Einstiegsgehalt 
1.823
Durchschnittsgehalt 
2.121
Ausbildung 
Bachelor
105
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Heilerziehungspfleger
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Was ist ein Heilerziehungspfleger?

Ein Heilerziehungspfleger unterstützt und fördert Menschen mit Behinderungen. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese körperlich oder geistig behindert sind. Oder ob sie eine stationäre Betreuung benötigen, oder eine ambulante Betreuung. Ein Heilerziehungspfleger hilft ihnen bei der Bewältigung alltäglicher Aufgaben, und übernimmt dabei sowohl pädagogische wie auch pflegerische Aufgaben.

Was macht ein Heilerziehungspfleger?

In dem Beruf stehst Du Menschen mit Behinderung unterstützend zur Seite. Dein Ziel dabei ist es, die Eigenständigkeit der Menschen zu fördern. Du gehst dabei individuell auf jede zu betreuende Person ein. Je nach Vorlieben, Charakter und auch nach Art und Ausprägung der Behinderung planst Du Freizeitaktivitäten wie Schwimmen, Basteln, Singen, einen Innenstadtbesuch oder ein Treffen mit Freunden. Aber Du hilfst auch bei alltäglichen Tätigkeiten. Du hilfst beispielsweise beim Duschen und Essen.

Außerdem erstellst Du zusammen mit Kollegen und manchmal auch mit Eltern von Menschen mit Behinderung spezielle Förderpläne. Dabei besprichst Du auch welche Fortschritte und Probleme es in der alltäglichen Arbeit mit einer Person gibt.

Wie wird man Heilerziehungspfleger?

Um als Heilerzieher arbeiten zu können, musst Du eine schulische Ausbildung zum Heilerziehungspfleger oder eine schulische Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin abschließen. Diese findet zum Großteil in einer Fachschule statt. Wenn Du bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung besitzt, kommt eventuell auch eine Weiterbildung zum Heilerziehungspfleger oder eine Umschulung zum Heilerziehungspfleger für Dich in Frage.

Heilerziehungspfleger-Voraussetzungen für den Ausbildungsbeginn

Welche Voraussetzungen Du für eine klassische Ausbildung zum Heilerziehungspfleger brauchst ist in jedem Bundesland anders festgelegt. Meistens wird für die Zulassung der Fachschulen aber mindestens ein Realschulabschluss verlangt und zusätzlich dazu noch mehrjährige praktische Berufserfahrung in einem sozialen Beruf. Mit Hochschulreife oder auch mit Fachhochschulreife bekommst Du in der Regel die Möglichkeit, die Heilerziehungspfleger-Ausbildung auch zu beginnen, wenn Du außer einem mehrwöchigen Praktikum noch keine Berufserfahrung mitbringst.

Darüber hinaus brauchst Du meistens ein ärztliches Gutachten über Deine gesundheitliche Eignung, sowie ein einwandfreies Führungszeugnis. Da neben dem Schulunterricht auch Praktika in Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen absolviert werden müssen, ist es oft so, dass Du für die Anmeldung in der Fachschule eine Zusage für ein Praktikum von einer solchen Einrichtung brauchst!

Ablauf der Heilerziehungspfleger-Ausbildung

Je nach Bundesland dauert die Ausbildung zum Heilerziehungspfleger zwei bis drei Jahre lang. Der Hauptteil der Heilerziehungspflege-Ausbildung besteht aus theoretischem Unterricht in der Fachschule. Du hast aber auch ein außerschulisches Praktikum in einem Betrieb. Dort kannst Du dann Dein erworbenes Wissen praktisch anwenden. Außerdem gibt es verschiedene Praxisprojekte, die im Rahmen des Schulunterrichtes gemeinsam durchgeführt werden. Zum Beispiel das Planen und das gemeinsame Üben eines Musikstückes mit Menschen mit Behinderung. Am Ende der Ausbildung zum Heilerziehungspfleger musst Du eine staatliche Abschlussprüfung bestehen. Diese besteht aus einem schriftlichen Teil, und zusätzlich auch aus einem eigenen praktischen Projekt.

Inhalt der Heilerziehungspfleger-Ausbildung

In der Fachschule lernst Du, welche rechtlichen Rahmenbedingungen es für die Betreuung von Menschen mit Behinderung gibt. Du hast Fächer wie Psychologie und Pädagogik, und erfährst Hintergrundwissen zu den häufigsten Behinderungen. Außerdem erfährst Du, wie Du Menschen korrekt pflegst, und erlernst dabei auch die Ausübung von leichten medizinischen Heilerziehungspfleger-Aufgaben. Etwa die Verabreichung von Medikamenten oder das Messen von Körperfunktionen. Ein wichtiger Teil der Heilerziehungspfleger-Ausbildung ist, dass Du lernst, wie Du eine Bindung zu Menschen aufbauen kannst, wie Du sie richtig verstehst, und wie Du mit Konfliktsituationen umgehst. Die Förderung der Eigenständigkeit ist eines der Hauptziele, die Du verfolgen solltest. Du lernst, wie Du den Menschen hilfst, sich neue Möglichkeiten ihres Selbstausdruckes zu eröffnen.

In der Regel kannst Du auch aus einigen Wahlfächern wählen. Diese sind beispielsweise Musik, Werken, Spielen, Sport oder Malen. Dort lernst Du dann einerseits grundlegende Techniken kennen, und andererseits wie Du diese an Menschen mit Behinderungen vermitteln kannst, und welche Vorteile dies hat. Zum Beispiel die Verbesserung des Bewegungsablaufes, die Sprachverbesserung oder eine bessere Gruppendynamik.

Umschulung und Weiterbildung zum Heilerziehungspfleger

Falls Du bereits einen anderen Beruf erlernt hast, besteht auch die Möglichkeit zu einer Umschulung zum Heilerziehungspfleger. Diese wird häufig in Teilzeit angeboten, und dauert daher vier bis fünf Jahre lang. Du übst dann neben dem Berufsschulunterricht oder den Lehrgängen von privaten Bildungsanbietern noch Deinen bisher erlernten Beruf aus.

Falls Du bereits eine Ausbildung in einem sozialen Bereich, etwa als Erzieher oder Krankenpfleger absolviert hast, kannst Du eine Weiterbildung zum Heilerziehungspfleger beginnen. Diese dauert meist nur wenige Wochen lang und wird zum Großteil von privaten Bildungsanbietern angeboten. Mit dem erfolgreichen Beenden der Seminare der Umschulung oder der Weiterbildung zum Heilpraktiker erhältst Du von der zuständigen Landesbehörde die staatliche Anerkennung für die Ausübung des Berufes.

Wo arbeitet eine Heilerziehungspflegerin?

Nach der Heilerziehungspfleger-Ausbildung besteht für Dich die Möglichkeit, hier eine Anstellung zu finden:

  • In Tagesstätten oder auch Arbeitswerkstätten für Menschen mit Behinderung
  • In Wohnheimen für Menschen mit Behinderung
  • In ambulanten, mobilen sozialen Diensten, wo Menschen mit Behinderung zuhause Betreuung erfahren
  • In Kliniken für Rehabilitation, wo beispielsweise Unfallopfer lernen, mit ihrer neuen körperlichen Behinderung umzugehen
  • In Förderschulen oder Regelschulen, in denen es Kooperationsklassen gibt
  • In Kindergärten

Wie sieht der Arbeitsalltag aus?

Damit Du einen besseren Einblick von dem Heilerziehungspfleger-Berufsbild erhältst, findest Du hier ein paar typische alltägliche Arbeitsaufgaben:

Wie sieht der Arbeitsplatz aus?

Nach der Heilerziehungspflege-Ausbildung verbringst Du Deine Arbeitszeit an diesen Orten:

  • In Werkstätten
  • In Sporträumen wie Sporthallen oder Schwimmbäder
  • In Aufenthaltsräumen
  • In Wohnräumen
  • Im Freien

Für Teambesprechungen und für die Planung von einzelnen Aktivitäten, oder um langfristige Konzepte für einen Menschen mit Behinderung zu erstellen, verbringst Du außerdem hier Zeit:

  • In Deinem Büro
  • In dem Besprechungsraum

Die meiste Arbeitszeit verbringst Du im Stehen beziehungsweise im Laufen. Zu dem Heilerziehungspfleger-Berufsbild gehören in der Regel auch Schichtarbeit, sowie die Arbeit an Feiertagen. Ebenso kann es vorkommen, dass Du im Nachtbereitschaftsdienst eingesetzt wirst.

Was verdient ein Heilerziehungspfleger?

Während der Ausbildung zum Heilerziehungspfleger erhältst Du noch kein Gehalt. In seltenen Fällen kommt es aber vor, dass Du Geld für die Praktika in der Heilerziehungspfleger-Ausbildung bekommst. Diese Vergütung liegt in staatlichen beziehungsweise kommunalen Einrichtungen bei 1.552 Euro im Monat, trotzdem erhältst Du dann aber während dem schulischen Teil der Heilerziehungspfleger-Ausbildung gar kein Gehalt. Es kann stattdessen sogar sein, dass Du Gebühren für die Aufnahme, sowie für die Abschlussprüfung zahlen musst.

Aber Du hast die Option, entweder BAföG zu beantragen, oder falls Du eine Heilerziehungspfleger-Weiterbildung absolvierst, finanzielle Hilfe nach dem Aufstiegsfortbildungsfördergesetz zu erhalten.

Wenn Du die Heilerziehungspflege-Ausbildung dann erfolgreich beendet hast, und eine feste Anstellung in Vollzeit bekommst, kannst Du mit etwa 2.196 bis 3.068 Euro im Monat rechnen!

Wo finde ich einen Job als Heilerziehungspfleger?

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Wie sind die Berufsaussichten für Heilerziehungspfleger?

Es werden immer mehr Heilerziehungspfleger eingestellt, auch in den nächsten Jahren wird sich an diesem Trend voraussichtlich nichts ändern. Das liegt daran, dass Deutschland seit dem Jahr 2009 verpflichtet ist, die UN-Behindertenrechtskonvention umzusetzen. Diese fordert unter anderem, dass Menschen mit Behinderung ein Recht auf bezahlte Arbeit haben, oder gemeinsam mit nicht behinderten Kindern in den Kindergarten und in die Schule gehen dürfen. Dafür werden viele Heilerziehungspfleger benötigt, welche die Menschen mit Behinderung dabei unterstützen, die täglichen Aufgaben zu meistern. Nur so können sie richtig in das gesellschaftliche Leben eingegliedert werden.

Im Jahr 2016 wurde von der Bundesregierung der zweite Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtkonvention benannt. Viele Ziele wurden noch nicht erreicht, deshalb werden weiterhin immer noch viele neue Heilerziehungspfleger benötigt, was für Dich eine super Jobperspektive bedeutet!

Welche Spezialisierungen gibt es?

Es gibt weder in der Heilerziehungspfleger-Ausbildung Möglichkeiten, sich auf einen Bereich zu konzentrieren, noch danach im Berufsalltag. Du kannst aber an speziellen Heilerziehungspfleger-Weiterbildungen teilnehmen. Beispielsweise zu diesen Themen:

  • Psychomotorik
  • Entspannungstherapien
  • Beratung von Eltern
  • Kunst- und Musikförderung

Passt der Beruf Heilerziehungspfleger zu mir?

Damit Du mit Deiner Berufswahl glücklich und erfolgreich wirst, solltest Du ein paar Heilerziehungspfleger-Voraussetzungen erfüllen. So fallen Dir die täglichen Arbeitsaufgaben leichter. Hier findest Du die wichtigsten Fähigkeiten, die Du mitbringen solltest:

Psychische Stabilität
Es gehört zu dem Heilerziehungspfleger-Berufsbild, dass Du teilweise mit depressiven oder auch aggressiven Menschen zu tun hast. Natürlich nicht ausschließlich, aber Du solltest Dich darauf einstellen. Um diese Menschen richtig unterstützen zu können, solltest Du selber möglichst psychisch Stabil sein. Manche Situationen können belastend sein, beispielsweise wenn es Streit oder Gewalt innerhalb der zu betreuenden Gruppe gibt.
Verantwortungsbewusstsein
Egal ob Du mit Kindern oder mit Erwachsenen mit Behinderung arbeitest, falls diese schwer geistig behindert sind, trägst Du während Deiner Arbeitszeit die volle Aufsichtspflicht und stehst in der Verantwortung für ihr Tun! Du musst sorgsam und pflichtbewusst mit dieser Verantwortung umgehen.
Einfühlungsvermögen
Mit am wichtigsten ist es, dass Du offen auf Menschen mit Behinderung zugehen kannst! Du solltest empathisch mit ihnen umgehen, und sie gleichwertig und mit dem nötigen Respekt behandeln!
Körperliche Belastbarkeit
Um körperlich eingeschränkten Menschen eine gute Hilfe zu sein ist es wichtig, dass Du Kraft in den Händen und Armen besitzt. Schließlich musst Du die Menschen manchmal stützen, oder sogar ins Bett oder auf die Toilette heben.
Gutes Gedächtnis und Merkfähigkeit
Meistens betreust Du nicht nur eine einzelne Person. Zu dem Heilerziehungspfleger-Berufsbild gehört es also, dazu in der Lage zu sein, sich Namen sowie andere wichtige Dinge zu den einzelnen Personen merken zu können. So erkennst Du auch schnell, wenn eine Person sich plötzlich anders als sonst verhält, und erkennst so Probleme und Belastungssituationen besser.
Kreativität
Menschen anleiten und motivieren, zu musizieren, sich zu bewegen, oder künstlerisch aktiv zu werden, gehört zu den Heilerziehungspfleger-Aufgaben. Nur wenn Du selber Spaß daran hast Dich kreativ auszuleben, bist Du dazu in der Lage, die Menschen mit Behinderungen für solche Aktivitäten gewinnen!
Organisationsfähigkeit
Du musst für die einzelnen Menschen, die Du betreust, individuelle Förderpläne erstellen. Bestandteil davon sind oft auch Wochenpläne, in denen Du Aktivitäten festlegst. Ein wenig Organisationstalent ist deshalb ebenfalls eine der Heilerziehungspfleger-Voraussetzungen. Hilfreich ist dies auch bei der Planung und Durchführung von besonderen Freizeitaktivitäten.
Toleranter Umgang bei der Körperpflege
Mitunter wirst Du mit starken Körpergerüchen konfrontiert, Du musst einigen Personen die Windeln wechseln und stehst allgemein zeitweise in sehr engen körperlichen Kontakt mit einigen der Menschen, die Du betreust. Ekel oder Scham solltest Du dabei gut unterdrücken können.

Die meisten dieser Heilerziehungspfleger-Voraussetzungen sind aber erlernbar und während der Heilerziehungspflege-Ausbildung eignest Du Dir noch einiges von diesem Können an! Also habe keine Scheu, wenn Du jetzt das Gefühl hast, dass Du nicht genug für den Beruf mitbringst, diesen trotzdem zu erlernen. Solange Du ein offener und einfühlsamer Mensch bist, und gerne beruflich in engem Kontakt mit Menschen arbeiten willst, erfüllst Du schon die allerwichtigsten Grundvoraussetzungen!