Einstiegsgehalt 
2.136
Durchschnittsgehalt 
3.162
Ausbildung 
Bachelor

Was ist ein Dramaturg?

Der Dramaturg oder die Dramaturgin arbeitet am Theater an Stücken und beim Film/Fernsehen/Hörfunk an Drehbüchern. Er oder sie gilt wahlweise als Ideengeber, künstlerisch-wissenschaftlicher Mitarbeiter, Berater oder schlicht als Vermittler zwischen dem Theater und der Öffentlichkeit.

Was macht ein Dramaturg?

Der Dramaturg oder die Dramaturgin ist Literatur-, Film- und Musikexperte im künstlerischen Team einer Bühne, eines Senders oder Verlages. Er übt Kritik an vielen Texten und verbessert sie. Manchmal ist er auch selber Autor. Außerdem berät er die Regie bei der Auswahl und Inszenierung der Stücke. Mit seinem umfangreichen Wissen zu Theaterstücken, Texten, Noten, Besetzungen und Sprache erarbeitet er ein Programm und begleitet einzelne Produktionen. In Zusammenarbeit mit dem Team der Öffentlichkeitsarbeit veranstaltet er unter anderem Informationsabende oder Workshops und kommuniziert mit den Medien.

Wie wird man Dramaturg?

Der Beruf verlangt keine festgelegten formalen Voraussetzungen. Da Du intellektuell und analytisch gefordert bist, ist es vorteilhaft ein geisteswissenschaftliches Studium zu absolvieren. Die meisten studieren Literatur- oder Medienwissenschaft. Mittlerweile gibt es aber auch direkte Dramaturgie-Studiengänge:

1. Schritt: Studium

Fast alle Dramaturige-Studiengänge sind Masterstudiengänge. Daher brauchst Du erst einmal einen Bachelor. Den solltest Du idealerweise im kulturellen, medialen oder künstlerischen Bereich gemacht haben. Denn in diesen Studiengängen werden viele Bereiche abgedeckt, die Du brauchst, um Stücke und Texte zu analysieren. Im Master lernst Du dann vor allem selber zu schreiben oder Texte szenische umzusetzen. Hinzu kommen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Bühnen-, Vertrags- und Verlagsrecht oder Theaterorganisation stehen auf dem Lehrplan.

Alternativ kannst Du auch Theaterwissenschaft, Film- und Fernsehwissenschaft, Regie, Drehbuch oder Produktion studieren. Der Vorteil eines Dramaturgie-Studiums ist, dass Du einen breiteren Einblick in verschiedene Kunstformen bekommst. Außerdem wirst Du auch auf die organisatorischen Bereiche des Berufes vorbereitet.

2. Schritt: Praxis

Mit oder ohne Studiengang: eine Assistenz oder Hospitanz, Praktika und freie Mitarbeit sind unabdingbar. Die meisten steigen mit einer Dramturgieassistenz in den Beruf ein.

3. Schritt: Weiterbildung

Da Du sowohl an der Produktion als auch der Außendarstellung und der Programmgestaltung beteiligt bist, musst Du Dich über die aktuelle Kunstszene und Trends auf dem Laufenden halten.

Wo arbeitet ein Dramaturg?

Als Dramaturg oder Dramaturgin kannst Du an einem Haus fest angestellt sein. Oft arbeitest Du jedoch Projekt gebunden und damit freiberuflich. So zum Beispiel bei:

  • öffentlichen und privaten Theatern
  • in Theatergruppen
  • freien Produktionshäusern
  • bei Festivals im In- und Ausland
  • Konzertveranstaltern
  • Medien (Film. Fernsehen, Rundfunk)
  • öffentlichen Organisationen

Wie sieht der Arbeitsalltag aus?

Die meiste Zeit verbringst Du mit Gesprächen, Sitzungen, Telefonaten, Mails – all dem, was man „Organisieren“ nennt. Das sind Deine Hauptaufgaben:

Wie sieht der Arbeitsplatz aus?

Du besuchst Proben und Sitzungen, reist zu anderen Theaterhäusern und schaust Dir Inszenierungen, Schauspieler und Stücke von Autoren an. Deine Text- und Organisationsarbeit kannst Du mittlerweile meist Orts unabhängig gestalten. Den Großteil Deiner Arbeit verbringst Du also im Theater.

Was verdient ein Dramaturg?

Fest angestellt verdienst Du tariflich ab 1.550 Euro brutto, bei freien Produktionen oder als selbstständiger Script Consultant, wie Dramaturgen auf dem freien Markt genannt werden, ist das Honorar Verhandlungssache. Durchschnittlich liegt das Gehalt bei 2.750 Euro brutto monatlich.

Wie sind die Berufsaussichten für Dramaturgen?

Das klassische Arbeitsumfeld Theater bietet etwa 580 Arbeitsplätze. In diesem Bereich werden aber jährlich nur ungefähr 40 Arbeitsplätze frei. Deswegen solltest Du auch die Neuen Medien in Betracht ziehen, wie die Film- und Fernsehbranche, Konzert- und Tourneeveranstalter und Musik- und Hörspielverlage. Ob Redaktion, Konzeption oder Projektmanagement - Du hast eine Bandbreite an Kompetenzen, die in den unterschiedlichen Branchen gesucht werden. Außerdem bist Du qualifiziert später als auch als Autor oder Intendant zu arbeiten.

Welche Spezialisierungen gibt es?

Die Spezialisierung orientiert sich an der jeweiligen Kunstform. Es gibt also Dramaturgen in den Gebieten:

  • Theater-, Musik- und Konzert
  • Ballett- und Tanz
  • Film- und Fernsehen
  • Produktions- und Hörspiel

Passt der Beruf Dramaturg zu mir?

Durchsetzungsvermögen
Streiten gehört zum Beruf, egal ob es um die Besetzung einer Rolle, die Stückauswahl oder eine neue Marketinglinie geht.
Überzeugungskraft
Als Experte und Berater in künstlerischen Fragen, aber auch als „Verkäufer“ nach außen musst Du Deine Position sicher vertreten können.
Teamfähigkeit
Du bist kommunikativ an allen Fronten aktiv. Auch, wenn die jeweiligen Zielsetzungen manchmal komplett entgegenlaufen, musst Du versuchen zu vermitteln.
Menschenkenntnis
In Deiner vermittelnden Funktion musst Du ein Gefühl dafür haben, wie Du mit dem jeweiligen Gegenüber kommunizierst, damit Dein Anliegen auch angenommen wird.
Kontaktfreude
Ohne Kontakt, keine Kommunikation. Um neue Inspirationen zu finden, musst Du außerdem auch außerhalb Deines eigenen Projekts mit anderen Häusern und Künstlern den Austausch suchen.
Organisationsfähigkeit
Du musst viele Dinge im Überblick behalten und gleichzeitig das Ziel nicht aus den Augen verlieren.
Flexibilität
Deine Arbeit ist an Projekte gebunden. Demzufolge musst Du nicht nur Deinen Urlaub nach den Projektphasen planen, sondern auch Deinen Alltag.
Gespür für Form und Ästhetik
Du arbeitest auch an der Umsetzung eines Stückes mit. Du musst Texte also auch plastisch vor Augen haben, um sie auf die Bühne bringen zu können.
Fantasie und Kreativität
Du musst den Gehalt von Stücken und Texten interpretieren und umsetzen. Manchmal sogar selbst verfassen.
Sensibilität
Du entscheidest zwar am Ende nichts, aber Du gibst Ideen. Dafür musst Du die richtigen Fragen stellen, die richtigen Stücke auswählen, Schauspieler zur richtigen Zeit zusammenbringen, Trends aufzuspüren und gesellschaftliche Dynamiken erkennen.
breite Allgemeinbildung
Da Du auch Begleitmaterial zusammenstellst bist Du viel schneller, wenn Du weißt, wonach Du suchen musst. Das geht nur, wenn Du viele Dinge einfach weißt.

Dramaturg ist ein intellektuell reizvoller Beruf. Wichtig ist, dass Du neugierig bleibst und Leidenschaft für die Kunst mitbringst. Dann kannst Du durchstarten!