Einstiegsgehalt 
3.197
Durchschnittsgehalt 
3.843
Ausbildung 
Bachelor
38
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Architekt
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Was ist ein Architekt

Architekten sind für die Planung, Gestaltung, Errichtung oder Veränderung von Bauwerken oder Bauobjekten aller Art verantwortlich. Dabei kann es sich z. B. um Wohnhäuser, Industriebauten, Bürogebäude, öffentliche Einrichtungen wie Krankenhäuser, Verkehrsanlagen oder Brücken handeln. Die Berufsbezeichnung Architekt ist in Deutschland rechtlich geschützt, nur wer in der Architektenliste der Architektenkammer eines Bundeslandes eingetragen ist, darf sich offiziell Architekt nennen.

Was macht ein Architekt?

Als Architekt oder Architektin entwirfst Du Gebäude oder Bauobjekte im Auftrag von privaten Bauherren, Firmen oder öffentlichen Stellen. Dabei gilt es viele verschiedene Vorgaben unter einen Hut zu bekommen: Du musst einerseits die Wünsche des Auftraggebers umsetzen, hast aber andererseits technische und bauphysikalische Anforderungen zu beachten und einen Kostenplan einzuhalten. Das Gebäude soll in ästhetischer Hinsicht überzeugen, es soll aber auch zweckmäßig sein und vielleicht ökologischen Kriterien entsprechen. Das Berufsbild Architekt ist also sehr anspruchsvoll und vielseitig!

Häufig übernimmt der Architekt oder die Architektin während der Errichtung des Gebäudes auch die Bauaufsicht. Das heißt, Du koordinierst und überwachst die ausführenden Baufirmen und achtest auf die Qualität, die laufenden Kosten und die Einhaltung von Terminen.

Weil Häuser natürlich auch erhalten werden wollen, kannst Du als Architekt darüber hinaus mit Wartungs- und Sanierungsarbeiten beauftragt werden. Zum Berufsbild Architekt gehört also die Betreuung eines Gebäudes über seinen gesamten Lebenszyklus hinweg.

Architekten arbeiten meist projektbezogen. Um an Deine Aufträge zu kommen, nimmst Du häufig an Wettbewerben teil oder bewirbst Dich auf Ausschreibungen, was mitunter sehr zeitaufwendig sein kann.

Wie wird man Architekt?

Die Ausbildung zum Architekt/ Architektin führt immer über ein Universitätsstudium. Der Uni-Abschluss allein macht aber noch keinen Architekten, Du brauchst als weitere Voraussetzung auch ein Berufspraktikum. Die Details sind in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich geregelt, normalerweise gehören zur Architekt-Ausbildung aber folgende Teilschritte:

  1. Bachelorstudium: Du absolvierst zunächst ein Bachelorstudium im Ausmaß von 6 bis 8 Semester. Um Mitglied einer Architektenkammer werden zu können, musst Du eine der folgenden Studienrichtungen wählen:
    • Architektur
    • Innenarchitektur
    • Landschaftsarchitektur
    • Stadtplanung
  2. Masterstudium: Darauf folgt ein Masterstudium im Ausmaß von 2 bis 4 Semester. Nach erfolgreichem Abschluss darfst Du Dich "Master of Arts" (M. A.), aber noch nicht "Architekt" nennen.
  3. Berufspraktikum: Zur Architekt-Ausbildung gehört nämlich auch eine Berufspraxis, die je nach Bundesland 2 bis 3 Jahre dauert. Häufig sind bereits während des Studiums verpflichtende Praktika vorgesehen.
  4. Weiterbildungen: In bestimmten Bundesländern (z.B. Nordrhein-Westfalen) musst Du darüber hinaus noch Weiterbildungsmaßnahmen vorweisen.
  5. Eintrag in der Architektenliste: Erfüllst Du alle in dem Bundesland nötigen Voraussetzungen für die Architekt-Ausbildung, dann kannst Du Dich in der Architektenliste der Architektenkammer eintragen lassen.

Wo arbeitet ein Architekt?

Etwa die Hälfte aller eingetragenen Architekten arbeitet selbstständig als Freiberufler, andere sind in Architektur-, Planungs- oder Ingenieurbüros angestellt. Manchmal schließen sich auch mehrere selbstständige Architekten als Partner in einem Architekturbüro zusammen.

Weitere Arbeitsplätze für Architekten gibt es in der Industrie, bei Wohnbaugesellschaften, Bauunternehmen, Denkmalbehörden, Bauämtern oder Versicherungen (etwa als Gutachter).

Wie sieht der Arbeitsalltag aus?

Womit genau Du Dich im Architekt-Beruf beschäftigst, hängt natürlich davon ab, worauf Du Dich spezialisiert hast und wer Dein Arbeitgeber ist. Freiberufler zählen eher zu den Generalisten, sie begleiten ein Bauprojekt häufig vom Entwurf bis hin zur Umsetzung. In Architektenbüros ist dagegen eine stärkere Arbeitsteilung üblich, Du bist dann nur noch für einen Teilbereich der typischen Architekt-Tätigkeiten verantwortlich.

Prinzipiell gehören zum Beruf Architekt folgende Aufgaben:

Als Innenarchitekt beginnt Deine Arbeit natürlich erst, nachdem das Bauwerk in seinen Grundfesten steht.

Wie sieht der Arbeitsplatz aus?

Einen Teil Deiner Zeit wirst Du im Architekt-Beruf an Deinem Schreibtisch im Büro verbringen, wo Du am Computer Pläne entwirfst, Berechnungen anstellst oder Anträge schreibst. Häufig hast Du aber auch Außentermine bei Bauherren, Behörden oder kooperierenden Unternehmen. Gerade in der Planungsphase musst Du Dir selbstverständlich von den Gegebenheiten vor Ort ein Bild machen. Übernimmst Du die Bauleitung, dann solltest Du in regelmäßigen Abständen auf der Baustelle nach dem Rechten sehen.

Viele Architekten oder Architekturbüros lukrieren nicht nur im Inland Aufträge, sondern auch außerhalb der Grenzen Deutschlands. Es kann daher sein, dass Dich Dein Architekt-Beruf auch in ferne Länder führt.

Was verdient ein Architekt?

Arbeitest Du als Freiberufler, dann hängt Dein Einkommen natürlich ganz davon ab, welche Aufträge Du an Land ziehst. Für Angestellte in Architekturbüros gibt es zwar keinen rechtlich verbindlichen Tarifvertrag, es gibt aber unverbindliche Empfehlungen des Arbeitgeberverbands deutscher Architekten und Ingenieure. Diese sehen für Berufseinsteiger mit abgeschlossener Architekt-Ausbildung ein Brutto-Monatsgehalt von rund 3.000 Euro vor.

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Wie sind die Berufsaussichten für Architekten?

Die Berufsaussichten für Architekten hängen stark von der allgemeinen wirtschaftlichen Lage ab: Wird weniger gebaut, dann gibt es auch weniger Arbeit für Architekten. Die Auftragslage unterliegt immer gewissen Schwankungen.

Derzeit ist die wirtschaftliche Situation in Deutschland gut. Laut Bundesagentur für Arbeit hat die Nachfrage nach Architekten im Jahr 2017 im 10-Jahres-Rückblick einen Höchststand erreicht. Die Arbeitslosenrate im Architekt-Beruf geht laufend zurück und betrug zuletzt weniger als 2 Prozent.

Andererseits streben auch immer mehr junge Menschen eine Ausbildung zum Architekt an, die Zahl der Studenten ist in den letzten Jahren gestiegen. Es wird daher zwar mehr Arbeit für Architekten, aber auch immer mehr Bewerber geben. Weil Architekten meist projektbezogen arbeiten, gibt es keine Garantie, dass auf einen erfolgreich beendeten Auftrag ein weiterer folgt.

Bessere Berufsaussichten haben Architekten, die sich auf bestimmte Nischen oder Zukunftsthemen spezialisieren. So könnten zum Beispiel Smart Home-Technologien oder die ökologische Sanierung von Gebäuden in den nächsten Jahren an Bedeutung gewinnen. Es kann sich also lohnen, schon während der Architekt-Ausbildung entsprechende Schwerpunkte zu setzen oder sich später in Weiterbildungen Spezialwissen anzueignen.

Welche Spezialisierungen gibt es?

Du kannst Dich schon während Deiner Architekt-Ausbildung zwischen den Studienrichtungen Architektur, Innenarchitektur, Landschaftsarchitektur und Stadtplanung entscheiden und Dich dadurch auf bestimmte Architekt-Tätigkeiten spezialisieren.

  • Als Innenarchitekt planst und gestaltest Du Innenräume. Deine Aufgaben reichen von der Wärmeisolierung über das Möbeldesign bis hin zu Beleuchtung und farblicher Gestaltung.
  • Landschaftsarchitekten haben es mit Grünflächen und Freiflächen aller Art zu tun. Sie gestalten Gärten, Parks, Sportanlagen, Firmengelände, Fußgängerzonen oder Spielplätze.
  • Stadtplaner gestalten Wohngebiete, Verkehrswege und öffentliche Flächen. Als Stadtplaner kannst Du z.B. damit beauftragt werden, ein ehemaliges Industriegelände in eine Wohnsiedlung umzuwandeln.

Das Architekt-Berufsbild ist heute sehr vielseitig und die Anforderungen werden immer komplexer. Bei der späteren Jobsuche hilft es, wenn Du Dich während der Architekt-Ausbildung oder danach weiter spezialisierst. Du kannst Dich beispielsweise auf folgenden Gebieten als Experte hervortun:

  • Hoch- oder Tiefbau
  • Industrie-, Kultur- oder Sportbauten
  • Baurecht oder internationales Baurecht
  • Baubiologie und Bauökologie
  • Solararchitektur
  • Lichtgestaltung
  • Smart Building (intelligente Gebäude-Automation)
  • Altbausanierung

Passt der Beruf Architekt zu mir?

Das Architekt-Berufsbild ist gar nicht so leicht einzuordnen: Als Architekt bist Du einerseits Kreativkopf, andererseits versierter Planer, bautechnischer Experte und Kundenberater. Für den Architekt-Beruf solltest Du daher folgende Voraussetzungen und Talente mitbringen:

Belastbarkeit und Ausdauer:
Schon die Ausbildung zum Architekt verlangt Dir ein gewisses Durchhaltevermögen ab. Die nächste Herausforderung ist die Bewerbung bei Architekturbüros oder die Existenzgründung als Freiberufler. Und selbst wenn Du das geschafft hast, musst Du Dich immer wieder neu um Aufträge bewerben!
Mathematisches und technisches Verständnis:
Baustatische Berechnungen und Konstruktionsprogramme am Computer gehören im Architekt-Beruf zu Deinem Handwerkszeug. Du solltest daher etwas für Zahlen, Formeln und Berechnungen übrig haben.
Analytische und planerische Fähigkeiten:
Bauprojekte sind selten in ein paar Wochen abgeschlossen und Du musst als Architekt immer viele verschiedene Anforderungen im Kopf behalten. Langfristiges Planen ist also Voraussetzung.
Gestaltungssinn und Ideenreichtum:
Als Architekt brauchst Du eine kreative Ader. Das ist auch der wichtigste Unterschied zum Bauingenieur!
Räumliches Vorstellungsvermögen:
Wie man es auch dreht und wendet - als Architekt hast Du es immer mit dreidimensionalen Objekten zu tun.
Kommunikative Fähigkeiten und Verhandlungskompetenz:
Als Architekt musst Du Dich laufend mit Auftraggebern, Bauingenieuren, ausführenden Firmen und Behörden koordinieren. Du solltest daher ein gewisses Verhandlungstalent mitbringen.

Selbstverständlich musst Du nicht in allen diesen Bereichen ein absoluter Überflieger sein. Denn viele Fähigkeiten eignest Du Dir ja während Deiner Ausbildung zum Architekt an!