Einstiegsgehalt 
2.546
Durchschnittsgehalt 
3.119
Ausbildung 
Bachelor

Was ist ein Paläontologe?

Ein Paläontologe ist ein Wissenschaftler, der Lebewesen und Lebenswelten der geologischen Vergangenheit studiert. Dabei konzentriert sich ein Paläontologe auf Fossilien, also in Sedimentgestein vorkommende körperlicher Überreste und andere Hinterlassenschaften, die Zeugnisse von Leben in sich tragen, dass älter als 10.000 Jahre ist.

Was macht ein Paläontologe?

Als Paläontologe oder Paläontologin suchst Du im Rahmen von Feldforschungsprojekten nach versteinerten Überresten und Spuren ausgestorbener Organismen (Fossilien) in unterschiedlichen Gesteinsschichten. Du gräbst diese langsam und mit viel Vorsicht aus. Nach der Auswertung Deiner Funde, ziehst Du aus den Ergebnissen Rückschlüsse auf die Evolution der Lebewesen und die Wechselwirkungen zwischen Organismen und Umwelt. Dabei versuchst Du stetig die erdgeschichtliche Entwicklung und Veränderung von pflanzlichem und tierischem Leben systematisch zu erfassen und zu erklären. Dabei musst Du auch die langzeitliche Umwelt- und Klimaveränderungen berücksichtigen. Die Ergebnisse Deiner Forschungen veröffentlichst Du oder bereitest sie in Ausstellungen und Vorträgen für die Öffentlichkeit auf.

Wie wird man Paläontologe?

Paläontologen arbeiten an der Schnittstelle zwischen Biowissenschaften (Erforschung von lebenden Organismen), Geowissenschaften (geologische Formationen) und den Human- und Sozialwissenschaften (Anthropologie bei Primaten). Prinzipiell kann jeder losziehen und Paläontologe werden, ist der Begriff doch nicht geschützt. Allerdings wird man damit nicht allzu weit kommen. Eine gründliche Ausbildung für den Paläontologe-Beruf ist von großer Wichtigkeit. So wirst Du Paläontologe oder Paläontologin:

Schritt 1: Paläontologie studieren

Paläontologe werden kannst Du an Universitäten und an Fachhochschulen in Form des Studienganges Geologie oder Geologische Wissenschaften. Alternativ kannst Du auch einen Studiengang in Biologie wählen. Aber Achtung, nicht in allen Biologie-Studiengängen gibt es die Möglichkeit auf eine Spezialisierung zur Paläontologie. Für beide Studiengänge benötigst Du entweder die Allgemeine Hochschulreife, eine Fachhochschulreife oder eine abgeschlossene Berufsausbildung mit mehrjähriger Berufserfahrung als Aufnahmebedingung. Einen Numerus Clausus für Geologie gibt es an einigen, aber nicht an allen Instituten. Im Schnitt liegt er zwischen 2,0 und 3,4. In Biologie liegt er zwischen 1,5 und 3,2.

Wirst Du zugelassen, studierst Du im Bachelor sechs Semester Geologie oder Biologie. Gegen Ende des Studiums kannst Du dann Deinen Schwerpunkt auf Paläontologie setzen. Dein Bachelorstudium schließt Du mit einer schriftlichen Bachelorarbeit ab. Dann bist Du ein Bachelor of Science und kannst ein Masterstudium anschließen. Es ist sehr ratsam, dass Du das Masterstudium ebenfalls machst, da es viel Erfahrungen und vor allem eine Spezialisierung in diesem Fach braucht, die Du erst in voller Gänze im Master erhältst. Du kannst entweder weiter in der Geologie studieren oder einen sehr spezialisierten Studiengang wie zum Beispiel „Organismic Evolutionary and Palaeo-Biology“ wählen. Dein Masterstudium wird nach vier Semestern ebenfalls mit einer schriftlichen Masterarbeit abgeschlossen.

Schritt 2: Erfahrungen sammeln

Schon während Deines Studiums wirst Du ein Praktikum machen und auch mehrfach Feldarbeit betreiben. Doch für einen erfolgreichen Einstieg in den Paläontologe-Beruf brauchst Du viel Erfahrung. Am besten nutzt Du die Angebote, die Dir Deine Universität bietet: Auslandssemester, Praxisseminare und Praktika oder Volontariate auch außerhalb der Reihe, helfen Dir weiter und erleichtern Dir den Berufseinstieg.

Schritt 3: Promotion oder Feldarbeit?

Nach Deinem Studium der Paläontologie kannst Du Dich entscheiden, ob Du gleich praktisch als Paläontologe arbeiten willst, oder Dich lieber erst einmal in den theoretisch-forschenden Teil vertiefst. Eine Promotion ist in diesem Beruf ist in der Tat ratsam - je besser Du ausgebildet bist, desto besser Deine Berufschancen. Aber auch ohne Doktortitel kannst Du ab jetzt als Paläontologe oder Paläontologin arbeiten.

Wo arbeitet ein Paläontologe?

Als Paläontologe bist Du viel in der Feldarbeit unterwegs und wirst in der Erde graben. Aber das ist längst nicht alles. Der Paläontologe-Beruf hat weitaus mehr Möglichkeiten, als man anfänglich annehmen mag. In folgenden Arbeitsbereichen, außer dem Grabungswesen, arbeiten Paläontologen ebenfalls:

  • Kulturmanagement
  • Ingenieurbüros
  • Ämter
  • Explorationsfirmen
  • Wasserwerke & Energieunternehmen
  • Wissenschaftsjournalismus
  • pädagogische Vermittlung
  • Verlagswesen
  • Kulturvermittlung & Kuration
  • Forschung

Wie sieht der Arbeitsalltag aus?

Der Arbeitsalltag von Paläontologen unterscheidet sich je nachdem wo und in welcher Funktion sie arbeiten. Im Allgemeinen werden Paläontologen aber mit folgenden Tätigkeiten beschäftigt sein:

Wie sieht der Arbeitsplatz aus?

Einen großen Teil Deiner Arbeit wirst Du beim Forschen in Deinem Büro, in Bibliotheken oder Laboren verbringen. Es ist also viel Abwechslung geboten. Ab und an geht es dann auch raus zur Feldarbeit. Deine Funde können überall sein, bei einer Baustelle um die Ecke, bei der Überreste gefunden wurden oder in fernen Ländern. Üblicherweise dauern solche Ausgrabungen Monate.

Was verdient ein Paläontologe?

Dein Gehalt hängt stark davon ab welchen Abschluss Du hast, in welchem Berufszweig Du als Paläontologe arbeitest und wie viel Erfahrung Du schon sammeln konntest. Im Durchschnitt kannst Du aber mit einem Anfänger-Einstiegsgehalt von mindestens 2.100 Euro brutto im Monat rechnen. Arbeitest Du bei einem öffentlichen Träger und hast einen Masterabschluss kannst Du schon mit 3190 Euro brutto im Monat rechnen. Die Marge ist also recht groß aber das Gute ist: es ist viel Platz nach oben.

Wie sind die Berufsaussichten für Paläontologen?

Deine Berufsaussichten im Paläontologe-Beruf hängen stark davon ab, wie viel Erfahrung Du schon sammeln konntest und wie Du Dich spezialisiert hast. Möchtest Du eine Karriere an der Hochschule anstreben, solltest Du auf jeden Fall promovieren. In Museen und Forschungsinstituten erwartet man meist ein vorangehendes Volontariat. Es gibt auch viele Energieunternehmen, die Dich als ausgebildeten Geologen und Paläontologen gut gebrauchen können. Der Einstieg mag also etwas schwierig sein, doch wenn Du einmal drin bist, stehen Deine Chancen recht gut.

Welche Spezialisierungen gibt es?

Innerhalb der Paläontologie gibt es einige Spezialisierungen, die Du erforschen und erlernen kannst. Hier sind die gängigsten Schwerpunkte, die Du in Deiner Arbeit als Paläontologe legen kannst:

  • Taphonomie: Unter diesem Begriff wird die Fossilienlehre zusammengefasst, die den Weg vom Absterben eines Individuums bis zum fertigen Fossil beschreibt und erforscht.
  • Biostratigraphie: Biostratigraphie beschäftigt sich mit dem zeitlichen Einordnen und der Beziehung von Sedimentgestein anhand des Fossilieninhalts. Oft sucht man hier nach so genannten „Leitfossilien“, die oft vorkommen und zeitlich gut eingeordnet werden können als Ansatz für eine weitere Bestimmung.
  • Paläözoologie & Paläöbotanik: Die Paläozoologie spezialisiert sich auf die Tierkunde. Hier wird noch einmal zwischen wirbellosen Tieren und Wirbeltieren entschieden. Weitere Spezialisierungen können Paläontologie der Fische (Paläoichthyologie), der Amphibien und Reptilien (Paläoherpetologie), der Vögel (Paläornithologie) und die der Säugetiere (Paläomammalogie) sein. In der Paläobotanik spezialisierst Du Dich auf fossile Pflanzen inklusive fossilen Pollen und Sporen.
  • Paläoökologie: Im Rahmen der Paläoökologie wird nun vermehrt zum menschlichen Einflusses auf das Artensterben und auf die Klimaveränderung geforscht, indem man Biodiversitätskrisen des Klimas der Vorzeit erforscht und versucht daraus Rückschlüsse zu ziehen.
  • Phylogenetik: Die Phylogenetik erforscht die Verwandtschaftsverhältnisse fossiler Lebewesen. Sie erstellt Stammbäume (Dendrogramme). Die Stammesgeschichten fossiler Tier- und Pflanzengruppen werden mit Hilfe der so genannten phylogenetischen Systematik (Kladistik) analysiert, eine Methodik, die das Quantifizieren von Verwandtschaftsgraden erlaubt.
  • Paläobiogeographie: Die Paläobiogeographie untersucht den Wandel der Verbreitungsgebiete und die Migrationsrouten fossiler Lebewesen im Verlauf der Erdgeschichte. Sie liefert Hinweise zu früheren Kontinent-Ozean-Konfigurationen (siehe auch Plattentektonik) und deren Einfluss auf die Evolution der Biosphäre.

Passt der Beruf Paläontologe zu mir?

Wer wollte als Kind nicht Paläontologe werden und Dinosaurierknochen und versteinerte Pflanzenblätter finden? Doch der Berufsalltag sieht meistens etwas anders aus als in der Fantasie. Um in diesem Beruf wirklich glücklich zu werden, solltest Du folgende Voraussetzungen mitbringen.

Naturwissenschaftliches Verständnis
Dieser Beruf ist an der Schnittstelle zu quasi allen naturwissenschaftlichen Fächern, die es gibt. Du brauchst sie alle, egal ob Chemie, Physik, Mathematik, Biologie oder Geologie. Du musst schon einen großen Faible und ein Verständnis für die Naturwissenschaften mitbringen, sonst macht Dir der Paläontologe-Beruf nicht allzu viel Spaß.
Technikverständnis
Die besten Funde sind in den härtesten Steinen. Oft geht es in Deiner Arbeit als Paläontologe um rein technische Arbeitsschritte. Welche Geräte und Materialien benutzt Du, um Deinen Fund zu bergen? Was sind die besten Techniken für die jeweilige Situation, in der Du Dich befindest?
Analytische Fähigkeiten:
Auf Knochensplitter schauen und daraus ableiten um welches Tier es sich handelt? Gar nicht so einfach. Paläontologen müssen sehr oft abstrakt Denken und unterschiedlichste Schlüsse aus noch so kleinen Indizien ziehen, um in ihren Forschungen weiter zu kommen. Ohne analytische Fähigkeiten geht hier gar nichts.
Physische Stabilität
Erst Monate lang am Schreibtisch sitzen und dann ein halbes Jahr im Gestein auf einem Berg bei Minus 10 Grad buddeln? Ja, das gehört zu Deinem Beruf als Paläontologe dazu. Und genau dafür benötigst Du ordentliche physische Stabilität und einen Körper, der diese harte Arbeit auch verträgt.
Spaß an Theorie
Bei aller Praxis ist die Theorie doch auch sehr wichtig. Du wirst viel Zeit mit lesen und schreiben verbringen. Die Bibliothek wird Dein zweites Zuhause sein, weshalb Du auf jeden Fall Interesse und Spaß an Theoretischem mitbringen solltest.