Astronomie-Studium: Alles über Hochschulen, Karriere & Gehalt

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Astronomie studieren - auf einen Blick
Gibt es einen Astronomie-Bachelor?Nein. In Deutschland ist Astronomie ein reines Aufbaufach.9 der 10 Studiengänge sind Master, dazu kommt ein Lehramts-Studiengang mit Staatsexamen. Der Einstieg läuft über ein Physik-Studium.
Wo kann ich studieren?10 Studiengänge an 10 Hochschulen – von der LMU München bis zur TU Braunschweig.Alles Präsenzstudium an Universitäten. Kein Fernstudium, kein duales Studium. Nur zwei der zehn heißen wirklich Astronomie.
Wie lange dauert es?Der Regelweg ist Physik-Bachelor, dann Master.Einen grundständigen Astronomie-Bachelor, den Du nach dem Abitur beginnen könntest, gibt es nicht. Wie viele Semester Dein Master ansetzt, steht in seiner Prüfungsordnung.
Was verdienst Du damit?6.800 € brutto im Monat auf der obersten Erfahrungsstufe.Berufsgruppe Physik, Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, Stand 2024. Einen eigenen Beruf Astronom führt die amtliche Statistik nicht.
Inhalt12 Abschnitte
  1. Wo kann ich Astronomie studieren?
  2. Welche Voraussetzungen brauchst Du?
  3. Was ist Astronomie?
  4. Astronomie oder Astrophysik – was ist der Unterschied?
  5. Welche Inhalte hat ein Astronomie-Studium?
  6. Wie läuft das Astronomie-Studium ab?
  7. Was kannst Du mit Astronomie werden?
  8. Was verdienst Du mit Astronomie?
  9. Astronomie und KI: Wie zukunftssicher ist das Fach?
  10. Das Astronomie-Studium in Zahlen
  11. Häufige Fragen zum Astronomie-Studium
  12. Quellen

Wo kann ich Astronomie studieren?

Wenn Du in Deutschland Astronomie studieren möchtest, kommst Du erst spät zum Fach selbst, denn Du studierst fast immer zuerst Physik und spezialisierst Dich dann im Master an einer Universität. Lass Dich von den Namen nicht verwirren, denn die Master tragen Namen wie Astrophysik oder Physics. Den Namen Astronomie haben nur Angebote fürs Lehramt.

StudiengangHochschuleOrtAbschluss
Astronomie (Erweiterungsfach Master of Education)Uni Heidelberg–Master of Education
Astro and Particle PhysicsUni TübingenTübingenMaster of Science
AstrophysicsUni PotsdamPotsdamMaster of Science
AstrophysikUni BonnBonnMaster of Science
AstrophysikLMU MünchenMünchenMaster of Science
Atmospheric ScienceUni Hamburg–Master of Science
PhysicsTU Darmstadt–Master of Science
Physics InternationalUni Würzburg–Master of Science
Solar System PhysicsTU Braunschweig–Master of Science
AstronomieUni HalleHalle (Saale)Staatsexamen

Eigene Auswertung der myStipendium-Datenbank, Stand 23.09.2026; gezählt sind Studiengänge mit dem Fach-Tag Astronomie oder Astrophysik, deren Name auf Astronomie, Astrophysik, Physik, Teilchenphysik, Sonnensystem oder Atmosphäre verweist – Zertifikatskurse bleiben draußen.

Für die meisten führt der Weg ins Astronomie-Studium deshalb über das Physik-Studium. Auf unserer eigenen Seite dazu haben wir mit einer anderen Zählweise 388 Studiengänge an 95 Hochschulen gefunden, Du hast dort also reichlich Auswahl.

Einen Studiengang, der wirklich Astronomie heißt, haben wir nur zweimal gefunden. Welchen Namen Du suchst, hängt davon ab, wohin Du willst.

Ins Klassenzimmer: Astronomie
  • das Erweiterungsfach (Master of Education) an der Uni Heidelberg
  • der Lehramts-Studiengang mit Staatsexamen an der Uni Halle
  • Beide bereiten Dich auf die Schule vor und eher nicht aufs Observatorium.
In die Forschung: andere Namen
  • Astrophysik, Astrophysics, Astro and Particle Physics
  • Solar System Physics und Atmospheric Science
  • Physics und Physics International

Vier der zehn Studiengänge werden auf Englisch unterrichtet, und noch mehr tragen schon im Titel einen englischen Namen. Die drei reinen Astrophysik-Master haben wir Dir im Astrophysik-Studium nebeneinandergestellt; verwandte Wege findest Du unter theoretische Physik und Geophysik. Dort zählen wir jeweils eigene Studiengänge, deshalb stößt Du auf diesen Seiten auf andere Zahlen als hier bei unseren zehn.

Welche Voraussetzungen brauchst Du?

Um Astronom zu werden, studierst Du in zwei Stufen, mit der allgemeinen Hochschulreife erst einen Physik-Bachelor und danach einen Master. Die zehn Angebote, die wir hier für Dich zusammengestellt haben, setzen deshalb schon ein abgeschlossenes Studium voraus oder gehören ins Lehramt.

So kommst Du an einen Studienplatz
Zwei Stufen - und ein Sonderweg über das Lehramt
1. Erst der Physik-Bachelor
Die allgemeine Hochschulreife brauchst Du nicht für Astronomie, sondern für das Physik-Studium, das davorliegt. Auf unserer Physik-Seite sind 147 der 180 Bachelor-Studiengänge zulassungsfrei - das ist deren eigene Zählung, nicht unsere.
2. Dann der Master
Die Kachel oben heißt „Master ohne NC“ und steht auf 3 von 9: Drei Master sind ohne Zulassungsbeschränkung, sechs sind zulassungsbeschränkt. Dort entscheidet Dein Bachelor-Zeugnis - welche Module Du belegt hast, wie viele Physik- und Mathematik-Anteile darin stecken und mit welcher Note Du abgeschlossen hast.
3. Sonderweg Lehramt
Das Erweiterungsfach an der Uni Heidelberg und der Staatsexamen-Studiengang an der Uni Halle gehören ins Lehramt. Dort gelten die Regeln des jeweiligen Bundeslandes für das Lehramtsstudium, und Astronomie ist ein zusätzliches oder ein weiteres Unterrichtsfach neben den anderen.

Vielleicht fragst Du Dich, welchen Astronomie-NC Du brauchst. Eine Abiturnote als Grenze gibt es in diesem Fach nirgends, weil es keinen Bachelor gibt, auf den sie sich beziehen könnte.

Was solltest Du für den Master mitbringen?

Welcher Bachelor passt
  • Ein Bachelor in Physik oder in einem eng verwandten Fach: das erwarten die Master fachlich
  • Welche Abschlüsse eine Hochschule genau anerkennt und wie viele Semester Regelstudienzeit sie voraussetzt, steht in ihrer Zulassungsordnung - lies sie vor der Bewerbung, statt Dich auf Faustregeln zu verlassen
Was Du faktisch mitbringen solltest
  • Mathematik - ohne geht in diesem Fach gar nichts. Du musst kein Rechengenie sein, aber bereit, Dich durch Analysis und theoretische Physik zu arbeiten
  • Genau daran, nicht an der Astronomie, scheitern die meisten, die ein Physik-Studium abbrechen
  • Sprachnachweis - für die englischsprachigen Studiengänge; welcher, legt jede Hochschule selbst fest
  • Motivationsschreiben - ob eine Hochschule es verlangt, steht ebenfalls in ihrer Zulassungsordnung

Was ist Astronomie?

Astronomie ist die Wissenschaft vom Weltall. Sie beschäftigt sich mit allem, was außerhalb der Erdatmosphäre liegt, also mit Sternen, Planeten, Monden, Galaxien und dem Universum als Ganzem. Wer Astronomie betreibt, möchte wissen, woraus Himmelskörper bestehen, wie sie entstehen, wie sie sich bewegen und wie sie vergehen.

Was zum Fach gehört

Die Wissenschaft vom Weltall in drei Punkten

Die Gesetze der Sterne
Das bedeutet das Wort Astronomie
Es setzt sich aus dem griechischen astron für Stern und nomos für Gesetz zusammen.
Beobachten, messen, modellieren
Ihr Labor lässt sich nicht betreten
Deshalb bleibt nur, zu beobachten, zu messen und zu modellieren.
Alt und rechenintensiv
Eine der ältesten Naturwissenschaften überhaupt
Zugleich ist sie eine der rechenintensivsten.

Astronomie und Astrologie

Astronomie
misst und rechnet und prüft jede Aussage an Beobachtungen
Astrologie
deutet Sternbilder als Hinweis auf menschliche Schicksale

Weil die beiden Begriffe so oft verwechselt werden: Die Wissenschaft Astronomie hat mit Astrologie nichts zu tun. Für die Astrologie gibt es keinen wissenschaftlichen Beleg, und ein Studium Astrologie bietet keine deutsche Hochschule an. Falls Du nach einem Studiengang Astrologie oder nach den Voraussetzungen für ein Astrologie-Studium gesucht hast, bist Du hier also im falschen Fach gelandet.

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Astronomie oder Astrophysik – was ist der Unterschied?

Astronomie
  • der Oberbegriff für die Erforschung des Himmels
  • Die beiden Studiengänge, die wirklich Astronomie heißen, sind Lehramts-Angebote.
Astrophysik
  • ihr größter Teilbereich
  • erklärt mit den Gesetzen der Physik, warum Sterne leuchten, wie schwarze Löcher Materie verschlingen und wie sich das Universum ausdehnt
  • Wer heute Sterne erforscht, nennt sich meist Astrophysiker und seltener Astronom.
  • Wenn Du in die Forschung willst, suchst Du also besser nach diesem Wort.

In der Praxis ist die Grenze längst verschwommen, denn moderne Astronomie ist Astrophysik. Deshalb heißen die Studiengänge in Deutschland fast alle anders als das Fach. Von den zehn Angeboten, die wir gefunden haben, tragen nur fünf Astronomie oder Astrophysik im Namen. Mehr dazu findest Du im Astrophysik-Studium, wo wir nur die Studiengänge mit diesem Namen zählen, weshalb es dort weniger sind.

Vielleicht interessiert Dich innerhalb der Astronomie ein ganz bestimmtes Teilgebiet, und damit bist Du nicht allein, denn nach diesen Bereichen suchen viele gezielt.

KosmologieDas Universum als Ganzes, seine Entstehung und seine Ausdehnung. Ein eigenes Kosmologie-Studium gibt es nicht, Du findest sie als Schwerpunkt innerhalb der Astrophysik.
AstrometrieHier vermisst Du Positionen und Bewegungen von Gestirnen.
Planetenforschung und ExoplanetenWelche Welten gibt es außerhalb unseres Sonnensystems?
SonnensystemphysikSonne, Planeten und Magnetfelder vor der eigenen Haustür. Dafür steht der Master Solar System Physics an der TU Braunschweig.
AtmosphärenforschungDu untersuchst Gashüllen, zuerst die der Erde. Dazu gehört Atmospheric Science an der Uni Hamburg.

Welche Inhalte hat ein Astronomie-Studium?

Bevor Du Dich dem Himmel widmest, lernst Du erst Mathematik und Physik. Der astronomische Teil kommt also spät, und das solltest Du wissen, bevor Du Dich einschreibst. Im Bachelor stehen zuerst Mathematik und theoretische Physik auf dem Plan, dazu Programmieren und Laborpraktika. Erst wenn diese Grundlagen sitzen, kannst Du Sterne, Galaxien und Kosmologie überhaupt berechnen. Deshalb belegst Du die astronomischen Vertiefungen in den höheren Bachelor-Semestern als Wahlmodule und setzt sie danach im Master als Schwerpunkt.

Typische Lehrveranstaltungen im Studium Astronomie:

Zuerst: die Grundlagen
  • theoretische Physik: Mechanik, Elektrodynamik, Quantenmechanik, Thermodynamik
  • Analysis, lineare Algebra und Differentialgleichungen
  • Programmieren, Simulation und Auswertung großer Datenmengen
  • Statistik und Fehlerrechnung
  • physikalisches Praktikum und eigene Beobachtungsprojekte
Dann: der astronomische Teil
  • Einführung in die Astronomie: Sternbilder, Koordinaten, Entfernungsbestimmung
  • Aufbau und Entwicklung der Sterne, Stern- und Planetenentstehung
  • Kosmologie: Urknall, Ausdehnung, dunkle Materie und dunkle Energie
  • Astrometrie und Himmelsmechanik: Positionen, Bahnen, Raumfahrtmechanik
  • Exoplaneten und Planetenforschung
  • astronomische Instrumente: Teleskope, Detektoren, Beobachtungstechnik

Falls Du Dir das Studium als Nächte am Teleskop vorstellst, müssen wir Dich leider enttäuschen. Das Astronomiestudium spielt sich vor allem am Rechner ab.

Was Dich im Studienalltag erwartet
Am Rechner statt am TeleskopBeobachtungszeit an den großen Instrumenten muss beantragt werden und wird vergeben. Die Daten kommen digital zu Dir, und ausgewertet wird am Computer.
Programmieren macht es leichterWenn Du programmieren kannst, hast Du es in diesem Fach deutlich leichter. Damit nimmst Du auch eine Fähigkeit mit, mit der man später außerhalb der Forschung Geld verdient.
Englisch, nicht nur beim LesenVier der zehn Studiengänge werden auf Englisch unterrichtet, und Fachliteratur und Konferenzen sind ohnehin englisch.

Wenn Dir die Sprache noch schwerfällt, lohnt es sich, früh daran zu arbeiten, sonst verlierst Du im Master schnell den Anschluss.

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Wie läuft das Astronomie-Studium ab?

Dein Weg führt über den Physik-Bachelor. Weil es keinen Astronomie-Bachelor gibt, sieht er für fast alle gleich aus. Er dauert länger als ein normales Studium, doch damit machst Du keinen Umweg, denn so ist das Fach regulär aufgebaut.

Physik-Bachelor
Der Einstieg nach dem Abitur. Mathematik, Experimentalphysik, theoretische Physik und Praktika. Astronomie kannst Du hier nicht als Hauptfach wählen.
Astronomische Wahlmodule
Wo ein astronomisches Institut oder eine Sternwarte an der Universität sitzt, gibt es ab den mittleren Semestern Wahlmodule zu Astronomie und Astrophysik. Genau danach suchst Du Deine Bachelor-Hochschule aus.
Bachelorarbeit
Die Bachelorarbeit ist die erste eigene Fragestellung, idealerweise schon in einer astronomischen Arbeitsgruppe – und Deine Eintrittskarte in den passenden Master.
Master wählen
Jetzt erst entscheidest Du Dich für Astrophysik, Sonnensystemphysik, Teilchenphysik oder Atmosphärenforschung. Drei der neun Master sind ohne Zulassungsbeschränkung, sechs schauen auf Dein Bachelor-Zeugnis.
Masterarbeit
Die Masterarbeit schreibst Du in einer Forschungsgruppe, an einer Sternwarte oder an einem Institut. Am Ende steht in der Regel der Master of Science.
Promotion
Für eine Stelle in der astronomischen Forschung ist die Promotion praktisch Pflicht. Für Industrie, Software und Raumfahrt ist sie eine Option, keine Bedingung.

Dauer und Abschlüsse

Eine feste Semesterzahl nennen wir Dir hier bewusst nicht, weil wir Dich nicht mit einer geratenen Zahl in die Irre führen wollen. Die Regelstudienzeit unterscheidet sich von Studiengang zu Studiengang und steht in der jeweiligen Prüfungsordnung. Sicher ist nur die Reihenfolge, denn zuerst machst Du einen grundständigen Abschluss und danach einen der Master.

Welchen Abschluss die zehn Studiengänge vergeben
Einen Bachelor of Science in Astronomie vergibt in Deutschland keine Hochschule.
Master of Science8 von 10
Master of Education1 von 10
Staatsexamen1 von 10
Quelle: Eigene Auswertung der myStipendium-Datenbank, Stand 23.09.2026.

Astronomie im Fernstudium oder dual?

Ein Astronomie-Fernstudium gibt es in unserem Bestand nicht. Das liegt am Fach: Praktika, Rechnerpools und die Anbindung an eine Arbeitsgruppe lassen sich schlecht aus dem Wohnzimmer erledigen.

Wege neben dem Studium vor Ort
Fernstudium: gibt es nichtKeinen einzigen der zehn Studiengänge kannst Du aus der Ferne belegen.
Duales Studium: gibt es nichtEin duales Studium gibt es ebenfalls nicht.
Nebenberuflich: Kurse, kein AbschlussWer nebenberuflich in das Thema einsteigen will, findet Volkshochschulkurse, Sternwarten und Vereine. Ein Studienabschluss wird daraus nicht.

Astronomie-Studium in Wien und im Ausland

Unsere Zahlen beziehen sich auf deutsche Hochschulen. Falls Du nach einem Astronomie-Studium in Wien suchst, liegst Du damit ganz richtig. Die Universität Wien bietet Astronomie als eigenständiges Studium an, mit Bachelor, Master und Doktorat am Institut für Astrophysik.

In Österreich findest Du also, was in Deutschland fehlt, nämlich einen grundständigen Studiengang, der das Fach im Namen trägt. Bewerbungsfristen, Zugangsregeln und Kosten schaust Du direkt auf den Seiten der Universität Wien nach, denn in unserer Datenbank haben wir diese Angaben nicht.

Quelle für Wien: Institut für Astrophysik der Universität Wien, Studienangebot, abgerufen am 23.09.2026.

Was kannst Du mit Astronomie werden?

Was macht ein Astronom im Berufsalltag? Du planst Beobachtungen, wertest Messdaten aus, schreibst Programme, rechnest Modelle und veröffentlichst Deine Ergebnisse. Dein Alltag besteht also vor allem aus Arbeit am Schreibtisch und am Rechner und kaum aus dem Blick durchs Okular. Ehrlicherweise möchten wir Dir gleich zu Beginn sagen, dass Stellen in der Astronomie selbst selten sind. Beobachtende Astronomie findet an Universitäten, an Max-Planck-Instituten, bei der ESO und beim DLR statt, und die Stellen dort sind oft befristet. Bevor Du Dich für Astronomie entscheidest, solltest Du deshalb wissen, wohin die Mehrheit tatsächlich geht.

Forschung an Universitäten und InstitutenDer klassische Weg und der engste Flaschenhals. Arbeitgeber sind astronomische Universitätsinstitute, die Max-Planck-Institute, die Europäische Südsternwarte ESO und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR. Vorausgesetzt wird fast immer eine Promotion, und die Stellen sind häufig befristet.
Raumfahrt und IndustrieSatelliten, Teleskope und Messgeräte werden gebaut, bevor sie Daten liefern. In der Luft- und Raumfahrt, in der Optik und in der Messtechnik arbeitest Du mit Ingenieurinnen und Informatikern an Instrumenten, testest sie und wertest ihre Daten aus. Auftraggeber sind unter anderem die europäische Raumfahrtagentur ESA und ihre Zulieferer.
Daten, Software und SimulationDer größte Arbeitsmarkt für Absolventinnen und Absolventen – und der am wenigsten erwartete. Wer im Studium gelernt hat, riesige Messreihen zu modellieren und zu programmieren, wird in Datenanalyse, Softwareentwicklung, Simulation und Forschung außerhalb der Astronomie gesucht.
Schule, Planetarium und WissenschaftskommunikationFür den Unterricht stehen das Erweiterungsfach in Heidelberg und der Lehramts-Studiengang in Halle. Dazu kommen Sternwarten und Planetarien mit Führungen, Vorträgen und Instrumentenbetreuung sowie der Wissenschaftsjournalismus in Verlagen und Redaktionen.

Wie viele Absolventinnen und Absolventen in welchem Feld landen, können wir Dir leider nicht als Quote nennen. Dafür haben wir keine verlässlichen Zahlen, und die Bundesagentur für Arbeit führt für Astronominnen und Astronomen keine eigene Berufsgruppe. Was Dich für Arbeitgeber interessant macht, ist vor allem Deine Fähigkeit, große Datenmengen sauber auszuwerten, und seltener Dein Wissen über Galaxien. Diese Fähigkeit nimmst Du aus jedem der zehn Studiengänge mit.

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Was verdienst Du mit Astronomie?

Auf der Expertenebene verdienst Du in der Physik 6.800 € brutto im Monat. So viel verdienen Beschäftigte auf dieser Ebene in der Berufsgruppe Physik, gerechnet aus 15.321 Beschäftigten.

Wir sagen Dir offen, dass diese Zahl nur eine Näherung ist, denn einen eigenen Beruf Astronom kennt der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit nicht. Ob Du nach dem Gehalt als Astronom oder nach dem Gehalt in der Astronomie suchst, landest Du also immer bei der Physik. Die 6.800 € beschreiben deshalb Physikerinnen und Physiker insgesamt und gelten nicht speziell für Astronominnen und Astronomen.

Gehalt nach Anforderungsniveau
Berufsgruppe Physik, brutto im Monat
Expertenebene15.321 Beschäftigte
6.800 €
Spezialistenebene4.529 Beschäftigte
5.047 €
Fachkraftebene14.633 Beschäftigte
4.420 €

Quelle: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, Berufsgruppe 414 Physik, Deutschland, alle Altersgruppen, beide Geschlechter, alle Branchen, Stand 2024. Für das Helferniveau veröffentlicht die Bundesagentur in dieser Gruppe keinen Wert, deshalb steht hier keiner.

Wo Du innerhalb dieser Spanne landest, hängt vor allem von Deiner Stelle und Deinem Arbeitgeber ab.

So liest Du die Zahl
Die Stelle zählt, nicht das FachAuf welcher Stufe Du landest, hängt vom Anforderungsniveau Deiner Stelle ab und nicht von Deinem Studienfach.
Master plus Erfahrung: ganz obenWenn Du einen Master hast und einige Jahre Erfahrung mitbringst, arbeitest Du auf der Expertenebene.
Einstieg oft weiter untenFängst Du als wissenschaftliche Hilfskraft oder in der Messtechnik an, findest Du Dich erst einmal weiter unten wieder.
Forschung: Tarif, oft befristetAn Universitäten, Max-Planck-Instituten und beim DLR wirst Du nach Tarif bezahlt, Dein Gehalt ist dort also festgelegt. Dafür sind viele Stellen befristet.
Industrie: frei verhandeltFür dieselbe Qualifikation gibt es dort häufig mehr Geld. Dafür musst Du bereit sein, Deine Rechen- und Programmierfähigkeiten auf ein anderes Thema zu übertragen.

Wie viel verdienen Astronomen also? Eine einzige Zahl, die ehrlich wäre, können wir Dir nicht nennen, und die Leiter oben ist die beste Annäherung, die die amtliche Statistik hergibt.

Astronomie und KI: Wie zukunftssicher ist das Fach?

Kurze Antwort: In der Forschung sieht es gut aus, denn beim Astronomen gilt nur ein kleiner Teil der Kerntätigkeiten als automatisierbar, während es im Datenjob, in dem viele Absolventen landen, fast die Hälfte ist. Wir haben dafür im Job-Futuromat des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung nachgesehen. Er zählt für jeden Beruf, wie viele seiner Kerntätigkeiten Software oder Maschinen nach heutigem Stand der Technik erledigen könnten. Beim Astronomen trifft das auf 2 von 8 zu.

Wie viel Software in diesen Berufen schon übernehmen könnte
Jedes Kästchen steht für eine Kerntätigkeit des Berufs. Orange heißt: Das könnte Software nach heutigem Stand erledigen. Wie viele Stellen wegfallen, sagt das nicht.
Astronom
2 von 8
Kerntätigkeiten automatisierbar
Simulation und physikalische Messverfahren
Physiker
6 von 15
Kerntätigkeiten automatisierbar
2013 lag der Wert erst bei 22 %
Data Scientist
10 von 22
Kerntätigkeiten automatisierbar
Datenaufbereitung, nicht die Analyse
Quelle: IAB Job-Futuromat, Berufe „Astrophysiker/in, Astronom/in“, „Physiker/in“ und „Data Scientist“; Stand der Technik 2022, abgerufen am 24.09.2026.

Der Kern des Fachs gilt als nicht ersetzbar. Der Wert beim Astronomen ist trotzdem gestiegen: Bis 2019 lag er bei 12 %, mit dem Stand der Technik 2022 sind es 25 %. Beim Physiker, dessen Berufsgruppe wir oben für das Gehalt herangezogen haben, ging es im selben Zeitraum von 22 auf 40 %.

Und wer in die Datenanalyse wechselt? Wie wir oben bei den Berufen beschrieben haben, liegt der größte Arbeitsmarkt für Absolventen in Daten, Software und Simulation. Beim Data Scientist hält das IAB 10 von 22 Kerntätigkeiten für automatisierbar.

Das kann Software übernehmen
  • Astronom: Modellbildung und Simulation am Rechner
  • Astronom: physikalische Mess- und Prüfverfahren
  • Data Scientist: Datenaufbereitung, Datenbankmanagement und Programmieren
Das bleibt bei Dir
  • Astronom: Forschung und Entwicklung sowie die Astronomie und Astrophysik selbst
  • Data Scientist: Statistik, Mathematik und die Datenanalyse selbst, sie gehören zu den 12 Tätigkeiten, die beim Menschen bleiben

Wenn Du in die Datenanalyse gehst, verlass Dich deshalb weniger auf das reine Programmieren als auf die statistische Auswertung großer Messreihen, die im Studium ohnehin viel Raum einnimmt.

Wie belastbar sind diese Werte? Das IAB weist selbst darauf hin, dass ein hoher Anteil nicht das Ende eines Berufs bedeutet und dass sich auch bei einem niedrigen Anteil die Arbeit verändern kann. Gemessen wird nur, was technisch machbar ist, und ob und wann Arbeitgeber das nutzen, verraten diese Zahlen nicht. Wenn Du in der astronomischen Forschung bleiben möchtest, werden Dich ohnehin andere Hürden mehr beschäftigen, vor allem befristete Stellen und die Promotion, die fast immer vorausgesetzt wird.

Das Astronomie-Studium in Zahlen

729
Studierende
Wintersemester 2025/26
33,6 %
davon Frauen
Wintersemester 2025/26
5,6 %
arbeitslos
Beruf Physik, 2025
Wie international ist das Fach?
So verteilen sich die 729 Studierenden:
43 %57 %
310
aus Deutschland
419
aus dem Ausland
Und wie viele fangen neu an?141 studieren im Wintersemester 2025/26 im ersten Fachsemester.
Was verdienst Du damit?
Brutto im Monat, Vollzeit, Berufsgruppe „Physik“ (15.321 Beschäftigte). Der Strich zeigt die Mitte: die eine Hälfte verdient mehr, die andere weniger.
Mitte 6.800 €
5.635 €untere 25 % daruntermehrobere 25 % ohne Angabe
Anders gesagt: ein Viertel verdient weniger als 5.635 €, die Mitte liegt bei 6.800 €. Wie viel das obere Viertel verdient, weist die Bundesagentur nicht aus: es liegt über der Grenze, bis zu der Gehälter an die Sozialversicherung gemeldet werden. Mit einer Berufsausbildung statt Studium liegt die Mitte in derselben Berufsgruppe bei 4.420 €.
Quelle: Statistisches Bundesamt, Studierende im Wintersemester 2025/26 · Bundesagentur für Arbeit, berufsspezifische Arbeitslosenquoten 2025 · Bundesagentur für Arbeit, Entgeltatlas, Stand 2024

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Häufige Fragen zum Astronomie-Studium

Wo kann man Astronomie studieren?
In Deutschland haben wir 10 Hochschulen gefunden, an denen es jeweils einen passenden Studiengang gibt. Alle zehn sind Präsenzangebote an Universitäten. Nur zwei davon heißen wirklich Astronomie, die übrigen tragen Namen wie Astrophysik, Solar System Physics oder Physics. Deinen Einstieg machst Du an einer der vielen Hochschulen, die ein Physik-Studium anbieten.
Kann man Astronomie im Bachelor studieren?
In Deutschland geht das leider nicht, denn einen Bachelor Astronomie gibt es hier nicht. Von den 10 Angeboten, die wir gefunden haben, sind 9 Master, und das zehnte ist ein Lehramts-Studiengang mit Staatsexamen. Nach dem Abitur schreibst Du Dich deshalb für Physik ein, belegst dort astronomische Wahlmodule und spezialisierst Dich anschließend im Master.
Welche Voraussetzungen braucht man für ein Astronomie-Studium?
Für den Physik-Bachelor, mit dem Du beginnst, brauchst Du die allgemeine Hochschulreife. Für die Master setzen die Hochschulen einen fachlich passenden Bachelor voraus, in der Regel in Physik. Drei der neun Master sind zulassungsfrei und sechs zulassungsbeschränkt, und bei diesen zählt Dein Bachelor-Zeugnis und nicht mehr Deine Abiturnote. Wenn Du einen englischsprachigen Studiengang wählst, kommt noch ein Sprachnachweis dazu. Die genauen Bedingungen legt jede Hochschule in ihrer Zulassungsordnung fest.
Was ist der Unterschied zwischen Astronomie und Astrophysik?
Astronomie ist der Oberbegriff für die Erforschung des Himmels, und die Astrophysik ist ihr größter Teilbereich, der Himmelskörper mit den Gesetzen der Physik erklärt. In der Forschung lassen sich die Begriffe heute kaum noch trennen. Wenn Du forschen möchtest, achte deshalb auf Studiengänge mit dem Namen Astrophysik, denn so heißen die meisten, die Dich dorthin bringen.
Wie viel verdienen Astronomen?
Für die Astronomie gibt es im Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit keine eigene Berufsgruppe, deshalb haben wir uns an der Physik orientiert. Dort verdienst Du auf der Expertenebene 6.800 € brutto im Monat, auf Spezialistenebene 5.047 € und auf Fachkraftebene 4.420 € (Stand 2024). Für das Helferniveau ist kein Wert veröffentlicht. Bitte bedenke, dass diese Zahlen für Physikerinnen und Physiker insgesamt gelten.
Gibt es statt des Studiums eine Astronom-Ausbildung?
Nein, denn Astronom ist kein anerkannter Ausbildungsberuf, und es gibt weder eine Lehre noch einen entsprechenden Abschluss. Dein Weg führt immer über ein Studium, zuerst über einen Bachelor in Physik und danach über einen der Master. Wenn Du forschen möchtest, kommt anschließend noch eine Promotion dazu.
Wie lange dauert das Astronomie-Studium?
Wie lange Du studierst, hängt vom jeweiligen Studiengang ab. Eine Pauschalzahl nennen wir Dir nicht, weil die Regelstudienzeit von Hochschule zu Hochschule unterschiedlich ist und in der jeweiligen Prüfungsordnung steht. Fest steht aber die Reihenfolge, denn zuerst machst Du einen grundständigen Abschluss, meist in Physik, und danach den Master. Für eine Stelle in der Forschung kommt dann noch die Promotion dazu.
Wie schwer ist das Studium?
Schwierig ist weniger die Astronomie selbst als die Physik und die Mathematik, die davor kommen. Analysis, lineare Algebra und theoretische Physik bestimmen die ersten Semester, und dort entscheidet sich für die meisten, ob sie durchkommen. Wenn Du gern rechnest, programmierst und Dich in lange Aufgaben verbeißt, bist Du hier richtig.
Gibt es Astronomie als Fernstudium?
Nein, unter den zehn Studiengängen, die wir gefunden haben, ist weder ein Fernstudium noch ein duales Studium. Astronomie ist ein reines Präsenzfach, weil sich Praktika, Rechnerpools und die Anbindung an eine Arbeitsgruppe nicht aus der Ferne erledigen lassen.
Kann man Astrologie studieren?
Nein, jedenfalls nicht an einer deutschen Hochschule, denn Astrologie ist weder eine Wissenschaft noch ein Studienfach. Oft wird sie mit der Astronomie verwechselt, die als Naturwissenschaft ganz anders arbeitet, weil sie misst, rechnet und jede Aussage an Beobachtungen prüft.
Kann man Astronomie in Wien studieren?
Ja, das geht. Die Universität Wien bietet Astronomie als eigenständiges Studium mit Bachelor, Master und Doktorat am Institut für Astrophysik an. In Österreich findest Du damit den grundständigen Studiengang, den es in Deutschland nicht gibt. Bitte beachte, dass sich unsere Zahlen hier nur auf deutsche Hochschulen beziehen.

Quellen

Daten in diesem ArtikelEigene Auswertung der myStipendium-Datenbank zu Studiengängen, Hochschulen, Abschlüssen und Zulassung, Stand 23.09.2026.
Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, Berufsgruppe 414 Physik, Deutschland, alle Altersgruppen, beide Geschlechter, alle Branchen, Stand 2024.
Institut für Astrophysik der Universität Wien, Studienangebot, abgerufen am 23.09.2026.
Für Regelstudienzeit, Sprachnachweis, Bewerbungsfristen, Semesterbeiträge und Zulassung: die Studien- und Prüfungsordnungen der Uni Bonn, der Uni Halle, der Uni Hamburg, der Uni Heidelberg, der LMU München, der Uni Potsdam, der Uni Tübingen, der Uni Würzburg, der TU Braunschweig und der TU Darmstadt.

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Kommentare

Sehr informativ und sachlich geschrieben. Hat mir sehr gefallen.

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