Ausbildungsdauer 
3 Jahre
Empf Schulabschluss 
Realschule
Ausbildungsgehalt 
800

Eine Ausbildung zum Pferdewirt ist ein toller Karrierepfad für Menschen, die ihre Liebe zu den sanften Riesen gerne zum Beruf machen möchten. Bei uns erfährst Du, wie so eine Pferdewirt-Ausbildung eigentlich abläuft, welche Voraussetzungen Du mitbringen solltest, wenn Du mit Pferden arbeiten möchtest und natürlich, wie Du während der Ausbildung zum Pferdewirt vergütet wirst.

Wo kann ich eine Pferdewirt-Ausbildung machen?

Bei der Pferde-Ausbildung handelt es sich um eine klassische duale Ausbildung, bei der Du in einer Berufsschule theoretischen Unterricht erhältst und in einem von Dir gewählten Ausbildungsbetrieb in den praktischen Tätigkeiten geschult wirst, die Du als Pferdewirt beherrschen musst.

Möchtest Du eine Pferdewirt-Ausbildung absolvieren, kannst Du zunächst zwischen einem der folgenden Fachrichtungen wählen:

  • Pferdezucht
  • Pferdehaltung und Service
  • Klassische Reitausbildung oder Bereiterlehre
  • Pferderennen
  • Spezialreitwesen

Die Entscheidung, für welche dieser Fachrichtungen Du Dich entscheidest, liegt alleine bei Dir. Du kannst Dich also bereits vor Beginn Deiner Pferdewirt-Ausbildung den Schwerpunkt heraussuchen, der Dich besonders interessiert.

Betriebe, die für den praktischen Teil der Ausbildung zum Pferdewirt in Frage kommen, sind – je nach von Dir gewähltem Tätigkeitsschwerpunkt – zum Beispiel:

  • Gestüte
  • Deckstationen
  • Aufzuchtbetriebe
  • Hengstdepots

Die Berufsschule, die Du während Deiner Ausbildung zum Pferdewirt besuchen wirst, ist im Regelfall abhängig von dem Ort, in dem Dein Ausbildungsbetrieb ansässig ist. Bist Du aktuell auf der Suche nach einer Ausbildung zum Pferdewirt, schau gerne in unserer Online-Jobbörse vorbei. Dort findest Du passende Stellen- und Ausbildungsangebote.

Welche Voraussetzungen brauche ich für eine Pferdewirt-Ausbildung?

  • Keine formellen Voraussetzungen
  • Beste Voraussetzungen mit Hochschulreife
  • Gute Noten in
    • Biologie
    • Mathematik

Zwar gibt es für die Ausbildung zum Pferdewirt keine formellen Voraussetzungen, die Du erfüllen musst, sodass Du prinzipiell auch ganz ohne Schulabschluss eine Pferdewirt-Ausbildung absolvieren kannst. Dennoch stellen die Betriebe überwiegend Ausbildungsanfänger ein, die die Hochschulreife besitzen. Das kann entweder das Abitur oder das Fachabitur sein. Doch auch mit Realschulabschluss hast Du gute Chancen, eine Ausbildung zum Pferdewirt ergattern zu können. Insbesondere dann, wenn Du mit herausragenden Noten in den Schulfächern Mathematik und Biologie punkten kannst.

Biologiekenntnisse sind für die Pferdewirt-Ausbildung vonnöten, weil Du Dich in Deinem Job mit lebendigen Tieren und deren Anatomie sowie Abstammungslehre und Zuchtfaktoren beschäftigen wirst. Mathematik brauchst Du beispielsweise für die Berechnung von Futterrationen und -mischungen und andere administrative Aufgaben, die in Deinen Arbeitsbereich fallen.

Ausbildungsanfanger / innen 2016 (in %)

Wie lange dauert die Pferdewirt-Ausbildung?

  • Regeldauer: 3 Jahre
  • Verkürzt: 2,5 Jahre
  • Verlängert: 4 Jahre

Eine Pferdewirt-Ausbildung dauert im Regelfall drei Jahre, wobei im ersten Lehrjahr allgemeines Wissen im Bereich der Pferdepflege, -haltung und -aufzucht erworben werden und das zweite und dritte Lehrjahr sich intensiv dem von Dir gewählten Schwerpunkt – also Pferdezucht, Pferdehaltung und Service, der klassischen Reitausbildung oder Bereiterlehre, Pferderennen oder Spezialreitwesen – beschäftigt.

Kannst Du einen besonders guten Schulabschluss vorweisen, kannst Du die Dauer Deiner Ausbildung zum Pferdewirt in Absprache mit Deinem Ausbildungsbetrieb unter Umständen verkürzen. Die genauen Regelungen sind im Berufsbildungsgesetz sowie in der jeweiligen Ausbildungsordnung verankert. Den Antrag auf eine Verkürzung der Pferdewirt-Ausbildung kannst Du gemeinsam mit Deinem Ausbilder bei der dafür zuständigen Kammer stellen.

Auch eine Ausbildungsverlängerung ist möglich. Das kann zum Beispiel dann der Fall sein, wenn Du bei der Zwischenprüfung nicht gut abschneidest und mehr Zeit benötigst, die Inhalte der Pferdewirt-Ausbildung zu erlernen. Eine Ausbildungsverlängerung stellt jedoch keinen Weltuntergang dar. Dein Ausbildungsbetrieb steht Dir auch in einem solchen Fall mit Rat und Tat zur Seite.

Wie hoch ist das Gehalt in der Pferdewirt-Ausbildung?

Die Vergütung während der dualen Ausbildung zum Pferdewirt ist in der Regel tarifgebunden und wird direkt vom Deinem Ausbildungsbetrieb an Dich ausbezahlt. Aber auch nicht tarifgebundene Betriebe müssen Dich laut Berufsbildungsgesetz angemessen für Deine Arbeit vergüten. Wie hoch Dein monatliches Gehalt ausfällt, ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich.

Grundsätzlich lässt sich jedoch sagen, dass Dein monatliches Bruttogehalt im ersten Ausbildungsjahr zwischen 520 Euro und 630 Euro liegt, im zweiten Lehrjahr zwischen 570 Euro und 690 Euro und im dritten Jahr Deiner Ausbildung zum Pferdewirt bei 615 Euro bis 800 Euro.

Nordrhein-Westfalen bezahlt seine Pferdewirt-Azubis im Schnitt am besten. Dort bekommst Du im ersten Lehrjahr rund 630 Euro, im dritten Jahr sogar 710 Euro brutto pro Monat. Doch auch Hessen, Niedersachsen und Baden-Württemberg zahlen ihren Auszubildenden bereits im ersten Lehrjahr bis zu 620 Euro brutto monatlich. Möchtest Du also bereits während Deiner Pferdewirt-Ausbildung gutes Geld verdienen, schaust Du Dich am besten in einem dieser Bundesländer nach einem Ausbildungsplatz um.

Die Schlusslichter bilden Brandenburg, Rheinland-Pfalz und Thüringen, wenn es um die Vergütung der Pferdewirt-Ausbildung geht. Dort bekommst Du im ersten Lehrjahr nur knapp 520 Euro brutto monatlich, steigerst Dich allerdings ebenfalls im Verlauf Deiner Ausbildung auf bis zu 645 Euro Monatsgehalt brutto.


Verdienst in der Ausbildung als Pferdewirt

Wie läuft die Pferdewirt-Ausbildung ab?

Struktur der Pferdewirt-Ausbildung

Die duale Ausbildung zum Pferdewirt besteht aus einem praktischen und einem theoretischen Teil. Während Du mit den praktischen Aufgaben in Deinem Ausbildungsbetrieb vertraut gemacht wirst, erwirbst Du das theoretische Wissen zum Beruf des Pferdewirts in der Berufsschule. Häufig verbringst Du 3-4 Tage wöchentlich in Deinem Ausbildungsbetrieb und besuchst an den übrigen 1-2 Tagen die Berufsschule. Es kann jedoch auch so sein, dass der Unterricht in der Berufsschule blockweise stattfindet. Dann arbeitest Du 4-5 Wochen am Stück in dem Betrieb, in dem Du Deine Ausbildung absolvierst, bevor Du für 1-2 Wochen in die Berufsschule musst. Die Lerninhalte und der Arbeitsaufwand sind allerdings bei beiden Modellen gleich. Ob Du wöchentlich zur Schule musst oder der Unterricht blockweise stattfindet, hängt meist von Deinem Ausbildungsort und Ausbildungsbetrieb ab.

Praktische Ausbildung im Betrieb

Während der betrieblichen Ausbildung zum Pferdewirt lernst Du die verschiedenen Bereiche und Aufgaben kennen, die für Deine Arbeit später erforderlich sind. Entscheidest Du Dich bei Deiner Ausbildung zum Pferdewirt für die Fachrichtung der Pferdezucht, dann kann Dein Ausbildungsplan zum Beispiel wie folgt aussehen:

1. und 2. Ausbildungsjahr

  • Tiergerechte Pferdehaltung und Pferdefütterung
  • Tierschutz und Tiergesundheit
  • Ausbildung und Vorbereitung von Pferden für Zucht- und Leistungsprüfungen
  • Betriebliche Abläufe und Organisation
  • Betriebswirtschaftliche Zusammenhänge
  • Dienstleistungen, Kundenorientierung und Marketing
  • Pferdezucht und -aufzucht
  • Ausrüstung
  • Einsatz von Maschinen, Geräten und Betriebseinrichtungen

3. Ausbildungsjahr

  • Zuchtmethoden, Zuchtplanung und Zuchthygiene
  • Pferdebeurteilung und Pferderassen
  • Reproduktion und Aufzucht
  • Vorstellung von Pferden bei Zuchtschauen und Prüfungen

Theoretische Ausbildung in der Berufsschule

An den Tagen, an denen Du nicht in Deinem Ausbildungsbetrieb tätig bist, besuchst Du die Berufsschule. In der Schule herrscht für die Zeit der Ausbildung selbstverständlich Anwesenheitspflicht. Im Unterricht eignest Du Dir theoretisches Wissen an, schreibst Klausuren und musst an manchen Tagen auch mal Hausaufgaben erledigen. Die Berufsschule unterscheidet sich eigentlich kaum von der Schule, wie Du sie bereits kennst, außer in dem Punkt, dass sie natürlich inhaltlich auf Deine Ausbildung zum Pferdewirt ausgerichtet ist.

Prüfungen

Zwischenprüfung

Kurz bevor Dein zweites Ausbildungsjahr zu Ende ist, absolvierst Du Deine Zwischenprüfung. Diese teilt sich auf in einen theoretischen und einen praktischen Teil und dient dazu, den bisherigen Kenntnisstand Deiner Ausbildung abzufragen. Zwar kannst Du hier nicht durchfallen, aber die Zwischenprüfung selbst solltest Du dennoch ernstnehmen und Dich angemessen darauf vorbereiten.

Abschlussprüfung

Nach Abschluss des dritten Lehrjahrs folgt die Abschlussprüfung. Auch diese besteht aus einem Theorie- und einem Praxisteil und ist ähnlich aufgebaut wie bereits die Zwischenprüfung. Es ist in jedem Fall lohnenswert, wenn Du Dich auf die Abschlussprüfung besonders gut vorzubereitest: Schneidest Du hier überdurchschnittlich gut ab, hast Du die Chance auf ein höheres Einstiegsgehalt als andere Bewerber um den ersten Arbeitsplatz nach der Pferdewirt-Ausbildung.

Welche Inhalte hat die Pferdewirt-Ausbildung?

Der Theorieteil der Pferdewirt-Ausbildung lässt sich in einen allgemeinbildenden und einen fachspezifischen Bereich gliedern.

Im allgemeinbildenden und berufsübergreifenden Teil lernst Du zum Beispiel:

  • Deutsch
  • Biologie
  • Wirtschaft
  • Mathematik

Im fachspezifischen und berufsbezogenen Bereich spielen vor allem die folgenden Inhalte eine wichtige Rolle:

  • Pferde pflegen
  • Pferde versorgen
  • Pferde züchten

Daneben lernst Du in Deinem Ausbildungsbetrieb unter anderem die folgenden Dinge:

  • Pflege und Fütterung von Pferden je nach Haltungsform
  • Reinigung von Pferdehaltungssystemen
  • Feststellung des Gesundheitszustands eines Pferdes
  • Durchführung der Gesundheitsvorsorge
  • Erstellung von Notfall- und Impfplänen
  • Auswahl von Ausrüstung und Hilfsmitteln sowie Reinigung, Pflege und Wartung dieser
  • Tiergerechte Transporte
  • Ausbildung, Training und Haltungsbedingungen von Pferden

Darüber hinaus lernst Du auch noch wichtige Dinge zum Thema Umweltschutz und der Organisation Deines Ausbildungsbetriebs.

Wie sieht der Karrierepfad nach der Pferdewirt-Ausbildung aus?

Du möchtest Dich nach der Pferdewirt-Ausbildung gerne noch weiterzubilden? Dann hast Du die Wahl zwischen einer Aufstiegs- und einer Anpassungsweiterbildung.

Passt eine Pferdewirt-Ausbildung zu mir?

Du liebst Pferde über alles und würdest Dich zudem als sattelfest bezeichnen? Das ist gut, aber nicht alles, was man als Pferdewirt mitbringen muss. Über diese persönlichen Eigenschaften solltest Du verfügen, wenn Du eine Pferdewirt-Ausbildung absolvieren möchtest.

Geduld
Im Umgang mit Pferden oder Tieren allgemein solltest Du ein hohes Maß an Geduld mitbringen. Es kann immer mal wieder vorkommen, dass ein Pferd nicht so will wie Du. Auch in solchen Fällen solltest Du ruhig und geduldig bleiben, denn Deine Anspannung überträgt sich sonst womöglich auf das Tier.
Verantwortungsbewusstsein
In diesem Job trägst Du die Verantwortung für ein anderes Lebewesen. Das sollte Dir zu jedem Zeitpunkt Deiner Arbeit bewusst sein.
Selbstständigkeit
Verhaltensauffälligkeiten erkennst Du auch ohne Hinweise von außen, ebenso wie wenn ein Stall gereinigt werden muss. Zwar musst Du als Pferdewirt auch Teamplayer sein, aber Selbstständigkeit ist ein Muss.
Körperliche Kraft und Ausdauer
Für diesen Job solltest Du körperlich topfit sein, denn er ist nicht nur mental anstrengend, sondern vor allem auch für den Körper!
Ausbildungsdauer 
3 Jahre