Was verdient ein Lehrer?
Durchschnittsgehalt
Das durchschnittliche Gehalt als Lehrer liegt laut dem Statistischen Bundesamt bei 5.437 € brutto im Monat (Median). Ein durchschnittliches Lehrer-Gehalt aller Schularten, also von Grundschule über Berufsschule bis zu Gymnasium, lässt sich schwer ermitteln, da es je nach Bundesland, Schultyp, Beschäftigungsstatus und Berufserfahrung sehr große Unterschiede gibt.
Das Lehrer-Gehalt in Höhe von 5.437 € brutto im Monat ist aber ein guter Anhaltspunkt. Zum Vergleich: Laut dem Statistischen Bundesamt lag der durchschnittliche Brutto-Jahresverdienst 2023 in Deutschland bei 51.876 €. Wenn man hier noch berücksichtigt, dass zwei Drittel aller Vollzeitbeschäftigten Gehälter beziehen, die niedriger als dieser Durchschnitt sind, dann wird deutlich, dass Lehrer in Deutschland sehr gut bezahlt sind.
Arbeitszeit in Relation zum Gehalt
Der Verdienst als Lehrer erscheint umso höher, wenn man eine Statistik von der Kultusministerkonferenz (KMK) berücksichtigt. Demnach lagen die maximalen Pflichtstunden von Lehrern an Gymnasien im Schuljahr 2021/22 zwischen 23,5 (Niedersachsen) und bis zu 27 (Bayern und Hessen). Allerdings lässt sich von diesen Unterrichtsstunden nicht der Stundenlohn als Lehrer oder die tatsächliche Arbeitszeit ableiten.
Denn Letztere ist bedeutend höher als es anhand der Unterrichtsstunden zunächst den Anschein hat. Neben den Unterrichtsstunden haben Lehrer auch noch die Vor- und Nachbereitung des Unterrichts. Dazu gehören beispielsweise die Korrektur von Tests und Klausuren inklusive Notenvergabe, die Vorbereitung der nächsten Unterrichtsstunde, Elternabende und Klassenfahrten. Gerade jüngere Lehrer investieren sehr viel Zeit in die Vorbereitung des Unterrichts, während Lehrer mit viel Berufserfahrung auf bereits vorhandene Unterrichtsmaterialien und ihren Erfahrungsschatz zurückgreifen können und hier entsprechend weniger Zeitaufwand haben.
Allerdings haben Lehrer erheblich mehr Urlaub als andere Arbeitnehmer. Wenn die Schüler in den Ferien sind, haben auch die Lehrer frei. Das sind in Deutschland rund 74 Tage (abhängig vom Bundesland). Es ist also schwierig, die tatsächliche Arbeitszeit zu benennen und in Relation zum Gehalt zu setzen.
Gehalt verbeamtet vs. angestellt
Welche Faktoren beeinflussen das Lehrer Gehalt?
Die Höhe von Deinem Lehrer-Gehalt hängt von unterschiedlichen Faktoren wie Schulform, Berufserfahrung und Bundesland ab. Im Folgenden siehst Du, welche Faktoren Dein Lehrergehalt beeinflussen.
Besoldungsgruppe
Die meisten Lehrer sind angestellt. Laut dem dbb Beamtenbund und Tarifunion gab es 2021 unter den Lehrern rund 200.000 Beamte und 600.000 Angestellte. Als verbeamteter Lehrer wirst Du in eine Besoldungsgruppe eingestuft. Diese ist je nach Schultyp und Bundesland unterschiedlich. In einer Grundschule beginnst Du im Allgemeinen mit A12, auf einem Gymnasium hingegen mit A13. Mit zunehmender Berufserfahrung sind Beförderungen möglich und Aufstiege in höhere Gehaltsstufen möglich, so dass Du eine dickere Lehrerbesoldung bekommst. Nach dem Studienrat und A13 folgen der Oberstudienrat mit A14, der Studiendirektor mit A15 und der Oberstudiendirektor mit A16. Allerdings sind solche Karrieresprünge eng begrenzt. So bleibt ein Grundschullehrer in der Regel bei A12. Ein Schulleiter einer Grundschule erhält A12 bis A13, an einem Gymnasium hingegen A15 oder A16.
Angestellte Lehrer sind Lehrkräfte der Länder und werden nach dem Tarifvertrag der Länder (TV-L) bezahlt. Sie sind in Entgeltgruppen eingeteilt, die sich grundsätzlich an der Lehrer-Besoldung von verbeamteten Lehrern orientieren. Für angestellte Lehrer bei kommunalen Arbeitgebern gilt hingegen der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD).
Zuschläge und Abzüge
Je nach Bundesland und Deiner Familiensituation kann sich Dein Verdienst als Lehrer durch verschiedene Zuschläge erhöhen:
- Familienzuschlag/Familienzulage (verheiratete Lehrer, Anteil für Kinder), Beispiel Baden-Württemberg: jeweils rund 100 bis 120 € pro Ehepartner beziehungsweise Ehepartnerin und Kind
- Kindergeld: rund 180 € pro Kind
- Mehrarbeitsvergütung: rund 20 €
- Stellenzulage beziehungsweise Strukturzulage (in der Regel nur für Beamte): rund 70 bis 90 €
- Urlaubsgeld und/oder Weihnachtsgeld
Darüber hinaus kann es auch Abzüge geben. Dies betrifft zumeist Lehrer im Beamtenstatus. In einigen Bundesländern geht einmal im Jahr bei beihilfepflichtigen Beamten eine sogenannte Kostendämpfungspauschale (Selbstbehalt) in Höhe von 300 € vom Lehrergehalt ab. Zudem gibt es je nach Bundesland einen regelmäßigen Abzug vom Gehalt als Lehrer in Höhe von 15 bis 30 € (zum Beispiel Beihilfebeitrag).
Verbeamtet versus angestellt
Für Dein Lehrer-Gehalt macht es einen großen Unterschied, ob Du verbeamtet oder angestellt bist. Als beamteter Lehrer hast Du folgende Abzüge von Deinem Verdienst als Lehrer: Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag und Beiträge für die private Krankenversicherung. Als angestellter Lehrer hast Du hingegen folgende Abzüge von Deinem Lehrer-Gehalt: Lohnsteuer, Beiträge für die gesetzliche Krankenkasse, Beiträge für die Rentenversicherung, Beiträge für die Pflegeversicherung und Beiträge für die Arbeitslosenversicherung. Du siehst also, dass ein angestellter Lehrer wesentlich mehr Abzüge von seinem Gehalt hat als ein Lehrer im Beamtenverhältnis. Wie groß der Unterschied ist, sollen die folgenden Beispiele aufzeigen. Darin sind Abzüge durch eine eventuelle Kirchensteuer nicht enthalten, da die Mitgliedschaft in einer Religionsgemeinschaft freiwillig ist und diese Abzüge daher nicht für alle gelten.
Ein 35-jähriger Lehrer im Beamtenstatus, Besoldungsgruppe A13, Steuerklasse I (ledig, keine Kinder), 8 Jahre im Dienst (Besoldungsstufe 7), erhält eine Besoldung als Lehrer in Höhe von 4.960 € brutto im Monat. Davon gehen zirka 810 € Lohnsteuer und zirka 300 € für Beiträge der privaten Krankenversicherung ab. Das Nettogehalt als Lehrer beträgt in diesem Fall rund 3.840 €.
Wenn dieser Lehrer jedoch angestellt wäre, hätte er folgende Abzüge von seinen 4.960 € Bruttogehalt: Zirka 810 € Lohnsteuer, zirka 460 € Rentenversicherung, rund 65 € Arbeitslosenversicherung, zirka 110 € Pflegeversicherung und rund 400 € Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung. Hier beträgt das Nettogehalt als Lehrer rund 3.100 €. Das macht einen Unterschied von rund 700 € zum Lehrergehalt eines Lehrers im Beamtenverhältnis. Oder anders ausgedrückt: Ein Unterschied von rund 19 %.
Allgemein sind Lehrer verbeamtet. Allerdings gibt es teilweise Hindernisse, die einer Verbeamtung im Weg stehen. Das kann etwa eine fehlende Ausbildung, eine fehlende gesundheitliche Eignung, ein zu hohes Alter oder eine fehlende Planstelle sein. In diesem Fall erfolgt dann eine Besoldung im Angestelltenverhältnis. Das betrifft beispielsweise auch Quereinsteiger, die „nur” über einen Magister und kein Staatsexamen verfügen. Diese Quereinsteiger werden oftmals in niedrige Erfahrungsstufen sowie Entgeltgruppen eingestuft und erhalten nur eine befristete Anstellung. In Berlin und Sachsen werden sogar gar keine Lehrer mehr verbeamtet.
Gehalt nach Bundesland
Wie Du schon beim Einstiegsgehalt gesehen hast, ist das Bundesland ein wesentlicher Einflussfaktor bei der Besoldung als Lehrer. Dies sollen die folgenden Beispiele noch einmal verdeutlichen. Betrachtet man das mittlere Bruttomonatsgehalt (Median) von Lehrern, liegt Hamburg mit 6.274 € an der Spitze, gefolgt von Hessen mit 6.075 € und Berlin mit 5.945 €. Am unteren Ende liegen Mecklenburg-Vorpommern mit 4.772 € und Sachsen-Anhalt mit 4.888 €.
Einstiegsgehalt nach Bundesland: Grundschullehrer
Einstiegsgehalt nach Bundesland: Gymnasiallehrer
Schultyp
Auch der Schultyp hat Einfluss auf die Höhe der Besoldung als Lehrer. Laut dem Statistischen Bundesamt liegt das Median-Bruttomonatsgehalt eines Grundschullehrers bei 4.893 €, das eines Fachlehrers bei 5.254 € und das eines Berufsschullehrers bei 5.140 €. Der Verdienst als Gymnasiallehrer ist also bedeutend höher als der Lehrer-Verdienst an einer Grundschule.
Auch beim Einstiegsgehalt zeigt sich dieser Unterschied: Ein Grundschullehrer startet mit rund 3.349 € brutto im Monat, ein Fachlehrer mit rund 3.596 € und ein Berufsschullehrer mit rund 3.518 €.
Gehalt nach Betriebszugehörigkeit
Dein Einkommen als Lehrer steigt automatisch an. In einem regelmäßigen Prozess steigst Du in eine höhere Besoldungsstufe auf. Diese Aufstiege sind anfangs noch recht häufig (alle 2, 3, 4, 6 usw. Jahre) und werden mit zunehmendem Dienstalter seltener. Jeder Aufstieg bedeutet für Dein Lehrergehalt einen Anstieg von drei bis sechs Prozent, abhängig von der Besoldungsstufe. Von Bundesland zu Bundesland unterscheidet sich die Höhe des Anstiegs und die Spanne der Jahre zwischen den Besoldungsstufen.
Für angestellte Lehrer gelten hingegen Erfahrungsstufen. Auch hier gibt es Unterschiede zwischen den Ländern. Eigentlich erhältst Du als frisch gebackener Lehrer die Erfahrungsstufe 1. In Sachsen starten neue Lehrer hingegen mit Stufe 2, die eigentlich erst nach sechs bis zwölf Monaten (je nach Beschäftigungsverhältnis) zu erreichen ist. In Berlin fangen Lehrer sogar mit der höchsten Erfahrungsstufe 5 an (eigentlich erst nach 9,5 oder 10 Jahren erreicht). Das hat natürlich wiederum Auswirkungen auf die Höhe vom Lehrergehalt.
Lehrergehalt im internationalen Vergleich
Laut dem Statistikportal statista liegt das durchschnittliche Gehalt als Lehrer der Sekundarstufe I in Deutschland bei 55.252 € brutto im Jahr. Einsamer Spitzenreiter ist Luxemburg mit einem Lehrer-Gehalt in Höhe von 98.195 € brutto im Jahr. Im Nachbarland Frankreich beträgt das durchschnittliche Gehalt als Lehrer beispielsweise 31.481 € brutto im Jahr. In Österreich sind es 38.974 € brutto im Jahr, in Italien 33.436 € brutto im Jahr und in Belgien 39.646 € brutto im Jahr. Schlusslicht ist Polen mit 15.569 € brutto im Jahr. Deutschland steht im europäischen Vergleich beim Lehrer-Gehalt also ziemlich gut da. Das findet auch Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes: „Deutsche Lehrer werden im internationalen Vergleich ziemlich gut bezahlt.”
| Land |
Jahresgehalt |
| Polen |
15.569 € |
| Tschechien |
21.362 € |
| Griechenland |
30.035 € |
| Frankreich |
31.481 € |
| Italien |
33.436 € |
| Portugal |
36.675 € |
| Norwegen |
38.293 € |
| Finnland |
38.890 € |
| Österreich |
38.974 € |
| Belgien |
39.646 € |
| England |
41.308 € |
| Spanien |
46.231 € |
| Dänemark |
47.728 € |
| Niederlande |
52.832 € |
| Deutschland |
55.252 € |
| Luxemburg |
98.195 € |
Wie wird man Lehrer?
Das Lehramtsstudium in Deutschland dauert typischerweise etwa fünf Jahre (ca. 8 bis 10 Semester), bevor das Referendariat folgt. Je nach Bundesland und Schulform endet das Studium entweder mit einem Master of Education (M.Ed.) oder mit dem Staatsexamen. Aufgrund der föderalen Struktur entscheidet jedes Bundesland eigenständig, wie die Lehrerbildung organisiert und abgeschlossen wird. Nach dem Ersten Staatsexamen bzw. dem Master of Education folgt das Referendariat, das je nach Bundesland 12 bis 24 Monate dauert und mit dem Zweiten Staatsexamen abschließt; anschließend erfolgt in der Regel die Verbeamtung. Insgesamt dauert der Weg bis zur fertigen Lehrkraft realistisch sechs bis sieben Jahre.
Die Regelstudienzeit für ein Lehramtsstudium im gestuften Bachelor-Master-System (Bachelor of Education plus Master of Education) beträgt in der Regel 10 Semester (5 Jahre); je nach Lehramtstyp und Bundesland kann die Semesterzahl leicht abweichen. Dieses gestufte System nutzen die meisten Bundesländer, unter anderem Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Hamburg. Die Dauer des Referendariats unterscheidet sich je nach Bundesland: In Baden-Württemberg, Berlin, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz dauert es in der Regel 18 Monate, in Brandenburg im Regelfall 12 Monate, in Hessen 21 Monate und in Bayern 24 Monate. In Nordrhein-Westfalen dauert der berufsbegleitende Vorbereitungsdienst als Ausnahmefall bei dringendem Personalbedarf 24 Monate. Am Ende steht die Zweite Staatsprüfung als formaler Abschluss. Die Gesamtdauer bis zum vollwertigen Lehrerberuf beträgt inklusive Referendariat etwa 5 bis 7 Jahre.
Neben dem klassischen Lehramtsstudium gibt es zwei weitere Wege in den Beruf: den Quer- und den Seiteneinstieg. Beim Quereinstieg folgt nach einem abgeschlossenen fachwissenschaftlichen Studium (z. B. Master oder Diplom) ein pädagogisches Qualifizierungsprogramm oder ein Referendariat zum Erwerb des Zweiten Staatsexamens; danach gilt man als regulär ausgebildete Lehrkraft. Beim Seiteneinstieg steigt man dagegen direkt in den Unterricht ein, meist wegen akuten Lehrermangels, mit berufsbegleitenden Fortbildungen, aber ohne volles Referendariat.
Aufgrund des Lehrermangels haben alle 16 Bundesländer Seiteneinstiegsprogramme aufgelegt. Der Seiteneinstieg ist besonders verbreitet in Berlin, Nordrhein-Westfalen und Sachsen. Die Programme richten sich an Hochschulabsolventen mit einem Fach, das als Mangelfach gilt, etwa Mathematik, Physik, Informatik, Chemie, Musik, Kunst oder Technik. Voraussetzung für den Quereinstieg ist in der Regel ein abgeschlossenes fachwissenschaftliches Hochschulstudium wie ein Master oder Diplom; an öffentlichen Schulen ist der Einstieg ohne Studium meist versperrt. Die Bedingungen variieren jedoch stark nach Bundesland: Berlin stellt Quereinsteiger nahezu auf Augenhöhe mit regulär ausgebildeten Lehrkräften ein, Bayern ist deutlich restriktiver.
Der bundesweite Anteil der Quer- und Seiteneinsteiger an Schulen liegt derzeit bei mehr als zehn Prozent. An beruflichen Schulen lag der Anteil der Lehrkräfte ohne Lehramtsprüfung sogar bei 20,8 %. Der Seiteneinstieg ist in den meisten Bundesländern an Berufskollegs, Haupt- und Realschulen sowie an Gesamtschulen und Gymnasien möglich. Bundesweit fehlen bislang einheitliche Qualitätsstandards für den Quer- und Seiteneinstieg.
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