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Duale Ausbildung: Funktionsweise und freie Stellen

Welche Vorteile hat ein duales Ausbildungsystem?

Eine duale Ausbildung gilt als ausgezeichneter Start ins Berufsleben. Doch was bedeutet überhaupt "dual" und wie läuft das genau ab? Hier erfährst Du, welche Berufe Du erlernen kannst, was Du dafür brauchst und wie lange die Ausbildung dauert. Außerdem verraten wir Dir, wie sich die Ausbildung verkürzen lässt und in welchen Berufen man besonders gut verdient.

Was ist eine duale Ausbildung?

Eine duale Ausbildung ist in Deutschland der übliche Weg, einen Beruf zu erlernen. "Dual" bedeutet: Die Ausbildung findet an zwei Orten statt. In Deinem Ausbildungsbetrieb lernst Du das reale Arbeitsleben kennen. In der Berufsschule wird Dir das nötige Hintergrundwissen vermittelt. Durch das duale System lernst Du alles, was Du für Deinen Beruf brauchst, sowohl in der Praxis als auch in der Theorie. In den Handwerksberufen nennt man eine duale Ausbildung auch Lehre. Ein duales System der Berufsausbildung gibt es nicht in allen Ländern. Deutschland steht damit ziemlich einzigartig da. Nur Österreich und die Schweiz haben ein vergleichbares duales Ausbildungssystem.

Wo finde ich duale Ausbildungsplätze?

Du möchtest mit einer dualen Ausbildung bzw. einer Lehre in Deutschland durchstarten? Dann suche jetzt online nach freien Ausbildungsplätzen! Falls Du schon genauere Vorstellungen hast, kannst Du in den Filter-Einstellungen ganz einfach das Berufsfeld, die Branche oder die Region eingrenzen.

Vielleicht möchtest Du auch erst einmal herausfinden, welche Möglichkeiten das Ausbildungssystem in Deutschland für Dich bereithält? Dann stöbere einfach in den Stellenangeboten und klicke auf die Inserate, die Dich näher interessieren. In den Stellenbeschreibungen erfährst Du, was genau Dich in der Ausbildung erwartet.

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Welche duale Ausbildungsberufe werden angeboten?

Unser duales System der Ausbildung ist nicht nur einzigartig, es ist auch ziemlich vielfältig: Insgesamt 327 verschiedene duale Ausbildungsberufe standen in Deutschland im Jahr 2018 zur Auswahl. Da ist für jeden etwas Passendes dabei! Die Ausbildungsberufe teilen sich in folgende 5 Gruppen auf:

  • Industrie und Handel: z.B. Verkäufer, Bürokaufmann, Bankkaufmann, Informatikkaufmann, Industriekaufmann, Industriemechaniker
  • Handwerk: z.B. Bäcker, Bodenleger, Klempner, Maler und Lackierer, Friseur, Maurer, Tischler, Schornsteinfeger
  • Öffentlicher Dienst: z.B. Verwaltungsfachangestellter, Justizfachangestellter, Vermessungstechniker
  • Landwirtschaft: z.B. Landwirt, Gärtner, Forstwirt, Pferdewirt, Fischwirt
  • Freie Berufe: z.B. Steuerfachangestellter, Notarfachangestellter, Zahnmedizinischer Fachassistent, Tiermedizinischer Fachassistent, Pharmazeutisch-kaufmännischer Angestellter

Ganz oben auf der Hitliste der beliebtesten Ausbildungsberufe stehen übrigens 3 kaufmännische Berufe: Fast 80.000 junge Menschen entscheiden sich jährlich für eine Ausbildung zum Kaufmann für Büromanagement, Kaufmann im Einzelhandel oder zum Verkäufer.

Es kann sich aber lohnen, auch nach weniger bekannten Berufen zu suchen! Hättest Du etwa gewusst, dass man eine duale Ausbildung zum Film- und Video-Editor, Diamantschleifer, Brunnenbauer oder Leichtflugzeugbauer machen kann?

Welche Voraussetzungen brauche ich für eine duale Ausbildung?

Vom Gesetz her sind für eine duale Berufsausbildung keine besonderen Voraussetzungen nötig, etwa ein bestimmter Schulabschluss. Sobald Du einen Ausbildungsvertrag mit einem Unternehmen abgeschlossen hast, kannst Du Deine duale Ausbildung beginnen. In der Praxis legen die Betriebe aber bestimmte Mindest-Anforderungen fest, nach denen sie ihre Bewerber auswählen. In vielen Berufen hast Du nur dann realistische Chancen auf eine Ausbildungsstelle, wenn Du einen bestimmten Schulabschluss vorweisen kannst:

  • Hochschulreife: Ein (Fach-)Abi ist günstig, wenn Du Dich bei Banken, im IT-Bereich oder für sehr beliebte kaufmännische Berufe (z.B. Bankkaufmann oder Industriekaufmann) bewirbst. Mehr als die Hälfte aller Auszubildenden haben in diesen Berufen Abitur.
  • Mittlere Reife (Realschulabschluss): Ein mittlerer Schulabschluss ist eine solide Voraussetzung für zahlreiche kaufmännische Berufe wie Bürokaufmann oder Automobilkaufmann sowie für die meisten freien Berufe.
  • Hauptschulabschluss: Unser duales Ausbildungssystem bietet auch für Hauptschüler ausgezeichnete Chancen! In vielen Handwerksberufen und landwirtschaftlichen Berufen sind Interesse und Talent wichtiger als ein bestimmter Schulabschluss. Du kannst Dich beispielsweise als Bäcker, Maurer, Gärtner oder Tierwirt bewerben. Und auch in der Gastronomie sind Bewerber mit Hauptschulabschluss jederzeit willkommen (z.B. als Koch, Restaurantfachmann).

Übrigens: Knapp 3 Prozent aller Ausbildungsanfänger haben gar keinen Schulabschluss. Unser duales System ist auch für Schulabbrecher offen! Falls Du keine Stelle findest, kannst Du vorher eine sogenannte Einstiegsqualifizierung oder berufsbegleitende Bildungsmaßnahme absolvieren. Das sind Kurse, die Dich fit für eine duale Berufsausbildung machen. Genauere Infos bekommst Du zum Beispiel bei der Agentur für Arbeit.

Wie lange dauert eine duale Berufsausbildung?

Je nach Beruf sind für eine duale Ausbildung 2 bis 3,5 Jahre vorgesehen. Diese Regel-Ausbildungsdauer lässt sich sowohl verlängern als auch verkürzen. Verlängert wird die Ausbildung, wenn der Auszubildende seine Lernziele nicht in der vorgesehenen Zeit erreicht.

So lässt sich eine duale Ausbildung verkürzen

Wenn Du dagegen Deine Ausbildungsziele schon früher erreichst, kannst Du die duale Ausbildung auch rascher abschließen. Das Berufsbildungsgesetz (BBiB) erlaubt eine Ausbildungsverkürzung aus folgenden Gründen:

  • Schulische Vorbildung: Mit einem mittleren Schulabschluss (Realschulabschluss) kannst Du Dir 6 Monate Ausbildungszeit ersparen, mit Hochschulreife (Abitur) sogar bis zu 12 Monate.
  • Gute Leistungen: Falls Du in der Berufsschule und im Betrieb durch besonders gute Leistungen glänzt, kann Deine Ausbildung ebenfalls verkürzt werden.
  • Berufliche Vorkenntnisse: Auch praktische Berufserfahrungen oder andere Berufsausbildungen werden Dir oft angerechnet - selbst wenn Du Deine erste Ausbildung abgebrochen hast.

Den Antrag auf Ausbildungsverkürzung stellst Du bei der zuständigen Stelle - bei kaufmännischen Berufen ist das beispielsweise die Industrie- und Handelskammer (IHK). Sie entscheidet darüber, ob die Ausbildungsverkürzung zulässig ist.

Wie läuft eine duale Ausbildung ab?

Unser duales Ausbildungssystem zeichnet sich dadurch aus, dass Du sowohl im Betrieb als auch in der Berufsschule lernst. Oft wechseln sich die Betriebs- und Berufsschul-Zeiten blockweise ab. Es kann auch sein, dass Du 1 bis 2 Tage pro Woche in der Schule und die restliche Zeit im Betrieb bist.

Schulische Ausbildung

In der Berufsschule hast Du ein paar allgemeinbildende Fächer wie Deutsch, Politik oder Sport. Der Schwerpunkt liegt aber auf der fachspezifischen Ausbildung. Du lernst Dinge, die Du in Deiner praktischen Arbeit konkret anwenden kannst. Durch Tests oder mündliche Klausuren wird überprüft, ob Du alles verstanden hast. Gute Noten können Dir handfeste Vorteile bringen - manche Ausbildungsbetriebe zahlen Dir dafür etwa einen Bonus!

Betriebliche Ausbildung

In Deinem Ausbildungsbetrieb arbeitest Du vom ersten Tag an ganz normal mit, wobei Du laufend mehr Verantwortung übernimmst. Meistens werden Deine Lernziele in einem schriftlichen Ausbildungsvertrag festgelegt. Wenn Du eine duale Ausbildung im handwerklichen oder technischen Bereich absolvierst, besuchst Du zusätzlich oft eine sogenannte überbetriebliche Lehrlingsunterweisung in speziellen Werkstätten. Dort kannst Du ganz in Ruhe üben und Deine praktisch-handwerklichen Fähigkeiten schulen.

Wie schließt man eine duale Ausbildung ab?

Wenn Du eine Berufsausbildung in Deutschland machst, hast Du normalerweise 2 große Prüfungen:

  • eine Zwischenprüfung nach der Hälfte der Ausbildungszeit
  • eine Abschlussprüfung am Ende der Ausbildung

Diese Prüfungen legst Du vor der zuständigen Kammer ab, beispielsweise der Industrie- und Handelskammer (IHK). Hast Du die Abschlussprüfung bestanden, dann ist die duale Ausbildung beendet. Bisher war für die Abschlussnote nur die Prüfung am Ende der Ausbildung relevant. Mittlerweile finden in vielen Berufen sogenannte gestreckte Abschlussprüfungen statt. Das bedeutet, dass schon die Zwischenprüfung in Deine Abschlussnote einfließt.

Wieviel verdiene ich während einer dualen Ausbildung?

Unser duales System der Berufsausbildung hat den Vorteil, dass Du von Beginn an Dein eigenes Geld verdienst. Laut Berufsbildungsgesetz (§ 17 BBiG) steht Dir während einer Lehre in Deutschland ein "angemessenes" Ausbildungsgehalt zu. Die genaue Höhe ist gesetzlich nicht geregelt. In manchen Berufen gibt es aber Tarifverträge, die dazu konkrete Angaben machen.

Das Ausbildungsgehalt kann je nach Beruf und Betrieb sehr unterschiedlich ausfallen. Quer durch alle Beruf hat das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) für das Jahr 2017 ein Durchschnittsgehalt von 876 Euro brutto im Monat erhoben. Das Ausbildungsgehalt ist gestaffelt, das heißt, Du verdienst mit jedem Jahr ein wenig mehr.

Besonders gut bezahlt sind z.B. die folgenden Berufe:

  • Bankkaufmann
  • Versicherungskaufmann
  • Sozialversicherungsfachangestellter
  • Mechatroniker
  • Maurer

In diesen Berufen sind Auszubildende keine Schwerverdiener:

  • Friseur
  • Bäcker
  • Florist

Als Faustregel gilt: Je höher das durchschnittliche Schulbildungs-Niveau in einem Ausbildungsberuf ist, desto besser werden Azubis auch entlohnt.

Welche Vorteile hat ein duales Ausbildungssystem?

Die Berufsausbildung in Deutschland hat weltweit einen ausgezeichneten Ruf! Und das völlig zu Recht, denn das duale System bringt Dir viele Vorteile:

  • Rascher Berufseinstieg: Wenn Du Dich für eine duale Ausbildung entscheidest, stehst Du vom ersten Tag an mit beiden Beinen im Berufsleben. Damit hast Du Schülern und Studenten etwas voraus!
  • Praxisnahes Wissen: Zugleich garantiert ein duales Ausbildungssystem, dass Dir auch das nötige Hintergrundwissen vermittelt wird. In der Berufsschule lernst Du keine graue Theorie, sondern Dinge, die Du unmittelbar anwenden kannst.
  • Eigenes Gehalt: Während viele Gleichaltrige noch von ihren Eltern abhängig sind, verdienst Du bereits Dein eigenes Geld! In manchen Berufen reicht das Gehalt sogar, um Dir eine eigene kleine Wohnung zu mieten.
  • Hohe Chancen auf Übernahme: Rund 70 Prozent aller Auszubildenden werden von ihrem Ausbildungsbetrieb übernommen. Falls Du Dich in der Ausbildung geschickt angestellt hast, brauchst Du wahrscheinlich keine Bewerbungen schreiben.
  • Gute Karriere-Grundlage: Das Ausbildungssystem in Deutschland ist sehr durchlässig. Eine duale Berufsausbildung berechtigt Dich zusammen mit einigen Jahren Berufspraxis sogar dazu, ein Studium aufzunehmen! Falls Du nicht ganz so hoch hinaus willst, kannst Du Dich durch verschiedene berufliche Weiterbildungen spezialisieren oder höher qualifizieren.