufgrund des gestiegenen Bedarfs an Lehrpersonal äußerst gut. Auch werden zunehmend erleichterte Möglichkeiten für Quereinsteiger geschaffen und Gehälter attraktiver gestaltet. Derzeit sind Tausende Lehrerstellen unbesetzt. Besonders gefragt bist Du, wenn Du Naturwissenschaften unterrichten möchtest, denn in diesem Bereich gibt es einen besonders hohen Bedarf an qualifizierten Lehrern.
Welche Spezialisierungen gibt es?
Für Deinen Lehrer-Beruf kannst Du Dich spezialisieren. Du kannst entscheiden, für welchen Bereich Du Lehrerin oder Lehrer werden möchtest, zum Beispiel als:
- Grundschullehrer
- Förderschullehrer
- Gesamtschullehrer
- Hauptschullehrer
- Realschullehrer
- Gymnasiallehrer
Innerhalb einer Schule gibt es außerdem:
- Klassenlehrer
- Vertrauenslehrer
- Direktor
Passt der Beruf Lehrer zu mir?
Lehrer arbeiten mit Schülern und versuchen, ihr Wissen bestmöglich zu vermitteln. Es gibt bestimmte Voraussetzungen und Charaktermerkmale, die gute Lehrer ausmachen, beispielsweise:
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