Ausbildungsdauer 
3 Jahre
Empf Schulabschluss 
Hauptschule
Ausbildungsgehalt 
950
28
Freie Ausbildungsplätze als
Berufskraftfahrer
in unserer Jobbörse ico-arrowRightSlim

Als Berufskraftfahrer sind die Straßen Dein zweites Zuhause, und manchmal sogar das erste, wenn Du zum Beispiel als Fernfahrer über Tage und Wochen Waren quer durch Deutschland oder Europa transportierst. Geschlafen wird dann nicht daheim im gemütlichen Bett, sondern in der Schlafkabine im Lastwagen.

Doch nicht jeder Berufskraftfahrer ist wie die Fernfahrer in Diensten einer Spedition oft wochenlang auf der Autobahn unterwegs, das hängt nämlich vor allem davon ab, in welcher Branche Du tätig bist. Denn Berufskraftfahrer gibt es nicht nur im Güterverkehr, sondern natürlich auch im Personenverkehr. Dort lenkst Du zum Beispiel eine Bus-Linie im Berufsverkehr durch die Großstadt oder bringst Reisende sicher vom einen zum anderen (Urlaubs-)Ort.

Ob Stadtverkehr oder Autobahn: Wer acht Stunden pro Tag am Steuer sitzt, der muss nicht nur ein guter und verantwortungsbewusster Fahrer sein, sondern auch Spaß daran haben, oft den ganzen Arbeitstag im Auto zu verbringen.

Welche Voraussetzungen Du für die Berufskraftfahrer-Ausbildung benötigst, was genau Du in der Ausbildung lernst und wie viel Geld Du währenddessen verdienst, die Antworten auf all diese Fragen findest Du hier.

Wo kann ich eine Berufskraftfahrer-Ausbildung machen?

Eine Lkw-Fahrer-Ausbildung kannst Du bei einer Vielzahl von Ausbildungsbetrieben starten. Alle Betriebe, die mit großen Warenlieferungen zu tun haben, kommen potenziell als Ausbilder infrage, ebenso Betriebe, die den öffentlichen Personenverkehr betreiben.

Die theoretischen Grundlagen für den Beruf lernst Du an einer der bundesweit ungefähr 30 Berufsschulen, die die BKF-Ausbildung anbieten. Das können zum Beispiel Schulen mit folgenden Schwerpunkten sein:

  • Kraftfahrzeugtechnik
  • Verkehrstechnik

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Welche Voraussetzungen brauche ich für eine Berufskraftfahrer-Ausbildung?

Schulische Voraussetzungen

Ein bestimmter Schulabschluss ist nicht vorgeschrieben für angehende Azubis, die die Ausbildung zum Berufskraftfahrer beginnen wollen. Ein Blick in die Statistiken zeigt: Knapp über die Hälfte der Auszubildenden verfügt über einen Hauptschulabschluss, 34 % haben einen mittleren Schulabschluss. Und fünf Prozent der Auszubildenden haben gar keinen Schulabschluss. Wichtig für die Ausbilder sind vor allem Deine Noten im Fach Physik.

Berufliche Voraussetzungen

Um die Berufskraftfahrer-Ausbildung zu beginnen, ist keine berufliche Vorbildung vonnöten.

Sonstige Voraussetzungen

Auch einen normalen Auto-Führerschein der Klasse B brauchst Du in den meisten Betrieben nicht, denn diesen kannst Du in aller Regel im Rahmen Deiner Ausbildung zum Berufskraftfahrer machen.

Allerdings musst Du ein paar Regelungen, das Alter betreffend, beachten: Um Fahrstunden zu nehmen, musst Du mindestens 17 Jahre alt sein, und den Führerschein gibt es frühestens zum 18. Geburtstag. Du solltest die Ausbildung also nicht zu jung beginnen, sonst liegen zwischen Führerschein und Abschlussprüfung zum Berufskraftfahrer möglicherweise nur wenige Wochen oder Monate und Dir geht wichtige Übungszeit verloren.

Wenn Du im Rahmen der BKF-Ausbildung bereits Auslandsfahrten mit großen Lastwagen machen willst, musst Du dafür sogar schon 21 Jahre alt sein (und selbstverständlich den entsprechenden Führerschein abgelegt haben).

Führerscheinklassen, Mindestalter und Grundqualifikation

Für den Beruf sind je nach Bereich unterschiedliche Führerscheinklassen zwingend erforderlich. Im Güterverkehr (Lkw und Nutzfahrzeuge) brauchst Du die Klassen C1, C1E, C und CE, im Personenverkehr (Bus) die Klassen D1, D1E, D und DE. Dabei bauen die Klassen aufeinander auf: CE setzt den Besitz der Klasse C voraus, DE setzt die Klasse D voraus. Wer die Klasse D besitzt, darf automatisch auch Fahrzeuge der Klasse D1 führen. Vor Beginn der Ausbildung ist in der Regel der Besitz der Führerscheinklasse B erforderlich.

Auch beim Mindestalter gibt es je nach Klasse Unterschiede. Im Personenverkehr ist der Aufstieg von Klasse B zu Klasse D grundsätzlich ab 21 Jahren möglich. Ab 18 Jahren geht es für Personen in Ausbildung zum Berufskraftfahrer im Linienverkehr bis 50 km, ab 20 Jahren bei einer Ausbildung ohne Geschwindigkeits- oder Streckenbegrenzung und ab 23 Jahren mit beschleunigter Grundqualifikation, die dann nur für die Klasse D gilt. Ab 21 Jahren ist die Fahrerlaubnis auch erteilbar, wenn die reguläre Grundqualifikation erfolgreich abgeschlossen wurde beziehungsweise eine beschleunigte Grundqualifikation im Linienverkehr bis 50 km vorliegt.

Neben dem Führerschein ist für gewerbliche Fahrten die Grundqualifikation nach dem Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetz (BKrFQG) nötig. Wer die Ausbildung zum Berufskraftfahrer abschließt, erwirbt diese Grundqualifikation im Rahmen der Ausbildung.

Es gibt aber auch einen schnelleren Weg: die beschleunigte Grundqualifikation. Sie gilt in Deutschland als eine Variante der Grundqualifikation und richtet sich an alle, die im gewerblichen Güter- oder Personenverkehr fahren wollen, ohne die dreijährige Ausbildung zu durchlaufen. Die beschleunigte Grundqualifikation umfasst eine Pflichtschulung von insgesamt 140 Stunden zu je 60 Minuten bei einer anerkannten Ausbildungsstätte, in Vollzeit oft in rund zwei bis drei Wochen zu absolvieren. Inhaltlich geht es unter anderem um wirtschaftliches und sicheres Fahren, Sozialvorschriften wie Lenk- und Ruhezeiten, Ladungssicherung sowie Gesundheit und Notfälle. Abgeschlossen wird sie mit einer 90-minütigen theoretischen Prüfung vor der IHK, die aus offenen Fragen sowie Multiple-Choice-Aufgaben besteht. Diese Werte gelten so für Deutschland.

Schlüsselzahl 95 und Fahrerqualifizierungsnachweis

Egal auf welchem Weg Du die Grundqualifikation erworben hast: Nachgewiesen wird sie über die Schlüsselzahl 95. Sie ist Pflicht für alle, die gewerblich im Güter- oder Personenkraftverkehr mit Lkw (C/CE) oder Bus (D) unterwegs sind. Ohne sie darfst Du solche Fahrzeuge zwar besitzen, aber nicht gewerblich damit fahren. Früher wurde die Schlüsselzahl 95 direkt in den Führerschein eingetragen, bei Kartenführerscheinen auf der Rückseite hinter der jeweiligen Fahrerlaubnisklasse. Seit Mai 2021 ist das anders: Statt des Eintrags im Führerschein bekommst Du den Fahrerqualifizierungsnachweis (FQN), eine Karte im Format eines Führerscheins, die von der Fahrerlaubnisbehörde ausgestellt wird.

Der Fahrerqualifizierungsnachweis ist der zentrale Qualifikationsnachweis für Berufskraftfahrer in Deutschland und der EU. Er dokumentiert sowohl die Grundqualifikation als auch die regelmäßige Weiterbildung. Um die Berechtigung zu behalten, musst Du alle fünf Jahre eine Weiterbildung von 35 Stunden absolvieren, aufgeteilt in fünf Module zu je sieben Stunden. Fehlt die vorgeschriebene Weiterbildung, wird die Schlüsselzahl 95 ungültig und Du darfst keine Güter oder Personen mehr gewerblich befördern. Ein fehlender Qualifikationsnachweis kann für den Halter mit einem Bußgeld von bis zu 20.000 € geahndet werden.

Ausbildungsanfänger / innen 2021 (in %)

Wie lange dauert die Berufskraftfahrer-Ausbildung?

Die Ausbildung als Berufskraftfahrer dauert ganz klassisch drei Jahre. Unter bestimmten Voraussetzungen ist eine Verkürzung auf bis zu zwei Jahre möglich; auch eine Umschulung mit IHK-Abschluss dauert in der Regel maximal zwei Jahre.

Wie hoch ist das Gehalt in der Berufskraftfahrer-Ausbildung?

Die Bezahlung während der Ausbildung zum Lkw-Fahrer schwankt je nach Tarifbindung, Region und Branche erheblich. Als Auszubildender in der Berufskraftfahrer-Ausbildung verdienst Du in Deinem ersten Lehrjahr je nach Betrieb ungefähr zwischen 750 und 1.270 € pro Monat, bis zum dritten Lehrjahr steigt die Vergütung an und bewegt sich dann etwa zwischen 950 und 1.400 €.


Verdienst in der Ausbildung als Berufskraftfahrer

Wie läuft die Berufskraftfahrer-Ausbildung ab?

Bei der Ausbildung zum Berufskraftfahrer handelt es sich um eine duale Ausbildung. Du bekommst also einerseits Lernstoff in der Berufsschule vermittelt und lernst andererseits in Deinem Ausbildungsbetrieb bereits die Praxis kennen und sammelst dort reichlich Erfahrungen mit und in den Fahrzeugen.

In der Regel findet der Theorie-Unterricht in der Berufsschule in Blöcken statt, das heißt Du gehst während der Lkw-Fahrer-Ausbildung eine oder mehrere Wochen am Stück in die Berufsschule und arbeitest anschließend wieder mehrere Wochen in Deinem Ausbildungsbetrieb.

In der Zwischenprüfung vor Beendigung des zweiten Jahres der Ausbildung zum Berufskraftfahrer bist Du gefordert, einige praktische Aufgaben zu lösen. Die Ausbildungsverordnung sieht dafür die Themen Kontrollieren und Warten der Fahrzeuge, Verhalten bei Unfällen, Erstellen einer Fahrtenroute und Kostenrechnung und Vertragsabwicklung vor.

Die Abschlussprüfung besteht aus einem praktischen und einem schriftlichen Teil. Im praktischen Teil musst Du nachweisen, dass Du ein Sattelkraftfahrzeug oder aber einen Bus sicher durch den Verkehr auf öffentlichen Straßen manövrieren kannst. Daneben wird unter anderem geprüft, wie gut Du die Abfahrtkontrolle und Ladungssicherung beherrschst. Im schriftlichen Teil wird unter anderem Wissen zu Rechtsvorschriften im Straßenverkehr abgefragt.

Welche Inhalte hat die Berufskraftfahrer-Ausbildung?

Das Wichtigste in der Lkw-Fahrer-Ausbildung ist natürlich das Fahren. Wen wundert’s? Doch das will gelernt sein. Als Berufskraftfahrer hast Du es mit langen und schweren Lkw oder Bussen zu tun, die in ihrem Fahrverhalten nicht vergleichbar sind mit normalen Pkw. Für diese Fahrzeuge benötigst Du darum zusätzlich zum normalen Führerschein der Klasse B, der Dir das Führen eines Pkw erlaubt, jeweils eine gesonderte Fahrerlaubnis, die Du im Rahmen Deiner Ausbildung zum Berufskraftfahrer erlangst. Die Kosten, die dafür anfallen, übernimmt der Ausbildungsbetrieb.

Weil Du in Deinem Beruf große Verantwortung für Fahrzeug und Fracht beziehungsweise Fahrgäste trägst, stehen neben der Fahrpraxis noch eine ganze Reihe weiterer Inhalte auf dem Lehrplan der Berufskraftfahrer-Ausbildung. Dazu gehören:

  • Funktionen der Fahrzeuge
  • Kontrollieren, Warten und Pflegen der Fahrzeuge
  • Fahrtenplanung
  • Ladungssicherung
  • Verkehrssicherheit
  • Rechtsvorschriften im Straßenverkehr im In- und Ausland
  • Verhalten nach Unfällen

Im allgemeinbildenden Teil der Ausbildung an der Berufsschule hast Du außerdem unter anderem die folgenden Fächer:

  • Deutsch
  • Politik / Sozialkunde
  • Religion

Wie sieht der Karrierepfad nach der Berufskraftfahrer-Ausbildung aus?

Nach der Ausbildung zum Berufskraftfahrer hast Du die Möglichkeit, in verschiedenen Branchen tätig zu werden. Du kannst zum Beispiel Busfahrer im Linienverkehr bei einem kommunalen Unternehmen werden oder für ein Reiseunternehmen quer durch Deutschland und Europa fahren. Oder aber Du fährst im Dienste einer Spedition Waren für Kunden aus. Berufskraftfahrer werden aber auch bei Entsorgungsfirmen gebraucht.

Als Berufskraftfahrer im gewerblichen Güter- und Personenverkehr bist Du gesetzlich verpflichtet, alle fünf Jahre eine Weiterbildung im Umfang von 35 Stunden zu absolvieren. Grundlage dafür ist das Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetz (BKrFQG), das die übergeordnete EU-Richtlinie (EU) 2022/2561 in deutsches Recht umsetzt. Diese Richtlinie ersetzt die ältere Richtlinie 2003/59/EG und gilt seit dem 12. Januar 2023 in allen EU-Mitgliedstaaten, sodass vergleichbare Regelungen EU-weit gelten. Die Weiterbildung wird ohne Prüfung abgelegt und gilt sowohl für die Klassen C1/C1E und C/CE im Güterverkehr als auch für D1/D1E und D/DE im Personenverkehr. Anerkannte Ausbildungsstätten melden jede abgeschlossene Weiterbildung elektronisch an das Berufskraftfahrerqualifikationsregister beim Kraftfahrt-Bundesamt, sodass Du keine Papierbescheinigungen mehr sammeln musst.

Um Führungs- und Organisationsaufgaben in einem Betrieb mit größerem Fuhrpark zu übernehmen, empfiehlt es sich, nach der Lkw-Ausbildung eine Weiterbildung zum Meister für Kraftverkehr zu machen. Wer über die entsprechende Hochschulzugangsberechtigung verfügt und gern in die Planung gehen möchte, für den kommt auch ein Studium infrage, zum Beispiel im Fachbereich Logistik.

Passt eine Berufskraftfahrer-Ausbildung zu mir?

Du liebst lange Autofahrten und hast auch kein Problem damit, viele Stunden allein in der Fahrerkabine zu verbringen? Dann könnte aus Dir vielleicht ein guter Berufskraftfahrer werden. Für den Beruf braucht es aber noch ein bisschen mehr. Wenn Du gerade darüber nachdenkst, ob die Ausbildung zum Lkw-Fahrer etwas für Dich ist, dann kannst Du hier prüfen, ob sie zu Deinen Stärken passt. Die folgenden Eigenschaften solltest Du mitbringen:

Sicher fahren
Du solltest nicht nur gerne, sondern vor allem gut fahren. Einen 40-Tonner zu wenden oder durch enge Straßen zu manövrieren, erfordert einiges an Geschick. Die Herausforderungen sind jedenfalls größer als bei einem handelsüblichen Pkw.
Zuverlässigkeit
Als Berufskraftfahrer hast Du in der Regel zeitliche Vorgaben, die Du einhalten musst. Hinzu kommen gesetzliche Vorschriften bezüglich der Lenk- und Pausenzeiten, die Du unbedingt einhalten solltest, da sonst nicht nur Strafen drohen, sondern auch Deine persönliche Sicherheit darunter leidet. Zuverlässigkeit ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Lkw-Fahrer-Ausbildung.
Selbstständigkeit
Als Berufskraftfahrer verbringst Du die meiste Zeit bei der Arbeit ganz allein hinterm Lenkrad. Ob die Sicherung der Waren, kleinere Reparaturen an Deinem Fahrzeug oder Fragen von Fahrgästen, vieles musst Du eigenverantwortlich und selbstständig erledigen.
Konzentration
Stundenlang Auto fahren ist anstrengend und erfordert ein hohes Maß an Konzentration und Aufmerksamkeit. Bei der Ausbildung zum Berufskraftfahrer darfst Du also auch bei längeren Fahrten nicht den Fokus auf das Wichtige verlieren.
körperliche Stärke
Wenn Du für eine Spedition arbeitest, bist Du nicht nur mit dem Transport von Waren beauftragt, sondern packst auch oft beim Ein- und Ausladen mit an, schließlich trägst Du die Verantwortung dafür, dass alles sicher verstaut ist in Deinem Lkw.
technisches Verständnis
In Deinem Fahrzeug bist Du der Chef, und auch zuständig dafür, dass alles funktioniert. Um Beleuchtung, Motor, Flüssigkeiten, Bremsen und Räder kontrollieren zu können, musst Du die Funktionen des Fahrzeugs verstehen und außerdem ein gewisses technisches Verständnis mitbringen, falls kleinere Reparaturen oder Nachbesserungen anfallen.
Ausbildungsdauer 
3 Jahre