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Inhalt8 Abschnitte
Grundschullehrer unterrichten Kinder von der 1. bis zur 4. Klasse, in Berlin und Brandenburg bis zur 6.
Wie wird man Grundschullehrer?
Grundschullehrer wirst Du über ein Lehramtsstudium für die Grundschule und das Referendariat, die praktische Ausbildung an einer Schule. Wo Lehrkräfte fehlen, kommst Du auch mit einem anderen Studium als Quereinsteiger an die Grundschule. Welche Regeln gelten, entscheidet jedes Bundesland selbst. Das gilt für Grundschullehrerinnen und Grundschullehrer gleichermaßen.
1. Lehramt an Grundschulen studieren
Du studierst an einer Universität oder Pädagogischen Hochschule mehrere Fächer gleichzeitig: Deutsch, Mathematik und ein weiteres Fach, zum Beispiel Sachunterricht, Englisch, Kunst, Musik, Sport oder Religion. Dazu kommen Grundschulpädagogik und Praktika an Schulen. Je nach Bundesland endet das Grundschullehramt-Studium mit dem Master of Education oder dem Ersten Staatsexamen. Ein Bachelor allein reicht nicht.
- 7 bis 10 SemesterLehramtsstudiumAn einer Uni oder Pädagogischen Hochschule, Abschluss mit Master of Education oder Erstem Staatsexamen.
- 12 bis 24 MonateReferendariatIm Grundschulreferendariat unterrichtest Du an einer Schule und lernst im Seminar. Am Ende steht die Zweite Staatsprüfung.
- danachEinstellungDu bewirbst Dich beim Land. Erfüllst Du die Voraussetzungen, wirst Du in allen Bundesländern verbeamtet.
2. Quer- oder Seiteneinstieg mit einem anderen Studium
Quer- und Seiteneinsteiger kommen nur zum Zug, wenn eine Stelle nicht mit ausgebildeten Lehrkräften besetzt werden kann. Meist brauchst Du einen Master oder ein Uni-Diplom, aus dem sich Deutsch oder Mathematik ableiten lässt. Den Rest lernst Du neben dem Unterricht, oft in einem Referendariat, das Du berufsbegleitend machst. Jedes Bundesland regelt den Quereinstieg als Grundschullehrer anders:
Quellen: Schul- und Kultusministerien der Länder, Stand September 2026.
Mit einem Bachelor sind die Wege enger. Nicht jedes Land nimmt Dich damit.
3. Ohne Abitur: mit Berufsabschluss ins Studium
Ohne Studium wirst Du kein Grundschullehrer, ohne Abitur aber schon. Mit einer Ausbildung als staatlich anerkannte Erzieherin oder staatlich anerkannter Erzieher oder mit einem Meister darfst Du nach einem Beschluss der Kultusministerkonferenz jedes Fach studieren, auch Lehramt. Mit einer anderen Ausbildung und mindestens 3 Jahren Berufserfahrung in einem passenden Bereich geht es auch, wenn Du eine Eignungsprüfung bestehst oder ein Probejahr an der Hochschule schaffst. Die genauen Regeln legt jedes Bundesland fest.

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Wie lange dauert die Ausbildung zum Grundschullehrer?
Bis zur eigenen Klasse braucht man gut 5 bis 6,5 Jahre. Die Grundschullehrerausbildung hat zwei Teile: Das Lehramtsstudium dauert je nach Bundesland 7 bis 10 Semester, man studiert also 3,5 bis 5 Jahre. Danach folgt das Referendariat mit 12 bis 24 Monaten. Die kürzeste Ausbildungsdauer hat Hessen, am längsten dauert es in den acht Ländern mit 10 Semestern Studium und 18 Monaten Referendariat.
| Zusammen | Studium + Referendariat | Bundesland |
|---|---|---|
| 5,25 Jahre | 7 Semester + 21 Monate | Hessen |
| rund 5,3 Jahre | 8 Semester + 16 Monate | Sachsen-Anhalt |
| 5,5 Jahre | 7 Semester + 24 Monate | Bayern |
| 5,5 Jahre | 8 Semester + 18 Monate | Baden-Württemberg (BW), Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen |
| 6 Jahre | 10 Semester + 12 Monate | Brandenburg |
| 6,5 Jahre | 10 Semester + 18 Monate | Berlin, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, NRW, Schleswig-Holstein, Thüringen |
Regelzeiten laut Kultusministerkonferenz, Sachstand in der Lehrkräftebildung, Stand 1. Juni 2026. Brandenburg: 12 Monate Referendariat, wenn 6 Monate Praxis aus dem Studium angerechnet werden, sonst 18.
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Was brauchst Du, um Grundschullehrer zu werden?
Für das Lehramtsstudium brauchst Du in der Regel das Abitur. Dazu kommt in Kunst, Musik und Sport meist eine Eignungsprüfung. Einen bundesweiten Numerus clausus (NC) für das Grundschullehramt gibt es nicht.
Was macht ein Grundschullehrer?
Als Grundschullehrer bringst Du Kindern Lesen, Schreiben und Rechnen bei, von der 1. bis zur 4. Klasse, in Berlin und Brandenburg bis zur 6. Zu Deinen Aufgaben gehört vor allem der Unterricht: Über die Hälfte der Stunden entfallen auf Deutsch, Mathematik und Sachunterricht. Meist bist Du Klassenlehrer und unterrichtest viele Fächer Deiner Klasse selbst. Für die Kinder bist Du eine wichtige Bezugsperson: Du förderst Konzentration und Miteinander, erkennst Lernschwierigkeiten früh und sprichst mit den Eltern.
Eine volle Stelle heißt an der Grundschule 28 Unterrichtsstunden pro Woche, etwa in NRW, Bayern, Baden-Württemberg, Niedersachsen und Berlin, in Sachsen 27. Vorbereitung, Korrekturen, Konferenzen und Elterngespräche kommen dazu. Später kannst Du zum Beispiel Beratungs- oder Vertrauenslehrer werden, Referendare betreuen oder eine Schule leiten.
Was verdient ein Grundschullehrer?
Verbeamtete Grundschullehrer bekommen je nach Bundesland A 12 oder A 13, in 11 von 16 Ländern ist es inzwischen A 13. Laut Statistischem Bundesamt liegt das mittlere Bruttogehalt von Grundschullehrern bei 4.893 € im Monat. Wie viel Du genau bekommst, hängt vom Bundesland und von Deiner Erfahrungsstufe ab. Ob der Beruf gut bezahlt ist, entscheidet also vor allem Dein Land. Angestellte Lehrkräfte bekommen nach Tarif das Gehalt, das ihrer Besoldung entspricht: E 11 statt A 12, E 13 statt A 13.
| Besoldung | Bundesländer |
|---|---|
| A 13 | Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, NRW (seit August 2026), Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Thüringen |
| A 12 mit Zulage | Bayern und Hessen, A 13 ab 2028 |
| A 12 | Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz (Anhebung geplant, noch ohne Zeitplan), Saarland |
Stand September 2026. Quellen: Besoldungsgesetze und Kultusministerien der Länder, Kultusministerkonferenz; Gehalt: Statistisches Bundesamt, Verdiensterhebung 2025.
Mehr Zahlen, auch netto und nach Bundesland, findest Du im Artikel Grundschullehrer-Gehalt.
Wie sind die Berufsaussichten?
Bis 2027 werden Grundschullehrer dringend gesucht, danach schließen voraussichtlich mehr ihre Ausbildung ab, als Stellen frei werden. Die Kultusministerkonferenz vergleicht, wie viele Lehrkräfte die Länder einstellen müssen und wie viele ihre Ausbildung abschließen:
| Zeitraum | Stellen | Neue Lehrkräfte |
|---|---|---|
| 2025 bis 2027 | 26.400 | 23.400 (3.000 zu wenig) |
| 2028 bis 2030 | 16.600 | 25.100 |
| 2031 bis 2035 | 27.400 | 41.300 |
Quelle: Kultusministerkonferenz, Dokumentation Nr. 247, Lehrkräfteeinstellungsbedarf und -angebot 2025 bis 2035, Dezember 2025.
Zukunft hat der Beruf trotzdem, und die Chancen sind besser, als die Zahlen vermuten lassen, schreibt die KMK: Den Ganztag an Grundschulen ab 2026 haben noch nicht alle Länder eingerechnet, und in manchen ländlichen Regionen finden Schulen schwer Lehrkräfte. Wer heute anfängt zu studieren, steht frühestens 2032 vor der eigenen Klasse.
Passt der Beruf zu Dir?
Was solltest Du mitbringen?
- gern mit Kindern arbeitest und viel Geduld hast
- Dinge einfach und kindgerecht erklären kannst
- Dich in einer Klasse freundlich und klar durchsetzt
- auch schwierige Gespräche mit Eltern ruhig führst
- nach dem Studium kein Referendariat mehr machen willst
- lieber ein Fach in der Tiefe unterrichten möchtest als viele Fächer
- ungern früh aufstehst
- abends nicht noch Unterricht vorbereiten oder korrigieren möchtest
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